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Gender is Happening
Wahlfreiheit ist das Zauberwort der Bundesregierung, wenn es um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie geht. Diese Freiheit der Entscheidung setzt jedoch Optionen voraus, die keiner und keinem zum Nachteil geraten, bei der Berufsplanung, beim Kinderwunsch, bei der Pflege, bei der Rente, bei den Steuern.
“Von der Sicherung der eigenen Existenz unabhängig vom Lebensmodell sind wir in Deutschland weit entfernt. Es fehlt an allen Ecken und Enden: an Infrastruktur für Kinder und Pflegebedürftige, an gleichen Löhnen für gleichwertige Arbeit für Frauen, bei der Rente und an einer geschlechtergerechten Steuerpolitik”, so die Analyse von Barbara Unmüßig, Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung. “Wer echte Wahlfreiheit will, muss die politischen und gesetzlichen Weichen dafür stellen und die gesellschaftliche Auseinandersetzung dazu führen”, fordert Unmüßig.
Hier kann der Beitrag
“Lebensentwürfe in Bewegung” von Barbara Unmüßig und Susanne Diehr vorab gelesen werden
“Wie frei bin ich?” – Dieser Frage geht mit Analysen, Fakten und Lebensgeschichten das neue Böll.Thema nach und liefert Denkanstöße für die aktuelle geschlechterpolitische Debatte zu Vereinbarkeit von Familie und Beruf und eigenständiger Existenzsicherung.
Die Beiträge in Böll.Thema zeigen, dass Wahlfreiheit keine selbstverständliche Realität in Deutschland ist. Das gilt für alle Geschlechter. In erster Linie sind es allerdings Frauen, die ihren Beruf aufgeben oder sich um Familie, Kinder und später um hilfsbedürftige Angehörige kümmern. “Dass in Deutschland Frauen im Laufe ihrer Erwerbsbiographie nur eine halb so hohe Rente wie Männer erwirtschaften und viele Frauen deshalb von Altersarmut bedroht sind, ist eine dringliche Aufforderung zum politischen Handeln”, so Barbara Unmüßig. Mit diesem Unterschied in den Rentenbezügen zwischen Männern und Frauen liegt Deutschland laut einem Vergleich der OECD auf dem letzten Platz aller Industrieländer.
Böll.Thema. “Wie frei bin ich? Lebensentwürfe in Bewegung” mit Beiträgen u.a. von Barbara Unmüßig & Susanne Diehr, Uta Meier-Gräwe, Heide Oestreich, Astrid Rothe-Beinlich, Götz Aly, Julia Friedrichs, Chris Köver, Ulrike Baureithel
zum Weiterlesen:
Wahlfreiheit – das große Versprechen von Barbara Unmüßig
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Gender is Happening
Interview von Nadine Lantzsch
Julia, du hast "Schneewittchen rechnet ab..." mitorganisiert und warst für das künstlerische Programm verantwortlich. Warum Performancekunst auf einer Tagung zu feministischer Ökonomiekritik?
Weil jede Reflexion und Kritik ganzheitlich stattfinden muss. Etwas kognitiv und abstrakt zu verstehen, ist nur eine Seite, auf die mir viel zu oft viel zu viel Gewicht gelegt wird. Die meisten Menschen wissen darüber Bescheid, dass die Länder des Nordens auf Kosten der Länder des Südens leben, endliche Ressourcen verschwenden usw. Das heißt nicht, dass das zu einer Veränderung der eigenen Prioritäten führt. Das hat damit zu tun, dass mein Leben und die Entscheidungen die ich treffe, nicht nach rein „logischen“ Prinzipien erfolgen. Jede Person hat eine andere Normalität erfahren, hat andere emotionale Zugänge und Reaktionen auf die gleichen Themen. Anzunehmen, dass Themen, die die Lebenswirklichkeit von allen betreffen, rein durch akademische Diskurse abgehandelt oder angemessen behandelt werden könnten, halte ich für einen Trugschluss. Außerdem führt ein solches Vorgehen zu Ausschlüssen. Fremdwörter, der universitäre Habitus und die Annahme, dass ein bestimmtes angelesene Wissen das relevante Wissen darstellt, schließen eine große Gruppe von Interessierten von vornherein aus.
Ich möchte außerdem verschiedene Felder, die sich leider zu wenig im Austausch befinden, zusammenzubringen. Bei den Feldern Kunst und Politik erlebe ich häufig eine wechselseitige grundsätzliche Ablehnung und Unterschätzung. In der Theaterlandschaft zeigt allein schon das Label "politisches Theater" das offenbar Theater normalerweise nicht als politisch gesehen wird. Diese Grundannahme ist mir völlig unverständlich, weil sie Theater als freien Raum, der über den Dingen schwebt und lediglich "berichtet", verkauft. So eine Sichtweise führt dann auch zu einer expliziten Entpolitisierung der eigenen künstlerischen Tätigkeit. Das konnten wir ganz gut bei der Blackface-Debatte beobachten, wenn weiße Theatermacher (in der Hauptsache waren es Männer, darum lasse ich das so stehen) die Kunstfreiheit als Argument gebrauchen, um nicht über die Reproduktion rassistischer Bilder nachdenken zu müssen.
Im eher traditionell orientierten Theatermilieu erlebe ich, dass eine politische Positionierung als unnötig angesehen wird, bzw. noch schlimmer, oft als peinliche und unkünstlerische Form der Darstellung. Das ist sehr gut zu sehen, wenn Frauen explizit feministische Kunst machen, diese Kunst zählt dann nicht mehr zur "Normalkunst" sondern bekommt das Etikett "Frauenthemen" oder eben "politische Kunst" und ist dann keine Konkurrenz mehr zum Mainstream. Umgekehrt kenne ich es aus den politischen Bewegungen und Institutionen, dass Kunst nur als Abendprogramm angefragt wird. Nachdem das "Wichtige" passiert ist, nachdem die Themen besprochen wurden, können und sollen sich alle bei einem Glas Wein ein bisschen entspannen. Ich habe überhaupt nichts gegen Entspannung und wenn sich Leute bei meinen Performances wohlfühlen und lachen, ist das wunderbar. Aber: diese Platzierung weist den Künstler_innen einen Platz in der zweiten Reihe zu. Als hätten sie nichts Relevantes zum Thema zu sagen.
Ich verstehe das Grundmisstrauen, das ich bei vielen alternativen politischen Akteur_innen spüre, wenn es um Kunst geht – es hat mit dem zu tun was ich als Grundproblem im Mainstream Feld der Kunst sehe. ABER es gibt nicht wenige Künstler_innen und Gruppen, die sehr reflektiert mit ihren Mitteln Themen bearbeiten, und es auf eine Weise tun, die Menschen viel tiefer berührt, als es ein Workshop / Vortrag / Diskussion kann.
Man muss auch dazu sagen, dass im Bereich der Performancekunst und der freien Theaterszene sehr viel mehr Schnittmengen und Kooperationen zwischen den Feldern passieren als mit dem Stadttheater. Aber leider ist das den politischen Akteur_innen oft nicht bekannt. Wie auch immer, ich denke es passiert zu wenig Kommunikation und die wollte ich in die Tagung tragen. Aus diesem Grund gibt es morgens, mittags und abends einen künstlerischen Beitrag – einen Rahmen für die Frage nach feministischer Ökonomiekritik. Ich wünsche mir, dass Teilnehmer_innen inspiriert und berührt werden, dass in der Auseinandersetzung mit anstrengenden, herausfordernden und oft auch deprimierenden Themen etwas energetisch Positives passiert. Die Performances sind als Diskussionsbeiträge zu sehen und gleichzeitig als Vorgehensweise und Werkzeug, mit dem Thema umzugehen.
Nach welchen Kriterien hast du die Performerinnen angefragt? Was war dir bei der Auswahl der Künstlerinnen wichtig?
Natürlich zunächst, dass sie sich mit Feminismus beschäftigen, sich selbst feministisch positionieren und Gender-Themen in der künstlerischen Arbeit eine Rolle spielen. Wichtig war außerdem, dass es Künstlerinnen sein mussten, denen ich die Herausforderung, sich innerhalb des Formats "Tagung" zu präsentieren, das eben Kunst eher an den Rand verbannt, zutrauen und zumuten konnte. Das ist keine leichte Aufgabe, weil es eben üblicherweise diesen Blick auf Kunst als entspannendes Extra gibt und deshalb mit dieser Vorerwartung umgegangen werden muss. Thematisch ist es herausfordernd und spannend außerhalb des künstlerischen Feldes zu agieren, da der Blick eines Tagungspublikums sich sehr auf direkt lesbare inhaltliche Zusammenhänge fokussiert. Das Publikum fragt sich viel eher: Wie werden die Fragestellung(en) zu Ökonomie und Feminismus durch die künstlerische Auseinandersetzung berührt? Als Künstlerin muss ich also ganz besonders darauf achten, dass mein Beitrag weder als beliebig noch als zu unverständlich oder hermetisch wahrgenommen wird. Gleichzeitig ist es wichtig, genau diese Grenzen auszuloten, um keine platte Bebilderung zu machen. Deshalb war es eigentlich nur möglich, Künstlerinnen anzufragen, die und deren Arbeit ich seit Jahren gut kenne und schätze.
Mit fast allen habe ich auch schon gemeinsam performt. Bibiana Arena, Joy Harder und Krarque & Jamari? machen politisch positionierte Kunst, auf eine empathische, humorvolle und sehr komplexe Art und Weise. Ich würde sie auch alle als Aktivistinnen und politische Akteurinnen sehen. Mit Joy Harder und Krarque & Jamari? arbeite ich als Teil von Fräulein Bernd zum Thema "Art as Activism – Artists meet Activists – Activists meet Artists". Dort fragen wir uns wie künstlerische Strategien konkret Teil des politischen Agierens sein können und probieren das dann auch konkret aus auf Demonstrationen zum Beispiel.
Durch Bibiana Arenas Solos, die Genderthemen in Verbindung mit Objektivierung und dem weißen rassifizierenden Blick auf Menschen of color setzt, hat sich mein Horizont erweitert. Nie werde ich vergessen, wie ich ihre Solos 2006 das erste Mal sah und tief beeindruckt war. Auch geschockt von der schlagartigen Erkenntnis, dass ich mich doch viel in der Berliner Theaterszene umgesehen hatte (all diese langen langen Castorf-Abende an der Volksbühne zum Beispiel), aber das Thema Weißsein dort keine Rolle spielte und ich selbst mich dazu nie als weiße feministische Künstlerin hatte positionieren müssen. Der Theater- und Kunstraum, aber auch der feministische Raum ist in Deutschland leider immer noch einer, der sich als weiß definiert, ohne dies jedoch zu benennen - sondern stattdessen diese Perspektive als universal, als "den Feminismus" verkauft.
Aus diesem Grund muss eine künstlerische Arbeit wie die von Bibiana Arena,
die auch immer ein politisches Statement ist, in jedem feministischen Umfeld einen Platz haben. Und zwar einen viel größeren und selbstverständlicheren, als er ihn hier auf der Tagung bekommen hat. Das sehe ich auch selbstkritisch als Leerstelle und Manko an und kann nur sagen, dass ich daran weiterarbeiten und die Repräsentationspolitik und Diskurspolitik an Veranstaltungen, an denen ich beteiligt bin, verbessern muss.
Performerin Joy Harder hat die Tagung mit Thesen zu Kunst & Ökonomie eröffnet. Eine davon war, dass sich Performance der kapitalistischen Verwertungslogik entzieht. Kannst du das näher erläutern?
Dazu möchte ich sie eigentlich einfach nur zitieren – also den Lectureteil ihrer Performance „Ökonomie + Kunst: Recherche I“ und dann eine Beispielerfahrung von mir anschließen.
11 – Scheitern
Weil auch ein Prozess des Scheiterns ein Prozess ist, kann Performancekunst nicht scheitern. In der Abwendung vom Markt oder Mainstream haust die avantgardistische Kunst gewissermaßen im Moment des Scheiterns. Nicht erfolgreich sein, kann eine im Endeffekt höchst erfolgreiche (künstlerische) Strategie darstellen.
12 – der Markt
Die Erfindung der Performancekunst hat natürlich nicht dazu geführt, dass der Markt aus der Kunst verschwunden ist, sondern dass der Markt sich Mechanismen der Performance zunutze gemacht hat. Die Möglichkeit der Performancekunst alles zu sein, wird übertroffen durch die Fähigkeiten des Marktes alles, aber auch wirklich alles in Arbeit zu verwandeln.
14 – Gefährdung
Die Gefährdung des eigenen Körpers in der Performancekunst ist nicht gleich aber vergleichbar mit der resoluten Selbstgefährdung in Widerstandsbewegungen. Der Widerstand gilt in diesem Zusammenhang immer auch der Trennung von Kunst und Leben. Da geht nur ein Weg von weg der sagt, ich verkaufe meine Arbeit nicht. Ich nenne meine Kunst nicht Arbeit. Ich nenne sie also auch nicht mehr Kunst. Ich mache einfach. Nicht weil für den Künstler andere Regeln gelten, sondern weil diese für alle gelten sollten. Gegen die totale Zweckgebundenheit und Optimierung allen Tuns.
Ich würde sagen: Nicht weil für die Künstlerin andere Regeln gelten, sondern weil diese für alle gelten sollten. Als ich als Teil von Fräulein Bernd mit Joy Harder, Anja Ibsch und Agnes Böhmelt auf dem Month of Perfomance Art (MPA) im Mai in Berlin mitmachte, war das für mich fast ein erleuchtendes Erlebnis. In einem Raum zu sein, mit einem Publikum, das bereit war, alles zu akzeptieren und selbstständig damit umzugehen, war so befreiend. Ich habe selten gespürt, dass mir Zuschauer_innen durch ihre Art des Daseins signalisieren: "Ich kümmere mich selbst darum, was ich hier mitnehme, was ich sehe, was ich erlebe, ob ich damit etwas anfangen kann." Es ist das Gegenteil vom Theaterraum, in dem Entertainment und "Können" vorausgesetzt wird.
Für mich ist Performen Wollen viel riskanter, interessanter und existentieller als Können. Beim MPA habe ich gespürt, was ich eigentlich schon wusste: Performance heißt, die Leute machen einfach was sie wollen. Das war toll. Ich wusste, wenn ich nicht machen will, was ich mir vorgenommen habe, dann mache ich "nichts", also bleibe einfach stehen zum Beispiel, was ja viel mehr ist als nichts. Oder gehe. Oder schaue es mir durch die Glastür an. Es ist alles möglich was in dem Moment für dich als Performerin richtig erscheint. Das ist erstaunlicherweise ja auch eine gar nicht so einfache Aufgabe – wieder in den Moment zu kommen. Das ist die Situation. Das sind die Menschen mit denen ich jetzt hier bin, so ist die Stimmung. Darin positioniere ich mich. Den eigenen Standpunkt und das eigene Bedürfnis zu (er)kennen. Das ist für mich schon das Gegenteil kapitalistischer Ideen.
Im klassischen Theater ist häufig ein fertiges Produkt zu sehen. Performance hingegen versucht einen Prozess aufzuzeigen. Brüche, Ambivalenzen und Widersprüche werden in den Darstellungen sichtbar. Ist Performance demnach nicht perfekt geeignet um feministische Geschichten zu vermitteln?
Mein Interesse an Performance kommt aus dem Interesse, politisch und feministisch zu arbeiten. Das ist aber sicher auch meine Lesart. Es gibt genug unkritische sexistische weiße Performances. Also das hängt nicht per se zusammen. Ich habe allerdings gemerkt, dass wenn ich eben zurückblicke grade auf die 60er, 70er Jahre und welche Performerinnen dort aktiv waren, dann fällt mir schon auf, wie wichtig Bilder von Weiblichkeit, und der eigene Körper im Zusammenhang mit Kunst und dem Angesehen-Werden steht. Auch endlich selbst die Themen zu setzen, die Texte zu schreiben, die Handlungen zu entscheiden – das ist das Gegenteil des bürgerlichen Regietheaters.
Für mich ist das Abwandern von ehemaligen Theaterschauspielerinnen in die freie Szene oder Performance weg vom Ensembletheater auch ganz logisch, wenn frau sich politisch und sexismuskritisch positionieren will. Schauspielerinnen an deutschen Bühnen wird zugemutet, immer die gleichen furchtbaren, ich finde retraumatisierenden Rollen ernstnehmen zu müssen und zu reproduzieren - unter dem Kommando weißer männlicher Regisseure (ein Blick auf die jährlichen Nominierungen beim Theatertreffen beweist jedes Mal, dass es mehrheitlich leider immer noch genauso aussieht).
Dieses patriarchale Muster wird von den Medien unterstützt. Als Beispiel nur mal, was ich vor kurzem gelesen habe: Die Zeitschrift Theater der Zeit schreibt unter das Coverfoto "Das Rätselwesen – Die Schauspielerin P.Z." In der aktuellen Zitty ist derzeit ein Interview (bzw. eher ein lobpreisendes Gespräch) mit Frank Castorf und Kathrin Angerer – unter dem Foto der beiden steht tatsächlich: "Der Meister und seine Schauspielerin". Und im Interview darf Castorf ein bisschen rasönieren, dass Kathrin Angerer "vieles nicht mit dem Kopf versteht, aber intuitiv" - diesen Diskurs gab es vor über hundert Jahren als z.B. Wedekind "Lulu" schrieb. Nicht mal das Vokabular hat sich geändert. Dass Frauen darauf keine Lust haben, ist doch völlig verständlich. Darüber hinaus ist das Ganze auch sehr bürgerlich und der Blick so eng gefasst – worauf richtet sich Castorfs Empörung? Alles sei spießig und er leide so unter dem "Ökoterror beim Einkaufen". Das ist Lichtjahre von den Themen politischer Akteur_innen entfernt und eigentlich auch nur noch lachhaft.
Zusammengefasst, ich sehe nicht dass Feminismus und antirassistische Perspektiven im Mainstream deutscher Theaterlandschaft (von wenigen Ausnahmen abgesehen wie z.B. Ballhaus Naunynstraße) stattfinden. Ich habe dort auch nichts gelernt, was mich weiterführen könnte, reflektierte Aussagen auf einer Bühne zu machen. Außerdem ist es sehr schwer innerhalb der sehr engen Handlungsspielräume im Produktionsapparat "subventioniertes Stadttheater" etwas tatsächlich politisch Reflektiertes zu machen. Die Hierarchien sind klar, es wird nie danach gefragt, was eigentlich das Bedürfnis der Mitwirkenden ist, jede_r soll nur eine bestimmte Funktion erfüllen, schnell muss es gehen und das Haus voll werden. Passt alles sehr gut zum kapitalistischen Produzieren. Theaterstücke heißen ja auch "Produktionen". Unter diesen Bedingungen etwas zu machen, was Raum für Ambivalenzen, Scheitern und die Frage nach den emotionalen Ressourcen der Beteiligten lässt, sehe ich von vorne herein als fast unmöglich an.
Und wenn ich schaue, wer andere Formen auf die Bühne bringt, dann sind das eben meist Teams – und zwar nicht irgendwelche, sondern Kollektive – die seit Jahren zusammenarbeiten und andere "Produktionsweisen" entwickelt haben. Ich kann aber auch tatsächlich immer nur von den Rändern her sprechen, denn was ich mache ist weder "klassische" Performancekunst noch Theater. Sondern eher kollektiv erarbeitete biographisch positionierte Diskursanalysen.
Oder was ich auch mag ist ein Format, was ich den "Show-Vortrag" nenne. Ich glaube, frau kann überall gute Formate finden, es geht darum diese zu erweitern und sich selbst anzueignen. Als wichtig habe ich gerade auch die Kritikfähigkeit und Kontinuität im künstlerischen Nachdenken und Handeln empfunden. Sich klarzumachen, dass man nur Vorschläge macht, dass man nichts selbst erfunden hat, dass der Geniebegriff in der Kunst nur behindert, dass es darum geht sich zurückzunehmen und Kolleg_innen und Zuschauer_innen zuzuhören und zu lernen. Dass es um einen gemeinsamen Raum geht und um Freude. Das ist so wichtig. Empathie und Freude. Das fehlt so oft sowohl im Feld der Kunst und der Politik. Ich denke, beides war spürbar bei den künstlerischen Beiträgen auf der Tagung und es hat den gemeinsamen politischen Raum auf eine positive Art verändert.
Julia Lemmle, M.A. Literatur- und Geschichtswissenschaft, arbeitet als freie Künstlerin und Kommunikationstrainerin inhaltlich vor allem zu Gender, Antisexismus, kritischem Weißsein und Rassismuskritik. Sie ist in der Initiative "Bühnenwatch" aktiv, die sich gegen Rassismen innerhalb des Theaters positioniert. Mit ihrem Solo "Die Gedanken sind frei oder Wer hat Angst vor der Männerdämmerung?" und in den Kollektiven "Fräulein Bernd" und "Muschiballett" verbindet sie die Bereiche Aktivismus, Kunst & Diskursanalyse zu kritischen und empowernden Aufführungen. Aktuelle Veröffentlichung: "Kann es denn rassistisch sein, wenn ich es nicht rassistisch meine? Weißsein, Theater & die Normalität rassistischer Darstellung"
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Gender is Happening
von Sandrine Micossé-Aikins
Think of all the women you know who will not allow themselves to be seen without makeup. I often wonder how they feel about themselves at night when they are climbing into bed with intimate partners. Are they overwhelmed with secret shame that someone sees them as they really are? Or do they sleep with rage that who they really are can be celebrated or cared for only in secret
? Bell Hooks, Communion: The Female Search for Love
Der große Seminarraum. Viele der Zuschauer_innen sitzen bereits erwartungsvoll auf ihren Plätzen. Andere betreten den Raum und suchen in den Reihen nach freien Stühlen. Vorne steht Bibiana Arena. Sie hat bereits begonnen über Gestik und Mimik mit Einzelnen im Publikum zu interagieren.
Sie ist Schneewittchen in einem improvisierten, etwas zu großen jedoch unmissverständlich konnotierten Kostüm.
Dann beginnt die Performance. Erzählerische Episoden, Elemente von Tanz und Bewegung, Sprache, Bilder und Gesang fließen ineinander.
Plötzlich treten im Seminarraum Emotionen und Gefühle in den Mittelpunkt, die bisher den ganzen Tag nur ab und zu schüchtern hinter den Gesichtern der Konferenzteilnehmer_innen hervorblicken durften. Die Künstlerin inszeniert sie auf und mit Hilfe ihres Körpers und wirft sie ins Publikum. Wut, Liebe, Angst, Trauer, Unsicherheit, Unbehagen…
"Ich habe etwas Falsches getan.", sagt sie zu ihrem imaginären Spiegel an der Wand, "Ich wurde geboren." Es erklingt leises, zustimmendes Gelächter aus dem Publikum.
"Ich habe etwas Falsches getan: ich bin nicht weiß!"
Schweigen.
Indem sie Schneewittchen, die der Konferenz ihren Namen geliehen hat, am Ende noch einmal das Wort erteilt, markiert die Künstlerin den Körper als eine jener Leerstellen, die sich in konventionellen Diskursen über Kapitalismus, Arbeit und Wachstum finden.
Schneewittchen ist so sehr durch ihre „Schönheit“ charakterisiert, wie keine andere klassische Märchenfigur. Es ist nicht nur durch den Konferenztitel bedingt, dass Bibiana Arena sich zur Aneignung ausgerechnet dieser Rolle entscheidet. Ich denke an dominante Vorstellungen von weiblicher Schönheit, die nicht zuletzt auch auf Weißsein beruhen. Diese befördern eine Multi-Milliarden-Euro-Industrie, und haben darüber hinaus ein weiteres unbezahltes Arbeitsfeld für Frauen weltweit etabliert.
Insbesondere Schwarze Frauen und Frauen of Color sehen sich mit der Erwartung konfrontiert, ihre rassifizierten Körper einer dominanten Norm, notfalls unter Zuhilfenahme teurer und gesundheitsschädigender Kosmetika, wie Bleaching- oder Entkrausungsprodukten, anzupassen.
Eine Maschinerie ästhetischer und konzeptioneller Bilder unterfüttert eine Kultur der körperlichen Entfremdung und der Konkurrenz, von der der Markt lebt.
„My mother hates everything that makes me who I am“, erzählt Schneewittchen aka Bibiana Arena ihrem Spiegel und wird später selbst zur Mutter, die sich in typischen „pregnancy-is-fun“-Posen darstellt.
Schließlich ist „Schneewittchen“ auch eine Geschichte von der Rivalität zweier Frauen, einer (Stief)Mutter und einer (Stief)Tochter, die sich aus eben jenem lukrativen Schönheitsmythos speist.
Boaventura de Sousa Santos verweist auf die Notwendigkeit konkreter Orte, anstelle diffuser Räume als Ausgangspunkt für soziale Emanzipation, da innerhalb zeitgenössischer konventioneller Konzepte, wie Demokratie und Menschenrechte, die meisten Menschen nicht etwa als Subjekte, sondern als Diskursobjekte fungieren. Ohne bewusst diese Linie zu ziehen, stellte die Politologin Christine Rudolf im Rahmen der Podiumsdiskussion Was kann Feministische Ökonomie leisten eine ähnliche Forderung:
Wenn ich feministische Ökonomie immer als Abgrenzung und als Ausgrenzungsanalyse definiere dann unterwerfe ich mich ständig diesem Marktmechanismus. Wenn ich aber sage, dass die Bedürfnisse, die Menschen haben, die ja nicht nur wirtschaftlicher Art sind sondern vielfältige Perspektiven haben [und teilweise] gar nicht über dieses Modell der Ökonomie abbildbar sind, dann muss ich mich fragen mit welchen anderen Analysemethoden ich da herangehe und da ist eine Möglichkeit, die Menschen direkt zu fragen und das ist natürlich dann auch noch in der Wissenschaft die Frage: gibt es andere Instrumente, diese tatsächliche Realität von Menschen, wie ich sie begreife, wenn ich mir mein eigenes Leben oder das meiner Umgebung angucke, ob ich nicht eine Wissenschaft finden muss, die das besser aufgreift und die vielleicht dieses Kästchendenken zwischen Ökonomie und Politik und anderen Disziplinen aufhebt.
Dekoloniale Kritiker_innen, wie Sousa Santos gehen jedoch noch weit über diese Forderung hinaus und stellen infrage, dass Wissenschaft – als epistemologisches Tool – ausreicht, beziehungsweise überhaupt geeignet sein kann, um bestimmte zeitgenössisch akute Fragestellungen zu beantworten, insbesondere da ihr westlich-patriarchale, kolonialrassistische Strategien und Standpunkte eingeschrieben sind.
An anderer Stelle, dem Open-Space-Teil der Konferenz, der als Auswertungs- und Vernetzungsraum dienen soll, stößt der Hinweis, dass dekoloniale Ansätze an diesem Tag gefehlt hätten zunächst auf Unverständnis und Abwehr von Seiten der Moderation.
Dabei stellen gerade diese Denkansätze – die Forderung nach epistemologischer Vielfalt, nach einer Soziologie der Absenzen, der Anerkennung alternativer Formen der Wissensproduktion, die aus dem westlichen, weißen (ja, auch dem westlichen, weißen, feministischen Kanon) der Wissenschaft ausgegrenzt werden – interessante und zielführende Perspektiven dar, die nicht utopisch sind, sondern in vielen Gemeinschaften des globalen Südens (und auch im im globalen Norden enthaltenen Süden) bereits praktiziert und gelebt werden. Mit Patricia Hill Collins Worten:
[There is] a potential for oppressed people to possess a moral vision and standpoint on society that grows from their situation of oppression. This standpoint also emerges as an incipient foundation for a more humanistic, just society.
Der menschliche Körper als konkreter Ort der Erfahrung und Wissensproduktion steht in diesen Epistemologien häufig im Mittelpunkt.
Auch Bibiana Arenas Körper wird an diesem Abend zu einem solchen konkreten Ort, innerhalb eines diffusen Raumes, der Dank der im Konzept eingegliederten und sorgfältig kuratierten Kunst ein Stück weit über seine epistemologischen Grenzen hinauswachsen darf.
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14:47
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Gender is Happening
Spieglein,
Spieglein,
sag mal bitte,
bevor in knapp 10 Stunden Schneewittchen zu Ende abrechnet: was
siehst Du wenn ich mich in Dir anschaue – ich, als Teil des
Publikums –? Sehe ich etwas anderes als das, was Du mir zu sehen
gibst? Wie glaubst Du, dass sich in Dir die Frau im schwarzen
Hosenanzug dort, mit dem Kohlkopf, sah? Ja, die von der allerersten
Performance des Tages,
Ökonomie und Kunst: Recherche I. Sie
ist Joy Harder, freischaffende Künstlerin und Performerin.
Ich meine,
denkst Du es gibt eine Chance, dass die Zuschauer_innen dasselbe
sehen, wie die Kunstpolitaktivistin bei der Vorbereitung ihres
Vortrags im Spiegel gesehen hat, und deswegen denkt, dass das
Publikum sehen wird?
Nein, es geht
nicht darum, wie schön sie ist, und ob sie gefällt; ich denke
nicht, dass mensch deshalb da vorne stehen will, auch nicht wenn
mensch eine Frau ist. Ja, Du denkst an Unterhaltung und ich an einen
politischen Vortrag. Und ja, doch, das kann Kunst auch sein! Wie? Es
geht nicht um Verführung, es geht um klarheit der Kommunikation.
Joy Harder, die
Frau mit dem schwarzen Hosenanzug, habe ich vielleicht anders
gesehen, als sie sich im Spiegel gesehen hatte, aber ich bin mir
sicher, sie wusste, dass die Gegenstände, die sie auf die Bühne
mitbrachte, von mir und allen anderen Zuschauer_innen erkannt werden
würden. Gute Basis für eine kommunikative Zusammenarbeit. Außerdem:
vereinfachte Kommunikation plus mehr Raum für die eigene
Interpretation, also sowohl Vereinfachung als Bereicherung.
Reduktion,
so die Aktivistin. Ich zitiere lieber:
"Reduktion
I. Performancekunst basiert – in der Abwendung vom Kunstmarkt –
geradezu auf dem Prinzip der Reduktion. Sie erhält dadurch eine
gewisse Anschaulichkeit: Die Objekte oder Materialien erhalten eine
Aufwertung. Reduktion heisst: Anreicherung. Strategie: Wertsteigerung
oder Wachstum durch Schrumpfung"
Auf dieser
Basis inszenierte dann Joy Harder ihre Umwandlung vom Menschen in
einen Gegenstand.
Und weiter:
"Reduktion II. Performer und Objekt sind gleichermaßen
Material des künstlerischen Prozesses. Diese Annahme, angewandt auf
den Alltag, würde bedeuten: einen unglaublich großen Respekt und
eine ungeheuer intensive Auseinandersetzung mit
Gebrauchsgegenständen, deren Herkunft, Produktionsbedingungen und
Repräsentationsmacht."
Die inszenierte
Umwandlung begleitete ein performativ aus einzelnen
Vortragsabschnitten zusammengesetzter wissenschaftlicher Vortrag –
darum der Anzug, und die auf ein Flipchart aufgelisteten
theoretischen Punkte, die die Darstellerin nacheinander vorstellte
und erklärte – oder auch nicht. Ein Vortrag, der durch das Machen
und das Agieren des Publikums, das der Performerin Gegenstände
reichte oder auch in Aktionen eingriff und diese unterbrach, belebt
werden sollte – und wurde. Weil Joy Harder es schaffte, eine nicht
nur passive emotionale und akustische sondern auch aktive körperliche
Interaktion mit dem Publikum entstehen zu lassen.
Den Inhalt des
Vortrags will ich hier nicht ausführlich wiedergeben. Spannend und
am wichtigsten fand ich, wie geschickt sich Joy Harder zwischen zwei
traditionell getrennten Welten bewegte und über ihre Erfahrungen und
Reflexion berichtete, nämlich die Welt der Performancekunst und die
von der Marktlogik dominierten Welt.
Durch das
Eintreten in die von der Marktlogik dominierte Welt mag die
Performancekunst versuchen, diese und deren Logik zu ändern, doch
scheint es eher zu geschehen, dass sie in diese Marktlogik integriert
wird und an Subversionspotential verliert. Also das Gegenteil dessen,
was ich mir als Aktivistin wünsche. Utopisch wurde es trotzdem, und
zwar bei Punkt 14: „Ge
fährdung“. Die Gefährdung des
eigenen Körpers in der Performancekunst, und die in den
Widerstandsbewegungen. Vielleicht auch diejenige, die durch das
Eintreten in die Welt der Marktlogik für die Künstlerin und für
die Kunst selbst entsteht. Harder plädierte aber fürs Weitermachen:
" (…) Nicht weil für den Künstler andere Regeln gelten,
sondern weil diese für alle gelten sollten. Gegen die totale
Zweckgebundenheit und Optimierung allen Tuns."
Auf der Tagung
wurden die künstlerischen Interventionen ebenso prominent platziert
wie wissenschaftliche Interventionen, die sonst meist als wichtiger
erachtet werden – wo künstlerische Interventionen oft an den Rand
der Veranstaltung gedrängt werden...
Das wurde bei
„Schneewittchen rechnet ab.
Feministische Ökonomie für anderes
Leben, Arbeiten und Produzieren“
anders gedacht und
umgesetzt, und das finde ich
gut.
Im Rahmen der
Veranstaltung wurde der bekannte Satz zitiert: „
Probleme kann
man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden
sind“.
Es irritiert
mich immer wieder, dass ein besonderer Mann für diesen Ausspruch
verantwortlich gemacht wird. Ich denke, er war weder die letzte noch
vor allem die erste Person, die so gedacht hat und es so formuliert
hat. Ich revanchiere mich also hier ein bisschen, indem ich hier
seinen Namen nicht nenne. Trotzdem fasst dieser Satz gut zusammen,
worum es sowohl in Joy Harder's Intervention, als auch bei der ganzen
Tagung ging: um die Suche nach Alternativen und neuen Wegen. Das sah
ich bei der Tagung geschickt miteinander verknüpft. Es geht um die
Art, mit der wir mit Problemen umgehen.
Im politischen
oder aktivistischen wissenschaftlichen Feld werden das Rationale, das
Emotionale und das Körperliche getrennt, was meiner Meinung nach zur
Folge hat, dass der rationale Diskurs weder von den Akademiker_innen
auf den Podium noch jedem/-r im Zuschauerraum wirklich angeeignet
werden kann. Das jedoch kann Performancekunst bzw. politisch
reflektierte Kunst schaffen.
Die Kunst AG
Kongressvorbereitungsteam für den 2011 stattgefundenen Kongress
"Jenseits des Wachstums"hat diese Möglichkeit der Kunst
in ihrem
Manifest so formuliert:
"Künstlerische Artikulationen brechen eingefahrene kulturelle
Wahrnehmungsgewohnheiten auf, machen Ungesehenes sichtbar und
eröffnen neue Perspektiven auf scheinbar Bekanntes. Sie schaffen so
Möglichkeitsräume, Neues und Anderes zu denken und zu fühlen,
arbeiten mit an der Kreation neuer kultureller Sinnangebote und
eröffnen Menschen die Möglichkeit, sich von dominanten
Wahrnehmungs- und Kommunikationsmustern zu befreien."
Um den als
rational kategorisierten Diskurs der Wissenschaftlter_innen eine
reale und alltägliche, sprich konkrete Dimension zu geben, muss eine
erkennbare (emotionale) Erfahrung von diesem Diskurs angestoßen oder
mit ihm verbunden werden, die die Aneignung erlaubt. Sonst bleibt der
Diskurs im Raum, wo er stattgefunden hat.
Der Wandel eigener kultureller
Wertvorstellungen und Handlungsmuster ist kein ausschließlich
rationaler Prozess. Unsere Lebens- und Denkweisen sind im Laufe einer
langen Sozialisationsgeschichte Teil unserer Körper geworden. (…)
Soll es zu grundlegenden Veränderungen unseres Wertesystems kommen,
dann muss dieser Wandel von Lernprozessen begleitet werden, in denen
der Umgang mit unseren Gefühlen und unserem Körper eine zentrale
Rolle spielt. Indem er über das rationale Erfassen hinaus auch eine
emotionale Verbindung zu den zu behandelnden Themen herstellt,
fördert künstlerischer Ausdruck solche Lernprozesse.“
In die
"...Richtung einer neuen Kommunikationskultur, einer Kultur,
welcher ein ganzheitlicheres Bild vom Menschen zugrunde liegt, einer
Kultur, die unterschiedliche Formen von Wissensproduktion
gleichberechtigt nebeneinander bestehen lässt und in einen Dialog
bringt. Ein ganzheitlicheres Menschenbild ist, in Abkehr von immer
noch dominanten Diskursen vom homo oeconomicus, zugleich eine
notwendige Voraussetzung für neue und inspirierende Antworten auf
die Frage, welche Werte es sein könnten, nach denen wir in Zukunft
unser Leben ausrichten."
Ende des Tages.
Die Tagung endete wie sie begonnen hatte mit einer künstlerischen
Intervention, diesmal von Bibiana Arena, Schauspielerin, Tänzerin,
Regisseurin, Autorin und Produzentin, die sonst psychophysische
Workshops um Körper- und Stimmausdruck gibt, und als Tanztherapeutin
auch aktiv ist.
In ihrer
Intervention öffneten sich Türen in fast alle Themenrichtungen, die
sonst bei der Tagung gefehlt haben. Was ich eine schöne Einladung
fand, dieser Tagung eine weitere folgen zu lassen. Ein Tag ist extrem
knapp, die möglichen Schwerpunkte und Orientierungen für so eine
Veranstaltung sind viele.
Und ist es
nicht eben die Rolle eines Schlusses, das Perspektiven- und
Fragestellungsfeld zu erweitern – als Einladung, die Motivation
nicht zu verlieren, die Komplexität der ausgesuchten Themen positiv
darzustellen und die Arbeit fortzusetzen? Ich habe die Performance
von Bibiana Arena als lichtvollen und frischen Luftzug mit
ansruhenden menschlichen Dimensionen erlebt. Im Kopf noch das Bild
der Künstlerin mit dem Apfel in der Hand vorm Spiegel stehend und
grinsend, kam ich zwar müde, aber doch enthusiastisch, aus der
Tagung. Mit dem Gefühl, dass der Kampf an starken Kämpferinnen
keinen Mangel hat, um eine fruchtbare und erfolgreiche Suche nach
Wegen aus der Krise und zu einer Gesellschaft jenseits des Wachstums
und des Patriarchats zu führen.
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Gender is Happening
von Franca M'hamdi
Der dritte und letzte Teil der Tagung „Schneewittchen rechnet ab“ hatte den Themenschwerpunkt „Vernetzen / Verarbeiten / Alternativen entstehen lassen“. Die Form des Open Space wurde gewählt, um im Anschluss an die Ausführungen der Expert_innen Raum für die Ideen und Kompetenzen der Teilnehmenden zu schaffen. Auch eventuelles Unbehagen sollte hier einen Platz finden. An diesem Punkt konnten eigene Themenvorschläge gemacht werden, um dann mit der Hilfe anderer Interessierter die Umsetzung der eigenen Projektideen zu planen.
Die Moderatorin stellte Open Space als eine Methode vor, die auf dem Konsensprinzip beruht. Durch die Struktur eines Hierarchie-freien Raums sollen die Mechanismen des patriarchalen Kapitalismus ausgehebelt werden, die Art der Teilnahme war den Einzelnen freigestellt. Sie konnten sich aussuchen, ob sie nach dem „Schmetterlingsprinzip“ nur kurz bei einem Projekt reinschauen, weiterziehen und dann nochmal wiederkommen oder nach dem „Hummelprinzip“ mit dem Inhalt des einen zum nächsten gehen wollten, um so eine inhaltliche Verbindung zwischen den Projekten zu schaffen. Als Strukturierungshilfe wurde festgelegt, dass auf einen Input eine kurze Vorstellung, das Notieren der Projektidee und die Verwaltung der jeweiligen Projektplanung folgen sollten. Im Anschluss an den Open Space fand ein Rundgang statt, an dem die ausgearbeiteten Projektideen den anderen vorgestellt wurden.
Es formierten sich sechs Themenschwerpunkte:
1) Feministischer Blick auf das Bedingungslose Grundeinkommen
2) Anders leben, arbeiten und konsumieren - was ist der Maßstab für gute Arbeit?
3) Umverteilung auf Mikroebene am Beispiel lesbischer Umverteilungskonten
4) Krise und Proteste. Die Eurokrise am Beispiel Griechenland, Spaniens und Portugal
5) Planung eines Frauendorfs
6) Tagungskonzeption: (De)koloniales Setting und feministisches Selbstverständnis
Ich habe die Gruppe mit dem Themenschwerpunkt (De)koloniales Setting und feministisches Selbstverständnis begleitet und die erarbeiteten Lösungsansätze dokumentiert. In einer sehr gemischten Gruppe wurde herausgearbeitet, was die Problematik dabei ist, wenn ein weißes Wirtschaftssystem anhand eines weiteren weißen Systems wie dem weißen Feminismus kritisiert wird, ohne dass beide im Hinblick auf ihre Positioniertheit reflektiert werden. So seien verschiedene globale Arbeitsformen zum ersten Mal auf der Podiumsdiskussion angesprochen worden, was als nicht ausreichend empfunden wurde. Nicht überall wird zwischen Erwerbs- und Reproduktionsarbeit unterscheiden, sondern es gibt andere Wirtschaftsformen wie zum Beispiel die Subsistenzwirtschaft. Wenn schon global gedacht werden soll, dann müsse dies unter anderen Voraussetzungen geschehen. In so fern sei zu prüfen, wer für wen mit welchem Anspruch Lösungen produziert.
Des Weiteren fiel auf, dass Ansätze von Schwarzen Theoretikerinnen und Theoretikerinnen of Color oder feministische Literatur von Schwarzen Frauen und Frauen of Color nicht ins Tagungskonzept einbezogen oder vorgestellt wurden. Die Auslassung dieser Theorien mitsamt ihrer gegebenenfalls bereits erarbeiteten Lösungsansätze wirke sich auch als Ausschluss auf potentielle Schwarze Teilnehmende und Teilnehmende of Color aus. Wie schon an anderer Stelle wurde beobachtet, dass die Veranstaltung ein nahezu weißer Raum war. Hierzu sagte ein Mitglied von RESPECT (eine lateinamerikanisch-deutsche Frauengruppe, die sich für die Rechte von Migrantinnen in der bezahlten Sorgearbeit einsetzt), dass sie mit ihrer Gruppe zwar häufig zur Repräsentation der „Migrant_innenperspektive“ zu Tagungen eingeladen, aber nie in Hinblick auf deren Konzeption konsultiert würde. Im Anschluss daran wurde festgestellt, dass Eurozentrismus das Mittel zum Eingrenzen eines Arbeitsfeldes sein kann, wenn das auch klar markiert wird. Ansonsten wird es unmarkiert als Universalismus gesetzt, was Ausschlüsse nach sich zieht. So wird ausgeblendet, dass es in Deutschland Schwarze Menschen und Menschen of Color gibt, deren Lebenserfahrungen und Perspektiven im hiesigen Wirtschaftsystem sich von denen der weißen Mehrheitsgesellschaft unterscheiden. Im gleichen Prozess fänden diese ihre Belange auf einer Tagung wie „Schneewittchen rechnet ab“ nicht wieder, was dazu führt, dass sie nicht daran teilnehmen.
Nach der Analyse der Situation wurden konkrete Lösungsvorschläge für ein zukünftiges Vorgehen gemacht. Als Grund für die Ausschlussproduktion der Tagung wurde mangelnder Dialog und mangelnde Vernetzung benannt. Im Hinblick auf die große Zahl von divers organisierten Frauengruppen, die es in Berlin gibt, äußerte sich eine Teilnehmerin erstaunt darüber, dass das nicht funktioniere und fragte: „Wenn nicht hier, wo dann?“ Für eine zukünftige Planungskonzeption müsse eine aktive Vernetzung mit Schwarzen Frauengruppen und Frauengruppen of Color wie GLADT, LesMigraS, ADEFRA und Netzwerken wie „Diskriminierungsfreie Szenen für alle!“ angestrebt werden. Als weiterer Punkt wurde die Kommunikationspraxis der Veranstaltenden angedacht. Diese müsse inklusiver gestaltet werden, um nicht von vornherein Ausschlüsse nach außen zu kommunizieren.
Ich als Beobachtende fand es bemerkenswert, dass die systemimmanente Kritik am Setting der Tagung im Rahmen selbiger als Manko erkannt und durch den Input der Teilnehmenden mögliche Lösungswege aufgezeigt werden konnten. Es bleibt zu hoffen, dass eine zukünftig Tagung zur feministischen Ökonomie inklusiver konzeptioniert wird. Nur so können alternative Lebensmodelle abseits der Mainstream-Ökonomie für alle gesellschaftlichen Gruppen aufzeigt und erarbeitet werden.
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21:09
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Gender is Happening
von Magda Albrecht
Seit Wochen freue ich mich auf den Workshop zur
Vier-in-Einem Perspektive der linken Soziologin und Philosophin Frigga Haug, die ihre Ideen, wie ein ‚gutes Leben’ aussehen könnten, konsequent mit Geschlechtergerechtigkeit zusammendenkt. Gestärkt vom Mittag und dem nächsten Kaffee begebe ich mich in den kleinen Seminarraum, in dem am Vormittag auch der Workshop von Deborah Ruggieri zu „
Zukunftsmusik. Warum Ökonomie die Genderperspektive braucht“ stattfand. Da Haug leider krank geworden war, übernahm Anna Conrads, Politikwissenschaftlerin und Politikerin der LINKE, die Leitung des Workshops. Ich war sehr dankbar über die ruhige und sehr angenehme Vortragsart von Conrads, denn zu diesem Zeitpunkt war sausten in meinem Kopf schon tausend Ideen und Fragen, obwohl erst knapp die Hälfte der Tagung um war.
Leben für die (Lohn-)Arbeit...?
Conrads begann ihre Ausführungen mit einer zentralen Frage: Welchen Standpunkt nehmen wir bei unsere Vorstellung eines guten Lebens ein? Zur Zeit sei die Vereinbarkeit von Familie und Beruf (einhergehend mit der stetigen Perfektionierung des eigenen Zeitmanagements) und der Wunsch nach Vollbeschäftigung diskursbestimmend. Überall wird geklagt, dass es nicht genügend Arbeitsplätze für alle gäbe, dabei sei dies doch ein Zeichen für wirtschaftlichen Reichtum, so Conrads. Wenn die Produktivität dank des technischen Fortschritts hoch ist, könnten Menschen ja rein theoretisch auch weniger (erwerbs-)arbeiten. Dennoch wird dieser Umstand nicht als: ‘Yeah, mehr Freizeit!’ gedeutet, sondern als ‘Mangel an Arbeit’ definiert. Diese Perspektive bleibt allerdings innerhalb der jetzigen profit- und wettbewerbsorientierten Strukturen, die Erwerbsarbeit zum Zentrum allen Interesses macht.
Weniger (Lohn-)Arbeit für das Leben: Die Vier-in-Einem Perspektive
Die Vier-in-Einem Perspektive will aus diesen Logiken ausbrechen und einen neuen Arbeitsbegriff etablieren. Haugs Perspektive nimmt im wahrsten Sinne des Wortes das Leben als Grundlage. Die 16 Stunden, die wir nicht schlafend verbringen, werden möglichst gleichberechtigt in vier Teilbereiche aufgeteilt:
- - Erwerbsarbeit
- - Arbeit von Menschen an Menschen, Tieren oder Natur
- - Politarbeit
- - Betätigung aller Sinne (Kunst, Musik, Muße, Sprachen...)
Die einfach Faustregel lautet: Alle sollen alles tun (können). Durch die radikale Arbeitszeitverkürzung auf vier Stunden am Tag bekämen Menschen die Möglichkeit eine Vielzahl an Tätigkeiten auszuführen ohne völlig vereinnahmt von einem 40-Stunden Job zu sein. Endlich wäre die Zeit da für’s Musikmachen, Rugby spielen, den Keller ausmisten, in der Suppenküche aushelfen oder Gedichte schreiben.
Aber... aber!? Bestimmen dann nicht auch wieder andere über
meine Zeit? Ist es überhaupt möglich, dass jeder der Teilbereiche in jeder Phase des Lebens die gleiche Rolle spielt? Was ist, wenn ich finde, dass meine Mama viel besser bügeln, nähen oder abwaschen kann – muss ich das dann trotzdem tun? Oder wenn ich mehr als vier Stunden der Politarbeit widmen möchte? Eine wichtige Frage, die ich mir persönlich im Laufe des Workshops auch gestellt habe: Wie wird in der Haug’schen Perspektive eigentlich Familie konzeptualisiert? Wird die Idee der heteronormativen Kleinfamilie und dessen privilegierte rechtliche und gesellschaftliche Stellung aufgebrochen?
Das ist wahrscheinlich nur ein Bruchteil der Fragen, die einigen von uns im Kopf rumschwirren. Darauf gibt es die unterschiedlichsten Antworten und eine Diskussion über Ungereimtheiten können möglich Leerstellen der Vier-in-Einem Perspektive aufdecken. Conrads erinnert daran, dass alle diese Bereiche nur in ihrer Gesamtheit diskutiert werden können, denn sie gehören zusammen und funktionieren nur zusammen. Wer jene Teilbereiche einzeln diskutiert (wie dies heute oft der Fall ist), wird nicht aus den Logiken der gängigen Argumente ausbrechen können.
Geschlechtsspezifische Arbeitsteilungen aufbrechen
Ein großer Vorteil des Haug’schen Konzepts ist das Aufbrechen von geschlechtsspezifischer Arbeitsteilung. Da alle Menschen angehalten sind, unterschiedliche Arbeiten in den verschiedenen Bereichen auszuführen und diese möglichst gerecht untereinander aufzuteilen, werden automatische Verknüpfungen von ‚abwaschen’ und ‚Mama’ entzerrt. Es geht meinem Verständnis nach allerdings nicht darum, dass alle alles (gut) können müssen, sondern dass jede_r die Chance hat sich in den einzelnen Bereichen auszuprobieren, zu entfalten und wichtige gesellschaftliche Arbeit für sich oder andere zu leisten. Ein super Effekt: Bestimmte Tätigkeiten werden so nicht mehr an ein bestimmtes Geschlecht oder einen sozialen Stand geknüpft, sondern zur gesamtgesellschaftlichen Aufgabe.
Die meisten der Workshop-Teilnehmenden schienen am Ende große Lust zu haben mehr über alternative Konzepte des Lebens und Arbeitens zu lernen. Eine Teilnehmerin murmelte am Ende halb schmunzelnd, halb im Ernst: „Und wann geht es endlich los mit der Vier-in-Einem Perspektive? Ich kann’s kaum erwarten!“
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19:26
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Gender is Happening
von Nadine Lantzsch
"Feministische Ökonomie für anderes Leben, Arbeiten und Produzieren" hieß das Motto der Tagung "Schneewittchen rechnet ab". Beim abendlichen Open Space bekam dieses Motto den vielleicht größten Raum: Die Teilnehmenden konnten Themen und Perspektiven vorschlagen, über die sie sich mit anderen Teilnehmenden gerne austauschen wollten. Auf Expert_innenwissen kam es dabei nicht an. Jede Idee war es wert, dem Publikum vorgeschlagen zu werden. Neben postkolonialen Perspektiven auf Feministische Ökonomiekritik, unterschiedlichen Standpunkten zum Bedingungslosen Grundeinkommen sollten auch Frauendörfer und Umverteilung im eigenen Alltag Thema sein.
In kleinen Gruppen verteilten sich die vorgeschlagenen Themen über die gesamte Etage und jeder_m stand es frei, sich für wenige Minuten dazuzusetzen, sich mit eigenen Wortbeiträge einzubringen oder schlicht nur zuzuhören. Jede Person konnte über Art und Dauer ihrer Partizipation beim Open Space selbst entscheiden.
Utopien leben: Frauendörfer
Eine Teilnehmerin wollte mit anderen über die Möglichkeit und Umsetzbarkeit eines Frauendorfes nachdenken. Durch Landflucht vor allem - aber nicht nur - in den ostdeutschen Bundesländern sind viele Dörfer kaum mehr bewohnt. Die leerstehenden Häuser eignen sich daher wunderbar für die Verwirklichung eigener Utopien eines schöneren Lebens in der Gemeinschaft. Zusammen wurde frei von Zwängen überlegt, was sich jede vorstellen kann. Folgende Fragen waren den Teilnehmerinnen wichtig: Was verspricht sich jede von dieser Art des Zusammenlebens? Welche materiellen und immateriellen Güter kann sie ein- bzw. mitbringen? Welche Tätigkeiten sind Aufgabe der Gemeinschaft, was hat jede selbst zu leisten?
Den Teilnehmerinnen war es ein Anliegen, dass sich eine neue Gemeinschaft, die in ein halb verlassenes Dorf ziehen möchte, die bereits vorhandenen Strukturen würdigt und versucht, sich in diese zu Integrieren. Integrationsarbeit könnte die neu hinzugezogene Gemeinschaft zum Beispiel dadurch leisten, indem sie Sorgearbeit für Ältere übernimmt oder Waren vor Ort kauft, um die lokale Wirtschaft zu unterstützen. Auch die Eröffnung eines eigenen Ladens wurde in Betracht gezogen. Weiterhin könnte die neue Gemeinschaft das Dorf- bzw. kommunale Leben bereichern, indem sie sich lokalpolitisch betätigt und neue Impulse für die gesamte Dorfgemeinschaft oder die Kommune setzt. Auch Ökologische Aspekte waren den Teilnehmerinnen ein Anliegen: so gering wie möglich sollte die Natur durch den Zuzug neuer Bewohnerinnen in Anspruch genommen werden. Über alternative Bauweisen wurde nachgedacht, nicht jede ließe sich allerdings mit deutschem Baurecht vereinbaren.
Das Frauendorf soll nach Möglichkeit kein zeitlich begrenztes Projekt bleiben, sondern an nachfolgende Generationen weitergegeben werden oder durch Fluktuation von Bewohnerinnen aufrecht erhalten werden. Dabei ging es auch um die Frage persönlicher Konflikte: Wie kann eine Kultur geschaffen werden, in der sich jede jederzeit willkommen und wertgeschätzt fühlt, wie können Widersprüche ausgehalten werden, die sich nicht lösen lassen, ohne dass das Projekt „Frauendorf“ gefährdet ist? Eine Teilnehmerin brachte es auf den Punkt: eine solle sich nicht abschrecken lassen von Utopien. Jedes noch so ferne Ziel sei mit Willenskraft in einer bestimmten Form erreichbar. Über Utopien nachzudenken, heiße nicht, lediglich Gedankenspielerei zu betreiben, sondern ein besseres Leben für möglich zu halten und danach zu streben.
Utopien finanzieren: Gemeinschaftskonten
In der Gruppe, die über Umverteilungsmöglichkeiten im eigenen Alltag nachdachte, ging es ähnlich kreativ zu. Einen Einstieg ins Thema bildete das Gemeinschaftskonto der Prolo-Lesben Anfang der 1990er Jahre. Jede konnte dort anonym einzahlen und abheben, ohne rechtfertigen zu müssen, wofür sie das Geld brauchte. Einzige Bedingung war, dass ein bestimmter Grundstock auf dem Konto verbleiben musste, frau konnte ja nie wissen. Jede zahlte eigenverantwortlich und nach ihren finanziellen Möglichkeiten auf das Konto ein. So funktionierte das Gemeinschaftskonto mindestens zwei Jahre bis es aufgelöst wurde, weil sie sich die Gruppe auflöste.
Ähnliche Ideen gibt es heute auch noch: Gemeinschaftskontos in größeren Wohngemeinschaften, von denen Miete, Lebensmittel und materielle Dinge für den Haushalt bezahlt werden und die Höhe der Einzahlungen abhängig ist von der finanziellen Situation jeder Person. Denkbar sind auch Gemeinschaftskonten, die nicht an eine Wohngemeinschaft gebunden sein müssen und die dazu dienen sollen, autonome politische Projekte in regelmäßigen Abständen zu bespenden. Weiter wurde über die Möglichkeit nachgedacht, gemeinsame Erbschaftskonten einzurichten, um an Umverteilungsprozessen im Kleinen mitzuwirken.
Auch die Idee des Frauendorfes ließe sich mit einem Finanzierungsplan realisieren, der die unterschiedlichen ökonomischen Situationen und Positioniertheiten von Frauen mitdenkt: Unabhängig der finanziellen Situation jeder Frau kann diese Teil des Projektes werden. Die gerechte Ausbalancierung von Ressourcen und Bedürfnissen stehen im Vordergrund. Feministische Ökonomie für ein besseres Leben!
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18:55
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Gender is Happening
Bericht von der Tagung „
Schneewittchen rechnet ab. Feministische Ökonomie
für anderes Leben, Arbeiten und Produzieren“ von
Franca M'hamdi
Auf der Podiumsdiskussion im Nachmittagsblock „Alternativen & Utopien“ stellten die Soziologin Dr. Christa Wichterich, die Volkswirtin Dr. Friederike Habermann und die Politologin Christine Rudolf ihre unterschiedlichen Auffassungen von feministischer Ökonomie als Konzept und Strategie zur Diskussion.
Für Christa Wichterich ist feministische Ökonomie ein Ansatz, der das Ganze der Ökonomie in den Blick nimmt. Sowohl die Produktivität der Natur als auch die Sorgearbeit sollen als Produktionsfaktoren anerkannt werden. Da soziales Geschlecht durch Ökonomie produziert
und diese wiederum von Geschlechterverhältnissen geprägt ist, sollen Ungleichheitsmomente als Prozess in der Ökonomie erkannt werden. Das Ziel ist, sowohl die einzelnen Atkeur_innen wie auch übergreifende Machtstrukturen im globalen Kontext sichtbar zu machen. Hierbei steht die Logik von Versorgung und sozialer Reproduktion im Vordergrund, anhand derer Kritik an der kapitalistischen Verwertungslogik geübt wird. Wichterich betont, dass die feministische Ökonomie kein abstraktes Analyseinstrument ist. Sie sei eine Strategie, mit der Konflikte in als nicht
system-relevant gewerteten Bereichen aufgefangen und mit der Möglichkeiten zur Veränderung der Mainstream-Ökonomie aufgezeigt werden können. Als Beispiel hierfür nennt sie die Unterstützung und Sichtbarmachung der Arbeitskämpfe von Hebammen und Kita-Angestellten. Als wissenschaftliches Konzept sei feministische Ökonomie in so fern wichtig, als sie der neo-klassischen Ökonomie, also dem hegemonialen Konzept an Universitäten, eine wissenschaftliche Alternative entgegensetzt.
Für Friederike Habermann ist feministische Ökonomie ebenfalls ein anti-hegemonialer Ansatz, der Schwerpunkt liegt für sie auf der
Sichtbarmachung von Inklusions- und Exklusionsmechanismen. Das primäre Ziel ist die Erlangung von Herrschaftsfreiheit, wobei der globale Kontext mit gedacht werden muss. Konkret verhandelt sie dies am Beispiel von Frauen* im globalen Norden, deren Karrieren teilweise dadurch ermöglicht werden, dass migrantisierte Frauen* ihre Sorgearbeit übernehmen. Sie fragt, wo denn global gesehen der Mehrgewinn sei, wenn diese dafür ihre eigenen Kinder im Heimatland lassen müssen. Für Habermann steht fest, dass die kontemporäre Realpolitik so viele Folgekatastrophen nach zieht, dass die Mainstream-Ökonomie als gescheitert bezeichnet werden muss. Die Lösung sieht sie in alternativen Ansätzen, die sich im Alltag entfalten müssen. Die feministische Ökonomie soll Lebensweisen aufzeigen, die alternative Identifikationspunkte schaffen. Diese sind mangels Vorgesehenheit im liberalen Karrieremodell, dass den weißen Mittelstandsmann als Idealtypus setzt, in der Regel weder benennbar noch greifbar.
In Abgrenzung zu Wichterich und Habermann stellt Christine Rudolf die Eignung von feministischer Ökonomie als Ansatz und Strategie in Frage. Da diese die Mainstream-Ökonomie als Ausgangspunkt nimmt,unterwirft sie sich auch den Marktmechanismen dieses Modells. Rudolf plädiert für einen weniger wissenschaftlichen Ansatz, der von den in der Praxis Betroffenen ausgeht. Diesen sollte es freigestellt sein, ob und wie sie in den als Krise definiertem Jetzt-Zustand des bestehenden Systems hineingehen wollen. Konkret schlägt sie vor, ein Instrument wie Gender Budgeting (öffentliche Gelder, die geschlechtergerecht verteilt werden sollen) den Bedürfnissen entsprechend zu verteilen. Sie setzt auf Strategien wie Betroffenenbefragungen, um vorgegebene Einteilungen wie Privatheit und Parteipolitik zu überwinden. Daran verhandelt sie auch die Begrenztheit von alternativen Modellen im Alltag. Gerade beim Instrumentarium Gender Budgeting sei Berlin das einzige Bundesland, in dem Bürgerinitiativen überhaupt involviert seien.
Im Anschluss an die Diskussion blieb Platz für Fragen. Einer Teilnehmerin war der Begriff Gender Budgeting nicht klar geworden. Dieser wurde am Beispiel des Betreuungsgeldes als Konzept erläutert, dass die konkreten Auswirkungen auf soziale Rollen in die Verteilungspraxis von Geldern mit einbezieht. So hat zum Beispiel die Einführung des Betreuungsgeldes den Effekt, dass in Zukunft mehr Frauen* zur Betreuung ihrer Kinder zu hause bleiben. Die von einer Teilnehmerin geäußerte Ambivalenz in Sachen Solidarisierung mit Projekten und/oder Gruppen wurde mit dem Hinweis auf die genaue Reflektion dessen beantwortet, mit wem, zu welchem Zweck und mit welchem Ziel für was gekämpft werden soll. Wie schon beim Vortrag „Gutes Leben jenseits des Wachstums – Entwürfe und Kritik feministischer Ökonomik“ am Vormittag blieb auch bei der Podiumsdiskussion „Was kann feministische Ökonomie leisten?“ verhältnismäßig wenig Raum für Publikumsfragen. Insgesamt konnten nur diese beiden verhandelt werden, was von den Teilnehmenden bedauert wurde.
Am wichtigsten fand ich persönlich die konzeptionelle Kritik, die feministische Ökonomie als ausreichende Strategie zum Erreichen von Herrschaftsfreiheit in Frage stellt. Für mich war auffällig, dass im Verlauf der Tagung das Wirtschaftssystem, zu dem Alternativen aufgezeigt werden sollen, an keiner Stelle als westlich zentriertes markiert war. So entstand der Eindruck einer universellen Gültigkeit, wobei außer Acht gelassen wird, dass zum Beispiel die kritisierte Trennung von Erwerbs- und Reproduktionsarbeit durchaus nicht in allen Teilen der Welt besteht. Für mich als Beobachtende stellte sich im Anschluss daran die Frage, wie strategisch erreicht werden kann, eine Tagung wie „Schneewitchen rechnet ab“ sowohl im Hinblick auf die eigene Positioniertheit als auch auf die Teilnehmenden inklusiver zu gestalten. Bei der Betonung vom feministischer Ökonomie als Strategie, die "Inklusions- und Exklusionsmechanismen aufzeigen und Kritik an der Fokussierung des Karrieremodells auf den weißen Mittelstandmann üben will" (Habermann), war es doch auffällig, dass außer zwei Dokumentierenden und einer Workshop-Veranstaltenden keine Frauen* of Color im Publikum oder unter den Expert_innen zu finden waren. Dieser Punkt wurde in der folgenden Veranstaltung im Open Space nochmals aufgegriffen, um in selbst organisierter Gruppenarbeit nach Lösungsansätzen dafür zu suchen.
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Gender is Happening
Bericht von der Tagung "Schneewittchen rechnet ab. Feministische Ökonomie für anderes Leben, Arbeiten und Produzieren."
von Afriyie Adwiraah
Teppich
Künstlerische Intervention
Krarque & Jamari?
Zwei Frauen* bahnen sich ihren Weg durch einen riesigen Teppich aus Löchern und Fetzen. Zu Beginn scheinen sie Wert darauf zu legen, dass alles in geordneten Teppichbahnen liegt. Sorgsam wird der Teppich ausgelegt und in Form gebracht. Doch dann steigen sie ein. Es scheint, als wollten sie durch jede Lücke, die sich ihnen bietet schlüpfen. Oder ziehen sie sich den Teppich über, wie ein riesengroßes Gewand? Immer mehr verstricken sie sich und können sich am Ende kaum bewegen, ohne aus dem Gleichgewicht zu geraten. Sie mühen sich redlich, keuchen erschöpft, kämpfen, wollen weiter, bewegen sich aufeinander zu, kommen sich nahe und behindern sich doch gegenseitig und am Ende fallen sie, sind zu verstrickt in das Gewirr, das sie selbst um sich herum gebildet haben. Dann fällt der Ausstieg überraschend leicht, der Teppich wird schnell wieder entwirrt und abgelegt. Beiden haben sich befreit und zurück bleibt nur ein Haufen Teppich.
Open Space - Gute Arbeit, wie geht das aus feministischer Perspektive?
Bei einem Open Space werden die Themen spontan von den Teilnehmer_innen eingebracht. Jede_r kann sich dann entscheiden, welches Thema ihn_sie am meisten interessiert und sich einer Gruppe anschließen, die das Thema dann gemeinsam diskutiert.
Die Themen, die beim Open Space bearbeitet wurden waren folgende:
- Bedingungsloses Grundeinkommen aus feministischer Perspektive
- Gestaltung der Arbeitswelt. Gute Arbeit, wie geht das aus der feministischen Perspektiv?
- Umverteilung. Beispiel Umverteilungskonten in der Praxis
- Krise und Proteste
- Frauendorf – Ins Tun und Umsetzen kommen
- Dekolonialer Aspekt und feministisches Selbstverständnis
Ich entschied mich für den Workshop „Gute Arbeit, wie geht das aus feministischer Perspektive?“
Thema hier war der Index "Gute Arbeit", der seit 2007 jährlich vom DGB veröffentlicht wird. Dieser oft zitierte Index wurde gemeinsam von DGB und Einzelgewerkschaften entwickelt und soll die Arbeitsqualität in Deutschland und in den Betrieben aus Sicht der Beschäftigten beschreiben.
Die Leitlinie des DBG, was Gute Arbeit ausmacht, liest sich so:
„Der Mensch hat ein Recht auf Gute Arbeit. Ein Recht auf eine Arbeit, in der er Wertschätzung und Respekt erfährt. Ein Recht auf Arbeitsbedingungen, die er auch als abhängig Beschäftigter mitgestalten kann. Ein Recht auf eine Arbeitsgestaltung, durch die seine Gesundheit und seine Persönlichkeit gefördert werden. Ein Recht auf ein Arbeitsentgelt, das seiner Leistung gerecht wird und ihm ein Leben in Würde ermöglicht.“
So weit so gut. Schneewittchen rechnet ab, doch anscheinend haben hier nur die sieben Zwerge gerechnet. Beim Erstellen des Indexes "Gute Arbeit" wurde die Perspektive von weiblichen Arbeitnehmern weitgehend vernachlässigt. Was Gute Arbeit ausmacht, basiert auf Fragen zu unterschiedlichen Aspekten der Beschäftigung, die Arbeitnehmer_innen gestellt wurden. Doch was sind das für Fragen, wenn Aspekte, die besonders Frauen* betreffen, nicht mitgedacht bzw. nur am Rande erwähnt werden? Beispielsweise kommen sexuelle Übergiffe und Mobbing im Index nicht vor. Leiharbeitsverhältnissse, Mini-Jobs, die meist von Frauen* ausgeübt werden, kommen ebenfalls im Index nicht vor.
In dem Workshop „Gute Arbeit, wie geht das aus feministischer Perspektive?“ haben wir uns deswegen selbst die Frage gestellt, was gute Arbeit für uns persönlich bedeutet. Wie sähe ein Arbeitsleben aus, welches wir selbst als gut bewerten würden.
Zunächst war es uns wichtig, den Arbeitsbegriff auszuweiten, da er, nur auf die jetzige Erwerbsarbeit beschränkt, viel zu kurz gefasst ist und wichtige Bereiche des Lebens ausblendet. Hierzu zählen zum Beispiel Sorgearbeit und Reproduktionsarbeit, wie Pflege und Betreuung von Kindern und Angehörigen oder unbezahlte Hausarbeit, politische Arbeit, künstlerische Arbeit, Entwicklung von neuen Ideen, die Weiterentwicklung des eigenen Selbst und vieles mehr.
Jede_r Teilnehmer_in in der Gruppe machte sich dazu eigene Gedanken und hielt sie auf einer Karte fest, so dass wir am Ende eine große Sammlung von Dingen hatten, die Gute Arbeit aus feministischer Perspektive beschreiben.
Wichtig war den Teilnehmer_innen der Einfluss auf das Produkt ihrer Arbeit. Die Tätigkeit sowie ihr Produkt sollte sinnvoll sein. Produkte sollten außerdem sozial und ökologisch nützlich sein, Menschen, Tiere und Umwelt sollten geschützt und nicht ausgebeutet werden.
Die Arbeit sollte den eigenen Interessen entsprechen, bzw. bei der Arbeit sollte keine Entfremdung von den eigenen Interessen stattfinden.
Ein weiterer wichtiger Aspekt war die Anerkennung, die Menschen für ihre Tätgikeit erfahren.
Arbeit sollte außerdem abwechslungsreich sein und keine Monotonie aufkommen lassen.
Es sollte keinen Zeitdruck geben, etwas in einer bestimmten Zeit zu produzieren.
Arbeit sollte existenssichernd sein und daher spielte auch die Sicherheit des Arbeitsplatzes eine wichtige Rolle.
Arbeit sollte mobbingfrei und sein und geschützt vor sexueller Gewalt.
Es sollte Zeit da sein für neue Ideen. Ideen sollten der Ideen wegen entstehen können und nicht auf Innovationsdruck hin.
Arbeit sollte genügend Freiräume für andere Dinge lassen. Es sollte auch möglich sein, die eigene Arbeitskraft mehreren unterschiedlichen Interessen parallel zu widmen.
Notwendige aber unangenehme Arbeiten sollten solidarisch aufgeteilt und nicht deligiert werden.
Nach der Betrachtung der oben genannten Punkte, die von den Teilnehmer_innen genannt wurden, gingen wir in die Diskussion. Welches wichtige Aspekte bei der Betrachtung von Arbeit sind, kann je nach Perspektive sehr unterschiedlich ausfallen. In der Diskussion innerhalb der Gruppe kristallisierte sich heraus, dass in unserer Gesellschaft häufig eine gut bezahlte Arbeit als „gute Arbeit“ angesehen wird, während aus feministischer Perspektive die Sinnhaftigkeit der Arbeit eine viel größere Rolle spielen sollte.
Bei der Erstellung des DGB-Indexes wurde diese Perspektive jedoch außer Acht gelassen. Wesentlich Fragen wurden den Teilnehmer_innen bei den Umfragen gar nicht gestellt. Daraus schlossen wir, dass Frauen* anscheinen bei traditionellen Gewerkschaftsverbänden, wie so oft bei ökonmischen Fragen, ausgeblendet und nicht mitgedacht werden. Wie eine Diskussionsteilnehmerin bemerkte: „Der Index wird ständig zitiert, aber nicht kritisiert.“
Am Ende des Workshops waren sich die meisten einig, dass sie sich in dieser Richtung weiter engagieren wollten. Da der Zeitrahmen auf der Tagung zu eng war, wurde beschlossen, ein Folgetreffen zu organisieren, bei dem dann ein besserer Index für „Gute Arbeit“ und zwar aus feministischer Perspektive erarbeitet werden könnte.
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23:11
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Gender is Happening
Bericht von der Tagung "Schneewittchen rechnet ab. Feministische Ökonomie für anderes Leben, Arbeiten und Produzieren."
von Afriyie Adwiraah
Im zweiten Teil der Tagung fand ein „World-Café“ statt, in welchem die Teilnehmer_innen das Thema Ökonomie aus drei ganz verschiedenen Perspektiven beleuchten konnten. Ulrike Schramm-de Robertis, Llanquiray Painemal und Elisabeth Voß stellten jeweils ihre Themen bzw. ihre Arbeit in einer kleineren Gruppe vor, in der anschließend diskutiert werden konnte. Ergebnisse aus diesen Gesprächen konnte dann von den Teilnehmer_innen mit in die nächste Gruppe getragen werden, so dass sich interessante Anknüpfungspunkte und Parallelen ergaben. Leider reichte die Zeit nur für zwei World-Café Besuche aus, so dass wir uns für zwei Themen entscheiden mussten.
Respekt bei Lidl?
Die Reise durch das World-Café beginnt bei mir mit Ulrike Schramm-de Robertis, Autorin und freiberufliche Schulungsreferentin für Betriebsräte und Arbeitnehmer_innen. Ulrike Schramm-de Robertis gründete einen der ersten Betriebsräte bei Lidl und ist gleichzeitig Leiterin einer Lidl Filiale.
Sie erzählt uns Teilnehmer_innen anschaulich davon, wie es früher bei Lidl zuging, von Mobbing, sexueller Belästigung und Arbeit die krank machte. Vierzig Prozent der Frauen, die mehr als zehn Jahre bei Lidl gearbeitet hatten, hatten schwere gesundheitliche Probleme, verursacht durch harte körperliche Arbeit, wie bespielsweise die Arbeit im Lager und das Verrücken von Paletten. Dazu kamen äußerst niedrige Löhne und ein sehr schlechtes Arbeitsklima. Dinge, die im Tarifvertrag geregelt waren, wurden einfach nicht eingehalten, die Mitarbeiter_innen machten haufenweise unbezahlte Überstunden.
Die schlechten Arbeitsbedingungen bei Lidl gingen vor ein paar Jahren durch die Presse und ich erfuhr, dass in dieser Zeit auch insgesamt fünf Betriebsräte gegründet wurden. Fünf Betriebsräte in fünf Lidl-Filialen, das ist nicht besonders viel bei über 40.000 Beschäftigten. Trotzdem hat sich, seitdem es Betriebsräte bei Lidl gibt, sehr viel verbessert am Arbeitsklima, nicht zuletzt durch die Öffentlichkeitsarbeit der Betriebsräte. Letztendlich war es der gesellschaftliche Druck, der das Unternehmen zum Umschwenken bewegte. Tarifverträge werden nun eingehalten, dazu gehören bezahlte Überstunden und ein Mindestlohn von zehn Euro pro Stunde. Im Vergleich zu anderen Discountern, wo manchesmal nur sechs Euro pro Stunde gezahlt werden, ist das ein großer Erfolg, sagt Ulrike Schramm-de Robertis, für sie ist Lidl nach 6-7 Jahren des Kampfes der Betriebsräte, zum fairsten Arbeitgeber unter den Discountern geworden.
Die Gründung von weiteren Betriebsräten, die die Position der Mitarbeiter_innen stärken könnten, ist allerdings ein Problem, erfahre ich dann überraschender Weise. Denn Betriebsräte werden weiterhin nicht gerne gesehen beim Lidl Konzern. Es war ein regelrecht aufreibender Kampf, der mit viel Mobbing einherging, den ersten Betriebsrat zu gründen, erzählt Ulrike Schramm-de Robertis. Viele seien von den Erfahrungen der Betriebsratsgründer_innen regelrecht abgeschreckt und würden sich nun mit dem Erreichten zufrieden geben. Weiter Betriebsräte werde es wohl erst geben, falls sich die Arbeitsbedingungen wieder verschlechtern sollten.
Mir kommt der Gedanke, dass ich dieses Phänomen kenne. Auch das Thema Feminismus und Frauenbewegung ist nicht zu letzt für viele kein Thema mehr, weil sich viele mit dem Erreichten zufrieden geben. Wie die Lidl Mitarbeiter_innen motiviert werden könnten, sich zu organisieren, fragen wir uns. Leider kommen wir nicht mehr zu einer tiefergehenden Diskussion, weil die Zeit in der Gruppe schon um ist, und wir nun zu einem anderen Tisch und einem anderen Thema wechseln. Das ist das Konzept eines World-Cafés und so setze ich mich an den nächsten Tisch zu Llanquiray Painemal von RESPECT Berlin.
Gewerkschaft und Hausarbeit?
RESPECT ist ein Zusammenschluss von lateinamerikanischen und deutschen Frauen, die sich für die Rechte von Migrantinnen in der bezahlten Hausarbeit stark machen. Das Ziel der Frauen ist es sich zu organisieren, Migrantinnen über ihre Rechte aufzuklären und besser zu informieren, und zwar unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus, z.B. über Mindestlöhne und Arbeitsverträge oder auch über das Vorgehen vor Gericht.
Hierfür gibt es einmal im Monat ein Treffen, zum Erfahrungsaustausch und Netzwerken, außerdem finden Informations-Workshops statt.
Das Netzwerken, das ist der Hauptaspekt der Arbeit von RESPECT, wird deutlich. Die Zusammenarbeit der Frauen, die teilweise ohne Aufenthaltsgenehmigung in Deutschland leben und arbeiten, funktioniert nur über die Community und das Vertrauen untereinander. Es gibt, abgesehen von den monatlichen Treffen, keine große Öffentlichkeitsarbeit oder einen Verwaltungsapperat. Informationen und Tipps aus der eigenen Erfahrung werden untereinander weitergegeben. Jede unterstüzt jede, z.B. bei der Job- und Wohnungssuche oder der Kinderbetreuung. Die Informationen werden durch Mund-zu-Mund-Propaganda weitergetragen und auch das monatliche Treffen spricht sich so herum, ohne groß angekündigt zu werden.
Seit 2009 gibt es eine Kooperation mit Verdi. Es war ein langer Weg, bis Verdi sich überhaupt zu einer Zusammenarbeit bewegen ließ, sagt Llanquiray Painemal, und auch jetzt läuft es eher schleppend und es passiert nicht viel.
Die Unterstützung von Verdi beschränkt sich auf die Bereitstellung eines Raumes für die monatlichen Treffen. Außerdem gibt es noch eine Beratungsstelle zu Arbeitsfragen, die allerdings nur zwei Beratungstermine im Monat anbietet. Hauptsächlich wird hier beim Verfassen von Anschreiben an den_die Arbeitgeber_in unterstüzt, z.B. wenn Löhne nicht ausgezahlt wurden.
Es ist schwierig, Verdi dazu zu bewegen, sich mehr für die Interessen der Migrantinnen einzusetzen. Gleichzeitig ist es für Migrantinnen ohne ein geregeltes Arbeitsverhältnis oft schwierig, Mitglied bei Verdi zu werden. Meistens werden ihnen bürokratische Hürden in den Weg geschoben, z.B. die Voraussetzung eines eigenen Bankkontos.
Es gibt nur wenige Menschen bei Verdi, die für die Problem der Migrantinnen sensibilisiert sind. Die meisten schreckt das Thema "Schwarzarbeit" und Illegalität ab, die Frauen und ihre Lebensrealität dahinter sehen sie gar nicht.
Die politische Forderung, für die sich auch Verdi einsetzen sollte, wäre die Aufhebung der Illegalität, „Papiere für alle“, aber damit kann Verdi nichts anfangen, sagt Llanquiray Painemal. Den Migrantinnen dagegen fehlen auch oft die Ressourcen, um dafür zu kämpfen, dass sie gehöhrt werden. Um sich zu organisieren und zu kämpfen braucht man Zeit, Energie und vor allem Selbstbewußtsein. Doch das bleibt häufig auf der Strecke, wenn der Status der Illegalität auf einem lastet und die Arbeit die man leistet wenig gesellschaftliche Anerkennung erfährt, geschweige denn eine angemessene Bezahlung.
Was würde denn helfen, wie kann ich helfen? Fragt eine Teilnehmerin. Die Antwort ist, dass das es zwei Ebenen gibt, auf denen Unterstützung stattfinden kann: Die politsche Ebene, in der das Thema Hausarbeit nach Außen hin einfach viel sichtbarer gemacht werden muss. Mehr Wertschätzung für diese Arbeit wäre wichtig und damit einhergehend natürlich eine bessere Bezahlung. Doch es gibt auch eine praktische Ebene, über die Hilfe geleistet werden kann. Hilfe, wie sie auch bereits innerhalb des RESPECT Netzwerkes stattfindet. Unterstützung z.B. durch alternative, solidarischere Lebensformen, wie z.B. gegenseitige Kinderbetreuung oder auch Bankkonten, die gemeinsam geführt werden, wären denkbar.
Wie ließe sich Hausarbeit aufwerten? Das ist eine weitere Frage, die aufkommt. Im Moment lässt sich eher eine Verlagerung dieser wenig Anerkennung bringenden Arbeit beobachten. Frauen hierzulande machen sich durch die zunehmende Berufstätigkeit von dieser Arbeit frei. Doch das Problem wird eigentlich nur an die Haushaltshilfe, die dann die Arbeiten zu einem niedrigen Lohn erledigt, weitergeschoben.
Wir enden in unserer Diskussion damit, dass die Probleme und Lösungen für eine Ökonomie aus feministischer Perspektive nicht national sondern weltweit gedacht werden müssen.
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Gender is Happening
Bericht von der Tagung "Schneewittchen rechnet ab" am 3.11.2012,
von Magda Albrecht
Rund 80 Interessierte haben sich am Samstagmorgen in der Werkstatt der Kulturen eingefunden und verfolgen im großen Saal die Performance der ersten Künstlerin des Tages: Joy Harders künstlerische Intervention “Ökonomie und Kunst: Recherche I” erntet so einige Lacher, während sie auf quietschenden Gummienten und mit Salatblättern um den Kopf gewickelt patriarchalische und gewinnorientierte Regeln (nicht nur) in der Kunst in Frage stellt.
Ich bin noch mit dem Ankommen beschäftigt, freue mich über Saft, Obst und Kekse und darüber, dass hier Menschen unterschiedlichen Alters zusammengekommen sind. Kurz vor 11 beginnen die Workshops und Vorträge im Bereich “Konzepte”, in dem grundlegende Ansätze und Richtungen der feministischen Ökonomie(kritik) behandelt werden.
Ausgestattet mit einem Kaffee und einer Handvoll Kekse setze ich mich in den Workshop der Kulturwissenschaftlerin und Kommunikationstrainerin Deborah Ruggieri zu „Zukunftsmusik. Warum Ökonomie die Genderperspektive braucht“. Ich saß schon einmal in einem Vortrag von Ruggieri und freue mich auf die charismatische Trainerin, die nach eigenen Aussagen in Gremien und auf Mainstream Ökonomie-Tagungen die „Dame sei, die die Genderfahne hochhält“.
Wir sind knapp 20 Teilnehmende mit sehr unterschiedlichen Wissensständen, wie sich nach einer kurzen Vorstellungsrunde herausstellt: Hier sitzen u.a. Jurist_innen, Germanist_innen, Gender Studies Student_innen und Ökonom_innen. Viele Teilnehmer_innen kommen aus der Wissenschaft oder haben zumindest studiert, nur wenige arbeiten im weiblich dominierten und schlecht bezahlten Bereich der Sorgearbeit. Unbezahlte Sorgearbeit leisten die meisten von uns, aber nur ein Bruchteil der Teilnehmenden verdient das täglich Brot in der marktbasierten Dienstleistung.
So fällt an der Zusammensetzung dieser Gruppe auf: Wichtige Expert_innen-Meinungen aus der Praxis zu prekären Arbeitsbedingungen, Niedriglöhnen und zunehmenden Effizienzdenken in der bezahlten Sorgearbeit fehlen somit leider. Ich frage mich, ob das nur in diesem Workshop so ist oder ein generelles Charakteristikum der Tagung.
Feministische Ökonomie als Forschungsfeld
Eine zentrale Frage dieses Workshops ist, ob sich Kritik an den hiesigen Strukturen orientieren sollte oder lieber von Anfang an außerhalb des heute vorstellbarem theoretisiert werden müsse. Klar ist, dass solche riesigen Fragen kaum in 90 Minuten geklärt werden können, aber es ist eine gute Frage für den Hinterkopf, wenn mensch an politischen Ideen werkelt.
Ruggieri gab uns nach der Vorstellungsrunde einen Überblick über die feministische Ökonomie als Forschungsfeld, welche von unterschiedlichen Ansätzen und Ideen geprägt ist. Wichtige feministische Interventionen in Mainstream-Ökonomie bestehen zum einen darin Geschlecht als Analysekategorie überhaupt sichtbar zu machen und zum anderen das Konzept des männlich-kapitalistisch geprägten ‘Homo Oeconomicus’ zu kritisieren, welches klassischen ökonomischen Konzepten zu Grunde liegt. Die Vorannahme, dass wir alle „egoistische Nutzenmaximiererinnen und -maximierer“ seien, die nach bestimmten Modellen und Berechnungen agieren, sei ein Menschenbild, welches kaum der Realität entspräche und so auch dazu führe, dass die Geschlechterperspektive außen vor bleibt, so Ruggieri.
„Man kann immer schneller Autos produzieren, aber nicht schneller pflegen oder Kinder aufziehen“ (Mascha Madörin)
Eine dritte wichtige Forderung feministischer Ökonom_innen bestehe darin, die soziale Reproduktion – also unbezahlte Sorgearbeit – in die Betrachtung der Ökonomie mit einzubeziehen – eine Arbeit, die in der Mehrheit von Frauen* geleistet wird und keine Rolle spielt, wenn es darum geht, gesellschaftlichen Wachstum zu messen (dieser wird durch das Bruttoinlandsprodukt gemessen).
Eine Teilnehmerin erzählt in diesem Zusammenhang davon, wie Millionen von Euros in Forschungen zur Effizienzsteigerung im Bereich Sorgearbeit investiert werden, ganz nach der Logik: Welche Handlungen können automatisiert ablaufen, wo kann Zeit gespart werden? Eine andere Person merkt an, dass dies ja bereits durch den Begriff
Care Economy veranschaulicht wird und kritisiert die stetig steigende Ökonomisierung von Sorgearbeit. Eine dritte Teilnehmerin bestätigt diesen Trend und erzählt von ihrem Beruf im Bereich Pflege, in dem sie jeden einzelnen Vorgang aufschreiben muss, z.B., wenn sie mit einer Patientin auf die Toilette geht.
Ruggieri verweist in ihrem Input darauf, dass es alternative Ansätze zu diesem Trend der Ökonomisierung von Sorgearbeit gibt, die unter dem Sammelbegriff “people-centered development“ zusammengefasst werden, was so viel heißt wie: nach den Bedürfnissen von Menschen ausgerichtete Konzepte. In diesen Ansätzen werden „Armuts- und Diskriminierungsbekämpfung, Verteilungsgerechtigkeit, soziale Inklusion und Entwicklung der menschlichen Fähigkeiten“ als Ziele makroökonomischer Politik formuliert.
„Dass das nicht selbstverständlich für alle ist, kann ich einfach nicht verstehen!” ruft eine Teilnehmerin daraufhin ungläubig. Im Laufe des Workshops stellte ich mir diese Frage mehrmals: Ist das nicht alles total logisch, was wir hier besprechen? Ich habe zwar die meisten der Theorien überhaupt nicht gelesen und würde wahrscheinlich auch einiges nicht auf Anhieb verstehen, aber dass Kapitalismus enorm von geschlechtlicher Arbeitsteilung und von diversen Formen der Diskriminierung profitiert, ist so sicher wie die Tatsache, dass ich nach dem Workshop einen zweiten Kaffee brauche.
„Wir wollen kein größeres Stück vom vergifteten Kuchen” (Devaki Jain)
Das Fazit des Workshops klingt für viele wahrscheinlich banal, aber einige von uns fangen auch gerade erst an, sich eingängig mit feministischer Ökonomie(kritik) zu befassen: So sind sich eigentlich alle sicher, dass konsequenter die Machtfrage gestellt werden muss.
Frauenpolitische Forderungen wie z.B. die Quote oder das bloß Hinzuaddieren von geschlechtersensiblen Politiken in klassische ökonomische Theorien scheinen erste Schritte zu sein, aber in der Konsequenz zu wenig: In Anlehnung an Jains Zitat geht es eher darum, einen neuen Kuchen zu backen, als sich mit der Hälfte des vergifteten zufrieden zu geben.
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16:11
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Gender is Happening
von
Nadine Lantzsch
Wachstum gilt innerhalb der Mainstream-Ökonomie und in der heutigen westlich geprägten Wirtschaftspolitik als erstrebenswertes Ziel. Gerechtfertigt wird die Orientierung an Wachstum innerhalb einer nationalstaatlich und kapitalistisch organisierten Gesellschaft mit allerlei Gründen: Wachstum führe zu einer höheren Bedürfnisbefriedigung und zu einem erhöhten Steueraufkommen, was wiederum dem Wohlfahrtsstaat diene und deshalb Frieden und Demokratie schütze. Arbeitsplätze würden durch Wachstum gesichert, Maßnahmen zum Schutze der Umwelt können ermöglicht und bezahlt werden, Umverteilung von Reichtum geschehe in einer Wachstumsgesellschaft von oben nach unten. Wachstum gelte als zutiefst „menschlich“, weil der Mensch an sich angeblich stets nach mehr und Höherem strebe.
Auf der Tagung „Schneewittchen rechnet ab. Feministische Ökonomie für anderes Leben, Arbeiten und Produzieren“ wurde den gängigen Begründungen, warum Wachstum erstrebenswert sei, etwas entgegengesetzt. In einem Panel zu „Wachstumskritik in der Feministischen Ökonomie“ kritisierten Dr. Tanja von Egan-Krieger und Dr. Barbara Muraca Wachstum dahingehend, dass die wirtschaftspolitische Orientierung an Wachstum eigene Produktionsgrundlagen gefährde und nicht berücksichtigt werde, dass Ressourcen und Produktionsmittel weder aus dem Nichts entstehen noch einer Gesellschaft unbegrenzt zur Verfügung stehen. In der Mainstream-Ökonomik seit Adam Smith sei Warenwohlstand zentrales Thema, deshalb müssten ständig Waren produziert werden, um Wohlstand zu sichern. Deshalb gelte lediglich Erwerbsarbeit als produktiv. „Soziale und ökologische Produktivität werden somit aus der ökonomischen Mainstream-Theorie herausgetrennt oder bestenfalls in den sogenannten reproduktiven Bereich verbannt“, führt von Egan-Krieger aus.
Reproduktivität innerhalb der ökonomischen Mainstream-Theorie ist für sie ein Konstrukt, um die Hierarchisierung zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit aufrechterhalten zu können. Das Machtgefälle im Geschlechterverhältnis ist also bereits in dieser Theorie eingeschrieben und wird durch die Wirtschaftspolitik permanent aktualisiert, ebenso die Ausbeutung natureller Ressourcen. Eine an Wachstum orientierte Wirtschaft ist also gar nicht in der Lage die Bedürfnisse der Mitglieder einer Gesellschaft zu befriedigen und die angeblich finanzierbaren Umweltschutzmaßnahmen sind lediglich Symptombekämpfung. Von Egan-Krieger stellt nach ihrer kurzen kritischen Einführung ein Modell alternativen Wirtschaftens vor – das Reproduktionsmodell nach Sabine Hofmeister und Hans Immler, das nicht auf Wachstum angelegt ist, die Produktion von Waren nicht im Vordergrund von Wirtschaften stehen. Ausgangslage für das Modell ist die Produktivität der Natur. Das, was aus der Natur für die menschliche Bedürfnisbefriedigung produziert wird, soll wieder zurückfließen können, also reproduziert werden. Dieser ressourcenschonende und nachhaltige Umgang mit der Natur soll ermöglichen, dass auch zukünftige Generationen leben und wirtschaften können. Gleichzeitig wird der Arbeitsbegriff aufgebrochen und erweitert: Nicht mehr allein Erwerbs- und Haus- bzw. Sorgearbeit sind zentral, sondern jede Form der Arbeit, die Mensch und Natur zugute kommt, wird als wertzuschätzende Arbeit erfasst. Die Trennung von Arbeit in produktiv-wertvolle und reproduktiv-wertlose Tätigkeiten wird aufgehoben, dementsprechend sind alle Arbeitsformen im Reproduktionsmodell potentiell entlohnbar, weil gleichwertig.
Im Anschluss stellte Dr. Barbara Muraca dem Wachstumszwang der kapitalistischen Marktlogik den von Martha Nussbaum und Amartya Sen inspirierten Fähigkeitenansatz gegenüber. Ziel von Wirtschaften solle viel mehr ein gutes Leben sein. „Allerdings ist das gute Leben scheinbar unbestimmt. Die Definition darüber, was das gute Leben ausmacht, wird dem gesellschaftlichen Diskurs überantwortet“, so Muraca. Implizit werden dennoch Festlegungen getroffen, beispielsweise die ständige Aufforderung zur privaten Rentenvorsorge. Warum diese überhaupt nötig ist und wer sie sich eigentlich leisten kann, wird hingegen selten thematisiert. Muraca wünscht sich eine explizite Erörterung darüber, was das gute Leben ausmacht. Im Fähigkeitenansatz, der das gute Leben als substantielle Freiheit definiert, sieht sie einen ersten Anstoß.
Fähigkeiten werden in diesem definiert als Dinge, die Menschen in der Lage sind zu tun oder zu sein. Diese werden benötigt, um das Leben verwirklichen zu können, was sie für wertvoll und lebenswürdig halten. Fähigkeiten stellen also die Ausgangsbedingungen des guten Lebens dar. Es geht also keineswegs nur um potentielle oder formale Fähigkeiten. Wie das gute Leben auszusehen hat, kann deshalb nicht von Expert_innen, Staat, Medien oder NGOs vorgegeben werden. Das gute Leben ist auch keine individuelle Frage des persönlichen Glücks oder Lebensstils, sondern die Verwirklichung eines menschenwürdigen, sinnstiftenden, nicht entfremdeten Lebens in der Gemeinschaft. In deliberativen Prozessen sollen daher die Gründe für die Wertschätzung bestimmter Formen der Lebensführung herausgearbeitet werden. Staat und Institutionen sollen in einem weiteren Schritt für eine gerechte Ressourcenverteilung sorgen und die substantiellen Bedingungen für alle Fähigkeiten und Tätigkeiten, die Menschen verwirklichen können, implementieren.
Mehr Informationen zum
Reproduktionsmodell und zum
Fähigkeitenansatz nach Sen und Nussbaum
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16:27
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Gender is Happening
von Marie Friese
Die Macht der Medien
Im zweiten Teil der Tagung, konnte sich zwischen drei verschiedenen Workshops entschieden werden: „Beitrag der Politik zur Subversion“, „(Selbst-) Inszenierungen im Netz“ und „Beitrag der Medien zur Subversion“. Tom Schimmeck, Journalist und Mitbegründer der taz, und Chris Köver, Redakteurin und Herausgeberin des Missy Magazines, sollten im letzteren Workshop also darüber diskutieren, wie die Medien die Darstellung der Geschlechter verändern und (mit)bestimmen.
Tom Schimmeck stellte uns ausführlich sein Buch „Am besten nichts Neues“ vor und versuchte deutlich zu machen, wie viel Macht die Medien über Geschlechterbilder haben. Am Beispiel vom Fall der Politikerin Andrea Ypsilanti wurde verdeutlicht, wie es Medien gelingt eine einzige Frau zu demontieren, ihr die Glaubwürdigkeit abzusprechen und eine politische Karriere zu verhindern. Die aktuell geforderte Frauenquote in Führungspositionen hätte an diesem niederschmetterndem Medienecho gegen Ypsilanti nichts geändert, so scheint der allgemeine Konsens der Diskussion. Denn auch Journalistinnen waren zu genüge an der Demontage Ypsilantis beteiligt.
Leider zog sich der Fall Ypsilanti durch den ganzen Workshop, sowie die anschließende Abschlussdiskussion und fing an zu viel Raum einzunehmen, weswegen dann andere Aspekte zu kurz kamen. Wie zum Beispiel die Frage danach, wie Medien unterstützt werden könnten gegen Mainstream-Meinungen zu halten und neue Geschlechterbilder zu konstruieren. Oder wie Frauen in den Medien mehr für ihre Taten als für ihr Aussehen bewertet werden können. Es fehlte schlichtweg der Ausblick in die Zukunft und Anregungen für ein Handeln im hier und jetzt.
Vorbilder schaffen mit Missy Magazine
Umso erfrischender war der Vortrag von Chris Köver, die es schaffte mit der Vorstellung ihres Missy Magazines einen Weg aufzuzeigen, wie Medien beeinflusst und verändert werden können: mensch gründet einfach selber ein neue Zeitschrift und ändert in dieser alles, was einem in den bis jetzt vorhandenen Medien stört.
2008 gründete Chris Köver, zusammen mit Stefanie Lohaus und Sonja Eismann das Missy Magazine. Sie waren genervt von der Magazinlandschaft in Deutschland und mit Hilfe einer Förderung gelang es ihnen diese fixe Idee bald in die Realität umzusetzen. Sie wollten ein feministisches Magazin, welches sich aber auch Themen der Mode und Musik widmet, gleichzeitig aber auch politische Themen aufgreift. Abgebildete Frauen im Missy Magazine bezeichnen sich nicht per se als Feministinnen, können aber als Vorbildfunktion für andere Mädchen und Frauen herhalten, weil sie etwas machen, was „cool und spannend ist“ und sie gut darin sind. Ferner gibt es in der Zeitschrift auch Beiträge zum Thema Kochen, wie zum Beispiel das Rezept für einen“ DJ-Set Kuchen“.
Doch auch an diesem Punkt bleibt für mich die Frage bestehen, was ich selbst tun kann, um Medien in eine geschlechtersensible Richtung zu verändern, ohne gleich ein eigenes Magazin zu gründen.
Frauen in der Politik
Das Abschlusspanel wurde von Prof. Dr. Gesine Schwan, Präsidentin der Humboldt-Viadrina-School of Governance, Marion Knaths, Leiterin von sheboss und Ines Pohl, Chefredakteurin der taz, bestritten. Claudia Neusüß, Gastprofessorin an der TU Berlin und Mitarbeiterin bei compassorange, moderierte die Diskussion. Leider glich diese einem Austauschforum zum Thema „Wie kommt Frau in die Politik“. Prof. Dr. Gesine Schwan reflektierte ausgiebig den Verlauf ihrer Kandidatur für das Amt der Bundespräsidentin 2004 und 2009. Sie zeigte auf, wie schwierig es für sie war in dieser Zeit als ernsthafte Kandidatin anerkannt zu werden und in Artikeln nicht nur auf ihr Äußeres, wie ihre „Vogelnestfrisur“, beschränkt zu werden. Der Umgang der Medienmacher_innen mit Angela Merkel kam ebenfalls nicht zu kurz. Sie wurde als Politikerin beschrieben, die es inzwischen wohl teilweise geschafft hat, in den Medien für ihre Politik bewertet zu werden und weniger für ihre äußere Erscheinung.
Frauen, die weder in der Politik eine Rolle spielen, Journalistinnen sind oder Führungspositionen inne haben, bekamen kaum Raum an diesem Abend. Auch die Rolle von Männern in den Medien wurde auf die Politiker Helmut Schmidt und Joachim Gauck beschränkt. Die (fehlende) Darstellung von Menschen, die sich nicht in die Logik der Zweigeschlechtlichkeit einordnen lassen (Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender) wurde thematisch nicht angeschnitten. Oder wäre diese Tagung nicht auch eine gute Gelegenheit gewesen, um das relativ flach ausgefallene Medienecho über die Stellungnahme des Ethikrates über Intersexuelle zu beleuchten?
Frauen als Medienmacherinnen
Dafür wurde die aktuelle Debatte über die Frauenquote für Journalistinnen in Führungspositionen aufgegriffen. Es wird eine Frauenquote von mindestens 30 Prozent in Spitzenpositionen von Redaktionen gefordert. Hierbei wird deutlich: Es ist längst überfällig geworden, dass Frauen sich unter die Männerdomäne der Chefredakteure mischen. Aber auch: Eine differenzierte und geschlechtersensible Berichterstattung wird es nicht per se dadurch geben, dass Frauen Medien machen. Als Beispiel kann hier wieder der Fall von Ypsilanti herangezogen werden.
Was Menschen brauchen, um einen geschlechtersensiblen Journalismus betreiben zu können, wäre hier eine gut Frage zur Vertiefung gewesen. Anstelle dieses Aspektes bekommen die Teilnehmenden der Tagung noch einen kleinen Crash-Kurs zum Thema die „Haltung der erfolgreichen Frau“. Wir machen eine Körperübung, setzen uns an den Stuhlrand und versuchen Haltung anzunehmen. Dies soll nicht nur gegen Aufregung wirken, sondern auch Männer überzeugen. Kurz danach folgt zum Glück die Kritik aus dem Publikum: „Warum lernen wir gerade hier, uns an männliche Haltungsnormen anzupassen?“
To be continued
Die Tagung vermittelte einen vielfältigen Einblick in verschiedene Themenkomplexe die Medien und Gender berühren. Es wurde deutlich, wie machtvoll Medien sind, uns im Alltag prägen und das politische Geschehen beeinflussen können. Gender matters! Doch die Chanceüber Ideen zu reden, wie wir unsere Medien gerne haben würden und wie wir zu diesem Ziel gelangen können, wurde vertan. Medien werden von Menschen gestaltet, unterliegen also auch der Möglichkeit des Wandels. Ebenfalls ging ich an diesem Tag mit der Frage hinaus, welche Konsequenzen die Erkenntnisse für mich als nicht Medienschaffende haben sollten. Wo sind meine Handlungsoptionen und Verantwortungen, welche Rolle spiele ich in der medialen Macht?
Diese Fragen werden auf der Folgeveranstaltung, die es voraussichtlich geben wird, hoffentlich berücksichtigt werden. Genauso wie das nächste Mal auch ein intersektionaler Blick Beachtung finden muss.
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15:23
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Gender is Happening
Ein Bericht von Marie Friese zur Tagung am 16.03.2012, der Friedrich- Ebert- Stiftung :
„Gender Matters! Die Macht medialer Geschlechterbilder“
Am Freitag den 16.03. lud die Friedrich-Ebert Stiftung zu einer Tagung mit dem vielversprechenden Titel “Gender Matters! Die Macht medialer Geschlechterbilder“ ein. Schon die Angebote an verschiedenen Workshops, die zwischen dem Einführungsvortrag und der Abschlussdiskussion angeboten wurden, machten Lust auf einen Tagesausflug in die Welt der Medien – natürlich stets mit Genderbrille im Gepäck.
Diesen Gedanken teilten an diesem Tage viele Menschen, die trotz schönstem Frühlingswetter zahlreich in der Friedrich-Ebert-Stiftung eintrafen. „ Im Rahmen der Tagung möchten wir der Frage nachgehen, […], wo also das Potenzial für Veränderung und für alternative Entwürfe von Geschlechterbildern liegt“, so lautet ein Auszug des Einladungstextes der Tagung, die in Medienpartnerschaft/Kooperation mit dem Missy Magazine durchgeführt wurde.
Her mit den Alternativen!
Den Einstieg machte an diesem Tag Prof. Dr. Margreth Lüneborg, Professorin an der Freien Universität Berlin im Bereich Journalistik, die sich in den letzten Jahren u.a. in dem Projekt „Spitzenfrauen im Fokus der Medien“ beteiligte. In ihrem Vortrag über „Konstanz und Wandel von Frauen- und Männerbildern“ war der Fokus allgemeiner gefasst und konzentrierte sich auf Medien und ihre Rolle als Bühne für Geschlechterinszenierungen.
Medien liefern Geschlechterrollenskripte, zeigen den Betrachter_innen, was Mannsein und Frausein ausmacht, erläutert Prof. Dr. Lüneborg. Die dadurch produzierten Geschlechterbilder können als Identifikationsangebote gesehen werden, welche ebenfalls auf geschlechtergebundende Zuschreibungen, die außerhalb der Medienwelten existieren, zurückgreifen. Damit hebt Lüneborg hervor, dass Medien nicht ungebunden von ihrer Außenwelt agieren (können). Doch auch wenn sich mediale Geschlechterbilder an „realen“ Geschlechterbildern orientieren, so bedingen sie sich gegenseitig. Deswegen müssen sich auch Medien ihrer Macht und damit einhergehend ihrer Verantwortung von transportierten Geschlechterbildern bewusst werden. Prof. Dr. Lüneborg fordert: Ein medialer Wandel stünde an, der vielfältige Identifikationsangebote schafft. Ein Wandel, der Bilder und Rollen abbildet, die über die binäre Vorstellung von „der Mann“ und „die Frau“ hinausreichen.
Mit Vorsicht zu genießen
Wenn die Hälfte junger Mädchen heutzutage aber „Topmodel“ als ihren Berufswunsch angeben, so ist dies ein klares Zeichen dafür, dass es an alternativen Identifikationsangeboten fehlt. Sendungen wie „Germanys next Topmodel“ reproduzieren weibliche Geschlechtersterotype, die sicherlich ein Teil heutiger Realität von gelebten Geschlechtervorstellungen darstellt, denen es jedoch an einem Gegenpol fehlt, um diese Geschlechterbilder zu relativieren und abzuschwächen. Und so werden die Medien und Medienmacher_innen ohne alternative Vorbilder weiterhin stereotype Darstellungen als erstrebenswerte Ideale von Männern und Frauen aussehen lassen.
Nach dem Einführungsworkshop konnte mensch sich zwischen zwei Workshops mit den Themen „Darstellung in der Journalistischen Berichtserstattung“ und „Inszenierung von Geschlecht im Unterhaltungs-TV“ entscheiden. Ich wählte letzteren Workshop und war gespannt, auf neue Serien und Filme, die es nicht nur schaffen zu unterhalten, sondern auf Geschlechtersterotype verzichten. ob es bereits einzelne Fernsehserien und Filme gibt, denen es gelingt außer zu unterhalten auch Wert darauf zu legen auf Geschlechtersteroytpe zu verzichten und Klischees über Geschlechter aufzubrechen. Bis jetzt waren mir jedenfalls keine derartigen Produktionen bekannt, die das Unterhaltungs-Fernsehen nutzten, um dem_der Zuschauer_in das Undoing Gender näher zu bringen.
Doing Science-Fiction – Doing Gender
Im ersten Input entführte uns Dr. Nadja Sennewald, Schriftstellerin und Kulturwissenschaftlerin, auf die Reise in die Welt der Science-Fiction. In ihrem Beitrag „Alien Gender - Die Inszenierung von Geschlecht in Science-Fiction-Serien“ tauchten wir in die Welt von Startrek Voyager (1987-2005) ein, ein Ausschnitt einer der sechs Science-Fiction-Serien, die Sennewald in ihrer Studie untersucht hat. „Offensichtlich fiktive Serien“ laden doch eigentlich zu spielerischen, neuen Geschlechterrollen ein, so lautet die Ausgangsüberlegung. Die Frage, ob stereotype Darstellung in Startrek Voyager gebrochen wird und eine Darstellung jenseits der Dichotomie der Geschlechter stattfindet, beantwortet uns exemplarisch die Figur von Captain Kathryn Janeway. Dieser gelingt es zwar als Captain ein Raumschiff zu leiten, unterscheidet sich aber bei näherem Hinsehen maßgeblich von ihren männlichen Kollegen in „Leitungspositionen“. So verkörpert Janeway eine Rolle, die stets instabil und unberechenbar ist. Von ihr verschuldete, außer Kontrolle geratenen Situationen werden von männlichen Personen richtig gestellt und gerettet. Frau Dr. Sennewald bringt es auf den Punkt: Frauen können die narrative Ordnung nicht herstellten, da sie selbst die Unordnung und das Chaos verkörpern.
Dass in Startrek Voyager jede Chance vertan wurde, Klischees über die Frau aufzubrechen wird auch deutlich, wenn erzählt wird, dass Captain Kathryn Janeway sich regelmäßig in andere Zeiträume beamen lässt und dort ihre romantische Seite als „Frau“ ausleben kann.
Action Girls: am Ende doch „nur Frauen“?
Doch es gibt sie, die „neuen Weiblichkeitsbilder“ in Science-Fiction-Serien und Kinofilmen. Sie werden „Action Girls“ genannt und zeichnen sich durch ein „hohes Aggressionspotenzial“ und „technische Affinität“ aus. Dennoch sind diese „Action Girls“, wie z.B. Lara Croft, nur in Teilbereichen gut und haben meistens „Co-Helfer“, die ihnen zur Seite stehen. Die Bereitschaftdieser Frauen Gewalt anzuwenden muss natürlich gerechtfertigt werden und so wird eine kriminelle Jugend und eine schwierige, nicht „typisch weibliche“ Vergangenheit zum Sündenbock für das eher „untypische“ Verhalten der Action-Frauen gemacht. Szenen, in denen ein „Action Girl“ erfolgreich aus einem Kampf herausgeht, sind auch vielfach zu sehen. Diese „weibliche Überlegenheit“ wird wiederum vielfach dadurch relativiert, dass die Frau am Ende nicht allein als Siegerin stehen bleibt, sondern erschöpft in die Arme eines Mannes fällt.
Das Fazit des Beitrages fällt ernüchternd aus: So gibt es zwar vermehrt Frauen in handlungstragenden Rollen, diese werden dann aber dargestellt, als wären sie in ihren Machtpositionen immer wieder auf die Hilfe der Männer angewiesen. Und obwohl es durchaus neue Rollenbilder gibt und Frauen nicht nur die Opferrollen zugeteilt bekommen, ist es Science-Fiction-Serien nicht gelungen, Rollenbilder zu schaffen, welche die binäre Logik von Mann und Frau verlassen.
Wissenschaft im Film: eine männliche Domäne?
Im nächsten Input verschaffte uns Prof. Dr. Flicker, Soziologin an der Universität Wien, einen Überblick über „die Geschlechterritualisierung von Wissenschaft im Mainstream-Spielfilm: 1930 bis heute“. Sie erläutert, dass die Filmanalyse auch einen Teil Gesellschaftsanalyse darstellt. Bilder der Geschlechterbesetzung in Berufen, in diesem Fall wissenschaftlichen Arbeitsfeldern, werden für viele aus medialen Bildern konstruiert. Bekommen Kinder die Aufgabe zugeteilt eine_n Wissenschaftler_in zu zeichnen („Draw a scientist“), so malen diese meistens einen Wissenschaftler. Wissenschaftsberufe sind also häufig noch immer männlich konnotiert.
Frau Prof. Dr. Flicker untersuchte mehr als 100 Spielfilme, in denen sie 7 bis 8 Stereotype von Frauen als Wissenschaftlerinnen herausarbeitete. Hier gibt es u.a. die „alte Jungfer“, die sich ganz der Wissenschaft hin gibt und Liebesbeziehungen scheut, also nie Frau und Wissenschaftlerin sein kann oder auch „die Herbe“, die einen Gegenpol zur „Weiblichkeit“ darstellt und gerne als Kettenraucherin abgebildet wird. Auch vorhanden ist „die Gute/Naive“, eine Wissenschaftlerin, welche vor lauter Naivität dann schlussendlich auch wieder von Männern gerettet werden muss. „Die einsame Heldin“ ist eine weitere Kategorie, die z.B. im Film „Contact“ von Jodie Foster dargestellt wird. Hier ist die Frau eine einsame Wissenschaftlerin im männlichen Machtapparat.
Das ein Wandel von Geschlechterrollen in den Medien stattfindet, wird auch daran deutlich, dass die Kategorisierung der Stereotype in den letzten Jahren von Frau Prof. Dr. Flicker erweitert werden mussten, da neue „Frauentypen“ in der Wissenschaft hinzukamen. So gibt es nun auch „die kluge und sexy Kampfmaschine“ und „die Zweiflerin“.
Doch zeigt das Fazit noch viel Nachholbedarf an medialer Veränderung der Geschlechterbilder auf. Es muss möglich sein, dass Wissenschaftlerinnen als Menschen dargestellt werden, die Beruf und Liebe oder Beruf und Familie vereinbaren können. Wissenschaft darf nicht als einziger Lebensmittelpunkt der Frauen inszeniert werden, nur damit eine Erklärung gefunden wird, wie es Frauen in wissenschaftliche Berufe schaffen. Das Bild der Wissenschaftlerinnen muss außerdem über die weiße Hetero-Frau hinausgehen. Frauen kommen zwar in Filmen mit Wissenschaftsthemen vor, ihre Rollen sind aber noch weit davon entfernt als Vorbild zu dienen, wie „Wissenschaft“ und „Frau-Sein“ unter einen Hut passen.
Traditioneller Tatort bricht Geschlechterklischees
Mit dem letzten Vortrag dieses Workshops erfreute uns Frau Dr. Ines Kappert, Leiterin des Ressorts für Meinung und Debatte in der taz. Dieser trug den Titel: „Die Komissarinnen sind da. Die TV-Karriere von Frauen, die viel leisten und zu wenig Spaß haben“. Obwohl in Krimis vermehrt realitätsbezogene Geschichten dargestellt werden und die Polizei ein eher männlich dominierender Bereich ist, ist zurzeit ein weltweiter Kommissarinnen-Boom zu vernehmen, leitete Frau Dr. Ines Kappert ihren Vortrag ein. Am Beispiel der wohl beliebtesten deutschen Krimiserie „Tatort“ wird gezeigt wie Frauen selbstbestimmt und kompetent auftreten können. Frauen können schießen und eigenständig Fälle lösen – erfolgreich und Kommissarin sein, bildet kein Gegensatzpaar mehr.
Aber auch die Tatortkommissarinnen müssen noch etwas dazulernen: die Vereinbarkeit von Beruf und Familie/Privatleben. Denn hier sieht Kappert das Ende des emanzipatorischen Potenzials. Während die Münsteraner Kommissare Thiel und Börne auch neben ihrem zeitaufwendigen Beruf den unterschiedlichsten Hobbies nachgehen, gelingt es den Tatort-Frauen nicht, ihre Work-Life-Balance herzustellen. Frauen, wie Charlotte Lindholm, die als erfolgreiche Ermittlerin in Niedersachsen Fälle löst, dabei aber ihr Kind und Liebesleben darunter leiden müssen.
Ansonsten mangelt es an Kommissarinnen, die nicht nur erfolgreich sind, sondern auch Fehler begehen und zu diesen stehen. Auch hier wird das Bild der Frau als viel zu „perfekt“ dargestellt. Und sind wir doch ehrlich: wer braucht Vorbilder, die fehlerfrei sind und mögen wir Thiel und Börne nicht gerade deswegen, weil sie Fehler machen dürfen? Conny Mey (Tatort Frankfurt) und Bibi Fellner (Tatort Österreich) sind hier auf dem richtigen Weg, die Fehlerintoleranz zu brechen.
Seit den 70er Jahren flimmern sonntags Tatortkomissar_innen über den Bildschirm. An der Entwicklung der Rollen in dieser Krimiserie wird deutlich, dass durchaus auch alte Formate einem Wandel unterliegen können - und immer noch gerne gesehen werden.
(es folgt Teil 2 ...)
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12:41
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Gender is Happening
Das Gunda-Werner-Institut hat zusammen mit einigen Landesstiftungen der Heinrich-Böll-Stiftung die Expertise:
Die antifeministische Männerrechtsbewegung – Denkweisen, Netzwerke und Onlinemobilisierung beauftragt und herausgegeben. Erstellt von Hinrich Rosenbrock (Lehrassistent an der Ruhr-Universität Bochum) gibt sie viele interessante Einblicke in die Männerrechtsbewegung.
Mehr zum Thema
hier
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13:46
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Gender is Happening
Das Gunda-Werner-Institut lädt alle ganz herzlich ein, sich an der aktuellen Online-Debatte „
Bündnisse – Ein Weg zu erfolgreicher Geschlechterpolitik? Was ist der Streit Wert?“ zu beteiligen.
Zentrale Fragen:
- Ist Bündnispolitik eine Chance, geschlechterpolitische Ziele zu erreichen und ausder geschlechterpolitischen Stagnation bzw. dem Roll Back heraus zu kommen?Welche Bündnisformen und Bündnisse sollten Feministinnen (nicht) eingehen?
- Wie sollte Bündnispolitik gestaltet werden, um feministische und emanzipatorischeZiele zu erreichen?
- Was ist erforderlich?
- Wer ist einzubinden, warum?
Ausgangsüberlegung: Denn auch wenn in den vergangenen Jahrzehnten geschlechterpolitische Fortschritte errungen wurden, ist eine emanzipative Geschlechterpolitik in vielen Bereichen rückläufig oder stagniert. Von einem einheitlichen feministischen „Wir“ ist nicht mehr auszugehen. Frauenpolitische/feministische Ansätze haben sich längstausdifferenziert und sind sichtbar divers, auch emanzipierte Männer diskutieren mit.
Den gelungenen Auftakt in dieser Woche gab
Malathi de Alwis mit einem Text über internationale/transnationale feministische Bündnisse.
Heute im Blog:
„JedeRevolution ist eine Chance – auch für ägyptische Frauen?“ von Mona Hanafi El Siofi.
EineDebatte über Bündnisse mit spannenden Beiträgen und Einblicken von spannenden Menschen: María do Mar Castro Varela(angefragt),
Nadine Lantzsch,
Katja Kinder,
Katrin Rönicke,
Sven Lehmann,
Eske Wollrad, Ahmad Mansour (zugesagt),
Inge von Bönninghausen, Kübra Gümüsay (angefragt), Aimee Carrillo Rowe (zugesagt), Sonja Eismann, uvm.
Aber seht selbst,
klickt, kommentiert, schreibt rein und erzählt’sweiter.
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14:39
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Gender is Happening
Aufruf des SlutWalk Berlin
(Please see below for English version)
Was ist der Slutwalk[1]?
Was in Toronto Anfang des Jahres begann, entwickelt sich zu einer globalen Emanzipationsbewegung. Menschen protestieren für ihr Recht auf Selbstbestimmung hinsichtlich Körper, Geschlecht und sexuellem Begehren.
Wir haben es satt in einem System zu leben, das sexualisierte Übergriffe, Gewalt und Belästigungen verharmlost, legitimiert und den Betroffenen die Schuld gibt.
"SlutWalk Berlin - am 13. August 2011 um 15 Uhr, Wittenbergplatz" vollständig lesen
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16:24
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Gender is Happening
In der Rubrik Feminismus & Geschlechterdemokratie musste ich schlucken, als ich mir einen Aufruf genauer durchlas.
Kampagne: Frauen macht Druck
Ungleicher Lohn
Ungleiche Chancen
Ungleiche Aufteilung der Familienarbeit
Männer hört auf zu mauern
frauen-macht-druck.com
Gleicher Lohn, gleiche Chancen, gleiche Aufteilung der Familienarbeit
Wird mir an den Kopf geschmettert. Ich weiß nicht, ob mein Kopf der Adressat ist. Kann ich was dafür, dass ich mich angesprochen fühle?
"Feminismus is happening?" vollständig lesen
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13:55
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Gender is Happening
Schon einige Zeit her, aber trotzdem ein gute Erinnerung daran, dass das menschliche Zusammenleben komplex ist (
Intersektionalität).
Dazu passt auch:
Der Artikel bezieht sich auf eine
JIM-Studie.
Eine geschlechtergerechte soziale Ungerechtigkeit kann nicht das Ziel sein.
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Gender is Happening
Gerade habe ich
Gender policy, politics and resources in the Czech Republic online gestellt, da bringt die taz auch gleich einen passenden Artikel.
PRAG taz | Erneut scharf kritisiert hat die Europäische Union die tschechische Praxis der "Phallometrie", vulgo: Penischeck, bei Asylbewerbern. "Die Phallometrie wird auch weiterhin angewandt und stellt eine ernsthafte Verletzung der Privatsphäre und der Menschenwürde dar," rügte EU-Kommissarin Cecilia Malström den Sextest.
• taz.de:
Porno-Test mit Asylbewerbern
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Gender is Happening
Sprache und Gender-Konstruktion:
Kater-Portrait mit Text: Verlorener Cat
VERLORENER CAT
VERLOREN KLEINER GESTREIFTER CAT
15. JANUAR NACHHER 20.00.
MANNESCAT 7 MONAT ALT.
WENN SIE DEN CAT FINDEN ODER SEHEN BENENNEN SIE BITTE: 12345678
ODER GEKOMMEN ZU: STRASSENNAME XY
DANKESCHÖN!
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crosspost:
Die Männercats kommen
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Gender is Happening
Anfang Februar las ich:
Man muss endlich lernen, dass die Identität eines Menschen die Summe seiner Teilidentitäten ist.“
(Klaus J. Bade)
Das Reduzieren von Menschen – das Verabsolutieren – auf eine Teil-Identität ist die dominante diskursive Praktik der Jetzt-Zeit.
Was bist du? Mann oder Frau? In welche Schublade gehörst du?
"Mann-Sein: Eine Verabsolutierte Teil-Identität?" vollständig lesen
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Gender is Happening
Wie unterschiedlich die Bedingungen verschiedener Geschlechter im Fußball immer noch sind, zeigt ein aktueller Artikel mit
Daten, Zahlen, Fakten rund um den Fußball von Frauen von Petra Rost auf der Website des Gunda-Werner-Instituts.
Ab heute, Montag 7. März ist in Berlin auch eine Ausstellung zu Fußball und Diskrminierung zu sehen: Mit Tatort Stadion 2 wurde eine ältere Variante der Ausstellung von 2001 vom Bündnis Aktiver Fußballfans überarbeitet und erweitert.
Die Macher_innen zu ihrer Ausstellung: "Wir beschreiben ganz unterschiedliche Diskriminierungsformen (Sexismus, Antisemitismus, Homophobie usw.), informieren über die Aktivitäten von NPD und Kameradschaften im Fußballumfeld oder über die Rolle von Fanzines, Musik und Internet. Dokumentiert sind jedoch auch vielfältige Aktionenvon Fans und anderen Akteuren gegen Diskrminierung - dieses Engagemnt zu zeigen und weiter anzuregen, ist ein zentrales Anliegen der Ausstellung".
Die Ausstellung wird vom 7. März bis 2. April 2011 gezeigt von und bei
GOAL, Montag bis Samstag 11 bis 19 Uhr.
Ausstellungseröffnung ist am 7. März 2011 um 18 Uhr mit Bernd Schultz (Präsident des Berliner Fußballverbandes), Stefanie Lohaus (Missy Magazine), Eren Ünsal (Leiterin der Landesantidiskriminierungsstelle) und Tülin Duman (GOAL).
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Gender is Happening
Language is also a place for struggle“ (bel hooks)
An diesen schönen Satz muste ich mich erinnern, nachdem ich den folgenden Text bereits auf mein fiktionen.net gestellt hatte:
Beim Lesen einer Ausschreibung, welche sich an studierende Menschen richtete, musste ich erst staunen und dann nachdenken.
Deshalb können junge Frauen und Männer, die bereits während ihres Studiums Einblick in den Arbeitsalltag bekommen wollen, ein Praktikum absolvieren.“
…
„Aus Paritätsgründen freuen wir uns besonders auf die Bewerbung von Männern.“
"Diversitiy/differenz-sensible Sprache: Altersdiskriminierung, Gruppismus, Essentialismus und postkategoriale Positive Maßnahmen" vollständig lesen
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9:08
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Gender is Happening
Auch unter Feminist_innen gehen die Meinungen auseinander, was von 20ELF zu erwarten ist: die 6. Fußball-WM der Frauen - oder die 6. Frauenfußball-WM?
Am 10. November 2010 startete das Gunda-Werner-Institut mit seinem Green Ladies Lunch die Kampagne
gender kicks 2011. Dabei gabe es zahlreiche Plädoyers dafür, von Frauenfußball zu sprechen. Auf diese Weise solle deutlich werden, dass es sich um eine eigene Sportart handle, die gerade nicht in Vergleich zu Männerfußball steht, sondern seine eigene Geschichte entwickelt. Wenn die aktuelle Situation des Frauenfußballs analysierte werde, dann sei der Vergleich mit den Männern (in Hinsicht auf Publikumszahlen, Traditionen, wirtschaftliches Potential) wenig hilfreich, sinnvoller seien Blicke zurück und nach vorn: Wie hat sich Frauenfußball entwickelt und welche Entwicklungsmöglichkeiten hat er?
Das Projekt F_IN Frauen im Fußball sammelt
Fanaktivitäten gegen Sexismus und verweist auf die Aktion "Sektion Niedlich", die meint: "Es gibt Kinderfußball, dort gelten die Abseits- und Rückpassregeln nicht. … Es gibt Blindenfußball, da spielt man mit einer Rassel im Ball. Es gibt Beachsoccer, den spielt man auf Sand. … Aber so etwas wie Frauenfußball gibt es nicht. Oder wo liegt da der Unterschied?"
Was für diese Sichtweise spricht, wird deutlich bei der Feststellung, dass im Vorfeld einer Frauenfußball-WM auch "echte Frauenprodukte" (O-Ton) auf den Markt geworfen werden: Ab März ist
Fußball-Barbie mit deutschem Trikot erhältlich.
Wer dagegen selbst als Barbie look-a-like ins Stadion will, besorgt sich das passende Outfit bei
Tussi on Tour.
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13:28
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Gender is Happening
Die Grünen
Es fing mit einer Meldung des Deutschen Bundestages an:
Die Verfassungsmäßigkeit der bestehenden Ungleichbehandlung eingetragener Lebenspartnerschaften gegenüber der Ehe hinterfragen Bündnis 90/Die Grünen in einer Großen Anfrage (17/4112).“ (Deutscher Bundestag,hib)
Nicht schlecht dachte ich zuerst, das hört sich fortschrittlich an. Doch schon beim zweiten Darüber-Nachdenken hatte ich Zweifel.
Wieso kann ich als Hetero mit meiner Hetera nicht als Eingetragene LebenspartnerInnenschaft zusammenleben? Wieso werde ich gezwungen zu heiraten, um als Familienmitglied (nicht als Lebenspartner) mitversichert zu werden? Ist das Zugeständnis der Familienversicherung – nur für in eingetragener LebenspartnerInnenschaft zusammenlebender gleichgeschlechtlicher Menschen – nicht Diskriminierung? Wieso gibt es sowas Schönes, wie die Eingetragene LebenspartnerInnenschaft, nur für die Anderen?
"Die Grünen, Drei und Der Tag, an dem die Ehe abgeschafft wurde" vollständig lesen
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18:18
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Gender is Happening
Abschließendes Interview mit Ute Scheub zum 10. Jahrestag der Resolution 1325
Was nimmst Du von der Konferenz mit?
Ich habe mitkonzipiert und war früh involviert. Ich bin sehr glücklich das es im Großen und Ganzen gelaufen ist wie geplant. Die partizipativen Elemente waren wichtig. Es war wichtig, dass Leute ins Gespräch kommen und das dieser Dialog auf Augenhöhe stattfindet und das nicht weiße Menschen von oben herab Weisheiten verkünden. Wichtig war auch die Thematisierung von Männlichkeit sowohl von bewaffneter Männlichkeit wie auch sexualisierter Gewalt gegenüber Männern. Männer sind eben auch Opfer. Das ist glaub ich sehr gut angekommen, das wir das so zum ersten Mal in solch einem Rahmen thematisiert haben. Wichtig waren mir ebenfalls die Visionen, auch als Experiment und neues Element. Die Rückmeldungen lassen darauf schließen dass es den Leuten gefallen hat, dass es ein gewisses Empowerment gegeben hat.
"Auf der politischen Ebene: Null Willen" vollständig lesen
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17:31
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Gender is Happening
Abschließendes Interview zur Konferenz zum 10. Jahrestag der Resolution 1325 mit Heide Schütz, Vorstand des Frauen Netzwerks für Frieden, Bonn

Rechts im Bild: Heide Schütz
Was nimmst Du von der Konferenz mit?
Diese sehr umfangreiche Resolution 1325 in allen ihren Konsequenzen kann man nur dann wirklich ausloten wenn man in so einer Konferenz mit internationalen Frauen zusammen ist und immer wieder neue Perspektiven diskutiert. Da hab ich was dazu gelernt.Es geht mir insbesondere um die einzelnen Barrieren die einer Umsetzung der Resolution im Wege stehen.Wie können Frauen geschützt werden? Nicht nur vom Militär sondern in erster Linie dadurch, dass kein Krieg geführt wird. Darüber wurde leider nicht gesprochen. Wie kommen Frauen an die Friedenstische? Das war in den einzelnen Länderforen natürlich Thema. Eine Konferenz ist unverzichtbar und ich bin der Heinrich Böll Stiftung sehr dankbar, das sie das organisiert hat, sodass man auch an den drei Tagen in die Breite diskutieren konnte. Das beste Ergebnis dieser Konferenz für mich ist das sich hier eine Gruppe von interessierten Frauen, die auch schon länger zusammenarbeitet, zusammensetzen wird und ein Model National Action Plan zur Umsetzung der Res. 1325 erstellen wird. Somit wird ein positiver Entwurf geschaffen. Gleichzeitig kommen wir von den Schattenberichten weg, die die Bundesregierung als Umsetzung der Resolution 1325 gegenüber den Vereinten Nationen ausgegeben hat, anstatt einen eigenen Nationalen Aktionsplan zu entwickeln.
"Das beste Ergebnis..." vollständig lesen
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23:57
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Gender is Happening
Etwas versteckt und damit ironischerweise bereits der Thematik des Abends gemäß, findet der
Ladies Lunch on Tour im 2. Stock der Hannover Hochschule für Musik, Theater und Medien statt. Seit 1999 gibt es den
Ladies Lunch unter Schirmherrin Claudia Roth bereits auf Bundesebene, seit circa 7 Jahren in Niedersachsen.
Die gastgebende Hochschule hat einen im Vergleich zu anderen deutschen Universitäten mit ca. 22% (sic!) verhältnismäßig hohen Professorinnenanteil und auch einen höheren Anteil weiblicher Studierender vorzuweisen. Gender Bias spielen aber auch hier eine weitere Rolle: Die Auswahl der Instrumente von Musiker_innen folgt noch immer einer zumeist geschlechtsstereotypen Zuweisung und auch die von den Professorinnen vertretenen Fächer erscheinen eindeutig genderisiert.
Seit Jahren sind die Zahlen bekannt: Gegenüber 55% weiblichen Hochschulabsolventen, sind
Professorinnen nur zu 17% an den Universitäten vertreten. Welche Selektionsmechanismen gibt es und wie finden diese an den Universitäten statt? Welche Wege sind die auf dem Podium vertretenen Professorinnen gegangen?
- Den klassischen Fall des Mentors, den neuen Weg aus der Berufspraxis in die Lehre öffnend, erwähnt Prof. Susanne Koechert. Es folgt der - auch seit Jahren altbekannte, aber offensichtlich in der Praxis nicht umgesetzte - Hinweis, dass Frauen sich in bestehende Netzwerke integrieren und eigene knüpfen müssen.
- Die wohl eindringlichste und forderndste Stimme auf dem Podium vertritt Prof. Dr.-Ing. Birgit Glasmacher: "Wenn Frauen nur fordernd genug sind, kommen sie genauso weit!" Gleichwohl für die Einführung bzw. Beibehaltung einer die ersten Schritte ermöglichenden Quotierung, postuliert sie an diesem Abend mehrmals, dass Frauen mehr Eigenitiative und souveräneres wie mutigeres Auftreten an den Tag legen müssten als bisher. Auch wenn die im Ausland erlebte und gelebte Selbstverständlichkeit von Frauen in technischen Kontexten eine höhere ist und noch immer Vorbilder fehlen, müssen Frauen selbst für sich eintreten und nicht immer zurückweichen.
- Auf die Notwendigkeit einer hohen Frustrationstoleranz im Rahmen einer wissenschaftlichen Laufbahn und deren oft längerfristigen Durststrecken verweist Prof. Dr. Susanne Rode-Breymann.
Vor dem Hintergrund dieser exemplarischen Bildungsbiografien wurden Perspektiven möglicher Förderungsformen diskutiert. Unisono bejaht wird die Frage nach Stellen-Förderungsprogrammen für Frauen, wie dem nur noch für Hochschulen der Künste fortgeführten Dorothea-Erxleben-Programm. Diese gleichstellungspolitischen Instrumente sind trotz eventueller und meist temporärer Show-Effekte und noch immer andauernden Diskussionen um die vermeintlich damit verbundene Benachteiligung von Männern nach wie vor notwendig, um mindestens ebensogut qualifizierten Frauen Zutritt zu höheren Stellen zu verschaffen. Dies und ein selbstsicheres und forderndes Auftreten sei das Rezept für die Präsenz von Frauen in höheren akademischen Posten. Auch Gender-Coachings für Personalverantwortliche und Vertreter_innen in Findungskommissionen können ein geeignetes Mittel sein, um die strukturelle Ungleichheit zu bewältigen.
Ist die Quintessenz dieser aus einer royalen Position heraus geführten Debatte - lautet der zur Vollständigkeit ergänzte Titel der Veranstaltung doch
Ladies Lunch on Tour - Königinnen ohne Land - wieder einmal die Integration von durch besseres Selbstmanagement bessere Männer werdende Frauen in tradierte und unhinterfragte (Universitäts)Strukturen? Viele weitere Fragen blieben in der Debatte unbeantwortet - unstrittig blieb jedoch, dass das Ziel einer anteilsmäßigen Gleichstellung von Frauen in Universitäten keine randständige Frage mehr darstellt.
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16:31
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Gender is Happening

Das Büro der Heinric-Böll-Stiftung Südafrika widmet sich in seiner neuesten Ausgabe der "Perspectives - Political Analysis and Commentary from Africa" den Rechten der LGBTI in Afrika.
Auszug aus dem Editorial:
"Homosexuality is outlawed in 38 African countries. In some countries offenders can be punished with death and in many more with harsh jail sentences. Recent developments have attracted international attention and once more underlined the precarious human rights situation of LGBTI people on the continent. In Uganda, an Anti-Homosexuality Bill was tabled in parliament, proposing to broaden the criminalisation of homosexuality and to introduce the death penalty under certain circumstances, including for people who have previous convictions of the “offence of homosexuality” or have same sex relations while being HIV-positive. In Malawi, a gay couple was sentenced to 14 years hard labour and only freed after international condemnation. Fuelled by homophobic utterances of political and religious leaders, opposition to homosexuality is often embedded in tradition, religion and culture. Ignoring factual history, non-normative sexual orientations and gender identities are dismissed on the basis that they are Western imports and “un-African”."
Die Broschüre bietet einen Einblick in das Verständnis von Homophobie in Afrika, zeigt Beispiele aus Nigeria auf, beleuchtet Identitätskonzepte und sexuelle Rechte im Südafrika der Postapartheit.
Die Bröschüre steht zum
Download zur Verfügung.
Weitere Informationen findet man
hier.
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16:31
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Gender is Happening
Interview with Hanaa Edwar Busha from the Iraqi Al-Amal Association
What do you take with you from this conference?
It was a very good opportunity for me to meet women of different countries and I discovered different perspectives not only on gender but also on conflict and gender in conflict situations, which is the main thing that I am working in Iraq on. The fact that we can make an exchange of our experiences in Iraq, Afghanistan, Congo and other parts of the world is very important for us.
What advice would you give to people interested in the subjects of the conference that want to get involved?
It is very important –regardless if you are a student, an academic or any “ordinary” person- that you work with the people and that you make your own opinion on what is going on and make that opinion heard. What is happening to the people? You also have to question the intervention of your government in different matters. You have to have an opinion on that: is it correct? Does it need modification? Is it on the interest of your people? Is it on the interest of other people? These questions are essential when you speak about consolidating democracy or democratic regimes in the world.
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16:25
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Gender is Happening
Interview with Rebecca Stubblefield from medica mondiale Liberia.

What do you take with you from this conference?
I received a lot of solidarity and information from across the globe, vital information and critical analysis of the different situation of different places. Alone the fact of seeing different people from all around the globe understading what you are talking about and where you are standing, feeling the same way, is a huge boost for me.
What advice would you give to people interested in the subjects of the conference that want to get involved?
The essence of the issue of gender centers around justice, equality, respect and human rights. If those things are your interests, you have already taken the first step. Basically it is always good to have a good understanding of the culture in which you want to venture with your work because people understand different things from different perspectives at different levels and you have to be very careful that the message that you carry across is very especific and stands against discrimination and disrespect. Our messages have to clarify those things we fight for and those we are against. In the meantime, start with respecting diversity and respecting the views of others.
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12:33
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Gender is Happening
Der vierte Workshop zum Thema Männlichkeit befasste sich mit dem Thema Militarisierte Männlichkeit in Krisen und Konflikten: Was heißt das für die Konfliktbearbeitung?" Den Input erbrachte Paul Higate, Professor für Politikwissenschaft an der Universität Bristol. Er forscht zu militarisierter Männlichkeit und beschäftigt sich aktuell mit der Thematik des Söldnertums.
Er zeigte verschiedene Fragen auf, die Maskulinität im Zusammenhang mit Peacekeeping Missionen aufwirft, aber noch nicht gebührend wissenschaftlich erörtert wurden. Insbesondere beschäftigt Paul Higate die Frage, was in den Köpfen der meist männlichen Täter vor
sich geht. Die Untersuchung dieses Problems sei unerlässlich, um die Zivilbevölkerung vor Ort besser vor sexualisierten Übergriffen schützen zu können. Auch die verschiedenen Rollen, die Männer innerhalb einer Mission einnehmen können, sollten seiner Ansicht nach
beleuchtet werden. Wie kann Maskulinität so positiv umgesetzt werden, dass Truppen freundlich Empfangen werden? Zudem haben die
Männer, die in den zivieln Teilen der Mission arbeiten, bisher wenig akademische Aufmerksamkeit erhalten und verdienen mehr Beachtung. Geschlossen wurde die Betrachtung mit dem Hinweis, dass "keine Nation besser ist als die andere, wenn Maskulinität und Macht sich vereinen und auf eine örtliche Zivilbevölkerung und Frauen trifft. Überall entstehen dieselben Strukturen sexualisierter Gewalt".
Im folgenden Workshop wurden von den Teilnehmern Fragen zum Umgang mit Militär und Maskulinität diskutiert.
1)Was sind die Faktoren, die zu einer Militarisierung einer Gesellschaft führen und was sind die Effekte dieser Militarisierung auf die Geschlechterrollen?
2)Gehen verschiedene Kulturen anders mit der Militarisierung von Geschlechterrollen um?
3)Was sind die Strategien, um der Entfaltung militarisierter Maskulinität in verschiedenen Situationen entgegen zu treten?
Der bleibende Eindruck war, dass es einer intensiven Betrachtung der Rollen von Männern, Frauen und der kulturellen Zusammenhänge bedarf. In praktischer Hinsicht kommen diese Betrachtungen häufig zu kurz, wie auch Paul Higate zu berichten wußte: Soldaten, die auf Peacekeeping Missionen geschickt werden, lassen die Trainings zu Gender gerne auch ausfallen, während Workshops, die die Sicherheit betreffen umso stärker frequentiert werden. Hier wird weniger Wert auf eine langfristige Strategie gelegt und die kurzfristige - wenn auch lebenssichernde – Strategie der Sicherheit höher gewertet.
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17:40
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Gender is Happening
The conference is coming to an end. Time to undertake the painful endeavour to summarize the feelings, debates, sometimes heated discussions and proposals that have piled up over the last three days. On the board is Petra Bläss-Rafajlovski from the German Women’s Security Council in
Berlin. And it all starts with a number: 6922.
6922 is what you get when you add 1325 + 1820 +1888 +1889.
But the real tricky question remains: can we make that all these resolutions actually add up to gender security policies?
Here is a summary of the thoughts that we gathered during this conference.
"A math lesson" vollständig lesen
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12:25
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Gender is Happening
Analphabetentum ist ein Problem, welches anlässlich des Liberia-Workshops aufgegriffen wurde, aber auch auf andere Regionen der Welt übertragbar ist. In Liberia ist etwa 50% der Bevölkerung nicht in der Lage, zu lesen und zu schreiben. Somit besteht die Herausforderung, diese Menschen adequat über ihre Rechte zu informieren.
Das Team von LolaMora Producciones beschreitet dabei andere Wege als die des geschriebenen Wortes. Ihre Filme, Radiosendungen und Podcasts über sexualisierte Gewalt in Konflikten wurden bisher vor allem in Lateinamerika und Afrika verbreitet.
Wer sich einen Eindruck über ihre Arbeit verschaffen will, klicke
[www.lolamora.net]
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12:16
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Gender is Happening
... so lautet eine aus dem Publikum kolportierte Aussage über eine Bundeskonferenz zur Implementierung der UNSCR 1325 während der öffentlichen und in den Mittag vorverlegten Abschlussdiskussion der dreitägigen Konferenz im Gunda Werner Institut.
Auf dem Podium sitzen Petra Bläss-Rafailovski, freie Politikberaterin; Kerstin Müller, Mitglied der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen; Katelijn de Nijs, Organisatorin der Umsetzung des in Belgien unterzeichneten Nationalen Aktionsplans der Anwendung der Resolution 1325; Barbara Unmüßig, Vorstandsmitglied der Boell-Stiftung sowie Andreas Zumach, Journalist und Publizist aus Genf.
Zumach beantwortet die Frage im Untertitel der Abschlusskonferenz
Welche Antworten hat die Politik - auf Fragen, die sie sich kaum stellt? Ein Blick auf die Redner_innenliste in der Programmankündigung zeigt auf: Lauri Muir, Political Affairs and Security Policy Division / NATO sagte letzten Mittwoch ab, Cornelia Pieper vom Auswärtigen Amt erteilte ihre Zusage nicht und auch sonst stellte sich kein_e Ressortsabgeordnete_r bereit. NATO-Generalsekretär Fogh Rasmussen äußerte sich am
29.10. auf der Konferenz zur Rolle von Frauen in der Globalen Sicherheit in Kopenhagen zur eigens implementierten Direktive der NATO. Diese, auf die drei P´s:
prevention, participation and protection ausgerichtete Leitlinie würde in Afghanistan bereits konkret umgesetzt und könne auf Erfolge, wie die Zunahme von Mädchenschulbesuchen, der Frauenpartizipation in Parlamenten, auf Geschäftsgründungen von Frauen wie weitere Erfolge verweisen. Leider werden in den Positivismen der Rede weder wiederholt stattfindende Angriffe auf Mädchenschulen noch auf die von Politikerinnen oder deren permanente oder spontane Nonvisualisierung im Parlament benannt.
In diesem Zusammenhang verweist Kerstin Müller auf die dringend zu erledigenden Hausaufgaben der - in diesem Fall bundesdeutschen - Politiker_innen in Bezug auf die Umsetzung der UNSCR 1325. Ihr
Antrag auf Einrichtung eines eigenen Nationalen Aktionsplans der Umsetzung der UNSCR wurde nur von der Linksfraktion des Bundestages mitvertreten. Es ist eine der Aufgaben des seit diesem Jahr wieder im UN-Sicherheitsrat vertretenen Deutschlands diese Politik weiter voran zu treiben und sich für die Schaffung und Verbreitung des politischen Umsetzungswillens einzusetzen - was von Katelijn de Nijs bestätigt und bekräftigt wird: Während es Staaten wie Schweden und die Niederlande gäbe, die in der Umsetzung Vorbildfunktion haben, ist es in anderen, wie Rumänien oder Zyprien schwer, einen Minimalstandard eines zwei-stündigen (sic!) Gendertrainings auf die Agenda zu bringen.
Die konkreten Forderungen liegen auf der Hand und wurden in den vergangenen drei Tagen nahezu gebetsmühlenartig wiederholt: Es braucht den politischen Willen der Umsetzung, an dem es zu oft gebricht. So hat Deutschland bis heute noch keine Nationalen Aktionsplan aufgesetzt, geschweige denn unterzeichnet. Thomas Fitschen, Mitglied des Auswärtigen Amtes und einer der wenigen bundespolitischen Akteure, die auf der Tagung gesichtet wurden, wird vom Freitag, nicht eben begeistert, zitiert:
Dann kriegen se halt ihren Nationalen Aktionsplan. Deutlich wird, dass weiterhin der politische Wille erkämpft werden muss.
Schlagfähiger müssen wir, sagt Barbara Unmüßig exemplarisch für die Vertreter_innen der Böll-Stiftung und wohl auch für viele hier vertretene Aktivist_innen, werden, ein besseres und vor allem größeres Netzwerk bilden, Kreativität im Umgang mit den geringen Ressourcen im Friedensaktivist_innen-Netzwerk aufzeigen und immer wieder neue Verbündete finden. Auch müsste der Zugang in die Mainstream-Medien hergestellt werden: Obgleich von Seiten des Gunda-Werner-Instituts viel getan wurde, hat bisher lediglich die taz (leider nicht mehr online verfügbar) über den ersten Tag der Konferenz berichtet.
Nach Abschluss der Tagung bleibt auch zu fragen, wie Bewusstsein für die Selbstverständ-lichkeit der Menschenrechte für sich nicht als Mann oder Frau verstehende Personen, abseits der Umsetzung von Heteronormativität geprägter Resolutionen, geschaffen wird: Dies ist bis heute nicht Bestandteil der Resolution 1325. Auch ein deutscher
Außenminister, der öffentlich mit seinem Lebenspartner in Staaten auftritt, die Diskriminierung nicht heterosexueller Lebensweisen auf ihrer - öffentlichen - Agenda stehen haben, wäre dem hinzufügen.
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11:13
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Gender is Happening
Day 3
Sit down, close your eyes, relax. Now imagine that all the armies in the world have been abolished and the world community has changed its neoliberal ways in favor of a more environmental friendly, sustainable living. The south hemisphere has gone feminist and the Berlusconis and Sarrazins of the world are even considering saving the whales.
Amidst the very serious dicussions that have taken place in the last couple of days, Ute Scheub invited us to an experiment. A haven where instead of tragic events we could discuss the ideals and visions that keep us going even when the news and the leaders tell us nothing but how bad, unequal and tragic by nature the world and the people are. “We are told that utopias and visions are naive, but medicine against the prevalent cynism is everywhere”, she said, before adding that even in the middle of all the crises the world is facing, efforts are still being made and places of resistance and agents of change are found everywhere.
Journalist Andreas Zumach, Scheub herself and Anuradha Chenoy from the Jawahar Lal Nehru University in New Delhi read stories that
made the audience laugh, think and even cry but above all dream and believe, even if it was for a little while, that another world is indeed possible. Then they woke up and got ready to keep fighting for it.
P.S. The stories read today, together with 14 more will be available on the net in english and german tomorrow, when
www.visionews.net launches at 13:25 to –you guessed it- conmemorate the 10th anniversary of the UNSCR 1325.
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21:10
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Gender is Happening
Operation Shop Window is the name of the extra patrols organised by the UN forces in DRC earlier this year. The UN forces are referred to as MONUSCO, an acronym which includes the term "Stabilisation Mission" - who would want to stabilise the dysmal state much of the Congolese population has been living in? Doesn't the situation call for radical transformation rather than "stabilisation"? Anyway, the purpose of Shop Window is to prevent killings and mass rapes such as those perpetrated this year by armed groups (including members of the national defense force FARDC). Why "shop window"? Most likely, to demonstrate that it is possible to curb such crimes.
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17:43
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Gender is Happening
Natürlich gab es im Rahmen des heutigen Tages hier und da Anmerkungen: Leiden Jungen und Männer unter sexueller Gewalt? Leiden sie "genauso" wie Mädchen und Frauen? Werden sie in anderen Ländern, und vielleicht auch in Deutschland dadurch "unmarriageable"? Und vor allem und oft wiederholt: Nimmt die Beschäftigung mit "Männerproblemen" nun den Frauenorganisationen in langwierigen Verteilungskämpfen die ohnehin meist knappen Ressourcen? Macht sie sexuelle und sexualisierte Gewalt gegen Mädchen und Frauen wieder zur marginalisierten Problematik? Fragen, die der/die Eine oder Andere sicher im Workshop erwartet.
Sandesh Sivakumaran, Experte in der UN-Koordination von Humanitarian Affairs ist bereits 2007 mit dem (nicht ins Deutsche übersetzten) Essay Sexual violence against men in armed conflict im European Journal of International Law in Erscheinung getreten. Umgehend erklärt er im Input, dass sexuelle Gewalt an Jungen und Männern sehr viel häufiger stattfindet, als man weithin meint, weit verbreitet und systematisiert ist. Sexuelle Gewalt an Jungen und Männern, so eine definitorische (und die einzige) Ausweitung, ist eng mit Konzepten von Männlichkeit verknüpft. Immer schwingt in der Viktimisierung Angst, Schuld und Stigmatisierung mit. Und obgleich all dies von aufklärerischen Berichterstattungen über Missbrauch an Mädchen und Frauen bekannt ist, wird hier der Typus des doppelten Opfers definiert: Die - in Männlichkeitssozialisationen negierte - Vulnerabilität des eigenen Körpers geht zudem mit der - selbst- oder fremdzugeschriebenen - Effeminisierung nach der Tat einher.
Sivakumaran stellt einige Typen sexueller Gewalt (stets synonym mit sexualisierter Gewalt verwandt) vor: Zum einen können, wie primär dargestellt, Männer als Gewalttäter an Jungen/Männern, können Frauen als Vergewaltigerinnen in - oder eben nicht - in Erscheinung treten - und können in Flüchtlingslagern, Krisenregionen und auch staatlichen Institutionen, wie Gefängnissen, Häftlinge sich genötigt sehen, sexualisierte Gewalt an Mithäftlingen zu vollziehen.
Zum Anlass der Verabschiedung der UN-Resolution 1325, stellt sich die Frage, was in Bezug auf Gewalt an Jungen und Männern getan wurde? Sivakumaran konstatiert für diese Problematik einen Rückschritt: Wurde in UN-Reports der 80er und 90er Jahren sexuelle Gewalt an Jungen und Männern, wenn auch unter anderen Begriffen wie Folter oder Gewalt dokumentiert und subsumiert, findet dies heute nicht mehr statt. Ein mangelhaftes Bewusstsein dieser Thematik diagnostiziert Sivakumaran in den UN-Dokumenten der letzten Dekade, exemplarisch an der im Jahr 2008 verabschiedeten Resolution 1820, die, Gewalt an Zivilpersonen ächtend, eine sensible Sprache und den Bezug zu Jungen und Männern als potentielle Opfer vermissen läßt.
Es ist anzumerken, dass in der Resolution meist Opfer sexueller Gewalt, insbesondere Frauen und Mädchen, benannt werden. Es wird demnach kein konkretes Ausschlussprinzip verfolgt, wohl aber kann eine spezifische Fokussierung auf einen - sicher quantitativ größeren, aber darum nicht notwendig exklusiv zu benennenden - Teil des Problems abgelesen werden.
Im sich anschließenden Workshop werden weitere Fragen aufgeworfen: Was ist das Spezifische an sexueller Gewalt an Jungen und Männern? Welche Rollen und welche Strategien können NGOs einnehmen? Was ist auf internationaler Ebene zur Prävention dieser (und weiterer) Form von Gewalt zu tun? Das Fazit zeigt: Es werden keine (vorschnellen) Antworten, doch aber ein Fortschritt in Bezug auf die Sensibilisierung in Fragen von Mißbrauch von Jungen und Männern getan. Und die Frage, warum die Resolution lediglich Gewalt an Zivilpersonen benennt.
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16:22
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Gender is Happening
So, the workshop on Iraq was real mind opener. It was conducted by Hanaa Edwar Busha one of the most active fighters for women’s rights in Iraq, general secretary of the Iraqi Al-Amal Association (IAA) and a founder of the Iraqi Women's Network (IWN) and facilitated by Ambara Abu Ayach from the Heinrich Boll Stiftung (hbs) in Beirut. The point of the workshop was to discuss the challenges there have been in Iraq in trying to implement the 1325 and the strategies that women’s organisations have used to achieve it.
First, it was vital to understand that we are talking about a country that was dismantled as recently as 7 years ago. The discussion appointed 2003 as “year zero” in the creation of a new Iraq. Among the main obstacles to be found in implementing the UNSCR 1325 is that the UN has lost credibility among the iraqies and local actors perceive women rights as something “from the west” and as a foreign agenda being inforced. This is very difficult to overcome. Also a big challenge is the dissolved government. The new government even tried to abolish old laws that were major achievements from the iraqi population and that had been in place since the 50’s. The vaccuum created by the government dissolution created a shift in power relationships, groups that did not have any power before (for example certain tribes and islamic movements) now gained some and that has lead to serious issues.
The issue of lip service was also addressed. If before the protection of women’s rights was a major banner under which the occupation was
justified the american government is now singing a different tune in which “the establishment of a rule of law” is the major concern. This has lead to less funding and bargaining with political actors that are not concerned with women’s rights. Additionally, the existing regime stands against international rights that have lost credibility due to the UN intervention in the occupation. And let’s not leave out that Iraq finds itself in a constant state of poverty, war and embargo since the 80’s and suffers from endemic corruption. The oppresion and state of conflict has also lead to a shifting of masculinities, some of them even promoted by women themselves, which has led to an increase in domestic violence and depression. Finally, even if a movement for women’s rights has existed in Iraq for almost 50 years, there was a lack of an active civil society before 1991. After 2003 many NGOs emerged and there was a lot of trial and error by foreign donors. A lot of money was wasted and this led to the creation of artifical networks, many of which have failed to work with the local activists and organizations and therefore to achieve better results.
The fact that most of the obstacles are of a soft component makes them hard to describe, difficult to attack and overcome.
So what can (and must) be done? First, Iraq needs to be put in the media –yes, even if we now think that it is overexposed- so that there is international pressure to improve and create a government with serious emphasis on rule of law and rights. A civil and not a religious state has to be built. As for the donors, they should focus in spending money where it is really needed and building capacity that will be used longterm. Activism must be grassroots but also include partnerships with people in the government and promote natural sinergies. Finally, 50% of iraqies are around 18 years old, so the youth needs to be addressed directly. On this matter Hanaa had to say: “We are still dreaming of the change that can take place in Iraq after a bloody dictatorship. We are still optimistic. Young women are the hope of creating peace”.
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16:14
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Gender is Happening
Die Visionen und Gedanken der jungen Generation wollte Khatuna Samnidze mit einem Essay-Wettbewerb zu Gender einfangen. „Eine Art indirekter Reasearch sollte das sein“, sagt die Projektkoordinatorin der Heinrich-Böll-Stiftung Tiflis. „Wir wollten wissen, welche Beziehungen Studenten und Studentinnen zu Gender haben, um darüber nachzudenken, welche Folgeprojekte sinnvoll sind.“ An fünfzehn privaten und staatlichen Universitäten in Tiflis hatten sie den Wettbewerb ausgeschrieben, sowie im Internet. Das Ergebnis fand Samnidze enttäuschend, nur 50 BewerberInnen hatten Texte eingesandt. Auch inhaltlich zeigte sich Aufklärungsbedarf. „Das Bewusstsein für Gender ist selbst an Universitäten sehr gering“, sagt sie. In ländlichen Regionen dürften die Wissenslücken dann noch dramatischer sein.
Eine Geschlechtersensibilität existiere in Georgien vor allem auf dem Papier, sobald man unter die Oberfläche gehe, sehe es problematisch aus.
Obwohl der Wettbewerb thematisch offen angelegt war, setzten sich 80 Prozent der Einsendungen nur mit dem Aspekt der gesellschaftlichen Stereotypen auseinander. Viele BewerberInnen waren pessimistisch, dass Gleichheit je erreicht werden könnte – und sahen Ungleichheit dabei vor allem als ein Problem, dass nur die Frauen betrifft. Und manchen war unklar, was Gender überhaupt ist. NGOs in Georgien sind Samnidze zufolge nur auf Erwachsene fokussiert, die Informationen würden zudem Menschen erreichen, die sowieso schon über Genderaspekte diskutieren. An Schulen und Universitäten passiere nicht viel.
Erst Input, dann Output
„Schon das Klassenzimmer ist ein Labor für stereotype Identitätsbildung“, sagt Kvara Guledani, 22, die den Essay-Wettbewerb gewonnen hat und Samnidze deswegen nach Berlin zur GWI-Konferenz begleiten durfte. Guledani, die Kulturwissenschaften studiert, hat in ihrem Essay ausgewertet, welche Wirkung die anerzogenen Geschlechterrollen auf die Wahl der Studienfächer haben – an den sozialwissenschaftlichen Fakultäten sind nur 17 Prozent Männer, in wissenschaftlichen Fächern sind nur 20 Prozent Studentinnen immatrikuliert. Lehrer und Lehrerinnen würden die traditionellen Einstellungen schon vorleben. Samnidze zufolge achten die Lehrerinnen zum Beispiel viel mehr auf die Jungen und fördern diese, da Frauen in Georgien traditionell darauf ausgerichtet seien, Männer zu stärken. „Wir sehen Frauen nicht als Frauen, sondern als Mütter“, sagt sie.
Der Essay-Wettbewerb soll zwar nicht wiederholt werden, die Erkentnisse haben trotzdem etwas genutzt: Im nächsten Jahr möchte Khatuna Samnidze in zwei oder drei Regionen Projekte anbieten, intensiv mit jungen Leuten arbeiten und sie durch Informationen, Lectures und Trainings für Gender sensibilisieren. „Erst Input, dann Output“, sagt Samnidze.
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15:27
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Gender is Happening
In der Arbeitsgruppe zu Liberia mit Rebecca Stubblefield von Medica Mondiale dachten wir heute Morgen in kleinen Gruppen darüber nach, wie sich 1325 in Liberia effektiver umsetzen lässt - Druck von "oben" (Geber, ECOWAS, AU etc.), Druck von der Frauenbewegung (Demos oder einfach massive Präsenz von Zuschauerinnen und -hörerinnen, wo wichtige Entscheidungen gefällt werden, z.B. Friedens- und Gerichtsverhandlungen), Druck von "unten" (was muss passieren, damit normale Leute ihre Rechte einfordern und gegen Gewalt handeln?), und so fort.
Irgendwann fiel der Ausdruck "multi-layered strategy based on an analysis of the root causes. Schlimmster Entwicklungs-Jargon, aber so wichtig: was auch immer wir tun, es sollte auf fundiertes Wissen um die Formen, Ursachen und Auslöser von Gewalt beruhen. Dann geht es darum, herauszufinden, wer, auf welchen "Ebenen" (PolitikerInnen in welchen Ministerien, RichterInnen, Menschenrechtsorganisationen, Frauengruppen, LehrerInnen, bewegte Frauen und Männer, Jugendgruppen...), etwas bewirken kann, und wie. Awino Okech vom African Gender Institut, die heute Nachmittag einen Workshop begleitet, hat das eindringlich an einem südafrikanischen Beispiel illustriert: viele unterschiedliche Aktivitäten, in vielen verschiedenen Foren, von vielerlei Akteuren, arbeiten auf gemeinsam definierte Zielen hin. Es lebe die Koordination.
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14:58
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Gender is Happening
9h morgens im Damenklo der Böll-Stiftung. Eine Konferenzteilnehmerin (Resolution 1325) steht vor dem Spiegel und trägt hastig Puder auf. Ihr Gesicht sieht ebenmäßig aus, vielleicht ein wenig starr.
Meine Mutter ist fast 70. Ohne Lippenstift geht sie nicht aus dem Haus. Warum verfremden so viele Frauen ihre Gesichter, jeden Tag, bevor sie "in die Öffentlichkeit" treten? Damit man ihnen die Angst, die Empörung, die Wut nicht ansieht? Damit sie ein schönes Gesicht zum bösen Spiel machen?
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14:07
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Gender is Happening
Der Workshop zur Umsetzung der UN-Resolution 1325 im Kaukasus beginnt am Morgen des zweiten Tages der Konferenz mit der Frage:
Where are the woman?
Marina Grasse und Edgar Khachatryan, beide vom Internationalen Netzwerk Friedenserziehung stellen das seit 2009 umgesetzte Projekt
OMNIBUS 1325 zur Anwendung der UN-Resolution 1325, vor. Hier wird friedenspädagogische und dialogbasierte Arbeit von Frauen und Männern in der von zahlreichen ethnischen Konflikten betroffenen Region des Kaukasus geleistet.
20 Menschen engagieren sich in der Kaukasusregion im kaukasisch-deutschen Netzwerk - unter ihnen sechs Männer. Zehn Aktivist_innen werden exemplarisch vorgestellt und (vor)namentlich genannt. Schnell wird deutlich, dass ihre Initiative in der Friedenskonsolidierung auf komplexen Beweggründen und oft persönlicher Betroffenheit resultiert: Ina aus Grosny verlor ihre Familie im Tschetschenien-Krieg; Sergej engagiert sich seit der Geiselnahme in der Beslaner Schule (2004), in der Teile seiner Familie involviert waren; Valentina engagiert sich im
soldiers mother movement.
Schnell tauchen Fragen nach Geschlechterstereotypen auf und werden anhand prägnanter Beispiele beantwortet: So können sich zum Beispiel Männer aufgrund ökonomischer Krisen in der Kaukasusregion nicht mehr als bread-winner betätigen, verstehen sich gleichwohl weiterhin als solche. In der militärisch organisierten Gesellschaft finden nationalistische Ideen eine Heimat und Männer zieht es oftmals zur Armee, wo ihnen der Erwerb von Heldentum suggeriert wird. Beispiele von aus den Konditionen ihrer angewachsenen Rolle herauskatapultierten Männern zeigen sich zuhauf an diesem Wochenende: Die überproportionale Zunahme von Eintritten in die Armee oder von häuslicher Gewalt als Ventil oder Bewältigungsmechanismen des intra- wie intersubjektiven Rollenkonfliktes werden wiederholt genannt.
Einige der Ziele des Omnibusses 1325 sind die Transformation von Genderrollen, die Ermöglichung des und das Interesse an der Aktivität von Frauen und die dialogische Auseinandersetzung mit Aktivist_innen und Betroffenen auf Augenhöhe. Das Netzwerk versteht sich als
network of people – und dies ist als grundlegender Ansatz zu verstehen. Es ist keines, das sich auf die strikte Umsetzung von Resolutionen in Dauer-Meetings von Institutionen - die Kritik an der Arbeit (einiger) im Kaukasus vertretener, aber in diesem Zusammenhang nicht namentlich spezifizierter, NGOs ist sehr prägnant – sondern auf die Integration gleichberechtigter Menschen vor Ort versteht, deren eigene Perspektiven gehört werden und gleichzeitig Basis der Arbeit sind.
Der Titel Omnibus ist als symbolisches Vehikel der langen Reise zur Umsetzung und Implementierung der UN-Resolution 1325 gewählt: Das Projekt Omnibus, lat. „für alle“, ist als genausolches zu verstehen und ruft damit namentlich bereits zur Partizipation auf: Jedwede Person kennt ihn und kann ihn nutzen, es gibt ein klares Ziel mit einigen oder vielen Detailetappen, man kann eine Weile mitfahren – und es dauert eine Weile bis der Zielort erreicht wird.
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10:25
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Gender is Happening
So, here we are on the second and longest (though not boring at all) day of the conference. After a short welcome from Gitti Henschel, the Director of the Gunda Werner Institute, who suffered a coup d’etat in hands of the translating equipment and managed to still maintain grace under fire while holding her presentation in english is off to the workshops. The workshops are small work teams in which the different strategies –and challenges- for implementation of the UNSCR 1325 in specific countries are going to be discussed. One gets the feeling that the most visited will be the Israel/Palestine and Liberia ones, due to the introduction to them we got yesterday during the panel discussions.
I am attending the Iraq one, so expect a full review on that later.
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Gender is Happening
17:30
Time for the introductory presentation “Critical Revision of the Implementation of UN Res. 1325 and future perspectives for (inter)national work at the EU and UN Level”. Katariina Leinonen from the Council of the EU, Human Rights Unit in Brussel, took it upon herself to both
acknowledge that the European Parliament’s work is “not to be underestimated” and voice the aspects that still need to be improved. Among the things to applaud: the Comprehensive Approach to the UNSC Resolution 1325 that has already been developed and is a great document to start from, the creation of a specific EU taskforce to develop indicators to measure the implementation of the resolution (among other things funding after conflict, women’s participation in peace negotiations and sexual abuse from the staff stationed in conflict zones). She also praised the succesful incorporation of a gender perspective in the planning, execution and follow up of 13 missions all over the world and an increase in participation
from the civil society. However, Leinonen was not afraid to express criticism and listed the following points as room for improval: the need to increase awareness of gender and women rights as a security issue, the lack of training (needs to be more sistematic and should be compulsory for the people sent to intervene in conflict zones), need for reinforcement of gender maistreaming and the lack of National Action Plans (“we can”t afford to not have one”). The question of whether an ant can move an elefant or not is the one that seems to be posed when it comes to the implementation of the Resolution 1325. The answer that Leinonen had was a big “yes”: she just has to be smart and find a way.
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Gender is Happening
17:00 and it is ON.
The conference “Coping with Crises, Ending Armed Conflict - Peace Promoting
Strategies of Women and Men” started with a short but strong video with
staggering statistics around the UNSC Resolution 1325. From the number of
countries that signed the resolution (the many) to those who have developed
Action Plans (the not so many) to the very low percentages of funding and women
representatives appointed as a result of it, the audiovisual opus
suceeded in both making clear the relevance of the resolution and pointing out
the main challenges it faces, setting the tone for the interventions that would
follow.
Barbara Unmüssig, President of the Heinrich Böll Foundation
(hbs) Berlin welcomed the participants with a short remembrance of Bertha
von Suttner and her work, which
led her to mention the initiative “1000 Women for the Nobel Prize” (more on
that later, read on). Unmüssig briskly talked about the antecedents leading to the
adoption of the 1325 Resolution by the UN Security Council –and 1888 and 1889
after that- but focused primarily on what will without a doubt be the focal
points of the next three days: What has really been done? What is left to do?
And, more importantly, how can we do it?
The President of the hbs regretted the fact that Germany
still doesn’t have a concrete action plan based on Resolution 1325 and said
that sadly Deutschland “is everything but an example” to other countries. But at
this time the mood in the hbs -in a conference room packed with enthusiasts and
activists from all over the globe- was everything but pessimistic, and the next
presenter would set a more celebratory ambiance among the audience.
Ute Scheub, from the German Women’s Security Council, took
the opportunity to warn us against “embedded feminism” and enfatized that 1325
is not a “women resolution”, a statement that would be heard time and time
again in most of the following presentations. Scheub thanked the conference for
realizing the importance of analizing sexual violence inflicted by men over
other men, a subject that is not often addressed when speaking of Sexual Gender
Based Violence.
She then took the time to present the project 1000 Peace
Women Accross the Globe (PWAG), which encompasses a thousand women working for
peace all over the world that were collectively nominated for the Nobel Peace
Prize in 2005. Scheub, one of the thousand, had at least two good news to share
with the audience. One was the “No Women- No Peace” exhibition which
conmemorates the 10th anniversary of the UNSC Resolution 1325 and is presented now simultaneously in
Berlin and New York and will afterwards be shown in Bern. The second was the imminent launch of
Vision News, an internet site that will focus on the “visions” that women activists
share for the future of women all over the world (we are looking forward to
hearing some examples on the third day of the conference). The site will be
launched on october 31st. Learn more about these and other projects, make sure
you visit the 1000 Peace Women Across the Globe site at:
www.1000peacewomen.org
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22:20
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Gender is Happening
We closed the day yesterday with two panels and a round of
Q&A.
The first panel was held by Rebecca Stubblefield, advocate person for medica mondiale Liberia. The point of discussion was if Liberia is a unique best practice example or a repeatable exercise. Stubblefield started by telling about how Liberia is really almost one of a kind in the amount of laws,
institutions and monitoring organisms created to implement the UNSCR 1325, which she described as a “very important tool that shows the importance of women as agents of change, shifts the focus from women as victims and gives them an outlet to extern their claims”. She did not hesitate to extern that even apart from the resolution, there are plenty of organisations working towards the same objectives even if they do not use the resolution as flag. But this panel was about being open to criticism and Stubblefield gave an insightful review of how many of the instruments that they have have yet to be set in place. She then shed some light about the biggest problems that are to be tackled on the field: she regretted the lack of importance given to cultural issues when criticizing implementation, issues such as a long history of patriarchy that has made of women’s silence a cultural practice or the “paralysis of initiative” that is a mark of a culture used to concentrating on surviving the day and not more. Finally she refered to the limited training of women in Liberia to be mediators and the support of the UN that copious as it may be, can sometimes be considered feeble and in many cases lacks of proper gender training amongst its peacecorps.
Panel two, which was aboutIsrael/Palestine: Civil Society Cooperation Beyond Borders was held by Zahira Kamal, Minister of Women’s Affairs from Palestine and Anat Saragusti, Journalist, Executive Director of Agenda and Member of IWC from Israel. Zahira started with a very comprehensive historical background, up until the current situation of Palestine, as an introduction to the question of the situation of women rights and the lack of awareness among palestinan women about UNSCR1325. “One month after the passing of 1325 the second Intifada started and during the next five years the women were too busy dealing with their kids, their disabled or killed husbands”, she explained. Zahira explained that currently she is involved with Jerusalem Link, a grassroots organization established in 1992 that seeks a two State solution. Their main goal is the establishment of an international women commision for just peace between palestinians and israelis. Jerusalem Link already met with the palestinian president to pressure him into adopting the UNSCR 1325.
Anat, who is also a member of Jereusalem Link and works together with Zahira, was up next and she gave a very articulated and powerful review of things on the other side. Israel was the first UN member to integrate the resolution and turn it into law of the land. However, Anat said, “Israel refuses to abide its own law”. The lack of feminine representation in government institutions opens the room for many other questions, among the most pressing are the selection criteria from groups that are varied as the women that form them and the goals they pursue. How do we promote women of diverse groups? How do we NOT promote the already strong women? Who can bring a feminine voice and perspective ? What is a feminine view at all? These where only a few of the polemic questions she raised before urging us listeners to realize the importance of getting educated women to the decission tables, not only women per se. She closed with another challenging question: seeing that the number of women at the decision table in Israel does not amount to a quantity that can really influence or balance the decision making process in an organism that is dominated by “alfa male military discourse”, should we accept female representation even if in the praxis it is a mere token? Or do we choose to stay outside? What do you think?
Questions, questions, questions...
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18:39
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Gender is Happening
Heute gehts los!
Mit großer Spannung erwarten wir den Beginn der Konferenz zum zehnten Jahrestag der Resolution 1325 in der Heinrich Böll Stiftung in Berlin. Wir, das sind Jennifer, Sonja, Katharina und Hanna.Wir werden die nächsten Tage als Reporterinnen berichten und hoffen, diesem wichtigen Thema die Aufmerksamkeit zu verschaffen, die es verdient.
Wir wünschen euch viel Spaß mit diesem Blog!
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11:22
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Gender is Happening
Zum 10. Jahrestag der
UN-Resolution 1325
Aus Anlass des 10. Jahrestags der Verabschiedung der UN-Resolution 1325 „Frauen, Frieden und Sicherheit“ veranstaltet das Gunda-Werner-Institut (GWI) der Heinrich-Böll-Stiftung (hbs) in Kooperation mit dem deutschen Frauensicherheitsrat (FSR) und den 1000 Friedensfrauen weltweit eine internationale Konferenz. Damit sollen drei inhaltliche Ziele verfolgt werden. Im ersten Teil wollen wir kritisch Bilanz über die Umsetzung der Resolution 1325 ziehen, und anhand einzelner Fallstudien bisherige Erfolge würdigen und Defizite offenlegen. Im zweiten Schwerpunkt der Konferenz konzentrieren wir uns auf Aspekte, die über die eigentlichen Kernthemen der Resolution hinausgehen. Dazu gehören die Rolle von Geschlechterdynamiken in Krisen und Konfliktsituationen, insbesondere die Problematik von militarisierter Männlichkeit und sexualisierter Gewalt, sowie die Nutzung von Frauen- und Menschenrechten als Legitimation für militärische Interventionspolitik. Am letzten Tag wollen wir gemeinsam mit politischen Entscheidungsträger_innen über konkrete politische Strategien diskutieren, um die Umsetzung der Resolution voranzutreiben und bisher unterbelichtete Themen auf die Agenda der internationalen Gemeinschaft zu setzen.
Das komplette
Programm!
Große Teile der Konferenz werden per
Livestream übertragen!
Außerdem gibt es ein Filmprogramm und eine
Ausstellung!
Auf diesem Blog werden Blogreporter_innen von der Konferenz und den Themen berichten!
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14:53
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Gender is Happening
Some rights reserved by
PhotoOptik
Blogreporter_innen gesucht! (english below)
Für die internationale Konferenz zum 10. Jahrestag der UN-Resolution 1325 - „Krisen bewältigen, bewaffnete Konflikte beenden - Friedenspolitische Strategien von Männern und Frauen“!
Ende Oktober 2010 wird die UN-Resolution 1325, zur Rolle von Frauen in bewaffneten Konflikten, 10 Jahre alt. Vom 28.10.-30.10.2010 veranstaltet das
Gunda-Werner-Institut in der Heinrich-Böll-Stiftung in Kooperation mit dem
Frauensicherheitsrat und den
Friedensfrauen weltweit eine internationale Konferenz, die unter anderem kritisch Bilanz ziehen, Perspektiven für die weitere Umsetzung der UN-Resolution 1325 entwickeln und neue Themen politisieren wird, wie etwa das Problem der militarisierten Männlichkeit bei bewaffneten Konflikten.
Diese Konferenz möchten wir medial u.a. mit dem Blog des Gunda-Werner-Institutes
www.gender-happening.de begleiten. Wer hat Lust über die Themen der internationalen Konferenz zu bloggen?
Das sollte mitgebracht werden:
• Wissen über das Thema Frieden & Sicherheit aus der Genderperspektive
• Gefühl für Sprache und Stil
• Lust am Schreiben
Das kann erwartet werden:
• 3 Tage voller interessanter Diskussionen und Workshops rund um die UN-Resolutionen 1325,1820,ff. sowie Schwerpunkte wie sexualisierte Gewalt,
militarisierte Männlichkeit und tradierte Frauenrollen in der Konfliktbearbeitung
• 1 Blog, der mit Artikeln zu dem wichtigen Thema der Friedens- und Konfliktforschung bestückt werden kann
• öffentliche Aufmerksamkeit durch einen hohenVerbreitungsgrad
• Ein Team von netten und engagierten Menschen, die dir mit Rat und Tat zur Seite stehen.
• Freie Medienwahl – gewünscht ist alles:
• Text
• Video
• Podcast
Wer Interesse an einer Mitarbeit als Blogreporter_in für die internationale Konferenz zum 10. Jahrestag der UN-Resolution 1325 und/oder darüber hinaus hat, melde sich bitte per Mail bei
[email protected] (Francesca Schmidt)
Wir freuen uns über baldige Rückmeldungen!
Weitere Informationen zur Konferenz!
Das GWI-Team
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Blog Reporters Wanted!
We are looking for blog reporters for the international conference “Coping with Crises, Ending Armed Conflicts – Peace Promoting Strategies of Women and Men”.
At the end of October 2010 the UN Resolution 1325 concerning the role of women in armed conflicts will celebrate its 10th anniversary. From October 28th to 30th the Gunda Werner Institute in the Heinrich Böll Foundation in cooperation with the German Women’s Security Council and PeaceWomen Across the Globe will host an international conference which intends to take stock critically, develop perspectives for the further implementation of the UN Resolution 1325, and to politicize new themes such as the problem of militarised masculinity in armed conflicts.
We would like to support this conference e.g. with the blog
www.gender-happening.de of the Gunda Werner Institute. Who would like to blog about the topics of this international conference?
We expect:
• Knowledge about the topic peace and security from a gender perspective
• Feel for language and phrasing
• Someone who enjoys writing
You can expect:
• 3 days of interesting discussions and workshops around the UN Resolutions 1325, 1820, ff. as well as focal points such as sexualised violence, militarised masculinity, and antiquated roles of women in conflict management
• 1 blog that can be filled with articles concerning the important topic of peace and conflict research
• Public attention through a high degree of dissemination
• A team of friendly and committed persons who will support you with words and deeds
• Free choice of media – everything is requested:
• Text
• Video
• Podcast
If you are interested in collaborating as a blog reporter for the international conference on occasion of the 10th anniversary of the UN Resolution 1325, please write an e-mail to
[email protected] (Francesca Schmidt).
We look forward to hearing from you soon!
For further information about the conference please go to the following
website!
The
Team of the Gunda Werner Institute
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13:51
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Gender is Happening
Am 17. August erschien in der taz ein Artikel über
Frauen in der Netzwelt von Katrin Strohmaier, der einmal mehr die Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern im Internet aufzeigt.
In Deutschland würden laut einer "
Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen" 14% mehr Männer als Frauen online sein. Obwohl im gesamten Internet die meisten Blogs von Frauen sind, tauchen ihre Blogs in den "
deutschen Blogcharts" auf den hinteren Rängen auf.
Nicht überraschend erschien dabei auch das Ergebnis einer
durch die Blogosphäre - Franka Hesse, PDF 15S.">Studie der Ruhr-Universität Bochum, nach der Frauen ihren Blog öfters als eine Art Tagebuch gebrauchen, Männer hingegen mehr über Themen wie Technik, Medien oder Politik schreiben würden. Dass Frauen und Männer unterschiedlich sozialisiert werden und demzufolge auch oftmals die Erwartungen an und die Klischees über die Geschlechter erfüllen, ist nicht neu. Mädchen wird in Deutschland häufig schon von klein auf suggeriert, dass sie in Dingen wie Technik etc. schlechter sind als Jungs.
Interessant ist wiederum, dass diese geschlechtlichen Unterschiede nicht für die DDR galten und auch nicht für osteuropäische Länder, so Anke Domscheit-Berg vom
European Women’s Management Development Network (EWMD). In Bulgarien seien beispielsweise die Hälfte der Informatik-Studierenden Frauen. So überrascht auch nicht, dass in Deutschland Frauen, die sich dieser weiblichen Sozialisation ein Stück weit entziehen und selbst technische Kenntnisse beweisen und im Internet aktiv sind, nicht selten als karrieregeil und männerhassend beschimpft werden.
Leider hat es die Autorin versäumt, genauer auf die Studien einzugehen, z.B. auf absolute Zahlen. Und so bleibt der Neuigkeitswert des Artikels leider ein wenig auf der Strecke.
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12:45
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Gender is Happening
TrIQ präsentiert mit freundlicher Unterstützung des
Helle Panke e.V. die „Trans* ist für alle da!“-Tagung 2010: Noch größer (4 barrierefreie Etagen), noch umfangreicher (40 workshops und Vorträge), noch bunter (u.a. Lesung des Autorenkombinats Schlotzen&Kloben, Soliparty „Boobs, Brain & Bollox) und noch menschenreicher (erstmals Platz für bis zu 250 Teilnehmer_innen, doppelt so viele wie in den letzten Jahren)!!
Die Tagung findet statt vom 07. bis 10. Oktober 2010 im
Pfefferwerk Berlin und richtet sich an Trans*menschen jedweder Eigendefinition, sowie deren Familien, Freund_innen, Spielgefährt_innen, und an alle wunderbar Unentschlossenen.
Anmelden kann mensch sich ab sofort bis spätestens zum 30. September; alle Infos dazu
hier und auf der Seite der Tagung
www.transtagung.tk. Dort findet sich auch das Programm und alle sonstigen Aktualitäten und Histörchen.
Teilnahmebeiträge:
Der Unkostenbeitrag für die Trans*Tagung 2010 beträgt 30,-, 35,- oder 40,- € (je nach Selbsteinschätzung). Er berechtigt zur Teilnahme an der gesamten Tagung einschließlich der Party am Samstagabend und beinhaltet warme Mittagessen am Samstag und Sonntag. Karten für einzelne Tage können wir aus organisatorischen Gründen leider nicht anbieten.
Wer den Unkostenbeitrag nicht oder nicht ganz aufbringen kann, möge sich bitte vertrauensvoll per e-mail an das Orga-Team (transtagung.berlin (at) yahoo.de) wenden- wir finden eine Lösung!
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10:40
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Gender is Happening
Vor gut zwei Jahren führten Publikationen wie „Alphamädchen“, „F-Klasse“ oder „Neue deutsche Mädchen“ im politischen Feuilleton zu der Debatte darüber, ob wir einen „neuen“ Feminismus brauchen. In der auf der GWI-Webseite geführten Online-Debatte „Was ist der Streit-Wert?“ wurden hier verschiedene Positionen dargestellt, Kontinuitäten und Brüche sichtbar und diskutiert. Junge und „alte“ Feminist_innen zerstritten oder verständigten sich.
Eher unberührt blieb dieser Diskurs von einer damals schon bestehenden Debatte von mehr oder weniger geschlechterpolitisch bewegten Männer(gruppe)n, sogenannten „Männerrechtlern“ oder auch Frauen, die der Meinung sind, dass gegenwärtige Geschlechterdiskurse – bezogen auf die Inklusion von männerspezifischen Fragestellungen und Männerpolitik(en) – blinde Flecken haben. Die Gleichberechtigung hierzulande sei längst erreicht bzw. schon über’s Ziel hinausgeschossen. Vielerorts wird die Benachteiligung von Jungs und Männern z.B. im Bildungs- oder Gesundheitssystem, als Opfer von Gewalt, beim Sorgerecht oder im Militär reklamiert und „der“ Feminismus dafür verantwortlich gemacht. Auf der anderen Seite steht das ‚Grüne Männermanifest’, das von einer profeministischen Perspektive auf die unzureichende Auseinandersetzung mit den Themen Männerrollen/ männliche Identitäten, Männer und Gesundheit, Väter etc. hinweist.
Das Gunda-Werner-Institut der Heinrich-Böll-Stiftung will diese Diskussion aus einer kritischen Perspektive in
Blogform begleiten und Ideen und Impulse für zukünftige Geschlechterpolitik(en) sammeln.
u. a. mit
• Sabine Hark, Soziologin und Leiterin des ZIFG, Berlin
• Sebastian Scheele, Soziologe, Berlin
• Kai Gehring, MdB BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN, Berlin
• Elahe Haschemi Yekani, Anglistin und Gender-Wissenschaftlerin, Berlin
• Volker Handke, Dipl.-Ing. Technischer Umweltschutz und Mitglied beim Forum Männer, Berlin
• Astrid Rothe-Beinlich, MdL BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN, Erfurt
• Sven Glawion, Germanist und Gender-Wissenschaftler, Berlin
• Andreas Kraß, Literaturwissenschaftler und Experte für Queer Studies, Frankfurt a.M.
Es darf fleißig mitdislutiert werden. Wer einen Beitrag zu dem Thema verfassen möchte, wende sich per Mail an
[email protected].
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10:38
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Gender is Happening
Am Dienstag, den 22.Juni, hat PC Global zusammen mit seinen Partnern der europäischen Kampagne procureITfair die Online-Petition „Buy IT Fair“ gestartet, die Hochschulen zur nachhaltigen IT-Beschaffung auffordert.
Der jüngste Skandal bei Foxconn hat die Öffentlichkeit auf menschenunwürdige Arbeitsbedingungen im IT-Sektor aufmerksam gemacht.
Bei der Verbesserung dieser Zustände nimmt die Petition die öffentliche Hand und insbesondere Hochschulen in die Pflicht. Sie fordert die EntscheidungsträgerInnen an europäischen Hochschulen auf:
• bei den zentralen Beschaffungsstellen die Berücksichtigung von sozialen Kriterien beim Computereinkauf einzufordern und
• einen Beschluss zur sozial verantwortlichen Beschaffung von Computern an ihrer Hochschule durchzusetzen.
Für die Petition mobilisieren Organisationen aus Deutschland, den Niederlanden, Österreich, Spanien, Tschechien und Ungarn.
Der Videoclip zur Petition:“Señor Pezzi kauft global ”
Unterzeichnet werden kann die unter w
ww.procureitfair.org/petition
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17:13
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Gender is Happening
Judith Butler am 18.6. in der Volksbühne - eine feministisch- queere Lecture, die mich begeistert hat. Ein Eintreten für grundlegende Freiheitsrechte aller (diskriminierten Gruppen), um die Formulierung eines gesellschaftlichen Entwurfs frei von Rassismus und jeglicher Art von Diskriminierung, um Eintreten gegen Militarisierung und Krieg, ein Plädoyer für Einmischen auch und gerade durch diskriminierte und minoisierte, ausgegrenzte Gruppen egal ob Lesben. Schwule, Queere oder sonst wie (Un)definierte. Ihr Verständnis von Freiheit erinnerte mich an Rosa Luxemburgs "Freiheit der Andersdenkenden" und ist gleichzeitig darüber hinaus weisend, da sie auch den Respekt vor dem Anders sein und Anders handeln postulierte. Ihr politischer Ansatz: mit ihrer destruktivistischen Position eine Fortführung des politischen Feminismus der 90er Jahre, der ja auch eine gesamte gesellschaftspolitische Vision implizierte, bei dem es nicht nur um das Eintreten für Frauenrechte ging, sondern um das Engagement gegen jede Form hegemonialer Gewalt und Herrschaft. Besonders bemerkenswert und politisch weiterführend: Butlers Verbindung von queerer Politik mit Eintreten gegen Militarismus und Krieg und ihre deutliche Ablehnung lobbyistischer Identitätspolitiken.
Es ist bezeichnend und ärgerlich, dass es in der medialen Berichterstattung kaum um diese inhaltliche Position Butlers ging, sondern in erster Linie um ihre Ablehnung des Zivilcourage-Preises auf dem CSD und den darum entstandenen Eklat.
Ein politisches Armutszeugnis auch, dass die CSD-Szene selbst sich in der Debatte so wenig mit Butlers inhaltlichen Positionen und ihrer Kritik an einer auf die eigene Identität ausgerichteten Politik auseinander setzt. Das halte ich für die weiter reichenden und gesellschaftlich weiterführenden Frage: Wie kommen wir aus dem Dilemma heraus, dass es einerseits notwendig ist, Diskriminierungen minoisierter Gruppen zu problematisieren und für ihren Schutz und die gesellschaftliche Akzeptanz einzutreten, und andererseits jegliche Polarisierung und identitäre Abgrenzungen zu verhindern? Wie schaffen wir es, auf die eigenen Interessen ausgerichtete identitäre Lobbypolitik abzubauen? Wo finden wir welche Bündnispartner_innen für eine gemeinsame und wirkungsmächtige Politik, die das Engagement für grundlegende Freiheitsrechte, gegen Krieg und Militarismus, mit dem gegen Rassismus und andere Diskriminierungsformen verbindet?
Nachtrag - 3sat-Kulturzeit über Judith Butler und den Eklat beim Berliner CSD
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12:38
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Gender is Happening
Bei der Fußball-EM der Herren 2008 wurde kurzfristig Realität, was sich so manche Konsum- und Fernsehkritiker_innen schon einmal ausgemalt haben: republikweiter Ausfall der Glotze.
Doch der Ausfall währte zu kurz und die riots blieben aus. Unbarmherzig aber traten die Schwächen des ZDF-Kommentatoren, der mangels Bild allein mit seiner Stimme das Spiel übertragen musste, zu Tage: „Der Ausfall offenbarte, wie wenig Fernsehleute noch zu sagen haben [...] Béla Réthy hatte schon vorher so gewirkt, als wäre er kommentatorisch nicht ganz auf Ballhöhe.“ (Spiegel ONLINE)
Man hatte es also schon gewusst und war auch am vergangenen Sonntag nicht mehr überrascht davon, wie wenig der genannte Kommentator zum Spiel des DFB-Teams gegen Australien zu sagen hatte. In der 2. Halbzeit erfuhr man dann leider schmerzhaft, dass soviel Schweigen auch besser sein kann als Reden:
Die Kritiken der sprachlichen Entgleisung der Journalistin in der Halbzeitpause standen bereits im Internet, da herrschte beim Kommentator soviel Langeweile, dass er das Fußball-TV-Publikum an seinem sexistischen Vergleich von lärmenden Fußballtröten und lauten Ehefrauen teilhaben ließ.
Fazit: An manchen Orten wird Fußball ja bereits hymnenfrei gezeigt, für "trachtenfreies heerenfußballgucken in antinationalem ambiente" (
alle spiele. alle tore. keine hymnen.).
Spätestens seit Sonntag empfiehlt sich, in Zukunft ganz auf den TV-Ton zu verzichten: wortlos, hymnenfrei - und Spaß dabei!
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11:10
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Gender is Happening
Wann: 17. Juni 2010, 20.30 Uhr
Wo: Bandito Rosso, Berlin (Lottumstr. 10a)
Zur Debatte stehen Männlichkeitsbilder im Fußball und deren Reproduktion in den Medien, der Ultraszene und im Stadion.
Die Referent_innen berichten von ihren Erfahrungen mit Sexismen und Homophobien im fußballerischen Umfeld und stellen sich euren Fragen.
Mit:
Elke Wittich (Journalistin/Jungle World)
SenioritHAs (Ultras Jena)
USP (Ultras Sankt Pauli)
Filmstadtinferno (Ultras Babelsberg).
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13:37
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Gender is Happening
Wann: 6.-13. Juli 2010 in Berlin.
Wo: am Anhalter Bahnhof in Berlin
Der Verein „Fußball und Begegnung e.V.“ lädt ein zum Fußball-Kultur-Festival „DISCOVER FOOTBALL“. Die Vereinsmitglieder sind überweigend Spielerinnen des BSV AL-Dersimspor e.V., gegen dessen Team die iranische Fußball-Nationalelf der Frauen ihr erstes internationales Spiel bestritt.
Im Zentrum des Festivals steht ein Turnier, an dem Fußball-Frauenteams aus Afghanistan, Ecuador, Österreich, Liberia, Sambia und Israel/Palästina teilnehmen. Außerdem rollt der Ball hier auch auf der Leinwand des begleitenden Film-Programms und die letzten Spiele der WM 2010 der Männer lassen sich gemeinsam anschauen.
Einerseits demonstriert das Festival die begegnungsstiftende und geschlechter-emanzipatoische Kraft des Fußballs. Andererseits fehlt aber auch die kritische Reflexion vereinfachender Gleichsetzungen von Fußball und Leben bzw. von Sport und Emanzipation nicht - z.B. mit der Podiumsdiskussion „Selbstbestimmung durch Fußball? - Auf dem Platz Sind alle gleich!?“ am 9. Juli ab 20 Uhr.
Also: Hingehen, WM und Turnier gucken, mitdiskutieren, Filme und Musik genießen!
www.discoverfootball.de
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10:28
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Gender is Happening
Wann: 14. Juni, 18.15 Uhr
Wo: Humboldt-Universität zu Berlin, Unter den Linden 6, Raum 2097
Homophobie im Fußball ist nach wie vor ein Thema. Häufig wird in Bezug auf kickende Frauen vermutet, dass Lesben im Fußball selbstverständlich "out" sein können, während schwule Fußballspieler weiterhin den Rat erhalten, ein Coming-Out zu vermeiden.
Homophobie ist vielschichtig: Der vielzitierte Spruch des Turbine-Potsdam-Trainers, er müsse über die intimen Beziehungen in seinem Team Bescheid wissen, weil sie seine Rolle als Trainer beeinflussen (O-Ton "wenn ich die eine kritisiere, ist die andere beleidigt"), ist nur bedingt ein Hinweis auf die Selbstverstädnlichkeit offen lesbischer Spielerinnen.
Vielmehr schreiben sich darin alt-bekannte frauen- und lesbenfeindliche Diskurse fort: Frauen sind zu weich für den harten Fußball bzw. das harte Training und "harte Ansagen", und lesbische Beziehungen werden als Symbiosen imaginiert, die die Professionalität untergraben.
Weitere Einblicke zum Thema bieten heute im Rahmen der Ringvorlesung "Grenzenlos? Sport und kollektive Identität” der Beitrag von Nina Degele und Tanja Walther-Ahrens.
Für ihren Beitrag mit dem Titel "Homophobie im Fußball" bringen die Refererierenden geballte Kompetenz mit:
Nina Degele ist seit 2000 Professorin für Soziologie und Gender Studies an der Universität Freiburg. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören auch Sport- und Körpersoziologie. Sie veröffentlichte zuletzt dazu “Wenn das Runde ins Eckige muss – Stereotypisieren, Reifizieren und Intersektionalisieren in der Geschlechterforschung”.
Tanja Walther-Ahrens ist heute - nach einer erfolgreichen Karriere als Profifußballerin u.a. bei Tennis Borussia Berlin und Turbine Potsdam und parallelem Sportstudium - beim SV Seitenwechsel aktiv. Seit 2006 ist sie Delegierte der European Gay and Lesbian Sport Federation (EGLSF) beim europäischen Netzwerk Football Against Racism in Europe (FARE). Tolerantia-Preis 2008.
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14:10
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Gender is Happening
Wie schon im Rahmen der Fußballweltmeisterschaft der Männer 2006 in Deutschland gibt es auch dieses Jahr wieder eine Reihe von Diskussionen zum Zusammenhang von Sexarbeit und Fußball-Weltmeisterschaft. Häufig werden hierbei in den Medien die Themen Migration, Sexarbeit, Menschenhandel und Zwangsprostitution unreflektiert miteinander in Verbindung gebracht. So werden aus "migrierten Sexarbeiter_innen" häufig automatisch "illegale Zwangsprostituierte", um nur ein Beispiel zu nennen. Dies liegt vor allem daran, dass die meisten Diskussionen dieser Art über die Köpfe der Betroffenen hinweg geführt werden und führt zu einer allgemeinen Kriminalisierung von Sexarbeiter_innen.
Letzten Monat erschien in der
Jungle World ein informativer Artikel zu Sexarbeit und Migration in Südafrika.
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11:36
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Gender is Happening
Jacob Zuma, 1999-2005 Vizepräsident und seit Mai 2009 Präsident Südafrikas, gibt sich in seinen Ansprachen im Vorfeld der WM gekonnt staatsmännisch und selbskritisch. Er betont, dass er um die sozialen Probleme und die Kriminalität im Lande wisse und gedenke dagegen anzugehen. Leider gerät er aber nicht mit innovativen Lösungsvorschlägen in die Presse, sondern immer wieder mit Skandalen um sein Amt und sein Privatleben. 2005 wurde Zuma wegen Korruption angeklagt, die Anklage wurde fallen gelassen. Ebenfalls 2005 wurde er wegen Vergewaltigung angeklagt und freigesprochen. Darauf angesprochen, ob er davon gewusst habe, dass die von ihm vergewaltigte Frau HIV-positiv gewesen sei, gab er an, er habe davon gewusst, sich aber geduscht, um eine Ansteckung zu verhindern. Momentan geht es in den Medien vor allem um eine seiner drei Frauen, die wegen verschiedener Handlungen in der Kritik steht.
Heute erschien unter dem Titel
"Ohne Wissen, ohne Macht" in der taz ein Artikel zur aktuellen politischen Situation in Südafrika und besonders zur Person Jacob Zuma.
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15:05
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Gender is Happening
Wann: 13. Juni 2010
Wo: auch in deiner Stadt?
Mercedes Benz ist der Sponsor des Teams des Deutschen Fußball-Bundes, das am 13. Juni 2010 bei der Fußball-WM der Männer in Südafrika sein erstes Spiel bestreitet.
Der Konzern war auch Lieferant des rassistischen Apartheide-Systems - an ihn richten sich deshalb Forderungen nach Entschädgungen von Opfern der Apartheid-Gewalt.
Um diese Forderungen sichtbar zu machen und zu unterstützen, gibt es im Internet den Aufruf:
Organisiert eine Flashmob-Aktion in eurer Stadt!
Und so sieht das dann aus:
World Cup 2010: Kick Daimler! from Yves McCoy on Vimeo.
Informationen zur Klage gegen Daimler:
star-of-apartheid.de
Khulumani Support Group:
khulumani.net
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13:58
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Gender is Happening
Vom 25.7.- 1.8. 2010 findet einherrschaftskritisches Sommercamp zu den Themen:
• Solidarität und Verantwortung
• Familie und (Anti)Kapitalismus
• Elternschaft und Szene
• Dekonstruktion der bürgerlichen heteronormativen Kleinfamilie
• Aufstand
• Abschaffung von Erziehung
• sozialrevolutionäre/anarchistische Umwälzung
statt.
Weiter Infos unter
http://werlebtmitwem.blogsport.de/camp-2010/
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12:57
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Gender is Happening
Zur Fußball-WM 2010 in Südafrika soll das umstrittene Anti-Vergewaltigungskondom Rape-Axe, welches vor fünf Jahren von der Südafrikanerin Dr. Sonnet Ehlers erfunden wurde, Premiere feiern. Ca. 30 000 Stück will Ehlers verteilen lassen. Das Anti-Vergewaltigungskondom sooo, wie ein Tampon getragen, den Penetrierenden mit kleinen Stachelen ein Unbehagen verschaffen, ohne dabei zu Blutung zu führen. Im Klartext heißt das, dass Frauen sich nicht vor dem Übergriff an sich schützen können, sondern das dieser lediglich verkürzt wird.
Ein interessanter Artikel dazu erschien kürzlich im
Freitag.
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14:22
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Gender is Happening
Wann: Samstag, 05.06.2010, 20:00h, Open-Mic Liste liegt ab 19:30 aus
Wo: raumerweiterungshalle, Markgrafendamm 24c, Berlin-Friedrichshain
Inspiriert von "Shut up and Speak" findet nächsten Samstag zum ersten Mal "Myke & Me" in der raumerweiterungshalle statt. Ein Spoken Word Abend mit Texten zum Lachen, Weinen, Grinsen, Ärgern, Lieben, Leben, wütend sein, Schreien, Singen, ...
Kommt zahlreich und feiert die erste Show! Bringt Texte mit, stellt euch ans Open-Mic oder fiebert im Publikum mit!
Mehr Informationen auf der Seite der
raumerweiterungshalle .
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14:22
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Gender is Happening
Wann: Samstag, 05.06.2010, 20:00h, Open-Mic Liste liegt ab 19:30 aus
Wo: raumerweiterungshalle, Markgrafendamm 24c, Berlin-Friedrichshain
Inspiriert von "Shut up and Speak" findet nächsten Samstag zum ersten Mal "Myke & Me" in der raumerweiterungshalle statt. Ein Spoken Word Abend mit Texten zum Lachen, Weinen, Grinsen, Ärgern, Lieben, Leben, wütend sein, Schreien, Singen, ...
Kommt zahlreich und feiert die erste Show! Bringt Texte mit, stellt euch ans Open-Mic oder fiebert im Publikum mit!
Mehr Informationen auf der Seite der
raumerweiterungshalle .
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12:09
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Gender is Happening
Die Zahl steht in Südafrika für DAS sportliche Großereignis in diesem Jahr: Die Fußballweltmeisterschaft der Männer, die zum ersten Mal auf dem afrikanischen Kontinent stattfindet.
64 Spiele werden vom 11. Juni – 11. Juli 2010 in neun verschiedenen Stadien ausgetragen bis feststeht, welche der 32 Mannschaften nach Italien den WM-Pokal übernimmt. Gute Chancen werden dem amtierenden Europameister Spanien zugesprochen, aber auch Teams wie Brasilien und England stehen wieder hoch im Kurs.
Südafrika hat es entgegen allen Zweifler_innen geschafft: Alle fünf neugebauten Stadien sind fertig gestellt, es gibt ein verbessertes Verkehrssystem und Unterkünfte für die erwarteten Besucher_innen stehen mehr als genug zur Verfügung.
Dennoch ist die Stimmung kurz vor Beginn der Weltmeisterschaft gespalten: Bei aller Vorfreude auf die Spiele melden sich auch immer wieder Kritiker_innen zu Wort. Auf Grund der weltweiten Wirtschaftskrise wurde die Zahl der erwarteten Tourist_innen bereits zweimal nach unten korrigiert, es wird befürchtet, dass einige der neugebauten Hotels nicht ausgebucht sein werden. Umweltaktivist_innen kritisieren, dass diejenigen die kommen, sich durch die Anreise mit dem Flugzeug meist äußerst CO2 intensiv fortbewegen werden. In mehreren Austragungsorten wurden zudem Zwangsumsiedlungen der Bewohner_innen durchgeführt: allein in Kapstadt wurden nach Angaben der Vereinten Nationen über 20.000 Menschen aus einer so genannten „Elendssiedlung“ an den Stadtrand „umgesiedelt“. Zahlreiche Straßenhändler_innen wurden aus den Stadtzentren verdrängt um für „mehr Sicherheit“ zu sorgen und offiziellen FIFA Verkaufsständen Platz zu machen. Nicht zuletzt sorgt das Thema Prostitution nach wie vor für hitzige Debatten: offiziell ist sie in Südafrika verboten, inoffiziell gibt es unzählige Sexarbeiter_innen. Das offizielle Verbot führt dazu, dass diese keinerlei Ansprüche auf Schutz vor staatlichen Repressionen haben, viele fürchten für die Dauer der Weltmeisterschaft „weggesperrt“ zu werden.
In den kommenden Wochen wollen wir die Fußballweltmeisterschaft der Männer an dieser Stelle aus kritischer Perspektive begleiten. Wir wollen Kommentare, Links und Anregungen geben, die die Möglichkeit bieten hinter die Kulissen der großen und gut ausgeleuchteten Stadien zu blicken.
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11:21
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Gender is Happening
Auf dem Filmfestival Globale 2010, das vom 27.5. bis 2.6.2010 in Berlin im
Kino Moviemento- Kottbusser Damm 22,Berlin stattfindet, ist die "Globale Delegation von Care Work" ein Schwerpunkt. (
www.globale-filmfestival.org)
Aus dem Programm der Veranstalter:
Die Bedeutung von bezahlten Haus -und Pflegedienstleistungen hat in den letzten 15 Jahren global stark zugenommen. Diese Arbeit wird, wie die traditionell unbezahlte Reproduktionsarbeit, nahezu ausschließlich von Frauen gemacht. Wir zeigen in unserer Reihe Filme über Arbeitsverhältnisse in Indien und Mexico, Länder in denen die Tradition von Kindermädchen und Hausangestellten nie abgerissen ist. Wir möchte aber auch beleuchten, wer diese Arbeit unter welchen Bedingungen in Deutschland macht.
Spezifisch ist für die meisten dieser Arbeiten die Affektivität. Das gilt sowohl für die vielen häufig migrantischen Pflegekräfte, die ihre eigenen Kinder der Obhut anderer überlassen müssen, während sie selbst zur festen Bezugsperson für die Kinder ihrer Arbeitgeber werden.
Leihmütter haben als kleiner aber zunehmender Teil des medizinischen Tourismus eine andere Aufgabe. Ihre emotionale Arbeit besteht darin, sich von den Kindern, die sie austragen zu lösen.
folgende Filme werden gezeigt
„Google Baby“ Dokumentarfilm von Zippi Brand Frank, Israel 2009, 76 min
Wer sind die Eltern eines Kindes wenn das Spermium aus Israel kommt, das Ei aus den USA stammt und die Schwangerschaft von einer Leihmutter in Indien übernommen wird?
Dieses System transnationaler Elternschaft folgt den Spielregeln von nationaler Gesetzgebung und Ökonomie. Ob Unfruchtbarkeit oder Homosexualität, ob Durchschnittsverdiener oder mit Erbschaft, der Markt der Reproduktionstechnologien ist international und bietet ein breites Spektrum für die Babyproduktion. In dem Dokumentarfilm kommt die Eispende für das schwule israelische Paar von einer Amerikanerin und die Leihmutterschaft wird nach Indien ausgelagert, eine sehr ungleiche Kette von Tauschbeziehungen hält diese Geschichte von moderner Leihmutterschaft zusammen.
Diskussion mit Andrea Trumann
Zeit Do. 27.5. 20:30
„Lakshmi and me“ Dokumentarfilm von Nishta Jain, Indien 2008, 59 min.
Der Film reflektiert das Verhältnis der Regisseurin und ihrer Haushaltshilfe in Bombay. Er problematisiert den Zusammenhang von weiblicher Emanzipation indischer BildungsbürgerInnnen die häufig auf der kostengünstigen Delegation von Hausarbeit an Frauen aus einer rangniedrigeren Kaste beruht.
Zeit So. 30.5. 20:45
Care Work: Kurzfilmprogramm
„Clandestinas“, Silvia Chiogna, D, I, 2007, 20min
“Know your rights”. Videogroup know your rights, D 2009, 9min
“Marisol”, Hella Wenders, D 2009, 25 min
„Lotería“, Dokumentarfilm von Janina Möbius, D/Mex 2009, ca. 60 min.
“Territorio Domestico”, Cinéma Copains, D 2010, 9min
Vier unterschiedliche Perspektiven auf migrantische Hausarbeit in Europa. Zwei Kurzfilme über den Umgang zweier Frauen mit ihrem Status als „Illegale“, ihrer Angst, dem finanziellen Druck un der emotionalen Belastung der Distanz. Zwei Videoclips zeigen Möglichkeiten der Selbst-Organisation und des Kampfs um Arbeitsrechte.
Gäste: Vertreterin des Arbeitskreises AK undokumentiertes Arbeiten, Silvia Chiogna (Regisseurin), Juliane Karakayali (arbeitet zu Care work Migrantinnen in Deutschland)
Diskussion in Deutsch
Zeit Di. 1.6. 18:15
„Lotería“ Dokumentarfilm von Janina Möbius, D, Mexiko, 2009, 60min.
Was haben eine indianische Amme, eine berufstätige alleinerziehende Mutter, ein Kindermädchen mit Anhang in Mexico City und mittelamerikanische Migranten an Mexikos Südgrenze gemeinsam? Sie wollen das Beste für ihre Familien und Kinder. Nur die Möglichkeiten sind unterschiedlich. Lotería!
Filmgespräch mit der Filmemacherin Janina Möbius und Katrin Zeiske (Expertin zu Frauen-Migration in Lateinamerika) Diskussion in Deutsch/Spanisch
Zeit Di. 1.6.2010 20:45
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9:00
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Gender is Happening


Dieser Werk bzw. Inhalt ist unter einer
Creative Commons-Lizenz lizenziert.
@Jreberlein Wikipedia Am 18. Juni 2010 spricht Judith Butler über Queere Bündnisse und die Antikriegspolitik im großen Saal der Volksbühne (Berlin).
Moderiert wird die Veranstaltung von Andreas Kraß.
Wo? Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz
Wann? 18.06.2010 - 21Uhr
Eintritt? 4-6€
Fon? 030-24065-777 / E-Mail: ticket(ät)volksbuehne-berlin.de
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11:23
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Gender is Happening
Aktivist_innen in San Francisco verliehen dieser Forderung kürzlich Nachdruck.
In einer direkten Aktion unterstützen sie Hotel-Angestellte in ihrem Kampf um bessere Verträge und Gesundheitsversorgung und riefen zum Boykott von bestimmten Hotels auf.
Eine Koalition zwischen LGBT und Gewerkschaften lässt queerfeministische Ökonomiekritik praktisch werden!
Das queere Begehren nach einer gerechten Ökonomie ist Thema einer Konferenz im Juni 2010 in Berlin "
Desiring Just Economies"
Dass und wie die Arbeit in Wirtschaftsfeld der Care Ökonomie umverteilt und neu bewertet werden muss, wurde auch bei zwei
Fachgesprächen des Gunda-Werner-Instituts diskutiert.
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9:54
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Gender is Happening
Am 06.05.2010 ist "SHUT UP AND SPEAK" im Festsaal Kreuzberg zu Gast. Diesmal gibt es Performances in deutscher und englischer Lautsprache und auch in deutscher Gebärdensprache.
"SHUT UP AND SPEAK ist eine Nacht voller Spoken Word Performances. Es gibt
eine etwa eineinhalbstündige Show voller berührender, schöner, lustiger,
nachdenklicher, politischer, trauriger, wütender, leiser und lauter Texte.
Auf der Bühne stehen ausschließlich Frauen/Lesben/Trans*, im Publikum
sind alle Gender sehr herzlich willkommen." (aus der Ankündigung)
Hingehen zuhören, mitfiebern, mitmachen, mitlachen, nachdenken,...
Was: SHUT UP AND SPEAK -mit Gebärdensprachperformance-
Wann: 06.05.2010, Einlass um 20.00h Beginn (pünktlich) um 21.00h
Wo: Festsaal Kreuzberg, Skalitzer Straße 130, Berlin Kreuzberg
Der Eintritt kostet zwischen 2 und 6 Euro
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16:30
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Gender is Happening
Präsentation und Diskussion aktueller empirischer Studien zum Normalitätsregime von Geschlecht und Homosexualität im Wechselspiel von Politik und Medien
„Ich bin schwul, und das ist auch gut so“ - Im Kontext westeuropäischer Mediendemokratien scheinen offen schwule Spitzenpolitiker eine neue ‚aufgeklärte’ Normalität zu repräsentieren. Aber wie steht es mit Lesben? Und wie weit trägt eine Emanzipation durch Normalisierung? Wo schlägt sie um in eine erneute Normierung von Geschlecht und Sexualität? Und inwiefern ist trotz aller Prominenzgewinne ein massenmediales Outing immer nur eine Normalität auf Bewährung? Diese Fragen leiten drei aktuelle empirische Forschungsprojekte aus verschiedenen trans/disziplinären Perspektiven.
Zeit: Freitag 11. Juni 2010, 15:oo – 18:3o Uhr
Ort: Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Sozialwissenschaften, Universitätsstraße 3b, Raum 002
Mit:
Dr. Tuula Juvonen (Universität Jyväskylä/ Universität Helsinki, CoE Politics of Philosophy and Gender /Gastwissenschaftlerin am ZTG)
„Coming out auf lesbisch? - Lesbische Politikerinnen in der bundesdeutschen Politiklandschaft“
Dipl.Soz. Dipl.Ing. Andreas Heilmann (Humboldt-Universität zu Berlin/Institut für Sozialwissenschaften)
„Die Normalisierung homosexueller Männlichkeit im printmedialen Diskurs der Politiker-Outings“
Dr. Cristina Johnston (University of Stirling/School of Languages, Cultures and Religions)
„Bertrand Delanoë and the Gay Archives: Coming Out in the French Republic”
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Gender is Happening
Gestern ging die 4.
re:publica zu Ende. 2500 Menschen besuchten die Konferenz zum digitalen Leben mit dem Motto "nowhere".
In diesem Jahr hat es die von der
maedchenmannschaft ins Leben gerufene Gruppe GirlsonWebSociety geschafft, mehrere Veranstaltungen mit feministischen Themen auf der re:publica zu platzieren.
Den Auftakt gab das Panel "Feministische Netzkultur 2.0 - Chancen, Herausforderungen und Risiken einer neuen Bewegung". Schnell stellte sich heraus, dass Vernetzung, wie sie seit der letzten re:publica aktiv betrieben wurde, das A&O "einer" feministischen Bewegung im Netz ist. So divers die Anliegen vor 30 Jahren waren, so divers sind sie auch heute noch. Eine große Mobilisierung jenseits des Netzes stellt sich somit als schwierig dar. Ziel kann es daher "nur" sein, kleinere Projekte gezielt zu organisieren und sich dann gezielt "temporäre" Unterstützung für die Umsetzung zu suchen. Kleine themenspezifische Allianzen können so wirksame Gegenöffentlichkeiten erzeugen. Ein ähnliches Thema verfolgte
33. Green Ladies Lunch - "Feminismus im Web2.0-Im Spannungsverhältnis zwischen Privatheit und Öffentlichkeit", der kürzlich im Gunda-Werner-Institut stattfand.
Thematisch sehr nah angesiedelt war die Veranstaltung, angeboten von
Anne Roth, "Das andere Geschlecht. Sexismus im Internet". Warum findet sich in den
deutschen Blogcharts erst auf Platz 34 eine Frau, wenn 2/3 aller Blogger_innen Frauen sind. Wieso startet die dctp Meinungsmacher Reihe mit vier Männern und ohne Frau (aktuell sind in der Reihe 2 Frauen, eine davon ist Anne Roth, die auf den Missstand hingewiesen hatte)? Davon ausgehend diskutierte das Podium die Frage der Relevanz. Nach welchen Kriterien bilden sich die deutschen Blogcharts und warum werden Themen, die von Frauen angeboten werden, offensichtlich nicht als relevant eingestuft, wenn sie jenseits der Technik- und Politblogs angesiedelt sind.
Eine große Rolle spielte auch der Sexismus im Internet, der ja nicht nur gegen Frauen gerichtet ist. Anna Berg von maedchenmannschaft.net berichtete von der Kommentarkultur auf dem Blog - mit
"Ihr durchtriebenen, miesen Fotzen" veröffentlichte sie ein "Best of" der schlimmsten Kommentare. Doch wie ist Sexismus im Netz zu begegnen? Es reicht nicht nur die Löschfunktion und eine "dicke Haut", es ist und bleibt wichtig, Sexismus öffentlich zu machen, sich zu vernetzen und Gegenstimmen zu sammeln.
Dies waren aus feministischer Sicht die zwei wichtigsten Veranstaltungen der re:publica 2010. Auch wenn die Zeit oft zu kurz war und das Publikum zahlreicher hätte erscheinen können, ist es ein Schritt in die richtige Richtung - die Schaffung einer Gegenöffentlichkeit in einer, mittlerweile medial sehr stark wahrgenommen Öffentlichkeit, die die re:publica bildet.
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10:24
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Gender is Happening
Gerade hat die re:publica 2010 begonnen. Insgesamt 165 Veranstaltungen, 265 Sprecher_innen aus 30 Staaten werden die nächsten drei Tage die verschiedensten Facetten der digitalen Gesellschaft beleuchten.
Ich werde als Vertreter_in des GWI natürlich alle Veranstaltungen mit den Themen: Feminismus, Gender und Social Media besuchen und davon berichten. Denn es wird auf alle Fälle mehr geben, als im letzten Jahr. Wir können also gespannt sein.
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12:30
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Gender is Happening
Liebe Filmschaffende, Künstler_innen, Kings, Queens & Queers,
in diesem Sommer findet in Rostock vom 29. Juli bis zum 31. Juli 2010 zum zweiten Mal unser unkommerzielles und unabhängiges QueerFilmFest statt.
Hierfür suchen wir eure Filme!
Jeder queere Film ist uns willkommen, gerne zu Themen wie Intersexualität, Trans*, Gender-nicht-konform und queer in Verbindung mit Migration, Illegalität, Klasse…
Wir würden uns freuen, wenn ihr euren Film persönlich in Rostock vorstellt und dem Publikum im Anschluss für ein Gespräch zur Verfügung steht.
Das QueerFilmFest wird in Rostock im Peter-Weiss-Haus stattfinden, einem linken Raum für freie Bildung und Kultur - mehr Infos findet Ihr unter
http://peterweisshaus.de.
Im Rahmen des Festivals gibt es auch Raum für eure Dia-Shows, Ausstellungen, Vorträge oder Workshops. Bei der Abschlussparty am Samstag könnt ihr euch gerne mit euren Performances, Deko-Ideen und DJ-Skillz einbringen.
Für weitere Fragen sind wir unter der E-Mail-Adresse queerfilm(ät)systemausfall.org erreichbar, unsere Website findet Ihr unter
http://www.queerfilmfest.de
Wir freuen uns auf eure Beiträge!
Leitet diesen Aufruf bitte an alle Interessierten weiter!
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14:51
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Gender is Happening
Neulich war ich mal wieder am Veranstaltungsort von Gender is Happening - am Gunda Werner Institut in Berlins Mitte. Ich war dort mit etwa 50 anderen Frauen anlässlich des 33. Green Ladies Lunch zum Thema "Feminismus im Web2.0 - Im Spannungsverhältnis zwischen Öffentlichkeit und Privatheit". Und so ganz "nebenbei" fand sich im Foyer die in der Blogüberschrift erwähnte Dokumentation. Sie enthält neben dem Programm sowie dem Plakat v.a. 3 Filmbeiträge und eine umfangreiche Fotosammlung.
"Gender is Happening-Dokumentation als CD " vollständig lesen
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11:27
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Gender is Happening
Ein Zusammenschluss aus unterschiedlichen Arbeitsgruppen und Einzelpersonen lädt vom 4.-6. März 2010 zum Kongress "Who cares? Queerfeminismus und Ökonomiekritik" in verschiedene Lokaliltäten Neuköllns. Die Themen der Veranstaltungen reichen von "Care Workers Organizing" über "Geschlechterverhältnisse im Einkommensteuerrecht" bis hin zu "Queerfeminismus in der russischen Revolution". Es wird u.a. ein Kurzfilmprogramm, verschiedene Diskussionsforen, Open Spaces, Workshops und noch viel mehr geben. Außerdem werden Übersetzungen der einzelnen Veranstaltungen und eine Kinderbetreuung angeboten. Mehr zum Programm gibt es
hier.
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14:39
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Gender is Happening
Am 27. Februar 2010 findet das große Finale, der mehrmonatigen Gedenkkampagne zu "125 Jahre Berliner Afrikakonferenz", statt.
Mehr als 75 Organisationen und Institutionen der Bundesrepublik haben auf über 50 Veranstaltungen die Kampagne bislang unterstützt.

Der Abschluss der Kampagne beginnt um 11Uhr mit einem Festakt zur Umbenennung des Berlin-Kreuzberger "Gröbenufers" in "May-Ayim-Ufer".
Ab 13 Uhr beginnt der Gedenkmarsch für die afrikanischen Opfer von Sklavenhandel, Sklaverei, Kolonialismus und rassistischer Gewalt statt.
Ort: Berlin-Kreuzberg/Friedrichshain, Zirkus Cabuwazi, Gröbenufer/May-Ayim-Ufer 2
Zeit: Samstag 27. Februar 2010 11Uhr
Die
Abschlusseinladung zum download.
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13:27
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Gender is Happening

Globalization and new power configurations in the world have greatly changed the meaning of peace and security. Poverty, climate- and resource-related conflicts, instable governments, regional and international terrorist groups, and criminal organizations all pose a threat to security and stability everywhere. Throughout the world these problems lead to insecurity and new perceptions of threat.
These developments are being followed critically by peace networks and experts from civil society. For quite some time women’s organizations and feminist networks have been increasingly involved, putting the gender perspective back on the agenda. Since October 2000, UN Security Council Resolution 1325 has been paving the way to greater gender sensitivity in peace and security policy. It could be a milestone for gender-equitable security policy. But up to now this resolution has not developed its own institutional strength within the UN system and the international community. This volume contributes to filling the gap in knowledge about approaches both to gender-sensitive peace and security policy.
With contributions by Sanam Naraghi Anderlini, Andreas Zumach, Karen Barnes, Lynne Christine Alice, Mariam Notten, Ute Scheub and others.
Roadmap to 1325
Resolution for gender-sensitive peace and security policies
Edited by the Gunda Werner Institute for Feminism and Gender Democracy in the
Heinrich Böll Foundation
Verlag Barbara Budrich, Leverkusen/Farmington Hills 2010, 224 Seiten, 22,- Euro
ISBN 978-3-86649-311-7
Order this book at the Bookshop of the Heinrich Böll Foundation
Heinrich-Böll-Stiftung
Schumannstr. 8, 10117 Berlin
Phone: 030-285340, Fax: 030-28534109
E-mail:
[email protected]
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11:47
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Gender is Happening
Die Organisationsberatung Sujet veranstaltet am 27. und 28. Januar 2010 in Hamburg ein Praxisseminar zum Zusammenhang von Geschlechterrollen und Stress bzw. psychischen Belastungen Die Veranstaltung schließt an das Projekt "Gender/Stress für die Wahrnehmung und den Umgang mit psychischen Belastungen im Betrieb" an. Mehr Informationen auf der
Website von Sujet.
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13:56
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Gender is Happening
Call for Papers
'Gender and Conflict': Special issue of Feminist Review
Feminist Review is an interdisciplinary, agenda-setting publication
that insists on the theoretical and strategic centrality of gender in
all its complexity. By encouraging special attention to the ways in
which gender, race, ethnicity, and sexuality intersect, this special
issue seeks to explore the complex and multiple ways in which gender
as an analytical lens can enhance interdisciplinary understandings of
conflict and political violence.
Contributions might include explorations of the following questions:
• What methodologies and theoretical approaches are best suited to
illuminating the ways in which gender, race, ethnicity, and sexuality
intersect or become mutually constitutive in conditions of political
violence?
• In seeking to better understand both gender and political violence,
how can the relationship(s) between feminist theory(ies) and activism
be conceived?
• How have developments in science (forensics, weaponry, information
and communication technologies) affected the nature of violent
conflict and its aftermaths? How are these gendered?
• How do ideas about gender identity figure in personal narratives of
conflict? How do these relate to the various ways in which gender
identities are strategically represented by state and non-state
actors?
• How do experiences and practices of political violence organise the
production and maintenance of gender roles? What are the embodied
dimensions? The performative?
• How do women and men differently accommodate and acclimatize to
prolonged conflict?
• How do (inter)national (and multiple) media forms construct
particular gendered understandings of actors in conflict?
• What are the gender dimensions of commemorations of political
violence and victims of conflict?
The above list is not exhaustive and the guest editors would welcome
submissions from scholars in politics, anthropology, gender and
sexuality studies, history, human rights studies, science and
technology studies, International Relations, development and other
interdisciplinary fields. The special issue invites contributions that
offer new theoretical insights into and/or empirical observations of
the violent practices that regulate gender and the gendered logics
that sustain conflict.
Please send abstracts of no more than 500 words to Lori Allen
(laa2(aet)cam.ac.uk) and Laura J. Shepherd (l.j.shepherd(aet)bham.ac.uk) by 1
FEBRUARY 2010.
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11:27
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Gender is Happening
Nancy Fraser (New School of Social Research New York) hält einen Vortrag mit dem Titel:
"Marketization, Social Protection, Emancipation: Toward a Neo-Polanyian Analysis of Second-Wave Feminism"
Wo? Hauptgebäude der HU, Unter den Linden 6, Raum 3094
Wann? Mittwoch, 20. Januar 2010, 12 Uhr
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15:30
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Gender is Happening
Die Vereinbarung im Koalitionsvertrag, den Wehrdienst von neun auf sechs Monate zu kürzen, tritt auch eine alte Debatte los, die nach wie vor aktuell ist: Ist es ungerecht, dass nur Männer zum Wehr- beziehungsweise Zivildienst verpflichtet sind? Sollten Frauen gleichberechtigt verpflichtet sein, nach bestandener Musterung, Wehrdienst zu leisten oder nach Verweigerung Ersatzdienst? Ist das Modell der Wehrpflicht überhaupt noch zeitgemäß oder sollten die Aufgaben der Bundeswehr durch eine Berufsarmee erfüllt werden? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigt sich Katrin Rönicke in ihrem im Wochenmagazin "derFreitag" erschienenen Artikel
"Den eigenen Frieden verteidigen". Sie erläutert hier auch die Geschichte der Diskussion zu diesem Thema in Deutschland.
Wichtig ist es bei allen Diskussionen um Geschlechtergerechtigkeit durch Wehrpflicht, nicht aus den Augen zu verlieren, dass diese (wenn überhaupt) nicht mit dem bloßen gleichen Zwang für Frauen erreichbar wäre. Außerdem darf die grundsätzliche Fragwürdigkeit einer Institution wie der Bundeswehr nicht vergessen werden. Die Debatte kann daher mit der Beantwortung der Frage „Wehrpflicht für Frauen – ja oder nein“ nicht zu Ende sein.
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15:47
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Gender is Happening
Für das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen wird ein neuer Film gesucht, der ab Mai 2010 in der Betonstele des Denkmals am Tiergarten gezeigt werden soll. Die Konzeption des Denkmals sieht vor, den Film der durch ein Fenster in der Stele zu sehen ist, im 2-Jahres-Rhythmus auszutauschen. Zu sehen ist derzeit eine Kussszene zwischen zwei Männern, es wäre daher aus geschlechtergerechter Perspektive toll, wenn im nächsten Film zwei sich küssende Frauen zu sehen sind.
Die "Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas" ruft interessierte Videokünstler_innen in einem öffentlichen Ideenwettbewerb dazu auf bis zum 9. Januar 2010 entsprechende Beiträge einzureichen. Die Mindestanfoderungen die an den Beitrag gestellt werden sind: schwarz-weiß, gleichgeschlechtliche Kussszene, maximal 2 Minuten lang. Mehr Informationen in der
Ausschreibung Stiftung Denkmal.
Ran an Kamera und Schnittprogramm!
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18:04
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Gender is Happening
Berlin im Oktober 2009 – das
4.Pornfilmfestival lud interessierte Menschen zum Schauen von und Diskutieren über Porno ein.
Am Samstag den 24.10. hieß es unter dem Titel „Chicks with guts“ über den Einfluss von Frauen im Pornogeschäft zu diskutieren sowie sich über ihr feministisches und/oder queeres und damit irgendwie rebellisches Potential bzw. Engagement auszutauschen.
Rede und Antwort standen Anna Brownfield (Melbourne – Australien), die als feministische Erotikfilmerin angekündigt wurde; Shine Louise Housten (San Francisco – USA) lesbische Pornofilmerin; Ovidie (Paris – Frankreich) Regisseurin und Produzentin für das Label French Lover TV; Anna Peak (Berlin – Deutschland) queere Videokünstlerin; Renee Pornero (Wien – Österreich) Mainstream-Pornofilmemacherin (und früher auch aktive Darstellerin) und nicht zuletzt Julie Simone (Los Angeles – USA) BDSM und Fetisch-Filmemacherin.
Die Auswahl erschien viel versprechend, waren doch aus allen Bereichen „der Pornoindustrie“ Menschen vertreten. Von queer, über feministisch oder BDSM bis hin zum viel gescholtenen Mainstream.
Muss Porno sich auch sprachlich ändern?
Eine der wichtigsten Fragen, abseits von Produktionsbedingungen, die erschöpfend diskutiert wurden, war die Frage nach einer möglichen Umbenennung des Begriffs Porno. Diese Frage war auch deshalb interessant, weil sich alle dezidiert als Pornofilmemacherinnen bzw. Pornografinnen vorgestellt haben. So ist es nicht verwunderlich, dass fast einhellig gesagt wurde, dass eine „Umbenennung“ oder die Suche nach einem neuen Wort für Porno nicht zielführend ist. Dass das im allgemeinen der Fall ist, scheint verständlich – nicht ganz nachvollziehbar war, warum Bezeichnungen wie „feministischer Porno“ oder „queerer Porno“ so vehement abgelehnt wurden? Was verliert mensch mit solch einer Erweiterung, wenn die Inhalte und Stilistiken den Mainstream zu verschieben in der Lage sind? Meines Erachtens kann ein „queerer“ Porno nur diejenigen Kund_innen verlieren, die ein 80/20 Verhältnis (80% Sex, 20% „Handlung“ inkl. Anfang und Abspann) vorziehen, keine kritische Hinterfragung der Herrschaftsverhältnisse wünschen, die es mögen, wenn Frauen auf die immer gleiche Weise in oftmals erniedrigter Position dargestellt werden. Gewonnen werden kann mit jenem Labeling allerdings ein Kundenkreis, der den Mainstream entweder leid ist, oder der in Porn ein kritisches Potential sieht und nachhaltige sowie faire Produktionsbedingungen durchaus markiert wissen möchte. Queer als Bio-Siegel für fairen und dennoch spannenden Porno? Warum nicht, solange dies gewährleistet, was das Siegel verspricht.
Jürgen Brüning, einer der Festivalorganisatoren und Moderator ging soweit zu sagen, es gäbe keinen feministischen Porno und reproduziert damit jene Abwehr etwas dann mutig zu benennen, wenn sich herrschaftskritisches Potential in den Filmen verbirgt. Zumal am 17.Oktober in Berlin erstmalig ein feministischer Pornofilmpreis vergeben wurde, der explizit einen Kontrapunkt zur sexistischen Mainstream-Pornografie zu setzen bzw. nur Filme mit feministischer, (queerer) Sicht zu berücksichtigen versucht und eine derjenigen ehrte, die dem Panel beiwohnte - Shine Louise Housten.
Anna Peak meinte dazu: „Making Porn is dealing with boxes and stereotypes“, daraus folgt: „define your own boxes“ – wenn schon neue Schubläden, dann kann mensch diese doch auch benennen.
Um die Mechanismen des Mainstream Porno zu ändern muss mensch sie unterwandern und in sie „eindringen“
Wie nun aber umgehen mit dem Mainstream – ihn so lassen wie er ist, ein Milliardengeschäft ohne Skrupel. Wie können Menschen neue Blickgewohnheiten näher gebracht werden, wie kann auch Porno kritisch auf Sexualität und alles was daraus resultiert blicken? Wie neue Wege, Alternativen, „Realitäten“ aufzeigen?
Das Podium war sich uneinig über den Weg der bestritten werden kann oder sollte. Während z.B. Renee Pornero einerseits Mainstreampornos (80/20) dreht und sich in den Strukturen bewegt, empfand sie den Eröffnungsfilm „The Band“ von Anna Brownfield (20/80) als das Non-Plus-Ultra für einen guten Porno. Doch woran orientiert sich ein guter Porno? Sicherlich nicht nur daran, was anmacht, sondern auch welche Bilder von Geschlechterverhältnissen er in Szene setzt und wie er diese Bilder in Szene setzt. Ein funktionierender Plot und „wenige“ explizite Sexszenen können gleichermaßen erregen, wie der Film „Madrid 147“ von Sico Dice (im Kurzfilmprogramm „Experimental Porn“) auf so simple wie auch eindringliche Weise. Unabhängig davon, dass in diesem Film nur ein vermeintlich heterosexuelles Pärchen beim Sex zu hören war, ist auch dieser Film „queer“, insofern er Blickregime zu unterwandern in der Lage ist.
Filme für und mit einer queeren Community zu produzieren, wie Anna Peak es praktiziert, kann ebenso queer sein, kann ein nicht-kommerzielles Interesse der Protagonist*innen vorausgesetzt werden. Aber auch Shine Louise Housten´s Traum, ein eigenes Imperium für queeren Porno aufzubauen, thematisiert die wichtige Komponente, den Mainstream-Markt mit eigenen Mitteln zu zerschlagen.
Fuck about the Mainstream – was bleibt
Ein kritischer Blick, Kreativität und Durchhaltevermögen benötigen all jene, die dem Mainstream den Rücken kehren.
Und wenn wir wollen, dass das so bleibt, dass queere, feministische, alternative „Pornos“ auf dem Markt verfügbar sind, dann sollten wir diese kleinen, vielleicht ersten zaghaften Versuche unterstützen und würdigen. Porno kann durchaus „anders“ sein, auch wenn es Anstrengungen derer bedeutet, die die Filme produzieren und derer, die ihre Sehgewohnheiten umstellen müssen.
Noch mehr interessantes rund ums Thema
Porno bot eine Diskussion während des Gender Happenings.
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14:04
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Gender is Happening
Mit
Serpil Pak,
Strawberry KaeyK, dem
Dragzhaufen und Tina Pornflakes ging das Gender Happening mit einer fulminanten Abschlussshow und ausgelassenem Tanz bis spät in die Nacht am 11.Juli 2009 zu Ende.
Wirklich zu Ende?....
Love me Gender – Gender is Happening war eine aufregende, erlebnisreiche und spannende Woche voller Diskussionen, Debatten und Begegnungen.
In vielfältigen Formen und Variationen wurde Gender nicht nur per Paneldebatten, Vorträgen und Gesprächsrunden akademisch diskutiert und analysiert, sondern queer-feministische Lebensweisen und Ideen, geschlechterdemokratische Vorstellungen, männerpolitische Ansätze wurden in ihren unterschiedlichen Ausgestaltungen und Widersprüchlichkeiten z.B. satirisch unter die Lupe genommen, in Kreativ-und Praxis-Workshops performt oder weiter entwickelt, z.B. beim Radiomachen,
Plattenauflegen, im Web 2.0 und per Blog-Reportagen oder beim Radical Cheerleading. Was heißt Drag, was meint queer, bleibt der Feminismus auf der Strecke? Fragen, die auch nach dieser Woche stehenbleiben. Fragen, die das
Gunda-Werner-Institut weiter diskutieren und ausloten möchte.
Das Gender Happening war ein Experiment für alle Beteiligten. Kommt das vielfältige Programm mit über 80 Einzelveranstaltungen, Ausstellungen, Lesungen Filme etc. überhaupt an? Schaffen wir es, einen Spannungsbogen eine Woche lang zu halten? Ist das organisatorisch überhaupt zu packen?
Ja! Über 1200 Besucher_innen haben zumindest jeweils zeitweise am Gender Happening teilgenommen. Viele junge und neue Gesichter waren zu sehen. Wir haben einiges an Debatten und Performances provoziert und angestoßen, verinzelt fanden wir sie nicht ganz gelungen, z.B. stellte sich als heikles Thema heraus: was kann Satire in diesem Feld leisten? Und wo sind Grenzen? Wir werden es weiter debattieren
Alle haben die Heinrich-Böll-Stiftung und unser neues Haus von einer bisher unbekannten Seite kennengelernt, gefüllt mit Leben und neuen, teilweise experimentellen Veranstaltungsformen. Dazu beigetragen hat nicht zuletzt auch die "
Fahrende Gerüchte Küche" auf der Terrasse als Treffpunkt in der gesamten Woche. Das Haus lebendig gemacht und für eine Woche visuell verändert, haben auch die vielfältigen Raum-Installationen und die kreative Gestaltung des Hauses – und natürlich: das Publikum, das den Raum in Beschlag genommen hat.
….Love me Gender – Gender is Happening – ist nicht vorbei, denn Gender begleitet, bestimmt und vor allem erfreut uns – hoffentlich - jeden Tag aufs Neue.
Und nun geht es für uns ans Auswerten und Aufarbeiten – nach einer Atem- und Sommerpause!
Vielen Dank an alle, die zum Gelingen beigetragen haben: Durch Kooperationen, in der Organisation und Öffentlichkeitsarbeit und an alle die, die dabei waren und mit gemacht haben!
Bilder aus der gesamten Veranstaltungswoche unter
www.gwi-boell.de
Für das GWI-Team Gitti Hentschel, Henning von Bargen und Susanne Diehr
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11:34
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Gender is Happening
"Do Radio Yourself" hieß der mehrtägige Workshop beim Gender Happening von und mit dem Transgenderradio. Von der Idee zur Sendung war das Ziel. Nun ist das Ergebnis zu hören:
Am Samstag, den 1.8.2009 (Wdh. am 15.8.2009), von 15-16 Uhr auf den Frequenzen des OKB: UKw 97,2; Berliner Kabel 92,6 oder Internet
www.alex-berlin.de geht die nächste Sendung vom Transgenderradio auf Sendung.
Inhaltlich geht´s rund um die Woche "Gender is happening". Die Sendung ist auf dem Workshop und durch Workshopteilnehmer_innen entstanden und informiert euch über vieles Wissenswertes, was in der Woche passiert ist.
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15:19
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Gender is Happening
Die Jury hat beschlossen, die 1.000 Euro Preisgeld gleichmäßig durch drei zu teilen: die drei sehr verschiedenen Filme fächern Facetten des Wettbewerbs-Themas auf und ergänzen sich, sind gleich "gut" bzw. eben unvergleichlich gut.
Es werden also drei mal 333,33 Euro vergeben.
Gewonnen haben:
1.) Maikäfer flieg
von Tom Weller / 3:20 / deutsch
"Maikäfer flieg, Papa ist im Krieg...2 Jahre lang gesungen von Tom Weller.
Deutsches Kinderlied mit klaren Genderrollen und traditionellem militaristischem Familienbezug stösst auf Stimmbruch und Transition unter der Gesangszugabe von Testosteron."
2.) Moi je n'existe pas
von Vika Kirchenbauer / 5:42 / Deutsch + englische Untertitel
"Out of Super 8 family films bought at flea markets in Lisbon, Montréal and Berlin, as well as adding parts of his own family's archive, Vika Kirchenbauer assembles a claustrophobic crescendo on identity, tradition and gender."
3.) 13
von Gitte Hellwig / 1:45 / englisch
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12:16
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Gender is Happening
For those who don't read German: Please find comments on some of the
Gender is Happening events - and more on gender, development and related themes - on my blog
People-Centred Development.
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11:02
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Gender is Happening
Grad kam es über meine Twitter Time Line: an dieser Stelle sei mir ein Verweis gestattet auf die von danilola veröffentlichten Fotos - diverse Eindrücke aus diversen Tagen vom Genderhappening:
Link zur Fotoshow
Viel Spaß beim (Wieder-)Entdecken!
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15:08
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Gender is Happening
Ein Essay im Anschluss
Dienstag 7.7.2009 19:30 Großer Saal 1
Dr. rer. pol. Christa Wichterich, Soziologin, Publizistin, "Wide", Bonn
Dr. phil. Alexandra Scheele, Universität Potsdam
Deborah Ruggieri, attac, Frankfurt, Österreich
Mod: Barbara Unmüßig, Vorstand Heinrich Böll Stiftung
Mittwoch 8.7.09 16:30 Konferenzraum: UN-Resolution 1820 – Sex und Gewalt im Kriegskontext
Irmingard Schewe Gerigk – MdB, Bündnis 90/ Die Grünen
Cordula Reimann, Swiss Peace Dr. Rolf Pohl, Uni Hannover
Mod: Ute Scheub
Wie kehrt sich das Innere der Systemkrise nach außen?
Frau war sich einig: die eigentlichen Chancen einer Krise – ein an die Wurzeln gehender Umbau - werden aktuell vertan. Eine wirkliche, also re_produktive Strukturreform, welche nämlich grenzenlose (Natur-) Ausbeutung und schreiende Ungerechtigkeit, womöglich auch kriegerische Auseinandersetzungen um Ressourcen unterbinden könnte, gibt es von_oben nicht. Wie derweil Graswurzeln gegen die Abwrackprämien - ´Konjunkturpakete längs des Wachstumsdogmas´ (Alexandra Scheele) stark werden könnten, dazu gab es einige Tipps – nicht zuletzt: „Frauen, denkt ökonomisch!“ (Nancy Fraser zitiert von Deborah Ruggieri).
Das ganze Haus wie haushalten?
Während sich die Natur in Überschwemmungen und Wind- und Wetterkatastrophen äußert, ackern die Humanen weltweit an gegen „die schon lange währende, chronische Krise des Überlebens" (Christa Wichterich). Jeden Tag verhungern dabei weltweit 24.000 Menschen, davon 10.000 Kinder. Oder sie werden zur Abwendung von Armut in erzwungene Sexarbeit verkauft.
In Deutschland scheint der Aufschrei von_unten eingebettet: der Abbau der Geldautonomievermittlung in der "Ernährerrolle" für die große Mehrzahl von Männern und der Zuwachs der flexiblen, un- oder schlecht bezahlten re_produktiven Mehrarbeit vor allem von Frauen verschränken sich so, dass steuerliches Ehegatten s p l i t t i n g (Scheele) im Niedergang der Heirats- und Geburtenrate f a k t i s c h wird (und es entlarvt sich so als negativ für´s gender).
A global sex-, marriage- and labour m a r k e t schafft dabei - global entfesselt - im Grunde keine Abhilfe in solchem gender gap of re_production; grausam und bleibend skandalös ist, dass die ursprüngliche Akkumulation mit „trafficking in wo_men“ einsetzte (zum Zusammenhang s. auch
Brigitte Young u.a.,
Saskia Sassen und
Working on It).
Bleibt es auch fortgesetzt archaisch?
zu sehen: Christa Wichterich und Deborah Ruggieri im Jour Fixe 07.07.2009 Finanz- und Wirtschaftskrise – was hat „Gender“ damit zu tun?
In sinnlicher Vision (Ruggieri) ließe sich Gattung – jeweils vor Ort – befriedigter und geschlechterdemokratisch verbünden, wenn jeder_r täglich 4 Stunden Erwerbszeit und 4 Stunden für „Sozialarbeit an sich selbst“ hätte – diese Idee zur Arbeitszeitverkürzung von Frigga Haug ließe nicht zuletzt die verunsicherte männliche Erwerbsrolle in einer neuen Form der Verantwortungsübernahme um Kind_er sinnen_voll er_füllen. Statt in der turbulenten Akkumulationslogik zu oft Schrott produzieren oder verspekulieren zu müssen, könnte man im Nahbereich plus (virtuellem) Networking, endlich engendered dem gynozentrischen Leben Raum geben: nämlich achtsam mit den vorhandenen Elementen umgehen, statt Elementarteilchen ab_ziehen.
Vielleicht könnte Trans-Mediterranean Renewable Energy Cooperation (TREC) als Nutz_g_nießer von Solarstrom aus der nordamerikanischen Wüste ein Prototyp sein; doch nur dann zu Recht, wenn auf „halben Stellen“ black women „drin“ und die afrikanischen Völker mit Strom versorgt wären_zugleich!
Auf diesem Kontinent kommen derweil zwei andere Agenden zusammen: Es ist der ersten weiblichen Präsidentin in Liberia noch nicht möglich, die sexuelle Gewalt an Frauen im Gefolge des Bürgerkrieges einzudämmen (Cordula Reimann). Zugleich zeitigt in
Namibia ein bedingungsloses, individuelles
blank" href="http://gender-happening.de/exit.php?url_id=472&entry_id=141" title="http://www.bignam.org/Publications/BIG_Assessment_report_08b.pdf%20" onmouseover="window.status='http://www.bignam.org/Publications/BIG_Assessment_report_08b.pdf%20';return true;" onmouseout="window.status='';return true;">Grundeinkommen positive Erfolge im Gemeinwesen. Dies lässt mich zum Zusammenhang von Gewalt und geldwerter Anerkennung von der Einzelseele kommen:
„Welche Ansätze und ´Wege zur sozialverträglichen Eindämmung der menschlichen Aggressivität´ gibt es?“ Was bedeutet es denn, wenn Menschen deshalb in den Krieg ziehen, weil sie finanziell sonst kein Überleben sichern können? Was bedeutet es, wenn sich das deutsche Militär durch das neu-deutsche Ehrenkreuz reformieren will - damit zugleich das programmierte Sterben? Ergäben sich aus einer allgemeinen Option für individuelles, bedingungsloses
Grundeinkommen nicht tiefer gehende Chancen, von vornherein auch männliche Gewalterfahrungen, wie sie aus den und um die Bastionen der Männlichkeitsformierung bekannt werden (Ute Scheub), zu unterbinden? Selbst-„Unterdrückung verlernen“ bedeutet dabei nach
Anne Bishop .html">u.a. das Erlernen einer Dialogfähigkeit, die unterscheidet zwischen Schuld und Verantwortung, die Verletzbarkeit als Lebendigkeit zulässt, dabei aber nicht das Gegenüber mit dem eigenen Unglück verhaftet, um Herr zu bleiben (
s.)
Ein wichtiger Bestandteil im Kampf gegen sexualisierte Gewalt als Kriegsmittel bleibt die UN-Resolution 1820, die am 19.06.2008 verabschiedet wurde und sexualisierte Gewalt als Kriegsverbrechen brandmarkt. Auch wenn frau zwischen der UNO - als supranationalem Garanten von Menschenrechten - und der Umsetzung ihrer Dokumente in nationalen Politiken den Prozess der „Politikverdunstung“ erlebt (Wichterich;
Hintergründe auch) : unten mag oben sein! Oben ist unten.
Allein Erziehende werden ohne dieses Allgemeingut weiter „am Rande des Nervenzusammenbruchs“ die „soziale Airback-Funktion von Frauen“ austragen (Wichterich). Sie sind dabei, ähnlich wie die senioren Erziehungs-Hausfrauen der alten Bundesrepublik mit nur geringer sozialer Sicherung, spätestens beim splitting gegen die Krise völlig ungewappnet (Ruggieri).
Die Care-Economy – beziehungsweise insgesamt das „Segment personennaher Dienstleistungen, Alten_Pflege und Kultur“ - zu stärken, würde in der „Trias Politik/ Sozialstaat_Familie_Wirtschaft“ (Scheele) global nachhaltiger wirken als der Verhau von Geldern im alten Industrie-Segment - ohne die Auflage, nur noch 3-Liter-Autos zu bauen. Hat nun die Absage an Arcandor/ Karstadt als zu_früh_Kriselnde auch etwas mit gender zu tun?

to dos / apple :
Alexandra Scheele • Frage: Wie und worauf konzentriert sich verbünden?
Christa Wichterich • Das Casino schließen": keine Spekulation mit Lebensmitteln und sozialer Sicherung d.h. Gesund-Schrumpfung des Systems Finanzmarkt • "Kapitalismus in den Köpfen knacken", dazu WERT_E_D: Welche Art Wohlstand wollen wir? • Wirtschaftsdemokratisches Einschalten in die Bürger-Haushalte
Deborah Ruggieri (attack) • Gender-taxing und –budgeting, also Transparenz über die Betroffenheit und Involviertheit der Geschlechter in - Kapitalflüsse - Besteuerung - „Fleischtöpfe zur Arbeitsplatzsicherung" • Vorbereitung auf die (Nach-Wahlkampf)-Verhandlung: Wer kommt steuerlich wie auf bei der staatlichen Krisenregulierung? • Kapitaltransfersteuer (Tobin) und Vermögensbesteuerung • Verschluss von Steueroasen, die nicht zuletzt Gelder aus Waffen- und Frauenhandel schmutzig bleiben lassen.
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18:00
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Gender is Happening

Bereits am ersten Tag staunte ich über den Bereich, der in die sog. Beletage führt. Ich fragte mich zunächst danach, ob diese Herde wohl für irgendwas steht - für das Folgen - oder für die Richtung - nach oben - zum großen Saal?
"Wirklich nur Schafe?" vollständig lesen
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12:49
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Gender is Happening
Geschlechtergerecht können wir unsere Gesellschaft dann nennen, wenn sich verschiedengeschlechtliche Identitäten den gleichen Dingen zuwenden können, ohne sich erklären zu müssen, ohne Nachteile befürchten zu müssen.
www.gender-design.com
"Susanne Haslinger, Blogreporterin" vollständig lesen
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11:29
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Gender is Happening
Am Dienstag abend gab es den (monatlichen?) Jour Fix (der Heinrich Böll Stiftung?) zu "
Finanz- und Wirtschaftskrise - was hat "Gender" damit zu tun?".
Wie es aussieht, sind auch Andere auf die Idee gekommen, dass Rettungspakete auch anders genutzt werden könnte als zur Unterstützung der Finanzmärkte; das abgebildete Plakat fand sich auf meiner Heimfahrt am Straßenrand der Friedrich- bzw. Chauseestr. :
Menschen - keine Männer oder Frauen. Kinder - ebenfalls unkategorisiert als männlich oder weiblich. Also: alles
Gender oder wie jetzt?
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10:56
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Gender is Happening
Queer Middle East war das Thema einer Filmreihe am Freitag. Die Filme spielten in der Türkei, in Israel, in Indien, in Frankreich, England und den USA - Middle East? Abgesehen von der etwas unglücklichen Titelwahl war die Serie beeindruckend. Ich beginne mit der Weltpremiere von
Me and Nuri Bala...
"Queer, wo strenger Glaube herrscht" vollständig lesen
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23:29
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Gender is Happening
Dank für die schöne Woche - hier die Dankesrede, die am Anfang der FULMINANTEN ABSCHLUSSSHOW stand, plus Dank den ModeratorInnen PoetInnen SchauspielerInnen GesprächspartnerInnen aller Horizonte ---
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20:54
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Gender is Happening
Eine Abschlussbetrachtung
Eine Woche Gender is Happening. Es geht um Ein- und Ausschlüsse, die aus Geschlechterkategorien und -zuschreibungen heraus tagtäglich passieren, und Chancen, sie zu unterwandern. Darüber eine Woche lang zu diskutieren, ist gut. Doch wie sieht es eigentlich mit Ein- und Ausschlüssen bei Gender is happening selbst aus? Eine überflüssige Frage, weil wir uns doch alle solcher Mechanismen bewusst sind? Ich glaube nicht.
Workshops, die gerade eigene Erfahrungen der Teilnehmer_innen thematisieren wollen und von daher als solche nicht so hoch angesiedelt sind wie die Vorträge von Expert_innen, bilden sich schon in den Vorstellungsrunden als homogene Gruppen. Scheinbar sind "wir" alle werdende Jungakademiker_innen, sitzen gerade an unserer Diplom-, Magister-, Master-Arbeit oder Dissertation, haben alle "schon viel zu Gender gearbeitet" und beschäftigen uns in unserer Abschlussarbeit nun mit "der Anwendung postdekonstruktivistischer Gendertheorien in Bezug auf xy am Beispiel der xz". Damit auch alle merken, dass wir schon "richtig drin" sind im Thema, geben wir ausführlichen Einblick in unsere Arbeit, zeigen aber natürlich auch, dass wir sehr reflektiert sind und uns nun von dem Workshop-Thema, zu dem wir bisher dann doch eher nur "marginal gearbeitet" haben, "neue Impulse", persönlich und für die eigene Arbeit, erhoffen. Wer keinen universitären Hintergrund hat, wird sich hier schon langsam unwohl fühlen, spätestens aber dann, wenn es ans Diskutieren geht: Denn wir reden selbstverständlich in unseren Fachjargons, die wir uns angeeignet haben, klar, die wollen wir ja auch mal anwenden, oder nicht? So schwimmen wir in unseren eigenen Diskurstümpeln, die wir kennen und die wir nicht verlassen wollen.
Aber warum eigentlich? Vom Gunda-Werner-Institut selbst wurde die Veranstaltung nicht als so hochschwellig kreiert. Was bringt uns dann dazu, zu denken, uns derart beweisen zu müssen?
Die Bemerkung einer Teilnehmerin, "Für Leute ohne Uni-Abschluss ist das hier irgendwie nichts", könnte vielleicht als Anregung dienen, zugunsten einer breiteren Diskussion den Ball einfach auch mal flacher zu halten.
Und noch auf einer weiteren Ebene kann man dazugehören oder eben nicht. Manchmal scheint es mir, als entstehe eine Dynamik unter den (jüngeren) Teilnehmer_innen, die ein Selbstverständnis kreiert, dass jede_r hier auf jeden Fall queer, vegan und links-alternativ bis -radikal ist und auch in diesen Szenen aktivistisch unterwegs ist. Der Beigeschmack des ein oder anderen Dogmatismus bleibt bei mir zurück. Andere Selbstverortungen (womit ich nicht etwa homophobe oder rechtsextreme meine, das sollte klar sein), erfordern in diesem Kontext Mut. Auch dies sind Dominanzen und Machtmechanismen, die es in meinen Augen zu hinterfragen gilt.
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20:22
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Gender is Happening
all_gemeine kapitallogik
ist kriegserklärung.
Mit dem bedingungslosen Grundeinkommen wüchse "Beschäftigten"
die Option eines frei schaffenden Lebens und Verhandlungsmacht zu.
Für "Langzeit-Arbeitslose" wäre ein entstigmatisiertes Sein und Tun ~
Handeln ermöglicht.
Und und und.
Global muß es sein. Doch starten muss ein Diskurs zu
parlamentarischer Durchsetzung (BT-EP-UN_) lokal.
so long
tank yo
for the happening
and tschö
F
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18:07
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Gender is Happening
Aki Krishnamurty vom Paulo Freire Institut (Berlin) leitete die Vorstellung mit warm-ups ein: hier, zum Anhören, das ja-nein Spiel und Butter-Brot. Danach sangen TeilnehmerInnen des Forumtheater-Workshops ein Cockpit-Küchenlied und sagten kurze Dinge zum Thema gender. Dann geht's zur Sache: "Claudia" wandert mit ihrem imaginären Hund Pinky über die Bühne und wird von einem Typen, Tom, angemacht. Der möchte seinem Kumpel zeigen, wie man Frauen 'rumkriegt. Claudia hat große Mühe, ihn abzuwimmeln und gibt den Spaziergang auf. Eure Blogreporterin folgt dem Geschehen mit so großer Spannung, dass sie das Aufnahmegerät anzuschalten vergisst.
Aki Krishnamurty fragt, wie hättet Ihr es denn gemacht? Teilnehmerinnen schlüpfen in Claudias Rolle, jede anders: frech zurückreden, Schlägerei anfangen, die Männer gegeneinander ausspielen, nicht angucken, meiden, ignorieren, Tom ausspotten - oder zurückbrüllen? Es entwickelt sich eine erstaunlich reiche Diskussion um Für und Wider der unterschiedlichen Reaktionsweisen. Bös zurück Brüllen erschien am klarsten und wirkungsvollsten...
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15:46
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Gender is Happening
… auch wenn es noch so sehr anders gewollt werden würde - es IST, wie es ist - und wird, wie es wird ...

Vielen Dank Allen, die es ermöglichten: die in der Organisation und die, die dabei waren!
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13:12
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Gender is Happening
ABqueer bietet Aufklärung und Beratung für Jugendliche. Vier peer educators demonstrierten am Donnerstag, wie sie, mit einer deutlich jüngeren Zielgruppe als die 18-48-jährigen Workshop-TeilnehmerInnen, interaktive Aufklärungsarbeit an Schulen leisten. Es ist ein sogenannter peer-Ansatz, weil es um Jugendliche geht -d.h., Leuten unter 27-, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, und die aus ihrer eigenen LBGTQI-Identität heraus von der gesellschaftlichen Norm abweichende sexuelle Identitäten vorstellen. (LBGTQI= lesbisch, Bi-, gay, transsexuell, queer und in-between) Besonders eindrucksvoll war die Privilegiertengalerie: 50 Zettel an einer Wand; jeder Zettel mit ein, zwei Sätzen, in der Art von: Niemand möchte meinen Personalausweis sehen, um meine Aussage zu meinem Geschlecht zu überprüfen. Oder: Ich finde bei öffentlichen Veranstaltungen mühelos eine Toilette, bei deren Besuch ich kein Aufsehen errege. Oder: Ich bekomme bei meiner Bank Kredit zu gleichen Beträgen und Konditionen wie Menschen anderer sexueller Identität. Und: Menschen, denen ich zum ersten Mal begegne, stellen mir keine Fragen zum Vorhandensein oder Aussehen meiner Geschlechtsorgane. (Sätze aus dem Gedächtnis zitiert, Abweichungen vom Original möglich.) Menschen, die sich nie mit dem Thema sexueller Identität befasst haben, wird bei der Lektüre der Zettel bewusst, wie tief und weit gesellschaftliche Diskrimination reicht. Viele waren ganz schön baff.
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1:21
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Gender is Happening
Was ein Frauenmagazin ist, wird vom Markt ziemlich genau definiert: Es geht um Diäten, Schönheit, (Hetero-)Sexualität und Celebrities. Während sich manche Titel, wie die Brigitte, schon seit Jahrzehnten erfolgreich auf dem Markt halten, dümpeln andere seit ihrer Erstveröffentlichung am Ende der Auflagenskala herum und verschwinden schnell wieder.
Die Medienmacherinnen auf dem Podium haben sich bewusst für einen anderen Weg entschieden. Mit ihren (Frauen-)Magazinen möchten sie sich vom Mainstream abgrenzen und drängen sich somit selbst in eine Nische, die mit unendlich vielen Klischees beladen ist und die die Produktion dieser alternativen Magazine nicht unbedingt erleichtern.
Das größte Problem stellt dabei wohl die Finanzierung dar. Sowohl Gudrun Fertig (Online-Chefredakteurin des
L.mag) als auch Chris Köver (Mitbegründerin des
Missy-Magazine) sehen sich mit der Problematik konfrontiert, dass klassische Marken in Magazinen mit einer nicht rein heterosexuellen Ausrichtung keine Werbung platzieren möchten. Gleichzeitig ist auch nicht jede Werbung erwünscht. Sharon Adler von
AVIVA-Berlin hat auch schon Werbekund_innen abgelehnt, die nicht in das Konzept ihres Online-Magazins passten. Sineb El Masrar sieht sich mit dem von ihr gegründeten Magazin
Gazelle einer anderen Problematik gegenüber: Migrantinnen leben in der Vorstellung von Marketingverantwortlichen in Frauenhäusern, sprechen nur gebrochen Deutsch und verfügen nicht über das nötige Einkommen, um sich ein "Luxusprodukt" wie das Hochglanzmagazin Gazelle leisten zu können. Dass die Realität durchaus anders aussieht, zeigt die mittlerweile fünfte Ausgabe, die Sineb El Masrar mit ihrem 20-köpfigen Team kürzlich produzierte.
Konsens herrschte im weitesten Sinne auch bei der Frage nach der Aufmachung. Die Diskutantinnen zeigten sich gelangweilt vom Cover-Einerlei, das auf dem Markt herrscht: DAS Cover-Girl der Stunde ist blond und maximal 18 Jahre alt - unerheblich, welche Zielgruppe das jeweilige Magazin eigentlich verfolgt. Eine ansprechende Cover-Gestaltung ist jedoch auch für die Macherinnen von Nischen-Magazinen notwendig, denn im Laden wird nur das gekauft, was sofort anspricht. Hochwertige Titelbilder sind daher unerlässlich - das Missy-Magazine verzichtet jedoch auf aufwändige Retuschen und zeigt auf ihrem aktuellen Titel die "schmerzbefreite" Künstlerin Peaches, der man ihre 40 Jahre trotz angeblicher Falten nicht unbedingt ansieht. Auch die Gazelle titelt ungewöhnlich - unverständlich angesichts des ansprechenden Covers, welches eine Dunkelhäutige zeigt. Doch rothaarige oder eben dunkelhäutige Models gelten als Verkaufsgift. Das L.Mag bleibt sich seiner Linie treu: Auf den Titel kommen jene Frauen, die sich um die Szene verdient gemacht haben und/oder prominente Lesben sind. Kein Wunder also, dass das aktuelle Cover Beth Ditto, neue Stilikone und Sängerin der aufstrebenden Band
The Gossip, zeigt.
Grundsätzlich herrschte auf dem Podium eine selige Einigkeit. Trotz der Vielfältigkeit der vorgestellten Projekte zeigt sich, dass Frauenmagazine abseits des Mainstreams alle mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben. Es ist bewundernswert, dass die Macherinnen dennoch allen Widrigkeiten trotzen - und das mitunter schon seit Jahren.
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16:11
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Gender is Happening
Zeitzeuginnen kommen in "Das Burlebüble mag i net" (
http://burlebuebele.wordpress.com/) von Sandra Luka Stoll und Anke Schwarz zur Entstehung und Weiterentwicklung der Lesbenbewegung in beiden Teilen Berlins zu Wort. Auf der Bühne sitzen nach der Vorführung des Films eine der Protagonist_innen Ursula Sillge und vielleicht als "Ersatz" für Cristina Perincioli, Christiane Härdel.
Im Laufe der Diskussion wird die Frage in den Raum gestellt, was denn mit der Lesbenbewegung passiert sei und eine Antwort die gegeben wird ist, dass es keinen Grund mehr für eine Bewegung gab, weil es war ja alles erreicht worden. Hat sich verlaufen im Sand oder worauf die Gesellschaft sonst so gebaut ist. Das AGG, der verstärkte rechtliche Schutz gegen Diskriminierung aufgrund sexualler Orientierung, das relativ akzeptierte öffentliche Auftreten von Lesben, die Arm in Arm gehen oder gar küssen am Eisstand outen, wird angeführt für: mehr braucht es doch nicht.
Das klingt ähnlich wie bei der Frage nach Feminismus. Wo ist das Problem,Frauen können doch alles machen, was sie wollen. Nur wenn dann näher hingeschaut wird, dann werden Gehaltskluften offenbar, beständig anhaltende Doppelbelastung, alltäglicher Sexismus um nur die Oberfläche zu streifen. Problematisch wird auch, von einer Person aus dem Publikum gesehen, dass mit "queer" ja die politischen Ansprüche verloren gingen oder zumindest könne sie damit zwar was auf der Vergnügungsebene, nicht aber auf der der politischen Arbeit anfangen. Das wirft die Frage nach der Notwendigkeit einer Identifikationskategorie, wie in diesem Fall "Lesbe" zu sein, auf. Braucht es das noch? Braucht es noch Schutzräume für Frauen/Lesben? An diesem Tag besuche ich noch eine andere Veranstaltung auf dem Happening, "Die Poesie der schwarzen Frauenbewegung". Dagmar Schultz liest u.a. als einer der Programmpunkte der Veranstaltung, Texte von und über Audre Lorde. Sie widmet ihren Vortrag einer Lesbe, deren Namen ich leider nicht mehr erinnern kann, die gewaltsam wegen ihres lesbischseins in Südafrika bei Johannesburg ums Leben gebracht wurde. Kann sein, dass sie Eudy Simelane meinte. Eudy Simelane war eine bekannte Fussballspielerin und lautstarke Aktivistin für "equality rights" und lebte offen lesbisch. Obwohl Südafrika eine der modernsten Verfassungen hat und hier die Gleichberechtigung von Schwulen und Lesben anders als zum Beispiel im deutschen GG festgeschrieben ist, wird dieser Grundsatz im juristischen System Südafrikas nicht umgesetzt. Im Zusammenhang mit den 31 als "hate crimes" anerkannten Verbrechen an lesbischen Frauen seit 1998 kam es zu nur zwei Anklagen und schlimmer noch, zu nur einer Verurteilung.
"Die Lesbenbewegung hatte ja alles erreicht" vollständig lesen
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13:18
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Gender is Happening
Beim Gender Happening gehört: "Über Privilegierungen haben wir mit den Frauen vor 20 oder 30 Jahren diskutiert. Heute ist das kein Thema mehr, denn wir wissen, dass auch Männer Opfer sind.
Wie aber funktioniert ein System, in dem angeblich keineR von ungleichen Machtstrukturen profitiert, diese aber offensichtlich existieren, wie das Wort 'Opfer' zeigt? Wer übt dann überhaupt Macht aus? Wenn dies nicht benennbar ist, wie erhält sich diese Macht und warum ist es offensichtlich so schwer, diese Strukturen zu ändern?
"Privilegierungen - wer, wo, wie?" vollständig lesen
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12:42
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Gender is Happening
Die Ankündigung der Diskussion
Vom Hardcore-Porno zur Postpornografie? Auf der Suche einer neuen Repräsentation versprach eine differenzierte, kritische und vielleicht auch zukunftsweisende Diskussion rund um das Thema Pornografie und Postpornografie, die es glaubt mensch Manuela Kay gar nicht gibt - „Porno ist Porno“.
Nach kurzweiligem und durchaus erheiterndem Anfang verlor sich der kritische Blick auf Pornografie, die dahinter stehende Industrie, die vermittelten Bilder schnell, zu schnell.
Der Tenor auf dem Podium schien „erlaubt ist, was gefällt“ - „produziert wird, was sich verkauft“.
Fragen nach den Gefahren wurden einstimmig auf gesamtgesellschaftliche Prozesse und Umstände umgelagert, mit der Begründung Pornografie sei lediglich ein Spiegelbild und ganz kleiner Teil der Gesamtgesellschaft.
Ganz nebenbei wurde noch der Feminismus der 70er/80er Jahre gebasht. Manuela Kay war der Meinung, dass die meisten Feminist_innen der damaligen Zeit gar nicht wussten, wogegen sie protestieren, wenn sie sich vor Porno-Kinos stellten. Pornografie sollte vielmehr als Befreiung verstanden werden. Befreiung „der Einen“ auf Kosten „der Anderen“.
Kritische Rückfragen aus dem Publikum zum Thema Kinderpornografie, Sodomie, Zwangsprostitution oder der generelle Einfluss von Hardcore-Pornografie auf Kinder hatten für das Podium keine thematische Relevanz und wurden mit erneutem Verweis auf die Gesellschaft abgewiegelt. Auch wenn mensch diese Themen nicht unhinterfragt vermischen sollte, so stehen sie doch in engem Bezug zueinander. So vermittelt z.B. der Porno ein Bild von Sexualität, dass nicht in die „Realität“ überführbar ist. Bei dem Kinder allerdings, wenn damit alleingelassen – nicht nur in aller Heimlichkeit, sondern ebenso mit einem möglicherweise fehlendem kritischen Blick der Eltern, nicht unterscheiden können, was ist Realität, was Fiktion.
Überhaupt nicht angesprochen bzw. kritisch hinterfragt wurden die Bildpolitiken in Pornos. Was wird vermittelt, welche Bedürfnisse werden erst geschaffen, um später sagen zu können, wir befriedigen nur Käufer_inneninteresse. Welche Machtverhältnisse werden unhinterfragt reproduziert oder neu produziert. Von Heteronormativitätskritik ganz zu schweigen. Die These, dass nur Bilder zu verkaufen sind, die in der Phantasie sowieso schon vorhanden sind, ist meines Erachtens nicht haltbar. Oft werden Bedürfnisse erst geweckt – werden „schmackhaft, verkaufsfähig“ gemacht.
Ebenfalls nicht angesprochen wurde das queere Potential von Porno. Gerade in diesem Bereich gäbe es die Möglichkeiten mit bestehenden Bildern zu brechen, neue Sichtweisen zu schaffen, Machtverhältnisse und starre Geschlechteridentitäten aufzulösen. Da solcher Art Bilder jedoch keinen Mainstreamcharakter haben bzw. lediglich als Bilder für kleine „Subkulturen“ gehandelt werden, treten sie nicht ein in den „großen“ Distributionsprozess, werden nur sehr begrenzt wahrgenommen, womit ihnen jegliche Wirkungsmacht abgesprochen werden kann.
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Gender is Happening
"Ich als Cis-Mann", begann ein Satz von Sebastian Scheele, der den Workshop "Wie können Männer Verbündete sein? Antisexismus aus privilegierter Perspektive" moderierte. Das Wort Cis-Mann warf keine Fragezeichen auf die anwesenden Gesichter. Ein Cis-Mann, das wussten wir, ist jemand, der aussieht, wie sich das Gros der Gesellschaft einen Mann vorstellt, sich als solcher fühlt und gemäß der für Männer gängigen Normen handelt. "Cis" als Gegenüber/Gegenteil von "trans". Was ihn nicht daran hindern muss, die gegenwärtige Geschlechterordnung zu hinterfragen. Oder?
Vier Männer saßen im Raum und circa zwanzig Frauen - so grob über den Daumen nach Aussehen geschätzt. Das ist auf fast allen Veranstaltungen des Gender Happening so - wer im Alltag nicht mit gender-spezifischer Diskrimination oder Unverständnis konfrontiert wird, interessiert sich wohl nicht für Gender-Themen. Wie können Männer als Verbündete gewonnen werden? Die Frage blieb im (Klär-)Schlamm der begrifflichen Klärungen stecken.
"Männer als Verbündete?" vollständig lesen
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8:25
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Gender is Happening
In der Eröffnungsveranstaltung hieß es, dass Gender so etwas wie postfeministisch sein könnte. Der Begriff "Gender" würde nach dieser Annahme den des "Feminismus" ablösen. Demnach würde das Verfolgen von Genderansichten ebenso wie eine feministische Weltanschauung wesentlich dazu beitragen, mehr Geschlechtergerechtigkeit zu erzielen. In diversen Veranstaltungen von
GENDERisHAPPENING wurde jedoch zur ein anderer Ansatz zum Erreichen dieses Ziels verfolgt:
Es gab vor allem Kritik bezogen auf die Zu-Ordnung in "Schubladen" - männlich ODER weiblich. Zudem, dass es gälte, dieses zu verändern. Auch konkrete Vorschläge waren zu hören, an welchen Stellen welche Änderungen sinnvoll oder not-wendig wären. Demnach bedeutet Gender, dass offenbar vor allem anderen den derzeit für die Mehrheit gültigen "Schubläden" ihre Gültigkeit entzogen werden sollte - lieber heute als morgen.
Dies entspricht ja auch durchaus dem, was sich z.B. sowohl im
gender@wiki als auch bei
Wikipedia zum Begriff Gender findet.
Für Einige wäre es sicher angemessen, keiner "Kennzeichnungspflicht" nachkommen zu müssen. Vielleicht lohnt es auch für Alle, solche "Kennzeichnungen" zu hinterfragen. Es ist auch sicher sinnvoll, in Zeiten der (Finanz-)Krise Bündnisse über bestehende Gräben einer Geschlechterzuordnung hinweg zu schließen - um der besseren ZUSAMMENarbeit willen. Mit vereinten Kräften lässt sich sicher mehr erreichen.
Aber: Ist es im Sinne einer
feministischen Weltanschauung,
vor allem Einigkeit darüber zu erzielen, besagte Schubladen abzuschaffen?
Während des Formulierens komme ich zu dem Schluss, dass Gender wahrscheinlich tatsächlich "mehr Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern" zum Ziel hat - während "die" Feminist_innen die vorhandene Ungerechtigkeit zwischen den Geschlechtern geändert sehen wollen.
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1:14
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Gender is Happening
green
peace
Vorgestern vor 29 Jahren wurde die Rainbow Warrior versenkt.
Es war ein schönes Schiff, kollektiv und von Farbe zusammen gehalten.
Einer unserer Köche gründete dann die Fahrende Gerüchteküche,
Wam Kat
was passiert basal
bei institutionalisierung einer bewegung?
new self empowerment and network
~ physically
oder a_Sinne b_Labeln
~ virtuell:
GENDERTROUBLE
Im Workshop zum Web2.0 wird konkret gefragt,
etwa seitens TERRE DE FEMMES:
Wie schaffe ich es, Leute zu mobilisieren, zu informieren etc.
abtreibungsein-richtungs_abtrei-
bung_abgewen-
det?!
Bsp:
Der Politische Salon Feminismus - Chancen on- und offline
kreist ein
G_Fläche_P?
Rasen.d
Reporta
Aktuell lief die
KURZFILMROLLE
HBS-Vorstands-
frau Barbara Unmüßig begrüsst und
stellt die koordinierende
jüngste Referentin vor:
Susanne Diehl
clack
in
Pause
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Gender is Happening
Eine Diskussionsrunde funktioniert nur leidlich, wenn die Teilnehmer_innen mit dem Rücken zueinander sitzen. Das ist die erste Erkenntnis an diesem Nachmittag. Nachdem die um mehr Lautstärke bittende Menge mit einem freundlichen
"Hören Sie mal auf, hier rumzumotzen" bereits zu Beginn in Ihre Schranken gewiesen wird, kann es losgehen.
Es sollte um Chancen für den Feminismus gehen - sowohl im Internet als auch offline. Doch die erste Chance des Nachmittags wurde, wohl aufgrund mangelnder Vorbereitung, vertan. Längst nicht alle Teilnehmer_innen des Politischen Salons waren mit dem Vokabular und den Möglichkeiten des modernen Web 2.0 vertraut. Der Begriff "Blog" wurde zu allem Überfluss auch nur recht einsilbig erklärt.
"Artikel, die man kommentieren kann" gibt es auch bei großen Nachrichtenseiten wie
SPIEGEL online. Und einem
"Online-Tagebuch" entspricht die Masse der existierenden Blogs auch nur bedingt. Worüber gebloggt wird, wie ein Blog funktioniert, was die Möglichkeiten sind und wo die Grenzen liegen - das alles wurde nicht verraten. Zu sehr wurde das nötige Wissen bei den Anwesenden vorausgesetzt.
So verspielten die jungen Feministinnen, die sich in Blogs wie
Mädchenmannschaft oder dem
Mädchenblog austoben, die Möglichkeit, den Anschluss an ihre Vorgängerinnen zu knüpfen. Diese Kritik äußerte die Journalistin Heide Oestreich (taz), die die Versuche der jungen Bloggerinnen, feministische Themen aufzugreifen, jedoch durchaus lobte. Ihr fehlte jedoch die Auseinandersetzung mit bestehendem theoretischen Wissen, beispielsweise aus dem Feld der Gender Studies, sowie die Vernetzung mit bestehenden "offline"-Netzwerken.
Genau an diesem Punkt liegt die Chance, die bislang noch nicht ergriffen wurde: Die "jungen" Feministinnen greifen Missstände auf, die schon Generationen vorher diskutiert haben. Dadurch, dass sie aber Medien nutzen, die älteren Generationen geradezu fremd sind, können sie diese mit ihren Veröffentlichungen nicht erreichen. Es müssen also Generationen übergreifende Netzwerke geschaffen werden, die einen breiten Austausch ermöglichen. Das "Wissen" älterer Feministinnen gepaart mit der Motivation und den neuen Ideen junger Aktivistinnen könnte den Feminismus des 21. Jahrhunderts erheblich voranbringen. Der Politische Salon im Rahmen des Gender Happenings zeigte jedoch, dass für solche Vorhaben noch ein erhebliches Maß an Arbeit nötig sein wird.
Ein erster Schritt ist ein ausführlicher Web 2.0 Workshop, der auch älteren Aktivist_innen, für die der Zugang zum Internet nicht selbstverständlich ist, Blogs, Kommentarfunktionen und auch Chi-Chi wie Twitter näherbringen kann. Ein solcher wurde auch im Rahmen des Happenings angeboten. Die Reaktionen aus dem Publikum lassen jedoch vermuten, dass aus dem Plenum niemand teilgenommen hat. Ich bitte daher nur um Eines: Mehr davon.
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21:48
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Gender is Happening
Vor geschätzten 15 Jahren lackierte ich auf mein Mopped (vor zwei Wochen denn nun doch mal verkauft und daher nun nicht mehr anzuschauen) ein Zeichen, was mich in diverse Gespräche brachte mit Menschen, die bereit waren, mit mir darüber zu reden. In diesem Jahr - kaum ist das Mopped verkauft - finden sich solche und auch andere Zeichen "allüberall" in Berlins Mitte - rund um das Gebäude - und auch im Gebäude selbst. Eine mich und wohl auch andere optisch sehr ansprechende Idee, Genderige Möglichkeiten aufzuzeigen - sicher nicht alle - und doch andere als die "Üblichen". Hier eine Auswahl - wer mehr sehen will, kommt am besten selbst - geht nur noch bis Samstag, aber das doch immerhin:
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19:26
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Gender is Happening
War das jetzt die Eins? "Nee, jetzt bis du im offbeat." Also nochmal... Aha, da: Die zwei Techno-Tracks, die sich bis gerade noch nicht anfreunden wollten, laufen geschmeidig ineinander und erfüllen den Konferenzraum der Böll-Stifung mit Beats, die Lust auf mehr machen. Unter dem Titel "In the beginning there was the turntable" konnten Musikliebhaberinnen und Platten-Nerd_innen sich heute unter der Anleitung von und zusammen mit Mart Busche aka DJ_ane m.phase im Auflegen und Mixen ausprobieren.
Wer bisher noch nie hinter den Drehern gestanden hatte, war schnell dabei - Mart Busche fing tatsächlich "in the beginning" an und erläuterte den grundlegenden Aufbau von Plattenspielern, CD-Mixern, Mischpulten und ihr Zusammenwirken. Dann ging es an die Praxis: Vom Radiofade, also dem "einfachen" Übergang von zwei Stücken, bis zum Beatmatching, dem Aufeinanderlegen der unterschiedlichen Beats, aus dem schließlich ein Mix entsteht, konnten die Teilnehmerinnen die Techniken live ausprobieren. Als special guest war 'Lindas Tante' dabei, die in die Kunst des Scratchens einführte. Am Ende blieb genügend Raum für alle, Mixversuche an ihren eigenen Platten zu machen - Mart Busche ließ sich dabei gern auf alle Stile ein und gab kreative Impulse.
Ein anderer wichtiger Impuls stand gleich am Anfang und war auch ein roter Faden: Nämlich der, das Auflegen auch als eine mögliche queer-feministische Praxis zu begreifen. Die Geschichte der turntable-Kunst ist definitiv eine männliche - God is not a DJ_ane! Grund genug, sich hinter die Decks zu wagen - und auch die Position als eine politische wahrzunehmen. Denn hier entscheidest DU, was laut über die Boxen geht!
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18:24
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Gender is Happening
[rhythmisch und laut zu lesen]
Dienstagabend Poetry Slam.
Man.
MAM!
Es war kein Slam nein kein Turnier
Nur open stage für Alle hier.
NUR?
NUR open stage?
Ein Feuerwerk!
Mit Hakenberg (Sarah für Unbeleckte)
Mit KaCoSónia
– als-ich-ein-Kind-war-Mit Katinka
I’m-fucking-big-on-stage Kraft
Paula Varjack aus London, Sean Kennedy, NY
NY, und
why notTom vom Mars
(Sonst im Ackerkeller)
Christina „Lauschgift“ Schneider, zu emanzipierten Haaren.
Anti g.one rappt über Watte
Mit KNIE-kehlenlanger Matte
Silke Galler hatte Taschen
Eve McFar kam uns ganz nah…
Herbert Beesten ging. Über Fußgängerbrücken.
Jetzt aber zu den wahren Stücken –
Den queeren Workshop-Weltpremieren
Der Slam-Debütantinnen Debut-Tanten:
Elisabeth Hager –
EifersuchtLisa Mänzel!
Zu Mut.
Karin Wissel! Zu bonbonverteilenden Brüsten.
Es gab Tränen
Der Begeisterung.
MACHT WEITER!
"Queer up the Word" vollständig lesen
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17:52
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Gender is Happening

Im Foyer der Heinrich Böll Stiftung werden derzeit und noch bis zum 11. Juli Frauen zum Mitnehmen – Women to go – in entsprechenden Ständern den Besuchern zur Schau gestellt. Die Installation dreier Postkartenständer im unmittelbaren Eingangsbereich wirkt ästhetisch anziehend und motiviert, seiner visuellen sowie haptischen Neugierde nachzugehen.
Zu sehen sind fotografische Darstellungen unterschiedlicher Frauen aus dem 19. Jahrhundert. Mehr noch, und das vorwiegend, gibt sich bald ein ethnologischer, ein männlicher, von außen kommender fotografischer Blick auf die zum Objekt mutierten Frauen zu erkennen. Obwohl zunächst ihre Individualität hervorgehoben zu sein scheint, wird bald deutlich, dass sie in Haltung, Kleidung und Sitte ihrer Zeit und ihrem jeweiligen Kulturkreis höchst angepasst sind. Für zusätzliche Irritation sorgt die kurze Biografie einer (vermeintlich berühmten) anderen Frau auf der Postkartenrückseite. Durch die willkürliche Verbindung von Text und Fotografie, scheitert die hoffnungsvolle Suche nach einem erkennbaren Gegenüber, nach einer greifbaren Identität.
Postkarten stellen oft Erinnerungsstücke dar, dienen als Projektionsfläche für Ideen und Sehnsüchte und bieten ein Mittel, sich der Welt mitzuteilen. Diese Postkarten aber scheinen einen sehr altmodischen Trick angewendet zu haben. Sie locken mit Schönheit und Exotik und verwehren anschließend jegliche Einblicke in ihr Innenleben. Sie bleiben undefiniert und geheimnisvoll. Mitnehmen will ich keine von ihnen. Ihre Leere macht mir Angst. Gerne hätte ich gewusst, ob zeitgenössische (Selbst-)Porträts von Frauen mit ihrer jeweiligen echten Identität sowohl auf dem Cover als auch auf ihrer Rückseite anders auf mich gewirkt hätte und der Idee Mathilde ter Heijne nicht besser gedient hätten.
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11:35
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Gender is Happening
An all jene, die heute um 13.30Uhr den
Workshop Gendertrouble im Web2.0 mitmachen hier der Hinweis, das das dazugehörige
Weblog bereits online ist.
Wer sich also etwas vorbereiten möchte, ist herzlich eingeladen, die Seite zu erkunden!
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9:31
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Gender is Happening
Es steht im gedruckten Programm schon korrigiert - und im internetten
Programmkalender auch - mir scheint es sinnvoll, hier dennoch zusätzlich auf der Startseite einen (vorübergehenden) Hinweis zu hinterlassen, dass der im Titel genannte
Workshop eine halbe Stunde länger dauert, weil er EHER anfängt - schon um 13:30 Uhr statt wie ursprünglich veröffentlicht um 14:00 Uhr. Sehen wir uns? Ich werde auf jeden Fall da sein!
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1:53
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Gender is Happening
Da die Kulturgeschichte der Vulvawegen Krankheit ausfiel, und ich zur Exklusion und Viktimisierung drogengebrauchen Sexarbeiterinnen"
die
intersektorale Betrachtung von Kathrin Schrader, moderiert von Johanna Bussemer verpasste (ein link kommt später),
Kathrin Schrader vom
Feministischen Institut Hamburg und
Johanna Bussemer
Eine intersektorale Betrachtung der Exklusion und Viktimisierung drogengebrauchender Sexarbeiterinnen
halte ich heute nur zur Frage der Bündnisfähigkeit von Männern aus dem Workshop von Sebastian Scheele fest: Verantwortungsübernahme statt Schuld
Antisexismus aus privilegierter Perspektive - Wie können Männer Verbündete sein?
Workshop von Sebastian Scheele
und komme im Anschluss an
Toy,toy,toy...Sex-Spielzeuge und ihre Geschichte
Workshop von
Dr. Laura Méritt (Sexpertin)
toi toi toi zum Feierabend?
"Myriam Thyes: Global Vulva - Flashanimation"
PS: Zu Finanzkrise und Sex und Gewalt in Kriegen wird später geblogt.
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19:24
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Gender is Happening
Dienstag war Literatur- und Poesietag beim Gender Happening und die Veranstaltung "
Gegen den Strich lesen" zeigte, was Que(e)r Reading in SciFi und Jugendliteratur bedeuten kann.
Auf dem Panel saßen hierzu Elahe Haschemi Yekani, Susanne Hochreiter und Svenja Derichs und es moderierte Katrin Köppert. Vor den Vorträgen gab es eine Performance der
Spicy Tigers on Speed zu Ruth Wallis Klassiker
"Queer Things (are happening to me)". Die Wissenschaft passierte dann im Sitzen und ohne Konfetti, aber ebenfalls aufregend und auflösend. Alle drei Vortragenden machten sich auf anhand unterschiedlicher Materialien auszuloten, was Queer Reading oder anders ausgedrückt, so Svenja Derichs, ein
Aufspüren nicht-heteronormativer Konfigurationen sein kann. Die Vorträge waren hierbei so anschaulich und dicht am Material entwickelt, dass ein wirkliches
Science in Action Gefühl aufkam.
""Queer Things are Happening to Pop Culture"" vollständig lesen
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18:27
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Gender is Happening

Simone de Beauvoir
Von welcher Bedeutung ist Simone de Beauvoirs Werk „Das andere Geschlecht“ 60 Jahre nach seinem Erscheinen und wie aktuell sind die darin enthaltenen Beobachtungen und Forderungen? Zur Beantwortung dieser und weiterer Fragen trafen sich gestern Ingeborg Gleichauf, Autorin und Beauvoir-Biographin, Effi Böhlke, Mitarbeiterin der Rosa-Luxemburg-Stiftung und Meredith Haaf, Studentin und Bloggerin bei Mädchenmannschaft.net, zum Gespräch.
Obwohl das umfangreiche und komplexe Werk hinreichend fruchtbaren Boden für einen regen Meinungsaustausch zu bieten versprach, nahm die Diskussion recht schnell einen zähen und umständlichen Lauf. Brav beantworteten die Teilnehmerinnen der Reihe um die vagen Fragen der Moderation. Der Begriff der Freiheit, um den sich das Gerede drehte, blieb dabei undefiniert und schwammig. Auf einzelne interessante Beiträge wurde nicht näher eingegangen, sodass eine lohnende Begegnung, etwa in Form einer Konfrontation, der drei geladenen Frauen gar nicht erst stattfinden konnte.
Deutlich wurde allein, dass unsere individualisierte Gesellschaft und die Vielfalt an möglichen Freiheitsdefinitionen es heute erschweren, einen Konsens für eine neue Feminismusdebatte zu finden. Seit 1949 hat sich insofern einiges verändert, als dass wir globaler denken - Beauvoir beschäftigte sich lediglich mit der Frau der westlichen Ersten Welt - und individueller handeln -
die Frauen als Kategorie erscheint uns heute einschränkend und grob verallgemeinernd. Ebenso kommen heute zum binären Geschlechterverständnis Beauvoirs eine Menge anderer möglicher Geschlechtsidentitäten und Sexualorientierungen hinzu, die in einer aktuellen Debatte berücksichtigt werden müssen.
Und so kam es, dass in der gestrigen Zusammenkunft selbst einzelne kraftvolle Aussagen sich im allgemeinen trüben Gedankenbrei verflüssigten und die Chance, neue konkrete Thesen aufzustellen, an denen sich wieder die Geister scheiden können, ungenutzt blieb. Schade.
Als Gedankenanstoß und nachträglicher Versuch, für intellektuelle Reibungen zu sorgen, seien an dieser Stelle dennoch einige der bedeutenden Aussagen aufgeführt. Effi Böhlke beklagte die anhaltende Zurückhaltung der Frau, Verhaltensmuster abzuschütteln und Freiräume aufzubrechen. Sie selbst sei emanzipiert
worden, als die Beziehung zu ihrem Mann zerbrach, also aus einem passiven Erlebnis und einer gewissen Notwendigkeit heraus. Ingeborg Gleichauf wies auf ihre eigene finanzielle Abhängigkeit hin, aus der sie sich trotz beruflichem Erfolg nicht befreien könne. Beide Frauen sind Mutter dreier Kinder und stehen den Aussagen Beauvoirs über die Mutterschaft distanziert gegenüber (hier hätte ich gerne mehr erfahren). Meredith Haaf, gab an, dass sich Frauen heutzutage zwar nicht mehr geknechtet fühlten, ihre Aggressionen deswegen jedoch nicht mehr nach Außen, sondern nach Innen richteten und so zum Opfer ihrer eigenen Täterschaft würden (Wem wird damit (nicht) gedient?). Bezeichnend war, dass trotz dieser – so fasse ich sie auf - resignierten Appelle, immer wieder auf die positive Entwicklung der Gesellschaft gepocht wurde, dass schon so viel erreicht worden ist und sich ja schon irgendwie frei fühle. Ist eine Bewegung zum Stillstand gekommen?
Glücklicher Weise meldete sich rechtzeitig Gitti Hentschel aus dem Publikum zu Wort. Ob denn, anstatt abzuwarten, dass der Staat (der Mann?) sich zu Gunsten der Gleichberechtigung der Geschlechter einsetzt, nicht die Frauen zuerst daran arbeiten sollten, die Fesseln ihrer eigenen Sozialisation abzuschütteln? Das setzt immerhin ein Bewusstsein über die aktuelle Lage (von einem selbst) voraus. Die tagtägliche und Stückchenweise Eroberung von selbst bestimmten Handlungsräumen ist unsere Aufgabe und die dürfen wir uns nicht abnehmen lassen. Sie beginnt im Privaten und führt ohne Umwege in die Öffentlichkeit.
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17:35
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Gender is Happening
Eröffnung
Und dort waren etwa 100-120 Personen. Deutlich mehr als die Hälfte hob die Hand bei der Frage danach, ob sie sich als Frau definieren würden. Eine ganze Reihe der Anwesenden wollte sich als Mann definiert wissen. Wieder Andere wollten keine der "definierten Kategorien" für sich beanspruchen. Was ganz sicher im Sinne der Veranstalter_innen war.
Natürlich ist so eine offizielle Eröffnung immer auch sehr zeitbegrenzt - hier standen 30 min. zur Verfügung. Es gab einen Film (für die, die ihn verpasst haben - gibt´s auch hier auf der Site - oben rechts). Und besagte Fragen. Und die Frage an "die vom Podium" was sie mit der größten Spannung erwarten würden.
Ich habe mich mit Spannung angemeldet. Ich wollte gern VIELEN begegnen, die sich mit dem Thema Gender befassen, befassen wollen, befasst haben. Es ist ganz sicher so, dass VIELE dort sind. Und doch scheine ich eines nicht bedacht zu haben - die meisten kommen offenbar aus dem Gender-Umfeld - haben studiert oder sind am Studieren. Reden in "ihrer" Fachsprache. Sind offen und freundlich - kein Zweifel. Und hängen dennoch immer wieder die ab, die sich weniger auskennen. ICH finde das schade.
Ich werde dennoch weiter schauen, was es an Aktionen, Re-Aktionen und Veranstaltungen gibt. Die Auswahl ist GROSS - es sind ganz sicher "Perlen für alle" dabei. SIE gilt es zu entdecken. Auch auf diesem Blog. Aber ganz sicher "life und vor Ort". Beides hat ihren/seinen Platz. Abwarten, welchen sie in meiner persönlichen Sicht belegen. Noch ist nicht aller (Veranstaltungs-)Tage Abend.
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15:25
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Gender is Happening
"Man kommt nicht als Frau zur Welt, man wird es." - das ist wohl der bekannteste Ausspruch von Simone de Beauvoir. Gendermäßig könnte es heute auch heißen: "Du bist nicht einfach per default ein Geschlecht, sondern du kannst dir das Geschlecht aussuchen, je nachdem, wie du dich dafür einsetzt."
"selbstbestimmt Gender performen mit Simone de Beauvoir" vollständig lesen
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13:26
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Gender is Happening
Die mögliche Schwäche des Podiums war zugleich seine Stärke: alle der vier Diskussionsteilnehmerinnen waren in den Jahren 89/90 in Berlin, alle kamen aus Institutionen: Hildegard Nickel und Petra Bläss-Rafajlovski arbeiteten an der Humboldt Universität, Christina Thürmer-Rohr an der TU Berlin und Carola von Braun war Frauenbeauftragte des Berliner Senats. Die Diskussion war dementsprechend Berlin-zentriert, aber es ermöglichte eine Vergleichbarkeit der Erfahrungen. Trotz örtlicher Nähe hätten die Einschätzungen der Ereignisse jedoch unterschiedlicher nicht sein können, zuviel trennte Ost und West.
"Mangelnde Verständigung: Feministische Erinnerungen an '89" vollständig lesen
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9:26
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Gender is Happening
Ein kurzer Film brachte das eh schon vermutete Ergebnis: Werden Menschen auf der Straße nach ihren Assoziationen zu
Das andere Geschlecht gefragt, antworten die meisten mit inneren Bildern von Mann + Frau und einer wahrgenommenen Gegensätzlichkeit. So weit so unbefriedigend. 60 Jahre nach Erscheinen des radikal für die Freiheit von Frauen argumentierenden Textes von Simone de Beauvoir ist nicht viel hängengeblieben. Wie aktuell ist
Das andere Geschlecht heute noch? Es hat sich viel verändert,
"Sei öfter Simone de Beauvoir!" vollständig lesen
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20:14
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Gender is Happening
Als Blogreporterin dabei: Michaela Raab, sonst freie Gutachterin in der Entwicklungspolitik, Hauptthemen: Gender und Menschenrechte. Bin alt wie die Berliner Mauer, stehe aber noch. Nach 24 Jahren in Frankreich, China und den Niederlanden seit 2003 in Berlin. Mehr in
"About Me" auf dem eigenen Blog
people-centred development, allerdings englischsprachig, mit Einträgen zu
Gender is Happening und Vielem mehr.
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19:19
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Gender is Happening

Bettina Knothe; Foto: © CC-Lizenz by-nc-nd/3.0/deBei einem Spaziergang durch die Straßen rund um die Heinrich-Böll-Stiftung gab Bettina Knothe am Dienstag Morgen eine kleine Einführung, wie Geschlecht und Herrschaftsstrukturen den öffentlichen Raum beeinflussen können. Der Genderwalk ging über die Reinhardstraße, Spree-Brücke Regierungsviertel, Schiffbauerdamm und über die Friedrich-Straße zurück in Richtung Heinrich-Böll-Haus.
"Stadtführung auf Gender" vollständig lesen
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19:03
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Gender is Happening
Zwei Mitglieder des Forum Männer, einem informellen, bundesweiten Männernetzwerk, leiteten den Workshop MännerLeben im GenderDschungel am Montagnachmittag. Interessant war die Darstellung der BRD-Männerbewegung der 70er und 80er Jahre, politisch links und qua Identität vor allem heterosexuell geprägt: wie ein führender Taschenbuchverlag eine Serie Männer herausgab mit dem Untertitel "Der Mann ist sexuell und sozial ein Idiot", wie feministische Debatten jeden Mann als potentiellen Vergewaltiger darzustellen schienen, wie allerlei Autoren (Pelgrim, Bly, Ney...) die Wurzeln dieser gefühlten Idiotie ergründeten und neue Interpretationen von Männlichkeit suchten.
Forum Männer stellt sich die Aufgabe, "einen von Männerseite her dringenden Beitrag zum Projekt einer geschlechterdemokratischen Gesellschaft und zum Geschlechterdialog zu leisten". Was heißt Geschlechterdialog heute? Um welche Geschlechter geht es? Wer dialogiert mit wem? Wer wird hier implizit ausgeschlossen? Das gender-hochgebildete Publikum was not amused. Wo sind da queer identities? Wie ein Teilnehmer fragte, "wo fängt für euch der Mann an und wo hört er auf?". Spannend wurde es danach, bei informellen Diskussionen im Garten, wo sich die Moderatoren mutig weiterer Kritik und Diskussion stellte.
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18:41
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Gender is Happening
Céline Robinet alias KaCoSónia und Katinka Kraft haben Dienstag im Queer Up the Word Slam-Workshop ein Dutzend Wortbegeisterter mit sicherer Hand angeleitet. Vormittags Schreiben, nachmittags Stimme, Bewegung, Bühne. Was hier trocken klingt, verschlang Leib und Seele in einem Strudel geistiger und sinnlicher Erfahrungen. Nach sechs Stunden Sätze schmieden, Wörter biegen, Körper dehnen und Mikros schrauben trugen die TeilnehmerInnen erstaunliche Stücke vor. Was sind wir alle talentiert! The personal is political [für die Jüngeren: feministischer Slogan aus einer Publikation von Carol Hanisch, 1969] und poetisch dazu: Nachdenken über die eigene Identität verlieh den Dichtungen Tiefe. Queer in Steglitz, Frau mit Bart, Eifersucht und Polyamory: Celine und Katinka ermöglichten es uns, Intimstes darzustellen - mal zu Tränen rührend, mal zum schenkelschlagend Lachen.
Ja, und Pussy Faggot? Das ist eine der spielerisch-differenzierten Kategorien, womit sich Queers in den USA auf einem offenen Kontinuum der Sexualität definieren. Wer eine Vulva hat, sich als Mann fühlt und Männer liebt ist - hetero oder homo? Mann oder Frau? Pussy Faggot! Nun muss das nicht Jede(r) wissen: als ein Teilnehmer den Faggot als Holzblasinstrument las, entstand ein bezaubernd schräges, schlüpfriges, suchendes Stück. Vive la poésie!
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18:32
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Gender is Happening
Ein Audio-Beitrag vom Gender Walk mit Bettina Knothe vom Gender Werk Berlin
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17:56
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Gender is Happening
Bürger in Uniform" oder "Kämpfer"
Militär und Geschlechterverhältnisse in Ost und Westdeutschland
Gitti Henschel moderiert
:
Prof. Dr. Christine Eifler
Prof. Dr. Ruth Seifert
Dr. Klaus Naumann

tollertross©fh
Die militärische Formierung der zwei Gesellschaften, in denen 60 Jahre lang keine lebensweltliche Erfahrung mit Krieg (Naumann) gemacht werden mußte, steht am Anfang:
Wo, so Eifler, "der erste deutsche Friedensstaat" den "Kämpfer der Revolution" im Aufbau des Sozialismus, mit selbstloser Kameradin an der Seite, per Dekret Frieden schaffen läßt - wäre da nicht der Imperialismus,
verbietet im Land, wo der Kriegsfall verfassungsmässig nicht vorgesehen ist,
die wesensmässige Bestimmung der Frauen (Seifert) ihr Töten.
Derart sozialisiert frage ich mich, wie der (ehemals alleinige?!) "Verteidigungs- oder Bündnisfall" in Form des heute "helfenden, rettenden, schützenden", "bewaffneten Sozialarbeiters" offensiv noch in Friedens-Täterschaft umgemünzt werden kann. Statt gefragter zivilrechtlicher "Polyvalenzen" der Streitkräfte würde ja manchmal gern, sehnsüchtig vereinfachend, der "Grauzone"das so genannte "real thing" des Krieges vorgezogen? Auf Augenhöhe eines afghanischen Dorfvorstands zieht dabei der "Vater aller Dinge" (Heraklit) doch nur anti-patriarchalen Gegenschlag nach sich... Der Tanz eines sufistischen "Sohnes" wär interkulturell womöglich angemessener: nämlich friedfertig.
Erst einmal bestätigt wurde dabei die anglo-eurozentrische (Gegen)-Schlagkraft
in der dekonstruktivistischen Aversion vis-á-vis "positiver Eigenschaften" im WORKSHOP MännerLeben im GenderDschungel mit
Andreas Goosses undKlaus Schwerma.

antworten©fh
Letzterer betonte den Fortschritt des
notwendigen Zulassens von Verunsicherung ! ohne agressive Abwehr !von Männlichkeit für eine Weiterentwicklung. Und interessant bleibt doch, was mensch vom menschen erwartet:

fragen©fh
Die 200 Mann starke Männerbewegung im FORUM ließe sich gesellschaftspolitisch betrachten als eine Friedensbewegung,
welche, psychologisch ansetzend, v.a. in der Jungen-Arbeit, endlich auch Sorge und Erziehungsarbeit leistet.
Also: Alle Kriegsdienstverweigerer als Zivi-Kompetente "an die Front"!?
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15:11
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Gender is Happening
Neue Gesichter, viele Ideen und interessante Diskussionen. Dazwischen Berlins lange Straßen, die die Kölner Beine nicht gewohnt sind. Der erste Tag des Gender-Kongress war spannend und anstrengend zugleich, doch als Historikerin musste ich die letzte Runde doch noch mitnehmen: Um 19.30 Uhr startete das „Frauenpolitische Gespräch“, das den etwas umständlichen Untertitel trägt: „1989-2009. Ungleichzeitig in die Einheit – Erfahrungen“. Die Müdigkeit verflog relativ rasch, denn auf dem Podium saßen vier energetische, interessante Frauen – Wissenschaftlerinnen und Politikerinnen – die ihre persönlichen Erfahrungen mit der sogenannten „Wende“ beschrieben. Zwei von ihnen – Hildegard Nickel und Petra Bläss-Rafajlovski - waren im 09. November 1989 in Ostberlin gewesen, die anderen beiden – Christina Thürmer-Rohr und Carola von Braun – in Westberlin. Zum Glück verharrte das Gespräch nicht bei einem reflektierenden Erzählen nach dem Muster „Wo waren Sie, als die Mauerfall fiel?“ sondern entwickelte sich zur Diskussion über die Auswirkungen, die das Ende der DDR und die Wiedervereinigung auf die Frauenbewegung(en) in West- und Ostdeutschland gehabt hatten.
"Die verpassten Chancen von 1989" vollständig lesen
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14:32
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Gender is Happening
Zum Auftakt der "Love me Gender - Gender is Happening" Veranstaltungswoche wurden den zahlreich erschienenen Teilnehmern drei Fragen gestellt:
- Wer von Ihnen bezeichnet sich als Frau?
- Wer von Ihnen bezeichnet sich als Mann?
- Und wer von Ihnen weder als Frau noch als Mann?
Die Tatsache, dass diese Fragen überhaupt gestellt werden (müssen), zeigt die Notwendigkeit des Gender Happenings und damit verbunden die Förderung der Auseinandersetzung mit Geschlecht und Geschlechterpolitiken als Zielsetzung der Organisatoren.
Die Frage, ob Mann oder Frau ist jedoch in einem Bereich nur allzu starr und dazu noch mit enormen Konsequenzen behaftet. Die Rede ist vom (verfassungs)rechtlichen Blick auf das Geschlecht, so dass es nicht wundert, dass gleich zwei Veranstaltungen am ersten Tag dazu angeboten wurden. In "Vom Grundgesetz (GG) zum Geschlechtergerechten Grundgesetz (GGG)" diskutierten Eva Kocher, Christel Riedel und Hans-Christian Ströbele wie die Verfassung zur Erreichung des in der Überschrift genannten Ziels umgeschrieben werden könnte. In der zweiten gaben die Referenten Julia Ehrt, Adrian de Silva, Christian Schenk und Günter Dvorek zum Thema "
Queere Lebensweisen - in LpartG und TransG" tiefe Einblicke in das Transsexuellenrecht und bewiesen mit ihren Ausführungen einmal mehr, wie sehr das geltende Recht aus den Fugen geraten kann, wenn Menschen leben, ganz so wie sie sind. Auch wenn die eine Veranstaltung als rechtliche Fundierung das Grundgesetz, die andere hingegen das einfache Recht und damit das Transsexuellengesetz heranzieht, so gehören beide unweigerlich zusammen.
Der Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben fernab vom binären Geschlechterverständnis setzt eine Anerkennung vielfältiger Lebensweisen auf der gesellschaftlichen Bedeutungsebene voraus. Das Grundgesetz als rechtliche und politische Grundordnung unserer Gesellschaft müsse deshalb, so Hans-Christian Ströbele, das Fortschrittliche sein.
Begriff der Ehe nicht zu reparieren
Der in Artikel 6 Absatz 1 des Grundgesetzes verwendete Begriff der Ehe sei nicht mehr 'zu reparieren', andere Gemeinschaften müssten ebenfalls in den Verfassungsrang erhoben werden, weshalb Ströbele an dieser Stelle Regelungsbedarf sieht. Aber welche Art von Gemeinschaften sollen in welcher Weise geschützt werden? Diese Frage stellte daraufhin Eva Kocher, die sodann über jegliche Festschreibungen hinaus argumentierte und unter anderem das Spannungsverhältnis zu Artikel 3 am Beispiel des Ehegattensplittings aufzeigte.
Artikel 3 Absatz 3 - Sexuelle Identität
Artikel 3 spielte ebenso eine Rolle in der Diskussion um "Queere Lebensweisen". Die Erweiterung des Absatz 3 um das Merkmal der sexuellen Identität sei mit Blick auf die von Bundesjustizministerin Brigitte Zypries geäußerte Forderung Lebenspartner in Artikel 6 aufzunehmen insbesondere für Transsexuelle, Intersexuelle und nicht verpartnerte Menschen, die in gleichgeschlechtlichen Beziehungen leben von besonderer Bedeutung, aber auch insgesamt ein Zeichen der Anerkennung des Gesetzgebers an die Gesellschaft.
Transsexuellengesetz
Der inhaltliche Schwerpunkt wurde in der zweiten Veranstaltung aber nicht auf das Grundgesetz, sondern auf die Regelungen des Transsexuellengesetzes gelegt. Ein Gesetz, was aus 12 Bestimmungen besteht von denen seit Inkrafttreten am 1. Januar 1981 schon insgesamt 5 Normen durch das Bundesverfassungsgericht zuletzt im Mai 2008 für verfassungswidrig erklärt wurden. Der Bundestag sah sich daraufhin gezwungen zu handeln, allerdings ohne eine umfassende Reform des Gesetzes (ein Überblick über die Forderungen zur umfassenden Reform des TSG ->
hier) zu beschließen. Es wurde lediglich die Norm gestrichen, die den Ehescheidungszwang im Fall eines 80 Jahre alten Mannes vorsah, der seit über 56 Jahren verheiratet ist. Er fühlte schon seit längerem Unstimmigkeiten mit sich und seiner männlichen Geschlechtsidentität und lässt im Jahr 2002, nach der er/sie seit 2001 einen Frauennamen trägt, eine Geschlechtsumwandlung vornehmen. Ihre Ehefrau unterstützt sie und erklärt, dass die Beziehung intakt sei. Dass diese Geschichte nicht nur ein weiterer Beweis dafür ist, dass Liebe jenseits von Äußerlichkeiten und Geschlechterfragen existiert, sondern darüber hinaus auch (ein weiteres Mal) das Transsexuellengesetz und die Ehe als eine Verbindung zwischen Mann und Frau in Frage stellt, zeigt die am 27. Mai 2008 ergangene
Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, wonach der Ehescheidungszwang für unverhältnismäßig erklärt wurde.
Diese und noch andere Entscheidungen wurden angesprochen und erläutert, aktuelle Probleme von Transsexuellen in Anwendung des geltenden Rechts aufgezeigt.
Gender is happening!
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14:18
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Gender is Happening
Was die beiden Vorträger_innen über ihre sprachwissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem GG vorzutragen hatten war hinsichtlich ihrer Kernaussage "Sprache ist Handeln" und Sprache schafft Realitäten nicht besonders überraschend bedenkt frau ein vorwiegend sprachreflektiertes Publikum. Spannender wurde es dann jedoch als sie direkt auf Formulierungen im Gesetzestext eingingen, so zum Beispiel auf den
Arikel 3 (3):Niemand darf wegen seines Geschlechts, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.
Antje Hornscheidt, Professorin für Gender Studies und skandinavistische Linguistik am Zentrum für Transdisziplinäre Geschlechterstudien, interpretiert diesen Textabschnitt dahingehend, dass hier Zuschreibungen gemacht werden, derart, dass jede_r ein Geschlecht hat, jede_r eine Herkunft, jede_r eine Rasse, etc. Besonders der Begriff "Rasse" wird von ihr kritisch hervorgehoben. Von einer der Teilnehmer_innen wird eingeworfen, dass dieser Sprachgebrauch den historischen Zusammenhängen geschuldet sei. Das wird jedoch als ausreichendes Argument gegen eine Änderung des Sprachgebrauchs wie in dem obigen Beispiel abgewiesen. Besonders problematisch zeigt sich die Verwendung des Begriffs "Rasse" im Grundgesetz, durch seine weitere Verwendung im AGG. Im Kommentar von Christian Oberwetter
blank">www.oberwetter-olfen.de/upload/pdf/aggkommentar1.pdf zum AGG wird deutlich, dass dieser Sprachgebrauch nicht nur ein Problem deutscher Geschichte und einer Eigenheit der deutschen Sprache geschuldet ist, sondern dass die sprachliche Markierung des Anderen auch zum Schutz vor Diskriminierung ein eher globales Merkmal von gängigem Sprachgebrauch ist.
"JuristInnen zum Reiten der heiligen Kuh gesucht" vollständig lesen
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Gender is Happening
Was bedeutet Queer Reading, queres Lesen, und welche Medien eignen sich dafür besonders? Darauf antworteten drei Wissenschaftlerinnen mit plakativen und amüsanten Beispielen aus Literatur, Jugendliteratur und Fernsehen.
Dr. Elahe Haschemi Yekani (HU Berlin) belegt in Ihrer Analyse zweier Romane, dass Queer Reading nicht auf lesbische oder schwule Bekenntnisse der Figuren angewiesen ist. Hanif Kureishi fordert in seinem Text The Budda of Suburbia (1990) zum Queer Reading geradezu auf. Die ProtagonistInnen mit Nicht-Britischer Herkunft, Karim und Jammila, durchleben vielfältige sexuelle Biografien. Es ist - vor allem für Karim - selbstverständlich, beide Geschlechter zu begehren, ein Coming Out ist nicht notwendig. Sexuelle Liberalität und Expermentierfreudigkeit sind für die Figuren normal oder sie ergeben sich einfach. Sexuelle und identitätsstiftende Gesellschaftsnormen konfrontieren die beiden immer wieder mit der Herkunft ihrer Familien. Die zweiten Analyse widmet sich dem Roman von Sadie Smith, White Teeth (2000). Hier findet Haschemi Yekani ein nicht so offensichtliches, queeres Moment in der Schilderung eines "männlichen Versagens", das mit einer "falschen", weil nicht-britischen Nationalität verknüpft ist. In diesem Buch funktioniert Komik erfolgreich als Vermittlungsmethode. Rassismus und Sexismus können in dem Text nur als offensichtlich bekloppte Haltungen gelesen werden. Für Haschemi Yekani kann Queer Reading nicht nur durch das Vorstellen nicht-heteronormativer Charaktere erfolgen, sondern auch im Verwischen von Identität durch Nationalität, Herkunft und geschlechtliche Identität.
Die Geschichten über Pippi Langstrumpf, Astrid Lindgrens weltweit bekannte Heldin (1945), wurde von Dr. Susanne Hochreiter (Uni Wien) auf queere Lesbarkeit geprüft. Sie widmete sich den ersten beiden Pippi-Bänden und lässt den problematischen 3. Band, Pippi auf Takatuka-Land, bewusst beiseite. Der müsste dringend, wie es auch eine Zuhörerin fordert, auf rassistische Muster abgeklopft werden. Hochreiter stellt Pippi als "das Andere" vor, das in binärer Opposition zur Umwelt lebt. Der Ordnung stellt Pippi Chaos entgegen, sie hat keine fürsorglichen Eltern wie andere Kinder, lebt am Rand der Stadt und macht was sie will. Ihr Preis oder besser gesagt die Sanktionen sind Einsamkeit und mangelnde Fürsorge. Hochreiter stellt Pippi als Tomboy vor - nicht konform mit der traditionellen Geschlechterrolle; als Clown - Grenzgängerin zwischen den Welten, Übertreibung als Programm, Anarchistin auf Zeit; und schließlich als Superman - stärkster Mensch auf Erden mit Sinn für Gerechtigkeit. Die Tragik der Pippi-Erzählungen besteht in der Einsamkeit der Heldin und in der Tatsache, dass Pippi ihr Umfeld nicht verändern kann. Tommy und Annika behalten ihre stereotypen Jungen- und Mädchenrollen, wobei Hochreiter auch eine Textprobe gibt, die Annika und Pippi als Liebespaar ausweist.
Svenja Derichs (Uni Potsdam) untersuchte Fernsehserien, die durch wiederholte Handlungsstränge besonders geeignet sind, queere Inhalte einem breiten Publikum zu vermitteln. "Das Serielle ist besonders geeignet, um Widerständisches aufzumachen". In Startrek geschieht dies eher unbewusst, wenn etwa Kirk und Spok sich in einer Abschiedsszene ewige Freundschaft schwören und der sonst emotionslose Vulkanier Gefühle für den Captain zeigt. Offensiver gehen Serien wie Torchwood mit mit queeren Liebesszenen um. Der Held der SciFi-Serie ist schwul und darf Männer mit Leidenschaft küssen. Lesbisches und schwules Begehren wird in dieser Serie beiläufig, aber sehr explizit gezeigt und damit als lebensreale Handlung etabliert. Derichs weist darauf hin, dass der Kuss im Film eine besondere Aussagekraft besitzt und sexuelle Praktiken gut visualisieren kann. Sie fordert auf, dass es beim Queer Reading keine Vorgabe geben sollte, wie eine Geschichte zu sein hat und dass Erwartungshaltungen zurückgenommen werden sollten, um sich die nötige Offenheit zu bewahren. Das Genre SciFi erleichtert Queer Reading, da "Utopisches" hier ohnehin erwartet wird.
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12:43
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Gender is Happening
Schuld an der gesetzlich legitimierten Misere von Trans*-Menschen hat das Sittengesetz. Das… was? Na, das Sittengesetz. Siehe Grundgesetz. Da taucht es plötzlich auf. In Artikel 2 (1), um genau zu sein: „Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.“
Im Jahr 1957 wurde mit dem Sittengesetz der Fortbestand des Schwule kriminalisierenden §175 legitimiert, und mit dem Sittengesetz würden manche Politiker_innen auch heute wedeln, müssten sie ein Argument finden, wieso ein Trans*-Mensch „dauernd fortpflanzungsunfähig“ sein muss, ehe der Staat seine Geschlechtsangleichung anerkennt. So sieht das Referentin Julia Ehrt, Vorstand im Berliner Projekt TrIQ (TransInterQueer e.V.) im Gender-Happening-Panel „Queere Lebensweisen – im Transsexuellengesetz (TSG)“. Hauptsache, so mancherorts die Devise, keine Bilder von schwangeren Männern ins Weltbild integrieren zu müssen - auch wenn es völlig unverhältnismäßig sei, jährlich „Tausende in die Sterilisation zu zwingen“, um einzelne Schwangerschaften von Transmännern oder Zeugungen durch Transfrauen zu verhindern.
Überhaupt, die Auflagen, mit denen sich Trans*-Menschen seit den Anfängen des TSG 1981 konfrontiert sehen: Allein zur Vornamensänderung werden zwei psychiatrische Gutachten, eine richterliche Entscheidung, mehrmonatige Wartezeit verlangt. „Wieso dieser Aufwand?“, fragt Christian Schenk, ehemals Mitglied des Deutschen Bundestags und versierter Fachmann für Trans*-Rechte. „Als würden Trans*-Menschen besonderen Schutzes vor sich selber bedürfen.“ Für den fühle sich der Staat schließlich auch nicht bei anderen Personengruppen zuständig. „Trans* kann nicht diagnostiziert werden, jedes Gutachten ist nichts als Kaffeesatzleserei“, so klingt das bei ihm, wenn medizinische Pathologisierung außer Gefecht gesetzt wird.
Trans*-Menschen vorbehaltlos selbstbestimmt, ihre Grundrechte gewährt – auf europäischer Ebene ist dies das erklärte Ziel von Thomas Hammarberg, Menschenrechtskommissar des Europarats, der dem Deutschen Bundestag in seiner Entschlossenheit, Trans*-Menschen ihr Recht auf körperliche Unversehrtheit zugewähren, weit voraus ist. Und auch das Bundesverfassungsgericht wird nicht müde, den Reformbedarf des TSG zu fordern.
Schenks Vorschlag: man möge es gleich ganz abzuschaffen und stattdessen eine einfache Regelung zur Vornamensänderung einrichten.
Julia Ehrt geht davon aus, dass Trans* im Lauf der nächsten Jahre vom ICD, der internationalen Klassifikation der Krankheiten verschwindet – und appelliert an die Politik, diesen Aspekt in der politischen Arbeit zu berücksichtigen. Frankreich macht es vor und will Trans* nicht mehr als „psychische Störung“ diffamieren -und trotzdem eine Lücke schaffen, um Trans*-Menschen ihre mitunter lebensnotwendigen geschlechtsangleichenden Operationen finanziell zu ermöglichen.
Für Thomas Birk, lesben- und schwulenpolitischer Sprecher der bündnisgrünen Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus, ist es an der Zeit, dass sich Schwule und Lesben solidarisieren: „Jahrelang liefen Trans*-Menschen am Ende von Demos für Homo-Rechte mit, jetzt ist es Zeit für Solidarität mit ihren Belangen.“
Moderator Günter Dworek, Mitglied im Bundesvorstand des LSVD (Lesben- und Schwulenverband Deutschland) gehört wie Birk zu den Vorkämpfern für eine Ergänzung des Grundgesetz-Artikels 3 um „sexuelle Identität“, aufgrund derer niemand mehr zu benachteiligen sei – eben so, wie es die europäische Grundrechte-Charta und diverse Landesverfassungen bereits vormachen.
Weg vom Fraktionszwang, hin zur Öffnung des politischen Dialogs über die Optimierung des TSG über Parteigrenzen hinweg: dafür plädiert Adrian de Silva, Doktorand zu Trans*-Recht an der HU Berlin, der das TSG kritisch dem englischen „Gender Recognition Act“ gegenüber stellte – und weg von stillen Übereinkommen hin zur gesamtgesellschaftlichen Aufklärung über Trans*.
Und so werden vielleicht schon in naher Zukunft selbst konservative Abgeordnete ein Einsehen darin haben, dass anstelle eines kryptisch-modrigen „Sittengesetzes“ die Lebensrealität von Trans*-Menschen den Vorrang haben sollte – und das TSG deren Bedürfnissen entsprechen muss.
Der Autor Leo Y. Wild (*1975) ist freier Journalist (FAZ, Spiegel Online u.a.), Dokumentarfilmer und Filmkurator.
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11:44
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Gender is Happening

Im Gespräch: Vera Lorenz, Kathrin Purschke, Julius Heinicke, Christa Nickels und Edith Müller (v.l)
Unter dem Motto „Öko + links + feministisch = Die Grünen 1980“ trafen sich gestern im großen Saal der Heinrich Böll Stiftung zwei Generationen zum Gespräch. Edith Müller, Landtagsabgeordnete in NRW und Christa Nickels, Mitbegründerin der Grünen NRW, erinnerten sich an die turbulenten Anfänge einer Partei, die heute, so Müller, „endlich angekommen“ sei. Befragt wurden sie von der Studentin Kathrin Purschke und dem Doktoranden Julius Heinicke. Vera Lorenz, Mitarbeiterin der Heinrich Böll Stiftung, moderierte das Erzählcafé. Weniger von Öko, dafür umso mehr von Feminismus war die Rede und davon, wie die einstige Protestpartei zu einer Partei neuen Typs wurde. Als „richtiges, offenes Lernprojekt“ und als „Kind aller Parteien“ (Müller), hätten sich die Grünen in Deutschlands politischer Landschaft am Anfang der 1980er Jahre „weder links noch rechts, sondern vorne“ ansiedeln wollen. Dass die Partei zunehmend ihren Platz im linken Flügel einnahm, lag in der Natur der Sache: Basisdemokratisch orientiert, bewegte sie Menschen unterschiedlichster politischer Herkunft zur Teilhabe und Partizipation. Noch heute sei die Partei eine offene, die engagierten Bürgern die Mitwirkung auch ohne Mitgliedschaft anbiete, betonte Nickels.
Als selbsternannte „personifizierte Frauenbewegung“ unterschrieb Christa Nickels damals als eine der Ersten das Müttermanifest, welches 1987 veröffentlicht wurde, und beteiligte sich intensiv an der kontroversen Diskussion um das Abtreibungsgesetz §218. Nickels, die sich als Mutter zweier Kinder und bekennende Katholikin stets als zwischen den Stühlen sitzend bezeichnet, wies mehrmals im Laufe des Gesprächs, aber vor allem in Bezug auf die Emanzipation, auf die Wichtigkeit hin, Konflikte auszuhalten und gesprächsfähig zu bleiben. So sei das Rotationsprinzip, das 1983 mit den Grünen in den Bundestag einzog, und auch die Frauenfraktion kein Modell für die Zukunft geblieben, aber ein entscheidender Schritt auf dem Weg, Machtverhältnisse neu zu überdenken und gewichten zu wollen, gab zustimmend Müller zu bedenken.
Die Realpolitik habe gezeigt, dass die Unterdrückung von Konkurrenzverhalten kein produktives Mittel zur Gestaltung unserer Gesellschaft sei. Wichtig sei heute, unter Frauen offene Konkurrenz auszutragen und Verletzungen nicht zu scheuen. So läge es vor allem in der Verantwortung weiblicher Führungskräfte, die Kompetenz der Frauen zu fördern und dafür zu sorgen, dass ihre Unterrepräsentanz kontinuierlich aufgehoben wird. Hierarchie fördere den Wettbewerbswillen, so Müller weiter. Keine reglementierte, sondern eine natürliche Rotation sei dabei von Bedeutung. Hängen geblieben ist Christa Nickels abschließender Satz: „Die richtigen Leute am richtigen Ort zur richtigen Zeit sind zwar noch keine Revolution, können aber enorm viel bewegen.“ Ein Aufforderung an uns alle, nicht nur Verantwortung für unsere Verletzlichkeit zu tragen, sondern auch für unser Können und Solidarität zu üben durch aufmerksames Hinhören und aufrichtiges Handeln. Angekommen sind wir noch lange nicht.
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9:04
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Gender is Happening
Eröffnung im großen Saal
Ich war ja schon auch sehr gespannt, wie es anfangen würde in dieser
Woche - und nun hat es angefangen

. Bei der Eröffnungsveranstaltung
waren geschätzte 120 Teilnehmende. Erstaunlicherweise niemand, den/die ich auf Anhieb erkannt hätte als "Wir sind uns schon mal über den Weg gelaufen". Nach der sich daran anschließenden Veranstaltung für die Blogreporter_innen ergab sich dann zumindest mal ein kurzer Kontakt von "wir kennen uns - aber woher?". Im Laufe der kommenden Tage werde ich sicher noch einigen auffallen als (bloggender) Teil der Veranstaltung. Es macht jetzt schon Spaß und ich habe auch schon neue Kontakte geknüpft

. Ich bin gespannt, wie es weiter gehen wird. Sie werden es / Ihr werdet es hier auf dem Blog verfolgen können

- oder selber kommen und teilnehmen - sicher auch möglich noch für die, die bisher noch nicht dabei waren/sind.
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2:44
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Gender is Happening
Frauenpolitisches Gespräch 1989-2009
Ungleichzeitig in die Einheit - Erfahrungen
Prof. Hildegard Maria Nickel
Prof. Dr. Tina Thürmer-Rohr
Carola von Braun (ehem. MdA/FDP)
Petra Bläss-? (Ex-Vizepräs. des BT)
Mod. Anne Ulrich
Ulrich moderiert das Gespräch am Abend an. Auch mit den Öffentlichkeitstheoretikern Alexander Kluge und Oskar Negt. Nach "Öffentlichkeit und Erfahrung" (1972), "Geschichte und Eigensinn" (1981) schärften sie in "Maßverhältnisse des Politischen" (1992) einen Begriff, der Politik nicht als "Substanz" versteht, sondern als Form:
jedes "alltägliche Gefühl" kann eine "Intensität" gewinnen, die es politikfähig macht. Emanzipatorische Politik entsteht nur dann, wenn selbstregulierende Organisationsformen ein Maß zueinander finden.
Zum nicht Zusammenfinden in ´vereinter Frauenpower´ vor 20 Jahre finden an diesem Abend eingestandene Enttäuschungen und befreiende Einsichten zur ehemals diversen Agenda eine Form:
Angst und Aufbruch (Bläss, Nickel) hatten spätestens zwischen Sept. 89 und März 90 Frauen aus der DDR über alle Nischen-Grenzen hinweg vernetzt (Bläss); der Unabhängige Frauenverband (UFV) forderte in (so Nickel) "friedlich-revolutionärem" Schwung : "Ohne Frauen ist kein Staat zu machen", verfehlte aber ohne Rotation das erste lila Mandat. Die starke Westfrauenbewegung, die - mit ausgefeilter Herrschaftsanalyse und Staatskritik im Gepäck (Thürmer-Rohr) - sich "typisch deutsch" auf allen Ebenen gut institutionalisiert hatte (von Braun), sah sich zurückgestutzt. Sie schwieg zur Frage der Nation.
Dass diese hinter Ihr gelassen sein will, erweist sich in dem historisch-materialistisch angedrohten Gang zum Europäischen Gerichtshof: Frauen, deren (Renten-) Ansprüche durch Scheidung in oder auch nach der DDR im politischen System der alt-neuen Bundesrepublik untergehen, fordern ihr Recht hier auf Erden, gegen die biologistisch "tickende Uhr".

t-shirts
Das Vermittlungsproblem, wie sich Erfahrungs- und Wissensbestände von Staatsbürger_innen nicht zuletzt mit Migrationshintergrund "unter Handlungsdruck" in der Krise zu Ein- bzw. Ausschliessungen solcher Art verhalten mögen, bleibt eine Frage von Ressourcen-Verteilung in der Form, d.h. Politik als Handeln ins Ungewisse.
(es folgen später: video-dok inputs und video-dok diskussion)
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0:55
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Gender is Happening
Eintauchen in die (feministische) Geschichte der Grünen bringt einige mehr oder weniger überraschende Anekdoten und Erkenntnisse ans Licht: nicht so überraschend dabei ist, dass auch bei den Grünen 'Feminismus' und seine Bedeutung(en) heiß debattiert wurden, hauptsächlich jedoch von Frauen - so zumindest der Eindruck des Erzählcafés mit Christa Nickels und Edith Müller. Anlässe gab es ausreichend - von der Abtreibung zur Quote, vom Feminat zum Müttermanifest. Christa Nickels Einschätzung: 'Wir haben uns gegenseitig einiges zugemutet.' So scheint es auch für die Betrachterin:
""Wir haben uns gegenseitig einiges zugemutet"" vollständig lesen
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20:24
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Gender is Happening
Nira Yuval Davis beschreibt in ihrem etwas differenzierter als in der Ankündigung betitelten Vortrag "
Nationalism, belonging, globalisation and the 'ethics of care'" eine von emotionsfreien Räumen bestimmte globalisierte Welt. Die Analyse ist bestechend. Politik und Wirtschaft, eine globalisierte allenthalben, sowie die Angelegenheiten der Nation und Aktionen zu ihrem Schutz sind Bereiche in denen das Vermögen rational zu denken und zu handeln vorausgesetzt und erwartet wird. Wer in diesen Bereichen erfolgreich und wirkungsmächtig sein will muss durch Verstand brillieren. Anders sieht dies im Bereich der Betreuung und Pflege aus. Wenn einerseits die Produktion immer weiter Richtung Osten verlegt wurde, so wurde das was Yuval Davis als "care gap", also die Leerstelle in der Fürsorge und Versorgung jener, die dies nicht mehr oder noch nicht oder nie für sich selbst tun können bezeichnet, durch migrante Arbeitskräfte geschlossen. Das zieht wiederum eine immer grösser werdende Lücke in den Herkunfstländern der Migrant_innen nach sich.
Einen fatalen Widerspruch sieht Yuval Davis nun zusätzlich darin, dass ebenjene, die den "care gap" zunächst in den Industrieländern schließen nicht nur durch ungeklärten "citizenship" in eine prekäre Lage geraten sind, sondern zusätzlich zu dem, sich dem "belonging" also einer Zugehörigkeit entziehen, die sie zu Zielen von Ausschluss und Angriffen macht.
Somit wird Aggression und Ausgrenzung auf gerade den Bereich
gerichtet, in dem einander zugewandtes, emotionsbehaftetes Handeln noch
angesehen, angebracht und gestattet ist.
"Noone there to care - who cares!" vollständig lesen
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19:54
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Gender is Happening
Auch, wenn viele Besucher die Hand hoben, als Moderator Albert Eckert bei der Einstimmung am Montag morgen die Frage stellte, wer sich weder als Mann noch als Frau bezeichnen wolle - in der Pause war dann doch wieder eine Entscheidung gefordert:
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16:00
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Gender is Happening

Ich blogge auch unabhängig von diesem Blog selbst - unter anderem hier:
http://fctberlin.de/ - allerdings unter Wordpress - was mir eine gute Gelegenheit gibt, mal was Neues im Web2.0 kennen zu lernen

.
Und twittern tue ich auch - hier:
fctberlin.
Und ansonsten bin ich während
GENDERisHAPPENING ungefähr täglich in der Schumannstr. 8 anzutreffen

- mich interessieren die feministischen Verbindungen zu Gender

- ich selbst habe nix gegen Männer, aber sehr wohl was für Frauen

- und genau deshalb mit
FrauenComputerTraining Berlin angefangen, Frauen zu unterstützen.
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14:40
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Gender is Happening
Einführungsvortrag: Was bringt uns genderpolitisch weiter?
Renate Künast, Fraktionschefin der Grünen im Bundestag, durfte den Auftakt zum Gender Happening machen: Vor etwa 100 Zuhörer_innen sprach sie über ihre feministischen Anfänge, die Forderungen von vor 30 Jahren und von heute - und erdete damit gleich den Diskurs: Für sie bedeutet "Gender" keine Utopie, in der Geschlecht als Kategorie abgeschafft wird, sondern ist ein Kampf um die Gleichstellung der beiden Geschlechter, eine Erweiterung des Feminismus.
"Was bringt uns genderpolitisch weiter? - mit Renate Künast" vollständig lesen
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11:20
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Gender is Happening
Workshop 07.07.2009
Update: Dieser Workshop ist leider schon ausgebucht!
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Peng60 Jahre Grundgesetz - 60 Jahre gesetzliche verankerte Geschlechtergerechtigkeit!? Ließe sich allein dieses diskutieren, fragt sich auch inwiefern sich Geschlecht ins Grundgesetz eingeschrieben hat.
Spiegelt die Sprache des GG die noch immer auseinanderklaffende Kluft zwischen Anspruch und Umsetzung oder produziert die Sprache jene Widersprüche? Wie müsste die Verfassung geschlechtergerecht formuliert sein? Themen die Bestandteil dieses Workshops sind und die Idee eines GGG (Geschlechtergerechten Grundgesetztes) aus sprachwissenschaftlicher Perspektive aufgreifen sollen.
Workshopleitung:
Antje Hornscheidt
Evelyn Hayn
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Programm von Gender is Happening
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10:57
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Gender is Happening
Filmscreening&Diskussion 08.07.2009
"Die Heide ruft" - "WANT" - "SEXXY": Sexualität und Behinderung - Repräsentationen und Interventionen
Nach den Filmscreenings soll im Zentrum der Diskussion die Tabuisierung selbstbestimmter Sexualität von Menschen mit Beeinträchtigungen stehen, ohne sie als problematisch zu thematisieren. Vielmehr wird es darum gehen, inwiefern Sexualität und Behinderung desintegrativ an den Rand der Gesellschaft gedrängt wird. Dem will etwas entgegengesetzt werden, so dass Interventionen von Menschen mit Beeinträchtigungen hör- und sichtbar werden können.
Diskutant_innen:
Matthias Vernaldi
Mirjam Mirwald
Danilo Vetter
Carola Pohlen in Vertretung für Loree Erickson
Heike Raab (Mod)
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Programm von Gender is Happening
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10:30
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Gender is Happening

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Deutsches BundesarchivAnlässlich des 80. Geburtstag Christa Wolfs als auch dem 20. Jubiläum des Mauerfalls möchten wir den Aspekt der Emanzipation durch Schreiben diskutieren. Inwiefern prägen sich einerseits Feminismen literarisch aus und welche Differenzen und Gemeinsamkeiten im Ost-West-Vergleich lassen sich stilistisch, thematisch und bildsprachlich in der Literatur von Frauen finden? Wie konnte Literatur der Emanzipation vom "Faschismus der Geschlechter" (Ingeborg Bachmann) als auch vom Unrechtsstaat DDR zuträglich sein und einen Reflektionsraum öffnen?
Welche Schlupflöcher bieten das Schreiben als auch das Lesen in Zeiten der (Geschlechter)Unterdrückung? - zum Beispiel die Verlagerung in andere Epochen oder andere Kulturräume, wie z.B. in Christa Wolfs "Kassandra" oder "Medea", Ingeborg Bachmanns "Das Buch Franza" oder Anna Seghers "Transit". Welche Rolle spielt Krankheit als Ausdruck für gesellschaftliche Misstände, wie in Ingeborg Bachmanns "Malina" oder Christa Wolfs "Leibhaftig". Oder was besagt das Gefühl des Verschüttetseins u.a. über die Starre der Geschlechterordnung und des politischen Systems aus, wie in den Gedichten Inge Müllers. Fragen die bezogen auf die Vergangenheit auch für gegenwärtige Texte problematisiert werden sollen. Beispielsweise ließe sich fragen, inwiefern sich in den Texten der Fräuleinwunder gleichermaßen ein Gefühl der Bewegungslosigkeit und Tristesse, insbesondere in Judith Hermanns "Sommerhaus später" auf Geschlechterverhältnisse zurückführen lassen. Worin steckt wiederum das Emanzipative dieser Texte?
Lässt sich ein Paradigmenwechsel in Bezg auf das Schreiben junger Frauen nachvollziehe? Birgt die scheinbare Geschwätzigkeit junger Autorinnen ebenso Potentiale der Subversion und Emanzipation, wie z.B. in Charlotte Roches "Feuchtgebiete"?
Diese und andere Fragen werden Bestandteil einer Diskussion zwischen Autorinnen, Lektorinnen und Literaturwissenschaftlerinnern - generationenübergreifend.
Diskutantinnen:
Sonja Hilzinger
Jana Hensel
Frauke Meyer-Gosau
Monika Melchert
Anette Handke (Mod)
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Programm von Gender is Happening
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19:35
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Gender is Happening
Filmscreening&Panel 09.07.2009

Der Spielfilm „Beautiful Boxer“ handelt von Nong Toom, einem Thai-Boxer, der sich einer geschlechtsanpassenden Operation unterzog, um auch körperlich eine Frau zu werden.
Der Film beschreibt die Lage der Kathoeys (Ladyboy)in Thailänd. Es ist die Geschichte des Boxens als Emanzipationserfahrung. Die wahre Lebensgeschichte Nong Tooms kann als Brücke zu den Alltagserfahrungen unter widrigen Umständen verstanden werden. Zum Beispiel der Situation in den Slums von Nairobi und der täglichen Auseinandersetzung mit Gewalt. Das Engagement der boxgirls international versucht dem etwas entgegen zu setzen. Boxen bildet dabei für Mädchen und junge Frauen die Möglichkeit, Selbstrespekt und Selbstermächtigung durch die Idee der Selbstverteidigung auszubilden.
Ob Geschlecht und Boxsport als identitätsstiftend und ermächtigend erlebt werden kann, soll nach dem Film diskutiert werden.
Diskutant_innen:
Ekachai Uekrongtham
Nong Toom
Elizabeth Adhiambo (Boxgirls International)
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Programm von Gender is Happening!
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19:28
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Gender is Happening
Workshop - mehrtägig 09.07.2009-10.07.2009
Der Workshop vermittelt technisches Know-how sowie Fragen der Bereitstellung und des Zugangs von Radio und Podcast mit Themen rund um Gender. Mit der Durchführung des Workshops durch das
Transgenderradio werden den Teilnehmer_innen nicht nur Einblicke hinter das Geschehen von Low-Budget-Radioproduktionen ermöglicht, sondern dem Radio- und Internetpublikum eine Berichterstattung des Gender Happenings.
"In dem zweitätigen Radioworkshop soll gezeigt werden, wie spannend, lustig und einfach es ist, Radio selbst zu machen. Gemeinsam werden verschiedene Reportage- und Interviewtechniken kennengelernt und die wichtigsten Schneidetechniken erarbeitet. Dabei steht das Ausprobieren und Experimentieren im Vordergrund. Mit dem Mikrophon werden wir auf dem Happening unterwegs sein und Stimmen, Geräusche und Atmosphären aufnehmen und anschließend zu eigenen kleinen Beiträgen zusammenschneiden, die wir anschließend in einer eigenen Sendung präsentieren werden. Dabei stehen Euch ModeratorInnen, RedakteurInnen und TechnikerInnen des Transgenderradios mit Rat und Tat zur Seite.
Was ihr mitbringen solltet: Musik die Euch gefällt, Ideen aller Art, Spaß am Hören und/oder Sprechen (oder an beidem)"
Workshopleitung:
Mike Zenzen
Karsten Grathwohl
Kai Noah Schirmer
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19:25
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Gender is Happening
Gespräch 11.07.2009
Was soll das Theater? – Was kann Drag auf der Bühne zur Abschaffung der Zweigeschlechterordnung beitragen?
ein Verein
Diese Fragen stellt sich
Wigstöckel e.V. in dem Talk direkt im Anschluss an den Drag-Workshop.

©Foto: Anja Weber Warum also wedeln Drag Kings oder Tunten auf Bühnen mit Gummischwänzen oder Federboas und bewerfen das Publikum mit Glitzer und Bananen? Wer zieht sich da aus oder um und warum? Was hat das mit Politik zu tun? Seit den 90er Jahren gelten Drag und Geschlechterparodie in linken/feministischen/queeren Zusammenhängen als subversive Strategie. Durch das bewusste Aufführen von "Geschlecht", so die Idee, werden Normen verschoben und die Zweigeschlechterordnung in Frage gestellt. Immer wieder wird jedoch auch Kritik an dieser Überzeugung laut: Kann eine Bühnenperformance wirklich etwas an alltäglichen Geschlechternormen ändern? Oder werden hier nicht wieder nur "Freaks" produziert, von den sich das Publikum die eigene "Normalität" bescheinigen lassen kann? Im Rahmen des Gender Happening lädt Wigstöckel zu einer Diskussionsrunde ein, in der der Frage nachgegangen werden soll inwiefern Bühnenperformance Einfluss auf Alltagspraxen nimmt.
Wigstöckel e.V. versammelt trans*- und intergeschlechtliche sowie queer lebende Menschen verschiedenster Lebensweisen, Drag Kings und Queens, Inbetweens, Crossdresser und alle anderen, die sich mit Trans*-/Genderthemen und unterschiedlichen Inszenierungen von Geschlecht auseinandersetzen möchten.
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Programm von Gender is Happening!
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19:22
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Gender is Happening
Preisverleihung 10.07.2009
240 Minuten Film, zwei Tage Sichtung und Debatte liegen hinter ihnen: Die 12 Kuratoriumsmitglieder präsentieren ihre Auswahl aus dem Kurzfilmwettbewerb.
Ein Blick auf die Filmtitel lässt eine breite Vielfalt an Auseinandersetzungen mit dem Wettbewerbsmotto «Gender is Happening» erwarten: Geschlecht passiert im Kopf – aber auch in Formularen und Ämterbürokratie. Die Formate reichen vom Animationsfilm bis zum Musical.
Die Jury:
Irmingard Schewe-Gerigk MdB Bündnis 90/Die Grünen, Sprecherin für Frauen- und Rentenpolitik
Judith Strohm, Frauenrat der Heinrich-Böll-Stiftung
Mehdi Benhadj-Djilali, Regie-Student an der dffb Berlin
Monika Ch. Puginier, Mitglied der Friedensfilmpreisinitiative (Internationale Filmfestspiele Berlin)
weitere Infos zur Kurzfilmrolle auf der Webseite des
GWI!
Moderation der Preisverleihung:
Barbara Unmüßig (
Grußwort von Barbara Unmüßig)
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19:09
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Gender is Happening
Politischer Salon 10.07.2009
Wie können Frauen in den Medien Karriere machen? Was sind ihre Erfolgsstrategien? Sehen sie sich auch heute noch Widerständen ausgesetzt? Und wenn ja, welchen? Wie wirkt sich die Wirtschaftskrise auf die Art der Berichterstattung und auf die Beschäftigungsverhältnisse von Journalistinnen und Journalisten aus?
Diskutant_innen:
Heide Oestreich, taz
Vera Gaserow, Frankfurter Rundschau, Büroleiterin Berlin

Margreth Lünenborg, Prof. und Journalistin, FU Berlin

Foto: © C. BurgerMercedes Bunz, tagesspiegel, Chefredakteurin Online

Claudia Ingenhoven, rbb-Kulturradio, Wortchefin

Frauke Hunfeld, Stern, Büro Berlin (Mod)
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Programm von Gender is Happening!
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19:01
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Gender is Happening
Vortrag 10.07.2009
Bei der Herstellung und Verbreitung von Geschlechterbildern spielen Kino und Fernsehen eine wichtige Rolle. Hierbei beschränkt sich jedoch das vermittelte Männer- und Frauenbild nicht immer auch auf stereotype Darstellungen. So finden sich in den Medien durchaus Darstellungen, die Geschlechtergrenzen überschreiten und verschieben. Hierzu gehören beispielsweise Bilder von schwulen Männern, lesbischen Frauen, Drag Kings oder Transsexuellen.
Sind solche mitunter irritierenden Darstellungen in Kino und Fernsehen dazu geeignet, dominante Vorstellungen von Geschlecht in Frage zu stellen? Oder tragen diese Bilder doch wieder nur dazu bei, Geschlechterdifferenzen zu konstruieren und zu stabilisieren?
Am Beispiel von Film und Fernsehen geht es in diesem Vortrag um ambivalente und subversive Geschlechterdarstellungen. Anhand von Filmbeispiele aus TV-Serien und Filmen wie QUEER AS FOLK, THE L WORD, GIRL KING oder VENUS BOYZ werden Möglichkeiten der Überschreitung und Verschiebung von Geschlechtergrenzen veranschaulicht. Schließlich soll ein Rahmen eröffnet werden, der es ermöglicht danach zu fragen, wie Medien Geschlecht konstruieren und welche stabilisierenden aber auch destabilisierenden Wirkungen solche Repräsentationen haben können.
Vortag von&mit:

Tanja Maier
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Programm von Gender is Happening!
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18:56
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Gender is Happening
Seminar 11.07.2009
Unter dem Aspekt von Gender auf globaler Bühne werden Student_innen der HU Berlin am Fachbereich Gender und Globalisierung ihre Ergebnisse aus dem Seminar vorstellen und dabei drei Themen diskutieren.
1) Konsum und Moral: Im Mittelpunkt des Interesses stehen die Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie und das Kaufverhalten. Inwiefern lassen sich über Konsum die Verhältnisse ändern . Höhepunkt ist eine Modenschau
2) Sexarbeit: Mittels einer Performance und Diskussion wird die politische Organisierung von SexarbeiterInnen thematisiert.
3) Wirtschaftskrise und Männlichkeit: In einem Vortrag und einem "Spiel" mit den TeilnehmerInnen wird der Zusammenhang zwischen Wirtschaftskrise und Männlichkeitskonstruktion in der Managerliteratur vorgestellt.
Seminarleitung:
Gülay Caglar
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Programm von Gender is Happening!
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18:35
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Gender is Happening
Workshop 11.07.2009
Riot not diet: Get up, get out and try it!
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Ben SchuminCheerleading wirkt als verdichtetes „Superzeichen“ einer hyper-sexualisierten Weiblichkeit. Der Workshop durchläuft einen solchen Prozess der Aneignung und Übernahme. Auf der Basis von Geschichte(n) und Aktionsbeispielen von Radical Cheerleading werden eigene Kostüme entworfen, Choreografien und Slogans entwickelt: Welche feministischen Ziele sollen ausgerufen und angefeuert werden? Am Ende steht die Performance – ein Happening im Rahmen des Gender Happenings.
Workshopleitung:
Anne Quinkenstein
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18:12
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Gender is Happening
Workshop 11.07.2009
Unkostenbeitrag 2€
Unter dem Aspekt der performativen und interaktiven Aneignung und (Re)Produktion von Geschlechtsidentität besteht die Möglichkeit, die prozessuale Herstellung am eigenen Körper zu erfahren und zu erspüren. Was in der Drag-Szene einen spielerischen, grenzüberschreitenden Charakter hat, wird von Frauen und Männern täglich in langwieriger Arbeit am eigenen Körper aufgeführt, um in der Gesellschaft als "echte" und damit möglichst attraktive Frau oder als harter Kerl "durchzugehen". Dieser Workshop hilft, nachzuvollziehen, wie wir jeden Tag Geschlecht herstellen und uns dabei an vermeintlich natürlichen Normen orientieren.
Geschlecht ist keine innere Wahrheit, sondern ein Ding, das uns in den Wahnsinn treibt und das wir in den Wahnsinn treiben müssen, um vernunftlos glücklich sein zu können. Denn: Jedes Geschlecht ist drag!
Workshopleitung:
©el_rocLCavaliero
©andrea mazzeiViola
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Programm von Gender is Happening!
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16:34
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Gender is Happening
Jour Fixe 07.07.2009
Feministische Stimmen werden in dem Diskurs rund um die Weltwirtschaftskrise der Mainstreamdebatten bislang kaum gehört. Gleichzeitig finden „gegenderte“ Aussagen ihren Platz in der Presse: „Männliche Mitarbeiter sind von der aktuellen Wirtschaftskrise stärker betroffen als weibliche“ (Spiegel), „Die Männer habe es verbockt - Islands Frauen verordnen ihrem Land eine weiblichen Weg aus der Krise“ (Guardian), „Der globalisierte Neoliberalismus erfindet seinen eigenen Feminismus und seine eigenen Feministinnen“ (taz) oder „Frauen trifft die Krise am härtesten“ (United Nations Conference on Trade and Development).
Doch um eine geschlechtergerechte Wirtschaftspolitik realisieren zu können, bedarf es nach Ansicht feministischer Ökonominnen geschlechtersensibler Wirtschaftsmodelle und – theorien. Durch den ausschließlichen Fokus auf den Markt – so die zentrale Kritik – werde die nicht marktförmige Arbeit (u.a. Hausarbeit und Pflege) in makroökonomischen Modellen und folglich in der Politik schlichtweg ausgeblendet.
Im Rahmen des Gender Happenings „Love me Gender“ des Gunda-Werner-Instituts der Heinrich–Böll-Stiftung fragt der aktuelle Jour Fixe:
• Was hat Gender eigentlich mit der Weltwirtschaftskrise zu tun?
• Welche feministischen Positionierungen gibt es im Kontext der Weltwirtschaftskrise?
• Wie sieht ein geschlechtersensibles Wirtschaftsmodell aus?
• Kann diese Krise auch als Chance für Frauen verstanden werden – und wenn ja, wie?
Referent_innen:
Christa Wichterich, Soziologin, Publizistin und Mitglied von "Wide" (Women in Development Europe), Bonn
Alexandra Scheele, Universität Potsdam
Deborah Ruggieri, attac, Frankfurt
Barabra Unmüßig (Mod)
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15:53
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Gender is Happening
Workshop 11.07.2009
Frauen sind im Bereich der populären Musik mit ca.5% "noch immer" stark unterrepräsentiert. Wie kommt es dazu, wo es doch bei der Bestimmung des Kanons angeblich nur um die Qualität geht und "mann" sagt: Geschlecht spiele dabei keine Rolle (Silke Wenk „Geschlechterdifferenz und Kulturarbeit“).
Der Workshop betrachtet die Geschlechterverhältnisse im Pop genau und arbeitet mit den Teilnehmer_innen aus, wie diese sich darstellen und welches Geschlecht Kultur überhaupt hat? Darüber hinaus werden die herrschenden Rollenbilder "auseinandergenommen".
Der Kampf um Repräsentanz von Frauen in der Popkultur zeigt sich an der „Riot Grrrrl Bewegung“, „Ladyfesten“, Girls Rock oder dem Missy Magazin. zu Fragen wird sein, welche Bedeutung dieser Kampf hat.
Außerdem sollen queere Ansätze auf ihre Möglichkeit Geschlechterverhältnisse und -stereotypen aufzulösen hin untersucht werden.
Workshopleitung:
Sandra Ehlen
Torsten Nagel
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Programm von Gender is Happening!
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15:22
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Gender is Happening
Show 11.07.2009
Fulminante Abschlussshow - Eintritt 5/10/15€ (nach Selbsteinschätzung)


Zwei geölte Stimmen, eine sanft gezupfte Gitarre, ein paar bekannte Songs, formschöne Stöckelschuhe und dezentes
Schminkwerk. Das alles ergibt Travestie Unplugged, präsentiert von Strawberry Williams (Gitarre/Gesang) und Kaey
(Gesang/Kostüm). Seit einiger Zeit beehren diese zwei Grazien mit ihrer etwas anderen Transenperformance die off-off-
Bühnen von Berlin. Anstelle der üblichen Playbackshow wird verschiedenstes Liedgut aus allen Musikrichtungen geboten.
Dabei wird vor niemandem halt gemacht, ob Madonna, Britney Spears, Marilyn Manson, Skunk Anansie, Erykah Badu,
Melissa Etheridge oder sogar Glashaus. Doch die Songs werden nicht nur einfach originalgetreu wiedergegeben, sondern
auch neu arrangiert, interpretiert und getextet. Wer weiß, was da noch alles kommt! Denn es wird gemunkelt, eine Platte
sei in Vorbereitung! Und dass StrawberryKaeyK noch mehr in petto haben als Coverversionen, lässt sich nach einem
Besuch ihrer Shows bereits erahnen.
Hörprobe!
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