-
-
20:19
»
querelles-net
Gesamtausgabe querelles-net 14(2)
-
20:19
»
querelles-net
Monika Kubrova hinterfragt konsequent ideologische Konstrukte und bürgerliche Kategorien wie die einer Geschlechterpolarität im Hinblick auf die Lebenswelt adliger Frauen. Ihr methodischer Ansatz ist der der Relationalität des Geschlechterbegriffs, der sich aus dem jeweiligen Kontext entschlüsselt, wobei die Konzepte von Adeligkeit, Familie, Geschlecht und Autobiographik die Forschungsansätze bilden. Es finden sich vielfältige weibliche Lebensgeschichten zu Ende des 19. Jahrhunderts, sowohl in einer Art von Normalbiographie im Familien- und gesellschaftlichen Rahmen als auch in einer beruflichen Bindung, wie es für ledige Frauen möglich schien. Erst mit biographischen Konflikten, also mit dem Verlassen des Schutzraums des Adels, wurde das Geschlecht an sich zu einer Kategorie von Benachteiligung.
-
20:19
»
querelles-net
Voß stellt in seinem kleinen Band die wichtigsten Ergebnisse der neueren Outcome-Studien zu den Behandlungsergebnissen an Intersexen vor. Dazu werden vorab die relevanten Begriffe sowie die medizinischen Behandlungsmethoden vorgestellt. Schließlich werden diese Ergebnisse aus medizinethischer Perspektive bewertet, und es wird die Forderung erhoben, Menschen aufgrund ihrer Verschiedenheit auch in der medizinischen Praxis anzuerkennen.
-
20:19
»
querelles-net
Die vorliegende Diskursanalyse des populärwissenschaftlichen Geschlechterwissens war zweifelsohne überfällig. Lou-Salomé Heer zeigt in ihrer empirischen Studie, die auf einer Lizenziatsarbeit an der Universität Zürich beruht, am Beispiel von Titelgeschichten und Titelbildern des SPIEGEL, dass der mediale Geschlechterdiskurs seit den 1990er Jahren durch die Soziobiologie geprägt wird. Die anregende explorative Untersuchung lenkt die Aufmerksamkeit auf die ambivalente Bedeutung der Medien bei der Produktion und Reproduktion (populär)wissenschaftlichen Geschlechterwissens und gibt Anstöße für vertiefende Studien. In methodischer Hinsicht bleibt die vorliegende Analyse jedoch leider unbefriedigend, was den Erkenntnisgewinn einschränkt.
-
20:19
»
querelles-net
Ausgehend von Judith Butlers subjekt- und gesellschaftstheoretischen Interventionen beleuchten die Autor/-innen des erziehungswissenschaftlich orientierten Sammelbandes unterschiedliche Verhältnisse von Bildung und Geschlecht. In dem klar strukturierten Buch berücksichtigen sie dabei sowohl allgemeine Verflechtungsbeziehungen, theoretische Zusammenhänge als auch empirische Studien und interdiskursive Lektüren. Der solchermaßen umfassend herausgearbeitete Einblick in das erziehungswissenschaftliche Potential von Judith Butlers Theorie rahmt ihren hier erstmalig veröffentlichten Aufsatz „Gender and Education“ überzeugend ein.
-
20:19
»
querelles-net
Hunsicker entwickelt eine psychoanalytische Theorie der Adoleszenz und kombiniert diese mit dekonstruktivistischer Geschlechtertheorie. Auf dieser Basis kritisiert er eine Jungenarbeit, die eine Stabilisierung männlicher Identität anstrebe und keine umfassende (selbst-)kritische Reflexion von Geschlechterhierarchien, -dualismen und -zuschreibungen praktiziere. Daraus entstehe eine Reproduktion von Geschlechternormen und innermännlichen Hierarchien, was die Entwicklung von Reflexivität und Autonomie in der Adoleszenz behindere. Hunsickers inhaltlich spannende Studie könnte wichtige Diskussionen innerhalb der geschlechtssensiblen Pädagogik beleben, was durch die teilweise unverständliche und unklare Darstellung jedoch erschwert wird.
-
20:19
»
querelles-net
Die von Bosch, Hacker und Krampl herausgegebene Ausgabe von L’Homme ist dem Zurschaustellen als bewusst gewähltem Akt der Grenzauslotung und potentiellen Grenzüberschreitung, aber auch der damit einhergehenden Reproduktion der Geschlechterrollen gewidmet. Die Autor/-innen beleuchten dabei vor allem anhand verschiedener Lebensgeschichten unterschiedliche Möglichkeiten und Herangehensweisen, dem eigenen Leben einen spektakulären Aspekt und damit Möglichkeiten der Selbstermächtigung und Selbstdarstellung zu geben. Leider mangelt es den Texten an einem soliden theoretischen Fundament, beziehungsweise an klaren Begriffsdefinitionen, die für das Verständnis der Kategorie ‚Spektakel‘ hilfreich gewesen wären, so dass eine schlüssige Einordnung der einzelnen Beiträge in den Gesamtkontext des Bandes ausbleibt.
-
20:19
»
querelles-net
Sven Lewandowski versucht mittels der ungewöhnlichen Kombination von Psychoanalyse und Systemtheorie der Relevanz pornographischer Inhalte innerhalb der Gegenwartsgesellschaft nachzuspüren. Neben dem Internetphänomen der Amateurpornographie untersucht er dabei aus soziologischer und medienanalytisch informierter Perspektive Geschlechterverhältnisse, ‚Perversionen‘ und andere Erscheinungen des Pornographischen. Lewandowski wagt sich damit unter Zuhilfenahme einer der abstraktesten Theorien der Wissenschaftslandschaft an eines ihrer emotionalisiertesten und randständigsten Themen. Hierdurch gelingt es ihm, einen gehörigen Abstand zwischen das Alltagsphänomen Porno und dessen theoretische Betrachtung zu bringen, er entfernt sich damit aber gleichzeitig in gewisser Weise von seinem Gegenstand.
-
20:19
»
querelles-net
Thomas A. Herrig zeichnet die Entwicklung der Frauenrollen in den sechs Star Trek-Serien und im letzten Kinofilm nach und vergleicht diese mit den realen Errungenschaften der feministischen Geschichtsschreibung. Zwar ist die Zusammenstellung der Wiedergabe weiblicher Charaktere in Star Trek, die zumindest für neue Fans des Star Trek-Universums aufschlussreich sein mag, gelungen, eine tiefgehende Analyse und Interpretation im Kontext feministischer Theorien bleibt aber aus. Zusammenfassend lässt sich sagen: Star Trek-Fans erfahren nichts Neues, Feministen/-innen erst recht nicht!
-
20:19
»
querelles-net
Das Lehrbuch von Regine Gildemeister und Katja Hericks bietet erstmalig im deutschsprachigen Raum einen ordnenden Überblick über Thematisierungsweisen und Konzeptionen von Geschlecht in soziologischen Theorien. Dabei vertreten die Autorinnen die These, dass es Aufgabe der Geschlechtersoziologie sei, über Geschlecht als Gegenstand zu reflektieren, statt es als Analysekategorie zu verwenden. Der vorliegende Versuch, das soziologisch-theoretische Geschlechterwissen systematisch zu bündeln, ist sinnvoll und überfällig und regt mit seiner konsequenten Engführung der Argumentation zum kritisch-reflexiven Weiterdenken an. Insbesondere mit Blick auf die Hauptzielgruppe der Studierenden sind aber einige sprachliche Ungenauigkeiten und ein ab und an nachlässiger Umgang mit der verwendeten Literatur zu bemängeln.
-
20:19
»
querelles-net
Ursula Athenstaedt und Dorothee Alfermann knüpfen in ihrem Lehrbuch zur sozialpsychologischen Geschlechterforschung an das Konzept der Geschlechterrollen an, das von den Soziologen Parsons und Bales in den 1950er Jahren in den USA entwickelt wurde. Unbeeindruckt von der seitdem in der Geschlechterforschung formulierten Kritik am Rollenbegriff liefern sie in sechs Kapiteln einen sorgfältig recherchierten Überblick über den Forschungsstand. Der affirmative Duktus gegenüber empirisch belegten Geschlechterunterschieden wirkt auch angesichts der Prominenz sozialkonstruktivistischer Ansätze in der Geschlechterforschung befremdlich. Umso erfrischender ist das Schlusskapitel, in dem die Autorinnen Empfehlungen für eine geschlechtergerechte psychologische Forschung aussprechen.
-
20:19
»
querelles-net
In Form eines Readers führen die Herausgeberinnen in einflussreiche Theorien, Schlüsselbegriffe und Texte der Gender Studies ein. Dabei sollen explizit Kanonisierungstendenzen dargestellt werden, wie sie sich an deutschen Universitäten entwickelt haben, und diese durch bedeutende Texte aus den USA ergänzt werden. So ist eine spannende Textauswahl entstanden; Theorien und Begriffe werden verständlich erläutert. Kritische Fragen nach Ausschlüssen von Ansätzen oder Texten durch Kanonisierung sowie nach der strukturellen Bedeutung von Inter- bzw. Transdisziplinarität für die Gender Studies werden jedoch leider nicht gestellt.
-
20:19
»
querelles-net
Editorial
-
-
14:44
»
querelles-net
Gesamtausgabe querelles-net 14(1)
-
14:44
»
querelles-net
Editorial
-
14:44
»
querelles-net
Wer auf Jungen geschlechterdifferenziert eingehen möchte, scheint sich damit abfinden zu müssen, dass man sie nicht mit allzu großen Infragestellungen des medial vermittelten, traditionellen Männerbilds konfrontieren darf. Das gilt sowohl in der Leseförderung, wo man fordert, ihnen endlich wieder ‚echte Helden‘ zu bieten, wie auch in der freien Jugendarbeit, wo man sie mit Angeboten von ‚harten‘ Identifikationsangeboten locken möchte. Das vorliegende Handbuch zeigt dieses Dilemma am Beispiel von Projekten aus der medienorientierten Praxis mit Jungen.
-
14:44
»
querelles-net
Fußball hat einen enormen Stellenwert als gesellschaftliche Bühne in Deutschland; denn jedes Wochenende sind mehrere Millionen Menschen auf verschiedene Weisen in das Ballspiel involviert – und somit auch in die sozialen Hierarchien im Umfeld wie auf dem Platz. Die Ergebnisse eines Studienprojekts an der Fachhochschule Dortmund zu Diskriminierungen im Fußball sind im vorliegenden Band veröffentlicht. In drei Beiträgen werden wertvolle Einblicke in sexistische, homophobe sowie rassistische Ausgrenzungen an der Basis des Breitensports gegeben und Perspektiven zu deren Überwindung geboten. Doch lässt das Werk zuweilen inhaltliche Konsequenz in den Begriffen vermissen.
-
14:44
»
querelles-net
In der Festschrift zum 65. Geburtstag von Christina von Braun widmen sich ehemalige Studierende der Kulturwissenschaftlerin der Krise der Kultur nach der Jahrhundertwende um 1900 sowie dem Phänomen des ‚Abnormen‘, wie es sich etwa in Konstruktionen von Vamps, Perversen und Primitiven findet. In den Beiträgen werden dabei Themen aus so unterschiedlichen Bereichen wie Alltag, Medien (u. a. zu Filmen von Murnau und Lubitsch), Wissenschaft (u. a. zu Freud und Haeckel), Religion und Kunst (u. a. zum Marquis de Sade und zu Stefan Zweig) aufgegriffen.
-
14:44
»
querelles-net
Warum bleiben Frauen und Männer in Deutschland ohne Kinder? Welche Rolle spielen sozialstrukturelle und lebensstilbezogene Gründe dafür? Diesen Fragen geht Krätschmer-Hahn in der Veröffentlichung ihrer Dissertation nach. Anhand eines sekundäranalytischen Designs arbeitet sie in ihrer quantitativen Studie viele bekannte und einige neue Geschlechter- und Ost-/West-Unterschiede zu den Einflussfaktoren von Kinderlosigkeit heraus. Die Veröffentlichung überzeugt durch Stringenz, aufwendige quantitative Analyse, systematische Aufarbeitung des Forschungsstands sowie sprachliche Klarheit und Brillanz. Sie lässt jedoch offen, inwieweit Kinderlosigkeit und auch Elternschaft wirklich – wie angenommen – rationale Entscheidungen sind und warum Kinderlosigkeit in Deutschland überhaupt ein erklärungsbedürftiges Phänomen ist.
-
14:44
»
querelles-net
Ausgangspunkt und roten Faden der Studie bildet die Frage nach einem erhöhten Depressionsrisiko von Frauen: Ist Depression als spezifische Frauenkrankheit zu verstehen, und wenn ja, warum? Mit dieser einher geht ein ausdrückliches Interesse an den gesellschaftlichen wie auch individuell verkörperten Wirkungen einer symbolischen Geschlechterordnung, die Nadine Teuber im Feld der Depression äußerst differenziert auffächert. Die Gratwanderung einer geschlechtertheoretischen Problematisierung des Phänomens Depression, in dem Spuren der Naturalisierung auf vielfältige Weise angelegt sind, gelingt ihr durch die fundierte Darstellung der diskursiven Herstellungsprozesse von Geschlechtlichkeit wie auch von Depression, die sie in einer interdisziplinären Bezugnahme auf psychologische, psychoanalytische und kulturwissenschaftliche Perspektiven herausarbeitet.
-
14:44
»
querelles-net
Gudrun-Axeli Knapp hat mit ihrem Sammelband eine beeindruckende und überaus umfangreiche Werkschau aus 25 Jahren feministischer Theoriebildung vorgelegt. Der Band ist in vier thematische Blöcke unterteilt, die um Weiblichkeitskritik, feministische Aneignungen der Kritischen Theorie, Intersektionalität und die Frage nach der Gestalt feministischer (theoretischer) Kritik kreisen. Dabei überzeugt die Autorin nicht nur durch ihre sorgfältigen wie streitbaren Argumentationen und Auseinandersetzungen im Terrain feministischer Theorie; reizvoll gestaltet sich überdies das Nachspüren jener Denkfigur über die Einzelbeiträge des Sammelbands hinweg, die auch den Titel des Bandes prägt: „im Widerstreit“. Damit legt Knapp auch Umrisse einer Programmatik feministischer Kritik vor.
-
14:44
»
querelles-net
Die Männerforschung ist innerhalb der Gender Studies eine recht junge, aber in den letzten Jahren gleichwohl verstärkt ernstzunehmende Disziplin auch in Deutschland. Der vorliegende Sammelband gewährt einen Einblick in gegenwärtige Forschungen zu Männlichkeitskonstruktionen und -strategien in Bildung und Gesellschaft. Es wird aufgezeigt, wie vielfältig, kritisch und aktuell die Männerforschung jenseits von politischer Vereinnahmung ist. Gleichwohl wird auch ersichtlich, wie viel ‚Nachholbedarf‘ es noch in der deutschsprachigen Forschung gibt.
-
14:44
»
querelles-net
Sylka Scholz bringt verschiedene Stränge ihrer bisherigen Forschung über Männer und Männlichkeit zusammen und bietet so einen guten Überblick. Für das viel diskutierte Forschungsfeld formuliert sie einen neuen theoretischen Rahmen und prüft dessen empirische Tragfähigkeit in den Feldern Arbeitsmarkt, Militär und Politik. Sie kann aufzeigen, dass Männlichkeit zwar brüchig wird, sich aber kein Zusammenbruch männlicher Herrschaft und keine Alternative zur bisherigen hegemonialen Männlichkeit abzeichnet. Das Buch eignet sich gut für eine Einführung in das Forschungsgebiet, an unterschiedlichen Stellen wird weiterer Forschungsbedarf aufgezeigt. Theoretisch ist das Zusammendenken der Ansätze von Connell und Bourdieu für die Weiterentwicklung des Faches hilfreich – stellenweise hätte jedoch ruhig auch in diesem Buch schon etwas weiter theoretisiert werden dürfen.
-
-
19:37
»
querelles-net
-
-
9:35
»
querelles-net
Eva Blome setzt sich in ihrer umfassenden Dissertation erstmalig aus literaturwissenschaftlicher Perspektive mit den interdiskursiven Transformationen des Themas ‚Rassenmischung‘ im deutschen kolonialen Kontext auseinander. Die Autorin nimmt den Einsatz der ‚Rassenmischung‘ als biopolitische und poetologische Argumentationsfigur in den Fokus, indem sie die deutschsprachige Kolonialliteratur um 1900 und die Kunst und Literatur des europäischen Primitivismus behandelt und sich abschließend mit den Kultur- und Rassentheorien der Weimarer Republik beschäftigt. Zentrale Verdienste des Buches liegen darin, dass eine Forschungsnische gefüllt und weiterführende Forschungsfragen zum Thema ‚rassisch‘ transgressiver Sexualität aufgeworfen werden.
-
9:35
»
querelles-net
Auflösungen, Fixierungen und (Re-)Adressierungen verschiedenster den Körper betreffender Grenzen und deren Auswirkungen werden in den auch disziplinäre Abgrenzungen überwindenden Artikeln des Züricher Graduiertenkollegs „Körper, Selbsttechnologien: Entgrenzungen und Begrenzungen“ beleuchtet. Im Mittelpunkt dieses Schwerpunktheftes der Zeitschrift figurationen stehen politische sowie ethische Implikationen von Grenzgestaltungen – von der innerpsychischen bis zur geographischen Grenze. Als Quellenmaterial dienen den acht Autorinnen dabei größtenteils mediale Repräsentationen des Grenztopos.
-
9:35
»
querelles-net
Den gemeinsamen Ort für die Verhandlung von durchaus widersprüchlichen Positionen der Frauen- und Geschlechterforschung bildet die feministische Mädchenarbeit in einer unabhängigen Bildungseinrichtung. Die Autor/-innen begegnen wiederkehrender Kritik mit gezielter Wachsamkeit für bestehende Benachteiligungsstrukturen. Das Argumentationsrepertoire findet in dekonstruktiven, queer-feministischen und intersektionalen Theorien wirksame Erweiterungen. Die Aneignung dieser kritischen Stimmen erlaubt die Aktualisierung des Wertes der feministischen Mädchenarbeit für eine bildungspolitische Praxis.
-
9:35
»
querelles-net
Im Mittelpunkt des von Kirsti Dautzenberg, Doris Fay und Patricia Graf herausgegebenen Sammelbands steht die Erörterung der Frage, wie Karriereverläufe von Frauen und Männern in der Wissenschaft durch Organisationspraktiken in Forschungseinrichtungen bedingt werden. Basierend auf eigenen empirischen Forschungsergebnissen werden in vier Kapiteln mit integrierten Kommentaren sowie Kurzporträts und Interviews von Forschungsbeteiligten und -unbeteiligten Einblicke in Aufstiegs- und Ausstiegsmechanismen der deutschen außerhochschulischen Forschung gegeben. Der leicht und gut lesbar daherkommende Band richtet sich an Wissenschaftspolitik und -management sowie Praktiker/-innen der Gleichstellungspolitik. Wissenschaftler/-innen hingegen könnten vertiefende Reflexionen der Ergebnisse vermissen.
-
9:35
»
querelles-net
In der Veröffentlichung ihrer Habilitationsschrift geht Gaja von Sychowski das Vorhaben an, eine Allgemeine Pädagogik im Kontext poststrukturalistischen Denkens zu entwerfen. Damit greift sie nicht nur ein längst überfälliges Thema auf, es gelingt ihr zudem, dieses auf höchstem theoretischem Niveau zu bearbeiten. Die formalistische Konsequenz, mit der die Autorin ihre Forschung vorantreibt, ist dabei jedoch zwiespältig: Zwar schlägt sie durch die Reduzierung von Komplexität Brücken zwischen verschiedenen Disziplinen, andererseits verliert Geschlecht, wenn es schließlich unter Performanz subsumiert wird, an Bedeutung, und es entsteht so der Grundriss einer Allgemeinen Pädagogik, in welcher die subjektkonstituierende Macht von Geschlecht unterschlagen wird.
-
9:35
»
querelles-net
Die feministische Friedens- und Konfliktforschung steht vor neuen Herausforderungen, u. a. dadurch, dass Kriege aktuell insbesondere durch Verweis auf Frauen- und Homosexuellenrechte gerechtfertigt werden. Die Autor/-innen in dem von Bettina Engels und Corinna Gayer herausgegebenen Band wenden sich diesen Herausforderungen zu. Neben einer klaren Analyse bieten die Beiträge auch Anregungen für feministische Antworten gegen die ‚feindliche Übernahme‘.
-
9:35
»
querelles-net
Allein die Texte zur Abwicklung des Frankfurter Instituts für Sexualwissenschaft 2006 füllen ein Viertel dieses Sammelbandes. Doch Wundenlecken ist nicht die Sache des Autors und ehemaligen Institutsleiters Volkmar Sigusch, der als einer der renommiertesten Sexualwissenschaftler weltweit gilt. Sein facettenreiches Buch enthält neben zeithistorischen Dokumentationen höchst unterschiedliche, allerdings auch unterschiedlich gut lesbare Artikel zu aktuellen die Sexualität als gesamtgesellschaftliches Phänomen betreffenden Fragen. Es kulminiert in scharfer sexualwissenschaftlich fundierter Gesellschaftskritik.
-
9:35
»
querelles-net
Von Barbara Holland-Cunz, die sich mit Simone de Beauvoir und Hannah Arendt bereits einzeln beschäftigt hat, liegt nun ein Band vor, in dem sie sich diesen herausragenden Denkerinnen des 20. Jahrhunderts gemeinsam widmet. In einer beinahe synoptisch anmutenden Herangehensweise fokussiert sie dabei auf den Begriff der Freiheit, der bei beiden von eminenter Bedeutung für das jeweilige Theoriegebäude ist. Holland-Cunz zufolge verstehen beide, bei einigen Unterschieden, Freiheit so, dass sie sich vor allem durch eine in sich eingeschriebene Gefährdung auszeichnet: Diese resultiert aus einem heroisch-emphatischen Gestus, der in paradoxer Weise gepaart wird mit einem abgeklärten Realismus. Über weite Strecken liest sich der Weg zu dieser Deutung, v. a. auch wegen einer teilweise sympathisch unkonventionellen und originellen Herangehensweise, sehr anregend und überzeugend.
-
9:35
»
querelles-net
Gesamtausgabe querelles-net 13(4)
-
9:35
»
querelles-net
Editorial
-
-
14:11
»
querelles-net
Gesamtausgabe querelles-net 13(3)
-
14:11
»
querelles-net
Das Buch, Teilband einer Enzyklopädie, ist als praktisches Hilfsmittel konzipiert und enthält einen informativen Überblick über Geschlechterverhältnisse im antiken Griechenland sowie einen Einblick in die dazugehörigen Forschungskontroversen in der Alten Geschichte. Das Bild einer nach Geschlechtern streng segregierten Gesellschaft wird, auf der Grundlage revidierter Grundbegriffe der Geschichtsschreibung, teilweise relativiert.
-
14:11
»
querelles-net
Den Herausgeber/-innen gelingt es mit ihrem Sammelband, einen Einblick in die wissenschaftliche, insbesondere die medizinische Debatte um ‚Intersexualität‘ zu geben. Es kommen Vertreter/-innen unterschiedlicher Disziplinen zu Wort, und es werden auch einige neuere Forschungsergebnisse zur Behandlungszufriedenheit und zu den anatomischen und funktionalen Ergebnissen der medizinischen Interventionen vorgestellt, die der Deutsche Ethikrat für seine im Februar 2012 vorgelegte Stellungnahme „Intersexualität“ nicht herangezogen hatte. Stimmen von Intersexen und Eltern von Intersexen haben in den Band leider nur sehr vereinzelt Eingang gefunden.
-
14:11
»
querelles-net
Für eine kritische Diskussion der Genealogie und der Weiterentwicklung von Intersektionalität finden sich in diesem Tagungsband neben ethnografischen Studien methodologische und theoretische Reflexionen, in welchen diese sowohl im Hinblick auf ihre analytischen Ermöglichungen und spezifische Leistungsfähigkeit als auch in Bezugnahme auf ihre methodischen Grenzen und kontextuellen Unschärfen erörtert wird. Allerdings gelingt es den Herausgeberinnen über weite Strecken nicht, Orientierung angesichts der komplexen Diversität zu vermitteln, und sie versäumen es so, Intersektionalität im Kontext seiner theoretischen Grenzen fruchtbar zu machen.
-
14:11
»
querelles-net
Aus medien- und kulturwissenschaftlicher Perspektive widmet sich Anna-Caterina Walk in ihrer knappen Publikation der TV-Krimireihe ‚Tatort‘. Anhand von drei konkreten Folgen analysiert sie, wie das Andere in dieser Serie medial repräsentiert und konstruiert wird. Ihr Ziel ist es, die konkreten Darstellungen und deren Bedeutungen in ihrer Selbstverständlichkeit zu hinterfragen. Dabei sucht sie vor allem nach nicht-stereotypen oder destabilisierenden Bildern und fordert zugleich einen kritischeren Umgang mit Differenzkonstruktionen der Identität innerhalb der einzelnen ‚Tatort‘-Folgen. Zumal der Fokus der Autorin auf kulturellen Andersartigkeiten liegt, kommen Betrachtungen des_der geschlechtlich Anderen eine marginale Position zu und bleiben prinzipiell eher oberflächlich.
-
14:11
»
querelles-net
Der Sammelband bietet einen guten Überblick über die Vielfalt an Themengebieten, mit denen sich die kulturwissenschaftlichen ‚Masculinity Studies‘ zurzeit beschäftigten. Neben theoretischen Texten finden sich Berichte aus zahlreichen kleineren Studienprojekten, die das Rätsel der Konstruktion von Männlichkeit u. a. durch die Analyse von Geschlechtsdarstellungen in Computerspielen, in der Literaturanalyse, in der Psychoanalyse oder in der Filmrezension zu lösen versuchen. Allen ist gemeinsam, dass sie von einer Fragilität von Männlichkeit ausgehen: Männlichkeit scheint etwas zu sein, dass brüchig wird, sobald es sich von heteronormer Zweigeschlechtlichkeit löst und ‚anders‘ daherkommt, als hegemoniale Vorstellungen dies vorschreiben.
-
14:11
»
querelles-net
Marcus Recht leistet als einer der ersten deutschsprachigen Autoren eine ausführliche Analyse der besonderen Darstellung alternativer Geschlechtlichkeit in der TV-Serie Buffy. Mit Hilfe ausführlicher wissenschaftlicher Methodik zeigt Recht auf, dass die Serie sowohl soziale Konstrukte analysiert, widerspiegelt und karikiert als auch eine alternative Geschlechtlichkeit etabliert, welche die männlichen Vampire in einen zur Zeit der Serienausstrahlung gänzlich neuen Gender-Kontext stellt. Viele weitere klassische filmsoziologische Theorien zu Gender-Konstruktion und -Darstellung werden kritisch aufgegriffen und in die Analyse einbezogen. Eine gute Grundlage für Einsteiger/-innen als auch für Kenner/-innen des Feldes, um sich mit dem wissenschaftlichen Potential des popkulturellen Feldes auseinanderzusetzen.
-
14:11
»
querelles-net
Feministische Kämpfe stehen im Fokus des Buches, das die Herausgeberinnen als Intervention in die Linke hinein verstehen. Es behandelt zum einen Transformationen feministischer Theorie aufgrund neuer Herausforderungen durch Dekonstruktivismus und postkoloniale Kritik. Zum anderen werden ausführlich diverse Handlungsfelder feministischer Politik dargestellt und diskutiert: von Antimilitarimus, Antifaschismus, Antikapitalismus, Freiraumpolitik und Rassismuskritik bis zu Stadt und Sexarbeit, und nicht zuletzt auch die Forderung nach körperlicher/sexueller Selbstbestimmung. Die Herausgeberinnen betonen dabei, dass feministische Kritik immer zwischen Positionierung und Selbstreflexion ausbalanciert werden muss, wenn man sie als Teil grundsätzlicher Gesellschaftskritik begreift.
-
14:11
»
querelles-net
In der Geschichte der Juristinnen im Zeitraum von 1900 bis 1945 werden in fünf Kapiteln sowohl die Zulassung von Frauen zum juristischen Studium sowie zur Berufsausübung als auch ihre Berufstätigkeit in den klassischen juristischen Berufen als Rechtsanwältin, Richterin, im höheren Verwaltungsdienst etc. behandelt. Auch ihr Engagement in verschiedenen Vereinigungen der Frauenbewegung wird aufgegriffen und die Abhandlung schließlich durch die Darstellung der Situation von Juristinnen in der Zeit des Nationalsozialismus vervollständigt. Marion Röwekamp gelingt es mit ihrer Arbeit, die durch umfangreich verarbeitetes statistisches und biographisches Material abgerundet wird, einen tiefen Einblick in die durch erhebliche Widerstände geprägte Professionalisierungsgeschichte der Juristinnen zu vermitteln.
-
14:11
»
querelles-net
Die Autorin untersucht die sprachlichen Überzeugungsstrategien in deutschen Mädchen- und Frauenzeitschriften aus den Jahren 2004 und 2005 daraufhin, wie Mädchen zur Annahme eines zerstörerischen, zeit- und kostenintensiven Schönheitsideals verleitet werden. Systematisch werde den Leserinnen eingeredet, einen mangelhaften Körper zu haben, der den Konsum von Mode- und Kosmetikprodukten notwendig mache, um Anerkennung von Männern zu erfahren. Trotz Schwächen in der theoretischen Fassung der Untersuchungsergebnisse überzeugt die sprachliche Analyse, so dass das Buch als Einstiegslektüre in das Thema Frauen- und Mädchenbilder dienen kann. Der Titel ist allerdings unpassend, da sich die Autorin nicht mit der Rezeption durch die Leserinnen befasst.
-
14:11
»
querelles-net
Editorial
-
-
13:49
»
querelles-net
Editorial
-
13:49
»
querelles-net
Sexarbeiterinnen selbst kommen in empirischen Studien zu Migration und Sexarbeit selten zu Wort. In ihrer Dissertation gelingt Maritza Le Breton jedoch genau das, sie schafft einen Raum für ansonsten (epistemologisch) marginalisierte Akteurinnen. Ihr Ziel ist es, deren tatsächliche (Gewalt-)Erfahrungen sowie Lebens- und Arbeitssituationen in den Blick zu nehmen und auszuarbeiten, um so wichtiges Adressatinnen-Wissen für die Soziale Arbeit zugänglich zu machen. Auf der Basis von 21 problemzentrierten Interviews mit migrierten Sexarbeiterinnen, die in Basel/Schweiz in Kontaktbars oder Salons arbeiten, stellt sie Gewaltverhältnisse und Machtkonstellationen in der Sexökonomie sowie Handlungsoptionen der Sexarbeiterinnen dar.
-
13:49
»
querelles-net
Anne von Streit geht in dieser Veröffentlichung ihrer Dissertation der Fragestellung nach, wie sich die räumlich und zeitlich flexibilisierten Arbeitsbedingungen auf die Alltagsgestaltung von selbständigen Frauen und Männern in der Internetbranche auswirken. Als Geographin geht es ihr dabei nicht nur um zeitliche, sondern auch um räumliche Entgrenzungsprozesse. Diese teildisziplinäre Grenzüberschreitung liefert einige Erkenntnisse. In der durchaus geschlechtersensiblen Studie mit einem komplexen, vorwiegend qualitativen Design kann die Autorin aus geschlechterbezogener Perspektive sowohl deutliche Unterschiede wie auch Homogenitäten zwischen den Geschlechtern nachweisen. Dieses genauer auszubuchstabieren und zu begründen, bleibt sie jedoch weitgehend schuldig.
-
13:49
»
querelles-net
Karl Lenz und Marina Adler orientieren sich in ihrem zweibändigen Lehrbuch zur sozialwissenschaftlichen Geschlechterforschung an der etablierten Unterscheidung zwischen Makro- und Mikrosoziologie. Im ersten Band werden theoretische Perspektiven der Geschlechterforschung und unterschiedliche Zusammenhänge zu Kultur nachgezeichnet sowie zentrale Themenfelder einer Sozialstrukturanalyse der Geschlechterordnung fokussiert, nämlich Recht, Politik, Bildung und Arbeit. Im zweiten Band stehen neben der Sozialisation ausgewählte Erträge der mikrosoziologischen Geschlechterforschung im Zentrum, nämlich Körper, Sexualität, persönliche Beziehungen, Devianz und Gewalt. In dieser überfälligen, informativen, sorgfältig recherchierten, aber auch vergleichsweise traditionellen und empirisch orientierten Einführung wird die Geschlechterforschung zwar in einer breiteren Diversity-Forschung verortet, das Verhältnis von Diversität und Geschlecht leider aber nicht reflektiert.
-
13:49
»
querelles-net
In neun recht unterschiedlichen Zugängen werden die Unterrepräsentation von Frauen in der Wissenschaft, institutionelle und wissenschaftspolitische Maßnahmen zu mehr Geschlechtergerechtigkeit und zum Teil auch notwendige Veränderungen in Bezug auf wissenschaftliche Inhalte angesprochen. Die vorgestellten Perspektiven unterscheiden sich nicht nur disziplinär, sondern auch in ihren theoretischen Hintergründen sowie den Bezügen auf feministische Konzepte. Gemeinsam ist den meisten Beiträgen, dass implizit oder explizit ein Schwerpunkt auf Naturwissenschaften und Technik gelegt und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf als schwieriges Hindernis dargestellt wird. Insgesamt handelt es sich um einen informativen Überblick, aber nicht um ein besonders innovatives Buch.
-
13:49
»
querelles-net
Die Matrix-Filme erlangten innerhalb von kurzer Zeit Kultstatus. Patricia Feise-Mahnkopp beleuchtet das Phänomen aus der Perspektive der ästhetischen Theorie und fragt nach den Gründen für den außergewöhnlichen Erfolg der Filmtrilogie. Die Herleitung und die Begründung ihrer These, dies habe etwas mit der religio-ästhetischen Qualität (d. h. der Eigenschaft, sowohl das Erhabene als auch das Heilige zu evozieren) zu tun, sind jedoch mit Argumentationslücken behaftet, weshalb die Analyse nicht vollständig zu überzeugen vermag.
-
13:49
»
querelles-net
Julia Diekämper zeigt mit ihrer Studie, wie die Präimplantationsdiagnostik (PID) zum umkämpften Gegenstand medialer Aushandlungen geworden ist. Anhand eines Vergleichs der Diskussion in deutschen und französischen Printmedien wird dargelegt, wie im Sinne Foucaults eine diskursive Auseinandersetzung um die PID stattfindet. Die Arbeit besticht durch ihren klar strukturierten empirischen Teil, der eine geologische Karte des PID-Diskurses zeichnet. Damit wird auch die aktuelle Relevanz des Begriffs der Bio-Macht unterstrichen. Ein Schritt in Richtung einer Genealogie bleibt aber aus. So verbleibt die Studie eher auf der deskriptiven Ebene, das von Foucault stets geforderte Infragestellen von Machtbeziehungen wird nicht eingelöst, aber fundiertes Material für ein solches geliefert.
-
13:49
»
querelles-net
Öko-feministische Perspektiven wurden häufig als ‚essentialistisch‘ gekennzeichnet, und auch heute grenzt man sich gern mit diesem Vorwurf gegen sie ab. Der aktuelle Band Körper Raum Transformation. Gender-Dimensionen von Natur und Materie macht dagegen deutlich, wie brauchbar Perspektiven mit öko-feministischem Ausgangspunkt für aktuelle feministische und dekonstruktivistische Praxen und wissenschaftliche Analysen sein können. Für den Band gilt generell, dass an queere und postkoloniale Perspektiven und solche der ‚Krüppelbewegung‘ angeschlossen wird.
-
13:49
»
querelles-net
Janne Mende legt in ihrer ambitionierten Publikation eine eigenständige, dialektische Verhältnisbestimmung von Universalismus und Kulturrelativismus vor. Diesen konzeptuellen Part verbindet sie mit einer detailreichen und kritischen Analyse der zentralen Argumentationslinien um die Praxis der weiblichen Genitalverstümmelung. Dabei hebt sich das übersichtlich gestaltete und stets begründend vorgehende Buch in methodischer Hinsicht von bisherigen Abhandlungen beider Themenkomplexe ab, lässt allerdings Zweifel hinsichtlich der Konstruktion des Widerspruchsverhältnisses offen. Als besonderes Verdienst lässt sich vor allem der umfassende und differenzierte Einblick in historische und aktuell vorherrschende Debatten auszeichnen.
-
13:49
»
querelles-net
Im Sammelband von Hilary Brown und Gillian Dow werden die Kommunikationsnetze und der kulturelle Austausch zwischen den intellektuellen und schreibenden Frauen im Europa des 18. und 19. Jahrhunderts untersucht. Insbesondere wird auf die Analyse der verzweigten Verbindungen gelehrter Frauen verschiedener Länder eingegangen, unter Berücksichtigung ihrer Briefwechsel, ihrer gegenseitigen Besuche und ihrer in literarischen Salons entstandenen Kontakte. Durch die Analyse von veröffentlichten und unveröffentlichten Quellen unterschiedlichster Gattungen (vom Roman über Poesie, Reisetagebücher und Märchen bis hin zur Autobiographie) bietet der Band neue Einblicke in die literarischen Praxis und die Entwicklung der europäischen Tradition des weiblichen Schreibens.
-
13:49
»
querelles-net
Katja Hericks’ Dissertation kommt zur richtigen Zeit, denn sie nährt die virulenten Diskussionen über Gender und/oder Diversity und die politischen Kontroversen über die ‚richtige‘ Frauenquote für Führungspositionen in der Privatwirtschaft mit einer ethnographischen Fallstudie über einen gleichstellungspolitischen ‚Vorzeigekonzern‘ in Deutschland. Mit der theoretischen Rahmung durch den Neoinstitutionalismus und die konstruktivistische Geschlechterforschung zeigt die Verfasserin, dass die Gleichstellungsnorm im untersuchten Unternehmen gleichzeitig auf den Ebenen des Leitbilds, der formalen Struktur und des Arbeitsalltags allenfalls lose gekoppelt institutionalisiert wird. Eine mangelnde methodische Reflexivität und die wenig lesefreundliche Gestaltung des umfangreichen Texts schmälern aber leider erheblich den Erkenntnisgewinn.
-
13:49
»
querelles-net
Gesamtausgabe querelles-net 13(2)
-
-
14:08
»
querelles-net
Editorial
-
14:08
»
querelles-net
Laura Adamietz präsentiert in ihrer Dissertation eine präzise Analyse deutschen und internationalen Antidiskriminierungsrechts und bestehender Rechtsprechung in Sachen Geschlecht, sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität. Verbunden wird dies mit einem – nicht nur für ein juristisches Publikum lohnenden – Überblick über einschlägige, aber in der gängigen Rechtsauslegung unzureichend berücksichtigte geschlechterwissenschaftliche Erkenntnisse. Auf dieser Grundlage entwickelt die Autorin eine Auslegung des antidiskriminierungsrechtlichen Begriffs ‚Geschlecht‘ als „Geschlecht als Erwartung“, wodurch dieser gleichzeitig Komplexität und Anwendbarkeit gewinnt. Die Verbindung von theoretischer Sorgfalt, interdisziplinärer Perspektive und Lösungsorientierung ist ein zentrales Verdienst dieses Buches.
-
14:08
»
querelles-net
Betrachtungen der Anderen, wie der ‚Verbrecher‘, der ‚Irren‘, ‚der Tiere‘ und der ‚Wilden‘, sind bis heute Grundlagen der auf Differenz aufbauenden Disziplinen und strukturieren die gesamte Wissensproduktion. Der Tagungsband bietet vielseitige und erhellende Einblicke in die brüchigen Konstruktionen ‚der/des geschlechtlich Anderen‘ – hier als Figuren der Alterität konzeptionalisiert – und trägt damit vor allem zum interdisziplinären Austausch und zur wissenschaftlichen Dekonstruktion der Geschlechter der Anderen bei.
-
14:08
»
querelles-net
Bei dem Evaluationsbericht von Hildegard Macha und Kolleginnen handelt es sich um eine detaillierte organisationssoziologische Analyse und Reflexion der Einführung von Gender Mainstreaming an der Universität Augsburg. Während im ersten Teil des Buches vor allem die grundlegenden theoretischen Prämissen und deren Entwicklung vorgestellt werden, werden im zweiten Teil die konkreten Einzelmaßnahmen bewertet. Die Evaluation des zwischen 2003 und 2006 durchgeführten Best-Practice-Projekts gibt praxisorientierte Anregungen zur Implementierung von Gender Mainstreaming, wobei die theoretische Rahmung v. a. durch den Rückgriff auf systemtheoretische Begrifflichkeiten geboten wird. Der Fokus liegt dabei schwerpunktmäßig auf dem Aspekt des Gender Mainstreaming und weniger auf einer differenzierten Sicht auf das Thema Diversity.
-
14:08
»
querelles-net
Die umfassende Arbeit des Arabisten und Islamwissenschaftlers Thomas Bauer bietet eine exzellente Ausgangsbasis, um in der Geschlechterforschung weiterzudenken. Einerseits können nun die sich mit der ‚Moderne‘ etablierenden Gegensatzpaare Homosexualität vs. Heterosexualität und Frau vs. Mann (im Sinne eindeutiger und ‚wahrer‘ Zweigeschlechtlichkeit) als Modernisierungsphänomene vertiefend erforscht werden. Andererseits wird die Bedeutung von Ambiguität gründlich erschlossen: Mit der ‚Moderne‘ habe sich – so führt Bauer plastisch aus – die zuvor bereits in abendländischem Denken vorhandene Tendenz, nach Eindeutigkeit und Wahrheit zu suchen, weiter verstärkt. Widersprüchlichkeiten galten nun als Problem und wurden nach Möglichkeit beseitigt. Im arabischen Raum habe man sich seit Mitte des 19. Jahrhunderts und mit Bezug auf europäische Quellen der Tilgung von Ambiguität angeschlossen.
-
14:08
»
querelles-net
Die Autorin nimmt feministische und postkoloniale Problematisierungen des Subjektbegriffes auf. Diese implizieren eine grundsätzliche Infragestellung subjektiver, kritischer Handlungsfähigkeit. Um die Vorstellung einer solchen nicht gänzlich verwerfen zu müssen, rekonstruiert sie drei theoretische Perspektiven (Judith Butler, Michel Foucault, Karl Marx) mit unterschiedlichen Reichweiten und Gegenständen, die aber gemein haben, subjektive Handlungsfähigkeit gerade als Effekt widersprüchlicher Strukturen zu konzeptionalisieren. Dabei fokussiert sie nicht die – durchaus vorhandenen – Widersprüche zwischen den Ansätzen, sondern stellt sie in Form einer Synopse nebeneinander.
-
14:08
»
querelles-net
Der breitflächigen Geschlechterblindheit innerhalb der bundesdeutschen Rechtsextremismusforschung setzt die Herausgeberin Ursula Birsl einen Sammelband entgegen, in dem sie bisher fragmentierte Ergebnisse feministischer Forschung, kritischer Männlichkeitsforschung und geschlechterreflektierter Praxis zusammenführt. Darüber hinaus wird weiterer Forschungsbedarf aufgezeigt und die Bedeutung der Kategorie Gender hervorgehoben. Ohne deren konsequenten Einbezug bleiben rechtsextreme Phänomene nicht vollends analysierbar, so der grundsätzliche Tenor. Daraus ergeben sich reichhaltige Perspektiven auf Geschlechterkonstruktionen, Einstiegsprozesse und Einstellungspotentiale.
-
14:08
»
querelles-net
Die wissenssoziologische Arbeit untersucht die beruflichen Habitusformationen von sozialen Akteur/-innen in deutschen, polnischen und tschechischen Kommunen, die in ihrem beruflichen Alltag an der Regulierung von Prostitution beteiligt sind und/oder sich der Bekämpfung und Prävention von Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung bzw. der Betreuung von Betroffenen widmen. Anhand 45 Expert/-inneninterviews wurden die Wahrnehmungs-, Denk- und Handlungsmuster von Verwaltungsakteur/-innen aus Polizeibehörden, Ordnungs- und Gesundheitsämtern sowie von Praktiker/-innen aus der Sozialen Arbeit rekonstruiert. Die Untersuchung liefert wertvolle Einblicke in die Verwaltungspraxis und in die sie konstituierenden Faktoren, die in der Analyse von Prostitutionspolitiken sonst häufig unbeachtet bleiben.
-
14:08
»
querelles-net
Diese Rezension wurde am 14. Dezember 2012 zurückgezogen.
Der interdisziplinär ausgerichtete und fächerübergreifend aufgestellte Sammelband von Katharina Knüttel und Martin Seeliger stellt den innovativen Versuch dar, ein hochaktuelles Thema der Genderforschung – Intersektionalität – mit einem Klassiker der Kultursoziologie – Kulturindustrie – zu verbinden. Im Anschluss an die theoretische Rahmung durch die ersten drei Beiträge folgen acht weitere Aufsätze, in denen anhand von Fallbeispielen aus Presse, Fernsehen, Kino und Mode konkrete kulturelle Repräsentationen von intersektionalen Differenzkategorien analysiert werden. Diese Publikation sei allen empfohlen, die den Einstieg in das kulturwissenschaftliche Feld der Intersektionalitätsforschung suchen.
-
14:08
»
querelles-net
Aus geschlechterpädagogischer und soziologischer Perspektive durchleuchtet Bernd Fabritius in seiner knappen Monographie die Beziehungen von weiblichen und männlichen Charakteren in Märchen. Anhand verschiedener Versionen des Rotkäppchen-Motives analysiert er, wie in diesen reale Geschlechterverhältnisse und -rollen widergespiegelt werden und welche erzieherischen Funktionen die Märchen haben. Der Autor fragt danach, wie eine sinnvolle pädagogische Nutzung von Märchen aus heutiger Sicht aussehen soll.
-
14:08
»
querelles-net
Parallelgesellschaften, Risikoschüler, Integrationsschwierigkeiten, … – Problemkomplexe dieser Art beherrschen die mediale Szene, wenn von Migration die Rede ist. Und nicht selten wird uns als weibliche Migrantin par excellence das Bild der Kopftuchträgerin vorgeführt, die zur figurativen Projektionsfläche unserer Aushandlungspraxis über Werte einer sich als demokratisch und liberal verstehenden Gesellschaft geworden ist. Doch gibt es überhaupt so etwas wie die Migrantin/den Migranten? Und ist Migration tatsächlich ein so aktuelles Phänomen, wie es uns der mediale, aber auch wissenschaftliche Diskurs glauben lässt? Der zu besprechende Tagungsband, der die Vielfältigkeit und die lange Geschichte weiblicher Migrationsprozesse aufzeigt, kann auf jeden Fall dazu beitragen, den Ausnahmediskurs über Migration zu relativieren.
-
14:08
»
querelles-net
Gesamtausgabe querelles-net 13(1)
-
-
12:26
»
querelles-net
Editorial
-
12:26
»
querelles-net
Inwieweit sind die tradierten Geschlechterverhältnisse in Wissenschaft und Hochschule in Unordnung geraten? Neben empirischen Befunden, theoretischen Reflexionen und Praxisansätzen ist der vorliegende Sammelband mit biographischem Material und Würdigungen der Wissenschaftlerin Sigrid Metz-Göckel angereichert. Der Band gibt Einblicke in die Frauen- und Geschlechterforschung als nach wie vor umkämpftes Terrain in der Wissenschaftslandschaft sowie in die Universität als Arbeitsplatz, der (Karriere-)Fallen und Hürden bereithält. Wissenschaft wird aber auch als Ort intellektueller und politischer Leidenschaft und (potentieller) Teil eines guten Lebens begriffen. Hier schließt die Frage nach Leitorientierungen über bloß formale Geschlechtergerechtigkeit hinaus an, wie sie exemplarisch in einem Beitrag formuliert wird: Brot und Rosen!
-
12:26
»
querelles-net
Die 2010 erschienene Dissertation von Sandra Smykalla gewährt detaillierte Einblicke in die Arbeit von Gendertrainer/-innen im Kontext der Implementierung von Gender Mainstreaming. Zentrale Erkenntnis dieser qualitativen Interviewstudie ist, dass Gendertrainer/-innen neben einer Genderkompetenz über eine Ambivalenzkompetenz verfügen müssen, wollen sie nicht Gefahr laufen, Geschlechterungleichheiten und -stereotypen zu revitalisieren. Überzeugend ist Smykallas Forderung nach der (Re-)Politisierung des Feldes genderorientierter Weiterbildung, wofür ihr Rückgriff auf intersektional orientierte Methodiken einen ersten Ansatzpunkt darstellt.
-
12:26
»
querelles-net
Karin Schwiter untersucht in der vorliegenden Studie, wie junge Erwachsene über ihre Zukunftspläne sprechen und welche Vorstellungen bezüglich ihrer Zukunft sie dabei entwerfen. Die Untersuchung zeichnet sich gegenüber älteren Forschungen zu diesem Thema unter anderem aus durch einen Geschlechtervergleich, die raumzeitliche Fokussierung auf die Deutschschweiz sowie ein diskursanalytisches Vorgehen in Anlehnung an Foucault. Das Ergebnis ist ein anregendes Buch, in dem die Autorin auf der Basis der Erzählungen von 24 jungen Frauen und Männern gesellschaftstheoretische Deutungen und Ausblicke entwickelt. Diese belegen, wie sich neoliberale Ideen von Individualität und fortbestehende Geschlechternormen miteinander so verschränken, dass Thematisierungen geschlechtlicher Ungleichheit kaum mehr möglich scheinen.
-
12:26
»
querelles-net
In der 2010 veröffentlichten kommunikationswissenschaftlich ausgerichteten Studie geht es um eine quantitative Beschreibung des Nutzungsverhaltens und der Nutzungsmotive computerspielender Frauen. Melanie Krause argumentiert konsequent innerhalb der fachlichen Grenzen der neueren Mediennutzungsforschung. Wirklich neu ist der von ihr unternommene Versuch einer Spielerinnentypologisierung, indem sie auf der Basis der erhobenen Daten zum Nutzungsverhalten und zu Nutzungsmotiven der Spielerinnen vier Cluster gebildet hat. Diese werden mit vier Spielerinnentypen identifiziert, die allerdings hochgradig normativ besetzt sind. Aus der Perspektive der kritischen Gender Studies wäre eine Reflexion und Diskussion der in die Spielerinnentypologie eingeflossenen normativen Voraussetzungen wünschenswert.
-
12:26
»
querelles-net
Im vorliegenden Sammelband werden aktuelle Untersuchungen zum Carmen-Mythos in Literatur, Film, Malerei und Musikkultur aus einer genderspezifischen, einer transmedialen und einer transkulturellen Perspektive präsentiert. Als gemeinsame methodische Prämisse des Bandes fungiert die These, dass Carmen als Produkt einer Mythenbricolage und als Projektionsfläche für vornehmlich männlich codierte Exotismus- und Alteritätsfiktionen verstanden werden kann. Kontinuitäten und Diskontinuitäten im Umgang mit dem Carmen-Mythos werden deutlich am Beispiel von filmischen, literarischen, pikturalen, musikalischen und performativen Bearbeitungen des Mythos vom 19. bis zum 21. Jahrhundert.
-
12:26
»
querelles-net
Die Philosophin Yvanka Raynova hat in diesem Buch die Ergebnisse von vier Studien sowie die Transkripte von neun Interviews zusammengestellt. In allen geht es um feministische Philosophie im Europa nach der ‚Wende‘ von 1989. Die Autorin stellt bisherige Forschungen und Konzeptionen dar und verknüpft sie mit sozialen Hintergründen und Fragen der Kommunikation zwischen ‚Westfeministinnen‘ und ‚osteuropäischen Frauenforscherinnen‘. Es werden wichtige Forschungsfragen gestellt und bemerkenswerte Analysen gewagt, die manchmal jedoch detaillierter und aktualisierter zu wünschen wären.
-
12:26
»
querelles-net
Der Sammelband enthält vier wenig aufeinander abgestimmte Beiträge, von denen sich zwei mit dem im Titel angekündigten Thema beschäftigen. Karin Aleksander gibt einen kenntnisreichen, auch historisch angelegten Überblick über Facetten und Desiderate der Gender-Realität in Bibliotheken und berichtet von der Arbeit des Zentrums für interdisziplinäre Frauenforschung der Humboldt Universität zu Berlin. Erwin Miedtke beschreibt die ersten Schritte zur Verwirklichung der EU-Leitlinie zum Gender Mainstreaming in der Stadtbibliothek Bremen. Agata Martyna Jadwizyc hat Männerzeitschriften auf Modelle von Männlichkeit untersucht. Birte Meiners bietet einen Überblick über Leseforschung und -förderung und berücksichtigt dabei auch Geschlechtsunterschiede.
-
12:26
»
querelles-net
Anhand von qualitativen und quantitativen Daten wird in dieser soziologischen Studie die Bedeutung von Religiosität, Identität und Gender in muslimischen Frauenvereinen in Deutschland untersucht. Markus Gamper verknüpft die Ergebnisse mit den kulturtheoretischen Ansätzen von Stuart Hall und Homi K. Bhabha und vertritt die These, dass ein islamischer Feminismus in Deutschland existiere. Er stellt fest, dass es den in den Vereinen organisierten Frauen gelinge, Gegendiskurse zu der deutschen Mehrheitsgesellschaft sowie zu den androzentrisch geprägten muslimischen Gemeinschaften zu entwickeln und somit Widerstand gegen Diskriminierung zu leisten. Der Autor begegnet in den von ihm untersuchten Vereinen – statt ‚unterdrückten Muslima‘, wie sie von den Medien inszeniert werden – hochgebildeten Frauen, die selbstbewusst und unabhängig ein religiöses Leben führen.
-
12:26
»
querelles-net
Gesamtausgabe querelles-net 12(4)
-
-
17:51
»
querelles-net
Editorial
-
17:51
»
querelles-net
Anhand eingängiger Beispiele, primär aus der Geschichts- sowie der Literaturwissenschaft, und mit verschiedenen fachlichen Blickwechseln werden Strategien, Funktionen und Motive unterschiedlicher Ausformungen des Emotionsmanagements und die Entwicklungen der Emotionsforschung thematisiert. Als Querschnittsperspektive beleuchten die Autor/-innen der im Aufsatzband versammelten Beiträge immer wieder die vergeschlechtlichten Dimensionen der Hervorbringung von Emotionen. Dabei veranschaulichen sie emanzipatorische Aspekte, die der (bewusste) Umgang mit Emotionen haben kann, ebenso wie das Korsett aus Erwartungen, welches das ‚korrekte‘ emotionale Verhalten unweigerlich schnürt.
-
17:51
»
querelles-net
Sally Macarthur unternimmt mit Rückgriff auf Philosophien von Deleuze und Guattari bzw. deren feministische Weiterentwicklung u. a. durch Grosz und Braidotti eine Neupositionierung der Figur der Komponistin in der zeitgenössischen Musikproduktion. Auf der Grundlage von Denkkonzepten wie ‚Differenz‘, ‚Virtualität‘, ‚Werden‘ oder ‚Deterritorialisierung‘ dekonstruiert Macarthur die Master-Narrative von autonomer, innovativer, schöpferischer, männlicher Musikproduktion. Ihre Thesen exemplifiziert Macarthur durch die Analyse der Musik der Komponistinnen Sofia Gubaidulina, Elena Kats-Chernin und Anne Boyd sowie in der Auseinandersetzung mit den Bedingungen und Inhalten des gegenwärtigen Kompositionsunterrichts.
-
17:51
»
querelles-net
Julia Dombrowski setzt sich in ihrer Dissertation aus ethnologischer Perspektive mit dem Phänomen Online-Dating auseinander. Dabei legt sie einen Fokus auf die Emotionen, insbesondere die romantische Liebe, und widmet sich der Frage, auf welche Weise von den User/-innen der Datingbörsen kulturspezifische Liebesvorstellungen und individuelles Erleben bei ihrer Partnersuche vereinbart werden. Damit weicht Dombrowski von der bestehenden, sich vor allem auf Kapitalismuskritik konzentrierenden Forschung zum Online-Dating ab und sucht den Zugang zum Thema über das subjektive emotionale Erleben des Online-Datings durch die User/-innen selbst.
-
17:51
»
querelles-net
Die Autor/-innen des interdisziplinären Sammelbandes bearbeiten die innovativen Frage nach dem Zusammenhang von Scham, Schuld und Geschlecht in der deutschen Erinnerungskultur, insbesondere nach der transgenerationellen vergeschlechtlichten Weitergabe von Scham und Schuld. Die Konzeptionierung dieser Begriffe bleibt jedoch sowohl in der Einleitung als auch in einigen Aufsätzen recht vage. Der Band leistet dennoch einen wichtigen Beitrag für die Repräsentationsgeschichte des Nationalsozialismus und bietet eine aufschlussreiche Auseinandersetzung mit der Bedeutung der Kategorie Geschlecht in der Aufarbeitung des Nationalsozialismus in Deutschland.
-
17:51
»
querelles-net
Lange Zeit unbemerkt, hat sich in unzähligen Internetforen maskulinistischer Provinienz die neueste Spielart antifeministischer Agitation formiert. Deren Virtualität sollte jedoch keineswegs zur Unterschätzung der selbsternannten ‚Bewegung‘ führen. Immerhin dominieren sogenannte Männerrechtler mittlerweile die Kommentarspalten vieler Leitmedien, erhalten institutionellen Rückenwind, warten mit ganz ‚analogen‘ Veranstaltungen auf und schärfen damit ihr gesellschaftspolitisches Profil. Andreas Kemper hat sich den Geschlechtertraditionalist/-innen und ihren nach rechtsaußen offenen Positionen angenommen. Wissenschaftliche Forschungen im Sinne einer kritischen Auseinandersetzung mit postfeministisch-biologistischen Geschlechterkonzepten sollten, nein, müssen folgen, wie der Autor selber unterstreicht.
-
17:51
»
querelles-net
Dieser gelungene Band – Ergebnis einer Fachtagung im Bereich Gender Studies an der Universität Freiburg und zugleich Jubiläumsband anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Freiburger Koordinierungsstelle Gender Studies – beleuchtet den Nexus Körper und Geschlecht als dynamische Figuration an der Schnittstelle unterschiedlicher Wissenschaftsdiskurse. Die Autor/-innen stellen sich der interdisziplinären Herausforderung eines Dialogs zwischen Natur- und Technikwissenschaften einerseits und Gesellschafts- und Kulturwissenschaften andererseits, wenn auch mit z. T. unterschiedlichem Erfolg. Der Band bietet seinen Leser/-innen einen spannenden Einblick in die Dynamik körperlicher Signifikationen und vergesellschaftlichter Materialitäten und eröffnet vielfältige, innovative Forschungsperspektiven im Bereich der body studies.
-
17:51
»
querelles-net
Die Politikwissenschaftlerin Bihter Somersan erörtert in ihrer Dissertation die Entwicklungsphasen der feministischen Bewegung in der Türkei seit den 1980er Jahren sowie deren aktuelle Organisationsstrukturen, Handlungsstrategien und Debatten. Dazu analysiert sie die feministische Literatur der Türkei und wertet die von ihr selbst in den letzten Jahren durchgeführten Expertinnen-Interviews aus. Die im Mai 2011 im Verlag Westfälisches Dampfboot veröffentlichte Monographie zeichnet sich insbesondere durch ihren hegemoniekritischen und feministischen Theorieansatz aus.
-
17:51
»
querelles-net
Die Flexibilisierung der Arbeitszeitgestaltung und die Gleichstellung der Geschlechter sind zentrale Bestandteile europäischer Direktive. Der Expertenbericht der Europäischen Kommission bietet nun eine Zusammenfassung über die gegenwärtigen Praktiken flexibler Arbeitszeitmodelle in den 27 EU-Ländern und drei EWR-EFTA-Staaten und stellt deren Auswirkungen auf die Gleichberechtigung der Geschlechter dar. Besonderes Augenmerk liegt hierbei auf der internen Flexibilität, was einesteils die flexible Gestaltung der Arbeitsdauer beinhaltet und anderenteils die flexible Organisation der Arbeitszeit. Die Ergebnisse lassen darauf schließen, dass beide Größen wichtige Voraussetzungen für den wirtschaftlichen Aufschwung darstellen. Es zeigt sich allerdings auch, dass eine zunehmende Flexibilisierung der Arbeitszeitgestaltung den Frauen auch zum Nachteil gereichen kann.
-
17:51
»
querelles-net
Gesamtausgabe querelles-net 12(3)
-
-
13:18
»
querelles-net
Editorial
-
13:18
»
querelles-net
In ihrem Lexikon verbinden die Herausgeberinnen Annette Kreuziger-Herr und Melanie Unseld Gender- und Kulturwissenschaften in einem neuen Konzept: Der systematische wird erweitert um einen historiographischen Teil, der den Blick für musikgeschichtliche Zusammenhänge weitet. Immer bedacht darauf, eine kritische Distanz zu wissenschaftlichen Diskursen und ihrer Etablierung in der Musikwissenschaft zu wahren, werden die Rollen aller Partizipanten und Partizipantinnen in der Welt der Musik neu bewertet. Resultat ist ein historiographisch-lexikographisches Projekt, das sich sowohl strukturell wie auch inhaltlich ganz dem Prinzip eines vielfältigen kulturwissenschaftlichen „Ökosystems“ verschreibt.
-
13:18
»
querelles-net
Diese DVD stellt 19 kurze Komödien aus den Jahren 1910 bis 1914 zusammen. Das noch junge Genre der Komödie, so die Kuratorin Mariann Lewinsky, war innerhalb der Filmproduktion das entscheidende Terrain der Auseinandersetzungen um Geschlechterrollen. In den Filmen werden Komikerinnen gezeigt, die mit traditionellen Geschlechterrollen brechen und den Handlungsraum von Frauen erweitern. Ein Kapitel ist den Suffragetten gewidmet, hier findet sich auch dokumentarisches Filmmaterial der Zeit. Im beigefügten Booklet werden die Filme mittels feministischer Theorien zum (Frühen) Kino in die Filmgeschichte eingeordnet, eine Verknüpfung mit den politischen Ereignissen der Zeitgeschichte wird leider nicht vorgenommen.
-
13:18
»
querelles-net
Christine Löw setzt sich in ihrer politikwissenschaftlichen Dissertation mit dem postkolonial-feministischen Denken Gayatri C. Spivaks auseinander und zielt in ihren sorgfältigen, überwiegend affirmativen Ausführungen darauf, Spivaks Überlegungen für die Politikwissenschaft nutzbar zu machen. Hierzu diskutiert sie deren theoretische Verortung in kritischen Ansätzen von Marxismus, Feminismus und Dekonstruktion sowie ihre Reflexionen zur epistemischen Gewalt westlichen Denkens gegenüber dem Süden und illustriert ihre Thesen zur Subalternität an vier ausgewählten politischen Themenfeldern. Zentrale Verdienste des Buches liegen darin, Spivaks Arbeiten in den deutschsprachigen sozialwissenschaftlichen Kontext einzuschreiben und weiterführende Forschungsfragen zu Globalisierung und Erkenntnisproduktion aufzuwerfen.
-
13:18
»
querelles-net
Dieser Überblick über die aktuelle Forschungslandschaft der geschlechtsbezogenen Raumforschung zeichnet sich durch eine große Vielfalt an Themen, Perspektiven sowie theoretischen und methodischen Zugängen aus. Die Autor/-innen diskutieren die – historisch im Wandel begriffene – Konzeptualisierung von Geschlecht und beziehen diese auf das jeweilige geographische Forschungsgebiet; auch konzeptionelle Überlegungen zum Raumbegriff finden sich in mehreren Beiträgen. Die meisten untersuchen die Ko-Konstitution von Raum und Geschlecht, wobei sie entweder bereits eine intersektionale Perspektive einnehmen oder eine solche für zukünftige Arbeiten befürworten. Dies wird damit begründet, dass der Intersektionalitätsansatz geeignet sei, der Komplexität sozialer Ungleichheiten gerecht zu werden und differente soziale Positionen in der Forschungspraxis wie auch im gesellschaftlichen Miteinander aufzuwerten.
-
13:18
»
querelles-net
Die Grundlage der literaturhistorischen Untersuchung bilden literarische und religiöse Texte von der Frühen Neuzeit bis zur Moderne – Romane, Dramen und Briefe sowie Ego-Dokumente, philosophische Schriften und bildliche Darstellungen. Die Autorin konzentriert sich auf die Rekonstruktion der in den Primärtexten auffindbaren Geschlechterverhältnisse und -rollen und auf die kritische Beleuchtung ihrer Produktions- und Rezeptionsbedingungen in einem grundlegend patriarchalisch strukturierten literarischen Feld. Damit gelingt es ihr, einerseits anschaulich vorzuführen, inwiefern Geschlecht als strukturierende Struktur in literarische und religiöse Texte eingeschrieben ist, und andererseits zu zeigen, welche Lücke aufgrund der Demarkierung weiblicher Autorschaft und weiblichen Schreibens bis heute in der literaturhistorischen Forschung klafft.
-
13:18
»
querelles-net
Der Sammelband bietet einen empirisch fundierten Überblick über betriebliche Geschlechterverhältnisse in der Privatwirtschaft. Dafür wird die aktuelle Daten- und Forschungslage zu Beschäftigungsstrukturen, Arbeitszeiten, Qualität der Arbeit, Entlohnung und Frauen in Führungspositionen aufbereitet und analysiert. Die sehr lesenswerte und mit einer Fülle von aktuellem Datenmaterial versehene Veröffentlichung richtet sich an Vertreter/-innen aus Gewerkschaften, Politik, Wissenschaft, Medien sowie an Praktiker/-innen in Unternehmen und ist auch gut für die Lehre an Hochschulen geeignet. Ihr Vorzug besteht in einer konsequenten Ausrichtung an der betrieblichen Ebene.
-
13:18
»
querelles-net
Vor dem Hintergrund der wachsenden Zahlen Alleinerziehender und den bekannten ökonomischen Risiken dieser Familienform stellt sich Barbara Rinken der Aufgabe, diese in Bezug auf Emanzipation und auf Dekonstruktionsprozesse dichotomer Vorstellungen von Geschlecht zu erforschen. Sie kristallisiert hierbei auf Basis einer fundierten Rekonstruktion des Forschungsstandes und eigens durchgeführter Interviews heraus, welche Möglichkeiten diese Lebensform den Alleinerziehenden in Bezug auf ihre individuelle Konstruktion von Geschlechtlichkeit bietet und welche Grenzen diesen Spielräumen gesetzt sind. Spannend macht ihre empirisch fundierte Analyse dabei besonders der forschungspraktisch gut umgesetzte Anspruch, subjektive Verortungen und sozialstrukturelle Befunde in Zusammenhang zu bringen.
-
13:18
»
querelles-net
Caroline Stern veröffentlicht mit ihrer Diplomarbeit zum Thema Intersexualität, die 2004 vermutlich eine der ersten nicht-medizinischen Arbeiten im deutschsprachigen Raum überhaupt war, eine umfassende Darstellung verschiedener Aspekte der Intersexualität. Deutlich wird dabei eine eindeutige parteiliche Position zur Intersex-Bewegung. Die Arbeit muss im Kontext ihres Entstehungszeitpunkts als Grundlagenforschung angesehen werden, und so wird die Darstellung aller die Intersexualität betreffenden gesellschaftlichen Diskurse einer einengenden Fragestellung vorgezogen – zum damaligen Zeitpunkt eine legitime und, im Sinne der Stoßrichtung der Arbeit, notwendige Vorgehensweise. Eine Aktualisierung der Forschungsergebnisse bei der Veröffentlichung 2010 wurde leider nicht vorgenommen, obwohl sich seither auf dem Gebiet der nicht-medizinischen Intersexualitätsforschung Signifikantes bewegt hat.
-
13:18
»
querelles-net
In dieser fundierten Untersuchung biologisch-medizinischer Geschlechtertheorien um 1900 wendet sich die Kunst- und Kulturwissenschaftlerin Kathrin Peters, ausgehend von fotografischen Darstellungen, sogenanntem ‚uneindeutigem Geschlecht‘ zu. Auch stellt sie dar, wie sich in der Folge der Betrachtungen eines ‚schönen Ideals‘ Ende des 19. Jahrhunderts zunehmend ein Denken von ‚Normalität und Abweichung‘ etablierte und wie sich die biologisch-medizinischen Theorien der Geschlechterdifferenzen veränderten. Sie zeigt mit ihren Bildanalysen, wie Fotografien in unterschiedlichen Kontexten verschiedene Wirkungen entfalten und wie sie in wissenschaftlichen Publikationen gezielt eingesetzt wurden. Als problematisch erscheint es indes, dass Bilder – wenn auch historische – von untersuchten Patient/-innen abgedruckt werden, die offensichtlich genötigt worden waren, ihre Genitalien dem Fotografen zu zeigen.
-
13:18
»
querelles-net
Die Technowissenschaften haben Frauen als potentielle Arbeitskräfte noch immer nicht adäquat erkannt – trotz Fachkräftemangel. In dem von Waltraud Ernst herausgegebenen Sammelband werden die Bemühungen und Strategien für die Herstellung von Chancengleichheit erörtert, mit dem Ziel einer Überwindung von Geschlechterhierarchien in den grundsätzlich innovationsbesetzten Berufsfeldern der Technik- und Naturwissenschaften. Der Band enthält überaus interessante, teilweise einzigartige Einblicke, wie die Zusammenhänge von Technik und Geschlecht in den unterschiedlichen Forschungsbereichen entworfen und diskutiert werden und wie die Verwirklichung von Gleichberechtigung als soziale Innovation angestrebt wird.
-
13:18
»
querelles-net
Heike Raab entwickelt in ihrer Analyse „sexuelle[r] Politiken“ die Grundlagen für ein queeres Staatskonzept. Sie geht dabei von feministischen, neomarxistischen und gouvernementalen Staatsauffassungen und queer-feministischen Identitätskritiken aus. Die so erarbeitete Perspektive wendet sie auf die Analyse der so genannten „Homo-Ehe“ (die Eingetragene Lebenspartnerschaft) an. Raabs Verständnis von Staatlichkeit als „aufgesplitterte[m] und widersprüchliche[m] Terrain“ (S.75) und prozesshafter Konfiguration lenkt die Aufmerksamkeit auf die wirkenden Strukturen, Herrschaftsmechanismen und ökonomischen Ungleichheiten, die die Möglichkeiten der Akteur/-innen ungleich gestalten. Diese schlüssigen theoretischen Grundlagen, an denen sich Forschende gut orientieren können und auf denen weitere Arbeiten aufbauen sollten, setzt Raab selbst im „anwendungsorientierten“ zweiten Teil zur Eingetragenen Lebenspartnerschaft nur teilweise in der zuvor angeregten Komplexität um.
-
13:18
»
querelles-net
Auf der Basis des Konzeptes von „vielfältigen Lebensweisen“ (Jutta Hartmann) wird in theoretischen und praxisorientierten Einzelbeiträgen der Versuch unternommen, geschlechterspezifische Ansätze einer allgemeinen Didaktik zu entwickeln. Dabei kann der Band in theoretischer Hinsicht durch seine Orientierung an Konzepten von kritischer Gender- und Diversity-Forschung überzeugen. Die praxisorientierten Einzelbeiträge könnten jedoch auf deutlichere Weise einen Transfer von Theorie in Praxis zum Ausdruck bringen.
-
13:18
»
querelles-net
Gesamtausgabe querelles-net 12(2)
-
-
11:17
»
querelles-net
Editorial
-
11:17
»
querelles-net
Der mögliche Beitrag monopsonistischer Arbeitsmarktmodelle zur Erklärung der geschlechterbezogenen Entgeltlücke (Gender Pay Gap) steht im Zentrum der Dissertation von Boris Hirsch. Nach den Theorien des räumlichen und des dynamischen Monopsons sind Unternehmen deshalb in der Lage, geringere Entgelte an Frauen zu zahlen, weil deren Arbeitsangebot auf Unternehmensebene weniger elastisch ist und sie bei einem Arbeitsplatzwechsel höhere Verluste in Kauf nehmen müssen. Die Ausnutzung der Monopsonmacht und die mit dem Robinson’schen Ansatz beschreibbare Diskriminierung durch die Unternehmen führten zu unterschiedlichen Entgelten zwischen Frauen und Männern. Die von Hirsch getroffenen theoretischen Annahmen werden für den deutschen Arbeitsmarkt empirisch bestätigt; durch sie lässt sich mindestens ein Drittel des Gender Pay Gap erklären.
-
11:17
»
querelles-net
Auch bei steigender Erwerbsbeteiligung von Frauen ist der deutsche Arbeitsmarkt von einer weitverbreitenden Chancenungleichheit gekennzeichnet. Die Lebenswirklichkeiten von Migrant/-innen und ihre Einbindung in die vergeschlechtlichten Prozesse am Arbeitsmarkt wurden bislang nicht systematisch erfasst. An diesem Punkt setzt Sara John an, indem sie theoretische Konzeptionen zur Vergeschlechtlichung und zur Ethnisierung auf dem Arbeitsmarkt zusammenführt. In einem multidisziplinären Ansatz werden die zahlreichen Verschränkungen um das Phänomen ‚ethnisierte Arbeit‘ aufgegriffen, die vor dem Hintergrund der Debatte um Deutschland als Einwanderungsland zunehmend an Bedeutung und Brisanz gewinnen.
-
11:17
»
querelles-net
Eva Boesenberg setzt sich aus einer kultur- und literaturhistorischen Perspektive mit der Verknüpfung von Ökonomie und Geschlechterdiskurs im US-amerikanischen Roman auseinander. Im Zentrum steht die Frage, ob und zu welchem Grad die ‚Sprache des Geldes‘ geschlechtsspezifisch codiert ist und welche Besonderheiten gerade im nordamerikanischen Kulturraum zu beobachten sind. Die Autorin behandelt die literarische Repräsentation dieses Geflechts in insgesamt 35 Romanen aus der Zeit von 1850 bis 2000, wobei ihr Fokus auf den geschlechtsökonomischen Relationen liegt, die weniger hierarchisch angelegt seien als hegemoniale Konstruktionen, und liefert zugleich einen kenntnisreichen geschichtlichen Abriss über den Zusammenhang von Geschlecht und Wirtschaft.
-
11:17
»
querelles-net
Im Zentrum der Untersuchungen im vorliegenden Buch stehen die ökonomischen und sozialen Formen der Existenzsicherung in ländlichen Haushalten in Zentral-Bénin, Westafrika. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf den Ausgaben für magische Zeremonien, die das Haushaltsbudget belasten, und auf der Frage, welche Konsequenzen dies für die einzelnen Personen nach sich zieht. Kerstin Hadjer legt besonderen Wert darauf, die Daten zu den ökonomischen Aktivitäten von Frauen mit einzubeziehen, die bisher, so die problematische Annahme, wenig Beachtung fanden. Den theoretischen Schlussfolgerungen in ihrer Studie mag man nicht immer folgen, denn sie stehen immer wieder im Widerspruch zu den eigenen Daten und basieren auf einer selektiven Kenntnis der Literatur.
-
11:17
»
querelles-net
Der Band basiert auf verschiedenen Aufsätzen der Autorin zu Frauenrechten und Globalisierung, die (nicht immer hinreichend) aktualisiert und ergänzt wurden, wobei dem Buch die unterschiedlichen Entstehungskontexte (Journalismus und Wissenschaft) noch anzumerken sind. Es bietet gleichwohl eine Fülle an Informationen und Gedanken – und zum weiteren Nachdenken anregenden Fragen – zu der unverändert aktuellen Beobachtung, dass die Gleichberechtigung der Frauen vor allem in ökonomischer Hinsicht immer noch zu wünschen übrig lässt, ja, auf immer neue Hindernisse trifft. Warum der Feminismus nicht tot ist, sondern in Form vielgestaltiger – teilweise neuer, durchaus auch konkurrierender – Konzepte im 21. Jahrhundert seine Bedeutung keinesfalls verloren hat, wird überzeugend hergeleitet.
-
11:17
»
querelles-net
Allmendiger berichtet über zwei durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderte Projekte zu Frauen, die aus verschiedenen Gründen ihre Erwerbskarriere unterbrochen haben und in den Beruf zurückkehren wollen, aber auf erhebliche strukturelle Probleme im konservativen Wohlfahrtsstaat mit seinen ambivalenten Geschlechter- und Arbeitsordnungen stoßen. Umfassend und materialreich wird ein Sozialprofil dieser sogenannten „Schattenfrauen“ sichtbar, die allein im Begriff der traditionellen Hausfrau nicht mehr adäquat zu erfassen sind und die neuartige Herausforderungen an eine geschlechtergerechtere Arbeitsmarkt- und Gesellschaftspolitik stellen.
-
11:17
»
querelles-net
Wie wird Ökonomie aus feministischer Perspektive neu gedacht? Den vielfältigen Antworten auf diese Frage wird in den Beiträgen des Sammelbandes nachgegangen. Gegliedert ist der Band in die drei wesentlichen Themenbereiche aktueller Forschung der Feministischen Ökonomie: Care-Ökonomie, interdisziplinäre Kritiken der zentralen ökonomischen Konzepte und alternative, wirtschaftspolitische Schlussfolgerungen. Das Buch stellt ein Orientierungswerk durch die vielschichtigen Arbeiten und Ansätze dar, wobei die einzelnen Autorinnen sich keineswegs nur damit zufriedengeben, Mainstream-Ökonomie zu kritisieren; sie setzen vielmehr Maßstäbe, vor allem für die Weiterarbeit innerhalb der Feministischen Ökonomie.
-
11:17
»
querelles-net
In ihrer methodisch vielfältigen und an handlungspraktischen Verweisen reichhaltigen Begleitstudie eines Graduiertenkollegs mit der Ausrichtung „Gender Studies“an einer Schweizer Hochschule legt Elisabeth Maurer offen, welche verschwiegenen und gleichzeitig bewusst gepflegten sozialen Voraussetzungen akademische Karrieren haben. Heimliches Thema dieses Buches ist daneben der höchst komplexe und ineinander verwobene Prozess wissenschaftlicher Reflexion und gleichstellungspraktischer Intervention. Die Autorin sitzt als forschende Gleichstellungsbeauftragte quasi zwischen allen Stühlen und hat gerade aus dieser etwas unbequemen Lage heraus eine gute Beobachtungsposition. Die Studie liefert sowohl für Sozialwissenschaftler/-innen als auch für hochschulpolitische Praktiker/-innen nutzvolles Wissen.
-
11:17
»
querelles-net
Elf Beiträge kreisen um das Thema Wissen und Reproduktion. Der Anspruch der Herausgeberinnen ist ein epistemologischer, die Perspektive eine metatheoretische. Der doppeldeutig verstandene Reproduktionsbegriff soll zur Beschreibung der Wissens(re)produktion dienen. Dies wird jedoch nur in einem Beitrag des Bandes überzeugend eingelöst. Der Rest besteht aus einer disparaten Sammlung von – im einzelnen durchaus lesenswerten – Texten aus unterschiedlichen Disziplinen.
-
11:17
»
querelles-net
Der vorliegende Sammelband enthält Beiträge zu drei Schwerpunkten: Es geht erstens um hochschulweite Konzepte der Personal- und Organisationsentwicklung, gemessen an dem Prüfstein Gender Mainstreaming, zweitens um Ergebnisse der Lehr- und Lernforschung unter gendersensibler Perspektive und drittens um Genderaspekte und Genderkompetenz im Lehr- und Lernalltag. Die Einzelergebnisse bieten eine gute Orientierung; auf der theoretischen und konzeptionellen Ebene der Geschlechterforschung und der Geschlechterpolitik in der Hochschule ist jedoch kritisch anzumerken, dass unterschiedlichen Traditionen folgende Genderbegriffe und politische Strategien unvermittelt zusammengestellt werden, ohne deren Genealogien und politischen Kontexte zu reflektieren. Dies trifft besonders auf das Konzept des Gender Diversity Managements zu. Nicht einbezogen wird außerdem der internationale Forschungsstand zu den neuen Steuerungsformen in Hochschule und Wissenschaft insbesondere im Hinblick auf Prozesse des doing gender.
-
11:17
»
querelles-net
Das Lehrbuch von Brigitte Aulenbacher, Birgit Riegraf und Michael Meuser zielt darauf, wichtige Entwicklungen und Etappen der soziologischen Geschlechterforschung zu rekonstruieren, Forschungsfelder zu beschreiben, Anschlüsse an angrenzende Bereiche aufzuzeigen und zukünftige Fragen zu skizzieren. Dieser hoch gesteckte Anspruch gelingt weitgehend, wobei notwendig Akzente gesetzt und zwangsläufig Leerstellen in Kauf genommen werden. Offen bleibt in der intendierten zeit- und wissenschaftsgeschichtlichen Orientierung der Darstellung aber leider, was genau das Soziologische an der Geschlechterforschung ist und wie sich die Geschlechterforschung in Bezug auf ihre Wurzeln in der Soziologie positionieren könnte und sollte.
-
11:17
»
querelles-net
Dieser Sammelband ist so kühn wie notwendig. Er bietet empirische und theoretische, wissenschaftliche und politische Grundlagen, um in den Debatten über Multikulturalismus und Frauenunterdrückung, Parallelgesellschaften und sexuelle Autonomie eine eigene Position entwickeln zu können. Schon der Zugang überrascht: Nicht nur der Mangel an sexueller Autonomie, der in Zwangsehen zum Ausdruck kommt, steht im Fokus, sondern zugleich wird nach deren Bedingungen in der Mehrheitsgesellschaft, konkret der Anerkennung homosexueller Partnerschaften, gefragt. In Beiträgen aus Großbritannien, Österreich und der Türkei wird Licht auch in versteckte Ecken der Debatten geworfen und – ohne unklar oder unangemessen detailverliebt zu werden – beherzt den zutage tretenden Verschränkungen, Verwicklungen und sogar Widersprüchen begegnet.
-
11:17
»
querelles-net
Wenn es um ihre Gesundheit geht, gelten Männer mittlerweile als Mängelwesen: Sie essen lieber Fleisch als Salat, lassen ihr Auto regelmäßiger warten als ihren Körper und trinken auch gerne mal ein Glas zu viel. Die Zielgruppe Mann wird in der Gesundheitsförderung zunehmend in den Blick genommen. Sebastian Scheeles detaillierte Analyse zeichnet erstmalig nach, welches Geschlechterwissen dabei (re)produziert wird. Zudem hinterfragt er die in der Männergesundheitsförderung propagierten Selbstverhältnisse kritisch und stellt sie in den Kontext neoliberaler Regierungsweisen. Dafür erweitert er Foucaults Konzept der Gouvernementalität um sozialkonstruktivistische Geschlechtertheorie und verknüpft diese mit den Gesundheitswissenschaften.
-
11:17
»
querelles-net
Katarina Schritt geht in ihrem Buch von der These aus, dass Essen und Ernährung soziale Phänomene sind. Ihr Anliegen ist es, den sozialen Charakter von Ernährung anhand des Diskurses um ‚gesunde‘ Ernährung zu verdeutlichen. Anhand des Ernährungsberichts der Deutschen Gesellschaft für Ernährung belegt sie, dass es in der naturwissenschaftlich geprägten Ernährungsforschung kaum Ansätze gibt, die empirischen Befunde in einen sozialen Erklärungszusammenhang zu stellen. Dem setzt sie eine konstruktivistische Perspektive entgegen und zeigt, dass das Ernährungsverhalten als Produkt von Geschlechterrollenerwartungen zu begreifen ist. In dieser Lesart erscheinen geschlechtlich konnotierte Lebensmittel, Praktiken ‚gesunder‘ Ernährung und Ernährungswissen als Geschlechterrollenattribute, mittels derer geschlechtliche Identität hergestellt wird.
-
11:17
»
querelles-net
Die meisten Beiträge des vorliegenden Sammelbandes sind aus einer 2009 an der Universität Oldenburg veranstalteten Tagung hervorgegangen. Im Sinne der Intersektionalitätsforschung sollen Disability Studies und Gender Studies in Beziehung zueinander gesetzt und – ergänzt durch weitere Perspektiven – neue Forschungsfelder skizziert werden. Vor allem in den theoriebezogenen Beiträgen wird Behinderung immanent weitgehend mit der Kategorie „Körper“ identifiziert, wodurch ein starker Fokus auf körperliche Beeinträchtigungen zustande kommt, während andere Beeinträchtigungen – vor allem solche des Lernens, z. B. im Rahmen des sonderpädagogischen Förderbedarfs bei Schulkindern – eher in den praxisbezogenen Beiträgen zur Geltung kommen.
-
11:17
»
querelles-net
Dieses Lehrbuch enthält eine Fülle von aktuellen theoretischen Überlegungen und Beispiele empirischer Forschungen zum Umgang mit Differenz und Andersheit (otherness), einem Kernthema der Sozialen Arbeit, ist doch die Festsetzung von Normalität und Anderssein die historische, fachliche und politische Grundlage der Profession bzw. Disziplin und zudem von aktuellem methodologisch-sozialwissenschaftlichen Interesse. Zwar haben differenztheoretische, dekonstruktive und intersektionale Ansätze binäre Denkstrukturen abgelöst, gleichzeitig greift aber weiterhin die Normalisierungsmacht als Maxime sozialarbeiterischer (Grenz-)Bearbeitung. Dem interaktiven, also sozial produzierten doing difference mit dem Anspruch der Integration stehen die Praktiken der Normalisierung, des labeling approach und der Ausgrenzung gegenüber. Ebenso wie in der Geschlechterforschung besteht auch hier die Gefahr, dass differenzsensible (gendersensible) Haltungen zu einer Reifizierung von Andersheiten (Geschlecht) führen. Diesem Dilemma muss sich – wie in den vorgestellten empirischen Kontexten deutlich wird – Soziale Arbeit in Analyse, Methode und Haltung stellen. In vierzehn Beiträgen werden unterschiedliche differenztheoretische Perspektiven eingenommen und kritisch weiterentwickelt, stets unter Rückbezug auf Kategorien, Konzepte und Programme der Differenzierung, der Andersheit und der Normalisierung sowie der daran anschließenden Betrachtung verschiedener Differenzierungs- und Normalisierungspraxen im Kontext Sozialer Arbeit. Dem Anspruch eines Lehrbuchs folgend, entwickelt in einem Eingangskapitel die Arbeitsgruppe Inter Kultur einen Fragenkatalog als re- und dekonstruierende Lesehilfe.
-
11:17
»
querelles-net
Eine Vielfalt an theoretischen und empirischen Erkenntnissen zum Themenkomplex ‚Wohnen und Geschlechterverhältnisse‘ liefert der Sammelband von Darja Reuschke, der zur Verabschiedung von Ruth Becker zusammengestellt wurde. Als Autorinnen sind unter anderen einige grandes dames der feministischen und genderorientierten Raumforschung versammelt. In vier Teilen und 14 Artikeln werden sowohl Theorien als auch Politiken, unterschiedliche Lebenslagen, soziale Gruppen und Wohnstandorte sowie Mobilität betrachtet. Insbesondere die Beiträge zur Wohnungspolitik werden in dieser Rezension näher untersucht: Diese verfolgt zwar in der Regel integrative und geschlechtergerechte Ziele, bewirkt jedoch oft das genaue Gegenteil.
-
11:17
»
querelles-net
Das Buch ist eine kompakte Einführung in die geographische Geschlechterforschung, die alle relevanten aktuellen Debatten aufgreift. Das bislang erste Lehrbuch zum Thema fasst die theoretischen Grundlagen und methodischen Ansätze zur Analyse der Kategorien Geschlecht, Körper, Umwelt/Natur und Raum zusammen. Anhand von exemplarischen Themenkomplexen (z. B. Arbeit, Migration, Stadt, Ressourcennutzung) wird die konkrete Anwendung der theoretischen Konzepte an zahlreichen empirischen Beispielen und Forschungsergebnissen aus der deutschsprachigen und internationalen geographischen Forschung verdeutlicht. Die Publikation ist ein lange fälliges Einführungswerk für Studierende und Wissenschaftler/-innen, die sich mit der räumlich-geographischen Dimension der Gender-Thematik auseinandersetzen.
-
11:17
»
querelles-net
Der im Anschluss an die 3. Europäische Fachkonferenz für Familienforschung erschienene Sammelband Die Vielfalt der Familie von Olaf Kapella, Christiane Rille-Pfeiffer, Marina Rupp und Norbert F. Schneider greift wichtige Trends in der jüngeren Entwicklung familialen Zusammenlebens in Europa auf. Neben der Formenvielfalt und Dynamik werden unterschied-liche nationale und internationale Rahmenbedingungen und entsprechende Entwicklungen ins Blickfeld genommen.
-
11:17
»
querelles-net
Der Sammelband Körperästhetiken enthält Aufsätze zu verschiedenen Aspekten filmischer Körperinszenierungen. Im Rahmen einer kulturwissenschaftlich ausgerichteten Perspektive werden die – nicht zuletzt als männlich oder weiblich codierten – Körperbilder der jeweils behandelten Filme auf ihren semantischen Gehalt befragt. Allerdings lassen die Beiträge offen, wie genau die kognitiven und emotiven Rezeptionsprozesse des Zuschauers strukturiert sind. Eine Lücke, die Kathrin Fahlenbrachs Monographie Audiovisuelle Metaphern füllt. Fahlenbrach entwirft eine Theorie der kognitiven und emotionalen Semantik, die davon ausgeht, dass Affekt und Bedeutung im Filmerleben nicht voneinander zu trennen sind, sondern zusammengedacht werden müssen.
-
11:17
»
querelles-net
Das Sonderheft bietet ein differenziertes Bild der Lebensbedingungen von Bäuerinnen und thematisiert das Geschlechterarrangement in agrarischen Betrieben in verschiedenen europäischen Ländern. Positiv zu bewerten ist der schematische Aufbau aller Beiträge mit Erläuterungen zu Forschungsmethode und Datenermittlung, abschließenden Schlussfolgerungen sowie zum Teil konkreten Empfehlungen. Es fehlt allerdings eine thematische Zuordnung und Systematisierung der Beiträge. Und auch wenn die Einzelbeiträge wertvolle Informationen liefern, so lassen sich übergreifende theoretische und methodologische Bezüge vermissen. Auch wird keine Verbindung zur schon lang andauernden Debatte zur Ruralen Frauenforschung in Ländern des globalen Südens hergestellt. Damit wird eine Chance versäumt, im wissenschaftlichen Diskurs oder im politischen Geschehen mitwirken zu können.
-
11:17
»
querelles-net
Im Sammelband wird eine breite Palette von Forschungen zu Postsozialismus und biographischen Erinnerungen an die sozialistische Vergangenheit vorgestellt. Autorinnen und Autoren aus zwölf Ländern diskutieren laufende oder gerade abgeschlossene Dissertationsprojekte, die alle auf Oral-History-Interviews basieren. Indem die Erinnerungen der Menschen Ausgangspunkt der Betrachtung sind, gelingt es in dem Band, unterschiedlichste Lebenswelten und individuelle Umgangsweisen mit der vergangenen sozialistischen Welt und die fortdauernde Aushandlung verschiedener Versionen von Vergangenheitsdeutung in Südost- und Mitteleuropa vorzustellen. Die Sammlung der vielfältigen Erfahrungshorizonte von Frauen und Männern, Alten und Jungen, ehemaligen Opfern und heutigen Aktivist/-innen stellt eine Systematisierung der Erkenntnisse allerdings vor Probleme: Können, sollen oder müssen Erinnerungs- oder Erfahrungsmuster von Frauen in einem eigenen Kapitel diskutiert werden?
-
11:17
»
querelles-net
Peter Winzen versucht in vorliegender Studie zu beweisen, dass Kanzler von Bülow hinter der Harden-Eulenburg-Affäre steckte. Der Publizist Harden beschuldigte in mehreren Artikeln einige der Freunde und Berater von Wilhelm II. der Homosexualität, was zu einer Reihe von Skandalprozessen führte. Winzens Argumentation kann in diesem Punkt nicht überzeugen, gleichzeitig zeichnet er aber den Verlauf der Affäre und ihre politischen Ursachen und Wirkungen unter Verwendung einer Fülle an Quellen sehr anschaulich nach. Das Buch eignet sich damit als Einführung in das Thema, für die Forschung, insbesondere für die Genderforschung, wird es dagegen wohl nicht von größerer Bedeutung sein.
-
11:17
»
querelles-net
Das moderne Strafrecht sollte informelle Geschlechternormen neutralisieren. Dies gelingt auch, kann aber bei der Strafzumessung unterlaufen werden. Wie der vorliegende Band in historisch ausgerichteten Einzelstudien zeigt, war das Strafrecht nie so objektivierend, wie es die Reformen seit den 1970er Jahren anstreben. Am Beispiel der Kindsmörderin wird nachgewiesen, dass der Verstoß gegen Geschlechtertugenden auch heute noch jederzeit mit harten Strafen sanktioniert werden kann.
-
-
16:31
»
querelles-net
Editorial
-
16:31
»
querelles-net
Brigitte Brandstötter untersucht in ihrem Buch Paare, in denen die Frau deutlich älter ist als der Mann. Den besonderen Schwerpunkt legt sie dabei auf die Rollenbilder der Beziehungspartner sowie die gesellschaftlichen Strukturen, in denen diese Beziehungen zustande kommen und gelebt werden. Auf Basis von Interviewdaten beschreibt Brandstötter detailreich den Verlauf ausgewählter Paarbeziehungen von der Gründung bis zu den Zukunftsaussichten nach mehreren Jahren des Zusammenlebens. Implizit transportiert diese Untersuchung die normative Botschaft, dass solche Paarbeziehungen ‚nicht der Rede wert‘ sein sollten.
-
16:31
»
querelles-net
Der Ägyptenfeldzug Napoleons am Ende des 18. Jahrhunderts wurde im Nachhinein bildpublizistisch extensiv aufgearbeitet. Diese Publizistik wird von Melanie Ulz unter dem Gesichtspunkt dargestellter und sich wandelnder Männlichkeitskonzepte untersucht. Zentral entfaltet sich in den Visualisierungen der später so genannte „Orientalismus“. Dem europäischen/französischen Mann und Krieger wird der orientalische Mann als multivalentes und kulturell unterlegenes Wesen gegenübergestellt. Bei aller Subtilität der Kunst handelt es sich im Kern um die Gegenüberstellung von Stereotypen. Ulz kann in ihrer Studie überzeugend den sexuierten Subtext des Orientalismus nachweisen.
-
16:31
»
querelles-net
In den Beiträgen des Sammelbandes wird der Körper gewissermaßen als ‚metaphorisches Schlachtfeld‘, aber auch als Medium der metaphorischen Inszenierung, ja, Stilisierung des Geschlechts angesehen. Die meisten Beiträge thematisieren die Möglichkeiten der De/Konstruktion und der Grenzüberschreitung des Geschlechts auf der Ebene diskursiver Strategien und rhetorischer Denkfiguren; dabei kommt die Dimension der performativen, materiell-physischen Wirkungen auf die reale Geschlechterwirklichkeit leider etwas zu kurz.
-
16:31
»
querelles-net
In einer generationenübergreifenden Studie gehen Michael Jäckel, Julia Derra und Cornelia Eck der Frage nach, welche Schönheitsbilder in der Zeitschriftenwerbung präsentiert und wie diese von Rezipient/-innen aufgenommen werden. Das Buch liefert eine wichtige Basis für Medienforschung und Soziologie der Geschlechter, zumal es auch vordergründig nicht sichtbare mediale Konstruktionen von Geschlecht und die geschlechtsbezogene Darstellung von Körperlichkeit und Schönheit aufzeigt.
-
16:31
»
querelles-net
Die Einkleidung und Zur-Schau-Stellung von Leichnamen prägt seit jeher den religiösen, kulturellen, sozialen und individuellen Umgang mit dem Tod. Für historische und gegenwärtige Inszenierungen von Tod und Toten ist deren vestimentäre, materielle und visuelle Codierung also von besonderer Bedeutung, wie in dem hier empfohlenen Aufsatzband eindrücklich erforscht wird. Darüber hinaus machen die Beiträge in präzisen Einzelanalysen deutlich, auf welche Weise jeder Inszenierung von toten Körpern immer auch Geschlechterkonstruktionen inhärent sind.
-
16:31
»
querelles-net
Im vorliegenden Band werden Filme des in den 1920er und 1930er Jahren sehr erfolgreichen Regisseurs Tod Browning analysiert, insbesondere sein heute bekanntestes Werk Freaks. Mithilfe historischer Kontextualisierungen und eines filmwissenschaftlichen Instrumentariums untersucht Dellmann die These, dass sich in diesem Werk Spuren eines heute verloren gegangenen Körperverständnisses finden lassen – vor allem andere Repräsentationen von Behinderung und behinderten männlichen Körpern.
-
16:31
»
querelles-net
Die Autor/-innen des Sammelbandes geben einen Überblick über wichtige Fragestellungen zu Medien, Militär und Krieg sowie Geschlecht auf der Grundlage unterschiedlicher methodischer und theoretischer Zugänge. Ziel der Beiträge ist eine Analyse der Verschränkungen und Interaktionen zwischen diesen Bereichen aus gender- und gesellschaftstheoretischer Sicht. Im Zentrum stehen die Affirmationen und Irritationen sozialer Ordnungen, insbesondere der Geschlechterordnungen, etwa in der medialen Berichterstattung über Soldatinnen und Selbstmordattentäterinnen, in Darstellungen von Frauen und Männern in Kriegsfilmen und in Theaterstücken zur Zeit des Ersten Weltkriegs sowie historische Blicke auf frühe Kriegsberichterstatterinnen. Ergänzt werden diese Auseinandersetzungen durch die Perspektive von Journalistinnen, die aus ihrer eigenen Erfahrung berichten.
-
16:31
»
querelles-net
Eva Rieger lässt den Leser/die Leserin in das Schaffen Wagners eintauchen. Dabei ermöglicht sie nicht nur einen Überblick über Wagners wichtigste Werke und persönliche Beziehungen, sondern führt außerdem vor Augen, wie Geschlecht nicht nur in den Geschichten der Opern, dem Text, (re-)produziert wird, sondern ebenfalls in der Musik(-sprache) Wagners. Rieger zeigt eindrücklich, wie und in welcher Weise Wagner in seinen Opern seine Musiksprache für das Erzeugen von Stimmungen, Charakterzüge und eben auch von Geschlechterrollen nutzt. Dabei wird deutlich, wie bei Wagner biographisch nachweisbare lebensgeschichtliche Erfahrungen mit den Weiblichkeitsbildern, die er in seinen Opern schafft, korrespondieren.
-
16:31
»
querelles-net
Im Mittelpunkt der Sammelrezension stehen fünf neuere, monographisch angelegte sozial- und kulturwissenschaftliche Studien zu Geschlechterverhältnissen und -konstruktionen im deutsch-deutschen Wiedervereinigungsprozess. Bei aller Verschiedenheit in ihren disziplinären Zugängen zum Untersuchungsgegenstand, in methodologisch-methodischer Hinsicht und in ihren Positionierungen gegenüber den Ergebnissen ist ihnen in ihren Blicken zurück nach vorn auf die Wende eine Fokussierung auf private Geschlechterbeziehungen gemeinsam. Hier zeigen sich, so der Tenor der Publikationen, nach wie vor erhebliche Differenzen in den dominierenden Geschlechterkulturen in Ost- und Westdeutschland, die zugleich auch die asymmetrische Struktur des Beitritts der DDR zur Alt-BRD widerspiegeln.
-
16:31
»
querelles-net
Die Kultursoziologin Angela McRobbie untersucht (pop-)kulturelle und politische Erscheinungsformen des gegenwärtigen Genderregimes und konstatiert einen komplexen, spezifisch postfeministischen Backlash – ein antifeministischer Gegenschlag, der gerade dadurch funktioniert, dass Elemente des Feminismus in politische und kulturelle Diskurse aufgenommen werden. Das Buch zeichnet sich durch vielfältige gesellschafts- und subjekttheoretische Bezüge aus, die zwar nicht in Gänze ausbuchstabiert und zusammengeführt werden, die aber die genannte Kernthese überzeugend untermauern.
-
16:31
»
querelles-net
Der Tagungssammelband des Würzburger Graduiertenkollegs „Wahrnehmung der Geschlechterdifferenz in religiösen Symbolssystemen“ bietet vielfältige, zum großen Teil vor- und frühgeschichtliche Beispiele historisch spezifischer Geschlechterkonstellationen. Anhand detailgetreuer Studien archäologischer und literarischer Artefakte werden durchaus spannende, weil häufig unbekannte Dimensionen herausgearbeitet. Mit dem Phänomen des im Buchtitel angekündigten Ehrenmordes beschäftigt sich nur ein Text des Sammelbandes. Konfrontiert mit einer nur losen Verbundenheit der Beiträge untereinander bleibt es der Leser/-in selbst überlassen, die unterschiedlichen Zugänge in einen gemeinsamen Diskussionszusammenhang zu bringen, als dessen Bezugspunkt ein kaum konturiertes Emanzipationskonzept nahe gelegt wird.
-
16:31
»
querelles-net
Kathrin Zehnder untersucht in ihrer Dissertation die Diskussionen auf frei zugänglichen Internet-Medien der Intersexuellen-Community und arbeitet die dort besprochenen Themen anschaulich heraus. Der Sicht der Intersexuellen setzt sie einen medizinischen Diskurs gegenüber, in dem ‚Intersexualität‘ zumeist als pathologischer, zu behandelnder Zustand charakterisiert wird. Verspricht dieser Ansatz einen äußerst ertragreichen Band, so wird diese Erwartung jedoch nur teilweise erfüllt.
-
16:31
»
querelles-net
Ulrike Klöppel führt in ihrer materialreichen Studie vor, dass Hermaphroditismus für die Medizin immer wieder Anlass war, sich mit der Vielfalt der das Geschlecht bestimmenden Faktoren – Gestalt und Form der Genitalien, Chromosomengeschlecht, Keimdrüsengeschlecht (Hoden vs. Eierstöcke), Hormonhaushalt, Geschlechtsrolle und Geschlechtsidentität – zu befassen und zu versuchen, Geschlechtszugehörigkeiten verbindlich festzulegen. Neben einem historischen Teil, der vor allem die Medizingeschichte der Frühen Neuzeit, der Aufklärungszeit und des 19. Jahrhunderts in den Blick nimmt, wird im zweiten Teil der Arbeit der Zusammenhang zwischen der Formierung des gender-Konzepts und dem damit verbundenen Paradigmenwechsel in der Behandlung von Intersexualität dargestellt.
-
16:31
»
querelles-net
Im Mittelpunkt der Rezension stehen grundsätzliche Fragen der geschlechtertheoretischen Erfassung des Verhältnisses von Emotionen und Geschlecht, die sich aus den Beiträgen des Sammelbands ergeben, wobei der Fokus auf Männlichkeiten gerichtet ist. Sind Gefühle grundsätzlich vergeschlechtlicht, wie Ute Frevert dies voraussetzt? Oder gilt die Setzung, die Andreas Reckwitz vornimmt, dass die Emotionen des Subjekts in der Moderne und Postmoderne nicht immer einer Vergeschlechtlichung unterliegen und Geschlecht damit nur ein Anschlussphänomen wäre? Im Kontext solcher geschlechtertheoretisch umstrittenen Fragen werden auch die theoretischen Forschungsprämissen, die die Herausgeber/-innen des Bandes darlegen, näher beleuchtet.
-
16:31
»
querelles-net
In dieser aufschlussreichen Studie über christliche Frömmigkeit von Männern steht deren Selbstverständnis im Fokus. Der Kirche nahe stehende Männer aus einem ländlichen Raum wurden nach ihren Lebensgeschichten und ihrer Glaubenspraxis befragt; außerdem wurde die Art und Weise ihres Sprechens in den Blick genommen. Das Ergebnis sollte Geschlechterforschung, Kirche und Männerarbeit gleichermaßen interessieren, denn die ‚frommen Männer‘ sind tendenziell konservativ und zeigen sich am Thema Männlichkeit überwiegend uninteressiert.
-
16:31
»
querelles-net
In der empirischen Studie wird die Dynamik der Entgrenzung als eine umfassende gesellschaftliche Entwicklung der letzten 15 Jahre in Ost- wie in Westdeutschland untersucht. Ausgehend von arbeitssoziologischen Erkenntnissen werden Veränderungen in den alltäglichen ‚zeit-räumlichen Mustern‘ des Familienlebens, in der Selbstwahrnehmung der Individuen, im Geschlechterverhältnis und in der ‚Herstellung von Familie‘ beschrieben und analysiert.
-
16:31
»
querelles-net
Im Beitrag wird die ästhetische Struktur von Tizians Vergewaltigung der Lucretia von 1571 analysiert, eines späten Gemäldes, das für Philipp II. entstand. Dieses zeigt – entgegen der Malereitradition – nicht den Selbstmord Lucretias, sondern den vorausgegangenen Gewaltakt durch Tarquinius. Das Geschehen wird dabei ambivalent dargestellt: Motivisch kehrt Tizian die Vehemenz des Übergriffs hervor, auf der ästhetischen Ebene und in der Inszenierung des Akts und seines Umfelds rekurriert er jedoch zugleich auf Darstellungen und Interpretationen, die der Frau einen Anteil an dem Verbrechen zuschreiben wollten. Diese Ambivalenz fordert im hohen Maß die Beteiligung der Betrachter/-innen an der Sinngenerierung heraus, vor allem deren Bilderkenntnis, zielt also auf einen imaginativen Bildspeicher, über den jede/r Betrachter/-in verfügt und auf den er/sie für die Interpretation realer Bilder zurückgreift.
-
16:31
»
querelles-net
Wie stellen Bilder Geschlechterverhältnisse dar und her? Bild-Konzepte (Darstellungen und Wahrnehmungen) des Weiblichen haben in kulturellen Praktiken zumeist einen affirmativen Charakter: Sie (re-)inszenieren und stabilisieren vor allem diskursiv geregelte Rollenmuster und Verhaltensnormen. Diese Bild-Konzepte sind dabei durch Gefühlscodes grundiert und verstärkt. Doch zunächst affirmativ konzipierte Bilder von Weiblichkeit können auch – manchmal unfreiwillig – Codes und Blickordnungen enttarnen und Zuschreibungen verunsichern. Am Beispiel der künstlerischen Arbeit Destroy, she said von Monica Bonvicini werden diese Überlegungen aus bildkritischer Perspektive entwickelt und das gängige Bild-Konzept einer ‚sentimentalen Weiblichkeit‘ hinterfragt.
-
-
10:03
»
querelles-net
Christiane Eckstein stellt bei ihrer Analyse der Familienpolitik die Frage nach der Wahlfreiheit für Mann und Frau in Bezug auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in den Mittelpunkt. Anders als in vergleichbaren Studien fundiert sie das Konzept der Wahlfreiheit mit Prinzipien der christlichen Sozialethik. Nach der sozialethischen Methode „Sehen – Urteilen – Handeln“ entwickelt Eckstein auf der Grundlage der Kritik aktueller familienpolitischer Methoden Optionen für die Schaffung umfassender Wahlfreiheit.
-
10:03
»
querelles-net
Die Themen Generation und Familie gehören zu den wichtigsten Sujets literarischer Texte, insbesondere wenn diese die Herausbildung oder die Zerstörung von Identität problematisieren. Ein neuer, von Claudia Nitschke und Thomas Martinec herausgegebener Tagungsband ist der literatur- und kulturwissenschaftlichen Auseinandersetzung mit diesen Themen gewidmet. Sechs Jahrzehnte nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges hat vor allem das Genre des Generationenromans Hochkonjunktur, insbesondere Texte der dritten Generation zum Umgang der Großeltern-Generation mit dem Nationalsozialismus. Den Verfasser/-innen dieses neuen, in sich heterogenen Genres wird in der Studie von Ariane Eichenberg allerdings keine allzu große Wirkmächtigkeit bescheinigt. Im Gegenteil nährten die modischen Texte mit den Funden aus der Vergangenheit vor allem das Ich der Erzähler/-innen, deren eigene Gefühle und Selbstvergewisserung in einer von Unsicherheiten geprägten Gegenwart.
-
10:03
»
querelles-net
Am Beispiel von road novels aus der amerikanischen Literatur seit 1970 zeigt Alexandra Ganser, dass der männlich markierte Mythos der ‚Freiheit der Straße‘ von Schriftstellerinnen aufgegriffen und von den Texten mal mehr, mal weniger stark subvertiert wird. Die Autorin setzt sich intensiv mit aktuellen theoretischen Diskursen über Raum und Mobilität auseinander und erweitert die gender-kritische Perspektive mithilfe des analytischen Konzepts der Transdifferenz.
-
10:03
»
querelles-net
Silvia Kontos stellt die historische Entwicklung von Theorien über heterosexuelle Prostitution sowie von deren politischen Regulierungen in Deutschland dar und greift damit auf herausragende Weise in aktuelle wissenschaftliche und politische Debatten ein. Neben einer profunden Analyse prostitutiver Verhältnisse macht sie ihre geschlechtertheoretisch fundierte normative Position in den aktuellen prostitutionspolitischen Aushandlungsprozessen plausibel. Durch die Verknüpfung von geschlechter- und staatstheoretischer Analyse werden die Paradoxien des Prostitutionsdiskurses ebenso herausgearbeitet wie die der staatlichen Regulierung.
-
10:03
»
querelles-net
Sergio Benvenuto entkoppelt die beiden Bereiche Moral und Perversion – um stattdessen ein basales Verhältnis von Ethik und Perversion zu skizzieren. Dieses diskutiert er zum einen im Rückgriff auf die freudsche Psychoanalyse. Zum anderen greift der Autor auf sozial- und moralphilosophische Erwägungen zurück. In erster Linie erweist sich der Kantische Imperativ als wegweisend für die letztlich favorisierte soziale Verhältnisbestimmung von Moral, Sexualität und Perversion.
-
10:03
»
querelles-net
In 22 Kapiteln veranschaulichen die Autor/-innen dieses Bandes die facettenreiche psychologische Forschung zum Thema Geschlecht. Auch wenn die Zusammenstellung der Beiträge und die Konzeption des Gesamtwerkes nicht an jeder Stelle überzeugen können, bieten zahlreiche Einzelbeiträge einen hervorragenden Überblick über den Beitrag der psychologischen Fächer zu den Fragen der Geschlechterforschung.
-
10:03
»
querelles-net
Der Sammelband bietet einen Überblick zu Grundlagen und aktuellen Forschungsgebieten der feministischen Staatstheorie. Aufgezeigt werden wesentliche Analyseinstrumente, die sich aus der feministischen Kritik der Trennung von Öffentlichkeit und Privatheit sowie aus der Auseinandersetzung mit anderen herrschaftskritischen sozialwissenschaftlichen Theorieströmungen ergeben, und ihr Gebrauchswert für verschiedene politikwissenschaftliche Anwendungsgebiete.
-
10:03
»
querelles-net
Die Autor/-innen dieses Sammelbandes gehen geschlechtergeschichtlichen Fragestellungen in einem komplexen Verständnis von Wissenschaftsgeschichte nach und thematisieren dabei mehrere ineinandergreifende Ebenen: u. a. Einzel- und Gruppenakteure, systemische Komponenten, Strukturmomente der Geschlechterdifferenz und wissenschaftliche Praxen. Dabei wird allerdings ein Verständnis von gender-Forschung privilegiert, das die Untersuchungen auf Frauen und Weiblichkeit konzentriert. Körper-, Sexualitäts- und Männlichkeitsdispositionen bleiben wie intergeschlechtliche Verhältnisse mithin Perspektiven der Wissenschaftsgeschichte, die sich auch nach diesem Band noch als erweiterungsfähig darstellen.
-
10:03
»
querelles-net
Gender Mainstreaming-Prozesse in Bildungsorganisationen sind geeignet, Wissen darüber zu liefern, wie Gender in Organisationen eingeschrieben ist – in Strukturen, Abläufe und Routinen, in Haltungen und Werte. Darüber gibt die Studie von Seemann jedoch nur zum Teil Auskunft: Der breiten Material-Fülle (Textdokumente und über 40 Expert/-innen-Interviews) fehlt an relevanten Stellen die Tiefe: Wie ist für die jeweilige Schule Geschlechtergerechtigkeit definiert? Was ist das Ziel, woran ist die Zielerreichung zu erkennen? Wie werden Konflikte und Widerstände gemanagt? Welche strukturellen Veränderungen können realisiert werden? Ausgeblendet bleibt in Seemanns Untersuchung auch das Doing Gender – das (Re)Produzieren von Geschlecherdifferenzen – auf der Ebene von Fachunterricht, Fachkulturen und Didaktik.
-
10:03
»
querelles-net
Der Band Maternities ergänzt die humangeographischen Auseinandersetzungen mit den Wechselbeziehungen zwischen Körpern und Räumen durch die Betrachtung des Aspekts der Mutterschaft. Die Aufsatzsammlung schließt theoretisch-konzeptionell wie methodisch an die „feminist poststructuralist theory that holds on firmly to materiality“ an. Entsprechend ist das Erkenntnisinteresse der einzelnen Beiträge auf die Schnittstelle von Materialität und Diskursivität gerichtet sowie auf die Durchkreuzung weiterer mit dem Thema Mutterschaft verbundener Dualismen (z.B. die Entgegensetzung von privaten Haus- und institutionalisierten Hospitalgeburten). Die Stärken des Buches liegen in der De-Naturalisierung von Mütterlichkeit und den vermeintlich dazugehörigen Körperlichkeiten; leider wird dies nur andeutungsweise um die Frage nach der Konstitution von Räumlichkeit(en) erweitert.
-
10:03
»
querelles-net
Welche Inspirationen und Anforderungen ergeben sich aus dem Projekt der ‚Dekolonisierung‘ der Soziologie auf der theoretischen, konzeptionellen und empirischen Ebene für die deutsche soziologische Debatte? Die im Band versammelten Beiträge bieten erste Versuche zur Beantwortung dieser Fragen. Während Selbstreflexivität großgeschrieben wird, mangelt es auch diesem Band noch an empirischer Fundierung der postkolonialen Kritik.
-
10:03
»
querelles-net
In den Beiträgen dieses Sammelbandes wird das Selbstverständnis der westlich-abendländischen Welt analysiert, die sich über die Abgrenzung zu einem vermeintlich orientalischen ‚Anderen‘ als überlegen inszeniert. Okzidentalismus wird hierbei nicht als Gegendiskurs zu Orientalismus verstanden, vielmehr geht es darum, im Zuge der zu beobachtenden Wechselseitigkeit der Hervorbringungen das okzidentale ‚Selbst‘ theoretisch in den Blick zu nehmen. Obwohl sich die Rezensentin einen stärkeren Fokus auf die Bilderpolitiken dieses Diskurses gewünscht hätte, liefert die vorliegende Okzidentalismuskritik auf hervorragende Weise Hilfsmittel für die komplexe Analyse der gegenwärtig (erneut) virulenten Inszenierung des ‚Okzidents‘ in Abgrenzung zum ‚Orient‘ sowie für die interdisziplinäre Etablierung dieser Perspektive als Forschungsansatz an die Hand.
-
10:03
»
querelles-net
Klar, knapp und konkret – so preist sich die Reihe „UTB Profile“ an, mit dem Anspruch, das Wichtigste zu einem Thema oder über eine Person zusammenzufassen. Klar sind die Sprache und die Argumentation von Elisabeth Holzleithner. Und knapp ist eine Darstellung zum Begriff Gerechtigkeit mit 123 Seiten fraglos. Was das Konkrete angeht, wäre vor allem am Anfang, aber auch an einigen anderen Stellen im Buch ein intuitiverer oder lebensweltlicher motivierter Zugang wünschenswert gewesen.
-
10:03
»
querelles-net
Im vorliegenden Sammelband wird gezeigt, dass die Genderforschung zu Mathematik und Informatik vielfältige Beiträge leisten kann. Es werden Forschungsergebnisse präsentiert, die aus ganz unterschiedlichen (inter-)disziplinären Perspektiven an das Thema herangehen. Dabei geht es nicht nur um Frauen (und Männer) in Mathematik bzw. Informatik. Es wird z. B. auch eine mathematische Theorie, die Lehre von Gerade und Ungerade, aus feministischer Sicht neu interpretiert, indem sie mit der Weberei im antiken Griechenland in Verbindung gebracht wird.
-
10:03
»
querelles-net
Helga Satzinger beschreibt anschaulich die Entstehungskontexte genetischer und hormoneller Geschlechtertheorien von Ende des 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. Dabei wendet sie sich den in diesen Forschungen zentralen Figuren Theodor Boveri, Richard Goldschmidt und Adolf Butenandt zu. Sie widmet sich nicht nur ihren (Geschlechter-)Theorien, sondern nimmt insbesondere die Herstellungsbedingungen der Forschungsergebnisse und den Anteil von Frauen an diesen in den Blick.
-
10:03
»
querelles-net
Angela Frischauf untersucht das Frauenbild in der Literatur im Umgang mit ,Sexualität‘ und ,Pornographie‘ und zieht als Primärtexte Romane von Elfriede Jelinek, Marlene Streeruwitz und Christa Nebenführ heran. In ihrer Abschlussarbeit in den Literaturwissenschaften gelingt es der Autorin jedoch nicht, die komplexen Themen differenziert und kritisch zu behandeln. Entstanden ist eine zweifelhafte Untersuchung über ,Pornographie‘ und ,Sexualität‘, die das eigentliche Thema aus dem Auge verliert und auf einem sprachlich prätentiösen Niveau verharrt.
-
10:03
»
querelles-net
Wissenschaft, die den Anspruch hat selbstreflexiv zu sein, sollte ihre unbewussten Anteile nicht ausblenden – das wird in den Beiträgen des von Christina von Braun, Dorothea Dornhof und Eva Johach herausgegebenen Sammelbandes auf überzeugende Weise gezeigt. Dabei geht es nicht primär um das Unbewusste als Objekt der Wissenschaften, sondern vielmehr um die Rolle des Unbewussten als Subjekt der Wissensordnung und Wissensproduktion, als „Krisis und Kapital“ der Wissenschaften, gleichermaßen als Sand und Öl imWissensgetriebe. Anstelle eines systematischen Überblicks liefert der interdisziplinär angelegte Band eine Vielzahl kluger, manchmal überraschender und durchgehend lesenswerter Perspektiven auf das visuelle und politische Unbewusste, seine Wissensgeschichte und seinen Ort in der Wissensordnung.
-
10:03
»
querelles-net
Heidemarie Winkel zeigt in ihrer religionssoziologischen wie gendertheoretischen Untersuchung am Beispiel des ökumenischen Weltgebetstags der Frauen die vielgestaltige soziale Praxis arabischer Christinnen auf. Hierbei verdeutlicht sie den sich vollziehenden Wandel der religiösen Symbolisierung von Geschlecht, und zwar im Sinne einer Rekonstruktion geschlechterdifferenzierender Codes und Sinnschemata. Die Studie, mit der das wenig untersuchte arabische Christentum in den Blick gerät, ist zudem als ein Beitrag dazu zu lesen, die häufige Ineinssetzung von Religion und Kultur mit dem Islam aufzubrechen.
-
10:03
»
querelles-net
Das theologische Nachdenken über die Rede von Gott angesichts der Leidensgeschichte der Welt erfährt durch das Eintragen der Geschlechterperspektive eine Neuausrichtung, die die Vorstellungen des klassischen Theismus durchbricht. Es gilt, angesichts der nicht abschließend zu beantwortenden Theodizeefrage zu einem angemessenen Sprechen von Gott zurückzufinden. Zur Revision des Gottesbildes haben die feministischen Theologien Entscheidendes beigetragen. Anhand dreier theologischer Gotteskonzeptionen, die im deutschsprachigen Raum bisher vergleichsweise wenig rezipiert wurden, wird der Zusammenhang von „Gott, Geschlecht und Leiden“ vergleichend erörtert. Die Untersuchung mündet und bündelt sich im besonderen Bild des „weinenden Gottes“.
-
10:03
»
querelles-net
Der vorliegende Band liefert einen überaus perspektivenreichen und umfassend kontextualisierten Überblick zur Kulturgeschichte der Bundesrepublik Deutschland. Sozial- und politikhistorischen Untersuchungsfeldern widmen sich die Autoren dabei ebenso eingehend wie medien- und konsum- oder körper- und geschlechtergeschichtlichen Fragestellungen. Durchgehend auf dem Stand der neueren Forschung rücken sie dabei den Zeitraum zwischen Ende der 1950er und Mitte der 1980er Jahre ins Zentrum ihres Interesses. Notgedrungene Verkürzungen können den Eindruck dieser Pionierleistung nicht trüben.
-
10:03
»
querelles-net
Dieses Einstiegswerk zur qualitativen Sozialforschung konzentriert sich auf die methodischen Grundzüge verschiedener Ansätze der interpretativen Sozialforschung. Es vermittelt eine sehr gute Grundlage für die Anwendung der rekonstruktiven Methoden in Lehre und Forschung, da es den gesamten Forschungsprozess – die Entwicklung der Fragestellung, den Zugang zum Untersuchungsfeld, die Erhebung des empirischen Materials und die Auswertungsmöglichkeiten – begleitet. Die Autorinnen zeigen, wie in qualitativer Forschung empirisches Material durch systematische Vergleiche interpretiert wird und so begründete Generalisierungen und Theorien entwickelt werden können.
-
10:03
»
querelles-net
Mutterschaft wird in Deutschland ‚fundamentalistisch‘ diskursiviert: Die Leitbilder der ‚guten‘ Mutter sowie deren negative Schattenseiten sind moralisch und politisch überfrachtet, so dass scheinbar nicht nur das Wohl und Wehe der Kinder, sondern auch das der ganzen Nation an der Erfüllung spezifischer Normen von Mutterschaft zu hängen scheinen. In der alltäglichen Praxis von Mutterschaft brechen sich diese phantasmatischen Bilder allerdings – der Familien- und Mutteralltag ist vielmehr geprägt von vielfältigsten, durchaus eigensinnigen und nach Ungleichheitslagen differenzierten Arrangements sowie entsprechender ‚Identitäten‘ von Müttern. In unserem Beitrag skizzieren wir diese Gemengelage zunächst als Effekt von Reflexivierungsprozessen, die nicht zuletzt der Zweiten Frauenbewegung, aber auch den unterschiedlichen Traditionen in der DDR und der BRD geschuldet sind. Auch die derzeitige ‚Ökonomisierung des Sozialen‘ bildet eine wesentliche Rahmenbedingung für gegenwärtige Diskurse rund um Mutterschaft. Im Beitrag werden auch Aspekte der familien- und sozialpolitischen Regulierung von Mutterschaft skizziert. Insgesamt diagnostizieren wir einerseits die Pluralisierung von Mutterschaftsbildern, die andererseits aber hochgradig widersprüchlich ist. Mütter nehmen diese Konflikte – etwa zwischen der ‚guten Mutter‘, die ganz in der langjährigen Vollverfügbarkeit für die Kinder aufgeht, und der ‚guten Mutter‘, die durch die Brille ihrer eigenen Karriere ihre Kinder als Humankapital betrachtet, in das sie investiert – individualisiert wahr, was wir entlang einiger exemplarischer ‚Druckstellen‘ darstellen. Der Beitrag schließt mit einem Plädoyer für die gesellschaftliche Aufwertung fürsorgebasierter Beziehungen und damit mit einer Kritik an der Fetischisierung von Autonomie.
-
10:03
»
querelles-net
Seit mehren Jahrzehnten wird regelmäßig in den Medien der Untergang der Familie beschworen. Der Artikel zeigt, dass der Wandel in Deutschland weit weniger ausgeprägt ist, als zumeist angenommen wird. Zum einen besteht die deutliche Mehrheit der Familien noch immer aus ‚traditionellen‘ Kleinfamilien (Ehemann/-frau und Kind/ern), und außerdem ist die Vielfalt der Familienformen begrenzt. Eine Betrachtung in historischer Perspektive belegt zudem, dass die Pluralisierung der Familienformen früher weitaus stärker ausgeprägt war. Heutzutage kann überhaupt nur von einer Pluralisierung von Lebens- und Familienformen gesprochen werden, wenn als Referenzrahmen das ‚goldene Zeitalter der Ehe und Familie‘ (die 1950er/60er Jahre in Westdeutschland) herangezogen wird. Die begrenzte Pluralisierung der Familienformen ist nicht zufällig. Familienformen sind auch heutzutage nicht komplett frei wählbar; das wohlfahrtsstaatliche System in Deutschland stützt nach wie vor die traditionelle Kleinfamilie und wertet andere Lebensentwürfe demgegenüber ab.
-
10:03
»
querelles-net
Editorial
-
10:03
»
querelles-net
Der Sammelband rund um die Analysen zur Zeitverwendung in Familien und die Gestaltung von zeitbezogener (Familien-)Politik liefert zahlreiche Analysen zum familiären Ist-Zustand: von der zeitlichen Gestaltung des Essalltags über den Druck durch sich ausweitende Arbeitszeiten bis hin zu der Frage, welche Formen von Vereinbarkeit wo und wie umzusetzen sind, um Familien Zeitwohlstand zu ermöglichen. Zusammengeführt werden dabei interdisziplinäre Perspektiven der Zeit- mit denen der Familienforschung. Die Herausgeber/-innen treten mit dem expliziten Anspruch eines erweiterten Familienbegriffs an, schränken diesen jedoch für den Sammelband weitgehend auf die klassische Familie ein, die sich vor allem durch das Vorhandensein von Kindern konstituiert. Als Ergebnis lässt sich zum einen festhalten, dass die Art und Weise des Umgangs und der subjektiven Rezeption von Zeit offenbar stark von Bildungsniveau und Einkommen der (erwachsenen) Familienmitglieder abhängt. Zum anderen wird das – ebenfalls durchaus bekannte – Ergebnis der hohen Geschlechtsspezifik der Zeitverwendung bestätigt, das einmal mehr die herausragende Rolle der Erwerbstätigkeit für die Modernisierung der Geschlechterverhältnisse in den Blick rückt. Der Sammelband überzeugt durch den Umfang und den Detailreichtum der präsentierten Forschungsergebnisse und auch dadurch, dass jenseits von Alltag und Erwerbstätigkeit auch die Sphäre der politischen Gestaltung und des Umgangs mit Zeit in den Blick genommen werden. Offen bleibt allerdings die Frage, wie eine von einem traditionellen Geschlechter- und Familienbild befreite Analyse von Zeit in unterschiedlichen familiären Formen des Zusammenlebens von Menschen gestaltet werden könnte.
-
10:03
»
querelles-net
Die vielseitigen Beiträge des Sammelbandes lassen deutlich werden, dass die Bilder von Geschlechterrollen und Elternschaft sowie die medialen Angebote hierzu und die Alltagspraxis von Frauen und Männern sich gegenseitig beeinflussen, aber keinesfalls deckungsgleich sind. Im Gegenteil, die mannigfaltigen Widersprüche treten umso deutlicher hervor, je mehr die gesellschaftlichen und individuellen Anforderungen auseinanderklaffen, die sich aus den unterschiedlichen Konstruktionen von Elternschaft ergeben. Zwar haben sich die Geschlechterrollen verändert, so dass die individuellen Gestaltungsmöglichkeiten gewachsen sind, ein struktureller gesellschaftlicher Wandel aber hat sich noch nicht vollzogen.
-
10:03
»
querelles-net
Anke Kerschgens untersucht in ihrem Buch die Bestimmungsgründe der Arbeitsteilung bei Elternpaaren mit Kleinkindern und legt dabei einen besonderen Schwerpunkt auf die unbewussten Gründe für eine den verbalisierten Einstellungen teilweise widersprechende Praxis. Auch wenn viele Befunde und Schlussfolgerungen nicht wirklich neu sind, bietet die Arbeit einen guten Anhaltspunkt für interdisziplinäre Fortentwicklungen von soziologischen Theorien der Arbeitsteilung.
-
10:03
»
querelles-net
Das Buch gibt einen Überblick über die Entwicklung der Familiensoziologie. Ausgangspunkt ist die Präsentation von drei zentralen soziologischen Theorien und deren Anwendung in der Familiensoziologie. Die gewählten inhaltlichen Gegenstandsbereiche beziehen sich auf Familien- und Lebensformen, das soziale und ökologische Umfeld von Familien, Geschlechterbeziehungen und die Sozialisation der nachwachsenden Generation. Zu jedem dieser familiensoziologischen Themen wird zunächst jeweils ein Überblick über die Entwicklung der Debatten sowie über den gesellschaftlichen Wandel im jeweiligen Feld gegeben. Die Betrachtung aktueller Gegebenheiten rundet die Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Forschungsgegenstand ab, wobei dieser Aspekt jedoch jeweils knapper ausfällt als die Retrospektive.
-
10:03
»
querelles-net
Hans und Birgit Bertram präsentieren einen umfassenden Einblick in eine Vielzahl an Themen der Familien- und Kindheitsforschung und bieten einen fundierten Überblick über die Sozialisationsforschung. Sie halten ein faktenreich unterlegtes Plädoyer für eine kritische Betrachtung der klassischen Sozialisationstheorien und plädieren für eine sozial-ökologische Sichtweise der Familienentwicklung. Das Buch liefert wichtige Argumente für eine neue Perspektive in der – seit Jahrzehnten geführten – Debatte über die Zukunft der Familie und überzeugt trotz einiger formaler Schwächen als umfassendes, gut lesbares Werk, das auch in der Lehre sinnvoll einsetzbar ist. Es fasst wissenschaftliche Debatten und Erkenntnisse der vergangenen Jahrzehnte zusammen und ergänzt so auch die öffentlichen Diskussionen.
-
10:03
»
querelles-net
Patrick Ehnis analysiert die Voraussetzungen für eine stärkere Beteiligung von Vätern an der Kindererziehung. In seiner Beschäftigung mit zwei Best-practice-Beispielen rekonstruiert er die subjektiven Orientierungen der Väter, normative Erwartungen in den Betrieben, individuelle und strukturelle Barrieren sowie konkrete Erfahrungen von und mit Vätern in Elternzeit. Dabei behält er bei der Deutung ein Ziel stets vor Augen: mehr Geschlechtergerechtigkeit. Für die politische und gesellschaftliche Diskussion um die ‚neuen Väter‘ sowie für nachfolgende Forschungen, welche die neuesten familienpolitischen Entwicklungen einbeziehen, bilden die Ergebnisse des Bandes eine höchst fruchtbare Grundlage.
-
10:03
»
querelles-net
Holger Herma untersucht den Wandel der gesellschaftlichen Liebenssemantik in der westdeutschen Nachkriegsgeschichte. Dabei ist sein besonderes Anliegen, den Einfluss generationsspezifischer Erfahrungsräume auf die Vorstellungen von Liebe und Partnerschaft empirisch nachzuvollziehen. In der qualitativen Interviewstudie steht das bisweilen spannungsvolle Verhältnis von Liebessemantik und Lebenspraxis, aber auch das Wechselspiel mit anderen gesellschaftlichen Diskursen und Transformationsprozessen, etwa im Geschlechterverhältnis im Mittelpunkt.
-
10:03
»
querelles-net
Die Familie bestimmt in hohem Maße, welche Medien Kinder und Jugendliche in welcher Lebensphase wie und warum rezipieren. Silja Schoett beweist diese nicht neue Annahme auf überzeugende Art anhand ihrer Analyse zweier Fallgeschichten mit Hilfe des Instruments einer medienbiografischen Fallrekonstruktion. Sie begründet diese Methode ausführlich und macht sie auf andere Beispiele und Fragestellungen übertragbar. Aufgrund ihrer systemischen Perspektive betrachtet sie das Individuum im familiären Gesamtzusammenhang, blendet dabei aber andere Faktoren (u. a. soziales Umfeld, Schule, ökonomische Verhältnisse) aus, die die Lebensgeschichte und die mediale Sozialisation ebenfalls mitbestimmen.
-
10:03
»
querelles-net
Im vorliegenden Sammelband wird die Gleichstellungs- und Familienpolitik der Großen Koalition aus feministisch-politikwissenschaftlichen Perspektiven analysiert. Die Beiträge geben einen Überblick über wichtige politische Entwicklungslinien der letzten Jahre und bieten kritische Perspektiven auf der Grundlage unterschiedlicher methodischer und theoretischer Zugänge. Im Zentrum stehen die Auswirkungen politischer Reformen auf unterschiedliche Gruppen von Frauen und Männern sowie Analysen der Bedeutung der Geschlechterverhältnisse im Zusammenwirken mit anderen Diskriminierungskategorien in politischen Prozessen. Ergänzt werden die Auseinandersetzungen mit dem deutschen Status quo durch drei Beiträge, welche europäische Entwicklungen in ihre Überlegungen einbeziehen.
-
10:03
»
querelles-net
Orthofer befasst sich mit Au-pairs in Österreich in der Zeit zwischen 1980 und 2000. Die historischen Vorläufer des Au-pair-Systems, der Kulturaustausch für junge Frauen und die Dienstboten, werden dargestellt. Empirisch untersucht werden die „Gastfamilien“, wie die Autorin die Arbeitgeber nennt, aus der Mittel- und Oberschicht anhand von Bewerbungen um ein Au-pair bei einer kirchlichen Agentur. Für den Untersuchungszeitraum konstatiert Orthofer ein eher harmonisches Verhältnis zwischen Au-pairs und Gastfamilien. Seit 2001, seit der rechtlichen Öffnung des Au-pair-Systems auch für Osteuropäerinnen, sei eine grundlegende Veränderung der Verhältnisse zu verzeichnen: Vermittelt würden Au-pairs heute von (international tätigen) gewinnorientierten Unternehmen. Statt ein Bildungsprogramm mit einer „kleinen Dienstleistungskomponente“ zu sein, stehe heute die „billige häusliche Dienstleistung“ im Vordergrund.
-
10:03
»
querelles-net
Jörg Nowak führt die Erkenntnisse der marxistischen und feministischen Staatstheorie zusammen und entwickelt ein analytisches Begriffsinstrumentarium, womit sich die geschlechterpolitische Ausrichtung der Familienpolitik zwischen 2002 und 2007 analysieren lässt. Er vertritt die These, dass die hegemoniale Einbindung des liberalen Feminismus in die staatliche Politik ein klassenselektives Ernährerregime hervorgebracht hat. Das Buch ist trotz einer eher kursorischen Diskussion der Familienpolitik zu empfehlen.
-
10:03
»
querelles-net
In ihrer sehr gut strukturierten Arbeit über gegenwärtige sowie zukünftig neu zu schaffende famlienfördernde Leistungen im Sozialrecht gibt Judith Will einen ausführlichen und weitgehend vollständigen Überblick über sämtliche wesentlichen Sozialleistungen zur Familienförderung. Will untersucht außerdem eine Reihe von Reformansätzen und Lösungsmodellen, mit welchen den bestehenden Defiziten begegnet werden soll, und neigt dabei zu einer Lösung, welche auf den Ausbau von Dienstleistungen für Familien setzt, z. B. durch Ausbau und qualitative Verbesserung öffentlicher Kinderbetreuung in Kindergärten, Krippen und Horten. Dies trage auch zu verbesserten Erwerbschancen für Frauen sowie zur Vermeidung von Familienarmut bei.
-
-
9:56
»
querelles-net
Editorial
-
9:56
»
querelles-net
Der von Barbara Kavemann und Heike Rabe herausgegebene Sammelband zum Prostitutionsgesetz zeichnet sich dadurch aus, dass die Thematik aus verschiedensten Blickwinkeln beleuchtet wird und insbesondere auch jene zu Wort kommen, die in der medialen Debatte oft keine Stimme haben: Prostituierte in sehr unterschiedlichen Lebens- und Arbeitssituationen ebenso wie Bordellbetreiber/-innen, Praktiker/-innen aus der Sozialen Arbeit ebenso wie aus Verwaltung und Justiz. Dadurch gelingt es, ein differenziertes und realistisches Bild von Prostitution und ihrer Regulierung in Deutschland zu zeichnen sowie weitere Hilfs- und Handlungsbedarfe überzeugend aufzuzeigen, aber auch wegweisende Modelle aus der Praxis vorzustellen.
-
9:56
»
querelles-net
Stephanie Lynn Budin liefert mit vorliegender Studie einen wichtigen Beitrag zur Debatte um die Existenz von Tempelprostitution im Altertum. Systematisch untersucht sie die Quellen zur Tempelprostitution und kann weitgehend überzeugend darlegen, dass die betreffenden Stellen nicht für die Existenz von Tempelprostitution im Altertum sprechen, sondern nur aufgrund von tendenziösen Interpretationen so verstanden wurden. Dabei greift die Studie die Ergebnisse anderer Wissenschaftler/-innen auf, bietet aber – besonders zu Herodot und Strabon – auch neue Erkenntnisse.
-
9:56
»
querelles-net
Die kontroverse und komplizierte Verbindung, die Sex und Arbeit in der Prostitution eingehen, wird in diesem Band aus ökonomischer, juridischer, soziologischer und geschlechtertheoretischer Perspektive untersucht. Dabei werden aktuelle Debatten und Gesetzesvorlagen – vor allem aus Großbritannien, Frankreich und Schweden – und jüngste Bestrebungen im Zuge der New-Labour-Politik, Prostitution und Sexarbeit auf restriktive Weise zu regulieren, kritisch reflektiert. Im Mittelpunkt der Beiträge steht der ökonomische Nexus von Angebot und Nachfrage, um den herum sich die Problematik der Prostitution als einer besonderen Form der Arbeit entfaltet. Die interdisziplinäre Ausrichtung des Bandes ermöglicht es, die ökonomischen Bedingungen und regulativen Praktiken in Bezug auf Sexarbeit jenseits moralischer und ideologischer Debatten zu untersuchen.
-
9:56
»
querelles-net
Der vorliegende Band umfasst Beiträge von vier Nachwuchswissenschaftler/-innen, die das Prostitutionsmilieu des Bahnhofsviertels von Frankfurt am Main einer wissenschaftlichen Analyse unterzogen haben. Wie der Titel des Werks zu erkennen gibt, ordnen sie ihre Studien in die Auseinandersetzung mit dem Thema ‚Devianz‘ ein. Der verwendete methodologische Ansatz – die Feldforschung – scheint hier besonders angebracht zu sein, um herrschende Vorstellungen vom devianten Charakter der Prostitution mit der Empirie zu konfrontieren. Leider scheitert der Band daran, die ethnographischen Beobachtungen mit einer wissenschaftlichen Analyse der Begriffe ‚Devianz‘ und ‚Normen‘ (und deren sozialen Konstruktion) zu verknüpfen. Bedauernswert ist zudem die fehlende Reflexion über den Zusammenhang zwischen Raum, Gender und Politik im Lichte des Sonderfalls der Prostitution im Frankfurter Bahnhofsviertel.
-
9:56
»
querelles-net
Der Band versammelt in internationaler Perspektive die sich teils diametral entgegenstehenden Positionen zur Sexarbeit im Allgemeinen sowie zur Frage der gewerkschaftlichen Interessenvertretung im Besonderen und lässt die Brisanz der Diskussion sowohl im feministischen als auch im arbeits(markt)politischen Diskurs erkennen. Leider bleibt die Debatte in einem grundsätzlichen Für und Wider verhaftet und vernachlässigt die Diskussion und Evaluation konkreter Bemühungen gewerkschaftlicher Organisierungsstrategien in der Sexindustrie. Zu Wort kommen fast ausschließlich Vertreterinnen von Gewerkschaften oder Organisationen, die Sexarbeiter/-innen unterstützen. Nur zwei Beiträge stammen von Sexarbeiterinnen selbst.
-
9:56
»
querelles-net
Sheila Jeffreys analysiert die Prozesse, die zu einer Industrialisierung und Globalisierung von Prostitution im späten 20. und 21. Jahrhundert geführt haben. Hauptverantwortlich für die gegenwärtige Diskursverschiebung um Prostitution ist für Jeffreys zum einen die sexuelle Revolution der 1970er Jahre und zum anderen die massive Finanzierung von Unterstützer/-innen der Sexarbeiterinnen zur HIV-Prävention in den 1980ern. Jeffreys legt wie in früheren Arbeiten ihre radikal-feministische Position dar und fordert eine Abschaffung der Prostitution. In ihrer Abrechnung mit dem liberalen feministischen Diskurs, für den eine Unterstützung von Sexarbeiterinnen prioritär ist, ignoriert sie die Widersprüchlichkeiten und Komplexitäten der gelebten Realitäten. An vielen Stellen ihres Buches bekräftigt Jeffreys stereotypische Männlichkeitsvorstellungen, was durch einen Blick über den Tellerrand des ihr vertrauten wissenschaftlichen Bezugsrahmens hätte vermieden werden können.
-
9:56
»
querelles-net
Die Ausstellung „The Porn Identity“ und ihr begleitender Katalog- und Essayband kartografieren die Schnittmengen von Pornografie, zeitgenössischer Kunst und Kulturtheorie umfassend genug, um als Einführungen ins Themengebiet nützlich zu sein. Indem der Katalog Pornobilder und -lifestyle zugleich schwelgerisch zelebriert und genderpolitisch-korrekt verbrämt, ist er jedoch so schmierig wie kommerzielle Pornografie. Dies macht ihn zum Konzeptkunstwerk – und setzt Fragezeichen hinter den Diskurs der porn studies.
-
9:56
»
querelles-net
Die Autorin befragte vier Männer und vier Frauen zu ihrer Pornografienutzung und ihren Rezeptionserfahrungen mit dem pornografischen Film Adrenalin (Italien 2003). Selbst nach Maßstäben einer Qualifikationsarbeit überzeugen die Überblickskapitel zu Rechtsgrundlagen, Definition und Geschichte des pornografischen Films, zur theoretischen und fachlichen Verortung nicht; diese werden später auch nicht auf die Interviews bezogen. Den Hauptteil stellen die Interviews dar. Der Autorin gelingt es nur teilweise – so bei der Entwicklung der Leitfragen –, stringente Kategorien für die Auswertung der qualitativen Interviews zu entwickeln. Die im Anhang des Buches abgedruckten Interviews stellen eine interessante Quelle für die Erforschung der Rezeption pornografischer Filme dar.
-
9:56
»
querelles-net
In der als Dissertation an der Universität Leipzig eingereichten Arbeit wird den Fragen nach einem Genreverständnis des pornografischen Films und seinen ästhetischen Formen aus einer filmwissenschaftlichen Perspektive nachgegangen. Der Autor beschreitet neue Wege in der detaillierten Beschreibung und Analyse pornografischer Filme, welche die Entdeckung von ästhetischen Konstituenten und historischen Entwicklungen ermöglicht, und kann damit einen differenzierten Blick auf die in ihrer Ästhetik durchaus nicht homogenen pornografischen Filmbilder leisten. An einigen Stellen wäre es wünschenswert (und lesefreundlicher) gewesen, über die formulierte Untersuchungsperspektive hinauszugehen und Beobachtungen nicht nur zu beschreiben, sondern sie auch weitergehend zu interpretieren.
-
9:56
»
querelles-net
In feministisch-dekonstruktiver Manier untersucht Allhutter in ihrer Arbeit Dispositive digitaler Pornografie und spannt dabei einen großen Bogen von der Darstellung der Verflechtung von Ethik und Technologie bis hin zu der Auseinandersetzung mit der EU-Internetpolitik. Dabei geht es ihr darum aufzuzeigen, inwieweit Pornografie als Phänomen der Massenkultur im digitalen Zeitalter einerseits Wandlungsprozessen unterliegt, andererseits aber nach wie vor (hetero-)sexistische, rassistische und ethnozentristische Strukturen reproduziert und zementiert. Die sowohl politikwissenschaftlich als auch technikwissenschaftlich informierten Analysen bieten aufgrund ihrer inhaltlichen und thematischen Vielfalt Interessantes für feministische Wissenschaftler/-innen, aber auch für Technikinteressierte, die sich mit feministischen Diskursen über Pornografie noch nicht auseinandergesetzt haben.
-
9:56
»
querelles-net
Maximilian Schochow legt eine materialreiche Studie vor, die sich insbesondere medizinischen Ausführungen zu Hermaphroditismus seit dem 16. Jahrhundert zuwendet. Er vollzieht die Entwicklungen und Wandlungen medizinischer Hermaphroditismus-Beschreibungen bis ins 19. Jahrhundert nach. Insofern die Arbeit ausführlich sonst schwer verfügbares Material rezipiert und auf dieser Grundlage eine Reihe von bedenkenswerten Schlussfolgerungen präsentiert, ist sie für vergleichbare Untersuchungen nützlich. Gleichwohl sollten die vorgelegten Deutungen kritisch rezipiert werden.
-
9:56
»
querelles-net
Gabriele Winker und Nina Degele legen mit ihrer kompakten Monographie erstmals für den deutschsprachigen Raum eine in Theorie, Methodologie und Empirie stringente eigenständige Abhandlung zur intersektionalen Analyse von sozialen Ungleichheiten vor. Das in jeder Hinsicht übersichtlich gestaltete Buch besticht durch eine begründete Argumentation, insbesondere in Bezug auf die theoretischen Vorentscheidungen, durch eine klare Gliederung und vor allem durch die Schritt für Schritt nachvollziehbare Umsetzung des vorgeschlagenen theoretischen und methodologischen Rahmens in die empirische Sozialforschung. Es ist daher uneingeschränkt empfehlenswert, auch für den Einsatz in der Hochschullehre, und es ist von hohem Anregungspotential für die wissenschaftliche Weiterentwicklung intersektionaler Analysen von sozialen Ungleichheiten.
-
9:56
»
querelles-net
Der Sammelband ist in der Reihe „Rechtsgeschichte und Geschlechterforschung“ des Böhlau Verlags erschienen. Er enthält Aufsätze des emeritierten Rechtswissenschaftlers aus den Jahren 1975 bis 1999, die in ideologischer und polemischer Form Positionen zu Familien- und Gleichstellungspolitik formulieren, wie sie in der Geschlechterforschung längst überholt sind.
-
9:56
»
querelles-net
Louise du Toit beschäftigt sich mit den Voraussetzungen und den Folgen von Vergewaltigung. Ausgehend vom Schweigen über die massenhafte sexuelle Gewalt zur Zeit der südafrikanischen Apartheid bis heute widmet sie sich den „westlichen symbolischen Systemen“, die Vergewaltigung in ihrer zerstörerischen Wirkung erst ermöglichen und zu jenem tödlichen Instrument werden lassen, welches weibliche Subjektivität und agency gleichermaßen auslöscht. Vor der Folie der hegelschen Phänomenologie ist ihr Buch über weite Strecken eine theoretisch inspirierte Auseinandersetzung mit Philosophien des weiblichen Ichs von Jacques Derrida bis Lucie Irigaray. Louise du Toit beendet ihr Buch mit praktischen Hinweisen zur Aufhebung jener symbolischen Ordnung, in der Hoffnung, Vergewaltigung zukünftig zu erschweren oder gar zu verunmöglichen.
-
9:56
»
querelles-net
Wie können minorisierte Gruppen sichtbar (gemacht) werden, ohne dabei in der Art und Weise ihrer visuellen Darstellung die Minorisierungen zu wiederholen, die sie eigentlich kritisieren wollen? Dies ist die zentrale Frage, die sich durch die vorliegende Arbeit von Johanna Schaffer zieht. Sie bearbeitet den Modus der Sichtbarkeit im Feld der visuellen Kultur unter epistemologischen, politischen und insbesondere ästhetischen Gesichtspunkten. Ihre Einwände gegen naive Vorstellungen, die Sichtbarkeit kausal mit einem Zugewinn an Macht verbinden, entwickelt Schaffer aus einem Zusammenspiel von Bildanalysen mit Theorie- und Begriffsarbeit. Insgesamt ein lesenswertes Buch, das nicht nur theoretisch fundiert ist und interessante Bildlektüren liefert, sondern auch ein (bild-)analytisches Instrumentarium an die Hand gibt.
-
9:56
»
querelles-net
Sabine Gries geht in ihrer auf einer breiten Materialbasis fußenden Studie der Frage nach, welches Bild von lesbischen Mädchen und Frauen die vornehmlich zeitgenössische Kinder-, Jugend- und Ratgeberliteratur sowie Trendmagazine vermitteln. Unter der Oberfläche eines vermeintlich aufklärerischen Impetus werden der Verfasserin zufolge alte Klischees, Vorurteile und unwissenschaftliche Behauptungen verbreitet. Die Untersuchung steht in der Tradition textimmanenter und sozio-historischer Ansätze, ohne dass selbige expressis verbis reflektiert, begründet und mit der Auswahl der untersuchten Gegenstände abgestimmt würden; Gender- und Queer-Studies finden keine Berücksichtigung. Außerdem geraten Inhaltswiedergaben zum Teil zu ausführlich.
-
9:56
»
querelles-net
‚Mehr Queer‘ lautet die Programmatik der Autor/-innen des Sammelbandes, die sich in ihren Beiträgen mit ästhetischen und politischen Praxen auseinandersetzen, welche die Ordnungsparameter der Binarität und Heterosexualität verunsichern. Der Titel Mehr(wert) queer schließt dabei an ökonomische Semantiken an, um die Verwobenheit von symbolischer Kunst und ökonomischen Realitäten in den Blick zu bekommen, aber auch um aktiv an Umdeutungen mitzuwirken. Im Mittelpunkt stehen visuelle Kunst- und Bilderpolitiken, die Normalitätsdiskurse um Sexualität, Geschlecht und Begehren hinterfragen. Die Autor/-innen kommen aus den Kunst- und Kulturwissenschaften, den Medienwissenschaften, der Philosophie, aber auch aus der künstlerischen sowie der kunst- und kulturpolitischen Praxis.
-
9:56
»
querelles-net
Im vorliegenden Sammelband werden überwiegend bekannte Autorinnen der Frühen Neuzeit – wie Christine de Pizan, Marie de Gournay oder Mary Astell – aus einem neuen Blickwinkel, dem der politischen Ideengeschichte, präsentiert. Die europäische Perspektivierung, die der Buchtitel suggeriert, fehlt indes, denn es handelt sich fast ausschließlich um englische und französische Autorinnen. Auch die Frage, welche Vorzüge eine frauen- gegenüber einer geschlechtergeschichtlichen Blickrichtung hat, wird nur unbefriedigend beantwortet. Das Buch erscheint insofern bestenfalls als eine erste Einführung in ein weiterhin dringend zu bearbeitendes Feld.
-
9:56
»
querelles-net
Im bio-bibliographischen Lexikon finden sich die Biographien von 43 bürgerlichen und 51 adeligen Frauen, die zwischen 1770 und 1830 in der Residenzstadt Weimar und in der Universitätsstadt Jena gelebt oder gewirkt haben und in die gesellschaftlichen Kreise eingebunden waren. Deutlich werden die Mannigfaltigkeit und Gestaltungskraft weiblicher Tätigkeit in dieser Zeit. Die theoretische Konstruktion der Handlungsräume von Frauen, die von den Herausgeberinnen des äußerst nützlichen Lexikons ebenso wie von der Verfasserin der Monographie über drei Schriftstellerinnen um 1800 bemüht wird, überzeugt nur begrenzt, da das Nachschlagewerk seine neuen Erkenntnisse nicht diesem Konzept, sondern den gründlichen Recherchen in Archiven und nach bereits vorhandener Literatur verdankt, die zweite Untersuchung hingegen insgesamt wenig Neues über ihre Protagonistinnen vorträgt.
-
9:56
»
querelles-net
In seiner körpergeschichtlichen Studie widmet sich Daniel Wildmann nationaljüdischen Turnvereinen in Deutschland im Zeitraum von 1898 bis 1921. Er zeichnet nach, wie sich der Entwurf eines jüdischen Turnkollektivs in politischen Auseinandersetzungen im Spannungsfeld von Zionismus und Antisemitismus im deutschen Kaiserreich verorten lässt und an welche medizinischen Diskurse die Debatten um eine körperlich-therapeutische Wirkung von Turnen anknüpften. Schwerpunkt seiner Arbeit ist jedoch das Herausarbeiten der geschlechtlichen Kodierung der jüdischen turnenden Männer- und Frauenkörper. Hier zeigt Wildmann, dass insbesondere eine eigensinnige Aneignung und Umdeutung von Vorstellungen der jüdischen Antike sowie Körperbilder einer Offiziers-Männlichkeit die Vorstellung von idealer jüdischer Männlichkeit prägten.
-
9:56
»
querelles-net
Der Sammelband von Angelika Epple und Angelika Schaser bietet sowohl einen internationalen Überblick als auch detaillierte Einblicke in derzeitige geschlechtergeschichtliche und historiografische Forschungen. Die Beiträge erweitern zum einen den traditionellen historiografischen Kanon und fragen zum anderen nach den geschlechtlichen Grundlagen von In- und Exklusionen in der Geschichtswissenschaft. Dieser Wissenszuwachs treibt aber die nunmehr schon traditionell seitens der Geschlechtergeschichte geforderte Neuformulierung der ‚allgemeinen‘ (Historiografie-)Geschichte nicht merklich voran. Ein erster Schritt in diese Richtung läge möglicherweise in der Formulierung einer Differenztheorie als analytischem Rahmen für eine pluralistische ‚Neu‘erzählung.
-
9:56
»
querelles-net
In beiden Sammelbänden wird das Verhältnis von Frauen zu (ihrem) Geld facettenreich beschrieben und einer profunden Analyse unterworfen. Eigene Erwerbstätigkeit, Unternehmerinnentum und Börsengeschäfte von Frauen sind Beispiele für historische Themen. Angesichts der internationalen, rechtsvergleichenden und interdisziplinären Perspektive eröffnet sich ein neues Forschungsfeld in der Frauenrechtsgeschichte.
-
9:56
»
querelles-net
Mit der Veränderung der Arbeitswelt haben sich auch die Wertorientierungen von Jugendlichen verändert – sie können nicht mehr davon ausgehen, dass sie einen Beruf für das ganze Leben finden, und angesichts drohender Arbeitslosigkeit gewinnt die Familie an Bedeutung. Das hat auch die Berufsorientierungsprozesse verkompliziert: Die Berufswahl muss sich nicht nur an den Vorgaben der Arbeitswelt orientieren, die immer weniger einschätzbar sind und sich im Laufe des Lebens stark verändern können, sondern sie nimmt auch wichtige Fragen der Lebensplanung in den Blick. Die Frage nach dem (unterschiedlichen) Umgang von Mädchen und Jungen mit dieser Situation steht im Mittelpunkt der vorliegenden Studie.
-
9:56
»
querelles-net
Im vorliegenden Sammelband wird der Frage nachgegangen, welchen Beitrag die Gender Studies und die Medienwissenschaften zur Diskussion um die Lebenswissenschaften im Sinne der „sciences de la vie“ leisten können und sollen. Mit Schwerpunkt auf dem 20. Jahrhundert wird ein großes Feld abgesteckt, und es wird in sehr heterogenen Beiträgen versucht, Schnittstellen dieser drei Bereiche sichtbar zu machen. Wenngleich die gemeinsame Fragestellung dabei teilweise nicht leicht erkennbar ist, sind viele der Beiträge für eine weitergehende interdisziplinäre Auseinandersetzung anregend. Dies vor allem dort, wo es gelungen ist zu zeigen, wie sich das Wissen vom Leben mit der Kategorie Geschlecht etwa im Medium Film verschränkt und mediale Effekte erzeugt sowie biopolitische Dispositive mitgeformt oder irritiert werden.
-
9:56
»
querelles-net
In diesem Artikel werden unterschiedliche metaphorische Verwendungen des Pornografiebegriffs und deren Implikationen untersucht. Während die Existenz von Pornografie der feministischen Anti-Porno-Bewegung als Erklärung für die anhaltende Diskriminierung von Frauen in westlichen Gesellschaften dient, nutzen rechtskonservative Kräfte den Pornografievorwurf als Rechtfertigung für die Zensur von als deviant empfundenen Identitäten und sexuellen Praktiken.
-
9:56
»
querelles-net
Die Diskussionen über das kulturelle und mediale Phänomen ‚Pornografie‘ zeichnen sich oft durch Unkenntnis des Betrachtungsgegenstands und definitorischer Ungenauigkeiten aus. Der vorliegende Text benennt Irrtümer und Vorurteile und liefert einen Beitrag zu einer wissenschaftlich nachvollziehbaren Definitionsgrundlage als Basis für weitere Diskussionen. Die nachfolgenden Überlegungen sind eine Kurzzusammenfassung der Dissertation von Corinna Rückert: Frauenpornographie. Pornographie von Frauen für Frauen. Eine kulturwissenschaftliche Studie. Frankfurt am Main 2000.
-
-
12:05
»
querelles-net
Editorial
-
12:05
»
querelles-net
Im Mittelpunkt des Sammelbandes steht die Produktion und Formation feministisch-geographischen Wissens im internationalen Kontext. Um dies nachzuzeichnen, versammeln die Herausgeberinnen einerseits Nachdrucke ausgewählter Artikel und andererseits aktuelle Beiträge internationaler Wissenschaftlerinnen, die die theoretische und inhaltliche Bandbreite feministischer Geographien erkennen lassen. Thematisiert werden dabei feministische Interventionen in der Geographie, hegemoniale Strukturen innerhalb feministischer Geographien und feministisch-geographische Praxis.
-
12:05
»
querelles-net
Der vorliegende Band ist typisch für Ressortforschung, bei der ein gesellschaftliches Interesse mit dem Handlungshorizont eines Ministeriums verknüpft wird. Über solch eine externe Beschränkung hinaus weist die Studie leider auch zahlreiche interne Einschränkungen infolge handwerklich schlecht eingesetzter Methoden oder unzureichender konzeptioneller Bezogenheit der verschiedenen Forschungsschritte auf. So überzeugt weder die transdisziplinäre Verknüpfung von Wissenschaft, Planung und Politik im Rahmenkonzept noch das interdisziplinäre Zusammenwirken der unterschiedlichen (Unter-) Auftragnehmerinnen für den eigentlichen Forschungszweck – die Entwicklung und Prüfung eines gendersensiblen Mobilitätsfragebogens – und auch die Präsentation der Studie erfüllt nicht die Mindeststandards.
-
12:05
»
querelles-net
Mit dem Gender Index präsentieren das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung und die Hans-Böckler-Stiftung ein Onlineportal, das für jeden Kreis der Bundesrepublik eine Maßzahl zur Berechnung der Chancengleichheit von Frauen und Männern ausweist. Das Index-Projekt richtet sich dabei vor allem an die Akteur/-innen auf regionaler Ebene, um diesen konkrete Zahlen zur Situation vor Ort an die Hand zu geben. Er basiert auf Daten von 2006 und ist sowohl in Bezug auf Daten als auch auf präsentierte Karten statisch. Die Konstruktion des Index und seiner 19 Indikatoren zeugt von reiflichen und geschlechterpolitisch aufgeklärten Überlegungen der Macher/-innen des Projekts. Als Forschungsinstrument eignet er sich jedoch nur eingeschränkt, da es sich um ein statisches und umsetzungsbedingt inhaltlich stark eingegrenztes Instrument handelt.
-
12:05
»
querelles-net
Die aus dem Forschungsprojekt ‚Verwaltung der Prostitution‘ an der Universität Leipzig heraus entstandene Publikation geht der Frage nach, welche Problemdefinitionen, Kategorisierungen und Wissensbestände lokale Verwaltungsakteure/-innen in Deutschland, Polen und Tschechien der Prostitutionsregulierung zugrunde legen. Die Studie zeigt, dass teilautonomes Verwaltungshandeln Recht nicht nur umsetzt, sondern auch produziert. Durch den Fokus auf die lokale Ebene der Prostitutionsregulierung und durch den staatsethnographischen Zugang ist die Monographie in zweierlei Hinsicht innovativ. Lediglich etwas mehr Informationen zum methodischen Vorgehen sowie ein expliziteres Aufgreifen der theoretischen Konzepte bei der Aufbereitung des empirischen Materials wären wünschenswert gewesen.
-
12:05
»
querelles-net
Nachdem die Mitgliedstaaten der Europäischen Union begonnen hatten, die Vorgaben des Amsterdamer Vertrags von 1999 zur Förderung der Gleichstellung von Mann und Frau durch Gender Mainstreaming umzusetzen, sahen sich auch die öffentlichen Bauverwaltungen veranlasst, ihre Planungs- und Bauprojekte diesem Verfahren zu unterziehen. Beispiele verschiedener Sektoralbereiche des öffentlichen Hochbaus in vier europäischen Ländern werden in diesem Sammelband dokumentiert und die Verfahren des Gender Mainstreaming in der Praxis von Architektur und Städtebau vorgestellt. Ergebnis sind Kriterienkataloge und Anregungen für weitere Vorhaben. Der Band bietet einen erhellenden Einblick in das bisherige Prozedere dieser Top-down-Strategie bei Bauten der Öffentlichkeit.
-
12:05
»
querelles-net
Der Sammelband bietet einen interdisziplinären und über die Grenzen der deutschsprachigen Debatten hinausgehenden Überblick zum Thema der Belästigung im öffentlichen Raum – nicht nur der sexuellen, sondern auch der rassistisch, homophob und transphob motivierten. In den Aufsätzen wird aus verschiedenen sowohl theoretischen als auch praxisbezogenen Perspektiven verdeutlicht, wie sich Machtverhältnisse in Raumkonzepten von öffentlich und privat widerspiegeln und reproduzieren. Der Band zeigt in überzeugender Weise, wie sich in vielschichtigen gewaltförmigen Prozessen eine hierarchische, heteronormativ und rassistisch geprägte Gesellschaftsordnung immer wieder neu im gesellschaftlichen Raum verfestigt.
-
12:05
»
querelles-net
In ihrer Studie beschäftigt sich Imke Schmincke mit der Marginalisierung von Körpern im öffentlichen Raum am Beispiel des Hansaplatzes im Stadtteil St. Georg in Hamburg. Im Vordergrund der Untersuchung steht die Frage, wie sich Prozesse von Marginalisierung und Normalisierung in menschlichen Körpern materialisieren. Mit Hilfe der Analysekategorien Sicherheit und Kontrolle untersucht Schmincke, wie sich Marginalisierung im öffentlichen Raum festschreibt. Besonderen Wert legt sie auf das Wechselverhältnis von Körper und Raum. Dabei geht sie auch den Fragen nach, warum manche Körper und Räume als gefährlich wahrgenommen werden und wie Marginalisierung durch ein normalisierendes Wahrnehmen von bestimmten Körpern und Räumen entsteht.
-
12:05
»
querelles-net
Mary Pepchinski widmet ihre Untersuchung temporären Ausstellungen, die im Zeitraum von 1865 bis 1912 im deutschsprachigen Raum und in den USA entstanden sind und die zum Ziel hatten, in der bürgerlichen Öffentlichkeit Räume für feministische Anliegen und Diskussionen zu schaffen. In diesen um 1900 neu entstehenden Räumen der weiblichen Kultur spiegeln sich die feministischen Diskurse der Epoche und fließen in die von den Akteurinnen des gehobenen Bürgertums geschaffenen, charakteristischen Raumschöpfungen ein. Die Autorin stellt bislang unbekanntes Quellenmaterial vor und eröffnet durch ihren interdisziplinären Blick den Zugang zu einem vernachlässigten, da bislang unbekannten Teil der Kulturgeschichte der Moderne.
-
12:05
»
querelles-net
Barbara Storck untersucht in ihrer Arbeit die geschlechtsspezifischen Semantisierung literarischer Räume in Erzähltexten Denis Diderots, Jean-Jacques Rousseaus, Mme de Genlis’, Mme de Staëls und Charles Nodiers. Im Zentrum steht dabei das Motiv der räumlichen Enge, insbesondere das der eingeschlossenen Frau. Zielsetzung ist die Erforschung der weiblichen Subjektkonstituierung durch literarische Räume. Leider bleibt eine geschlechteranalytische Perspektive − zugunsten der Darstellung einer Vielzahl ins Verhältnis zur Subjekt-Raum-Konstitution gesetzter zeitgenössischer Diskurse − wenig entwickelt.
-
12:05
»
querelles-net
Seit dem so genannten spatial turn ist Raum eine zentrale Kategorie auch der Literatur- und Kulturwissenschaften. Diesem ‚Paradigmenwechsel‘ entspricht der vorliegende Band, in dem neue Fragestellungen an das an Raumschilderungen so reiche Werk Droste-Hülshoffs herangetragen werden. Neben einer thematischen Einführung und einem theoretischen Überblick zu Raumkonzeptionen sind zwölf Beiträge versammelt, die sich u. a. mit Fragen nach einer Poetologie des Raums, nach den Raumkonzepten sowie deren Funktionen im Text beschäftigen. Die Relevanz dieser Fragestellungen für die Droste-Forschung wird überzeugend nachgewiesen. Zugleich kommt aber die theoretische Reflexion etwas zu kurz. Wichtigste und zum Teil einzige Referenz ist Michel Foucaults „Heterotopie“-Begriff – trotz oder wegen mancher Inkonsistenzen dieses Konzepts.
-
12:05
»
querelles-net
Christoph Kucklick rekonstruiert auf der Grundlage von zeitgenössischen Schriften Männlichkeitsentwürfe um 1800. In einer systemtheoretischen Ausrichtung deutet er die zu dieser Zeit entstehenden Geschlechtersemantiken als Ergebnis der funktionalen Differenzierung der modernen Gesellschaft. Damit wirft er einen neuen Blick auf die Geschlechterdebatten der Aufklärung, der bislang wenig untersuchte Entstehungs- und Begründungszusammenhänge moderner Männlichkeitskonstruktionen sichtbar macht. Kucklicks Behauptung, erstmals aufgedeckt zu haben, dass der aufklärerische Geschlechterdiskurs durch einen historisch neuen Zweifel an Männlichkeit bedingt sei, ist jedoch ebenso wenig haltbar wie seine provokative Forderung, dass die systemtheoretische Perspektive den machttheoretischen Ansatz ablösen solle.
-
12:05
»
querelles-net
Anna Schnädelbach untersucht in ihrer Dissertation die Strategien der individuellen Lebensbewältigung von Kriegerwitwen, ihre Handlungsspielräume und ihre Erfahrungen mit der praktischen Umsetzung der Kriegsopferversorgung in Westdeutschland nach 1945. Durch eine Verbindung von erfahrungsgeschichtlichen Ansätzen und historischer Diskursanalyse verknüpft sie den Blick auf die Kriegerwitwen als handelnde Subjekte mit einer Analyse der zeitgenössischen Debatten über Lage und Verhalten der Witwen auf den zentralen Konfliktfeldern Versorgung, Ehe/Familie und Erwerbsarbeit. Dabei wird deutlich, wie sich die Frauen verschiedene sie betreffende Diskurse aneigneten, für die Artikulation eigener Interessen nutzten und eigenes soziales und kulturelles Kapital in der Auseinandersetzung mit den Behören aktivierten.
-
12:05
»
querelles-net
In den letzten Jahren sind die Auseinandersetzung mit den Akteuren und Funktionen von Gewalt und auch die Forschungen und Deutungsweisen zu sexueller Gewalt forciert worden. Der Tagungsband versammelt neue Forschungsbeiträge und Interpretationsmuster zu sexueller Gewalt im Krieg und Sex-Zwangsarbeit in NS-Konzentrationslagern, um erstens den aktuellen Stand der Forschung aufzuzeigen und zweitens nach künftigen Perspektiven zu fragen. Die Aufsätze informieren hervorragend über aktuelle Fragen und Debatten zu diesen Themen.
-
12:05
»
querelles-net
Der vorliegende Tagungsband versammelt 21 Aufsätze, die sich aus sehr unterschiedlichen Perspektiven mit Vorstellungen, Konstruktionen, Konzeptionen und Projektionen von Geschlecht jeweils in Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus beschäftigen. Auch wenn die Fülle des Bandes zunächst erschlägt, lohnt sich die Auseinandersetzung mit einigen Aufsätzen.
-
12:05
»
querelles-net
Der Sammelband beschäftigt sich mit der Frage geschlechtergerechter Musikgeschichtsschreibung und bringt nach einleitenden methodischen Überlegungen zahlreiche Beispiele aus der musikwissenschaftlichen Genderforschung. Neben Beiträgen über musikalische Akteurinnen, wie die mittelalterlichen Trobairitz, Harfenistinnen des 18. Jahrhunderts, Fanny Hensel oder die All-Female Black Metal-Band Astarte, bietet der Band auch ge-genderte Lesarten aus der Kompositions- und Rezeptionsgeschichte.
-
12:05
»
querelles-net
Quer zur Standardrezeption analysiert Claudia Bruns in ihrer Dissertation Blühers Konzeption von Mann, Männlichkeit und mann-männlicher Beziehung unter besonderer Berücksichtigung damit einhergehender Ausschlüsse. Zentral legt sie das Konzept des Männerbundes zugrunde, das den Dreh- und Angelpunkt der vorliegenden Untersuchung bildet, und zieht die Theorien Blühers als paradigmatisches Beispiel dafür heran. Dieses Vorgehen ist aus verschiedenen Gründen klug gewählt und vorteilhaft. Bislang ist kaum der ideologisch vielschichtige Gehalt von Diskussionen, wie sie Blüher führte und führen konnte, in die Geschichts- und Gesellschaftswissenschaften eingegangen. Zudem gab es bislang kein Gesamtverzeichnis der Schriften Blühers, wodurch die Rezeption erschwert wurde, und das sich nun im Anhang der Arbeit dankenswerterweise findet.
-
12:05
»
querelles-net
Der vorliegende Band enthält Beiträge zu den aktuell intensiv geführten Debatten um die Notwendigkeit einer deutlichen Positionierung von Queer Theorie zu Theorien der Ökonomiekritik und Intersektionalität. Dabei werden historische und aktuelle Beispiele herangezogen. Exzellent und besonders hervorzuheben sind die Aufsätze von Jin Haritaworn – ein anti-rassistischer Beitrag, der sich fundiert in aktuelle politische Queer-Auseinandersetzungen einmischt – sowie von Jo Bucher und Angelika Göres, die an einem zeitgeschichtlichen Beispiel queerende Momente des Widerstands herausarbeiten. Wie der vor acht Jahren erschienene erste Band der AG Queer Studies an der Hamburger Universität ist auch dieser für den deutschsprachigen Raum hochaktuell und wärmstens zu empfehlen.
-
12:05
»
querelles-net
Die literarischen Genres Tagebuch, Essay und Autobiographie stehen zwischen Fakt und Fiktion und spiegeln eine spezifische Art der Relation von Erfahrung und Schreiben wider. Die Frage, inwieweit die Strategien, mit denen Authentizität sowohl in den erwähnten Genres als auch im Film und Musik als Darstellungseffekt erzielt wird, genderspezifisch sind, soll im Zentrum dieses interdisziplinär angelegten Sammelbandes stehen. In den im Band versammelten fünfzehn Beiträge wird untersucht, wie in den jeweiligen Gattungen die Wechselbeziehung zwischen Fakt und Fiktion die Rezeption der Leserin bzw. des Lesers und damit die Wahrnehmung – hier als soziale und individuelle Praxis verstanden – der dargestellten Realität mit strukturiert. Nur aus einzelnen Beiträgen ergibt sich dabei ein neuer methodischer Zugang zu Problemen der Autobiographik.
-
12:05
»
querelles-net
Der vielversprechende erste Band des neuen Jahrbuches beschäftigt sich mit Musik, die in repräsentativen Kontexten eine Rolle spielte. Auch wenn sich die Herausgeberinnen in der Einleitung selbst nicht so ganz einig zu sein scheinen, was sie unter „Repräsentation“ verstanden wissen wollen, so findet sich doch – oder vielleicht gerade wegen dieser ‚begrifflichen Offenheit‘ – ein eindrucksvolles Spektrum von Artikeln, in denen Veranstaltungen ganz unterschiedlicher Couleur aus 500 Jahren Musikgeschichte thematisiert werden.
-
12:05
»
querelles-net
Uta Fenske beschäftigt sich in ihrer Dissertation mit den Männlichkeitsentwürfen des klassischen Hollywoodfilms der 1950er Jahre. Die Historikerin blickt damit zurück in eine Ära US-amerikanischer Geschichte, in der soziokulturelle Umbrüche zu einer Erschütterung tradierter Männlichkeitsbilder, zu einem Krisendiskurs über den modernen Mann führten. Fenskes kulturwissenschaftliche Studie kann sich dabei aus zweierlei Sicht profilieren. Zum einen erweitert sie mit der unorthodoxen Wahl ihres Untersuchungsgegenstandes das geschichtswissenschaftliche Quellenkorpus. Zum anderen kann sie durch ihren Rekurs auf eine Vielzahl von Genres zeigen, dass die Hollywoodfilme der 1950er eine größere Fülle an Antworten auf die Krise anbieten als gemeinhin angenommen.
-
12:05
»
querelles-net
Geschlechtliche und sexuelle Differenz/en werden gegenwärtig häufig nicht mehr als Problem verstanden, sondern zunehmend als kulturelles Kapital zelebriert. Diese Form der Wertschätzung von Diversität in der Spätmoderne, so Antke Engel, ist eng mit neoliberalen Entwürfen von Subjektivität verwoben. Sie bietet „projektive Integration“ – ein Begriff, der die affektive Besetzung von Bildern beschreibt – als Analysewerkzeug an und fragt anhand differenzierter Bildlektüren nach queeren und neoliberalen Topoi und Diskursen, die in diesen Bildern miteinander verwoben werden. Sie macht so Widersprüche sichtbar, die sowohl der neoliberalen Marktlogik als auch dem queeren Projekt inhärent sind, und führt vor, wie sich unter diesen Bedingungen der Unentscheidbarkeit queere Politik denken ließe. Mit diesem Band formuliert Engel einen wichtigen Beitrag zur kritischen Reflexion von sowohl Neoliberalismus als auch queerer Politik.
-
12:05
»
querelles-net
Die Autor/-innen des vorliegenden Sammelbandes, die großteils aus psychologischen und kulturtheoretischen Kontexten stammen, befassen sich mit dem Wandel der Sexualität, der Sexualisierung des öffentlichen Raumes, mit neuen Reproduktionstechniken und dem Phänomen der Ent-Sexualisierung. Dabei liegt ein Schwerpunkt auf der Frage nach den Auswirkungen dieses Wandels auf Gesellschaftsstrukturen, Paarbeziehungen und den Menschen als begehrendes Subjekt.
-
12:05
»
querelles-net
Arbeitsgesellschaften und ihre Umbrüche bleiben nur halb verstanden, wenn die Kategorie Geschlecht nicht systematisch mitbedacht wird. Der vorliegende Sammelband bietet aktuelle Einsichten in geschlechtertheoretische Perspektiven auf das Themenfeld Arbeit. Der Blick geht dabei über Erwerbsarbeit hinaus und richtet sich auch auf private Formen der Arbeit und auf das Wechselverhältnis zwischen beiden. Zugleich spiegeln sich in den Beiträgen aktuelle Debatten um die theoretische Bedeutung der Kategorie Geschlecht, die in der Rezension skizziert werden.
-
12:05
»
querelles-net
Die europäischen Grenzen haben sich seit dem Fall der Mauer dramatisch verändert und neuartige Migrationsformen wie die Pendelmigration oder die auf temporäre Arbeitsmärkte exakt zugeschnittene ‚Just-in-Time‘-Migration hervorgebracht. Der sehr empfehlenswerte Band beleuchtet unterschiedliche Dimensionen dieser sozialen Veränderungsprozesse aus einer konsequenten Genderperspektive und macht die Vielfältigkeit der neuen Migrationsströme von Frauen und Männern im Dienstleistungssektor aus und in mittel- und osteuropäischen Ländern sichtbar. Er integriert international vergleichende Perspektiven, die von Feldforschungen in Polen, in der Türkei, in Deutschland, den Niederlanden, Österreich, Italien und Slowenien berichten.
-
12:05
»
querelles-net
Seit einigen Jahren nimmt die gender-Theoretikerin Judith Butler in zunehmendem Maße auch Themen der politischen Ethik in den Blick. Ihre in den drei Texten des schmalen Bandes vorgetragene pazifistische Ideen und ihre Überlegungen angesichts des Irak-Kriegs, aber auch zur Burka oder der universellen Geltung von Menschenrechten sind allerdings nicht immer so originell oder gar überzeugend wie Butlers bahnbrechenden gender-theoretischen Entwürfe während der ersten Hälfte der 1990er Jahre.
-
12:05
»
querelles-net
Der vorliegende Band geht auf den 3. Oldenburger Fachtag Gender und Schule im März 2008 zurück. Bei der Besprechung ist der Fokus darauf gerichtet, wie sich die Autor/-innen der Frage nach den Chancen und Fallstricken auf dem Weg zu einer geschlechtergerechten Schule nähern. Festgehalten werden kann, dass das Buch gute Einblicke in verschiedene Debattenstränge der Gender-Schulforschung gewährt und zudem die Verbindungslinien von theoretischem Genderwissen, Konzeptionen von Gender Mainstreaming und der Umsetzung in die Praxis aufzeigt. Es ist durch die übersichtlichen und kurzen Einführungen sowohl für Praktiker/-innen als auch für Wissenschaftler/-innen geeignet.
-
12:05
»
querelles-net
Die Autorinnen zeigen anhand der Ergebnisse verschiedener Teiluntersuchungen zur Vereinbarkeit von Arbeit und Studium an der Universität Oldenburg, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit die Betroffenen ihre Hochschule als wirklich familienfreundlich erfahren. Dabei wird deutlich, dass es neben der Sensibilität von Lehrenden und Vorgesetzten für die besonderen Belastungen von (studierenden) Eltern vor allem auch die bezahlbare und mit den Studien- und Arbeitsbedingungen kompatible Kinderbetreuung ist, die Hochschulen familienfreundlicher macht.
-
12:05
»
querelles-net
Der Christine Kulke gewidmete Sammelband gibt einen Überblick über verschiedene Diskussionen in der Genderforschung und konzentriert sich dabei auf die Bereiche Arbeit, Politik und demokratische Entwicklungen. Die häufig kursorischen Beiträge liefern Einsichten in so verschiedene aktuelle Themenfelder wie Partizipationsforschung, Gender Mainstreaming und Prekarisierung. Zeitgeschichtliche Erkenntnisse bieten Artikel über Bildungspolitik in der DDR und die Arbeitsverhältnisse von Dienstmädchen. Das Versprechen eines gemeinsamen Bezuges auf die Kritische Theorie und auf kritische Vernunft wird jedoch nicht eingelöst. Die Artikel eint lediglich ihre Herkunft aus der Genderforschung.
-
12:05
»
querelles-net
Wie vielschichtig Geschlechterdifferenzen und -differenzierungen erklärt werden können, zeigt der aktuelle Sammelband. Die Autorinnen diskutieren, ob die Kategorie Geschlecht an Bedeutung verloren hat, wie es um Gleichheit und Differenz bestellt ist und wie die (Re)Produktionsweisen von Geschlecht in modernen Gesellschaften beschrieben werden können. Hier werden u. a. Themen wie Arbeitsmarkt, Erwerbs- und Familienleben oder Netzwerke aufgegriffen sowie theoretische Debatten um Strukturalismus, Konstruktivismus, Dekonstruktivismus und Poststrukturalismus in ihrer Aktualität analysiert.
-
12:05
»
querelles-net
Der Band versammelt neuere, vorwiegend empirisch basierte Beiträge aus der Geschlechterforschung der Soziologie. Im Fokus stehen die Konstruktionsprozesse hegemonialer Männlichkeiten im Kontext gesellschaftlicher Transformationsprozesse in Deutschland. Forschungsperspektiven für zukünftige wissenschaftliche Studien werden benannt, allen voran die Notwendigkeit, in einem stärkeren Maße eine intersektionale Perspektive einzunehmen, die die Diskurse der kritischen feministischen Genderforschung noch mehr als bisher für die Männerforschung produktiv machen könnte.
-
12:05
»
querelles-net
Heterotopien sind räumliche Herausforderungen der gesellschaftlichen Ordnung. Sie speisen sich nicht allein aus realen räumlichen Gegebenheiten, sondern auch aus etablierten Zuschreibungen. Am Beispiel Venedig zeigt sich diese Verschränkung wie auch die Wirkmacht des Zusammenspiels von besonderer Raumordnung und tradierten Bildern. Die ästhetische Umsetzung des Stadtbildes in Rilkes Neuen Gedichten (Venezianischer Morgen (1908), Die Kurtisane (1907)) und in Madonnas Musikvideo Like a Virgin (1984) akzentuiert die Identifikation von Stadtraum und Frauenkörper und beweist einmal mehr die Bedeutung eines bewussten Umgangs mit Foucaults Heterotopiekonzept.
-
12:05
»
querelles-net
Bei der Beschäftigung mit queeren Lebensformen taucht immer wieder die Frage danach auf, wie „queere Räume“ zu beschreiben sein könnten und was sie ausmacht. Eine Möglichkeit, queere Räume zu erkunden, wird in nachfolgendem Bildessay über Bildassoziationen versucht. Die Bilderserie spiegelt die Schwierigkeiten wider zu definieren, was ein queerer Raum ist und was ihn ausmacht. Die vorgeschlagenen Antworten auf die Frage sind so unterschiedlich wie die Akteur_innen, die sie formulieren, und die politischen und theoretischen Perspektiven, aus denen sie sprechen. Ich möchte mit diesem Essay zum Nachdenken und Diskutieren anregen. Es enthält einige Versuche, queere Räume einzukreisen, reflektiert Zwischenergebnisse, die ich zum Teil wieder verworfen habe, und viele offene Fragen. Bilder bieten sich dazu an, den Raum für Assoziationen zu öffnen, und ermöglichen neue Zugänge. Zugleich ist die Auswahl der Bilder beschränkt (und subjektiv); dadurch wird der Blick in eine ganz bestimmte Richtung gelenkt. So ist dies ein künstlerischer und persönlicher, nur hintergründig wissenschaftlicher Versuch, sich dem Thema zu nähern.
-
-
22:52
»
querelles-net
Editorial
-
22:52
»
querelles-net
Zwei neue Studien widmen sich dem Verhältnis von Kleidung und Geschlecht beziehungsweise Kleidung und Körper. Wie Frauen und Männer in ihrer alltäglichen Praxis des ‚Sich-Kleidens‘ mit den modischen Erscheinungsbildern von Männlichkeit oder Weiblichkeit umgehen, untersucht die Kulturwissenschaftlerin Cordula Bachmann. Sie wertet aktuelle Interviews zum Kleidungsverhalten von Frauen und Männern aus und rückt dabei die Perspektive der Handelnden, die das alltägliche ‚Sich-Kleiden’ als eine primäre soziale Anforderung zu lösen haben, ins Zentrum des Interesses. Den aufsehenerregenden künstlerischen Umgang mit Kleidung in Form von textilen Kunstobjekten, die sich mit dem menschlichen Körper befassen und der Art und Weise, wie er mittels Kleidung und Textilien repräsentiert oder transformiert wird, untersucht die Kunsthistorikerin Cora von Pape. Das alltägliche weibliche Chaos des Sich-Ankleidens angesichts der täglichen Herausforderung, sich bei der Entscheidung für oder gegen ein Kleid, sich auch für oder gegen eine Frauenrolle entscheiden zu müssen, das in den von Bachmann ausgewerteten Interviews thematisiert wird, scheint auch in den Performances oder textilen Kunstobjekten vieler von Cordula von Pape vorgestellten Künstlerinnen der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts auf, allerdings künstlerisch-experimentell bearbeitet in eindrucksvollen (Selbst-)Inszenierungen, die der gewaltigen Symbolik des Sich-Ankleidens, der Kleider als Körperhüllen oder Reliquien, die an die Stelle des verschwundenen Körpers treten, auf den Grund gehen.
-
22:52
»
querelles-net
In den Beiträgen des Bandes werden unterschiedlichste Formen des Schönheitshandelns in Vergangenheit und Gegenwart unter einer kulturwissenschaftlichen Perspektive beleuchtet. Modische Kleidung, dekorative Kosmetik, Diäten, Figurtraining, Schönheitsoperationen usw. stehen dem Ich als Techniken zur Verfügung, um einem idealen, häufig über die Medien vermittelten Körperbild nahezukommen. Der instruktive und angemessen bebilderte Band betrachtet diese Körperpraktiken als gleichermaßen gesellschaftliche wie ästhetische Phänomene; Zwang und Lust der Simulation werden von den Autor/-innen ebenso behandelt wie das Verhältnis von (Geschlechter-)Identität und (Geschlechter-)Performanz.
-
22:52
»
querelles-net
Die klischeehafte Verbindung von Weiblichkeit und Mode wird am Beispiel der Weimarer Republik einer kulturwissenschaftlichen Relektüre unterworfen. Dabei zeigt sich an bislang wenig bekanntem Quellenmaterial aus Modejournalismus, Konfektionsfilm und Angestelltenroman, dass im Modebereich engagierte Frauen nicht nur als massenmediale Objekte dienten, sondern selbst im Bereich der modernen Weimarer Attraktionskultur aktiv waren.
-
22:52
»
querelles-net
Ruth Sprenger stellt Geschichte und Praxis eines Meisterhandwerks für interessierte Laiinnen und Laien übersichtlich und mit reicher Bebilderung dar. Nach einem Überblick über die Geschichte der Eleganz des Gentleman werden detailliert die einzelnen Schritte des Maßnehmens, Entwerfens, Fertigens erläutert. Dabei wird klar, dass ein Anzug immer eine komplizierte Umgestaltung des männlichen Körpers zu einem von antiker Kunst inspirierten abstrakten Ideal von Nacktheit darstellt. Zu kurz kommt leider jegliche kritische Auseinandersetzung mit der Theorie der Mode, so dass das Resultat zwar sehr anschaulich, jedoch in systematischer Hinsicht für die Modeforschung wenig erhellend ist.
-
22:52
»
querelles-net
In ihrem Buchessay zeigt die Kultur- und Literaturwissenschaftlerin Hannelore Schlaffer in einem drei Jahrhunderte umspannenden kulturhistorischen Überblick schlüssig und in Form eines rhetorischen Feuerwerks, dass die ‚Schulung‘ von Frauen im westlichen Kulturraum von immer gleichen binären Gender-Regulationen bestimmt wird. Dies geschieht unabhängig davon, ob eine modisch klar definierte Gender-Differenz wie zu Beginn des bürgerlichen Zeitalters, eine ‚Vermännlichung‘ der Frau als „Knäbin“ seit den 20er Jahren oder die Integration des Weiblichen in jugendliche Subkulturen wie den Punk vorliegt. Selbst weibliche Bildungsideale – so kann Hannelore Schlaffer nachweisen – folgen modischen Entwicklungen.
-
22:52
»
querelles-net
Die Geschichte der britischen Mods und der Genese ihres Styles im ‚Swinging London‘ der 1960er Jahre verknüpft Heike Jenß mit einer Ethnographie von deren aktueller Aneignungsgeschichten in der deutschen Sixties-Szene. Der Focus liegt auf einer Zeit-Geschichte der Mode, die nicht nur den Begriff des Retro in Frage stellt, sondern auch spannende Auseinandersetzungen mit Methoden und Theorien der Jugend-, Konsum- und Popkulturforschung führt; die Auseinandersetzung mit den Gender Studies bleibt hierbei (leider) äußerst marginal. Dennoch zeigen die dichten Beschreibungen in beeindruckender Weise, dass kulturelles Kapital und historisches Wissen zu ‚Elementarteilchen‘ für Geschlechterperformanzen in der Szene und zu Mechanismen der Inklusion, Distinktion und Exklusion in der Popkultur avancierten.
-
22:52
»
querelles-net
Der Band versammelt Perspektiven unterschiedlicher wissenschaftlicher Disziplinen zur performativen Herstellung von Geschlecht in den Bereichen von Musik, Theater und Medienkultur. Ausgangspunkt und Verbindungsglied der Beiträge ist Judith Butlers Konzept zur Performativität von Geschlecht, das in seiner Relevanz für musikwissenschaftliche Frauen- und Genderforschung diskutiert wird. Im Zentrum steht die Reflexion der musikalischen Aufführung als Aufführung performativer Akte zur Konstruktion von Geschlechteridentitäten. Über die musikwissenschaftliche Perspektive hinaus liefern die verschiedenen Studien anregende und weitreichende Impulse zur Betrachtung künstlerischer Ausdrucksformen im Prozess der soziokulturellen Konstruktion von Geschlecht und Sexualität.
-
22:52
»
querelles-net
Der Untersuchungsgegenstand dieses Sammelbandes ist die vielfältige Inszenierung der kosmetischen Chirurgie und anderer Eingriffe in den Körper als kulturelle Verfahrensweisen zur Herstellung von Subjektidentität. Im Zentrum steht dabei die Ambivalenz solcher Manipulationen zwischen Selbstermächtigung und Selbstunterwerfung aus geschlechtertheoretischer Perspektive. Über die Redundanz der Bezüge auf foucaultsche Perspektiven lässt sich aufgrund der interdisziplinären Quellenvielfalt leicht hinwegsehen.
-
22:52
»
querelles-net
Im vorliegenden Sammelband bemühen sich die Autor/-innen um eine Neubewertung des Werks der mexikanischen Künstlerin Frida Kahlo (1907–1954) im Kontext aktueller theoretischer Debatten und stellen die Frage nach der Verortung der Künstlerin in der zeitgenössischen mexikanischen und europäischen Kunstszene. Unter der Verwendung von theoretischen Ansätzen aus der Erforschung von Intermedialität, Gender, Performanz und Hybridität sowie Inspirationen aus der postkolonialen Theorie analysieren die Autoren/-innen das Zusammenspiel von Leben, Werk und Rezeption der Künstlerin. Das Interesse an der Inszenierung des fragmentierten weiblichen Körpers im Kontext kultureller Hybridität verbindet die einzelnen Aufsätze – was leider im Titel des Bandes nicht ganz deutlich wird.
-
22:52
»
querelles-net
Judith Butler beschäftigt sich in dieser Aufsatzsammlung mit den politischen und rechtlichen Anliegen von Homo- und Transsexuellen. Im Mittelpunkt stehen die Menschenrechte und die gesetzlichen Bestimmungen, durch die homosexuelle Paare bei der Familiengründung benachteiligt werden. Der Bedarf nach einer theoretisch gehaltvollen Kritik und nach praktischen Verbesserungen ist groß. Exemplarisch analysiert Butler den öffentlich verhandelten Fall einer operativen Geschlechtsveränderung, in dem weder die Kritiker/-innen noch die Befürworter/-innen ausreichend darauf eingingen, was sich die betroffene Person wünschte. Ein Schwachpunkt des Bandes liegt im vieldeutigen Gebrauch des Begriffs Gender.
-
22:52
»
querelles-net
Stauffer legt eine hervorragende Studie zu ironischen Inszenierungen geschlechtsspezifischer Topoi vor. Literaturgeschichtlich präzise werden die Geschlechterverwirrungen im Fin de Siècle unter besonderer Berücksichtigung der Werke Annette Kolbs und Franziska zu Reventlows kontextualisiert und mit Hilfe eines eigens entwickelten methodologischen Ansatzes analysiert. Überzeugend kann Stauffer darlegen, dass den Ironisierungen der Femme fragile und der Femme fatale, des Décadents und des Dandy die Funktion zukommt, Geschlecht als Konstruktion zu enthüllen. Avant la lettre werde dadurch Judith Butlers Theorie der subversiven Performativität bestätigt. Für die Beschreibung der damit verbundenen Konstruktionsverfahren hält Stauffer allerdings den Begriff der Ironie für treffender als den von Butler u. a. favorisierten Begriff der Parodie.
-
22:52
»
querelles-net
Körperlichkeit und Geschlechterrollen sind jene Themen, die im öffentlichen Diskurs um Religion, vor allem um die drei monotheistischen Religionen, am meisten kontrovers diskutiert werden. Wie sehr der weibliche Körper in der Auseinandersetzung mit Fragen von Macht und Amt, ‚Reinheit‘ und ‚Unreinheit‘, aber auch für das Gottesbild und das Sprechen über Gott eine Rolle spielt, zeigt der vorgestellte Sammelband. Die Autorinnen sind Angehörige des Judentums, Christentums und Islams und geben zu den genannten Themen ihre Perspektive wieder, gehen aber auch auf die jeweils anderen Blickwinkel ein, so dass sich ein überraschend vielschichtiges Bild ergibt. Das Buch stellt einen hochinteressanten Beitrag zur aktuellen Debatte um Religion, Geschlecht und Gesellschaft dar.
-
22:52
»
querelles-net
In der Auseinandersetzung um geschlechtliche Normierungen spielt die moderne Hirnforschung eine wirkmächtige und inzwischen disziplinenübergreifende Rolle. Nicole Karafyllis und Gotlind Ulshöfer stellen in diesem Sammelband mit Beiträgen aus Neurowissenschaft, Psychologie, Soziologie, Kulturwissenschaft und Philosophie ein multiperspektivisches Diskursfeld zu der Frage vor, ob die Emotionale Intelligenz (EI) als erstrebenswerte Fähigkeit die klassische Kodierung in männliche Rationalität bzw. weibliche Emotionalität dekonstruieren und ein emanzipatorisches Potential entgegen gesellschaftlichen Hierarchisierungen entfalten kann. Viele Aspekte, Verbindungen zwischen den Diskurssträngen und wechselseitige Beeinflussungen, aber auch disziplinäre Eingrenzungen werden sichtbar, die eine kritische Fortführung des hier angestoßenen Dialogs notwendig machen.
-
22:52
»
querelles-net
Der vorliegende Band vereinigt Beiträge von hochkarätigen Gendertheoretiker/-innen zu den Lebenswissenschaften, die je für sich lesenswert und innovativ sind. Die deutschsprachige Gender-Debatte zu den Lebenswissenschaften, bislang eher von kulturhistorischen und sozialwissenschaftlichen Ansätzen geprägt, wird durch den Einbezug von beispielsweise film- oder medientheorethischen Zugängen erweitert. Das angekündigte Anliegen des Buches, Geschlecht als Wissenskategorie im Hinblick auf die Lebenswissenschaften systematisch zu reflektieren, wird jedoch nicht eingelöst. Ebenso führt der Band eine Schwäche der Genderansätze zu den Lebenswissenschaften fort. Sie besteht darin, die Kategorie Behinderung konstant auszublenden.
-
22:52
»
querelles-net
Julia Kristeva widmet sich im zweiten Teil ihrer Trilogie über das weibliche Genie dem Leben und Werk von Melanie Klein, die mit ihren Arbeiten über die früheste Verfasstheit des Psychischen das psychoanalytische Denken für die Psychosen und den Wahn aufschloss und die Rolle des Mütterlichen im psychoanalytischen Diskurs neu definierte. In ihrer Auseinandersetzung mit Klein gelingt Kristeva nicht nur eine ausgesprochen gelungene Einführung in Kleins Denken, sondern auch eine Analyse weiblicher Intellektualität im 20. Jahrhundert. Zudem werden die Schnittstellen im Denken Kleins und Kristevas sichtbar.
-
22:52
»
querelles-net
Im vorliegenden Band werden in autobiografischen Aufzeichnungen von dreizehn Österreicherinnen die Lebenswelten von Alleinerziehenden in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wieder lebendig gemacht. Ergänzt wird jede dieser – teilweise gekürzten – Erzählungen durch einen vorangestellten Regest, im Vorwort werden die einzelnen Geschichten zusammenfassend in die österreichische Sozialgeschichte eingeordnet. Im Anhang finden sich ein Glossar sowie Fotografien aus dem Privatbestand der Autorinnen. In gelungener Weise wird hier populare Autobiografik mit den Mitteln kritischer Quellenedition präsentiert. Der Sammelband ist daher sowohl interessierten Laiinnen und Laien als auch für die wissenschaftliche Arbeit zu empfehlen.
-
22:52
»
querelles-net
Die 2006 erschienene Biographie über Latife Uşşaki, die geschiedene Ehefrau Mustafa Kemal Atatürks, erregte in der Türkei große Aufmerksamkeit. Das hochgelobte Buch rekonstruierte anhand zahlreicher Fakten die Ehe zweier starker Persönlichkeiten, die nach kurzer Zeit zerbrach. Die stark gekürzte deutsche Übersetzung ist sowohl aufgrund diverser formeller als auch inhaltlicher Defizite nur mit großen Einschränkungen zu empfehlen.
-
22:52
»
querelles-net
Rita Pawlowski stellt in diesem Band in alphabethischer Ordnung insgesamt 651 Frauen vor, die Abgeordnete der Volkskammer der DDR waren. Nach einer knappen Einführung zur Wahlhäufigkeit weiblicher Abgeordneter, zum Frauenanteil in der Volkskammer und in den Ausschüssen geben die Biographen im Wesentlichen Auskunft über die soziale Herkunft, die Parteizugehörigkeit, die schulische und berufliche Ausbildung und die Berufstätigkeit der einzelnen Frauen. Ziel dieses Bandes ist die Dokumentation des außergewöhnlichen Engagements von Frauen in der DDR, neben Berufstätigkeit und Familienpflichten politische Einflussmöglichkeiten zu nutzen. Damit wird ein Teilaspekt der Lebensgeschichte dieser Frauen beleuchtet, der – wie die Autorin im Vorfeld einräumt – keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Dieser Hinweis ist wichtig, um dieses lexikalische Nachschlagewerk sinnvoll zu handhaben.
-
22:52
»
querelles-net
In den Akten des päpstlichen Staatsarchivs und der römischen jüdischen Gemeinde finden sich zeitgenössische Zeugnisse für die im päpstlichen Rom vom 16. bis zum 19. Jahrhundert nicht seltene Zwangskonvertierung jüdischer Mädchen und Frauen zum Katholizismus. Eines der wertvollsten Dokumente dieser Konversionspraxis liegt nunmehr in einer kommentierten Neuedition vor: das Tagebuch der 1749 sich erfolgreich der versuchten Zwangskonvertierung widersetzenden 18-jährigen Anna del Monte. In ihrer Einleitung ordnet die Herausgeberin Marina Caffiero dieses außergewöhliche Einzelschicksal in die zeitgleich und parallel laufenden Assimilations- und Emanzipationsprozesse ein, die sich in der mit aufklärerischem Gedankengut ‚infizierten‘ jüdischen Oberschicht Roms im 18. Jahrhundert abzeichneten.
-
22:52
»
querelles-net
Die Idee der Gleichheit bei den beiden Klassikern der politischen Philosophie Hobbes und Rousseau soll vor dem Hintergrund der neueren feministischen Debatten um Gleichheit und Differenz betrachtet werden. Doch die Ausführungen verlaufen stark entlang der bloßen Wiedergabe der Originalliteratur und deren Rezeptionsgeschichte – unter besonderer Berücksichtigung von Lacan. Die vielfältigen und großen Diskussionen in der feministischen Theorie finden dabei viel zu wenig Beachtung.
-
22:52
»
querelles-net
Das vorliegende Buch ermöglicht einen, wenn auch streckenweise langwierigen, so doch umfangreichen Zugang zu postmodernen und feministischen Texten, die sich mit dem Signifikant ‚Subjekt‘ auseinandersetzen. Zentrale theoretische Texte französischer Poststrukturalisten (Lacan, Derrida, Foucault) über Vertreterinnen des „french feminism“ (Cixous, Irigaray, Kristeva) und deutscher Kulturwissenschaftlerinnen (Weigel Großmaß, Schmerl) sowie postfeministischer und postkolonialistischer Autorinnen (Butler, Haraway, Minh-ha) werden vorgestellt und in ihre theoretischen Kontexte eingeordnet.
-
22:52
»
querelles-net
In sehr anregenden Porträts sowohl von heute noch berühmten als auch von völlig vergessenen Übersetzerinnen werden Schlaglichter auf dieses im 18. und 19. Jahrhundert für Frauen oft einzig mögliche literarische Betätigungsfeld geworfen. Für den Zeitraum zwischen 1730 und 1853 – eine nicht mit dem Titel des Buches in Einklang stehende Zeitspanne – wird gezeigt, wie die ausgewählten Autorinnen ihr oft unglaublich intensives Arbeitspensum im Spannungsfeld zwischen Übertragen und eigenem Schreiben, männlich dominierter Kulturpraxis, Anonymität und aufkeimendem Selbstbewusstsein, zwischen ökonomischen Zwängen und einem selbst gewählten bzw. oktroyierten Handeln im Verborgenen erledigten. Die im Buch nicht gestellte, doch durch das Dargebotene ausgelöste Frage geht an die zukünftige Forschung: Sind in der Transfer-Arbeit dieser Fleißigen und in der Regel Verkannten nicht doch auch Spuren einer Alterität zu finden, die sich in die dominante androzentrische Kultur einzuschreiben gewusst hat und Zeugnis von einem geschlechterspezifischen fruchtbaren Kulturtransfer ablegt?
-
22:52
»
querelles-net
Der Sammelband leistet eine Bestandsaufnahme feministischer Science-Fiction-Literatur der letzten zwei Jahrzehnte. Die besondere Aufmerksamkeit liegt auf Romanen, die neue Geschlechterkonstruktionen und veränderte Geschlechterverhältnisse zum Thema haben. Die Analysen bereichern den deutschsprachigen Diskurs, versäumen es aber zum Teil, sich auf den angelsächsischen Stand der Forschung zu beziehen. Hervorzuheben sind eine sehr detaillierte Zusammenfassung zum Stand der Diskussion über feministische Science Fiction von Nina Köllhofer, ein origineller Beitrag von Dagmar Fink zu queeren Femmes im Allgemeinen und in der Science Fiction im Speziellen sowie Ausführungen von Jutta Weber zum ‚emotional turn‘ in der Technoscience der Robotik.
-
22:52
»
querelles-net
Ambivalenzen sind der rote Faden dieses Zeitschriftenbandes – Ambivalenzen des Sehens und Interpretierens historischer Quellen, Ambivalenzen im Umgang mit Wissen und seiner Verbreitung, Ambivalenzen von Erfolgen und Verhinderungen in der wissenschaftlichen Karriere. Der Blick von Historikerinnen und Soziologinnen auf die Agrargeschichte und die Geschichte der Agrarwissenschaften führt im vorliegenden Band zu einer Reihe von überraschenden Fragestellungen und Sichtweisen. Unter Berücksichtigung der Geschlechterperspektive werden dabei aufschlussreiche Einsichten in die Geschichte der Konstitution von Wissen eröffnet.
-
22:52
»
querelles-net
Nachdem der Mythos des unerbittlich arbeitenden Wissenschaftlers, der sich mit Haut und Haar ‚seiner‘ Forschung verschrieben hat, langsam zu bröckeln beginnt, stellt sich aus der Genderperspektive die Frage nach der Bedeutung der Arbeitskultur für die fortbestehende Unterrepräsentanz von Frauen in der Wissenschaft, besonders in leitenden Positionen. Gleichzeitig trägt die allmähliche ‚Entdeckung‘ des Privaten für Männer, die nun auch Väter und Lebenspartner sein sollen (können), zur Entmythologisierung bei. Der vorliegende Sammelband widmet sich dem Balance-Akt zwischen Arbeits- und Privatleben, den Frauen und Männer zu leisten haben. Auf Grundlage zahlreicher empirischer Untersuchungen wird ein umfassendes und erkenntnisreiches Panorama über die Verquickungen individueller und struktureller Anforderungen an berufstätige Akademikerinnen und Akademiker vorgelegt.
-
22:52
»
querelles-net
Der Sammelband belegt einmal mehr, dass Fürsorgeleistungen für Kinder und Ältere überwiegend von Frauen übernommen werden. Diese können und wollen die unbezahlte und oft unsichtbare Arbeit aber nicht mehr leisten – auch eine Frage der Gerechtigkeit. Die Autor/-innen plädieren für eine politische Debatte, um diesen Missstand aufzuheben. Wie wollen wir im Alter leben, was sind uns Unterstützung und Pflege wert? Die Fragen gehen uns alle an und verlangen eine gesamtgesellschaftliche Lösung. Da in Zukunft mehr alte Menschen auf Unterstützung angewiesen sein werden, muss die Fürsorge dringend neu organisiert werden.
-
22:52
»
querelles-net
„Frauen an die Macht“ – diese schon vor Jahrzehnten erhobene Forderung ist heute immer noch aktuell. Die politische Partizipation von Frauen hat sich zwar deutlich verbessert, aber in Führungspositionen sind sie immer noch selten anzutreffen. Das anschauliche Handbuch führt für alle Erdteile detailliert aus, unter welchen sozioökonomischen, institutionellen und kulturellen Einflussfaktoren Frauen zu Staats- und/oder Regierungschefinnen werden. Zahlreiche Einzelbiographien beleuchten die persönlichen Hintergründe.
-
22:52
»
querelles-net
Im Zentrum des Buches steht die Frage der Relevanz wohlfahrtsstaatlicher Regulierungen für die geschlechtliche Verteilung familiärer Sorgearbeit. Konzeptionell verbindet die Autorin Ansätze aus der geschlechtssensiblen international vergleichenden Wohlfahrtsstaatsforschung mit Ansätzen zu Genderregimen. Empirisch untersucht sie fundiert in einer Quer- und Längsschnittstudie die Entwicklungen in Schweden, Frankreich und Deutschland in den letzten 50 Jahren in den Feldern der Politikentwicklung, der geschlechtlichen Verteilung privater Sorgearbeit und der geschlechterkulturellen Entwicklungen, insbesondere der Rolle von Vätern. Neben dem innovativen Ansatz liefert das Buch einen fundierten empirischen Überblick über die Veränderungsprozesse in den drei Vergleichsländern und liefert damit einen wertvollen Beitrag zur politischen Diskussion und zur wissenschaftlichen Weiterentwicklung.
-
22:52
»
querelles-net
Jürgen Martschukats und Olaf Stieglitz’ Buch gewährt einen Einblick in die bisherigen Forschungsarbeiten zu dem Thema Männlichkeiten. Das Buch – erschienen in der Reihe Historische Einführungen des Campus Verlages – ist konzipiert als ein leicht verständlicher Einstieg in die Thematik. Die Darstellung konzentriert sich einerseits auf eine Reproduktion theoretischer Zugänge zur Männlichkeit und andererseits auf einen historischen Überblick über verschiedene Forschungsarbeiten zu den bedeutenden Themenfeldern Vaterschaft, männliche Sozialitäten und männliche Sexualität.
-
22:52
»
querelles-net
Nach fast 40 Jahren Frauen- und Geschlechtergeschichte untersuchen renommierte Historiker und Historikerinnen aus Deutschland und den Vereinigten Staaten, inwieweit ‚Geschlecht‘ als Gegenstand und Analysekategorie in die Geschichtswissenschaft Eingang gefunden hat. Anhand von Schlüsselthemen zur neueren deutschen Geschichte beleuchten sie Einfluss sowie Grenzen der historischen Frauen- und Geschlechterforschung. Der Band demonstriert, dass die systematische Einbeziehung der Kategorie ‚Geschlecht‘ zu weitreichenden Neuinterpretationen in der Historiographie zur deutschen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts geführt hat.
-
22:52
»
querelles-net
Die seriöse Repräsentation von Staat und Unternehmen ist untrennbar verbunden mit dem Herrenanzug und seinem weiblichen Pendant, dem Hosenanzug. Auch das Kostüm, die Kombination aus Jackett und Rock, ist an den Herrenanzug angelehnt und war den damaligen Kleidungskonventionen entsprechend eher da als der weibliche Hosenanzug. Dieser Beitrag befasst sich mit der heutigen Bedeutung des Rockes für formal-repräsentative Anlässe und seinen halbformellen Weiterentwicklungen. Der Rock wird in urbaner Alltagskleidung zunehmend ersetzt durch eine Kleidung-Körper-Formation aus enger Hose und Frauenbein. Die Anpassung des Outfits an das urbane Mobilitätsverhalten und die Codierung des Kostüms als weiblich verdrängen ihn zunehmend aus der (halb-)formellen Alltagskleidung.
-
22:52
»
querelles-net
Gudrun Schäfer zeigt an Beispielen aus der aktuellen Zeitschriftenwerbung und aus Karriereratgebern sowie anhand von zwei aktuellen Musikvideoclips, dass der Herrenanzug – selbst da, wo er als problematisches Symbol für Konventionalität fungiert, – nach wie vor als Referenzpunkt für ‚unangreifbare‘, universale professionelle Bekleidung gelten kann. Vor allem als Dresscode für Bewerbungsgespräche wird der Herrenanzug bzw. das Kostüm oder der Hosenanzug als weibliches Pendant als ein „Rettungsanker“ in einem Meer von Unsicherheiten angesehen. Seine Funktion als Symbol männlicher Souveränität und Universalität wird jedoch zunehmend in Frage gestellt, und der universale Geltungsanspruch des Herrenanzugs erodiert: Konventionelle ‚Banker- und Managerkleidung‘ wird abgelehnt, da die Berufstände durch die aktuelle Wirtschafts- und Finanzkrise stark in Misskredit geraten sind. In IT-Berufen geht der Trend zu deutlich informellerer Kleidung. Der höhere Anteil an Mitarbeiterinnen führt in einigen Unternehmen dazu, dass variierte – wenn auch adaptierte – Dresscodes gelten. Nicht zuletzt ist ein Trend zur stärkeren Körperbetonung und damit Individualisierung der Anzugmode zu verzeichnen, der mit der zunehmenden Pflicht zur zur ‚Körperarbeit‘ und Körperdarstellung auch bei Männern zusammenhängt.