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Blog Luise Pusch
Heute abend läuft auf SAT. 1 der Zeichentrickfilm Madagascar, und die HörZu informiert mich: Von der Zooroutine in New York haben sie die Schnauzen voll: Löwe Alex, Zebra Marty, die Giraffe Melman und die Nilpferddame Gloria
Der Film scheint ein Gruppenbild mit Dame zu sein. Diesem Werk überbordender Phantasie ist es nicht gelungen, eine Welt zusammenzuphantasieren, in der Weiblichkeit mehr ist als eine komische Zutat. Es gibt offenbar in dem reich bevölkerten Film nur zwei weibliche Wesen: Nilpferddame Gloria und eine resolute alte Dame, die den verdatterten Löwen Alex mit ihrer Handtasche in die Flucht treibt. Auch die Pinguine sind …
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22:14
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Blog Luise Pusch
Die binäre Geschlechterordnung und die Heteronormativität sind ersichtlich in Auflösung begriffen. Frauen können Frauen heiraten, und Männer Männer. Aus Frauen werden Männer, aus Männern Frauen - wie jüngst im Fall der Wikileakerin und Obergefreiten Chelsea Manning, vormals Obergefreiter Bradley Manning. Die ehemals starren Gesetze ändern sich in rasantem Tempo. Die neuste Änderung: Wie zuvor in Australien, darf nun auch in Deutschland das Feld, in dem normalerweise das Geschlecht einzutragen ist mit “weiblich” oder “männlich”, in Personalpapieren leer bleiben. Geschlecht unbestimmt, bedeutet das. Mehr dazu hier. Damit wird offiziell anerkannt, dass es Menschen gibt, deren Geschlecht weder weiblich noch männlich ist, …
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16:40
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Blog Luise Pusch
Ersatzkaffee, Kunsthonig, Süßstoff, Laborfleisch, Cybersex
all diese Dinge sind nicht das Wahre, sondern mehr oder weniger geglückte Kopien, bloße Annäherungen an the real thing. In den letzten Wochen hörten wir besonders viel über Laborfleisch und Cybersex. Das Laborfleisch soll helfen, den Hunger in der Welt zu bekämpfen. Vielen wurde schon bei dem Gedanken schlecht, erst recht dann beim Anblick und bei der Verkostung der künstlichen Frikadellen. Andere sehen Positives in dem Versuch, nicht mehr so viele Tiere zu produzieren zu dem einzigen Zweck, sie abzuschlachten. Ich finde Laborfleisch auch viel weniger eklig als das Abschlachten von Tieren. Das Thema …
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Blog Luise Pusch
Vorbemerkung: Der Titel der Glosse variiert den Titel von Helke Sanders feministischer Filmklassikerin Die allseitig reduzierte Persönlichkeit - Redupers aus dem Jahre 1978. Sanders Filmtitel wiederum war eine sarkastische Anspielung auf das DDR-Ideal der allseitig entwickelten sozialistischen Persönlichkeit. 1983, vor 30 Jahren, kaufte ich meinen ersten Computer. Ich schrieb gleich eine Glosse über die meist männlich benannten Computer (Commodore, Sirius usw.) und sprach fortan nur noch von meiner Compute (so auch der Titel der Glosse) oder kurz Pute. Die meisten Frauen lehnten damals Computen ab. Etwa fünf Jahre später hatten viele ihre Abneigung überwunden und arbeiteten im Büro oder zu …
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17:28
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Blog Luise Pusch
Am 7. Juli erschien in der Welt eine weitere Polemik gegen die Einführung des generischen Femininums an der Uni Leipzig, betitelt mit Wie sexistisch ist die deutsche Sprache?. Darin behauptet der Sprachwissenschaftler André Meinunger (Jg. 1969) allen Ernstes: Das Deutsche ist so gerecht und frauenfreundlich, wie es mehr eigentlich gar nicht geht. Und wie begründet Meinunger diese erstaunliche Meinung? Er schreibt: Das Pluralpronomen ist identisch mit der weiblichen Singularform. Also: Selbst wenn eine reine Männergruppe schießt oder alle Männer schwitzen, heißt es ‘sie schießen’ oder ‘sie schwitzen’.” Seine Formulierungen sind butterweich, vorsichtig, ausweichend, denn schließlich hat er als Sprachwissenschaftler einen …
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18:52
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Blog Luise Pusch
Die feministische Sprachkritik hat es weit gebracht. Früher wurde sie von der Maskulinguistik (kurz für etablierte, männlich geprägte Linguistik) schlicht ignoriert: Mit derartigem unlinguistischen Blödsinn machte mann sich nicht die Hände bzw. den wissenschaftlichen Werdegang (CV) und das Schriftenverzeichnis schmutzig. Nun da feministische Sprachforderungen nach 35 Jahren Nerverei sogar von der deutschen Universität selbst nachgerade übererfüllt werden, wendet sich das Blatt. In den letzten Wochen haben sich zwei männliche Sprachwissenschaftler herbeigelassen, dem Publikum in konservativen Zeitungen linguistische Analysen bzw. Anleitungen zur Gelassenheit zum Thema generisches Femininum zu verabreichen. Beide sagen im Wesentlichen dasselbe wie ihr heroischer Vorkämpfer Hartwig Kalverkämper schon …
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18:05
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Blog Luise Pusch
Eigentlich müsste es ja heißen Eine Formulierkunst, die ihresgleichen sucht. Aber die korrekte feminine Form verschmähte der Autor zugunsten des Maskulinums. Hier der Satz in seinem Kontext - oder sollte ich vielleicht sagen in ihrem Kontext? Er besitzt eine Formulierkunst, die seinesgleichen sucht. Man muss diesen Mann lieben und ich würde ihn ohne zu zögern für zwei Nobelpreise vorschlagen: zum ersten für Literatur, zum zweiten, viel wichtiger, viel passender: für Frieden! Gefunden hier bei Amazon. Das Engagement des Amazon-Rezensenten für Karlheinz Deschner ist herzerwärmend, seine eigene Formulierkunst allerdings gewöhnungsbedürftig. Sätze, in denen uns statt des zu erwartenden Femininums ein Maskulinum …
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21:56
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Blog Luise Pusch
In der vergangenen Woche brachte der Bostoner Sender WBUR eine fünfteilige Serie zum Thema moral injury, einem Leiden, das immer mehr Soldaten (eine Soldatin war auch unter den Betroffenen) zu schaffen macht, ja sie quält bis zum Selbstmord. Es ist nicht dasselbe wie PTSD (Post Traumatic Stress Disorder). Bei der Frage, wie denn der neue Begriff zu übersetzen wäre, kam ich durch die detaillierten Beschreibungen auf Wörter wie Schuldgefühl, Gewissensnot, Gewissensqual. Die Betroffenen leiden unter Gewissensqualen wegen der Taten, zu denen sie im Krieg gezwungen wurden - aber nicht alle. Einige leiden eher unter dem Gegenteil, einer Abstumpfung ihrer Gefühle. …
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12:13
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Blog Luise Pusch
Heute vor 50 Jahren flog die erste Frau ins All, die 26jährige sowjetische Kosmonautin Walentina Tereschkowa. Die Neue Zürcher Zeitung gedenkt des epochemachenden Ereignisses mit einem lesenswerten Artikel von Julia Richers, Professorin für osteuropäische Geschichte an der Uni Bern. So weit, so gut. Aber was soll frau sich denken bei dem Titel, der der NZZ dazu eingefallen ist: Mit Frau bemannt? Eine Schweizer Leserin meiner Glossen machte mich auf diesen Affront aufmerksam: Sie schrieb mir: Inzwischen bin ich an meinem Arbeitsplatz und in meiner Umgebung vielleicht nicht gerade gefürchtet, aber doch bekannt dafür, möglichst “gendergerecht” zu schreiben und zu reden (obwohl …
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13:10
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Blog Luise Pusch
Professorin, Studentin, Mitarbeiterin: Weibliche Bezeichnungen sollen an der Uni Leipzig künftig auch für Männer gelten. Doch führt das auch zu mehr Gleichberechtigung? Ein Interview der Deutschen Welle mit der Linguistin Luise Pusch. (Die leicht gekürzte Fassung des Interviews findet sich hier bei der Deutschen Welle). In der deutschen Öffentlichkeit wird seit 30 Jahren über das Thema Geschlecht und Sprachgerechtigkeit gestritten. In den 1980er Jahren wurden deshalb Doppelformen wie “Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen” in Deutschland eingeführt. Die Uni Leipzig geht mit der geplanten Einführung des so genannten generischen Femininums, das wie sonst das generische Maskulinum beide Geschlechter meinen soll, noch …
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Blog Luise Pusch
Aus der Stadtbibliothek brachte ich mir Heinz Ludwig Arnolds Gespräche mit Schriftstellern mit - die beiden ersten von insgesamt drei MP3-CDs. Auf einem Cover ist Arnold im Gespräch mit Böll, auf dem andern mit Rühmkorf zu sehen. 40 Stunden Gespräche aus den Jahren 1970 bis 1979. Damals lebten Ingeborg Bachmann, Ingeborg Drewitz, Marieluise Fleißer, Christa Reinig, Mascha Kaleko und Marie Luise Kaschnitz noch - wie gerne hätte ich ein dreistündiges Gespräch mit ihnen gehört, wie wir es in Arnolds Sammlung etwa mit Frisch oder Dürrenmatt serviert bekommen. Aber Fehlanzeige. Mit Frauen redete Heinz Ludwig Arnold anscheinend nicht. Auch in der …
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13:16
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Blog Luise Pusch
Aus Wir machen uns unsere Sprache selber: Ein Feminar. Neunundfünfzigste Lektion. Vorbemerkung: Das Unwort “Homo-Ehe” geistert in letzter Zeit derart häufig unwidersprochen durch alle medialen Kanäle, dass mir die Ohren wehtun. Ich plädiere dafür, es als Unwort des Jahrzehnts zu brandmarken. Würden die Medien plötzlich das alte Wort “Mischehe” für Ehen zwischen jüdischen und nichtjüdischen Menschen oder zwischen Schwarzen und Weißen wieder aufwärmen - der Aufschrei “Unwort” würde auf dem Fuße folgen, zu Recht. Alternativen zu “Homo-Ehe” habe ich vor bald 12 Jahren in meiner Glosse “Verpartnerung” vorgeschlagen und diskutiert. Damals schien das Wort “Homo-Ehe” durch die “kleine Lösung” der …
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9:55
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Blog Luise Pusch
Aus Wir machen uns unsere Sprache selber: Ein Feminar. Achtundfünfzigste Lektion. In ihrer Kurzbiografie zum 150. Geburtstag von Camille Claudel für den Kalender Berühmte Frauen 2014 schreibt Andrea Schweers: Den lobenden Kunstkritikern galt sie als begabte Schülerin des großen Bildhauers, den Gegnern Rodins als nicht ernst zu nehmende Epigone. Ich stutzte. Die Epigone - das gefiel mir, ich fand es natürlich sehr passend, aber so richtig korrektes Deutsch war es wohl nicht? Sagen wir nicht ausschließlich der Epigone? Der Duden bestätigt diese Vermutung mit folgendem Eintrag: Epigone Wortart: Substantiv, maskulin Gebrauch: bildungssprachlich Bedeutung: jemand, der in seinen Werken schon vorhandene …
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Blog Luise Pusch
Der Titel meiner Glosse ist irreführend, aber nur aus didaktischen Gründen. Unter Washington verstehen die meisten von uns die Hauptstadt der USA, den Regierungssitz - oder gleich die Regierung. Wir lesen/verstehen also den Titel vermutlich etwa so: Die Obama-Administration gendert die englische Sprache. So weit sind wir leider noch nicht. Das Wort Washington ist mehrdeutig. Mit Washington ist hier nur der Bundesstaat Washington im äußersten Nordwesten der USA gemeint. Washington State beschloss soeben eine Radikalkur für alle seine Gesetze: Sie sind strikt geschlechtsneutral zu formulieren. Mehr dazu hier. Auch das Wort chairman ist mehrdeutig. Es hat eine Hauptbedeutung, nämlich männlicher …
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Blog Luise Pusch
Hier eine Liste der Dinge, die in der letzten Woche hinzugekommen sind. Zu der Liste der Dinge, die mir Angst machen: Rucksäcke: Wer weiß, ob darin nicht ein Schnellkochtopf herumgeschleppt wird! Schnellkochtöpfe: Ich hielt sie schon immer für gefährlich und habe meinen schon vor langer Zeit entsorgt. Aber WIE gefährlich sie sind, habe ich erst in der letzten Woche gelernt. Boston Marathon: Habe ich mir auch früher höchstens im Fernsehen angesehen. Aber seit Montag werden sicher auch andere ängstliche Menschen den Boston Marathon meiden für alle Zeit. Und alle anderen Marathons auch. Und überhaupt Großereignisse und Menschenansammlungen …
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Blog Luise Pusch
Letzte Woche führte ich in Linz an der Donau mit GewerkschafterInnen (genauer: Mitgliedern der FSG OÖ = Fraktion der sozialdemokratischen GewerkschafterInnen in Oberösterreich) einen Workshop durch, zum Thema Frauen besser ansprechen. Es ging aber nicht um Anmache, wie mir im Vorfeld versichert wurde, sondern um (geschlechter)gerechte Sprache. Von den 13 Teilnehmenden waren etwa ein Drittel Männer, ein ungewöhnlich hoher Prozentsatz, der für die Aufgeschlossenheit der Gewerkschaft spricht. Die Einstellung zur - in der Gewerkschaft immerhin vorgeschriebenen - gerechten Sprache war gemischt, erwartungsgemäß bei den Männern aber kritischer als bei den Frauen. Einer fand die Genderei lästig, um nicht zu sagen …
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19:09
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Blog Luise Pusch
Gestern Nacht, nach dem Annika-Bengtzon-Krimi, sah ich mir noch die Tagesthemen an. Und da hörte ich zum ersten Mal von dem großen Wunder, das sich schon vor drei Wochen in aller Stille vollzogen hat: Die Neufassung der Straßenverkehrsordnung in geschlechtergerechtem Deutsch, kurz: die gegenderte StVO! Diese Neufassung (vom 12. März 2013) sieht vor, dass alle Geschlechter am Verkehr teilnehmen dürfen, nicht nur Männer. War früher nur von Radfahrern, Mofafahrern und Fußgängern die Rede, heißt es jetzt Rad Fahrende, Mofa Fahrende und zu Fuß Gehende. Wer es nicht glaubt, kann sich das epochemachende Dokument hier herunterladen. Genaueres Studium ergibt, dass sich …
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16:44
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Blog Luise Pusch
Mutti ist die Bestie ist der wenig originelle Titel eines wenig originellen Buchs, das Tina Mendelsohn am Donnerstag in der Kulturzeit vorstellte. Geschlagene sieben Minuten unterhielt sie sich mit dem 67jährigen Autor Dr. med. Torsten Milsch - so lässt er sich auf dem Cover nennen, damit wir nicht glauben, irgendein Pfuscher hätte da ein paar Ideen zusammengeschmiert. Allerdings hat der Ruf des Doktortitels ja in letzter Zeit stark gelitten, und Mutter-Milsch trägt zur Aufbesserung auch nichts bei. Der Neun-Minuten-Beitrag in der Kulturzeit ist eine überflüssige Aufwertung seiner altväterlichen Thesen. Um nicht denselben Fehler zu begehen, werde ich mich kurz fassen. …
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19:17
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Blog Luise Pusch
Am 2. März flog ich nach sieben Wochen USA von Boston nach München und von dort weiter nach Hannover. In München lagen Freiexemplare der neuen ZEIT aus, Nr. 10 - an jenem Mittwoch schon fast eine Woche alt. Titelthema des inliegenden ZEIT-Magazins: Schlechter als ihr Ruf: Frauen. Ach nee, dachte ich. Da hatten beide Häuser des US-amerikanischen Kongresses gerade mit gewaltigem Medienecho den Violence against Women-Act von 1994 reautorisiert und verabschiedet, Obama hatte ihn unterzeichnet - und die ZEIT titelt gleichzeitig über die schlechten Frauen? Wie seltsam! Sind die denn hier mal wieder total out of touch? Wikipedia listet auf, …
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20:55
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Blog Luise Pusch
Als vor bald acht Jahren mit Ratzinger alias Benedikt XVI. der erste deutsche Papst gewählt wurde, titelte die BILD-Zeitung euphorisch: Wir sind Papst! Damit meinte BILD vermutlich Wir Deutschen, ähnlich wie wenn sie schreien Wir sind Weltmeister! Aber mehr als die Hälfte der Deutschen, nämlich wir Frauen, gehören nicht zu diesem Wir, genau so wenig wie alle Nichtkatholiken. Dass Frauen vom Papst- und vom Priesteramt ausgeschlossen sind, begründet die katholische Kirche bekanntlich damit, dass Jesus ein Mann war und deshalb nur männliche Stellvertreter haben könne. Jesus war aber auch ein Jude und starb mit 33. Nach dieser Logik dürften nur …
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21:16
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Blog Luise Pusch
Im März erscheint, passend zum Internationalen Frauentag, im Wallstein Verlag Göttingen mein neues Buch “Die dominante Kuh: Neue Glossen”. Was es mit dem Titel auf sich hat, erfahren Sie hier: Als ich Jennifer Rödl, Mitarbeiterin von gendup, dem Zentrum für Gender Studies und Frauenförderung der Universität Salzburg, den Titel meines neuen Buchs verriet, schrieb sie zurück: Ich freue mich schon auf Ihr nächstes Werk, da wird wohl dann auch das MU seinen Platz bekommen :-). Wenige Monate zuvor hatte ich auf Einladung des gendup ein Seminar zum Thema Sprache und Sexismus durchgeführt, und die Übungen zum MU hatten allen Teilnehmerinnen …
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18:36
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Blog Luise Pusch
Zur Erinnerung an Rosa Parks, die gestern 100 Jahre alt geworden wäre. Die deutsche Sexismus-Debatte, Stichwort #aufschrei, habe ich in Boston nicht in voller Intensität mitbekommen. Hier toben derzeit andere Debatten, nämlich die um verschärfte Waffengesetze (gun control) und die Reform der Immigrationsgesetze. Zum Thema Gun Control sagte kürzlich Chuck Schumer, der demokratische Senator des Bundesstaats New York, sinngemäß: Erstmals in der Geschichte der Vereinigten Staaten bekommen die Waffenliebhaber mehr Gegenwind als die Waffengegner. Es ist politisch nicht mehr opportun, gegen Gun Control zu sein. Mit anderen Worten: Es kostet Stimmen. Waffenfreunde spüren die Gefahr, zur Minderheit zu schrumpfen. Alle …
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23:44
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Blog Luise Pusch
Inspektion der Herrenkultur, Teil 2 Über Neujahr waren wir zwei Wochen in Kerala, Südindien. Joeys Tochter hat einen Indo-Amerikaner geheiratet, und am 29. Dezember wurde die Hochzeit im Kreise seiner großen indischen Familie nachgefeiert. Es war eine wunderbare, aufregende Zeit, aber viel zu heiß für mich, eine ständige tropisch-feuchte Hitze um 32 Grad. Wir flogen zuerst nach Dubai und von dort über das arabische Meer nach Kochi. Im Flughafengebäude von Dubai, wo wir um Mitternacht ankamen, sah ich zum ersten Mal einen echten Saudi in knöchellanger weißer Seide (Thobe), auf dem Kopf ein rotweißes Tuch (Shumagh), das von einem schwarzen …
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Blog Luise Pusch
Da sagt unsere Familienministerin mal was Vernünftiges, schon kriegt sie Ärger mit der konservativen Presse und ihren ParteikollegInnen. In einem Interview mit der ZEIT gab sie kürzlich einige feministische Grundpositionen zum Besten: a) Grimms Märchen sind ziemlich sexistisch; sie enthalten nur wenige positive Frauengestalten. b) Zeitbedingt rassistische Figuren wie Pippi Langstrumpfs Vater, der Negerkönig, und Jim Knopfs Negerbaby werden von ihr beim Vorlesen en passant korrigiert, um mein Kind davor zu bewahren, solche Ausdrücke zu übernehmen. c) Statt der liebe Gott kann man auch sagen “das liebe Gott. Über diese letzte Äußerung nun können sich Schröders ParteifreundInnen nicht wieder einkriegen. …
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Blog Luise Pusch
Vor zweihundert Jahren, am 20. Dezember 1812, erschien passend zum Weihnachtsfest die erste Ausgabe der Grimmschen Kinder- und Hausmärchen. Aus diesem Grunde wird in diesen Tagen, ja das ganze Jahr schon, allenthalben heftig der Brüder Grimm gedacht. Auch ich möchte mein Scherflein beitragen und in den Jubelchor ein paar feministisch-linguistische Untertöne einschmuggeln. Der Inhalt der Grimmschen Märchen wurde schon des öfteren feministisch analysiert, von feministischen Kommentaren zu ihrer Sprache und Grammatik habe ich hingegen noch nichts gehört. Los gehts. Fangen wir mit einer Sprachprobe aus Fundevogel an: Fundevogel und Lenchen hatten sich so lieb, nein so lieb, daß, wenn eins …
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Blog Luise Pusch
Am 9. November hatte ich die Ehre und das Vergnügen, in Bozen die Festrede zum 20jährigen Jubiläum des Frauenkalenders Alchemilla halten zu dürfen. Ich bringe hier Auszüge aus meiner Rede, damit noch mehr Menschen von der schönen, stattlichen Pflanze aus Südtirol erfahren, die die Alchemilla-Frauen dort seit 20 Jahren kultivieren und Jahr um Jahr zur Blüte bringen. Alchemilla ist der botanische Name für Frauenmantel, eine unscheinbar wirkende, widerstandsfähige Pflanze, die es in sich hat. Sie kommt in Europa und Asien vor, besonders in Gebirgen, pflanzt sich ungeschlechtlich fort und wird in der Volksmedizin zur Behandlung von Wunden, Blutungen, Frauenkrankheiten, Geschwüren, …
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Blog Luise Pusch
Am 9. November hatte ich die Ehre und das Vergnügen, in Bozen die Festrede zum 20jährigen Jubiläum des Frauenkalenders Alchemilla halten zu dürfen. Es war eine erhebende Veranstaltung, ein rauschendes Fest, wunderbar moderiert von Alchemilla Heidi Hintner, mit klangvollen und faszinierenden Einlagen, wie die Fotos von Mäggi von Wohlgemuth eindrucksvoll belegen. Ich bringe nun Auszüge aus meiner Rede, damit noch mehr Menschen von der schönen, stattlichen Pflanze aus Südtirol erfahren, die die Alchemilla-Frauen dort seit 20 Jahren kultivieren und Jahr um Jahr zur Blüte bringen. Alchemilla ist der botanische Name für Frauenmantel, eine unscheinbar wirkende, widerstandsfähige Pflanze, die es in …
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Blog Luise Pusch
Gestern, am 25. November, war der Internationale Tag gegen die Gewalt an Frauen. Ich beschäftigte mich an dem Tag aber mit Gewalt gegen minderjährige Jungen, nämlich mit der Beschneidung, über die sich seit Monaten in Deutschland die Gemüter erhitzen. Handelt es sich um einen religiösen Ritus, in den Anders- und Ungläubige sich nicht einzumischen haben? Oder um Körperverletzung an wehrlosen neugeborenen Jungen, die unter Strafe zu stellen ist? Und last but not least: Ist der plötzliche lautstarke Einsatz gegen die Beschneidung ein Symptom des wiedererstarkenden Antisemitismus in Deutschland? Wie unzählige Frauen kämpfe ich seit Jahrzehnten gegen das grauenvolle Verbrechen der …
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Blog Luise Pusch
Für die eben vergangene 46. Kalenderwoche brachte die HörZu (Nr. 45/2012) mal wieder eins ihrer inspirierenden Titelbilder. Einfach jünger aussehen war diesmal das Leitthema, und im Heft gab es dazu die üblichen Tipps: vernünftige Ernährung, viel Bewegung und ausreichend Schlaf. Aber der verblüffendste Rat findet sich auf dem Titelbild selber. Wieder mal sagt ein Bild mehr als tausend Worte. Der Mann ist mindestens 15 Jahre älter als die Frau, stellte Joey dazu bündig fest. Ja eben, sagte ich. “So ist Jünger-Aussehen ganz einfach, einfacher gehts nicht. Frau lässt sich einfach neben einem alten Mann ablichten und sieht automatisch Jahrzehnte jünger …
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11:05
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Blog Luise Pusch
Am 10. November entscheiden die Lutherstädte, wer im April nächsten Jahres den Preis Das unerschrockene Wort, kurz Lutherpreis, bekommen soll. Die Lutherstadt Wittenberg hat die russischen Heldinnen und Polit-Punkerinnen Pussy Riot für den Preis nominiert, aber nicht wenige sind dagegen, allen voran der prominente Theologe Friedrich Schorlemmer - vormals in der DDR Pfarrer und Bürgerrechtler, heute Publizist. Schorlemmer und seine Gesinnungsgenossen lehnen die die Nominierung ab, weil sie die Aktionen von Pussy Riot geschmacklos und nicht preiswürdig finden. Es fehlt diesen Ästheten die feministische Sensibilität und die Erfahrung im Umgang mit speziell feministischem Protest, der nicht selten vom Rest der …
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17:40
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Blog Luise Pusch
Gestern Abend ging in Hannover der 8. Internationale Joseph-Joachim-Violinwettbewerb mit einem Galakonzert zu Ende. Die sechs FinalistInnen traten alle noch einmal auf und präsentierten sich mit ihren Glanzstücken. Höhepunkt waren die beiden Gewinnerinnen des ersten Preises, Dami Kim aus Südkorea und Alexandra Conunova-Dumortier aus Moldawien, mit Auszügen aus den Violinkonzerten von Sibelius und Beethoven. Der Wettbewerb ist benannt nach Joseph Joachim, dem Geigenvirtuosen und Frauenfeind unseligen Angedenkens, der seiner Ehefrau, der berühmten Sängerin Amalie Joachim, erst die Bühnenkarriere verbot und dann das Leben mit seiner unbegründeten Eifersucht zur Hölle machte. Davon erfuhren wir offiziell natürlich nichts während des gesamten Wettbewerbs. …
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14:46
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Blog Luise Pusch
Die Pläne von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) für eine Großelternzeit nehmen konkrete Formen an. Bis zu drei Jahre sollen berufstätige Omas oder Opas am Arbeitsplatz eine Auszeit nehmen können, um ihre Enkel zu betreuen und so die eigenen Kinder zu entlasten. Die Großelternzeit sieht allerdings weder einen Lohnersatz noch Beiträge des Arbeitgebers für Rente und Krankenkasse während dieser Auszeit vor. [...] Sozialpolitiker fürchten
, dass vor allem den Großmüttern während einer beruflichen Auszeit zur Enkelbetreuung weitere Beitragsmonate in der Rentenversicherung verloren gehen. Was sagt die Opposition? Weder das Betreuungsgeld noch die Großelternzeit könnten ein bedarfsgerechtes Angebot von Kita-Plätzen ersetzen, sagen …
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12:55
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Blog Luise Pusch
In diesen Tagen reden wieder alle von der Frauenquote. Die Quote wird eines Tages sogar in Deutschland kommen, wo sie sich im Vergleich zu anderen europäischen Ländern noch schwertut - (vermutlich ein Erbe unserer Nazivergangenheit). Sie wird dann möglicherweise sogar “Männerquote” heißen und vorschreiben, dass der Männeranteil in Gremien und Sparten aller Art nicht unter 50 Prozent fallen darf. Denn dahin geht der Trend, wenn auch zu langsam: Frauen holen auf in vielen gesellschaftlichen Bereichen, und in vielen haben sie nicht nur aufgeholt, sondern die Männer überholt. Männer täten also gut daran, die Frauenquote zu unterstützen, damit sie dereinst selbst …
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Blog Luise Pusch
An diesem Wochenende überschwemmen uns die Medien mit einem neuen Slogan: GEH DEINEN WEG. Er soll für Integration werben. Das ist ja auch gut und schön und richtig. Aber wer ist bloß für diesen sprachlichen Missgriff und seine ebenso missratene grafische Gestaltung verantwortlich?! Die Deutschlandstiftung Integration steht dahinter; sie verbreitet den Spruch. Aber wer hat ihn sich ausgedacht und wer hat das Design des Logos verbrochen? Das habe ich noch nicht herausbekommen. Im Internet lese ich folgendes über die guten Absichten der Aktion: Der Aktionstag Integration ist eine der zentralen Zukunftsaufgaben in Deutschland und es gibt kein besseres Vorbild für …
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Blog Luise Pusch
Die USA schickten diesmal mehr Frauen als Männer zu den Olympischen Spielen: 268 zu 255. Der ungewöhnliche Vertrauensvorschuß hat sich ausgezahlt: Die Frauen gewannen fast doppelt so viele Goldmedaillen wie die Männer: 29 zu 17. US-Frauen haben die Männer nicht nur im Sport überrundet; sie sind auch dabei, sie sprachlich einzuholen. 1999 veröffentlichte ich ein Buch mit dem Titel Die Frau ist nicht der Rede wert. Diese Behauptung kann jetzt revidiert werden, zumindest für US-Frauen. Sie machen von sich reden, mehr als je zuvor. Das ist das Ergebnis einer sprachstatistischen Untersuchung von rund 1,2 Millionen Texten des Google Books Archive …
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Blog Luise Pusch
In meiner vorletzten Glosse bedauerte ich, dass die Republikaner in ihren Hasstiraden die Sprache gekonnter einsetzen als die DemokratInnen. Ich freue mich, heute über zwei Beispiele berichten zu können, die zeigen, dass die Democrats aufholen, nicht zuletzt, weil manche Republicans sich bös verplappern. In der vergangenen Woche lösten einige sehr verräterische Bemerkungen des Republikaners Todd Akin aus Missouri landesweite Entrüstungsstürme sogar unter seinen Parteifreunden aus. Mitt Romney und sein vorgesehener Vize Paul Ryan distanzierten sich sofort von seinen kruden Ideen über rechtmäßige Vergewaltigung (legitimate rape), wonach Mutter Natur bei einer solchen ohnehin dafür Sorge trage, dass keine Schwangerschaft dabei herauskomme. …
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22:55
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Blog Luise Pusch
Aus Wir machen uns unsere Sprache selber: Ein Feminar. Siebenundfünfzigste Lektion. Heute früh, ich lag noch im Halbschlaf, fiel mir Martin Luther ein. Wegen seiner Bibelübersetzung. Wir hatten nämlich vor ein paar Tagen mal wieder den Letter to Dr. Laura [Schlessinger] zugeschickt bekommen, der seit dem Jahr 2000 im Internet kursiert. Darin stellt ein Fan der homophobischen Laura Schlessinger, die wie viele ihresgleichen mit der Bibel argumentiert, eine Reihe interessanter Fragen, ebenfalls gestützt auf die Bibel. Zum Beispiel möchte er (oder sie), im Einklang mit der Bibel (Exodus 21:7), eine Tochter als Sklavin verkaufen und fragt, was heutzutage wohl ein …
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Blog Luise Pusch
In den USA tobt der Wahlkampf; es geht dabei nicht nur um die Präsidentschaft, sondern auch um das Repräsentantenhaus und um ein Drittel der Sitze des Senats. Einer der meistbeachteten Teilkämpfe geht um einen der beiden Senatssitze von Massachusetts. Der Demokrat Ted Kennedy hatte ihn bis zu seinem Tod fast ein halbes Jahrhundert inne, dann fiel er dank massiver Wahlhilfe der Wirtschaft an den Republikaner Scott Brown. Und jetzt wollen die DemokratInnen ihren Senatssitz wiederhaben und schicken eine beliebte, geachtete und hochqualifizierte Bewerberin ins Rennen: Elizabeth Warren, Jura-Professorin an der Harvard-Universität, Finanzexpertin und schärfste Kritikerin der Machenschaften der Finanzindustrie. 2010-2011 …
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Blog Luise Pusch
Heute, am Sonntag, 29. Juli 2012, lese ich bei Spiegel online die Seite über die wichtigsten Wettkämpfe des Tages: Sie beginn mit einer sexistischen Würdigung der Gewichtheberin Julia Rohde, die allerdings als Kompliment gemeint ist: Sie gehört zu den hübschesten Sportlerinnen im deutschen Olympia-Team - und zu den stärksten. Julia Rohde ist gerade einmal 1,55 Meter groß, knapp 53 Kilogramm schwer und kann fast 200 Kilogramm in die Höhe wuchten. Die 23-Jährige ist eine von zwei deutschen Gewichtheberinnen, die in London am Start sind. Vor allem aber ist sie die wohl attraktivste Vertreterin ihrer Sportart und damit ein Gegenentwurf zu …
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Blog Luise Pusch
Wir sehen hier in Boston regelmäßig die NewsHour von PBS (Public Broadcasting Service). Deren sechsköpfige Redaktion ist übrigens ethnisch ziemlich und gendermäßig komplett paritätisch besetzt. Vorgestern sprach NewsHour-Redakteur Ray Suarez mit den GründerInnen der neuen Website Daily Download, Lauren Ashburn und Howard Kurtz, über Wahlkampf und Facebook: Alte Medien in der Neuen Welt. Wie üblich sagten alle viel Interessantes, Neues und Wichtiges, das ich wie üblich leider bald wieder vergaß. Aber eins blieb mir im Gedächtnis hängen und beschäftigt mich seither: Die neue Bedeutung des Wortes civilians (ZivilistInnen), der ich hier zum ersten Mal begegnete. Ray Suarez fragte, ob sich …
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Blog Luise Pusch
Am 2. Juli kam eine Mail von meinem Freund Christoph. Er schickte einen Link zu diesem Bild: Quelle:
[www.spiegel.de] Als Unterschrift zu dem Bild ist dem Spiegel folgendes eingefallen: Sabine Lisicki steht zum dritten Mal im Viertelfinale von Wimbledon. Nach ihrem Sieg gegen Maria Scharapowa wurde Lisicki von ihren Gefühlen übermannt. Christophs Kommentar: Da hakte meine Wahrnehmung gehörig. Zwar habe ich selbst nur in Lüneburg, Hamburg, Ehlershausen (beim Golf) gewonnen, immer auf Rasen
. Aber selbst bei gewonnenem Spiel hat es mich nicht in dieser gezeigten und benannten Form “übermannt”. Golfspieler machen das nicht. Sind das keine Männer? Oder kann ich …
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Blog Luise Pusch
Heute habe ich den Roman Emma (erschienen 1815) von Jane Austen beendet, vorgelesen von der wunderbaren Eva Mattes, von der ich mir vor ein paar Wochen auch schon Austens Gefühl und Verstand (Sense and Sensibility) reingezogen habe. Mein Kindle könnte mir diese Werke auch auf Englisch vorlesen, oder ich könnte sie selber mal wieder lesen. Aber dann müsste ich auf die Kunst von Eva Mattes verzichten, und das möchte ich nicht. Sibel Kekilli hat Sense and Sensibility (unter dem unsäglichen Titel Sinn und Sinnlichkeit) auch vorgelesen. Davon ertrug ich nicht mehr als fünf Minuten. Eva Mattes, Sabine Postel (Spezialistin für …
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Blog Luise Pusch
Gestern waren Berit, Angelika, Charlotte und ich in einem Orgelkonzert in der Marktkirche; hinterher feierten wir das Wiedersehen mit Charlotte noch im Extrablatt mit geistigen Getränken, Pizzen und Süßkartoffelchips. Charlotte erzählte, sie hätte nachmittags am Maschsee eine Ruderin erblickt. Wir fanden alle, das sei ein sehr komisches Wort. Ob es vielleicht nicht eher Rudererin heißen sollte? Hast du sie gefragt, wie sie sich nennt? fragte ich Charlotte. Und Charlotte entgegnete, ganz ernsthaft, nein, das wäre nicht gegangen, da die Ruderin mitten auf dem See am Rudern war. Wir lachten alle. Tatsächlich ist aber Ruderin eigentlich nichts besonderes. Die sogenannte weibliche …
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Blog Luise Pusch
Eigentlich braucht frau, um die EM zu erleben, nur einen funktionierenden Fernseher und eine Sitzgelegenheit. Wenn sie nicht gerade in der Einöde wohnt, braucht sie nicht mal das. Dann muss sie nur in die nächste Kneipe zockeln, wo garantiert alle Spiele auf Großbildschirmen und in HD gezeigt werden. Bei meinem täglichen Spaziergang durch die Nachbarschaft sah ich es heute überall angezeigt. Manche Kneipen bringen alle Spiele, andere nur die Deutschlandspiele - das Wort kannte ich vorher auch nicht, aber es passt, denn ich sehe auch nur die Deutschlandspiele. Mehr Zeitaufwand lohnt sich nicht; schließlich ist das ja kein Frauenfußball. In …
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An diesem Wochenende starteten zwei Großereignisse: Die dOCUMENTA (13) der Frauen in Kassel und die Fußball-Europameisterschaft der Männer in Polen und der Ukraine. Natürlich werden die beiden Ereignisse nicht so genannt, aber tatsächlich wirken an der Fußball-EM ja nur Männer mit und für die dOCUMENTA (13) zeichnen fast ausschließlich Frauen verantwortlich. Und das merkt frau auch. Der Unterschied ist deutlich. Die dOCUMENTA (13), die wichtigste Ausstellung für zeitgenössische Kunst, ist ein Weltereignis, das sich über drei Monate erstreckt. Die Fußball-EM der Männer ist hingegen auf Europa beschränkt und in drei Wochen vorbei. Die schönen Ideen der dOCUMENTA-Macherinnen werden weiter ausstrahlen …
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18:32
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Beim Ordnen meiner Bücher stieß ich auf eine Knotenfibel, die ich mir in den 90er Jahren gekauft hatte. Ich hatte damals auch ein paar Knoten gelernt, sie aber bald wieder vergessen. Nun wollte ich wenigstens denjenigen Knoten wieder einüben, mit dem ich mir lästige Kleidungsstücke an den Gürtel binden konnte, wenn es beim schnellen Gehen zu heiß wurde. Die meisten Menschen binden sich solche Teile um die Taille, indem sie die Ärmel vor dem Bauch zusammenknoten, der Rest der Jacke oder des Pullovers baumelt dann hinten bis in die Kniekehlen. Finde ich unpraktisch und meist noch immer zu warm. Ich …
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Da ich viel reise, hat der Rollkoffer, auch Trolley genannt, mein Leben sehr erleichtert. Koffer, die getragen werden müssen, sind so altmodisch wie Männer mit Hüten und kommen nur noch in alten Filmen und Büchern vor. Mit dem Trage-Koffer verschwunden ist auch der Kofferträger. Noch so eine segensreiche rollende Erfindung ist der Rollator. Ich brauche ihn noch nicht, aber wenn ich Gehbeschwerden kriege, werde ich mir einen zulegen. Und wie manövriere ich damit den Trolley? Kommt Zeit, kommt Rat. Anfang Mai waren wir, sechs alte Damen zwischen 68 und 82, zum Jahrestreff wieder in Dresden. Eine von uns hatte letztes …
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16:15
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Am 9. Mai war ich in Mönchengladbach auf Einladung der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) im Diözesanverband Aachen. Anlass war die “Rosenstraße 76”, eine Wander-Ausstellung der ev. Kirche zum Thema “häusliche Gewalt”, die vom 22. April bis zum 13. Mai 2012 in der Citykirche Mönchengladbach lief. Gezeigt wird eine ganz normale Wohnung als typischer Ort häuslicher Gewalt. Die BesucherInnen können darin herumgehen und sich durch Hinweistafeln über die Mechanismen der männlichen Gewalt gegen Frauen und Kinder aufklären lassen. Die Ausstellung hat nichts mit den historischen Rosenstraße-Frauen zu tun, die 1943 die Nazis zur Herausgabe ihrer jüdischen Männer aus den Foltergefängnissen zwangen, …
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15:41
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Am Donnerstag war ich in Soest; die Evangelische Frauenhilfe in Westfalen hatte mich anlässlich ihrer Frühjahrskonferenz zu einem Vortrag und Workshop eingeladen. Die Einladung weckte Erinnerungen an meine Kindheit: Meine Patentante war als Diakonisse und Hebamme in Soest tätig gewesen; einmal hatte sie mich in ihr Schwesternheim eingeladen, und ich erfuhr damals als Sechsjährige von ihr und ihren Mitschwestern viel liebevolle Fürsorge. Seitdem bewahre ich Soest - sehr von ferne - eine kindliche Anhänglichkeit. Die Frauenhilfe, so schrieb ich den Veranstalterinnen, war mir schon als Kind ein Begriff: Meine damals etwa 70-jährige Großmutter ging jede Woche zu den Veranstaltungen der …
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16:34
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In der vergangenen Woche waren wir mit Berit und Angelika auf Amrum und genossen die balsamische Luft und lange Spaziergänge am Watt, durch die Dünen und am Strand. Weibliche Paare begegneten uns auf Schritt und Tritt; wir erkannten einander und grüßten uns im Vorübergehen mit einem wissenden Lächeln. Hin und wieder gab es auch gemischte Paare, aber sie störten nicht weiter und fügten sich gut ein ins friedliche Landschaftsbild. Angelika erklärte uns alles Wissenswerte über die vielfältige und zahlreiche Vogelwelt, wodurch ich besonders die Gänse liebgewann: Weibchen und Männchen bleiben lebenslang zusammen, sehen einander zum Verwechseln ähnlich und teilen sich …
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16:46
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Am Vorabend zu Karfreitag waren wir in der Marktkirche und erlebten Bachs Johannespassion in einer wunderbaren Aufführung mit dem Bachchor und Bachorchester Hannover unter Leitung von Jörg Straube. Ich habe die beiden großen Bach-Passionen schon oft gehört - früher aus dem Radio, von der LP oder Musicassette, seit 2002 von meinem iPod. Die Musik kenne ich also recht gut, aber um den Text habe ich mich nie gekümmert. Was der Evangelist singt, verstehen wir meist recht gut, weniger die anderen SolistInnen oder den Chor. Dazu müssen wir den Text kennen oder mitlesen. Zum Mitlesen hatte ich am Gründonnerstagabend zum ersten …
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18:10
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Zwei meiner Freundinnen versorgten mich letzte Woche mit Glossenstoff, ganz unabhängig voneinander, aber in meinem Kopf verbanden sich beide Geschichten bald zu einem einzigen Thema, nämlich: sprachliche Diskriminierung von Lesben und Schwulen, einst und jetzt, grob und subtil. Berit hatte einen alten Ullstein Krimi von 1970 mitgebracht, Keine Schonzeit für Widder, geschrieben von einem Tucker Coe (eins der Pseudonyme des kürzlich verstorbenen Donald E. Westlake). Sie habe ihn von einer Freundin geschickt bekommen, mit dem Kommentar, der Krimi gehöre in den Müll, sei aber auch ein interessantes Beispiel für eine Art von Diskriminierung, die so unverhohlen wohl heute nicht mehr …
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Zwei meiner Freundinnen versorgten mich letzte Woche mit Glossenstoff, ganz unabhängig voneinander, aber in meinem Kopf verbanden sich beide Geschichten bald zu einem einzigen Thema, nämlich: sprachliche Diskriminierung von Lesben und Schwulen, einst und jetzt, grob und subtil. Berit hatte einen alten Ullstein Krimi von 1970 mitgebracht, Keine Schonzeit für Widder, geschrieben von einem Tucker Coe (eins der Pseudonyme des kürzlich verstorbenen Donald E. Westlake). Sie habe ihn von einer Freundin geschickt bekommen, mit dem Kommentar, der Krimi gehöre in den Müll, sei aber auch ein interessantes Beispiel für eine Art von Diskriminierung, die so unverhohlen wohl heute nicht mehr …
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9:54
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Im November hat gegenüber meiner Wohnung ein Laden der Bio-Kette Alnatura aufgemacht - ach was Laden: ein Super Natur Markt! Seitdem fällt Joey morgens vorzeitig aus dem Bett, wenn die dicken Alnatura-Brummis ihre Waren anliefern und sich in den kleinen Gässchen in die Quere kommen und unter lautem Getöse mühevoll rangieren müssen oder sonstwie den Motor nicht abgestellt bekommen. An gesunden Bioschlaf ist für alle, die in der Nähe von Alnatura wohnen, nicht mehr zu denken. Der Name Alnatura klingt wie eine Kreuzung aus Al Jazeera und Mutter Natur. Schön, dachte ich zuerst, ein tapferer Integrationsversuch, Orient und Okzident traulich …
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14:46
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Letzte Woche war ich mal wieder auf dem Bauernmarkt, der samstags auf dem Moltkeplatz stattfindet. Ich erstand ein Stück Käse Marke Prinz von Eilte und einen Bauernstrauß aus Weidenkätzchen, Grünzeug und Tulpen. An dem Stand für den Bauernkäse aus Eilte wurde als besondere Spezialität des Hauses Büffelkäse angeboten, Käse aus Büffelmilch. Ich hätte lieber Prinzessin von Eilte und einen Bäuerinnenstrauß auf dem Bäuerinnenmarkt am Hedwig-Dohm-Platz gekauft, aber ich nahm es hin wie so vieles Hässliche in unserer Männerwelt. Aber Büffelmilch - das war zu viel. Seit wann geben denn Büffel Milch? Bei Büffel denke ich an riesige Büffelherden wie sie …
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12:42
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Ich ging im Walde so für mich hin, da kam mir das Stiefmütterchen in den Sinn. Das Wetter war so frühlingshaft, und Stiefmütterchen sind doch die ersten Frühlingsboten. Sehen tat ich allerdings keine. Sie kamen mir nur in den Sinn. Die liebliche Frühlingsbotin heißt Stiefmütterchen, weil die Blüte aussieht wie ein böses, eben stiefmütterliches Gesicht. Oder weil die Blütenblätter ungerecht auf die Kelchblätter verteilt sind. Das oberste Blütenblatt sitzt auf zwei Kelchblättern, es wird Stiefmutter genannt. Die beiden Blätter unter ihr, die Töchter, sitzen auf je einem Kelchblatt. Und die beiden untersten Blütenblätter, Stieftöchter genannt, müssen sich ein Kelchblatt teilen …
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7:45
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Wulff geht, Gauck kommt - und bringt andere Probleme mit sich, die sein Vorgänger uns immerhin erspart hat, nämlich: Wie nennen wir jetzt die Frau an seiner Seite? Bettina Wulff war Bundespräsidentengattin oder kurz Präsidentengattin und noch kürzer First Lady. Gaucks Gattin lebt seit Jahrzehnten getrennt von ihm; seine Lebensgefährtin seit 12 Jahren, die Journalistin Daniela Schadt, wird statt der gesetzmäßigen Bundespräsidentengattin ins Schloss Bellevue ziehen. Und wie soll sie dann heißen? Vielleicht Bundespräsidentenlebensgefährtin? Das Ausland wird sich wieder totlachen über die Wortungetüme, zu denen die deutsche Sprache fähig ist. Mein Freund Christoph, mit dem ich das Problem erörterte, sagte …
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17:05
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Im neuen New Yorker Magazine schreibt der US-amerikanische Romancier Jonathan Franzen, Jg. 1959, über die US-amerikanische Romancière (gibt es dieses Wort überhaupt?) Edith Wharton, Jg. 1862, zu deren 150. Geburtstag am 24. Januar. Franzen ist bekannt als ein Autor, der auch Schriftstellerinnen liest und schätzt. Seine enthusiastischen Rezensionen der Werke von Paula Fox und Alice Munro waren für deren Comeback (Fox) bzw. Publikumserfolg sehr förderlich. Aber auch ein Frauenversteher wie Franzen hat seine Grenzen. Oprah Winfrey befragte ihn nach seinen LieblingsautorInnen, und er produzierte eine Liste mit 27 AutorInnen, 18 Männer und 9 Frauen. Mehr hier: Nun also hat Franzen …
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21:48
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Kaum hatte ich am 16. Januar meine Glosse Über das Urinieren auf Leichen und Frauen veröffentlicht, da machten Männer mit ihrem Urin schon wieder Schlagzeilen. Die Urinale im Männerklo des neuen Rolling-Stones-Museums in Lüchow sehen aus wie weit geöffnete, grell geschminkte Frauenmünder gierig, den Urinsekt zu empfangen. Als Frauen sich über diese sexistische Entgleisung beschwerten, wie zuvor schon in New York und in Wien, wurde ihnen wie üblich Humorlosigkeit vorgeworfen. Zudem betonte der Museumsbesitzer, die Urinale - sie heißen übrigens Kisses - seien von einer Künstlerin gestaltet worden und wären schweineteuer gewesen. Mich wundert vor allem, dass MÄNNER sich …
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18:30
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In den USA ist in letzter Zeit viel von Personhood die Rede - ein schwer übersetzbares Wort. Letztlich geht es dabei um Versuche der extremen Rechten, das Selbstbestimmungsrecht der Frau über ihren eigenen Körper komplett abzuschaffen. Die republikanischen Präsidentschaftskandidaten unterstützen diese Bestrebungen. Am 19. Januar meldete die Feminist Majority Foundation, Rick Perry, Rick Santorum, Newt Gingrich und Ron Paul hätten auf einem Forum von Personhood USA, der Dachorganisation dieser Bewegung, allesamt versprochen, die Forderung nach dem sogenannten Personhood amendment zu unterstützen. Die Personhood amendments sehen vor, die Verfassungen einzelner Bundesstaten dahingehend zu ergänzen (amend), dass eine befruchtete Eizelle verfassungsmäßige Persönlichkeitsrechte …
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21:33
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Vorgestern trafen wir uns mit sieben anderen Professorinnen unserer Bostoner WIG-Gruppe (Women in German) zum monatlichen Netzwerken. Wie üblich diskutierten wir erst über einen wissenschaftlichen Text, den eine von uns verfasst hatte, dann erzählten wir uns die neusten Geschichten aus unserem Leben. Sabine erzählte von ihrem 18jährigen Sohn und seiner Band AER. Neulich hätten sie im Gramercy Theater in New York ein Konzert gegeben, zu dem 600 Fans erschienen seien. 2 Millionen Hits hätte die Band schon bei YouTube, und bei iTunes machten sie mit ihren Songs ein Schweinegeld. “Oh ja”, sagte ich, “du hattest doch neulich diese Band auch …
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Am Mittwoch wurde auf YouTube ein 39 Sekunden langes Video eingestellt, das zeigt, wie vier US-Marines auf tote Taliban-Kämpfer urinieren. US-Verteidigungsminister Leon Panetta und US-Außenministerin Hillary Clinton haben die abstoßende Tat sofort aufs schärfste verdammt, nachdem feststand, dass das Video keine Fälschung war. Die Taliban selber reagierten relativ gelassen und wiesen darauf hin, dass US-Streitkräfte ihnen schon viel Schlimmeres angetan hätten. Jedenfalls sollen die laufenden Verhandlungen zwischen den USA und den Taliban nicht abgebrochen werden. Wenn ich wählen müsste zwischen Getötet- und Bepinkeltwerden, würde ich allemal die Bepinkelung wählen. Trotzdem reagiert alle Welt auf dieses Vergehen so, als sei das …
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18:21
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Obwohl in diesen Tagen Jeanne dArc ihren 600. Geburtstag feiert (am 6. Januar), verlagert sich ein Großteil der ihr gebührenden Aufmerksamkeit auf Friedrich den Großen, der am 24. Januar seinen 300. Geburtstag begeht. In den USA allerdings, wo ich mich gerade aufhalte, absorbieren die republikanischen Präsidentschaftskandidaten von Jon, Mitt und Newt bis Ron, Rick und Rick die gesamte Aufmerksamkeit der Medien und somit auch der MedienkonsumentInnen. Der Atem der Geschichte sollte diese Herren bald hinwegpusten, während Jeanne und Frédéric uns sicher noch lange faszinieren werden. Jeanne und Frédéric waren beide glühende AnhängerInnen der französischen Kultur: Jeanne verteidigte sie gegen die …
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0:23
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Vor ein paar Wochen war in der Tagesschau von einem Stararchitekten die Rede, den Namen habe ich vergessen. Kurze Zeit, noch in derselben Tagesschau, redeten sie wieder von einem Stararchitekten, diesmal einem anderen. Den Namen habe ich auch vergessen. Gibt es denn heutzutage nur noch Stararchitekten? Warum musste die Tagesschau, immerhin eine Sendung, die seriös sein will, diese beiden Architekten sprachlich so hochjubeln, als wären wir im Privatfernsehen und sähen Deutschland sucht den Superstar? Ich dachte dann über die Berufe nach, die manchmal mit dem Etikett Star beklebt werden: Da haben wir den Stardirigenten, den Starverteidiger und den Startenor. Starbässe …
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15:07
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Blog Luise Pusch
Mitte November hörte ich das Wort Scheinvater zum ersten Mal. Es war im Zusammenhang mit einem neuen Urteil des Bundesgerichtshofs zum Auskunftsanspruch des Scheinvaters, damit ein Scheinvater seine unter falschen Voraussetzungen geleisteten Unterhaltszahlungen vom wahren Erzeuger oder richtigen Vater eintreiben kann. Von der Mutter, die den Scheinvater in die Lage bringt, für ein Kind zu zahlen, das nicht er gezeugt hat, war erstaunlich selten die Rede. Hat sie den armen Scheinvater nicht übel betrogen? Ich war verwirrt ob des ungewöhnlich sanften Umgangs der Medien mit der betrügerischen Mutter. Es fiel kein böses Wort über sie. DAS böse Wort schien mir …
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15:04
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Meine Freundinnen Anna und Gertrud schickten mir aus Wien einen merkwürdigen Sprachfund. Am 27. Januar findet zum 59. Mal der Wiener Korporationsball statt, zum letzten Mal in der Wiener Hofburg. Dazu schreibt Die Presse, Wien: Seit 43 Jahren gehört der Wiener Korporationsball zum Repertoire der Wiener Hofburg: Immer am letzten Freitag im Jänner treffen sich dort vor allem schlagende Couleurstudenten, darunter etwa Mitglieder der vom DÖW [Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands] als rechtsextrem eingestuften Burschenschaft Olympia, zum Tanz. Eine Veranstaltung, die sich selbst als antifaschistisch definierenden Organisationen seit jeher ein Dorn im Auge ist. Nun tanzen die Burschenschafter bzw. schlagenden Couleurstudenten …
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19:47
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Blog Luise Pusch
Ich bin eine bekennende Fernseherin. Die meisten Menschen, denen ich es frischweg oder mehr nebenbei bekenne, sehen mich verwundert an oder sprechen es sogar aus: Das darf doch wohl nicht wahr sein! Doch, es darf. In meiner Jugend, die mich geprägt hat wie sie uns alle prägt, war das Fernsehen etwa eine so große Sache wie heute Facebook oder die Social Media überhaupt. Meine allein erziehende Mutter (früher hieß das noch geschieden mit drei Kindern) konnte sich weder ein Radio noch gar einen Fernseher leisten, und so mietete ich mir denn selbst einen, wenn sie mit meinen Geschwistern in die …
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18:40
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Blog Luise Pusch
Homophobische Diskurse, Dekonstruktion, Queer Theory: Eine feministischlinguistische Kritik Vorbemerkung am 29.10.2011: Diesen Aufsatz habe ich 1997 auf Englisch und etwas später auf Deutsch veröffentlicht. Die deutsche Fassung wurde 1999 in meinem Buch Die Frau ist nicht der Rede wert nachgedruckt. Meine Überlegungen, die auch helfen sollten, die Sprachquerelen der Gender Theory und der Queer Theory zu beruhigen, wurden nicht rezipiert - und so tobt der Streit weiter fort und ist kürzlich auch auf meinem Blog “Laut und Luise” ausgebrochen. Ich hatte den Unterstrich kritisiert als eine Schreibweise, die sprachlich nicht optimal geeignet ist, ihr erklärtes Ziel - Sichtbarmachen der Queer …
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12:37
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Blog Luise Pusch
Seit einiger Zeit benutzen manche SchreiberInnen, die sich um sprachliche Gerechtigkeit bemühen, nicht mehr das große I, auch Binnen-I genannt, sondern den Unterstrich, auch Gender_Gap genannt. Statt SchreiberInnen, KollegInnen also Schreiber_innen, Kolleg_innen, undsofort. (Mehr dazu hier) Die Schreibweise mit dem Unterstrich entstand im Diskurs der Queer Theory; sie wurde vorgeschlagen von Steffen Kitty Herrmann in dem Artikel Performing the Gap - Queere Gestalten und geschlechtliche Aneignung, nachzulesen hier. Ich werde oft gefragt, was ich von dem Unterstrich halte. Hier eine meiner Antworten aus dem Jahr 2008, Quelle: dieStandard Luise F. Pusch, Verfasserin mehrerer Klassiker rund um geschlechtergerechte Sprache [
] findet …
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18:00
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Blog Luise Pusch
Drohnen sind männliche Bienen, deren einziger Lebenszweck die Begattung von Bienenköniginnen ist. Sie werden im Bienenstock von den emsigen weiblichen Arbeitsbienen durchgefüttert, bis sie zu ihrem Hochzeitsflug aufbrechen, bei dem sie ihr Leben verlieren, wenn es ihnen gelingt, eine Königin zu begatten. Trotz ihrer tragischen Anmutung habe Drohnen einen schlechten Ruf: Die männlichen Drohnen sind eigentlich für das Bienenvolk zu nichts zu gebrauchen. Sie sind genetisch halbe Portionen, plump gebaut und etwa 13 bis 16 Millimeter lang mit großen Facettenaugen. Drohnen lungern mit ihren großen Augen und Antennen dröge im Bienenstock herum, übernehmen keine Arbeit und lassen sich füttern. Drohnen …
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17:59
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Blog Luise Pusch
Drohnen sind männliche Bienen, deren einziger Lebenszweck die Begattung von Bienenköniginnen ist. Sie werden im Bienenstock von den emsigen weiblichen Arbeitsbienen durchgefüttert, bis sie zu ihrem Hochzeitsflug aufbrechen, bei dem sie ihr Leben verlieren, wenn es ihnen gelingt, eine Königin zu begatten. Trotz ihrer tragischen Anmutung habe Drohnen einen schlechten Ruf: Die männlichen Drohnen sind eigentlich für das Bienenvolk zu nichts zu gebrauchen. Sie sind genetisch halbe Portionen, plump gebaut und etwa 13 bis 16 Millimeter lang mit großen Facettenaugen. Drohnen lungern mit ihren großen Augen und Antennen dröge im Bienenstock herum, übernehmen keine Arbeit und lassen sich füttern. Drohnen …
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23:26
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Vor ein paar Tagen präsentierte Google Mail mir in der rechten Spalte eine Anzeige, die ich nicht nur wahrnahm, sondern sogar im Gedächtnis behielt. Sie lautete: Taubenabwehr / Vergrämung. Ich klickte nicht, aber ich bekam die Vergrämung nicht aus dem Kopf, forschte schließlich im Internet und erfuhr, dass es ein Ausdruck der Jägersprache ist. Er bezeichnet laut Wikipedia das dauerhafte Vertreiben (Verscheuchen) oder Fernhalten von Wild entweder unfreiwillig (z. B. durch Lärmen oder weiße Kleidung im Revier) oder als gewollte, möglichst nichttödliche Methode, um Wildtiere zu einer entsprechenden Verhaltensänderung zu bewegen. Vor allem Kormorane, Tauben, Marder, Maulwürfe und Wildkatzen werden …
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20:19
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Blog Luise Pusch
Was für einen fraulichen Altweibersommer haben wir dies Jahr! Oder würde altweiblich besser passen? Meine 86jährige Nachbarin rief mir im Treppenhaus zu: Herrliches Wetter heute! Diese schöne klare Luft! Ich war draußen, Sonne tanken. Also meinetwegen auch herrlich. Ich sagte zu ihr: Ja, schöner Altweibersommer, das passt zu uns! Darauf sie: Aber Sie sind doch noch so jung! Ich lachte und ging dann auch nach draußen, Altweibersonne tanken. Warum heißt eine der schönsten Zeiten im Jahr Altweibersommer - als wären alte Weiber in unserer Kultur nicht das Allerletzte? Dazu Wikipedia: [Ein] Zeitabschnitt gleichmäßiger Witterung im Spätjahr, oft im September, welcher …
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17:32
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[Er war] ein notorischer Frauenheld, in dessen Büro man als Dame besser nicht ohne Begleitung ging
Von wem ist da die Rede? Vielleicht DSK? Aber als Frauenheld, wenn auch als notorischen, würden wir ja solche miesen Belästiger heute nicht mehr bezeichnen. Auch Absurditäten wie man als Dame unterlaufen heutzutage nicht mehr vielen Schreiberinnen. Es handelt sich um die 50er Jahre und den RAI-Korrespondenten Sandro Paternostro, erwähnt in dem Erinnerungsbuch Vom Brahmsee bis Shanghai: Begegnungen mit Leuten von Format der Bonner ZDF-Fernsehkorrespondentin und Wirtschaftsexpertin Fides Krause-Brewer (92). In den 60er und 70er Jahren sahen wir sie oft im Fernsehen. Sie …
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15:56
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Gestern geriet ich in die zweite Hälfte der Sendung über sexuellen Missbrauch von Gert Scobel, Titel: “System Missbrauch Wie Verschweigen und Verharmlosen funktioniert”. Wiederholt wird sie leider nicht, so dass ich hier nur aus dem Gedächtnis schildern kann, was mir dabei auffiel. An der Gesprächsrunde nahmen zwei Frauen und zwei Männer teil: Christine Bergmann, unabhängige Beauftragte zur Aufklärung des sexuellen Kindesmissbrauchs, Kathrin Radke, Sprecherin der “Bundesinitiative der Betroffenen von sexualisierter Gewalt und Missbrauch im Kindesalter”, Michael Osterheider, Experte auf dem Gebiet der Pädokriminalität und Mitglied beim “Runden Tisch sexueller Kindesmissbrauch” der Bundesregierung. Und Gert Scobel als Moderator der Sendung. Mehr …
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18:01
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Blog Luise Pusch
Facebook ist ein Tool, das Freunde miteinander verbindet und vernetzt. Wie schön! Aber da gibt es zwei Probleme: 1) Was ist mit den Freundinnen? 2) Wird die Bedeutung von Freund nicht völlig verwässert, wenn jedeR Hunderte davon haben kann? Zu 1) Ich bin erst gut drei Wochen bei Facebook und habe schon 144 “Freunde” gefunden. D.h., die meisten von ihnen haben mich gefunden. Ich bekam laufend Emails von Facebook: xy möchte mit dir auf Facebook befreundet sein bzw. xy wants to be friends on Facebook. Ich klickte jeweils hin zum Profil der Anfragenden, und wenn ich feststellte, dass sie mit …
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21:15
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Blog Luise Pusch
Unter jeder Facebook-Nachricht finde ich drei Schaltflächen, die ich anklicken kann: Gefällt mir, Kommentieren und Teilen - auf Englisch: like, comment und share. Wenn ich dergestalt eine Nachricht, Fotos oder Web-Fundstücke mit anderen teile, geht mir nicht die Hälfte davon flöten, anders als einst dem heiligen Martin, der seinen Mantel mit einem Bettler teilte. Er schnitt ihn mit seinem Schwert in zwei Teile, so die Sage, und gab dem Bettler die eine Hälfte und behielt die andere. Nicht besonders selbstlos, und nicht mal praktisch gedacht, was soll ein halber Mantel schon nützen? Aber doch irgendwie edel, und die Tat machte …
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23:40
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Blog Luise Pusch
Aus Wir machen uns unsere Sprache selber: Ein Feminar. Sechsundfünfzigste Lektion. Vorgestern habe ich meine zweite Twitter-Seite (nach @luisepusch) eröffnet. Sie heißt @Hexikon und soll ein Sammelbecken für Wortschöpfungen, Wortspiele und Neudefinitionen der Frauenbewegung werden. Gerade habe ich meine 97. Tweet (Zwitsch?, Nachricht, Eintrag) getweetet: Mary Dalys Wortspiel dicktionary (von dick Penis und dictionary Wörterbuch). Das Hexikon hat auch schon 29 Follower. Für diejenigen unter euch, die keinen Twitter-Account haben: Follower sind Leute, die sich für eine Twitterseite (in diesem Falle: @Hexikon) interessieren und sie abonnieren (sich als Follower anmelden), um jeweils sofort die neuen Hexikon-Tweets auf ihre eigene Twitter-Seite …
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22:57
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Blog Luise Pusch
Slutwalks überall, hier im Boston fand schon im Mai einer statt, und übermorgen, am 13. August, geht es mit deutscher Gründlichkeit deutschlandweit los, in Hamburg, Köln, Hannover, Berlin, Leipzig, Frankfurt, Freiburg, München, Passau und im Ruhrgebiet. Mehr Infos hier. Und hier noch ausführlicher, für alle Slutworks morgen, deutschlandweit! Ich bin begeistert, dass wir Frauen uns wieder bewegen, an die frische Luft kommen und ordentlich Vitamin D machen für den Winter - je weniger wir anhaben, umso mehr! Toll, dass wir endlich mal wieder für ein ureigenes Anliegen auf die Straße gehen, zuhauf, in Scharen: gegen den unerträglichen männlichen Sexualterror. Dass …
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Blog Luise Pusch
Der Computer wird von InsiderInnen Rechner genannt: Du musst den Rechner runterfahren und rebooten - so reden die Eingeweihten. Obwohl ich seit 1983 einen Computer besitze (inzwischen mindestens den zehnten), ist mir erst in diesen Tagen, seit ich Julie des Jardins Buch über die Hidden History of Women in Science lese, klar geworden, dass computer ursprünglich eine Berufsbezeichnung war: A writer writes, a computer computes, a worker works. Wie ich aus des Jardins Buch gelernt habe, war das berufsmäßige Rechnen vor den Zeiten des Computers eine überwiegend weibliche Tätigkeit. In der Astronomie beispielsweise fielen endlose Stunden öder Rechenarbeit an - …
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Blog Luise Pusch
Der Computer wird von InsiderInnen Rechner genannt: Du musst den Rechner runterfahren und rebooten - so reden die Eingeweihten. Obwohl ich seit 1983 einen Computer besitze (inzwischen mindestens den zehnten), ist mir erst in diesen Tagen, seit ich Julie des Jardins Buch über die Hidden History of Women in Science lese, klar geworden, dass computer ursprünglich eine Berufsbezeichnung war: A writer writes, a computer computes, a worker works. Wie ich aus des Jardins Buch gelernt habe, war das berufsmäßige Rechnen vor den Zeiten des Computers eine überwiegend weibliche Tätigkeit. In der Astronomie beispielsweise fielen endlose Stunden öder Rechenarbeit an - …
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21:14
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Blog Luise Pusch
Nach vier Wochen skrupellosen Polit-Theaters um die Erhöhung der US-Kreditgrenze kennen sicher alle John Boehner: Republikaner, Sprecher des US-amerikanischen Repräsentantenhauses und hauptverantwortlich für die derzeitige Krise. Sollte Obama und seinem Vize etwas zustoßen, wird Boehner als Speaker of the House automatisch Präsident der Vereinigten Staaten. Bis zum Januar dieses Jahres war diese Ehre bzw. Bürde noch für Nancy Pelosi vorgesehen. Obama, Boehner, Pelosi - lauter interessante Namen, die von ihrer unterschiedlichen Abstammung aus Afrika, Deutschland und Italien künden. Boehners Vorfahren wanderten wahrscheinlich, wie so viele andere Deutsche, nach der fehlgeschlagenen Revolution von 1848 in die Staaten aus. Der deutsche Name …
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16:14
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Blog Luise Pusch
Das Massaker von Utøya - auf diese Bezeichnung scheinen die Medien sich geeinigt zu haben. Kein Amoklauf wie in Winnenden - dazu ging der Täter wohl zu planmäßig vor, indem er durch sein Ablenkungsmanöver der Bombe im Regierungsviertel sämtliche Polizeikräfte ins Zentrum von Oslo lenkte, um dann auf der Ferieninsel ungestört in 90 Minuten 68 Jugendliche abzuknallen. Mir ist kein Massaker bekannt, in dem nicht Männer die Täter waren (eine schier endlose Liste von ihnen gibt es hier). Und mir ist kein Massaker bekannt, das irgendwelches öffentliches Nachdenken über die männliche Täterschaft ausgelöst hätte außer von Feministinnen, die dafür dann …
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22:02
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Blog Luise Pusch
Aus Wir machen uns unsere Sprache selber: Ein Feminar. Fünfundfünfzigste Lektion. Österreich hat ein neues Wort kreiert: die Töchterhymne. In der jetzt noch gültigen österreichischen Nationalhymne heißt es in der vierten Zeile: Heimat bist du großer Söhne - und den großen Töchtern Österreichs missfiel es schon lange gründlich, dass sie in ihrer eigenen Nationalhymne unterschlagen werden. Das soll sich nun ändern. Die Frauensprecherinnen der ÖVP, der SPÖ und der Grünen erklärten am 13. Juli in einer Pressekonferenz, im Herbst solle die Änderung beschlossen werden, und ab 1. Januar könnte die neue Fassung - im Volksmund schon bekannt als die Töchterhymne …
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23:28
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Blog Luise Pusch
Die Fußball-WM nähert sich ihrem Höhepunkt und Ende. Gestern haben wir hier in Boston per Internet das Spiel Deutschland gegen Japan gesehen und heftig mit den deutschen Spielerinnen getrauert. Heute sahen wir Brasilien gegen die USA - den spannendsten Fußballkrimi der Geschichte. Joey fieberte für ihr Land, ich für Brasilien, einfach weil es die Sache noch spannender macht, wenn wir uns für verschiedene Teams engagieren - von meiner Seite aber auch aus Verehrung für Marta, das Fußballwunder. Aber Abby Wambach und Hope Solo bewundere ich auch sehr, und eigentlich fand ich, Marta und Abby hätten nicht gegeneinander spielen sollen, weil …
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23:21
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Blog Luise Pusch
Heute früh schickten mir zwei LeserInnen den Link zu einem Interview der Sportschau vom 1. Juli über die neue Fußballsprache. Sprachguru Bastian Sick gibt darin erschöpfend Auskunft zu der Frage So spricht Frau Fußball, oder? Ähnlich wie bei den fast ausschließlich männlichen TV-Kommentatoren der Spiele dieser WM wollte mann offenbar auch hier keine Fachfrau zu Wort kommen lassen. Die internationale feministische Sprachkritik blickt auf 40 Jahre erfolgreicher Arbeit zurück, ohne die es auch für dieses Interview keinen Anlass gäbe - aber als Experte wird nun Bastian Sick herangezogen, der sich gerade dadurch auszeichnet, dass er zu dem gesellschaftlich relevantesten Problem …
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Es gibt Frauenfußball und Fußballfrauen. Fußballmänner sagt man nicht, und Männerfußball nur dann, wenn von “Frauenfußball” die Rede ist. Der Deutschen Fußballnationalmannschaft ist in Wikipedia ein Eintrag von enzyklopädischer Gründlichkeit gewidmet. Dass es sich bei der Mannschaft, wie schon der Name sagt, um Männer handelt, wird ansonsten nicht weiter thematisiert, so selbstverständlich ist das. Neben dieser richtigen, eigentlichen Nationalmannschaft gibt es noch die Deutsche Fußballnationalmannschaft der Frauen; auch ihr hat Wikipedia einen Eintrag gewidmet, der natürlich viel kürzer ist als der für die Männermannschaft. In den Medien höre und lese ich in letzter Zeit immer häufiger das Wort Fußballfrauen statt …
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Gestern hörte ich ein Zeitzeichen-Podcast vom 27. März zum 125. Geburtstag des Architekten Ludwig Mies van der Rohe (1886-1969). Ich weiß leider nicht viel über Architektur, Architekturgeschichte und Design. Ich wußte nur, dass Mies van der Rohe die Neue Nationalgalerie in Berlin gebaut hat. Und seinen Barcelona-Sessel kannte ich. Ich wußte nicht einmal, was er für ein Landsmann war. Der Name klingt ziemlich niederländisch, aber in den fünfziger Jahren, auf der Höhe seines Ruhms, operierte Mies van der Rohe ja überwiegend von den Vereinigten Staaten aus, und in diesem Einwanderungsland haben die Leute bekanntlich alle möglichen Namen. In der Sendung …
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21:14
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Haben Sie auch immer Ehekrise verstanden, wenn von der EHEC-Krise die Rede war? Verwunderlich ist es ja nicht, denn Ehekrisen sind total normal, die EHEC-Krise hingegen hatten wir so noch nicht. Sie ist hoffentlich bald ausgestanden, die Ehekrisen aber gehen weiter. Ansonsten aber gibt es zwischen EHE und EHEC wohl leider mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede. EHEC soll überwiegend Frauen geschädigt haben - bei der EHE ist das keine Vermutung, sondern traurige Gewissheit. EHE hat Millionen mehr Frauen auf dem Gewissen als EHEC (Tod im Kindbett, Gewalt von EHE-Männern bis hin zum Mord, etc.) Das Krisenmanagement des Gefahrenherds EHE ist nicht …
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Ist Petra Gerster schwanger? fragte mich Joey gestern bei den heute-Nachrichten. Glaube ich nicht, sagte ich, sie ist doch neulich fünfzig geworden. Und neulich ist auch schon wieder Jahre her. Das sieht man ihr nicht an - aber schwanger ist eher unwahrscheinlich. Während wir noch rätselten, weshalb sie mit ihrem Outfit einen schwangeren Look anstrebt, trat Sportmoderatorin Katrin Müller-Hohenstein ganz ähnlich gewandet auf. Als Wetterfrau Inge Niedek angekündigt wurde, rief Joey: Ob sie wohl auch diese Mode vorführt? Und tatsächlich - sehen Sie selbst. Offenbar waren die drei ZDF-Moderatorinnen gestern Abend alle von derselben Firma eingekleidet worden: Weißes Top, darüber …
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19:27
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Schreiben Männer hierzulande wirklich neunmal besser als Frauen? In England samt ehemaligen Kolonien schreiben sie anscheinend nur doppelt so gut wie Frauen: Sie bekamen seit 1969 “nur” doppelt so häufig den Man Booker Preis (15:30). In den USA schreiben Männer seit Bestehen des Pulitzerpreises für Fiction (1948) nur knapp zweieinhalbmal besser als Frauen (17:41). In Frankreich seit Bestehen des Prix Goncourt (1903) dafür sogar elfmal besser (9:99). Ob das an der Gleichsetzung von “égalité” mit “fraternité” liegt? Wie auch immer, Französinnen haben es in Sachen männlicher Anmaßung nicht nur mit DSK zu tun. Dieser Tage lasen wir in der Presse, …
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Es hört und hört nicht auf. Zuerst kam Osama Bin Pornoladen, dann der Fall DSK und die Hotelangestellte, dann Schwarzenegger und die Hausangestellte. Die großen Männer dieser Welt, ob islamisch, jüdisch oder christlich, ob aus der Welt des Terrors, der Politik, der Finanzen oder des Show-Biz - leiden offenbar an derselben Störung wie der sprichwörtliche kleine Mann: Penile Inkontinenz. Mann kann das Sperma nicht halten und das Ding nicht in der Hose lassen. In den USA beschäftigt Arnies Ehebruch die Gemüter und behindert sein neues Filmprojekt, Frankreich ist in Schockstarre angesichts der Vorwürfe gegen den großen DSK, die Hoffnung der …
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21:08
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Am vergangenen Montag zeigte das ZDF den Film Gyn/Ökologie behandelt Mary Daly die US-amerikanische Gynäkologie als einen Teil des Sado-Rituellen Syndroms und als nahtlose Fortsetzung der Nazimedizin und wirft ihr Frauenmord durch die heiligen Geister der Medizin und Therapie vor. Wer ihrer radikalen Analyse nicht folgen mag, braucht sich nur den Film Die Hebamme anzusehen. Dort werden Folter und Frauenmord im Dienste des Heiligen Geists der Medizin vorgeführt, wie sie schon 120 Jahre vor den Nazis stattfanden. Was neu ist, ist die Tatsache, dass diese grauenvolle Wahrheit inzwischen in einem Mainstream-Medium wie dem ZDF zur besten Sendezeit verkündet, dokumentiert und …
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16:29
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Am vergangenen Wochenende trafen sich sechs Feministinnen in Dresden. Drei von uns langjährigen Freundinnen, die Ende der achtziger Jahre noch alle in Hannover wohnten und von dort etliche feministische Projekte gestartet hatten, u.a. den Kalender Berühmte Frauen (1987ff) und die Trilogie Wahnsinnsfrauen (1992-99), waren im vergangenen Jahr 70 geworden, und das wollten wir gebührend feiern. Wir residierten fürstinnenlich im nach der Wende wieder aufgebauten Taschenberg-Palais und gingen zweimal in die Semper-Oper: zunächst in Verdis Otello (nach Shakespeare); auch das Libretto ist von einem Mann (Boito). Der Inhalt ist für jede Feministin eine Zumutung (aber welche Oper wäre das nicht?): Ein …
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9:54
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Aus Wir machen uns unsere Sprache selber: Ein Feminar. Vierundfünfzigste Lektion. Unsere Freundin Berit ist ein Alt, wie es hierzulande ungalant heißt, aber sie kann auch gerne ein bisschen tiefer, und so singt sie denn Tenor in ihrem Kirchenchor, denn männliche Tenöre sind rar. Männer beherrschen die Rap- und die Rockmusik, aber gepflegten Chorgesang schätzen sie weniger, wahrscheinlich weil Ruhm und Ehre dort nur kollektiv zu haben sind. Und so gibt es denn in fast allen Chören viel mehr Frauen als Männer, und Frauen helfen sogar im Tenorfach aus. In Berits Chor wird die Frage diskutiert, wie eine Frau, die …
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15:03
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In der letzten Woche habe ich Marion Tauschwitzs Hilde-Domin-Biographie gelesen, die den vielsagenden Untertitel trägt: Dass ich sein kann, wie ich bin. Das Buch ist inkl. Anhang über 600 Seiten stark - dass ich es trotzdem fast in einem Zug durchlas, liegt einerseits an der Kunst der Biographin, andererseits an dem aufwühlenden Stoff: dem Jahrhundertleben der Hilde Domin von 1909 bis 2006. Die Langlebigkeit war auch nötig, möchte frau - nur scheinbar unsinnigerweise - hinzufügen, denn Domin wurde von ihrem tyrannischen Gatten, dem Kunsthistoriker und verhinderten Dichter Erwin Walter Palm, dermaßen ausgebeutet und aktiv behindert, dass sie ihren ersten Gedichtband …
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13:18
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Der März hatte es in sich in Sachen Frauenpolitik. Wir feierten 100 Jahre internationaler Tag der Frau, begingen den Equal Pay Day , und zum Schluss gab es noch das Spitzengespräch zur Frauenquote zwischen den Ministerinnen von der Leyen, Schröder und Leutheusser-Schnarrenberger auf der einen und Vertretern der DAX-Unternehmen auf der anderen Seite. Bei allen drei Events, die uns an und für sich ja hoffen lassen, gab es die üblichen weiblichen Probleme mit der Mathematik - gut, dass wir jetzt die Förderpläne für die MINT-Fächer entwickeln (MINT = Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). Hundert Jahre Tag der Frau hatten wir …
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23:21
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ET und ihre wichtigste Rolle Die Welt trauert um Elizabeth Taylor, obwohl - oder weil? - die Medien in den letzten Jahrzehnten nur noch selten nett zu ihr waren: Etwa seit 1967, ihrem 35. Geburtstag, galt sie als alternde Diva und schließlich als fette alte Diva. Über diese Zeit lesen wir auf einer Fotostrecke der ARD: Seit Anfang der 70er-Jahre blieben die großen Filmerfolge aus, als einer der letzten großen Hollywood-Stars blieb sie jedoch in den Medien präsent. Für Schlagzeilen sorgte auch ihr exzessiver Lebensstil, ihre Affären, die Alkohol- und Gewichtsprobleme, die Schlankheits- und Entziehungskuren. George Clooney, Tom Cruise und …
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12:11
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Die JapanerInnen reagieren mit solcher Gefasstheit und Haltung auf die entsetzlichen Schicksalsschläge, die seit dem 11. März erbarmungslos auf sie niederprasseln, dass der Westen sich fragt: Was ist los mit ihnen? Sie müssen unter Schock stehen. Sie sind sowieso eher fatalistisch, das liegt an ihrer Religion, dem Buddhismus. Nein, sie wollen das Gesicht wahren, das ist in der japanischen Kultur die Hauptsache. Die Japaner leben auf ihrer Insel so dicht gedrängt, dass sie zwangsläufig ständig unter Beobachtung ihrer Mitmenschen sind, und so wurde denn das Haltung-Bewahren zum obersten Gesetz. Man lässt sich in der Öffentlichkeit nicht gehen. Japan, wie überhaupt …
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12:31
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Blog Luise Pusch
Die Geschichte lehrt uns, dass wir aus der Geschichte nichts lernen - soll Gandhi gesagt haben. Allerdings hat er selbst doch allerlei aus der zeitgenössischen Geschichte gelernt, nämlich den gewaltlosen Widerstand bei den englischen Suffragetten. Während ich, wie wohl die meisten von uns, die Nachrichten aus Japan starr vor Entsetzen verfolge, muss ich immer wieder an Swetlana Alexijewitsch denken, die vor elf Jahren in ihrem Buch mit dem prophetischen Titel Tschernobyl: Eine Chronik der Zukunft schrieb: Man meint, dass wir nach all den Jahren alles über Tschernobyl wüssten, dass ... niemand mehr etwas darüber hören möchte. Tatsächlich aber ist Tschernobyl …
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10:57
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Vorbemerkung: Im Frühjahr 2010 bat mich die Fraktion der LINKEN im Hessischen Landtag um ein Gutachten zu ihrem Gesetzentwurf, den Weltfrauentag (8. März) zum gesetzlichen Feiertag zu machen. Der Landtag stimmte leider dagegen. Das ist natürlich kein Grund, die schöne Idee aufzugeben. Deshalb stelle ich heute zur Feier des 100. Weltfrauentags mein Gutachten ins Netz. Ich hoffe, dass viele den Vorschlag aufgreifen und unterstützen, bis wir es geschafft haben. Gutachten Ich befürworte den Antrag der Fraktion der LINKEN im Hessischen Landtag, den Internationalen Tag der Frau zum gesetzlichen Feiertag zu machen. Begründung: Frauen sind in Deutschland und weltweit in vielen …
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21:57
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Was ist das Gegenteil von Lebenshilfe, fragte ich mich auf der Suche nach einem passenden Titel für diese Glosse. Lebensbehinderung? Vielleicht. Die Literatur aber, mit deren schädlichen Wirkungen ich mich befassen will, brachte noch etwas mehr zustande als bloße Behinderung. Sie wies mir meinen Platz zu, einen Platz außerhalb der Gesellschaft. Und so kam es denn zu dem obigen Titel. Todeshilfe wäre ein anderes passendes Antonym. Ich weiß, wir sollen Literatur nicht als Lebenshilfe benutzen - die Kritik sagt dazu missbrauchen. Die meisten von uns VerbraucherInnen verbrauchen sie aber trotzdem in dieser Weise, besonders wenn wir noch jung und unfertig …
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23:36
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Blog Luise Pusch
Als wir am Donnerstagabend Mubaraks Rede an das ägyptische Volk hörten, die seine letzte sein sollte, dachten wir nur out of touch - der Mann hat jeglichen Kontakt mir der Wirklichkeit Ägyptens verloren. 20 Stunden später war er weg vom Fenster, und die unerträgliche Anspannung auf dem Tahrir-Platz explodierte in Jubel. Wie lange noch, so fragte ich mich auch bei der Lektüre des Buches Gender Across Languages: The Linguistic Representation of Women and Men. Amsterdam; Philadelphia 2001-2003. Benjamins. Das Werk, in dem u.a. dokumentiert wird, wie sehr die feministische Sprachkritik 30 verschiedene Sprachen in den letzten 30-40 Jahren beeinflusst hat, …
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Blog Luise Pusch
Vorbemerkung: 6 Stunden nachdem ich diesen Text ins Netz gestellt hatte, machte mich Sarah Horsley auf eine 2stündige Videosendung auf der Webseite “Democracy Now” aufmerksam. Etwa nach der 90. Minute wird ein außerordentliches Video abgespielt, das am 18. Januar von einer jungen Ägypterin, Asmaa Mahfouz, auf Facebook veröffentlicht wurde. Darin ruft sie alle Ägypterinnen und Ägypter auf, am 25. Januar zum Tahrir-Platz in Kairo zu kommen und für ihre Rechte zu demonstrieren. Amy Goodman von “Democracy Now” sagt, dies Video werde allgemein als Auslöser der ägyptischen Revolution angesehen, nachdem es sich wie ein Lauffeuer in Ägypten verbreitet hätte. Viele, die …
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17:04
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Blog Luise Pusch
Ich bekomme viele Emails, die mich auffordern, gegen Missstände zu protestieren und für wichtige Anliegen einzutreten. Viele Aufrufe bekomme ich gleich mehrfach. Letzte Woche wurde ich insgesamt 16mal gebeten, gegen die sogenannte korrigierende Vergewaltigung (corrective rape) in Südafrika zu protestieren. Ich hatte das schon getan, genau wie vor mir Hunderttausende andere. Falls Sie noch nicht protestiert haben, können Sie die entsprechende Seite von Avaaz.org gleich aufsuchen und mit unterzeichnen und den rasanten Zuwachs an Stimmen live beobachten.* Ein kleiner Trost. Nie zuvor bekam ich so viele Weiterleitungen eines Aufrufs; nie zuvor waren die begleitenden Kommentare so erschüttert und angewidert. Offenbar …
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17:55
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Blog Luise Pusch
Zu meiner letzten Glosse Mutter-Witze schickte meine Freundin Senta Trömel-Plötz mir einen erhellenden Kommentar über deren mutmaßlichen Ursprung in der Sprache der schwarzen Jugend (=Jungs) in den USA. Die deutschen Deine-Mutter-Witze sind anscheinend ein verrohter Abklatsch eines verbalen Schlagfertigkeitswettbewerbs, Sounding genannt, unter männlichen schwarzen Teenagern. Die Praxis geht mindestens bis in die 60er Jahre zurück. Damals dokumentierte der Linguist William Labov sie als Beispiel für die Kreativität der Black Kids. Labovs zentrales und revolutionäres Anliegen war es, das verachtete Black English als eine eigenständige und gleichwertige Version des Englischen zu etablieren. Senta schrieb: Die Yo-Mama-Jokes sind also endlich in Deutschland …
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23:45
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Blog Luise Pusch
Vor ein paar Tagen schrieb mir meine Freundin Marlis: Ich hab heute meinen Augen nicht getraut - Feuilleton ZEIT Nr.3, 13.1.11, S.37; ein Artikel von Peter Kümmel über die Witzkultur der Jugendlichen (=Bürschlein, wie sich am Ende herausstellt). Es geht um die sog. Mutter-Witze, über deren extreme Frauenfeindlichkeit der Autor kein einziges Wort verliert. Ich wollte mich ihrem Protest gleich anschließen und einen erbosten Leserinnenbrief an die ZEIT schreiben, fand aber hier in Boston auf die Schnelle kein Print-Exemplar, und online fand ich den Artikel (noch?) nicht. [Nachtrag am 27.1.: seit heute gibt’s den Artikel hier online.] Deshalb schreibe ich …
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17:07
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Blog Luise Pusch
Aus Wir machen uns unsere Sprache selber: Ein Feminar. Zweiundfünfzigste Lektion. Meine Glosse Er kommt aus seines Vaters Schoß brachte letzte Woche 18 Kommentare und dazu noch etliche Emails. Das Thema bewegt und beschäftigt offenbar viele - mich auch. Deshalb möchte ich heute noch einige Ergänzungen nachliefern. Zuerst bekam ich von Monika und Joe den Hinweis, seines Vaters Schoß bedeute hier wohl Geborgenheit im weiteren Sinn, vgl. die Redewendung wie in Abrahams Schoß (übrigens ist Abrahams Schoß auf Englisch Abrahams bosom). Gertrud und Anna schrieben, sie kennten Schoß auch als Kleidungsteil, es gebe da die Schoß und das Schößchen: “Anna …
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22:53
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Blog Luise Pusch
Zu Weihnachten war ich bei meiner Familie in Gütersloh. Meine Schwester hatte ein Krippenspiel geschrieben und seit dem Herbst mit den KonfirmandInnen eingeübt. Es sollte als Teil des Gottesdiensts am Heiligabend uraufgeführt werden. Da wollte ich natürlich nicht fehlen. Es waren ganz kurze Szenen, dazwischen bekam die Gemeinde viel Zeit zum Singen. Die Liedtexte wurden mit einem Beamer groß an die Wand geworfen, so dass alle leicht mitsingen konnten, auch wenn sie, wie ich, die Texte längst vergessen hatten. Plötzlich hörte ich mich also singen Er kommt aus seines Vaters Schoß und wird ein Kindlein klein, er liegt dort elend, …
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15:01
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Blog Luise Pusch
Neuerdings darf flugpassagierin ja nur noch einen Koffer mit maximal 23 Kilo nach Übersee mitnehmen, also müssen die Weihnachtsgeschenke für meine Familie in Boston leichtgewichtig sein. Schals - das war die Lösung! Ich klickte mich durch das opulente Angebot des Online-Shops da sempre - Schöne Dinge für Frauen, der seit kurzem auf fembio.org inseriert und einen geschmackvollen und auch noch kostenlosen Verpackungsservice anbietet. Wie geschaffen für meine Bedürfnisse. Drei Tage lang sondierte ich immer mal wieder und bestellte dann reichlich Schals und ein wenig Schmuck für meine ganze weibliche Verwandtschaft, hier und in Boston. Besonders angetan hatte es mir ein …
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9:08
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Blog Luise Pusch
Doktor Manfred Lütz, Professor Michael Tsokos, Ralph Morgenstern und zwei Frauen, die sich von Mann und Kindern verabschiedet haben, um fortan mit einer Frau zu leben - jetzt bei uns. Mit diesen Worten begann Markus Lanz am späten Mittwochabend seine Talkshow. Die Einleitung verhieß schon nichts Gutes. Hatten die im anonymen Doppelpack vorgestellten Frauen keine Namen und keine Individualität?? Ich sehe selten Talk Shows, und Markus Lanz sah ich zum ersten Mal. Ich wollte gerne hören und sehen, was Yvonne Ford über Late Bloomers (Spätblüherinnen) zu sagen hatte. So nennen sich Frauen, die erst später im Leben erblühen, d.h. das …
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20:17
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Blog Luise Pusch
Heute, am 50. Todestag der großen Pianistin Clara Haskil, besuchte ich die Wikipedia-Seite über sie. Die Informationen sind spärlich; über ihren Landsmann, Freund und Kollegen Dinu Lipatti verbreitet sich Wikipedia zweieinhalb mal so lange. Ich verehre Lipatti, meine aber, das Verhältnis hätte ausgeglichen, wenn nicht umgekehrt sein sollen. Im Lipatti-Artikel heißt es: Eine tiefe musikalische Freundschaft verband Lipatti mit seiner Landsmännin, der Pianistin Clara Haskil. Na immerhin eine Bezugnahme auf Haskil, die im Haskil-Artikel kein Gegenstück hat. Doch Landsmännin ist ein widernatürliches Wort und wurde daher schon vor Jahrzehnten durch Landsfrau ersetzt - aber die Redakteure bei Wikipedia haben es …
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19:09
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Zum ersten Advent gab es ein Familientreffen bei meinen Geschwistern in Gütersloh. Außer Joey und mir waren die beiden Töchter meiner Schwester angereist, die eine aus München mit ihrer Tochter Lisa, 12 Jahre, die andere aus Lübeck mit ihrem Sohn Jonathan, 15 Monate. Zuletzt gesehen hatte ich ihn vor über einem halben Jahr; inzwischen toddelte er schon mutig durch die Gegend, setzte sich zwischendurch auf den Hosenboden, rappelte sich hoch und toddelte weiter, breitbeinig und mit seitlich ausgestreckten Armen wegen der Balance. Ich ertappte mich dabei, dass ich ihn öfter mit Na, kleiner Mann? ansprach, worauf er mich anstrahlte und …
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17:26
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Blog Luise Pusch
Was hat das Altenheim mit dem Totensonntag zu tun? Nicht, was viele jetzt vielleicht denken. Nein, wie üblich geht es mir nur um sprachliche Besonderheiten und Gemeinsamkeiten: Totensonntag und Altenheim sind geschlechtsneutrale Ausdrücke. Anders als etwa im Seniorenstift und mit dem Seniorenteller werden nicht wie üblich die Frauen übersehen oder ungemütlich hinzugequetscht (Seniorinnen- und Seniorenstift). Also liebe Frauen: Besser ins Altenheim als ins Seniorenstift, ist schon sprachlich schicker. Noch schicker ist natürlich Aging in Place, was besser nicht mit auf der Stelle altern übersetzt wird, sondern eher mit zu Hause alt werden. Für das nächtliche Fernsehprogramm nach dem Totensonntag wird …
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8:41
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Blog Luise Pusch
Vom 12. bis zum 14. November trafen wir uns zum vierten Lesbischen Herbst für Lesben ab 49. Wir feierten Wiedersehen mit alten Freundinnen, hörten interessante Vorträge über Lesben einst und jetzt und ließen es uns gut gehen. Eine Gruppe diskutierte über das Wort Lesbe - ob wir es denn heute überhaupt noch brauchen, ob wir uns immer noch so nennen wollen, uns überhaupt in eine Schublade stecken lassen wollen. Diese Frage wurde vor kurzem erstmals von Eva Rieger in der Emma aufgeworfen; natürlich ist sie bis heute nicht entschieden. Mich beschäftigte diesmal weniger der Begriff “Lesbe” als der Begriff Lesbischer …
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10:47
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Blog Luise Pusch
Frühstück bei Tiffany oder Déjeuner sur lherbe, das war einmal. Heute träumt die Frau von einem Frühstück bei Tchibo oder mit Tchibo. Das jedenfalls schrieb mir mein Tchibo.de-Team in einer ihrer poetisch abgefassten Newslettas, die gestern kam: Liebe Frau Pusch, versüßen Sie sich das Aufstehen und starten Sie genussvoll in den Tag. Bei Tchibo finden Sie jetzt alles für die perfekte Küche: Entdecken Sie hochwertiges Geschirr, stilvolles Zubehör und dekorative Accessoires und freuen Sie sich auf erstklassiges Design zu günstigen Preisen. Schöner kann ein Tag kaum beginnen. Ihr Tchibo.de-Team Neu und liebenswert an der Tchibo-Anzeige ist die Idee, dass zu …
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17:00
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Blog Luise Pusch
Am 6. Oktober brachte Kulturzeit einen Beitrag über die Dreier-Shortlist für das geplante Denkmal der deutschen Einheit, kurz Einheitsdenkmal. Wenige Stunden zuvor hatte Zeit online unter der Schlagzeile Deutschland, knie dich nieder gemeldet: Zwanzig Jahre nach der Wiedervereinigung, [
], nach einer zweiten Runde mit 386 Bewerbungen, hat sich die Jury nunmehr einstimmig gegen einen ersten Preis, aber für drei preiswürdige Projekte entschieden und sie zur Überarbeitung zurückgegeben. Deutschland, knie dich nieder bezieht sich auf den Entwurf des Bildhauers Balkenhol, der von den Kunstexperten in der Jury (Expertinnen gabs da anscheinend nicht) favorisiert wurde. Zeit online aber mäkelte: Stephan Balkenhols …
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22:00
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Blog Luise Pusch
Noch fast drei Monate sind es bis Weihnachten, doch in den Supermärkten sind die Regale schon voll mit Dominosteinen, Marzipankartoffeln und Nürnburger Lebkuchen (die leckeren mit den Oblaten untendrunter). An die musste ich heute denken, als in einer Sendung über Benedikt von Nursia eine Frau von ihrem Leben als Benediktiner-Oblatin erzählte. Sie sei verheiratet und habe fünf Kinder, lebe aber nach der Ordensregel des heiligen Benedikt. Gerne wäre sie ins Koster gegangen, aber sie wäre ja nun mal verheiratet. Lachend fügte sie hinzu, irgendjemand hätte mal zu ihr gesagt: “Wenn Sie in einen besonders strengen Orden eintreten wollen, müssen Sie …
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20:40
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Blog Luise Pusch
Vorgestern geriet ich zufällig in einen vier Jahre alten Podcast aus der Serie Feminismus Heute des Deutschlandradios. Inzwischen war das also Feminismus von gestern geworden. Zu hören war Die Musikerin und Performerin Bernadette La Hengst über Lebensentwürfe. Ich hatte von der Musikpowerfrau aus Bad Salzuflen noch nie gehört, was aber gar nichts heißen will, denn ich höre seit dem Aufkommen der Disco Music Ende der 70er Jahre kaum noch Rock- und Popmusik. Irgendwann in den 90ern habe ich noch die Indigo Girls mitbekommen, und das wars dann auch schon. Bernadette La Hengst, Jahrgang 1967, faszinierte mich sofort wegen ihres aparten …
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19:23
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Blog Luise Pusch
Aus Wir machen uns unsere Sprache selber: Ein Feminar. Einundfünfzigste Lektion. Gemeint ist nicht Vicki Baum, obwohl wir ihrer in diesen Wochen besonders herzlich gedenken, zum 50. Todestag. Nein, ich denke an richtige Bäume. Sie gehören sicher zu den liebenwertesten Geschöpfen dieser Erde; sie spenden Schatten, binden CO2 und stehen klaglos und ohne viel Worte zu machen ihr ganzes Leben lang aufrecht, wie ein tschechischer Dichter mal bewundernd vermerkte. Auf ihre ganz eigene Weise illustrieren sie die tiefe Erkenntnis Pascals: Ich habe entdeckt, dass alles Unglück der Menschen von einem einzigen herkommt: dass sie es nämlich nicht verstehen, in …
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15:52
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Blog Luise Pusch
Aus Wir machen uns unsere Sprache selber: Ein Feminar. Fünfzigste Lektion. In den Medien tobt derzeit ein Scheingefecht um die Rettung der Wörter Mutter und Vater, die angeblich europaweit abgeschafft werden sollen. Stattdessen solle ab sofort das Elter gesagt werden. Das habe der Europarat jüngst beschlossen und empfohlen, ereifert mann sich. Hier der entsprechende Artikel von Bild.de, einer von ganz vielen derselben Art. Sie brauchen nur “Europarat” und “Elter” oder “Mutter” zu googeln. Nichts davon ist wahr, die Sache wurde frei erfunden, und dann schrieb es einer vom anderen ab - eine bemerkenswerte neue Strategie des Antifeminismus, über die ich …
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Blog Luise Pusch
Es gibt in Deutschland zwei beliebte Forderungen, die aber nicht laut ausgesprochen werden dürfen: Frauen zurück an den Herd! Ausländer raus! Wenn dann aber eine oder einer kommt und diese Forderungen in einem Buch vertritt, ergibt sich ein überwältigender Verkaufserfolg. So geschah es vor 4 Jahren mit Eva Hermans Buch Das Eva-Prinzip: Für eine neue Weiblichkeit. Und so geht es seit Montag mit Thilo Sarrazins Deutschland schafft sich ab: Wie wir unser Land aufs Spiel setzen. Hermans Buch befand sich gleich nach Erscheinen auf Platz eins bei Amazon, genau wie jetzt Sarrazins Buch. Auch Sarrazin darf sich auf …
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14:01
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Blog Luise Pusch
Nachdem viele (ernstzunehmende!) Freundinnen mir versichert haben, sie könnten ohne ihr iPhone nicht mehr leben, erwäge ich nun, mir auch eins zuzulegen; schließlich möchte ich ja das Leben nicht verpassen. Mit den Schwierigkeiten, nun das richtige iPhone und vor allem den richtigen Tarif zu finden, möchte ich die geneigte Leserin nicht langweilen. Wie üblich beschäftigt mich eher eine Sprachfrage, und zwar: Warum heißt es der iPod, aber das iPad? Warum es das iPhone heißt, ist ja klar, das kommt von das Telefon, wie der Lift von der Fahrstuhl, die Gangway von die Treppe undsoweiter. Der iPod kommt wahrscheinlich von seinem …
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Blog Luise Pusch
Es ist schon eine Weile her, da fiel mein Blick auf ein kleines Buch in Joeys Regal. The Good Woman of Setzuan, by Bertolt Brecht, las ich und war platt. Selbstverständlich hatte ich mir unter der Titelfigur von Der gute Mensch von Sezuan immer einen Mann vorgestellt, und da ich das Buch nie gelesen und das Stück nie gesehen hatte, wurde mir mein Fehler auch nie bewusst. Das Stück variiert die alte Geschichte von Sodom und Gomorrha: Die beiden Städte sind so verdorben, dass Gott sie vom Erdboden tilgen will, es sei denn, es finden sich 50 Gerechte. Er lässt …
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Blog Luise Pusch
Eine alte Freundin ist kürzlich im Alter von 89 Jahren gestorben; sie unterstützte unseren Verein FemBio Frauenbiographieforschung als zahlendes Mitglied und auch ideell durch lebhaftes Interesse und Staunen über all die großartigen Frauen, die FemBio ausgegraben hat und im Internet bekanntmacht. Ihre Mutter war eine bekannte Rezitatorin gewesen, und so war Helga mit den großen Balladen aufgewachsen. Zwei Jahre vor ihrem Tod gab sie für ihre zahlreichen Freundinnen und Freunde selbst noch einen Balladenabend - eine bewundernswerte Interpretations- und Gedächtnisleistung. Zu diesem Abend kamen wir vom FemBio-Verein zu Dritt und überreichten eine Flasche Himbeergeist (sie mochte geistige Getränke). Angebunden war …
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Blog Luise Pusch
Aus Wir machen uns unsere Sprache selber: Ein Feminar. Neunundvierzigste Lektion. Ich lese gerade ein faszinierendes Buch über Menstruationspolitik von Chris Bobel, Direktorin des Womens Studies Program an der Universität von Massachusetts in Boston. Das Buch trägt den Titel
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Blog Luise Pusch
Mein Buch Das Deutsche als Männersprache gibt es nun schon seit 26 Jahren. Obwohl es viel gekauft wurde und wird, hat es anscheinend wenig bewirkt. Dass die Frauensprache in diesen 26 Jahren nicht recht vorangekommen ist, erkenne ich deutlich an dem Amazon-Kurztext über mein Buch: Kurzbeschreibung Die feministische Linguistik entlarvt die Geschichte und Struktur der Sprachen als Männergeschichte und Männerstruktur. Die feministische Linguistik fundiert und dokumentiert die sprachkritische, sprachschöpferische und sprachpolitische Arbeit der Frauen. Speziell zum Deutschen gibt es bislang nur die wissenschaftlichen und journalistischen Arbeiten der Konstanzer Linguistin Luise F.Pusch, die hier erstmals gesammelt vorgelegt werden. Über den Autor …
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Blog Luise Pusch
Gestern waren wir mit zwei Freundinnen im Kino und haben uns den Film The Kids are all right angesehen. Er ist hier in den USA zur Zeit total in und wird heiß diskutiert, hat doch die Regisseurin Lisa Cholodenko erstmals das Tabu lesbische Mütter mit Kindern von der Spermabank angepackt. Die gesamte Presse ist des Lobes voll, das Einspielergebnis ist stattlich, mit bisher 1,8 Millionen Dollar rangiert der Film auf Platz 12. Im Februar bekam er bei den Berliner Filmfestspielen den Teddy Award, beim Sundance Film Festival soll er der meistdiskutierte Beitrag gewesen sein. Alles sehr erfreulich für einen Lesbenfilm, …
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20:49
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Blog Luise Pusch
Aus Wir machen uns unsere Sprache selber: Ein Feminar. Achtundvierzigste Lektion. Wenn Sie schon immer mal Diplomhexe oder Hexenmeister werden wollten, gibt es jetzt eine angenehme Ausbildungsstätte für Sie, entweder vor Ort in der Nähe von Klagenfurt oder hier online. Andreas Starchels Hexenschule machts möglich. Mit der bis zu sieben Jahre währenden anspruchsvollen Ausbildung können Sie in Österreich beruflich nicht viel anfangen, aber in Deutschland könnte es eine passende Zusatzqualifikation für HeilpraktikerInnen sein. Ich sah letzte Woche auf BR-Alpha einen Film von Martin Betz (2007) über die Hexenschule; er hat mir gut gefallen. Der Leiter ist aufgeklärt und sympathisch und …
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Das Fußballspiel verleitet anscheinend zum Wortspiel. Vor vier Jahren schon wurde aus Heines bitterem Versepos Deutschland - ein Wintermärchen über unser hölzern pedantisches Volk ein Sommermärchen und schließlich Sönke Wortmanns Deutschland - ein Sommermärchen. Mit Recht wurde der Kuschelfilm bald umgetauft in Im Bett mit Ballack oder
mit Poldi - Madonna lässt grüßen. In diesem Sommer nun kamen wir aus der Wortspielerei gar nicht mehr raus. Es fing an mit der australischen Fußballmannschaft, den Socceroos, wie Kangaroos. Serbien muss sterbien hieß es vor dem Spiel gegen Serbien, ein böser Spruch aus dem ersten Weltkrieg - und damals wie heute ein …
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Blog Luise Pusch
An zwei Tagen im Juni erlebten wir den sprachlichen Ausnahmezustand. Die Medien zeigten, dass sie doch geschlechtergerecht formulieren können. Nie habe ich so oft das Wort Staatsoberhaupt gehört wie an den ersten beiden Junitagen, an denen Ursula von der Leyen als Nachfolgerin von Horst Köhler noch im Gespräch war. Suche nach dem Staatsoberhaupt - so wurde vielfach getitelt. Das Staatsoberhaupt, grammatisch neutral, machte sich einfach besser, solange eine Frau, noch dazu eine mächtige, als Favoritin für das Bundespräsidialamt galt - das sonst nur das “Bundespräsidentenamt” oder “Amt des Bundespräsidenten” genannt wird. Wörter wie Person und erst recht Persönlichkeit hatten Hochkonjunktur. …
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Blog Luise Pusch
In Österreich dürfen Lesben und Schwule sich seit Januar verpartnern, ein gemeinsamer Familienname bleibt ihnen allerdings verwehrt. Der bleibt den richtigen Eheleuten vorbehalten, die als Frau und Mann eine herrkömmliche Ehe eingehen. Der kleine Unterschied ist diesmal wahrhaftig klein: Es geht um einen Bindestrich! Für Verehelichte gilt: § 93 Abs. 2 ABGB: (2) Derjenige Verlobte, der nach Abs. 1 als Ehegatte den Familiennamen des anderen als gemeinsamen Familiennamen zu führen hat, kann dem Standesbeamten gegenüber vor oder bei der Eheschließung in öffentlicher oder öffentlich beglaubigter Urkunde erklären, bei der Führung des gemeinsamen Familiennamens diesem seinen bisherigen Familiennamen unter Setzung eines …
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Aus Wir machen uns unsere Sprache selber: Ein Feminar. Siebenundundvierzigste Lektion. [Dieser Text erschien am 13. Juni 2010 in der NZZ am Sonntag, Rubrik “Der Externe Standpunkt”. Er wurde von der Redaktion der NZZ leicht verändert. Hier lesen Sie das Original.] Was stellen Sie sich vor, wenn Sie Wörter wie Schauspieler, Dichter, Fußgänger, Leser, Schweizer hören oder lesen? Diese Wörter, so versichert uns die patriarchale Grammatik, sind geschlechtsneutral. Stellen Sie sich also einen geschlechtsneutralen Schweizer vor? Versuchen Sie es doch einmal. Sie sehen, es geht nicht - allerdings versichern mir manche Frauen, bei Schweizern ginge es vielleicht noch am ehesten. …
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19:03
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“König Fußball”, “Kaiser Franz” - diese majestätischen Titel reichen anscheinend immer noch nicht, um auszudrücken, was die Fußballfans empfinden sollen. Da derzeit keine an dem Thema vorbeikommt, stieß ich in der letzten Woche zweimal mit dem Wort Lichtgestalt zusammen, beide Male war Franz Beckenbauer der Leuchter. Lichtgestalt - das ist nicht mehr zu überbieten! Früher wurde er wohl auch “Fußballgott” genannt, aber da gibt es ja noch viele andere Götter neben ihm, Pelé, Maradona, Beckham, Ballack und wie sie alle heißen. Lichtgestalt hingegen scheint Franz Beckenbauer ganz für sich gepachtet zu haben. Mir soll es recht sein - Lichtgestalt ist …
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Nachdem Hannover letzten November mit Robert Enkes Selbstmord sehr negativ in die Schlagzeilen gekommen war, hat sich das letzte Woche mit Lena Meyer-Landrut, Ursula von der Leyen und Christian Wulff schlagartig gebessert. Menschen aus Hannover waren die strahlenden Themen der Woche. Weniger schön ist, dass sie sich gegenseitig Konkurrenz machten: Unsere Freude über von der Leyens mögliche Kandidatur währte nur kurz. Schwupps machte Christian Wulff - aus Hannover! - ihr den Rang streitig und siegte auch noch. Er hätte sich an Lena, die er nach ihrem Sieg so artig begrüßte, ein Beispiel nehmen sollen. Nicht im Traum fiel es Lena …
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Aus Wir machen uns unsere Sprache selber: Ein Feminar. Sechsundvierzigste Lektion. Vor ein paar Tagen schrieb mir eine Bekannte: Liebe Luise, heute hat mir jemand eine Frage gestellt, die ich nicht beantworten konnte: Warum und seit wann heißt es DAS MÄDCHEN, was einem Neutrum gleichkommt, einer Sache? Und ist der Begriff/diese Bezeichnung ursprünglich abgeleitet von DIE MAID oder DIE MAGD? Ich antwortete: “Die Maid” geht auf “die Magd” zurück (mehr dazu im Grimmschen Wörterbuch). Ich habe das Thema in einer alten Glosse behandelt, “Die Plage mit der Blage”, abgedruckt in
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Aus Wir machen uns unsere Sprache selber: Ein Feminar. Fünfundvierzigste Lektion. Gestern Abend sah ich mir den Tatortkrimi Schatten der Angst mit Ulrike Folkerts alias Lena Odenthal an, den ich kürzlich aufgenommen hatte. Natürlich sind wir treue Fans von Ulrike Folkerts, obwohl sie öfter in sehr mittelmäßigen Tatorten rumrennen muss. Dieser aber war gut, er behandelte ein wichtiges Thema (Schwesternmord, auch Ehrenmord genannt), und der Balance-Akt zwischen feministischer Empörung und Vermeidung fremdenfeindlicher Klischees gelang überzeugend. Aber ich wollte hier keine Filmkritik abliefern, sondern nur erzählen, was mir sprachlich auffiel. Wurden da doch die Frauen immer wieder mit Mann angeredet bzw. …
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21:39
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Mütter und Väter sind dieser Tage wieder das Top-Thema - Mütter wegen dem Muttertagsgeschäft, Väter wegen ihrer sexuellen Geschäftigkeit: Pater/Bischof Mixa wurde beschuldigt, minderjährige Schutzbefohlene nicht nur geschlagen, sondern auch sexuell “missbraucht” zu haben, und sein Chef, der Heilige Vater, hat ihn endlich abgesägt. Vater Klaus Rainer Röhl, in den 60er Jahren mit Ulrike Meinhof verheiratet und Vater ihrer Zwillinge Bettina und Regine Röhl, wird von Anja Röhl, seiner Tochter aus erster Ehe, in einem ausführlichen Stern-Artikel beschuldigt, sie jahrelang sexuell belästigt zu haben. (Der Artikel ist jetzt online, auf Anja Röhls Webseite; außerdem hat sie dort kurz vorher noch …
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Neulich erschien auf einer Mail (mein Mailservice ist Google) rechts am Rand das Wort Schamlippenkorrektur mit einem Link zu mirzuliebe.com. Mir zuliebe soll ich eine Schamlippenkorrektur vornehmen lassen? Immerhin wird mir diesmal keine Penisverlängerung angeboten, aber es kam trotzdem keine Freude auf. Ich ging der Sache nach und fand Infos, die mich weiter irritierten, wie: Die Finanzierung einer Schamlippenverkleinerung obliegt dem Patienten. Vor dem Eingriff werden die Proportionen der Schamlippen ausgemessen und das genaue Vorgehen zwischen Arzt und Patient abgestimmt. Nach dem Eingriff [Schamlippenverkleinerung] müssen Patienten im Zuge der Wundheilung für etwa 4 Wochen mit Sport sowie dem Geschlechtsverkehr pausieren. …
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18:19
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Letzte Woche unterhielt ich mich mit Berit und Angelika über Pascals Pensées, die ich gerade lese. In der
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18:00
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Das war endlich mal ein strahlend schöner Frühlingstag über fast ganz Deutschland, kaum eine Wolke am Himmel - und doch hat uns die Natur heute gezeigt, wer auf unserem Planeten der Herr im Hause ist - nämlich sie. Also sprach Klaus Kleber im heute-Journal am Freitag, 16. April 2010, einen Tag nach dem Ausbruch des Eyjafjallajökull auf Island. Er kniff dabei das linke Auge zu. Ob er einen Scherz darüber machen wollte, dass Mutter Natur, gar nicht ladylike, mal so richtig furchtbar Gewalt ausübte, wie es eigentlich nur dem Herrn im Hause zukommt? Dabei - furchtbar hat sie eigentlich nicht …
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17:21
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Aus Wir machen uns unsere Sprache selber: Ein Feminar. Vierundvierzigste Lektion. Am 30. März haben wir unser neues Buch Frauengeschichten im Frauencafé endlich in Hamburg vorgestellt (hier gibts schöne Bilder von dem Ereignis). In der Woche danach hatte ich mit Birgit Kiupel, unserer Mitautorin und Moderatorin des Abends, einen nostalgischen Email-Austausch über das Verschwinden literarischer Salons aus der Kulturszene, speziell lesbischer Salons. Ich schrieb, einer plötzlichen Eingebung folgend, an Birgit: In Sachen Salon ist uns noch aufgefallen, dass wir in der Rue Jacob wohnen wie einst Natalie Barney. Das verpflichtet doch eigentlich ...Wir denken drüber nach. [Genau genommen wohnen wir …
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Vor zwei Wochen saßen wir zu sechst gemütlich beim Wein - und landeten schnell bei der Mutter aller Frauenthemen: dem Outfit. Mechthild war früher Lehrerin in einer Realschule in Hamburg-Barmbek und unterrichtete in diesem sozialen Brennpunkt überwiegend SchülerInnen mit Migrationshintergrund. Ihre krankheitsbedingte Frühpensionierung brach ihr fast das Herz. Was sie aber jeden Tag aufs Neue genießt, ist die Freiheit von der Kleiderfrage. Stunden hätte sie während ihrer Berufszeit vor dem Spiegel ihres Kleiderschranks verbracht, um sich für die Schularena und die kritischen Blicke ihrer SchülerInnen angemessen auszustaffieren. Wir alle nickten voller Einverständnis - wie wir das Elend doch kennen! Ich …
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12:37
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Als deutsche Bildungsbügerin bin ich immer bestrebt, mich fortzubilden, wo ich gehe und stehe. Oder sitze. Zur Zeit höre ich mich im Badezimmer durch alte Musicassetten. Dabei stieß ich vor kurzem auf Arabella, genauer gesagt auf ein musikalisches Selbstporträt von Lisa della Casa aus dem Jahre 1958. Mitte der 90er Jahre war es mal wieder gesendet worden; aus dieser Zeit stammt meine Aufnahme. Ich putzte mir versonnen lauschend die Zähne, da hörte ich die della Casa singen: Du wirst mein Geliebter sein Und ich dir untertan. Trotz der betörenden Musik war ich not amused und ging der Sache nach Beendigung …
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17:05
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Gestern gingen wir mit fünf Freundinnen in die “Lange L-Nacht”, zu der die Stiftung Leben und Umwelt eingeladen hatte. Was doch so ein kleiner Buchstabe ausmacht: Leben und Umwelt wurde nicht zu L und Umwelt, nur Lesbennacht zur L-Nacht. Es wurde für uns mehr ein überfüllter Abend als eine lange Nacht. Alle großen und kleinen Ls aus Hannover und Umgebung waren herbeigeströmt, besetzten sämtliche der eng gestellten unbequemen Stühle oder ließen sich an der weiträumigen Bar von dem einzigen anwesenden Herrn bedienen; er bediente später auch die widerspenstige Elektrik. Von den dunkel bemalten Wänden sahen überlebensgroße Männergesichter der Rock- und …
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22:23
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Ostern ist nahe und damit die Zeit des Osterlamms, das manche zur Erinnerung an Christus, das Lamm Gottes, zu Ostern verspeisen. Das Lamm, traditionell ein beliebtes Opfertier der HirtInnenvölker, symbolisiert dabei sowohl die Unschuld Christi (Unschuldslamm) als auch seinen Opfertod (Opferlamm). An Opfer denken wir alle angesichts der nicht abreißenden Enthüllungen der Missbrauchs-Opfer mehr als uns lieb ist. - Allerdings ist Opfer ein kompliziertes, vieldeutiges Wort, wie der Vergleich mit anderen Sprachen klarmacht: Das Musikalische Opfer von Johann Sebastian Bach heißt auf Englisch The Musical Offering, auf Französisch LOffrande Musical und auf Italienisch LOfferta Musicale - nicht etwa The Musical …
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Zum Weltfrauentag am 8. März und zur Erinnerung an die Opfer von Tim K., Winnenden (11. März) In letzter Zeit reden wieder alle vom sexuellen Missbrauch. Feministinnen kämpfen seit bald 40 Jahren gegen diese unsägliche Formulierung. Sie impliziert, dass es neben dem sexuellen Missbrauch auch noch einen richtigen/akzeptablen sexuellen Gebrauch von Mädchen und Knaben gebe, so wie es neben dem Alkohol- oder Tablettenmissbrauch auch einen korrekten Gebrauch von Tabletten oder Alkohol gibt. Unerträglich ist auch die Implikation, dass die Missbrauchsopfer ein Genussmittel seien, wie Alkohol oder Nikotin. Trotzdem handelt es sich bei dem sogenannten sexuellen Missbrauch eindeutig um Missbrauch, und …
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9:47
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Nun also soll Hannelore Kraft die Wahlen in NRW für die SPD gewinnen. Ich hoffe, es gelingt ihr. Die Trumpfkarte Frau, obwohl in der Regel von der versammelten Herrlichkeit zu spät aus dem Ärmel gezogen, hat ja schon oft Wunder gewirkt. Nehmen wir z.B. die Olympischen Winterspiele in Vancouver. Weil ich noch in Umzugswirren stecke und mit Hunderten von Bücherkartons jongliere, habe ich diesmal nicht sehr konzentriert hingeschaut, was unsere OlympionikInnen so trieben. Aber abends in den heute- oder ARD-Nachrichten kamen sie doch immer wieder und schließlich immer gewaltiger, die Frauen. Nur: Es redete niemand über dieses eigentlich alles offizielle …
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Aus Wir machen uns unsere Sprache selber: Ein Feminar. Dreiundvierzigste Lektion. Letzte Woche habe ich während der Hausarbeit und vor dem Einschlafen Egon Friedells Kulturgeschichte der Neuzeit (1927-31) in Auszügen gehört. Faszinierend! Hier gibt es die Hörfassung des kompletten Mammutwerks mitsamt Kommentar zum Runterladen. Ich will heute nur zwei Dinge herausgreifen, die mich seither beschäftigen. Zum einen schreibt Friedell nicht der oder das Barock, wie wir das gewöhnt sind, sondern die Barocke: S. 550:
ist die französische Barocke keine reine Barocke S. 551: Alle dieser Varianten finden sich in der Barocke zu einem gewissen Grade vereinigt. S. 561:
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22:36
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Als wir uns noch richtige Briefe schrieben statt Mails, konnten wir das Briefpapier für allerlei Zusatzbotschaften nutzen. Helke Sander schrieb ihre Briefe manchmal auf der Rückseite der Fotokopie eines Artikels über Mao und Kissinger: Alle sollten wissen, was diese beiden Herren über Frauen dachten, was Politiker über Frauen denken. Beim Aufräumen fiel mir so ein Brief wieder in die Hände. Heute gibt es andere Methoden zur Verbreitung von Wissen, deshalb schreibe ich diese Glosse. Frau findet die Original-Artikel zwar leicht im Internet - aber welche von uns kommt schon darauf, die drei Suchworte Mao, Kissinger sowie Frauen bzw. women zu …
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14:17
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Während eines Umzugs fällt einer allerlei wieder in die Hände. Ich fand vorgestern eine Audio-Cassette wieder, einen Mitschnitt der schönen Sendereihe Zwischentöne vom September 2004, Sabine Küchler im Gespräch mit Maria Frisé, früher Feuilleton-Redakteurin bei der FAZ. Sie hatte gerade ihre Erinnerungen unter dem Titel Meine schlesische Familie und ich herausgebracht, und Küchler fragte sie: Sie haben den Weg zurück in die eigene Kindheit schon einmal eingeschlagen, in einem andern Buch. Vor 14 Jahren, glaube ich, erschien ein schmaler Band mit dem Titel Eine schlesische Kindheit, ein Buch, das damals in einer sehr deutlich literarischen Perspektive erzählt wurde, in der …
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21:25
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Nicht, was Sie jetzt wieder denken. Hier geht es ganz nüchtern um grammatische Artikel wie der, die, das. Der, die, das - in dieser Reihenfolge werden bei uns die Artikel aufgezählt. Warum eigentlich? Warum sagen wir nicht die, das, der nach dem Titanic-Prinzip (Frauen und Kinder zuerst)? Oder alphabetisch das, der, die? Wir sagen auch: er, sie, es Oder: männlich, weiblich, sächlich Oder: Maskulinum, Femininum, Neutrum Die Reihenfolge bildet eine Rangfolge ab: Der Mann rangiert höher als die Frau, die Frau höher als ein Tier oder Ding. Unsere Grammatik stuft die Frau vom Rang her als Mittelding zwischen Mensch und …
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17:07
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Das Jahr fing gar nicht gut an. Erst starb Freya von Moltke am 1. Januar, zwei Tage später dann Mary Daly. Die beiden wohnten nicht weit voneinander entfernt, die eine in Vermont, die andere in Massachusetts, Neuengland. Beide waren Widerstandskämpferinnen und hatten komplexe Beziehungen zu Deutschland. Moltke und ihr Mann gehörten zur Verschwörung des 20. Juli; Helmuth Graf von Moltke wurde von den Nazis hingerichtet. Daly widerstand dem Patriarchat in all seinen Erscheinungsformen, ganz besonders seiner Extremform, der katholischen Kirche. Sie hatte in der Schweiz studiert und gelehrt, und ihre treusten Anhängerinnen hatte sie vermutlich in Deutschland, nicht zuletzt dank …
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20:06
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Jedes Jahr am Neujahrsmorgen spielen die Wiener Philharmoniker im Goldenen Saal des Musikvereins ihr Neujahrskonzert, überwiegend mit Wälzern und Polken der Strauß-Dynastie. Die Eintrittskarten sind sündhaft teuer und obendrein auf Jahre ausverkauft, aber auf dem Bildschirm gibts das Ganze kostenlos, und so schauen jedes Mal viele Millionen Menschen aus aller Herren Ländern zu, diesmal sollen es 72 Herrenländer gewesen sein. Das Konzert wird auch überwiegend von Herren bestritten, aber heuer konnte Kulturmoderatorin Barbara Rett vom ORF melden: Man sieht viele junge Gesichter, ein richtiger Generationswechsel hat da im Orchester stattgefunden. Auch einige Damen sind hinzugekommen, sehr erfreulich. Ich habe insgesamt …
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11:53
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Als Anfang Dezember die Nachricht über die Gleichstellung lediger Väter mit verheirateten Vätern durch die Medien ging, wunderte ich mich vor allem über diesen Ausdruck ledige Väter. Früher gab es doch nur ledige Mütter, und die Väter dazu blieben sprachlich unsichtbar. Im Zuge der Frauenbewegung organisierten sich die damals noch brutal geächteten ledigen Mütter, nannten sich fortan alleinerziehend statt “ledig” und gründeten den Verband alleinerziehender Mütter. Bald begehrten auch Männer Einlass (ähnlich wie beim Hausfrauenbund) und schwupps hieß der Verband “Verband alleinerziehender Mütter und Väter”, VAMV. Das neue Wort betonte den Aspekt des Erziehens und Betreuens im Alleingang und vernachlässigte …
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19:22
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Aus Wir machen uns unsere Sprache selber: Ein Feminar. Zweiundvierzigste Lektion. Vor kurzem schrieb mir meine Freundin Eva: Hast Du noch keinen Kindle für die Reisen? Du bist doch sonst so fortschrittlich, was Technik betrifft! Ich schrieb zurück: Warum sagen wir eigentlich der Kindle? Jedenfalls - das Kindel ist mir noch nicht fortschrittlich genug, weil es noch keinen Zugriff auf deutsche Bücher und Zeitschriften hat. Wenn sie das geschafft haben, werde ich wohl zuschlagen. Ich habe eben das Christkindl beauftragt, Joey zum Fest eine Kindle vorbeizubringen, sie ist Amerikanerin und gehört damit zur ersten Zielgruppe dieses Lesegeräts bzw. e-Book-Readers. Außerdem …
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13:06
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Aus Wir machen uns unsere Sprache selber: Ein Feminar. Einundvierzigste Lektion. Morgen ist schon wieder Nikolaus, und die FeministInnen unter den Müttern und Vätern fragen sich, wie sie den Männerrummel um dieses Fest ein wenig feminisieren können, damit die Kleinen ein gendermäßig ausgewogenes Weltbild entwickeln. Früher bekam ich regelmäßig Mails von Müttern, die die Heilige Nikoläusin feierten und den Kleinen nicht nur Stutenkerle, sondern auch Stutenfrauen buken. Die zwittrige Bezeichnung Stutenkerl kommt daher, dass der Stutenkerl ein Hefegebäck ist und Hefe und Hefegebäck in manchen Gegenden Stute oder Stuten heißen. Ziemlich zwittrig ist auch Santa Claus. Ein erster und entscheidender …
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15:51
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Vor einer Woche hat sich der Deutsche Hausfrauenbund umbenannt und teilt dazu mit: Nach über 90 Jahren orientiert sich der Deutsche Hausfrauen-Bund (DHB) neu. Seit dem 23.9.2009 heißt der Verband nun »DHB Netzwerk Haushalt, Berufsverband der Haushaltsführenden e.V.«. Die Begründung ist geradezu klassisch: Die veränderten Familienstrukturen, die stärkere Einbindung der Väter in die Kindererziehung und die Hausarbeit waren ein Anlass zur Namensänderung. Frauen und Männer empfinden sich als Haushaltsführende, der Begriff Hausfrau ist geschlechtsspezifisch. Der DHB verzeichnet jedoch seit Jahren eine steigende Zahl von männlichen Mitgliedern. (meine Hervorhebungen) Mit anderen Worten: Die paar Männer finden es genierlich, Mitglieder des …
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20:51
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(auch ein Beitrag zu Schillers 250. Geburtstag) Am Donnerstag, mal wieder mit der DB unterwegs, blätterte ich im Novemberheft des mobil-Magazins der Deutschen Bahn. In einem Interview über Computerspiele äußerte Ralf Wirsing (40), Deutschland-Chef des Spieleherstellers Ubisoft, folgendes: Mit dem Wii System von Nintendo
kann man das Geschehen auf dem Fernseher steuern, was zu einer Welle von neuen Sport- und Simulationsspielen geführt hat. Anders als der Computer, an dem man oft noch Einstellungen vornehmen muss, sind die Konsolen auch ohne Vorkenntnisse leicht zu bedienen. Damit erreicht man auch weibliche und ältere Zielgruppen. Obwohl ich als ältere und weibliche Person …
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14:19
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Das Thema in der vergangenen Woche war der Selbstmord des Nationaltorwarts Robert Enke von Hannover 96. Wir erfuhren, dass er seit sechs Jahren an Depressionen litt, aber den Verlust seines Jobs, der lukrativen Werbeeinnahmen und vielleicht sogar seiner Adoptivtochter fürchtete, wenn seine Krankheit publik würde. Aus diesem Grund begab er sich auch nicht in klinische Behandlung. Ein Teufelskreis. Das Volk war erschüttert und ging zu Tausenden auf die Straße, um seine Betroffenheit zu bekunden. Abends gab es eine Trauerandacht in der Marktkirche, mit viel Fußball- und Kirchenprominenz von Ballack bis Käßmann. Obwohl ich seit 25 Jahren in Hannover wohne, hatte …
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16:41
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Joey und ich geben gerade unser zweites Buch über berühmte Frauen* und ihre Freundinnen/Geliebten heraus (erscheint im März bei Wallstein unter dem Titel Frauengeschichten). Hier schon mal der Cover-Entwurf als kleiner Vorgeschmack: Bei der beschwingten Arbeit an dem Buch stießen wir regelmäßig auf die Kultur des Smashing an amerikanischen Frauencolleges zwischen 1870 und 1920. Wir wissen ja, dass Mädchen und junge Frauen gerne für Mitschülerinnen und Lehrerinnen schwärmen, bevor unsere heteronormative Kultur (früher nannten wir es kurz und kräftig Heterror) es ihnen unerbittlich austreibt. Was aber an diesen amerikanischen Frauencolleges betrieben wurde, hatte Methode, Stil und großes Format. In der …
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18:17
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Zum heutigen Reformationstag wachte ich mit vermischten Ideen für meine nächste Glosse auf. Ich dachte an das Vaterunser und den Paternoster - beides Wörter, die auch bald mal eine Glosse verdienen. Ich dachte an Doktor Martin Luther, den inzwischen vermutlich verstorbenen Dackel von Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. Und ich dachte an Margot Käßmann, die erste Ratspräsidentin der EKD (ev. Kirche in Deutschland). Da hat die Reformation den Frauen schließlich doch noch was gebracht. Allerdings hat es 450 Jahre gedauert bis zur ersten Pfarrerin, 475 Jahre bis zur ersten Bischöfin und fast ein halbes Jahrtausend bis zur ersten Ratspräsidentin, Käßmann. Interessant übrigens, dass …
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12:11
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Letzte Woche lief im Fernsehen spätnachts der Film Die Ex bin ich von Katrin Rothe. Er handelt von drei jungen Frauen, die nacheinander mit demselben jungen Mann eine Beziehung hatten. Brit noch während der Schulzeit, Sandra war die mittlere, Anne die letzte - bevor Bert Selbstmord beging. Nun gehen sie gemeinsam seine Sachen durch und versuchen dabei herauszufinden, warum er das getan hat. Was mich an dem Titel faszinierte, war der Ausdruck die Ex. Joey hatte schon öfter von ihrem Ex gesprochen - wie sie heute erzählte, weil sie nicht wusste, ob Dick hier gleich verstanden würde (Dick Cheney war …
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19:36
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Herta hat gewonnen, verkündete der Sprecher am 8. Oktober in den TV-Nachrichten. Nicht Hertha BSC, aber Herta Müller, auch aus Berlin. Sie bekommt den Literatur-Nobelpreis. Und dann wurde weiter geflapst in den Medien. Elke Heidenreich (stern.de) rühmte die Autorin vorbehaltlos, empfahl ihr aber nachdrücklich eine andere Frisur, etwa in der Art wie ihre eigene. Ob das nun wieder so günstig wäre? Ich erinnere mich nicht, anlässlich des Nobelpreises für Günter Grass gelesen zu haben, er solle sich nun aber gefälligst von seinem missfarbenen Schnauzbart trennen. Harald Schmidt hatte es auch mit Herta Müllers derzeitiger Frisur, ließ ihr letztes Buch Atemschaukel …
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12:39
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Der kürzlich verstorbene Michael Jackson hat ihn berühmt gemacht, den Crotch Grab, zu deutsch: Griff in den Schritt. Oder war es nicht vielleicht umgekehrt? Egal, ein Jahr später tat Madonna es ihm nach, wie ich aus dem Internet erfahre, wo die Frage Who did it first? heiß diskutiert und zugunsten von Michael entschieden wurde. Inzwischen hat der lukrative Kunstgriff viele NachahmerInnen gefunden, die Technik wird kennerisch begutachtet, wobei besonders weiße Männer schlechte Noten bekommen. Früher schon habe ich gelesen, der Crotch Grab sei überhaupt eine Erfindung schwarzer Männer, die die verklemmten Weißen damit gezielt schockieren wollten, wie auch mit ihrem …
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Der kürzlich verstorbene Michael Jackson hat ihn berühmt gemacht, den Crotch Grab, zu deutsch: Griff in den Schritt. Oder war es nicht vielleicht umgekehrt? Egal, ein Jahr später tat Madonna es ihm nach, wie ich aus dem Internet erfahre, wo die Frage Who did it first? heiß diskutiert und zugunsten von Michael entschieden wurde. Inzwischen hat der lukrative Kunstgriff viele NachahmerInnen gefunden, die Technik wird kennerisch begutachtet, wobei besonders weiße Männer schlechte Noten bekommen. Früher schon habe ich gelesen, der Crotch Grab sei überhaupt eine Erfindung schwarzer Männer, die die verklemmten Weißen damit gezielt schockieren wollten, wie auch mit ihrem …
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Zum 525. Todestag von Papst Sixtus IV. gab es am 12. August eine Zeitzeichen-Sendung, zu der ich aber erst gestern gekommen bin. Ich vernahm Erstaunliches: Papst Sixtus ließ nicht nur die nach ihm benannte Sixtinische Kapelle bauen; berühmt und berüchtigt ist er vor allem wegen seines hemmungslosen Nepotismus. Kaum war er 1471 zum Papst gewählt worden, eilten 25 Neffen (lat. nepotes) von ihm nach Rom, um von seiner neuen Macht zu profitieren. In den 13 Jahren seines Wirkens (1471-84) ernannte Sixtus sechs von ihnen zu Kardinälen. Insgesamt kreierte er 34 Kardinäle, nach rein machtpolitischen, nicht etwa seelsorgerischen Gesichtspunkten. Beim Anhören …
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Blog Luise Pusch
Zum 75. Geburtstag von Kate Millett am 14. September wurde ich vom Schweizer Rundfunk DRS interviewt. Ich erging mich voller Begeisterung über den einsamen Rang dieser Vordenkerin. Sie sei das A und O der Neuen Frauenbewegung, habe ihr die Initialzündung gegeben und zugleich ihr theoretisches Fundament gelegt. Der Slogan Das Private ist politisch, den Helke Sander 1968 prägte, werde durch Milletts Hauptwerk Sexus und Herrschaft (Sexual Politics) von 1970 bestätigt und breit belegt. Gut, sagte der Interviewer, und wie denken heutige Feministinnen über Kate Millett? Darauf ich: Wie meinen Sie das, heutige Feministinnen? Ich habe doch gerade ausgeführt, was ich …
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Blog Luise Pusch
Aus Wir machen uns unsere Sprache selber: Ein Feminar. Vierzigste Lektion. Eine Leserin meines Blogs schrieb mir am 1. September: Liebe Luise F. Pusch, als begeisterte Anhängerin Ihrer Feminare und des Frauenfußballs musste ich leider ein wahres MeistERwerk entdecken. Der offizielle Slogan der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2011 lautet: 20ELF VON SEINER SCHÖNSTEN SEITE! Mir verschlägt es dabei leider die Sprache… Konnte ich nur zu gut verstehen! Nach dem strahlenden Sieg der deutschen Fußballfrauen über die Engländerinnen in Helsinki äußerte auch Mister Tagesthemen Tom Buhrow Missfallen über den Slogan, allerdings nur leichtes - er fand ihn nichtssagend. Warum nicht stattdessen Die Welt …
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Blog Luise Pusch
Aus Wir machen uns unsere Sprache selber: Ein Feminar. Vierzigste Lektion. Eine Leserin meines Blogs schrieb mir am 1. September: Liebe Luise F. Pusch, als begeisterte Anhängerin Ihrer Feminare und des Frauenfußballs musste ich leider ein wahres MeistERwerk entdecken. Der offizielle Slogan der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2011 lautet: 20ELF VON SEINER SCHÖNSTEN SEITE! Mir verschlägt es dabei leider die Sprache… Konnte ich nur zu gut verstehen! Nach dem strahlenden Sieg der deutschen Fußballfrauen über die Engländerinnen in Helsinki äußerte auch Mister Tagesthemen Tom Buhrow Missfallen über den Slogan, allerdings nur leichtes - er fand ihn nichtssagend. Warum nicht stattdessen Die Welt …
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Blog Luise Pusch
Am Samstag gerade frisch aus Boston zurück, ging ich zu Aldi, um meinen Kühlschrank wieder aufzufüllen. Ich kaufte, nachdem ich mir im Sommer wieder zu viele Gin & Tonics und Kartoffelchips gegönnt habe, allerlei Gesundes, Äpfel, Zwiebeln, Kartoffeln, Tomaten, Gurken und Zucchini. Zum Schluss kam ich am Wühltisch mit Schwerverkäuflichem vorbei und blieb an einem kleinen würfelförmigen Pappkarton hängen. Er war schon ziemlich zerknautscht und abgegriffen, ein rosa Kleidungsstück hing heraus. Es handelte sich um eine romantische Korsage, erfuhr ich durch den Karton-Aufdruck. Neugierig geworden, las ich weiter: Verspielte Korsage im trendigen Romantik-Look. 3-fach verstellbarer Haken-Ösen-Verschluß im Rückenteil. Irgendwo habe …
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Aus Wir machen uns unsere Sprache selber: Ein Feminar. Neununddreißigste Lektion (Für alle, die sich über das Wort Meistawerk wundern, empfiehlt sich eine Wiederholung der dritten Lektion des Feminars, A und O). Vor einer Woche haben wir uns Nora Ephrons überaus köstlichen Film Julie and Julia angesehen, mit Meryl Streep und Amy Adams. Am 3. September läuft er in Deutschland an - richtig was zum Fräuen in diesen finsteren Zeiten. Ein Film über Kochkunst von einer Frau, die mehr von Frauen versteht, als ihr vielleicht lieb ist, vgl. Ephrons meistahaftes Drehbuch zu Sodbrennen (Heartburn)), mit zwei wunderbaren Hauptdarstellerinnen. Dem Film …
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aus Wir machen uns unsere Sprache selber: Ein Feminar. Achtunddreißigste Lektion. Eine Freundin schrieb mir, ob ich nicht Lust hätte, im Oktober zur Verleihung des 1. Feministischen Pornofilmpreises nach Berlin zu fahren. Hinzugefügt war ein Link zu “www.poryes.de”. Über die Initiatorin von poryes (wie PorNo) teilte sie mit: Laura Mérrit, kenne ich, ist ganz toll. Um die feministische Pornodebatte war es ja nach den 80er bis 90er Jahren wieder still geworden, wohl nicht zuletzt, weil eine der Hauptakteurinnen, Pat Califia, inzwischen ein Mann ist, sie heißt jetzt Patrick Califia. Nun soll die alte Debatte also wiederbelebt werden. Brauchen wir feministische …
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Blog Luise Pusch
aus Wir machen uns unsere Sprache selber: Ein Feminar. Achtunddreißigste Lektion. Eine Freundin schrieb mir, ob ich nicht Lust hätte, im Oktober zur Verleihung des 1. Feministischen Pornofilmpreises nach Berlin zu fahren. Hinzugefügt war ein Link zu “www.poryes.de”. Über die Initiatorin von poryes (wie PorNo) teilte sie mit: Laura Mérrit, kenne ich, ist ganz toll. Um die feministische Pornodebatte war es ja nach den 80er bis 90er Jahren wieder still geworden, wohl nicht zuletzt, weil eine der Hauptakteurinnen, Pat Califia, inzwischen ein Mann ist, sie heißt jetzt Patrick Califia. Nun soll die alte Debatte also wiederbelebt werden. Brauchen wir feministische …
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Alles muss raus - so titelt Vera Lengsfeld ihren Blog über ihr aufregendes Wahlplakat, das derzeit die Gemüter bewegt und schon bei Ebay versteigert wird: Was diese Meisterin des anzüglichen Sprachgebrauchs mit alles muss raus wohl wieder gemeint hat? Wir dürfen gespannt sein! Als damals das Merkel-Foto mit dem großzügigen Dekolleté um die Welt ging, habe ich mich geärgert über diesen Überfall auf die Kanzlerin. Andererseits ist sie eine Profi und muss mit dergleichen rechnen. Also war es ihr wohl auch irgendwie recht, oder mindestens egal. Zu dem hämischen Gerede über das Foto hat sie klug geschwiegen. Der Hinweis auf …
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Blog Luise Pusch
Rabatte für umweltfreundliches Konsumverhalten sind in. In Deutschland belebte die sogenannte Abwrackprämie das Geschäft, Monate später holen die USA nach mit Cash for Clunkers (natürlich viel flotter benannt als unsere Aktion, die niemand aussprechen kann). Das Bordell Maison dEnvie (dt. Haus der Lust bzw. des Neids) in Berlin ist auch nicht von gestern und bietet seinen Kunden einen Ökorabatt. Er gilt in Verbindung mit einem gültigen Fahrausweis/Umweltkarte (bitte vorzeigen) der öffentlichen Berliner Verkehrsmittel sowie für Gäste die uns mit dem Fahrrad besuchen. 30 Minuten Service kosten bspw. 50 EUR, für den Öko-Freier hingegen nur 45 EUR. Prozentual noch günstiger kommt …
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Blog Luise Pusch
aus Wir machen uns unsere Sprache selber: Ein Feminar. Siebenunddreißigste Lektion. Männer singen aus voller Brust, werfen sich in die Brust, und reden im Brustton der Überzeugung, auch brüsten sie sich weit öfter als Frauen irgendwelcher Fähigkeiten. Trotz all der Brusttöne ist die männliche Brust aber derart unterentwickelt, dass die Männer uns nicht nur das Gebären, sondern auch noch das Stillen überlassen müssen. Wozu haben Männer überhaupt Brustwarzen, wenn sie nicht einmal ihr Kind mit gesunder Vatermilch stillen können? Vor vier Jahren stellte ich diese schlichte Frage der Redaktion des 3sat-Wissenschaftsmagazins nano. Bis heute kam keine Antwort. Entweder fanden sie …
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Blog Luise Pusch
aus Wir machen uns unsere Sprache selber: Ein Feminar. Sechsunddreißigste Lektion. Wir wissen schon lange, dass es nicht leicht ist, über Frauen zu schreiben, uns fehlen einfach die Worte. Vieles haben wir bereits zurechtgerückt; wir haben die Ratsfrau, die Amtfrau und die PhysikerInnen; statt Wenn man sein Kind stillt sagen wir heute Wenn frau ihr Kind stillt, und das Pronomen frau steht sogar seit 2006 im Duden (30 Jahre hats gebraucht!). Über die passenden Pendants zu Bauherr (Baufrau?) und Schirmherr (Schirmfrau?) wird noch diskutiert. Kaum diskutiert wird der Mangel an weiblichen Formen in der deutschen Sprache, obwohl doch die weiblichen …
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Aus: Wir machen uns unsere Sprache selber: Ein Feminar. Fünfunddreißigste Lektion. Zuerst bekam ich die Kopie eines Protestbriefs von Heide Göttner-Abendroth an den Wagenbach Verlag wegen des phallischen Titelbilds zu dem Buch: Vulva: Die Enthüllung des “unsichtbaren Geschlechts” von Mithu M. Sanyal: Das sehr kundige Buch ist doch dem Thema “Vulva” gewidmet, darum verstehen wir nicht, wieso das unsichtbare Gechlecht, das Sie doch “enthüllen” wollen, sogleich wieder unsichtbar gemacht wird? Noch dazu durch eine dicken, großen Baumstamm, dessen sexuelle Analogie deutlich genug ist. Ein dicker “Penis” und eine kleine Frau mit unsichtbarer Vulva, von der nur die gespreizten Beine zu …
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Blog Luise Pusch
Meine Freundin Brigitta Huhnke, promovierte Medienwissenschaftlerin, lebt am Puls der Zeit und beschickt mich regelmäßig mit den gröbsten Klöpsen aus dem Reich der fortschreitenden Patriarchose, so dass mir bisweilen schon vor dem Frühstück übel wird (wegen des Zeitunterschieds zwischen Hamburg und Boston). Heute früh informierte sie mich über die Flatrate im Bordell und schickte Links zu Artikeln in der Frankfurter Rundschau. Ich habe keine Lust, diese Links hier einzubauen. Informieren Sie sich selbst bei Google oder Bing; Sie werden mehr finden, als Sie jemals wissen wollten. Erfunden wurde das Flatrate-Bordell im März in Berlin; eine Bordellbesitzerin wollte mit diesem Schnäppchen-Angebot …
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Blog Luise Pusch
aus: Wir machen uns unsere Sprache selber: Ein Feminar. Vierunddreißigste Lektion. Es ist schon ein paar Monate her, da hörte ich in einem bayrischen Heimatfilm die Bauersleute um eine entsprungene Kalbin bangen. (Offenbar reißen Kalbinnen überhaupt gerne mal aus, wie hier nachzulesen.) Das Wort Kalbin war mir bis dahin nie begegnet. Um herauszufinden, ob es sich um eine kühne Erfindung der Drehbuchautorin oder um ein echtes Wort handelte, schlug ich nach im Grimmschen Wörterbuch. Über Kälber hat es endlos viel zu sagen, das geht von Kalb über Kälberbröschen, Kälberdreck, kälberieren, Kälberfusz, Kälbermagd, Kälbermut, kälbernärrisch, Kälbersucht, Kälberschisz bis Kalbin und noch …
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Aus Wir machen uns unsere Sprache selber: Ein Feminar. Dreiunddreißigste Lektion. Eine Base ist auch nicht mehr das, was sie mal war. Ännchens berühmte Arie aus dem Freischütz beginnt mit den Worten: Einst träumte meiner selgen Base
Das ist noch nichtmal 200 Jahre her, und schon sind fast alle Wörter Ännchens nicht mehr in Gebrauch. Heute müsste sie stattdessen singen: Meine verstorbene Tante hat mal geträumt
Früher bedeutete Base Schwester des Vaters (Muhme war die Schwester der Mutter, so genau nahm man das damals). Dann übernahm Muhme auch die Funktion der Base, und die “Base” verjüngte sich zu Tochter …
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Blog Luise Pusch
Sie sind auf der Suche nach einem schönen Namen für Ihre Tochter? Wie wäre es mit arka (gesprochen Scharka)? 1names.de meldet: “arka ist auf Platz 111 der beliebtesten weiblichen Vornamen von insgesamt 21397 weiblichen Namen. Für den Namen wurden bereits 250 Stimmen abgegeben. Und ein Thomas gesteht auf derselben Seite: Meine Freundin hat diesen Namen. Er gefiel mir vom ersten Augenblick an, es war Liebe auf den ersten Blick. So erging es auch dem Helden Ctirad mit arka, und er zahlte dafür mit dem Leben. Denn die arka der tschechischen Sage vom “Mädchenkrieg” war eine listenreiche und unerbittliche Rächerin. Aber …
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Blog Luise Pusch
Eine Neuheit aus dem Bereich Damenunterwäsche ist anzukündigen. Regelmäßig schickt mir die Firma Tchibo ihre aufregenden Infos; vor kurzem bekam ich diese Mitteilung: Die Sprache der Verführung Liebe Frau Pusch, diese neue Wäsche-Kollektion spricht für sich! Tolle Basics, transparente Wäsche, wilde Animal Prints, Bodyforming- und Seamless-Wäsche in drei klassischen Farben zeigen ihre ganze Schönheit in all ihren atemberaubenden Facetten. Ihr Tchibo.de-Team >zum Shop Ich hätte erwartet, dass die “tollen Basics” etc. MEINE Schönheit in all ihren atemberaubenden Facetten zeigen sollten, aber die Unhöflinge von Tchibo hatten das ihre klein geschrieben. Also meinten sie wohl nur die atemberaubende Schönheit ihrer Tchibo-Dessous. …
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12:22
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Blog Luise Pusch
Ende März berichtete der Hochschwarzwald-Kurier über die Internationale Deutsche Meisterschaft der Bartträger in Schluchsee. Ja ist denn das Barttragen eine Sportart? Da wäre ja sogar eine Meisterschaft der Langschläfer sinnvoller: Wer am längsten schlafen kann, wird Meister. Gleich kommt uns der Tod in den Sinn, ewig währt am längsten. Der Tod ist ja auch ein Meister - aus Deutschland, dem Land der Meister und Gartenzwerge. Tatsächlich sehen die Bartträger des Vollbartclubs Groß-Schluchsee, die sich für die Meisterschaft stolz ablichten ließen, aus wie eine Riege Gartenzwerge. Die Zeitung behandelt das haarige Thema als liebenswerte Skurrilität und zitiert aus dem launigen Grußwort …
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20:21
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Blog Luise Pusch
Aus Wir machen uns unsere Sprache selber: Ein Feminar. Zweiunddreißigste Lektion. Heute meldete die dpa: Nur etwas mehr als die Hälfte der Deutschen kennt die Bedeutung des Pfingstfestes. Das ist das Ergebnis einer Umfrage für die «Bild am Sonntag». Demnach wissen 49 Prozent nicht, dass an den beiden Feiertagen der «Ausgießung des Heiligen Geistes» und der Gründung der Kirche gedacht wird. Was hingegen die dpa und Bild am Sonntag nicht wissen: Der Heilige Geist ist aus der Mode, heute reden wir stattdessen von der Heiligen Geistkraft (Bibel in gerechter Sprache). Andere sagen wohl auch Heilige Geistin. Gemeinsam ist den Neufassungen, …
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20:21
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Blog Luise Pusch
Aus Wir machen uns unsere Sprache selber: Ein Feminar. Zweiunddreißigste Lektion. Heute meldete die dpa: Nur etwas mehr als die Hälfte der Deutschen kennt die Bedeutung des Pfingstfestes. Das ist das Ergebnis einer Umfrage für die «Bild am Sonntag». Demnach wissen 49 Prozent nicht, dass an den beiden Feiertagen der «Ausgießung des Heiligen Geistes» und der Gründung der Kirche gedacht wird. Was hingegen die dpa und Bild am Sonntag nicht wissen: Der Heilige Geist ist aus der Mode, heute reden wir stattdessen von der Heiligen Geistkraft (Bibel in gerechter Sprache). Andere sagen wohl auch Heilige Geistin. Gemeinsam ist den Neufassungen, …
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20:09
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Blog Luise Pusch
Aus Wir machen uns unsere Sprache selber: Ein Feminar. Einunddreißigste Lektion. Im Vorfeld der gestrigen Wahl des Bundespräsidenten konnte frau unter Laborbedingungen studieren, dass eine Bundespräsidentin zumindest sprachlich gar nicht vorgesehen ist. Alle redeten nur von der Bundespräsidentenwahl und vom Amt des Bundespräsidenten - als handele es sich um die Wiederwahl des Präsidenten, nicht um eine Wahl zwischen einer Kandidatin und einem Kandidaten. Es gibt im Deutschen keine einfache, elegante Art, die Frau ins Bild zu bringen. Wer sich gerecht ausdrücken und nichts präjudizieren wollte, musste zum Staatsoberhaupt oder zur Verdoppelung greifen: Heute wird die Bundespräsidentin bzw. der Bundespräsident gewählt. …
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20:09
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Blog Luise Pusch
Aus Wir machen uns unsere Sprache selber: Ein Feminar. Einunddreißigste Lektion. Im Vorfeld der gestrigen Wahl des Bundespräsidenten konnte frau unter Laborbedingungen studieren, dass eine Bundespräsidentin zumindest sprachlich gar nicht vorgesehen ist. Alle redeten nur von der Bundespräsidentenwahl und vom Amt des Bundespräsidenten - als handele es sich um die Wiederwahl des Präsidenten, nicht um eine Wahl zwischen einer Kandidatin und einem Kandidaten. Es gibt im Deutschen keine einfache, elegante Art, die Frau ins Bild zu bringen. Wer sich gerecht ausdrücken und nichts präjudizieren wollte, musste zum Staatsoberhaupt oder zur Verdoppelung greifen: Heute wird die Bundespräsidentin bzw. der Bundespräsident gewählt. …
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11:41
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Blog Luise Pusch
Unser TV-Dinner nehmen wir meist zu den heute-Nachrichten plus Kulturzeit ein. Vorgestern moderierte die coole Andrea Meier. U.a. ging es um Judith Hermanns neues Buch Alice, zu dem als Expertin Iris Radisch interviewt wurde. Radisch resümierte zunächst vergnügt, dieser Erzählkranz sei wirklich ein großes Männersterben, und auf die abschließende Frage Nehmen Sie denn dieser Figur Alice die 40 Jahre ab? erläuterte sie: In den beiden früheren Büchern waren das ja immer Frauen, die eigentlich so vor dem Leben standen, die sind noch nicht richtig rübergesprungen und haben noch nicht teilgenommen, die schnupperten an allem nur, aber im Grunde hatten sie …
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11:41
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Blog Luise Pusch
Unser TV-Dinner nehmen wir meist zu den heute-Nachrichten plus Kulturzeit ein. Vorgestern moderierte die coole Andrea Meier. U.a. ging es um Judith Hermanns neues Buch Alice, zu dem als Expertin Iris Radisch interviewt wurde. Radisch resümierte zunächst vergnügt, dieser Erzählkranz sei wirklich ein großes Männersterben, und auf die abschließende Frage Nehmen Sie denn dieser Figur Alice die 40 Jahre ab? erläuterte sie: In den beiden früheren Büchern waren das ja immer Frauen, die eigentlich so vor dem Leben standen, die sind noch nicht richtig rübergesprungen und haben noch nicht teilgenommen, die schnupperten an allem nur, aber im Grunde hatten sie …
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16:27
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Vom 24. bis 28. April verbrachten wir ein verlängertes Wochenende im Ruppiner Land und in Berlin. Freitag bis Sonntag wohnten wir in einem Hotel am Beetzer See in der Nähe von Kremmen. Kremmen erinnerte mich an Hohen Kremmen aus Fontanes Effi Briest, auch sah ich auf der Karte, dass es nicht weit von Fontanes Geburtsort Neuruppin entfernt liegt. Also packte ich eine handliche Auswahl von Fontanes Wanderungen durch die Mark Brandenburg ein. Darin fand ich folgende Ausführungen über Mathilde von Rohrs literarischen Salon: So waren die Abende bei Fräulein von Rohr, deren ich
zahllose verlebte. Der Charakter war immer …
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16:27
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Blog Luise Pusch
Vom 24. bis 28. April verbrachten wir ein verlängertes Wochenende im Ruppiner Land und in Berlin. Freitag bis Sonntag wohnten wir in einem Hotel am Beetzer See in der Nähe von Kremmen. Kremmen erinnerte mich an Hohen Kremmen aus Fontanes Effi Briest, auch sah ich auf der Karte, dass es nicht weit von Fontanes Geburtsort Neuruppin entfernt liegt. Also packte ich eine handliche Auswahl von Fontanes Wanderungen durch die Mark Brandenburg ein. Darin fand ich folgende Ausführungen über Mathilde von Rohrs literarischen Salon: So waren die Abende bei Fräulein von Rohr, deren ich
zahllose verlebte. Der Charakter war immer …
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[Für die, die Teil 1 und 2 dieser Abhandlung nicht gelesen haben: Es geht - ausgelöst durch den Frauen- und Mädchenmord in Winnenden - um Antworten auf häufige Fragen und Vorwürfe in der Debatte um die epidemische Gewalt von Männern gegen Frauen, die immer brutaler wird. Wer oder was ist schuld? Was können wir tun? Das sind natürlich Fragen gewaltigen Ausmaßes; ihre Erörterung bedarf vieler DenkerInnen und könnte Bände füllen. Dennoch brauchen wir für Argumentationszwecke oft schnell eine kurze, überzeugende Antwort. Dafür sind diese Vorschläge gedacht. (Zum schnellen Auffinden: Die Kurzfassung der Antworten ist jeweils fettgedruckt.)] 4. Es gibt doch …
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16:41
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[Für die, die Teil 1 und 2 dieser Abhandlung nicht gelesen haben: Es geht - ausgelöst durch den Frauen- und Mädchenmord in Winnenden - um Antworten auf häufige Fragen und Vorwürfe in der Debatte um die epidemische Gewalt von Männern gegen Frauen, die immer brutaler wird. Wer oder was ist schuld? Was können wir tun? Das sind natürlich Fragen gewaltigen Ausmaßes; ihre Erörterung bedarf vieler DenkerInnen und könnte Bände füllen. Dennoch brauchen wir für Argumentationszwecke oft schnell eine kurze, überzeugende Antwort. Dafür sind diese Vorschläge gedacht. (Zum schnellen Auffinden: Die Kurzfassung der Antworten ist jeweils fettgedruckt.)] 4. Es gibt doch …
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15:12
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Blog Luise Pusch
Für die, die den ersten Teil dieser Abhandlung nicht gelesen haben: Es geht - ausgelöst durch den Frauen- und Mädchenmord in Winnenden - um Antworten auf häufige Fragen und Vorwürfe in der Debatte um die epidemische Gewalt von Männern gegen Frauen, die immer brutaler wird. Wer oder was ist schuld? Was können wir tun? Das sind natürlich Fragen gewaltigen Ausmaßes; ihre Erörterung bedarf vieler DenkerInnen und könnte Bände füllen. Dennoch brauchen wir für Argumentationszwecke oft schnell eine kurze, überzeugende Antwort. Dafür sind diese Vorschläge gedacht. (Zum schnellen Auffinden: Die Kurzfassung der Antworten ist jeweils fettgedruckt.) 3. Wer erzieht denn die …
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15:12
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Für die, die den ersten Teil dieser Abhandlung nicht gelesen haben: Es geht - ausgelöst durch den Frauen- und Mädchenmord in Winnenden - um Antworten auf häufige Fragen und Vorwürfe in der Debatte um die epidemische Gewalt von Männern gegen Frauen, die immer brutaler wird. Wer oder was ist schuld? Was können wir tun? Das sind natürlich Fragen gewaltigen Ausmaßes; ihre Erörterung bedarf vieler DenkerInnen und könnte Bände füllen. Dennoch brauchen wir für Argumentationszwecke oft schnell eine kurze, überzeugende Antwort. Dafür sind diese Vorschläge gedacht. (Zum schnellen Auffinden: Die Kurzfassung der Antworten ist jeweils fettgedruckt.) 3. Wer erzieht denn die …
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14:18
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Blog Luise Pusch
Seit ich vor drei Wochen meine und Brigitta Huhnkes Kommentare zum Frauenmord in Winnenden veröffentlichte, tobt auf femBio.org ein heftiger Streit zwischen Frauen und Männern.** Einige wenige Frauen unterstützen die Männer und werfen den anderen Frauen u.a. Männerhass und Steinzeitfeminismus vor. Leider kann die Steinzeit sich nicht mehr beschweren, dass sie immer für Schimpfworte herhalten muss. Ich stehe natürlich auf Seiten der weiblichen Mehrheit, die sich aus Feministinnen und anderen nachdenklichen Frauen zusammensetzt. In dem Konflikt habe ich mich allerdings nicht oft geäußert, aus Zeitmangel und weil ich in 30 Jahren feministischer Auseinandersetzung mit Männern gelernt habe, dass feindselige Männer …
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14:18
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Blog Luise Pusch
Seit ich vor drei Wochen meine und Brigitta Huhnkes Kommentare zum Frauenmord in Winnenden veröffentlichte, tobt auf femBio.org ein heftiger Streit zwischen Frauen und Männern.** Einige wenige Frauen unterstützen die Männer und werfen den anderen Frauen u.a. Männerhass und Steinzeitfeminismus vor. Leider kann die Steinzeit sich nicht mehr beschweren, dass sie immer für Schimpfworte herhalten muss. Ich stehe natürlich auf Seiten der weiblichen Mehrheit, die sich aus Feministinnen und anderen nachdenklichen Frauen zusammensetzt. In dem Konflikt habe ich mich allerdings nicht oft geäußert, aus Zeitmangel und weil ich in 30 Jahren feministischer Auseinandersetzung mit Männern gelernt habe, dass feindselige Männer …
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11:02
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Zum Wochenende erschien in vielen Zeitungen des Landes ein Artikel mit der Überschrift Offener Brief der Opferfamilien aus Winnenden. Auch die TV-Nachrichten berichteten darüber ausführlich. Im Vorspann zu dem Brief heißt es: Die Familien von fünf beim Amoklauf getöteten Schülern (m.H) haben in einem offenen Brief Konsequenzen gefordert. Die Familien schreiben an Bundespräsident Köhler, Kanzlerin Merkel und Baden-Württembergs Ministerpräsident Oettinger. Wahr ist, dass die Familien von fünf ermordeten Schülerinnen den Brief verfaßt haben: Die Schülerinnen heißen: Steffie Kleisch, Selina Marx, Viktorija Minasenko, Nicole Nalepa und Jana Schober. Die Familien fordern viele wichtige und überfällige Maßnahmen: bessere Waffengesetze, weniger Gewalt im …
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Blog Luise Pusch
Zum Wochenende erschien in vielen Zeitungen des Landes ein Artikel mit der Überschrift Offener Brief der Opferfamilien aus Winnenden. Auch die TV-Nachrichten berichteten darüber ausführlich. Im Vorspann zu dem Brief heißt es: Die Familien von fünf beim Amoklauf getöteten Schülern (m.H) haben in einem offenen Brief Konsequenzen gefordert. Die Familien schreiben an Bundespräsident Köhler, Kanzlerin Merkel und Baden-Württembergs Ministerpräsident Oettinger. Wahr ist, dass die Familien von fünf ermordeten Schülerinnen den Brief verfaßt haben: Die Schülerinnen heißen: Steffie Kleisch, Selina Marx, Viktorija Minasenko, Nicole Nalepa und Jana Schober. Die Familien fordern viele wichtige und überfällige Maßnahmen: bessere Waffengesetze, weniger Gewalt im …
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Zum Wochenende erschien in vielen Zeitungen des Landes ein Artikel mit der Überschrift Offener Brief der Opferfamilien aus Winnenden. Auch die TV-Nachrichten berichteten darüber ausführlich. Im Vorspann zu dem Brief heißt es: Die Familien von fünf beim Amoklauf getöteten Schülern (m.H) haben in einem offenen Brief Konsequenzen gefordert. Die Familien schreiben an Bundespräsident Köhler, Kanzlerin Merkel und Baden-Württembergs Ministerpräsident Oettinger. Wahr ist, dass die Familien von fünf ermordeten Schülerinnen den Brief verfaßt haben: Die Schülerinnen heißen: Steffie Kleisch, Selina Marx, Viktorija Minasenko, Nicole Nalepa und Jana Schober. Die Familien fordern viele wichtige und überfällige Maßnahmen: bessere Waffengesetze, weniger Gewalt im …
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15:32
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Blog Luise Pusch
Stellen Sie sich vor, ein junger Deutscher erschießt an einer deutschen Schule elf Menschen, zehn davon mit Migrationshintergrund, sieben weitere MigrantInnen schießt er krankenhausreif. Oder: In den USA stürmt ein Weißer in die Schule und erschießt zehn Schwarze und einen Weißen. Weitere sieben Schwarze schießt er krankenhausreif. Glauben Sie, über das Motiv der Taten hätten Deutschland oder die USA auch nur eine Minute lang gerätselt? Nein - zu Recht wäre extremer Fremden- bzw. Rassenhass vermutet worden, von den Medien, den Behörden, der Bevölkerung und der Polizei. Der Massenmörder von Winnenden hat an der Schule acht Schülerinnen und einen Schüler erschossen, …
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15:32
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Blog Luise Pusch
Stellen Sie sich vor, ein junger Deutscher erschießt an einer deutschen Schule elf Menschen, zehn davon mit Migrationshintergrund, sieben weitere MigrantInnen schießt er krankenhausreif. Oder: In den USA stürmt ein Weißer in die Schule und erschießt zehn Schwarze und einen Weißen. Weitere sieben Schwarze schießt er krankenhausreif. Glauben Sie, über das Motiv der Taten hätten Deutschland oder die USA auch nur eine Minute lang gerätselt? Nein - zu Recht wäre extremer Fremden- bzw. Rassenhass vermutet worden, von den Medien, den Behörden, der Bevölkerung und der Polizei. Der Massenmörder von Winnenden hat an der Schule acht Schülerinnen und einen Schüler erschossen, …
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13:37
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Vorbemerkung: Immer wieder wurde ich in den letzten Tagen und Wochen gefragt, wie es zu Ausdrücken wie “Mutterkonzern” und “Tochtergesellschaft” komme. Meinem Unmut über diese sprachlichen Missbildungen habe ich schon vor Jahrzehnten in einer Glosse Luft gemacht. Sie trug den Titel “Wir leben im Matriarchat” (1983). Für den heutigen Gebrauch habe ich - aus gegebenem Anlass - nur einige Akteure, ach was: Akteurinnen ausgetauscht. In den Industrienationen hat die Gebärfräudigkeit der Frauen letzthin erschreckend nachgelassen. Während noch bei unseren Groß- und Urgroßmüttern 10-20 Kinder keine Seltenheit waren, ziehen die meisten von uns die Null-Lösung vor. Wo aber nichts hervorgebracht wird, …
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13:37
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Blog Luise Pusch
Vorbemerkung: Immer wieder wurde ich in den letzten Tagen und Wochen gefragt, wie es zu Ausdrücken wie “Mutterkonzern” und “Tochtergesellschaft” komme. Meinem Unmut über diese sprachlichen Missbildungen habe ich schon vor Jahrzehnten in einer Glosse Luft gemacht. Sie trug den Titel “Wir leben im Matriarchat” (1983). Für den heutigen Gebrauch habe ich - aus gegebenem Anlass - nur einige Akteure, ach was: Akteurinnen ausgetauscht. In den Industrienationen hat die Gebärfräudigkeit der Frauen letzthin erschreckend nachgelassen. Während noch bei unseren Groß- und Urgroßmüttern 10-20 Kinder keine Seltenheit waren, ziehen die meisten von uns die Null-Lösung vor. Wo aber nichts hervorgebracht wird, …
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15:33
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Wenn frau sich das Zeit-Magazin Nr. 8 vom 12.2.2009 zur Brust nimmt, kann sie was erleben. Da ich normalerweise weder die Zeit noch das Zeit-Magazin lese, blieb ich verschont, bis meine Freundin Gertrud es mir mit wütenden Kommentaren schickte. Das Titelbild ist eine Reproduktion der berühmten Kampagne Wir haben abgetrieben im Stern, 1971. Beim Umblättern des Titelbilds sehen wir neun Männerporträts, darüber ein schräges Banner: Wir auch! Innendrin ein langer Artikel (der inzwischen auch online nachzulesen ist) über die Leiden der Männer von Frauen, die abgetrieben haben. Gertrud schreibt dazu: So eine heimtückische Manipulation! Ich bin sauer und wütend. Von …
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19:05
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Blog Luise Pusch
Bevor morgen die Oscars verliehen werden, möchte ich hier auflisten, wie ich die Preise gerne verteilt sähe: Bester Film: Milk Beste Hauptdarstellerin: Meryl Streep (Glaubensfrage) Bester Hauptdarsteller: Sean Penn (Milk) Beste Nebendarstellerin: Viola Davis (Glaubensfrage) Bester Nebendarsteller: Philip Seymour Hoffman (Glaubensfrage) Eigentlich kann ich gar nicht mitreden, denn von den oscarnominierten Filmen habe ich nur zwei gesehen (Milk und Glaubensfrage), den Vorleser habe ich immerhin gelesen. Beim Februar-Treffen der Bostoner Wiggies (Women in German) diskutierten wir heftig über den Vorleser, zumal Bernhard Schlink gerade an diversen Universitäten im Raum Boston riesige Besuchsströme angelockt hatte. Verharmlost Schlink die Schuld einer KZ-Aufseherin? …
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Blog Luise Pusch
Gästinglosse von Ursula Müller Andrea Ypsilanti tritt zurück! - Wie gerne hätte ich diese Schlagzeile gelesen! So viele Tritte, so viele davon unter die Gürtellinie, hat Frau Ypsilanti einstecken müssen. Meine Wut darüber schwoll täglich an und ist noch lange nicht verebbt. Natürlich ist es sehr ehrenwert, dass Andrea Ypsilanti nicht Gleiches mit Gleichem vergilt und nun ihrerseits zum Tritt ausholt. Und klug ist es vielleicht auch, so kann sie eventuell noch eine andere Karriere machen. Das halten Sie für ausgeschlossen? Kann sein. Ich setze aber durchaus Hoffnung darauf, dass Andrea Ypsilantis Partei, die sich ja dem Gender Mainstreaming verschrieben …
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23:10
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Blog Luise Pusch
Keine Panik - es gibt sie noch, aber nicht mehr online: Soeben erschien der Band Der Kaiser sagt Ja, und andere Glossen im Wallstein Verlag. Darin findet ihr die folgenden Glossen, die Mitte Februar 2009 aus dem Netz genommen wurden: Alles so konfus hier Auf dem Weihnachtsmarkt Commencement Das Hohelied der Liebe von Edeka Der amerikanische Traum Der Bikinibereich Der Kaiser sagt Ja Die Frau als Nacktschnecke Die kleine Bärjungfrau Die mannhaften 68er Die Mutter aller Geiger Die reine Jungfrau zart Der Deutsche Buchpreis oder Die einzige Dame unter den sechs Herren Die Wohlgesinnten, die Ausgebufften und andere seltsame Titel …
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22:04
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Blog Luise Pusch
Während und nach der Amtseinführung des amerikanischen Präsidenten waren die Medien erfüllt von der historischen Bedeutung der Stunde. Sie zeigten weinende Schwarze auf der Mall, und immer wieder wurde ein Satz zitiert, in vielen Variationen: Ich hätte nie gedacht, dass ich das noch erleben würde. Nicht zu meinen Lebzeiten! Auch hieß es: Erst jetzt fühle ich mich wirklich als Amerikanerin (Amerikaner), fühle, dass dies Land auch mein Land ist.” Immer wenn ich dies hörte, war ich bewegt und freute mich mit über den längst fälligen Fortschritt. Gleichzeitig war ich mächtig sauer. Niemandem fiel es ein, die offenkundige Parallele zu sehen …
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20:45
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Blog Luise Pusch
Aus Wir machen uns unsere Sprache selber: Ein Feminar. Dreißigste Lektion. Vor einer Woche machte mich Daniele Frijia auf einen Artikel in der Badischen Zeitung aufmerksam. Berichtet wurde von den derzeit beliebtesten Namen in Freiburg, dazu brachte die Zeitung noch Kuriositäten und Geschichten rund ums Standesamt. Los gings mit folgender Kuriosität: Euro wollte ein Freiburger Elternpaar sein neugeborenes Mädchen nennen. Kein Problem, wäre es ein Junge gewesen. Stattdessen einigte sich die zuständige Standesbeamtin mit den Eltern auf die eindeutig weibliche Version
Na was glauben Sie wohl?? ... Eurone. Dazu meinte Daniele Frijia trocken: Ich dachte, es müsse Eura heißen, …
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2:05
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Bei unserem Weihnachtstreffen fragte ich meinen Bruder und meine Schwägerin: Und, was wißt Ihr über Obamas Mutter? Sein Vater war schwarz und kam aus Kenya, und sie war weiß und starb an Krebs, sagten sie, sinngemäß. Warum fragst du? Obamas Mutter, Stanley Ann Dunham Soetoro, war Anthropologin und hat eine 800 Seiten starke Dissertation verfaßt. Außerdem war sie eine der ganz frühen Kämpferinnen für Mikrokredite für Frauen. Davon hatten sie bis dahin nichts gehört, immer nur die traurige Geschichte von ihrem Kampf gegen amerikanische Krankenversicherungen vor ihrem frühen Krebstod - und wie das Obama motivierte, sich für die Reform des …
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19:14
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Aus Wir machen uns unsere Sprache selber: Ein Feminar. Neunundzwanzigste Lektion. Letzte Woche schickte mir Anne Knauf vom Mainzer Frauenbüro den Hinweis auf einen Artikel in der Allgemeinen Zeitung vom 8. Januar. Hans Joachim Koppitz, Historiker und Germanist, fordert darin einen sensiblen Umgang mit der deutschen Sprache, insbesondere an der Universität. Wörter wie die Studierendenschaft gefallen ihm nicht, andererseits moniert er, daß nur die Studenten durch ein geschlechtsneutrales Wort ersetzt wurden, nicht aber die Dozenten und die Professoren. Das erinnert an den Witz vom nörgelnden Gast im Restaurant: Erstens schmecke das Essen nicht und zweitens sei die Portion viel zu …
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23:06
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Anfang der Woche bekam ich zwei empörte Zuschriften zum Spiegel-Titel dieser Woche. Zuerst schrieb meine Freundin Evelyn Thriene: Hast Du das Titelblatt des neuen Spiegel schon gesehen? Da ist Obama mit seiner Frau Michelle drauf zu sehen, als Paar, und darüber prangen die Lettern: “Obamas bester Mann”. Offenbar soll der “beste Mann” Michelle sein, das legt jedenfalls das Titelblatt nahe. Und das im Jahr 2009! Einen Tag später schrieb meine Schwester, Mechthild Winkler-Jordan: Der neueste Spiegeltitel: Ehepaar Obama, mit der Titelzeile:“Obamas bester Mann”. Da kam mir doch glatt und immer noch die Galle hoch. Eine Schlagzeile soll Aufmerksamkeit erregen. Dafür …
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23:31
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Doodah, eine Schweizer Ladenkette, die auf Skateboards spezialisiert ist, hat jetzt ganz was Neues zu bieten: Nackte Frauen zum Draufrumtrampeln. Sie bewerben es folgendermaßen: Supermodel Skateboard ...eine Skateboardserie, welche nicht nur Männern den Atem verschlagen wird.
Das Fotografen-Duo Claudia Knoepfel und Stefan Indlekofer scheuten keine Mühe, die schönsten Frauen der Welt stilgerecht auf die Skateboards zu bannen
. darunter Isabeli Fontana, Lara Stone, Toni Garrn und Edita.
Die daraus resultierenden Bilder sind nun als eine limitierte Skateboardserie im doodah erhältlich. Wer würde sich nicht gerne mit einer dieser Schönheiten auf der Strasse sehen lassen? Das Schlüsselwort ist sich-sehen-lassen. Denkbar wären ja auch …
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22:31
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Doodah, eine Schweizer Ladenkette, die auf Skateboards spezialisiert ist, hat jetzt ganz was Neues zu bieten: Nackte Frauen zum Draufrumtrampeln. Sie bewerben es folgendermaßen: Supermodel Skateboard ...eine Skateboardserie, welche nicht nur Männern den Atem verschlagen wird.
Das Fotografen-Duo Claudia Knoepfel und Stefan Indlekofer scheuten keine Mühe, die schönsten Frauen der Welt stilgerecht auf die Skateboards zu bannen
. darunter Isabeli Fontana, Lara Stone, Toni Garrn und Edita.
Die daraus resultierenden Bilder sind nun als eine limitierte Skateboardserie im doodah erhältlich. Wer würde sich nicht gerne mit einer dieser Schönheiten auf der Strasse sehen lassen? Das Schlüsselwort ist sich-sehen-lassen. Denkbar wären ja auch …
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20:34
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Alle Jahre wieder / kommt das Christuskind. Es müßte also schon uralt sein, aber es wird wohl nie erwachsen. Wir aber werden alle Jahre wieder ein ganzes Jahr älter. Oder reifer? Nicht unbedingt. Nur unsere Haut wird immer reifer. Ich war kurz vor Weihnachten in der Apotheke, und an einer Säule prangten gut sichtbar ein paar Flyer, die Auskunft gaben über allerlei Krankheiten und andere Heimsuchungen: Blasenschwäche zum Beispiel, Reife Haut und Kopfläuse. Meine schöne reife Haut auf einer Stufe mit Kopfläusen? Ich war beleidigt. Haben Sie was gegen reife Haut? fragte ich die Apothekerin verstimmt. Ja, sagte die Apothekerin, …
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19:34
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Blog Luise Pusch
Alle Jahre wieder / kommt das Christuskind. Es müßte also schon uralt sein, aber es wird wohl nie erwachsen. Wir aber werden alle Jahre wieder ein ganzes Jahr älter. Oder reifer? Nicht unbedingt. Nur unsere Haut wird immer reifer. Ich war kurz vor Weihnachten in der Apotheke, und an einer Säule prangten gut sichtbar ein paar Flyer, die Auskunft gaben über allerlei Krankheiten und andere Heimsuchungen: Blasenschwäche zum Beispiel, Reife Haut und Kopfläuse. Meine schöne reife Haut auf einer Stufe mit Kopfläusen? Ich war beleidigt. Haben Sie was gegen reife Haut? fragte ich die Apothekerin verstimmt. Ja, sagte die Apothekerin, …
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Alle Jahre wieder / kommt das Christuskind. Es müßte also schon uralt sein, aber es wird wohl nie erwachsen. Wir aber werden alle Jahre wieder ein ganzes Jahr älter. Oder reifer? Nicht unbedingt. Nur unsere Haut wird immer reifer. Ich war kurz vor Weihnachten in der Apotheke, und an einer Säule prangten gut sichtbar ein paar Flyer, die Auskunft gaben über allerlei Krankheiten und andere Heimsuchungen: Blasenschwäche zum Beispiel, Reife Haut und Kopfläuse. Meine schöne reife Haut auf einer Stufe mit Kopfläusen? Ich war beleidigt. Haben Sie was gegen reife Haut? fragte ich die Apothekerin verstimmt. Ja, sagte die Apothekerin, …
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18:40
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Aus Wir machen uns unsere Sprache selber: Ein Feminar. Achtundzwanzigste Lektion Vor 30 Jahren starb Golda Meir. Und vor vierzig Jahren schrieb Dietrich Strothmann unter dem Titel Israels starker Mann in der Zeit (Nr. 30 vom 26.07.1968) folgendes über sie: Sie war nie eine Frau, die schnell klein beigab. Noch in allen kritischen Situationen stand sie ihren Mann in frühen Jahren als Pionier in einem Kibbuz, später als Leiter der Politischen Abteilung der Jewish Agency, als Generalsekretär in der Histadrut-Gewerkschaft, als erster Botschafter in Moskau, Ressortchef und Regierungsmitglied. Mannhaft, fürwahr - der Text erlaubt uns keinen Zweifel daran, dass …
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17:40
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Blog Luise Pusch
Aus Wir machen uns unsere Sprache selber: Ein Feminar. Achtundzwanzigste Lektion Vor 30 Jahren starb Golda Meir. Und vor vierzig Jahren schrieb Dietrich Strothmann unter dem Titel Israels starker Mann in der Zeit (Nr. 30 vom 26.07.1968) folgendes über sie: Sie war nie eine Frau, die schnell klein beigab. Noch in allen kritischen Situationen stand sie ihren Mann in frühen Jahren als Pionier in einem Kibbuz, später als Leiter der Politischen Abteilung der Jewish Agency, als Generalsekretär in der Histadrut-Gewerkschaft, als erster Botschafter in Moskau, Ressortchef und Regierungsmitglied. Mannhaft, fürwahr - der Text erlaubt uns keinen Zweifel daran, dass …
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Aus Wir machen uns unsere Sprache selber: Ein Feminar. Achtundzwanzigste Lektion Vor 30 Jahren starb Golda Meir. Und vor vierzig Jahren schrieb Dietrich Strothmann unter dem Titel Israels starker Mann in der Zeit (Nr. 30 vom 26.07.1968) folgendes über sie: Sie war nie eine Frau, die schnell klein beigab. Noch in allen kritischen Situationen stand sie ihren Mann in frühen Jahren als Pionier in einem Kibbuz, später als Leiter der Politischen Abteilung der Jewish Agency, als Generalsekretär in der Histadrut-Gewerkschaft, als erster Botschafter in Moskau, Ressortchef und Regierungsmitglied. Mannhaft, fürwahr - der Text erlaubt uns keinen Zweifel daran, dass …
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15:30
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Blog Luise Pusch
Aus Wir machen unsere Sprache selber: Ein Feminar. Siebenundzwanzigste Lektion. Gleich mehrere Freundinnen aus Hamburg schrieben mir empört von folgender Entgleisung ihres Ersten Bürgermeisters Ole von Beust (CDU) im Hamburger Abendblatt. Unter dem Titel “Wir können jetzt kein Füllhorn ausschütten” erschien am 29. November ein Interview mit Beust über die Finanzkrise. Darin lesen wir u.a.: Abendblatt: “Wirtschaftsminister Glos sagt, er würde sich ja gerne stärker einbringen, werde aber leider von der Kanzlerin zurückgepfiffen…” Beust: “Der ist doch ein gestandenes Mannsbild. Dass sich Michael Glos von einer Frau zurückpfeifen lässt, kann ich mir nicht vorstellen”. Nun war die Formulierung der beiden …
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Aus Wir machen unsere Sprache selber: Ein Feminar. Siebenundzwanzigste Lektion. Gleich mehrere Freundinnen aus Hamburg schrieben mir empört von folgender Entgleisung ihres Ersten Bürgermeisters Ole von Beust (CDU) im Hamburger Abendblatt. Unter dem Titel “Wir können jetzt kein Füllhorn ausschütten” erschien am 29. November ein Interview mit Beust über die Finanzkrise. Darin lesen wir u.a.: Abendblatt: “Wirtschaftsminister Glos sagt, er würde sich ja gerne stärker einbringen, werde aber leider von der Kanzlerin zurückgepfiffen...” Beust: “Der ist doch ein gestandenes Mannsbild. Dass sich Michael Glos von einer Frau zurückpfeifen lässt, kann ich mir nicht vorstellen”. Nun war die Formulierung der beiden …
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Aus Wir machen unsere Sprache selber: Ein Feminar. Siebenundzwanzigste Lektion. Gleich mehrere Freundinnen aus Hamburg schrieben mir empört von folgender Entgleisung ihres Ersten Bürgermeisters Ole von Beust (CDU) im Hamburger Abendblatt. Unter dem Titel “Wir können jetzt kein Füllhorn ausschütten” erschien am 29. November ein Interview mit Beust über die Finanzkrise. Darin lesen wir u.a.: Abendblatt: “Wirtschaftsminister Glos sagt, er würde sich ja gerne stärker einbringen, werde aber leider von der Kanzlerin zurückgepfiffen...” Beust: “Der ist doch ein gestandenes Mannsbild. Dass sich Michael Glos von einer Frau zurückpfeifen lässt, kann ich mir nicht vorstellen”. Nun war die Formulierung der beiden …
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Aus: Wir machen uns unsere Sprache selber: Ein Feminar. Sechsundzwanzigste Lektion. Neulich schrieb meine Freundin Andrea Schweers aus Bremen in einem Kommentar: Anfrage an die Feminar-Zentrale: Seitdem das wunderbare Bremer Beginenhof-Projekt vor einigen Jahren in finanzielle Turbulenzen geriet und ein Insolvenzverwalter die noch freien Wohnungen vergibt, sind dort einige Männer eingezogen. Die Beginen sehen es, je nach Einstellung, gelassen oder voller Wut. Auf jeden Fall taucht nun aber natürlich die Frage auf, wie diese Männer zu bezeichnen sind: Begineriche? Liebe Andrea - Begineriche ist natürlich sehr ausdrucksstark und unmittelbar ansprechend. Die Kurzfassung wäre dann Beginer, was sofort den Beginner auf …
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Aus: Wir machen uns unsere Sprache selber: Ein Feminar. Sechsundzwanzigste Lektion. Neulich schrieb meine Freundin Andrea Schweers aus Bremen in einem Kommentar: Anfrage an die Feminar-Zentrale: Seitdem das wunderbare Bremer Beginenhof-Projekt vor einigen Jahren in finanzielle Turbulenzen geriet und ein Insolvenzverwalter die noch freien Wohnungen vergibt, sind dort einige Männer eingezogen. Die Beginen sehen es, je nach Einstellung, gelassen oder voller Wut. Auf jeden Fall taucht nun aber natürlich die Frage auf, wie diese Männer zu bezeichnen sind: Begineriche? Liebe Andrea - Begineriche ist natürlich sehr ausdrucksstark und unmittelbar ansprechend. Die Kurzfassung wäre dann Beginer, was sofort den Beginner auf …
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Aus: Wir machen uns unsere Sprache selber: Ein Feminar. Sechsundzwanzigste Lektion. Neulich schrieb meine Freundin Andrea Schweers aus Bremen in einem Kommentar: Anfrage an die Feminar-Zentrale: Seitdem das wunderbare Bremer Beginenhof-Projekt vor einigen Jahren in finanzielle Turbulenzen geriet und ein Insolvenzverwalter die noch freien Wohnungen vergibt, sind dort einige Männer eingezogen. Die Beginen sehen es, je nach Einstellung, gelassen oder voller Wut. Auf jeden Fall taucht nun aber natürlich die Frage auf, wie diese Männer zu bezeichnen sind: Begineriche? Liebe Andrea - Begineriche ist natürlich sehr ausdrucksstark und unmittelbar ansprechend. Die Kurzfassung wäre dann Beginer, was sofort den Beginner auf …
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Gestern mußte ich am Hauptbahnhof Hannover vier Minuten auf meine U-Bahn warten. Direkt vor uns Wartenden hatte sich zwischen den Gleisen unentrinnbar ein riesiges Reklameschild von Lavazza aufgepflanzt: Offenbar eine Anspielung auf Romulus und Remus und die römische Wölfin: Gezeigt wird eine wild blickende Frau, unter ihrem Gesäuge sitzen zwei herzige Kindlein unklaren Geschlechts. Der Rücken der schönen Wilden ist mit einem knappen Fell bedeckt, das aber - Gott bewahre - nicht etwa den Blick auf die superlangen Beine verdeckt. Was das Bild mit Lavazza Espresso zu tun hat, konnte ich nicht so schnell erkennen, nur die Anspielung auf Rom …
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Gestern mußte ich am Hauptbahnhof Hannover vier Minuten auf meine U-Bahn warten. Direkt vor uns Wartenden hatte sich zwischen den Gleisen unentrinnbar ein riesiges Reklameschild von Lavazza aufgepflanzt: Offenbar eine Anspielung auf Romulus und Remus und die römische Wölfin: Gezeigt wird eine wild blickende Frau, unter ihrem Gesäuge sitzen zwei herzige Kindlein unklaren Geschlechts. Der Rücken der schönen Wilden ist mit einem knappen Fell bedeckt, das aber - Gott bewahre - nicht etwa den Blick auf die superlangen Beine verdeckt. Was das Bild mit Lavazza Espresso zu tun hat, konnte ich nicht so schnell erkennen, nur die Anspielung auf Rom …
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Gestern mußte ich am Hauptbahnhof Hannover vier Minuten auf meine U-Bahn warten. Direkt vor uns Wartenden hatte sich zwischen den Gleisen unentrinnbar ein riesiges Reklameschild von Lavazza aufgepflanzt: Offenbar eine Anspielung auf Romulus und Remus und die römische Wölfin: Gezeigt wird eine wild blickende Frau, unter ihrem Gesäuge sitzen zwei herzige Kindlein unklaren Geschlechts. Der Rücken der schönen Wilden ist mit einem knappen Fell bedeckt, das aber - Gott bewahre - nicht etwa den Blick auf die superlangen Beine verdeckt. Was das Bild mit Lavazza Espresso zu tun hat, konnte ich nicht so schnell erkennen, nur die Anspielung auf Rom …
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Nichts gegen Bücher zum Einschlafen! Für Menschen mit Schlafstörungen sind sie ein Segen. Und da wir immer älter werden und somit immer schlechter schlafen, brauchen wir ein wirksames Mittel gegen Schlafstörungen. Ich habe eins gefunden. Schon vor Jahren wollte ich eine Glosse über Bücher zum Einschlafen schreiben, aber meine Recherchen und mein Selbstversuch sind erst jetzt zur Reife gelangt, dank einer bösen Schlafkrise im Sommer. Das Ratgeberbuch Say Good Night to Insomnia hatte leider bei mir den gegenteiligen Effekt, genau wie die Werke von unserem Schlafpapst Zulley: Die Sorge, ob ich auch alle Ratschläge der Experten befolgt hatte, machte mich …
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Nichts gegen Bücher zum Einschlafen! Für Menschen mit Schlafstörungen sind sie ein Segen. Und da wir immer älter werden und somit immer schlechter schlafen, brauchen wir ein wirksames Mittel gegen Schlafstörungen. Ich habe eins gefunden. Schon vor Jahren wollte ich eine Glosse über Bücher zum Einschlafen schreiben, aber meine Recherchen und mein Selbstversuch sind erst jetzt zur Reife gelangt, dank einer bösen Schlafkrise im Sommer. Das Ratgeberbuch Say Good Night to Insomnia hatte leider bei mir den gegenteiligen Effekt, genau wie die Werke von unserem Schlafpapst Zulley: Die Sorge, ob ich auch alle Ratschläge der Experten befolgt hatte, machte mich …
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Nichts gegen Bücher zum Einschlafen! Für Menschen mit Schlafstörungen sind sie ein Segen. Und da wir immer älter werden und somit immer schlechter schlafen, brauchen wir ein wirksames Mittel gegen Schlafstörungen. Ich habe eins gefunden. Schon vor Jahren wollte ich eine Glosse über Bücher zum Einschlafen schreiben, aber meine Recherchen und mein Selbstversuch sind erst jetzt zur Reife gelangt, dank einer bösen Schlafkrise im Sommer. Das Ratgeberbuch Say Good Night to Insomnia hatte leider bei mir den gegenteiligen Effekt, genau wie die Werke von unserem Schlafpapst Zulley: Die Sorge, ob ich auch alle Ratschläge der Experten befolgt hatte, machte mich …
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Aus Wir machen uns unsere Sprache selber: Ein Feminar: Fünfundzwanzigste Lektion. Der amerikanische Präsident wird nicht vom Volk, sondern von Wahlmännern gewählt - hörten wir in der vergangenen Woche wieder und wieder in den Medien. Nur ganz wenige sprachen von Wahlmännern und -frauen - oder gar Wahlfrauen und -männern. Auf Englisch heißen die Wahlfrauen und -männer electors (geschlechtsneutral); sie bilden das electoral college, das Wahlkollegium. Weitere technische Einzelheiten zum Wahlsystem der USA erfahren Sie hier. Solange in den USA nur Männer wählen durften (bis 1920), war die Übersetzung Wahlmänner korrekt. Seither aber hätte mann die obsolete Bezeichnung gern schon mal …
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12:29
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Aus Wir machen uns unsere Sprache selber: Ein Feminar: Fünfundzwanzigste Lektion. Der amerikanische Präsident wird nicht vom Volk, sondern von Wahlmännern gewählt - hörten wir in der vergangenen Woche wieder und wieder in den Medien. Nur ganz wenige sprachen von Wahlmännern und -frauen - oder gar Wahlfrauen und -männern. Auf Englisch heißen die Wahlfrauen und -männer electors (geschlechtsneutral); sie bilden das electoral college, das Wahlkollegium. Weitere technische Einzelheiten zum Wahlsystem der USA erfahren Sie hier. Solange in den USA nur Männer wählen durften (bis 1920), war die Übersetzung Wahlmänner korrekt. Seither aber hätte mann die obsolete Bezeichnung gern schon mal …
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Aus Wir machen uns unsere Sprache selber: Ein Feminar: Fünfundzwanzigste Lektion. Der amerikanische Präsident wird nicht vom Volk, sondern von Wahlmännern gewählt - hörten wir in der vergangenen Woche wieder und wieder in den Medien. Nur ganz wenige sprachen von Wahlmännern und -frauen - oder gar Wahlfrauen und -männern. Auf Englisch heißen die Wahlfrauen und -männer electors (geschlechtsneutral); sie bilden das electoral college, das Wahlkollegium. Weitere technische Einzelheiten zum Wahlsystem der USA erfahren Sie hier. Solange in den USA nur Männer wählen durften (bis 1920), war die Übersetzung Wahlmänner korrekt. Seither aber hätte mann die obsolete Bezeichnung gern schon mal …
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Aus: Wir machen uns unsere Sprache selber: Ein Feminar. Vierundzwanzigste Lektion. Letzte Woche hielt ich einen Vortrag bei der Jahrestagung der Gerda-Weiler-Stiftung zum Thema Muttersprache. Ich traf dort auch Dagmar Margotsdotter-Fricke wieder, deren schöne Wortschöpfung Fräude ich hier vor einem halben Jahr fräudig vorgestellt habe und inzwischen erfräulich oft benutzen konnte. Nun ist wieder eine geniale Eingebung von Dagmar zu vermelden: Das Wort Patriarchose. In ihrem neuen Buch Die gute Mär: Mutterkunde im Märchen führt Dagmar zur Begründung aus, das Patriarchat sei eine wahnhafte Erkrankung der Menschheit. Die Umbenennung zur Patriarchose sei aber auch tröstlich gemeint - immerhin könne eine …
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11:14
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Aus: Wir machen uns unsere Sprache selber: Ein Feminar. Vierundzwanzigste Lektion. Letzte Woche hielt ich einen Vortrag bei der Jahrestagung der Gerda-Weiler-Stiftung zum Thema Muttersprache. Ich traf dort auch Dagmar Margotsdotter-Fricke wieder, deren schöne Wortschöpfung Fräude ich hier vor einem halben Jahr fräudig vorgestellt habe und inzwischen erfräulich oft benutzen konnte. Nun ist wieder eine geniale Eingebung von Dagmar zu vermelden: Das Wort Patriarchose. In ihrem neuen Buch Die gute Mär: Mutterkunde im Märchen führt Dagmar zur Begründung aus, das Patriarchat sei eine wahnhafte Erkrankung der Menschheit. Die Umbenennung zur Patriarchose sei aber auch tröstlich gemeint - immerhin könne eine …
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Aus: Wir machen uns unsere Sprache selber: Ein Feminar. Vierundzwanzigste Lektion. Letzte Woche hielt ich einen Vortrag bei der Jahrestagung der Gerda-Weiler-Stiftung zum Thema Muttersprache. Ich traf dort auch Dagmar Margotsdotter-Fricke wieder, deren schöne Wortschöpfung Fräude ich hier vor einem halben Jahr fräudig vorgestellt habe und inzwischen erfräulich oft benutzen konnte. Nun ist wieder eine geniale Eingebung von Dagmar zu vermelden: Das Wort Patriarchose. In ihrem neuen Buch Die gute Mär: Mutterkunde im Märchen führt Dagmar zur Begründung aus, das Patriarchat sei eine wahnhafte Erkrankung der Menschheit. Die Umbenennung zur Patriarchose sei aber auch tröstlich gemeint - immerhin könne eine …
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Freitagabend, heute-Nachrichten, ein Bericht zur Eröffnung der Ausstellung Der verbotene Blick auf die Nacktheit im Düsseldorfer Museum Kunst Palast. Zahlreiche Bilder von nackten Frauen ziehen vorüber, dazu sagt ein Sprecher: Es ist die Lust zu schauen und zu spannen. Der ehemalige Klosterschüler Beat Wismer hat endlich seinen Traum realisiert. Eine Kunstschau über die Nacktheit, Betrachtungen von Künstlern von der Antike bis zur Gegenwart, alle zusammen in einer Ausstellung - eine provokante Mischung, die zu Diskussionen führen wird.
Und so hängen Bilder von Brueghel, Rembrandt, Cranach und Cézanne neben modernen Fotografien. Der Grat zwischen Kunst und Pornografie ist schmal; viele …
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Freitagabend, heute-Nachrichten, ein Bericht zur Eröffnung der Ausstellung Der verbotene Blick auf die Nacktheit im Düsseldorfer Museum Kunst Palast. Zahlreiche Bilder von nackten Frauen ziehen vorüber, dazu sagt ein Sprecher: Es ist die Lust zu schauen und zu spannen. Der ehemalige Klosterschüler Beat Wismer hat endlich seinen Traum realisiert. Eine Kunstschau über die Nacktheit, Betrachtungen von Künstlern von der Antike bis zur Gegenwart, alle zusammen in einer Ausstellung - eine provokante Mischung, die zu Diskussionen führen wird.
Und so hängen Bilder von Brueghel, Rembrandt, Cranach und Cézanne neben modernen Fotografien. Der Grat zwischen Kunst und Pornografie ist schmal; viele …
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Freitagabend, heute-Nachrichten, ein Bericht zur Eröffnung der Ausstellung Der verbotene Blick auf die Nacktheit im Düsseldorfer Museum Kunst Palast. Zahlreiche Bilder von nackten Frauen ziehen vorüber, dazu sagt ein Sprecher: Es ist die Lust zu schauen und zu spannen. Der ehemalige Klosterschüler Beat Wismer hat endlich seinen Traum realisiert. Eine Kunstschau über die Nacktheit, Betrachtungen von Künstlern von der Antike bis zur Gegenwart, alle zusammen in einer Ausstellung - eine provokante Mischung, die zu Diskussionen führen wird.
Und so hängen Bilder von Brueghel, Rembrandt, Cranach und Cézanne neben modernen Fotografien. Der Grat zwischen Kunst und Pornografie ist schmal; viele …
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Aus Wir machen uns unsere Sprache selber: Ein Feminar. Dreiundzwanzigste Lektion. Letzte Woche las ich in Gudrun Heines schöner Buchhandlung in Verden aus Die Eier des Staatsoberhaupts. Nach der Diskussion erzählte mir eine Zuhörerin, sie hätte alle meine Bücher gelesen und sei schon bei meiner ersten Lesung in dieser Buchhandlung vor über 20 Jahren dabeigewesen. Dann sind sie ja eine richtige Fan! sagte ich zu ihr. Eine Lokalreporterin, Anett Kirchner, hatte mitgehört und gab meinen Satz in den Verdener Nachrichten wie folgt wieder: Dann sind Sie ja ein richtiger Fan! Sowas würde ich natürlich nie zu einer Frau sagen! Aber …
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Aus Wir machen uns unsere Sprache selber: Ein Feminar. Dreiundzwanzigste Lektion. Letzte Woche las ich in Gudrun Heines schöner Buchhandlung in Verden aus Die Eier des Staatsoberhaupts. Nach der Diskussion erzählte mir eine Zuhörerin, sie hätte alle meine Bücher gelesen und sei schon bei meiner ersten Lesung in dieser Buchhandlung vor über 20 Jahren dabeigewesen. Dann sind sie ja eine richtige Fan! sagte ich zu ihr. Eine Lokalreporterin, Anett Kirchner, hatte mitgehört und gab meinen Satz in den Verdener Nachrichten wie folgt wieder: Dann sind Sie ja ein richtiger Fan! Sowas würde ich natürlich nie zu einer Frau sagen! Aber …
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Am 13. Oktober wird verkündet, wer den diesjährigen Deutschen Buchpreis bekommt. Der erste ging 2005 an Arno Geiger, 2006 und 2007 bekamen Frauen den Preis, Katharina Hacker für Die Habenichtse und Julia Franck für Die Mittagsfrau. Gleich zweimal hintereinander eine Frau? Ich war platt! Wohl damit die Schriftstellerinnen ihren männlichen Kollegen nicht schon wieder den Rang ablaufen und die Butter vom Brot stehlen, landeten diesmal fast nur Männer auf der Sechser-Shortlist: Iris Hanika wird eingerahmt von Dietmar Dath, Sherko Fatah, Rolf Lappert, Ingo Schulze und Uwe Tellkamp. Um mich schon mal ein wenig zu orientieren, sah ich mir gestern nacht …
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Aus Wir machen uns unsere Sprache selber: Ein Feminar. Zweiundzwanzigste Lektion. Am 17. September bekam ich folgende Email: Liebe Frau Pusch! Ich bin Frauenreferentin im AStA der Uni Gießen und außerdem eine sehr an geschlechtergerechter Sprache interessierte Studentin der Sprachwissenschaft und begeisterte Leserin Ihrer Glossen. Im Frauenreferat sind wir drei Frauen, alle sprachlich sensibilisiert und bekennende und stolze Binnen-I-laut-Aussprecherinnen. Wir achten sehr darauf, dass Frauen nicht sprachlich unterrepräsentiert werden und fordern dies, wenn nötig, lautstark ein. In dieser Sache waren wir bisher immer einer Meinung, doch gestern konnten wir uns erstmals nicht einigen: Wir haben dieses Semester wieder eine Informationsbroschüre …