33607 Artikel (32712 ungelesen) in 81 Feeds
Gender
(32712 ungelesen)
(45 ungelesen)
Karfreitag: In Berlin findet mitten in Kreuzberg, am Kottbusser Tor, eine Soli-Veranstaltung für den Transgenialen CSD statt. Die Hauptstadt ist so dekadent und leistet sich zwei CSD’s. Die übliche Parade gleicht mittlerweile eher einer Zirkusveranstaltung, bei der gern einmal vergessen wird, dass es beim Christopher Street Day nicht nur um’s Feiern geht. Vor einigen Jahren entstand als eine Art Gegenbewegung der Transgeniale CSD, um den Fokus wieder auf politische Forderungen zu lenken. Ausnahmsweise bin ich Gästin bei der Veranstaltung und stehe nicht selbst auf der Bühne. Ich habe einen Entschluss gefasst, während ich mir mein rotes Haar onduliert habe: Ich will knutschen!
Doch immer, wenn ich den Wunsch verspüre, Zungenakrobatik zu betreiben, stehe ich am Ende des Abends frustriert in einer Ecke und werfe allen, die ihre innige Zweisamkeit performen, einen hasserfüllten Blick zu.
Dieses Mal stehe ich in der Menge auf der eigentlichen Tanzfläche und verfolge neugierig, aber doch auch gelangweilt, den Anfang der Show. Neben mir steht Tim, ein Transmann, den ich schon seit Ewigkeiten vom immer mal wieder Sehen kenne. Einmal haben wir uns zufällig in der U-Bahn getroffen und sehr nett unterhalten. Ich hatte ihn schon in der Schlange zur Kasse entdeckt: „Hey, Hallo! Wie geht’s?! Du hast ja gar nicht Hallo gesagt!“ „In letzter Zeit hatte ich immer das Gefühl, du ignorierst mich. Immer wenn ich dich gesehen habe, wollte ich dich grüßen, doch von dir kam nichts. Da hab ich mir irgendwann gedacht, ich lass’ es bleiben.“, antwortet Tim.
Ich bin verblüfft. Mir wird klar, dass ich manchmal dazu neige, Vieles um mich herum bewusst auszublenden. Wenn ich in Berlin unterwegs bin, kenne ich Hinz und Kunz und in den Momenten, in denen ich lieber bei mir bleiben will, setze ich unbewusst einen Filter ein. „Oh, was, wirklich?!“, reagiere ich auf seine Antwort. „Das ist definitiv nie so gewollt. Ich freue mich jedes mal, dich wieder zu sehen. Also sag einfach Hallo.“ Dabei streiche ich ihm über den Rücken, um meine Aussage zu bestärken, bemerke aber, dass dieses mal etwas anders ist. Er lächelt zustimmend und zieht dabei seine Jacke aus.
Irgendwie packt es mich. Es liegt etwas Neues in der Luft. Ich fühle mich von Tim unglaublich angezogen. So ging es mir vorher nie. Ich fand ihn immer ganz sweet, mehr aber nicht. Ich kann dem Impuls nicht wiederstehen: „Ich würde dir gerne etwas sagen, aber ich weiß nicht, ob ich das darf. Ach was soll’s, klar darf ich: du wirst immer männlicher.“ Mit solchen Aussagen muss man extrem vorsichtig sein, denn gerade in der Berliner Szene kann es leicht passieren, dass man jemanden in seiner Geschlechtsidentität verletzt und gewisse Grenzen überschreitet. Doch ich ignoriere diese Überlegung einfach. Denn schließlich bin ich ja auch trans*. „Klar darfst du das sagen. Und es ist ja schließlich ein Kompliment. Danke.“, reagiert Tim geschmeichelt.
Wir sehen uns gemeinsam die Show an, bis er seine Jacke endlich zur Garderobe bringt. Ich will uns Getränke besorgen, aber irgendwie verpassen wir uns. Er geht zurück zur Tanzfläche und ich quatsche mit irgendwem. Doch diese Anziehung lässt einfach nicht nach. Wir schawänzeln umeinander herum, unterhalten uns ein wenig. Ich zeige mein Interesse, um ihn dazu zu bewegen, einen Schritt weiter zu gehen. Der Herr ziert sich allerdings. Ich muss an die Worte meiner Flirtlehrerin denken: sei nicht zu direkt und lass ihn den ersten Schritt machen. Männer wollen jagen. Doch ich überwerfe dieses Prinzip kurzer Hand, denn Tim und ich sind beide trans*. Als Transperson ist man nahezu sein ganzes Leben damit beschäftigt, heraus zu finden, wer man eigentlich ist. Man hat keine Zeit und keinen Nerv, die kleinen Spielregeln zwischen Mann und Frau zu erlernen. Ich sollte allerdings eines Besseren belehrt werden.
Der Vorsatz zu knutschen, wird immer präsenter in meinem Hinterkopf. Aber wenn ich verunsichert bin, habe ich die unangenehme Angewohnheit, meine Freunde zu belästigen. Ich kann nicht einmal ansatzweise einschätzen, welche Richtung das Interesse an meiner Person einschlagen kann. Unterhält er sich den ganzen Abend mit mir, weil er auf mich steht!? Oder einfach nur, weil wir uns kennen?! Darf ich ihn einfach küssen? Aber wie? Sag ich ihm, ich will ihn küssen? Ich bin total gehemmt. Meine Freunde sagen: „Tu es einfach!“ Ich muss jedoch wieder an die Worte meiner Flirtlehrerin denken.
Tim steht an der Kasse und ich geselle mich dazu. Ich flirte, was das Zeug hält. Ich rücke näher. Streiche wieder über seinen Rücken. Diesmal länger und intensiver. Es beginnt zu knistern. Ich spüre, dass sich die Anziehung verstärkt. Es liegt tatsächlich was in der Luft. Doch Tim küsst mich einfach nicht und ich trau mich noch immer nicht.
Einige Gläser Sekt später stehen wir wieder nebeneinander auf der Tanzfläche. Mir reicht’s. Ich zieh’ ihn an mich ran und wir küssen uns. Päng! Passt wie die Faust auf’s Auge. Gefühlte drei Stunden lassen wir nicht voneinander. Ich könnte ihn verschlingen. Wir tanzen und albern rum. Ich sage ihm irgendwann, dass ich froh bin, dass ich mich getraut habe. Er sagt, er hätte es sich nie getraut. Wie süß. Dafür gibt’s gleich noch’n Kuss. Der Sekt und die Küsse verschmelzen zu einem angenehmen Rausch. Nicht nur unsere Lippen sind miteinander verschmolzen, auch unsere Körper kommen sich immer näher. Ich werde übermütig und frage ihn, während ich am Bund seiner Boxershorts herum spiele: „Was passiert eigentlich, wenn man einem Transmann in den Schritt greift?“ Großer Fehler, wie sich später noch zeigen wird! „Was passiert denn, wenn ich dir in den Schritt greife?!“, kontert Tim. Wir lachen beide und knutschen weiter.
Irgendwann landen wir an der Bar. Tim verschwindet auf der Toilette und ein offensichtlich schwuler Gast sagt zu mir: „Euch beide hier heute rumknutschen zu sehen, rettet meinen Abend.“ Warum, weiß ich bis heute nicht. Wahrscheinlich, weil wir irgendwie alle Erwartungen und Geschlechtergrenzen gerade so richtig durcheinander würfeln. Tim ist wieder da. Ich frage ihn, was er am nächsten Tag vor hat. „Ich muss morgen früh noch was erledigen, aber so gegen zwei könnte ich dich abholen“, antwortet er. „Gerne. Wir können gerne einen Kaffee trinken.“, entgegne ich. „Ach so, du willst Kaffee trinken?! Was hast du denn gegen Sex?!“ platzt Tim mit einem ironischen Unterton heraus. Ich bin baff. Ich war so naiv zu denken, dass ein Transmann irgendwie anders ist, als andere Männer. Einfühlsamer und nicht auf typische Spielchen konditioniert. „Wir kennen uns seit 6 Jahren und knutschen heute zum ersten Mal miteinander rum. Du wirst doch wohl nicht denken, dass ich mit dir morgen ins Bett gehe!“, weise ich ihn in die Schranken. Er dreht sich um und verschwindet in die tanzende Masse. Irgendwer labert mich an. Ich bin verblüfft. Werfe noch einen kurzen Blick auf die Tanzfläche. Kein Tim. Ich beschließe, zu gehen. Sammle meine Freunde ein… und gehe.
Männer sind Männer. Ich will nicht darüber nachdenken, ob es eventuell am Testosteron liegt oder einfach daran, dass Tim ein süßer, verpeilter Chaot ist. Wenn man jemandem das Angebot macht, in seinen Schritt zu greifen, muss man sich nicht wundern, wenn es ihm egal ist, ob mich Meeresrauschen beruhigt, ob ich dahinschmelze, wenn Billie Holiday ihre Stimme erhebt, ob ich meine Haare rot färbe, weil ich denke, es macht mich geheimnisvoller….etc.
Ich hab Tim am Osterwochenende zufällig noch einmal getroffen. Wir haben uns nicht geküsst. Doch wenn ich wieder in Berlin bin …
Liebe Freundinnen und Freunde,
wir würden uns freuen, Euch/Sie am kommenden Samstag, dem 12. Mai 2012, um 20.00 Uhr im Werkbundarchiv Berlin, Museum der Dinge, in der Kreuzberger Oranienstraße 25 begrüßen zu können.
Anlässlich des diesjährigen 115. Geburtstages der Wiener Architektin und antifaschistischen Widerstandskämpferin MARGARETE SCHÜTTE-LIOHOTZKY (1897–2000) bringt Günter Höhne sein zu ihrem
100. Geburtstag bei Radio Brandenburg gesendetes biografisches Rundfunkfeature Man wird einer Frau nicht den Auftrag geben, ein Haus zu bauen zu Gehör, begleitet von Fotoaufnahmen, die der Autor während seiner Begegnungen mit “Schü-Li” in Weimar 1986 sowie in Wien 1987 und 1996 machte.
In direkter Nachbarschaft zum Veranstaltungsraum ist zudem ein Original-Exemplar der legendären “Frankfurter Küchen” zu sehen und zu begehen, die von der Architektin in den 1920er Jahren für das soziale Wohnungsbauprogramm Das Neue Frankfurt entworfen wurde.
Die Veranstaltung findet im Rahmen der “14. Langen Buchnacht in der Oranienstraße” statt, aber Achtung: bereits um 19.00 Uhr geht ihr im Museum der Dinge die Buchpremiere von Renate Flagmeiers
Die Frankfurter Küche. Eine museale Gebrauchsanweisung vorweg. Sollte man nicht verpassen!
Bis 23 Uhr besteht die Möglichkeit zur Besichtigung des Museums.
Also herzlich willkommen, es freuen sich auf Euch/Sie
Claudia und Günter Höhne
Ähnliche Beiträge
MOVIEMENTO-KINO, 29. Mai 2012, 19.00
nach der Projektion Diskussion mit der Regisseurin Karin Berger
ceija stojka - porträt einer romní
R: Karin Berger, A 1999, 85 min, 35 mm, OmeU
unter den brettern hellgrünes gras
R: Karin Berger, A 2005, 52 min
Ceija Stojka ist Malerin, Autorin und Sängerin. Karin Bergers Filme über sie ergänzen
einander als Porträt einer Frau, das viele Facetten ihrer Persönlichkeit zum Ausdruck bringt
und gleichzeitig eine Biographie rekonstruiert, die zahlreiche kollektive Erfahrungen der
Roma und Sinti in sich birgt. Die Basis der filmischen Erzählung liegt in der Gegenwart.
Durch Rückblenden in Form von historischem Film- und Fotomaterial, Begegnungen mit
Orten des Erinnerns und durch Ceija Stojkas Malereien ist die Vergangenheit stets mit
dem gegenwärtigen Leben verwoben. Als eine der wenigen ihrer großen Familie hat
Ceija Stojka die Konzentrationslager der Nationalsozialisten überlebt, u.a.
Auschwitz-Birkenau, Ravensbrück und Bergen-Belsen. Neben dem Erinnern an die Verfolgung im
Nationalsozialismus erzählen die Filme auch von einer Kindheit als Reisende, von ihrem
Leben als junge Frau in den 50er-Jahren und von einer Holocaust-Überlebenden, die
trotz der erlebten Traumata ihre Würde und ihre Lust am Leben behalten hat.
“Die Angst ist immer in uns. Es gelang mir nie, das zu vergessen. Nie. Und solange ich
leben werde, werde ich daran denken, was sie mit uns gemacht haben, der Hitler und
seine Leute.” Ceija Stojka
bitte frühzeitig Tickets buchen:
MOVIEMENTO-KINO am Kottbusser Damm 22
Berlin-Kreuzberg
(ph: 692 47 85)
www.moviemento.de
www.karinberger.at
Ähnliche Beiträge
Stellenausschreibung
Behörde: Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen
Bezeichnung: Beschäftigte/r mit Dienstvertrag, Entgelt in Höhe der Dienstbezüge nach BesGr. B 5
Die Übertragung der Aufgabe erfolgt gemäß § 5 Abs. 1 des Partizipations- und Integrationsgesetzes (PartIntG) befristet für 5 Jahre. Darüber hinaus stellt die Funktion eine Führungsaufgabe mit Ergebnisverantwortung gemäß § 5 Abs. 3 Verwaltungsreform-Grundsätze-Gesetz (VGG) dar.
Teilzeitbeschäftigung ist bei individueller Arbeitszeitgestaltung unter Berücksichtigung dienstlicher Belange möglich
Besetzbar: 01.07.2012
Kennzahl: 8/12
Arbeitsgebiet: Beauftragte/r des Senats von Berlin für Integration und Migration und zugleich Leiter/in der Abteilung III der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen.
1. Die Aufgabenstellung ergibt sich maßgeblich aus den Bestimmungen des Gesetzes zur Regelung von Partizipation und Integration in Berlin und gestaltet sich als eine verwaltungsübergreifende und gesellschaftspolitisch bedeutsame Querschnittsfunktion mit Signalwirkung über die Berliner Landesverwaltung hinaus.
Aufgabenschwerpunkte sind die Bearbeitung von Grundsatzfragen sowie die Durchführung und Koordinierung ressortübergreifender Maßnahmen der Integrations- und Migrationspolitik insbesondere zur Umsetzung des Partizipations- und Migrationsgesetzes, des Berliner Integrationskonzeptes und der interkulturellen Öffnung unter Verwendung des Berliner Integrationsmonitors.
Hierzu sind Konzepte, Strategien und Maßnahmen zu initiieren und koordinieren
den verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen und der Förderung des interreligiösen Diskurses, so z.B. durch die Begleitung des Islamforums Berlin
Angelegenheiten von Flüchtlingen, Asylbewerberinnen/Asylbewerbern und Zugewanderten
Förderung und Unterstützung von im Politikfeld tätigen freien Trägern, Institutionen, Netzwerken und Selbstorganisationen
Mitgliedschaft im Landesbeirat
Ansprechpartnerin oder Ansprechpartner für Menschen mit Migrationshintergrund
Leitung der Beratungsstelle für Migrantinnen und Migranten
Berichterstattungen und Abstimmungsverfahren betr. Senat, Abgeordnetenhaus, Bundesrat und Deutschem Städtetag oder den Eurocities u.a.m.
Öffentlichkeitsarbeit
2.Die Aufgabenstellung umfasst maßgeblich auch Führungsverantwortung für ca. 24 dauerhaft unterstellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie ggfs. weitere befristet eingesetzte Dienstkräfte und die finanzielle Verantwortung als Beauftragte/r für den Haushalt des Haushaltskapitels 0910
Gesucht wird hierfür eine überdurchschnittlich engagierte und qualifizierte Führungspersönlichkeit, die Entscheidungs- und Problemlösungstechniken beherrscht und bereit und in der Lage ist, auch in Kontroversen sachlich und objektiv ihren/seinen Standpunkt zu vertreten und durchzuhalten und folgende Anforderungen erfüllt :
Anforderungen: Formale Voraussetzungen:
Ein vorzugsweise mit Prädikat abgeschlossenes wissenschaftliches Hochschulstudium (bevorzugt der Fachrichtungen Sozial-, Verwaltungs- oder politischen Wissenschaften bzw. der Rechts- oder Wirtschaftswissenschaften) ist zwingend.
Darüber hinaus sind langjährige berufliche Erfahrungen in einschlägigen Tätigkeiten sowie Führungs- und Leitungserfahrungen erforderlich.
Fachliche Kompetenzen:
Unabdingbar sind fundierte und vertiefte Kenntnisse der Integrations- und Migrationspolitik sowie der relevanten Rechtsgrundlagen und Vorschriften auf EU-, Bundes- und Landesebene, die zu einer innovativen Politikberatung der Ressortleitung befähigen. Darüber hinaus sind Kenntnisse und Erfahrungen über geeignete Maßnahmen zur Antidiskriminierung und Gewaltprävention sowie zur Bekämpfung von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus unabdingbar. Eine ausgeprägte interkulturelle Kompetenz mit einem hohen Maß an Toleranz und Einfühlungsvermögen für und in die Belange, Wünsche und Probleme der Einwohner Berlins mit Migrationshintergrund ist ebenfalls unabdingbar.
Sehr wichtig sind Managementgrundlagen der Führung: Kenntnisse im Gesundheits- und Personalmanagement (z. B. Organisations-, Change-, Qualitäts-, Projektmanagement) und entsprechende Rechtsgrundlagen wie Tarif- und Dienstrecht (TV-L, BeamtStG, LBG sowie AGG, LGG,
PersVG, SGB IX); Erfahrungen im Umgang mit politischen Institutionen, Gremien, freien Trägern und Verbänden sind ebenfalls sehr wichtig.
Wichtig sind Kenntnisse über die gesetzlichen Regelungen und Vorschriften zur Berliner Verwaltungsreform, insbesondere über die Ziele und Inhalte des Verwaltungsreform-Grundsätze-Gesetzes (VGG), Kenntnisse im Flüchtlings-, Asylbewerber- und Zuwanderungswesen sowie Kenntnisse betriebs- und volkswirtschaftlicher Zusammenhänge.
Erforderlich sind IT-Kenntnisse zur Bürokommunikation und Praxiserfahrungen mit Microsoft-Produkten wie MS-Office, insbes. MS-Word u. MS-Outlook, Erfahrungen in der Erarbeitung und Steuerung eines Haushaltskapitels.
Außerfachliche Kompetenzen:
Unabdingbar sind Belastbarkeit, Leistungsfähigkeit, Selbständigkeit, Konfliktfähigkeit, soziales Verständnis (Diversity-Kompetenz) sowie
Erfahrungen in der Mitarbeiterführung.
Sehr wichtig sind Organisationsfähigkeit, Entscheidungsfähigkeit, Kritikfähigkeit, Verhandlungs- und Argumentationsgeschick, Kommunikationsfähigkeit, Teamfähigkeit, Kooperationsfähigkeit, Genderkompetenz, Dienstleistungsorientierung sowie Delegations- und Motivationsfähigkeit.
Wichtig sind darüber hinaus die Fähigkeit zu wirtschaftlichem Handeln, Kenntnisse und Erfahrungen in Präsentations- und Moderations-techniken.
Nähere Informationen können dem Anforderungsprofil entnommen werden, dass bei Frau Flügel – Z C 16 – [email protected] / Tel. (030) 90282618 angefordert werden kann. Bei Bewerbern/-innen, die bereits im öffentlichen Dienst tätig sind, bin ich gehalten, im Rahmen des Auswahlverfahrens auch eine aktuelle dienstliche Beurteilung (nicht älter als ein Jahr) oder ein Zwischenzeugnis oder Zeugnis zu berücksichtigen. Sollte dies nicht vorliegen, bitte ich die Erstellung einzuleiten.
Die Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen ist bemüht, die Chancengleichheit zwischen Männern und Frauen herzustellen. Ich möchte deshalb die Frauen, die die Voraussetzungen der Stellenausschreibung erfüllen, ermuntern, sich zu bewerben.
Ebenso strebt der Senat die Erhöhung des Migrantenanteils in der Berliner Verwaltung an. Ich bin daher an Bewerbungen von Personen mit Migrationshintergrund besonders interessiert.
Behinderte Menschen werden bei gleicher Eignung bevorzugt berücksichtigt. Bitte weisen Sie auf eine Behinderung ggfs. bereits in der Bewerbung hin. Bewerbungen - sowie ggf. die Einverständniserklärung zur Personalakteneinsicht - sind bis zum 13.05.2012 unter Angabe der Kennzahl 8/12 an die Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen – AL Z -, Oranienstraße 106, 10969 Berlin zu richten.
Aus Gründen der Portoersparnis werde ich sämtliche Unterlagen über den Dienstpostenaustausch versenden. Ich bitte daher um Angabe Ihres Bearbeiterzeichens. Ansonsten können aus Kostengründen Bewerbungsunterlagen nur zurückgesandt werden, wenn ein ausreichend frankierter Rückumschlag beigefügt ist.
Dilek Kolat
Ähnliche Beiträge
Auch wenn das Ganze noch ausbaufähig wäre: in Argentinien scheinen ein paar Leute begriffen haben, wie unnötig dieser ganze Mann-Frau-Geschlechterzirkus meist ist. Daher sollen künftig alle ihr eigenes Geschlecht bestimmen können!
In Argentinien darf künftig jede und jeder selbst das eigene Geschlecht bestimmen – ganz ohne Hormonbehandlung oder Chirurgie. Es ist ein weltweit einmaliges Gesetz.
Am Mittwochabend votierte der Senat mit 55 Stimmen dafür, 17 SenatorInnen enthielten sich, Gegenstimmen gab es keine. Da das Abgeordnetenhaus bereits vergangenen November zugestimmt hatte, brandete vor dem Kongress der Jubel auf.
Zwar ließe sich anmerken, daß die Bezeichnung an sich irrelevant ist und somit unnötig, aber immerhin würden in Argentinien Gendergrenzen in einem Maß gesprengt, wie es hier kaum vorstellbar ist.
Denn während in Deutschland die Behörden schon den Untergang des Abendlandes prophezeien, wenn ein Kind lieber Mädel statt Kerl sein will, soll es dort noch ganz andere Möglichkeiten geben:
Minderjährigen garantiert das Gesetz ebenfalls die freie Geschlechterwahl. Sollten Eltern oder andere Erziehungsberechtigten die notwendige Zustimmung verweigern, kann die minderjährige Person einen sogenannten Kinderanwalt anrufen. Zudem wurden die öffentlichen und privaten Krankenversicherungen zur Kostenübernahme von geschlechtsverändernden Behandlungen und Eingriffen verpflichtet. Damit werden auch hier jahrelange Wartezeiten und bisher notwendige richterliche Genehmigungen abgeschafft.
Inwieweit dieses Gesetz in der Praxis dann für einzelne funktioniert, wird sich zeigen.
Dennoch: davon könnte man sich hierzulande eine dicke fette Scheibe abschneiden. Sieht man auch ganz gut an den Kommentaren zum taz-Artikel - es gibt noch massig zu tun!
Auch wenn das Ganze noch ausbaufähig wäre: in Argentinien scheinen ein paar Leute begriffen haben, wie unnötig dieser ganze Mann-Frau-Geschlechterzirkus meist ist. Daher sollen künftig alle ihr eigenes Geschlecht bestimmen können!
In Argentinien darf künftig jede und jeder selbst das eigene Geschlecht bestimmen – ganz ohne Hormonbehandlung oder Chirurgie. Es ist ein weltweit einmaliges Gesetz.
Am Mittwochabend votierte der Senat mit 55 Stimmen dafür, 17 SenatorInnen enthielten sich, Gegenstimmen gab es keine. Da das Abgeordnetenhaus bereits vergangenen November zugestimmt hatte, brandete vor dem Kongress der Jubel auf.
Zwar ließe sich anmerken, daß die Bezeichnung an sich irrelevant ist und somit unnötig, aber immerhin würden in Argentinien Gendergrenzen in einem Maß gesprengt, wie es hier kaum vorstellbar ist.
Denn während in Deutschland die Behörden schon den Untergang des Abendlandes prophezeien, wenn ein Kind lieber Mädel statt Kerl sein will, soll es dort noch ganz andere Möglichkeiten geben:
Minderjährigen garantiert das Gesetz ebenfalls die freie Geschlechterwahl. Sollten Eltern oder andere Erziehungsberechtigten die notwendige Zustimmung verweigern, kann die minderjährige Person einen sogenannten Kinderanwalt anrufen. Zudem wurden die öffentlichen und privaten Krankenversicherungen zur Kostenübernahme von geschlechtsverändernden Behandlungen und Eingriffen verpflichtet. Damit werden auch hier jahrelange Wartezeiten und bisher notwendige richterliche Genehmigungen abgeschafft.
Inwieweit dieses Gesetz in der Praxis dann für einzelne funktioniert, wird sich zeigen.
Dennoch: davon könnte man sich hierzulande eine dicke fette Scheibe abschneiden. Sieht man auch ganz gut an den Kommentaren zum taz-Artikel - es gibt noch massig zu tun!
Die Regenbogenfahne ist ein weltweites Zeichen gegen staatliche und gesellschaftliche Diskriminierung von Lesben und Schwulen. Mit ihrem Hissen wird ein eindeutiges Zeichen für Toleranz, Akzeptanz und Offenheit gesetzt. Doch die Oberbürgermeisterin der Stadt Dresden lehnt erneut dieses deutliche Zeichen ab. So wird die Stadt zum Symbol homophober Peinlichkeiten!
Anlässlich der erneuten Weigerung der CDU-Oberbürgermeisterin von Dresden, Helma Orosz (CDU), zum dortigen CSD die Regenbogenfahne vor dem Rathaus zu hissen, erklären der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Lesben und Schwulen in der SPD (Schwusos), Ansgar Dittmar und der stellvertretende Bundesvorsitzende und Landesvorsitzende der Schwusos Sachsen, Georg Teichert:
Dresden ist offenbar nicht nur die Landeshauptstadt Sachsens, sondern auch Bundeshauptstadt homophober Peinlichkeiten. Wenn auf der ganzen Welt mit CSD-Veranstaltungen der Gewalt gegen Lesben und Schwulen gedacht wird und gegen staatliche und gesellschaftliche Diskriminierung protestiert wird, zeigt sich Dresden von seiner konservativ verklemmtesten Art.
Die Verantwortlichen in Dresden haben nicht verstanden, worum es bei CSD-Veranstaltungen geht, wenn sie von „örtliche, nichtpolitische Veranstaltung“ sprechen. Sie haben nicht verstanden, was die Regenbogenfahne für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender symbolisiert. Diese Fahne ist ein Zeichen für Toleranz und Weltoffenheit, das weit über die Community hinaus ein gesellschaftliches Statement darstellt.
Wir verlangen von einer Stadt, die europäische Metropole sein will, dass sie offensiv gegen Diskriminierung und für mehr Respekt und Akzeptanz von Lesben und Schwulen eintritt. Die CDU-Verantwortlichen sollten das Motto der Schwusos für die diesjährige Saison beherzigen: „Traut Euch…“, setzt ein Zeichen und hisst endlich die Regenbogenflagge!
Inhaltsquelle: (c) Georg Teichert, Schwusos Sachsen
Ähnliche Beiträge:
Dresden verweigert die Regenbogenfahne zum CSD ist ein Artikel des Blogs • homonauten •. Einige Rechte vorbehalten!
Vollkommen unzureichend! B90/DieGrünen greifen die Stellungnahme „Intersexualität“ des deutschen Ethikrates nun auf und wollen, dass die medizinischen Behandlungen quasi ‚ein wenig hübscher‘ werden. Die grundlegenden Kritiken der Intersex-Verbände nehmen sie nicht auf. Die Verbände kritisieren, dass Intersex pathologisiert und medizinisiert wird und fordern ein vollständiges Ende der medizinischen Interventionen, die aktuell im Säuglings- und frühen Kindesalter stattfinden. — Liebe B90/DieGrünen bitte schaut einfach kurz auf die Stellungnahme des Deutschen Ethikrates und die Kritiken der Intersex-Verbände - die Stellungnahme erweist sich als parteiisch und keineswegs ethisch (im Sinne von umfassend informiert und reflektiert).
Unzureichend! Die Erklärung von Bündnis 90 / Die Grünen: hier.
Stellungnahme der Internationalen Vereinigung Intergeschlechtlicher Menschen: hier.
Ein Beitrag von Zwischengeschlecht.info zu einer vorherigen Rede von Monika Lazar im Deutschen Bundestag: hier.
Eine kurze wissenschaftliche Einordnung - schlicht zu den Auslassungen neurerer Erkenntnisse - der Stellungnahme des Deutschen Ethikrates: hier.
Morgen gibt’s ab 14:00h am Ende des Prälat-Miller-Weg am Viktualienmarkt einen Infostand von uns, wo ihr euch über den 1000 Kreuze Marsch und die „Lebensschützer“ informieren könnt. Kommt vorbei!
Im Comedia Theater in Köln, der Stadt, in der die kulturelle Vielfalt die Genre-Grenzen von Chanson und Comedy, Klassik und Kabarett traditionell souverän überschreitet, gibt es am 27. Mai viel zu lachen. Neun Frauen mit komischem Format bringen in der Veranstaltung “Pink Ribbon meets …” schräge Sichtweisen, Situationskomik und verdrehte Phantasie auf die Bühne. Zugunsten zweier Hilfsorganisationen, die sich dem Kampf gegen Brustkrebs verschrieben haben und gerade deshalb zum Lachen auffordern.
“Pink Ribbon hat sich analog der roten Aidsschleife etabliert als Symbol der Brustkrebshilfe”, sagt die Initiatorin Marion Scholz, “wir wollten zum Sommerblut‐Kulturfestival den beiden gemeinnützigen Vereinen Brustkrebs Deutschland und Susan G. Komen Deutschland mit unserem Engagement eine Bühne geben, auf der man vom schweren Thema auch mal abheben kann”. Sie selber stellt mit ihren Kolleginnen von Sekt and the City ihr komisches Talent in den Dienst der Aufklärung über Brustkrebs und Hilfe für Erkrankte. So wie Käthe Lachmann, Stella Ahangi, Ulrike Mannel, Katja von Kassel und Barbara Kuster. Die Chansonnieren und Kabarettistinnen wollen am Abend des Pfingstsonntag mit ihren zwerchfellmassierenden Auftritten zeigen, dass Lachen heilt, in doppelter Hinsicht.
Lachen hilft, die Angst für ein paar Stunden zu vergessen, die oft mit Brustkrebs einhergeht. Die Benefizveranstaltung hilft aber auch, indem der Erlös dieser Veranstaltung den beiden gemeinnützigen Vereinen Brustkrebs Deutschland und Susan G. Komen Deutschland zugutekommt. Darüber freuen sich nicht zuletzt die Sängerinnen Christina Stürmer und Cassandra Steen, die ihre Prominenz diesmal leider nur per Video in den Dienst von Hilfe und Aufklärung stellen können. Durch den Abend führt die WDR-Moderatorin Mara Bergmann, die den Abend gern unterstützt und sich schon freut, die Kabarett‐ und Comedy-Stars live zu erleben: “Humor ist der beste Stresskiller, den ich kenne – und wir wissen ja mittlerweile, dass unsere Gesundheit auch von unseren Gefühlen abhängt”.
Natürlich gehört ein bisschen Information dazu, die von den beiden Repräsentantinnen der Brustkrebsorganisationen kommt: “Über die Ursachen von Brustkrebs herrscht immer noch Unklarheit, aber wir wissen, dass die Früherkennung entscheidend ist. Je früher Brustkrebs entdeckt wird, desto besser sind die Heilungs- und Überlebenschancen”, sagt die Vorsitzende von Brustkrebs Deutschland e.V., Renate Haidinger. “Betroffene Frauen und deren Familien unterstützen wir auf vielen Wegen, zum Beispiel über unsere kostenlose Brustkrebshotline: 0800 0 117 112. Videointerviews mit Experten auf unserer Website informieren über aktuelle Fortschritte in Behandlung und Diagnostik.” Die Vorstandsvorsitzende von Komen Deutschland e.V., Prof. Dr. med. Ute-Susann Albert, ergänzt: “Aufklärung und Informationen über die möglichen Risikofaktoren und Behandlungsoptionen sind enorm wichtig, damit betroffene Frauen ihre Therapieentscheidungen fällen können. Wir setzen uns dafür ein, dass Frauen, ihre Partner, Kinder und Freunde mit ihren Sorgen und Ängsten nicht allein gelassen werden”.
Die Veranstaltung: “Pink Ribbon meets… – Gemeinsam für die Heilung von Brustkrebs “, das Motto: “Lachen heilt”, der Ort: Comedia Theater Vondelstraße 4‐8 in 50677 Köln, die Zeit: Sonntag, 27. Mai 2012, 20 bis 22.30 Uhr, der Eintrittspreis: VK / AK 20 (ERM. 15) Euro
Über Sommerblut – Festival der MultipolarkulturSchräg, verstörend, verbindend versöhnend: Das Kölner Sommerblutfestival spielt im zehnten Jahr seines Bestehens vom 10. bis 28. Mai mit den Grenzen zwischen verschiedenen sozialen und politischen Standpunkten und Identitäten. An 25 Veranstaltungsorten in ganz Köln zeigen mehr als 500 nationale und internationale Künstler ein Kunst- und Kulturprogramm, das auffordert, Perspektiven zu wechseln in Richtung einer grenzüberschreitenden, mutigen, einer multipolaren Kunst und Kultur. Dabei verbinden mehr als 60 Veranstaltungen von Theater und Tanz, Literatur und Musik bis hin zu Kabarett, Comedy und genreübergreifenden Darbietungen unterschiedliche gesellschaftliche, soziale und politische Standpunkte und Identitäten miteinander. (www.sommerblut.de)
Über Brustkrebs Deutschland e. V.Brustkrebs Deutschland e. V. ist die erste gemeinsame, gleichberechtigte und unabhängige Informationsplattform von Brustkrebsbetroffenen, Ärzten, Angehörigen und Interessierten in Deutschland. Die Beteiligten haben sich 2003 zusammengeschlossen, um die Öffentlichkeit aufzurütteln und vor allem die lebensrettende Bedeutung der Früherkennung immer wieder zu betonen. Aufklärung über Prävention und Früherkennung sowie das Informationsangebot für betroffene Frauen und deren Familien sind zwei wichtige Säulen der Arbeit von Brustkrebs Deutschland. Unter dem Motto “Prognose Leben” hilft der eingetragene Verein betroffenen Frauen mit umfassenden Informationen zu aktuellen Therapiemöglichkeiten. Erfahrene Frauen und Ärzte stehen den Hilfesuchenden zur Seite. Unterstützt werden sie dabei auch von prominenten Botschaftern wie Andrea L’Arronge, Christiane Krüger, Patricia Riekel, Andrea Sixt, Janine White, Carolin Fink und Michael Mendl. (www.brustkrebsdeutschland.de)Über Susan G. Komen Deutschland e.V. – Verein für die Heilung von BrustkrebsDer gemeinnützige Verein für die Heilung von Brustkrebs Susan G. Komen Deutschland e.V. setzt seit 1999 auf Aufklärung rund um das Thema Brustgesundheit und informiert über gesunden Lebensstil, Früherkennung und Brustkrebs. Denn in Deutschland erkranken laut den aktuellen Zahlen des Robert-Koch-Instituts derzeit jährlich rund 72.000 Frauen an Brustkrebs. Damit Frauen über die Risiken informiert sind und falls sie erkranken, schnell wieder gesunden, informieren Broschüren die Betroffenen und ihre Angehörigen. Einzigartig ist das Komen Deutschland Förderprojekt der “Pink-‐ Infotaschen”, das betroffene Frauen in zertifizierten Brustzentren mit aktuellem Wissen zur Behandlung und Nachsorge direkt am Krankenbett versorgt. 17.000 Frauen nahmen 2011 vom Verein für die Heilung von Brustkrebs ihre „Pink-Infotasche“ mit nach Hause. Darüber hinaus unterstützt die Basisbewegung ausgewählte Projekte, die sich der Heilung von Brustkrebs und Hilfe für Patientinnen und ihre Angehörigen widmen. Bis 2011 konnte Komen Deutschland bundesweit dafür mehr als 1,2 Millionen Euro an Fördergeldern vergeben. (www.komen.de)
Inhaltsquelle: (c) Jens Ofiera, Sommerblut
Ähnliche Beiträge:
Pink Ribbon - Mit Lachen gegen Brustkrebs ist ein Artikel des Blogs • homonauten •. Einige Rechte vorbehalten!
Schweizer Väter und Mütter blicken optimistischer in die Zukunft als ihre deutschen Nachbarn. Das ergab eine Umfrage der Allianz Suisse unter Müttern und Vätern mit Kindern bis vier Jahre, für die rund 1.500 junge Familien in beiden Ländern befragt wurden.
Vor allem die Angst vor sozialem Abstieg ist in Deutschland wesentlich ausgeprägter. Eltern in der Schweiz sichern ihre Nachkommen hingegen besser für die Zukunft ab. Dafür befürchten sie stärker, dass ihr Kind bereits früh Mobbing ausgesetzt sein könnte.
Ein kleines Kind verändert bei den Eltern in der Regel den Blick auf die Welt. Das gilt in der Schweiz ebenso wie in Deutschland. Und meistens werden die Sorgen nach der Geburt des kleinen Lebewesens in beiden Ländern größer. Was, wenn das Kind krank wird oder wir unseren Arbeitsplatz verlieren? Eine länderübergreifende Umfrage der Allianz Suisse zeigt gemeinsame Ängste und Sorgen der Eltern aber auch Unterschiede auf: Grundsätzlich sehen 69 % der jungen Eltern in der Schweiz ihre persönliche Zukunft optimistisch, die ihrer Kinder beurteilen zwei Drittel als positiv. Dem stehen deutsche Eltern mit 65 bzw. 64 % kaum nach.
Allerdings sind die Abstiegssorgen in Deutschland wesentlich ausgeprägter. Neben schweren Krankheiten (51 %) und Verlust des Partners (50 %) steht bei konkreten Gefahren für die Zukunft die Angst vor Armut und dem damit verbundenem sozialen Abstieg bei 40 % der Befragten bereits an dritter Stelle. Zwar ist die Angst vor Krankheiten (45 %) oder den Verlust des Partners (49 %) auch in der Schweiz führend, an den sozialen Abstieg denken aber deutlich weniger Mütter und Väter (28 %).
Die Sorge um die finanzielle Absicherung im Alter (31 %) und die Angst vor dem eigenen Tod (30 %) sind noch stärker. Auch die Furcht vor Arbeitslosigkeit ist in Deutschland (31 %) wesentlich ausgeprägter als in der Schweiz (21 %). „Das Sicherheitsempfinden ist in der Schweiz offensichtlich größer”, sagt Roland Umbricht, Leiter Produkte bei der Allianz Suisse.
Quelle
Vielen Feminist_innen war Regisseur Joss Whedon seit Jahren ein Begriff – mit dem gigantischen Erfolg von The Avengers dürfte er jetzt endgültig zum Superstar avancieren. Seine feministische Reputation beruht dabei vor allem auf starken Frauenfiguren und nicht-heterosexuellen Charakteren. Also all dem, was selbstverständlich sein sollte, im TV aber bis heute zu kurz kommt. Auch in den Interviews zum Film geht er auf entsprechende Fragen ein. Aber wie feministisch ist The Avengers wirklich?
Die schlechte Nachricht zuerst: Auch dieser Film besteht den Bechdeltest nicht. An keiner Stelle sprechen zwei Frauen mit Namen miteinander. Die Frage, über was sie sprechen erübrigt sich damit. Es wäre auch schwierig, immerhin gibt es mit Black Widow/Natasha Romanoff (gespielt von Scarlett Johansson) nur eine Superheldin. Daneben gibt es nur noch Agent Hill (Cobie Smulders); bis auf ihren Chef Nick Fury (Samuel L. Jackson) dominieren weiße Männer das Bild. Bei einer Comicverfilmung ist auch nichts anderes zu erwarten. Denn leider sind Frauen und Schwarze in diesem Genre bis heute deutlich unterrepräsentiert. Schwarze Frauen, Intersektionalität lässt grüßen, sind noch einmal seltener.
Aus diesen denkbar schlechten Ausgangsbedingungen macht Whedon dennoch einen erfrischenden Film. Sowohl Romanoff, als auch Hill laufen die meiste Zeit in Ganzkörperanzügen herum, statt in die üblichen sexualisierenden Stoffreste gesteckt zu werden. Anders als die meisten Kostüme sind diese sogar so robust, dass sie den ganzen Film lang nicht zerreissen. Und obwohl die Anzüge wirklich hauteng sind, wird dies nie durch langen Fokus auf Brüste oder Hintern ausgenutzt. Im Gegenteil zu einen Plakat, das dafür zu Recht bereits parodiert wurde. Immerhin gibt es auch vernünftige Plakate.

Ausgewogen ist auch die weitere Entwicklung der beiden Charaktere. Manchmal müssen sie gerettet werden, dann retten sie sich selbst und manchmal retten sie Männer. Damit sind sie auch tatsächlich in die Handlung eingebunden, statt deplatziert die unnütze Quotenfrau zu geben. Dass Black Widows Fähigkeiten Gedanken zu lesen und Menschen zu manipulieren klischeehaft sind, dämpft den Spaß zwischen ihren beeindrucken Kampfszenen leider etwas.
Dennoch macht der Film Spaß. Die Actionszenen sind gut choreografiert und übersichtlich (*hust* Michael Bay *hust*). Die Charaktere, von denen einige schon in eigenen Filmen vorgestellt wurden, werden weiterentwickelt, doch auch „Neugucker_innen“ kommen mit. Von Tony Stark (Robert Downey Jr.) und Pepper Potts (Gwyneth Paltrow) abgesehen verzichtet der Film zum Glück auf eine Romanze – immer eine gute Entscheidung, bevor sie aufgesetzt und hineingequetscht wirkt.
Ein feministischer Film ist The Avengers leider noch lange nicht, doch aus äußerst sexistischen Ausgangsbedingungen holt Whedon einen relativ unsexistischen Film heraus. Dass er trotzdem so großen Erfolg hatte und besonders viele Frauen in die Kinos holte, gibt den Studios hoffentlich zu denken. Vielleicht schafft Whedon es dann endlich, auch Wonder Woman wieder auf die große Leinwand zu holen – als Avenger oder sogar in einem eigenen Film.
“Wir sind vier Hamburgerinnen, Freundinnen und Musikerinnen, die es seit vielen Jahren genießen, zusammen Musik zu machen, Konzerte zu spielen und einfach nur gemeinsam eine wahnsinnig gute Zeit zu verbringen. Ein bisschen wie eine Ersatzfamilie – nur besser.” So stellt Katrin, Sängerin, Songwriterin und Gitarristin von Clara Bow, die Band vor. Und genauso wirkten die sympathischen Musikerinnen auf mich, als ich mir Videos und die Internetseite angeschaut habe. Spaß, Liebe zur Musik und Zusammenhalt sind wichtiger als unnötiges Posing. Neben Gitarre, Bass und Schlagzeug versüßen Keyboardsounds die eingängigen Pop-Nummern, gewürzt mit ein bisschen Elektro, Garage und Herzblut. Im Interview mit der Mädchenmannschaft sprechen die Hamburgerinnen über ihr eigenes Label, Freundinnenschaft und die neue Platte, die am 16. Mai bei der Release Party in Hamburg gefeiert wird.
Ihr habt Midtempo Nummern mit mehrstimmigen Gesang, die zum Mitsingen einladen, aber auch schnellere Pogonummern. Setzen sich da die unterschiedlichen Interessen der Musikerinnen durch oder ist ein Stilmix bei euch Programm?
Katrin (Gesang, Gitarre): Selbstverständlich hat jede von uns einen etwas anderen Musikgeschmack, wäre ja auch schlimm, wenn nicht. Ingrid kommt eher aus der New Wave- Trip Hop- Ecke, Phyllis ist eine der größten Beatles Fans, die ich kenne, Jeannine ist unter anderem ein großer Stones Fan und ich komme aus der Hardcore-Punk Szene. Aber unsere Schnittmenge ist enorm und die spiegelt unsere Musik wieder. Hin und wieder experimentieren wir in unterschiedliche Richtungen, aber mit den ultraschnellen Screamo Versionen, die manchmal spontan bei Proben entstehen, haben wir uns noch nicht auf die Bühne getraut.
Phyllis (Schlagzeug): Ja, das kann sein, dass ich aus Katrins Freundeskreis der größte Beatles Fan bin. Mit 16 fand ich dann Punk und Post Punk ganz toll und mittlerweile ist mein Musikgeschmack sehr breit gefächert.
Ingrid (Keyboard): Ha ha, doch so ultraschnelle Versionen sind auch schon mal ungewollt auf der Bühne passiert, wenn Phyllis oder ich zu schnell angefangen haben und Katrin dann den Text fast rappen musste :)
Warum habt ihr ein eigenes Label („Bow Records”) gegründet?
Katrin: Da wir ziemlich genau wissen, was wir wollen, kommt ein Label, dass uns verbiegt, nicht in Frage. Wir hatten mal vor Jahren das Angebot von einem Produzenten aus Österreich, aus uns das weibliche Pendant zu Tokio Hotel zu machen. Das war eine Situation, in der ich dem guten Herrn gleich eine Absage erteilt habe - ohne die Anderen zu fragen, obwohl wir immer gemeinsam abstimmen. Das ich richtig entschied, merkte ich, als der Produzent auf meinen Hinweis, dass wir doch gar nicht auf Deutsch singen würden, mit folgendem Satz beantwortete: “Ja, das lässt sich ja ändern”. Da war mir endgültig klar, dass die anderen darauf auch keine Lust hätten.
Auf eurer Facebook-Seite beschreibt ihr ausführlich, wie ihr explizit nach Musikerinnen gesucht habt. Männer bekommen ja nie die Frage gestellt, warum sie (fast nur) mit Männern Musik machen, das gilt leider als “Normalität”. Hat euer Wunsch, mit Musikerinnen zusammenzuarbeiten, zum Ziel, dieser scheinbar unhinterfragten Normalität entgegenwirken?
Katrin: Das stimmt zum Großteil. Wir machen auch gerne Musik mit Männern. Aber dies sollte unser Freundinnenprojekt sein und damit auch ein Gegengewicht zu den sehr vielen männlichen Gitarristen, Schlagzeugern und Bassisten um uns herum. Anfangs war es aber auch so, dass wir einen Mann gar nicht hätten mit ins Frauenmusikzentrum nehmen dürfen. Aber bei den “Nachbesetzungen” haben wir schon nur nach Frauen geguckt. Live haben wir ab und an auch mal einen Gastgitarristen dabei.
Auf eurer Homepage schreibt ihr von der “testosterondominierten Hamburger Musikszene”. Könnt ihr beschreiben, was ihr damit meint?
Katrin: Das ist einfach Realität: Wie ich vor kurzem von Bernadette La Hengst las, kommen in Hamburg auf 1000 Bands gerade mal 10 Frauenbands. Wir sind ein kleines Gegengewicht, aber auch mit vielen dieser männlichen Hamburger Musiker gut befreundet. Zum Beispiel Ben Schadow. Er ist einfach ein großartiger Mensch und ein hart arbeitender Profimusiker.
Phyllis: … und ist auch Produzent unserer Platte! Die Zusammenarbeit mit ihm hat sehr viel Spaß gemacht. Und wir finden, dass etwas Tolles dabei heraus gekommen ist.
Am 18. Mai erscheint nun euer Album „Not Now” in eurem eigenen Label „Bow Records”. Was erwartet uns?
Katrin: Ohrwürmer, die sich einen Dreck um Genres, Musikerehre oder ähnliches scheren. Manche Songs sind relativ poppig und simpel geschrieben und in anderen steckt ein halbes Leben, an denen zumindest ich als Verfasserin der jeweiligen Texte emotional unglaublich hänge und die ich auch nach dem 100.000 Mal singen mal mehr, mal weniger emotional durchlebe.
Wer mehr über Clara Bow erfahren möchte, klickt auf die Homepage, Facebook, Twitter oder Soundcloud.