Interview mit Oksana Sabuschko, ukrainische Feministin und Autorin, über Femen, Escortservice und Postkolonialismus.
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Gender
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Interview mit Oksana Sabuschko, ukrainische Feministin und Autorin, über Femen, Escortservice und Postkolonialismus.
Iféoluwa Babalola, musikalisch unterwegs als “The White Noise Supremacists“, lebt und musiziert zur Zeit in Berlin und ist auf dem ebenfalls empfehlenswerten zweiten Riot Grrrl Sampler zu hören.
The White Noise Supremacists - Glare from ORANGE 'EAR on Vimeo.
Das Bundesjustizministerium will die Rechte leiblicher Väter auf regelmäßige Treffen mit ihren Kindern stärken. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, sei in einem Referentenentwurf das Recht des Vaters auf „Umgang” auch für den Fall vorgesehen, dass dieser bisher noch keine Vertrauensbeziehung zu dem Kind aufbauen konnte.
Der biologische Vater, der nicht mit der Mutter verheiratet ist und die Vaterschaft nicht anerkannt hat, kann derzeit ein Recht auf regelmäßigen Kontakt nur in Ausnahmefällen gegen den Willen der Mutter einklagen. Wenn er bereits tatsächlich Verantwortung für das Kind getragen hat und damit eine „sozial-familiäre” Beziehung aufgebaut hat, wird dies gestattet.
Diese Regelung hatte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in zwei Urteilen von 2010 und 2011 beanstandet. Zu Begründung hieß es, der Erzeuger habe dadurch in manchen Fällen gar keine Chance, eine solche Beziehung aufzubauen.
Laut Referentenentwurf soll es aber auch künftig kein automatisches Umgangsrecht geben. Voraussetzung sei, dass der Kontakt zum leiblichen Vater dem „Kindeswohl” diene. Das Bundesverfassungsgericht hat bereits vor 20 Jahren entschieden, dass die Kenntnis der genetischen Abstammung für die Entwicklung der Persönlichkeit prägend sein kann.
Eine werdende Mutter schreibt auf fuckermothers einen offenen Brief an “die Nationale Stillkommission am Bundesinstitut für Risikobewertung”: “Deutschland und meine Brüste.”
Anlässlich des Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung schrieb Jule über die Begegnung mit einer jungen Frau, die auf Grund einer Hirnschädigung im elektrischen Rollstuhl sitzt.
„Ich bin die Böse“ stellt Anne Schüssler anläßlich der Urheberrechtsdebatte fest und fordert, endlich einen Dialog über Vorschläge zur Reform zu beginnen. Autorin Petra van Cronenburg schämt sich angesichts von „Wir sind die Urheber“ und fordert ebenfalls andere Ansätze.
Antje Schrupp hat diese Woche über Reichweite und Relevanz gebloggt. Außerdem kommentiert sie Udo Vetters abstruse Analyse des Ariana Friedrich-Falls.
Katrin bloggt auf Reizende Rundungen und ärgert sich über die “Über”größen-Kollektion von Tchibo.
Seit den letzten Monaten sind die Medien voll von Berichten über sexueller Missbrauch und Vergewaltigung – Angry Young Woman fasst zusammen.
Frau mit Bart schreibt über das Buch: “Adolf Hitler, die deutsche Mutter und ihr erstes Kind“.
Geschlecht und Sexualität in Schulbüchern werden weiterhin heteronormativ dargestellt, so DasEndeDesSex.
Der Lesben- und Schwulenverband Niedersachen und Bremen informiert: “Mit den Stimmen von CDU und FDP hat der Niedersächsische Landtag heute die Ergänzung von Art.3 Abs. 3 der Landesverfassung um das Merkmal der sexuellen Identität abgelehnt. Die Regierungsparteien sprechen damit Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgender den Schutz vor Diskriminierung ab.”
Anders Deutsch kommentiert es kritisch, wenn marginalisierte Gruppen ihre Unterdrückung als “besonders ausgeblendet darstellen und behaupten, dass bei anderen Machtverhältnissen viel mehr getan wird”: “Wozu immer wieder Opferhierarchien?”
Auf Wir lieben Konsens wurde eine schöne Unterhaltung von Kindern mitgehört.
Naekubi von Danger! Bananas ist für mehr Frauen in IT und Technik und weniger plumpen Sexismus.
Termine
Der SlutWalk Berlin veranstaltet am 9. Juni einen OpenSpace für alle, die über den vergangenen und zukünftigen SlutWalk in Berlin diskutieren wollen.
Heute, Samstag, findet um 14 Uhr eine Veranstaltung von Arge Dicke Weiber in Wien statt: Schlankheitsterror und Gewichtsdiskriminierung.
Außerdem in Wien: Die Zeltstadt der Frauen, die heute den Wiener Ring zum Frauenring machen.
Feministische Veranstaltungen im Sommer zur Open Software-Bewegung und einfach mal zum Rumgeeken, hat (Achtung Achtung) netzpolitik gesammelt.
Für eine bessere Vernetzung der (feministischen) Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!
Die Ehelizenz wurde ihnen unter Hinweis auf die Rechtslage - in Nord Carolina können nur verschiedengeschlechtliche Paare heiraten - verweigert. Ein Paar erhielt die Auskunft auf Wunsch sogar schriftlich, die meisten ernteten nur hilfloses Achselzucken. Die meisten Teilnehmer_innen verließen danach das Standesamt, nur die 52-jährige Mary J. und eine Freundin blockierten den Eingang und kündigten an, dass sie nur gehen würden, wenn Mary J. eine Ehelizenz erhalten würden. Da sie eine halbe Stunde nach Dienstschluss noch immer da standen und auf gutes Zureden nicht gingen, riefen die Beamt_innen schließlich die Polizei und die beiden Frauen wurden wegen Besitzstörung verhaftet. Sie wurden in Handschellen zum Polizeiauto und ins Sheriff-Büro gebracht, sind aber inzwischen wieder frei.
In Nord Carolina wurde am letzten Sonntag per Referendum ein Verfassungszusatz beschlossen, der nicht nur die Ehe zwischen Personen des gleichen Geschlechts verbietet, sondern auch die rechtliche Anerkennung jeder anderen Form häuslicher Partnerschaften, die nicht einer Ehe zwischen Mann und Frau entsprechen (also Civil Unions, registered Partnerships, aber auch heterosexuelle Lebensgemeinschaften). Am Mittwoch hat Präsident Obama in einem TV-Interview gesagt, dass er persönlich dafür ist, dass lesbische und schwule Paare heiraten dürfen. Die Gruppe Campaign for Southern Equality hat ähnliche Proteste in weiteren Städten für die nächsten Wochen angekündigt. Quelle: CBS News vom 10. Mai 2012
Links: [www.cbsnews.com] (mit Foto)
http://www.southernequality.org/
[www.mountainx.com]
[www.estergoldberg.com] (Video von einer früheren Protestaktion der Gruppe)
Friedlicher
Protest + Offener Brief 10.05.2012
>>>
Proteste 9.-12.5. >>> 10vor10-Clip
Zwischengeschlecht.org
Menschenrechte auch für Zwitter!
Postfach 2122
8031 Zürich
info_at_zwischengeschlecht.org
Universität Zürich
Prof. Andreas Fischer
Rektor
KUN 208
Künstlergasse 15
8001 ZürichKinderspital Zürich
Universitäts-Kinderklinik
Prof. Dr. med. Felix H. Sennhauser
Direktor der Medizinischen Universitäts-Kinderklinik
Steinwiesstrasse 75
8032 ZürichUniversitätsrat UZH
Regine Aeppli
Präsidentin
Walcheplatz 2
8090 ZürichEleonorenstiftung Kinderspital Zürich
Dr. Dieter von Schulthess
Präsident Stiftungsrat
Steinwiesstrasse 75
8032 Zürich
Zürich, 10. Mai 2012
Klitorisamputationen an Kindern – historische Aufarbeitung tut not
Offener Brief von Zwischengeschlecht.org an Universität und Kinderspital
Zürich
Sehr geehrte Damen und Herren
Als sogenannt "intersexuelle" bzw. mit "atypischen" körperlichen Geschlechtsmerkmalen geborene Menschen und in diesem Zusammenhang auch Betroffene von nicht eingewilligten medizinischen Massnahmen, darunter zum Teil auch Klitorisamputationen, sind wir sehr betroffen über die offenbar Jahrzehnte lange Praxis von medizinisch nicht notwendigen Klitorisamputationen an Kindern an der Universität und im Kinderspital Zürich, und ebenso über das Ausblenden dieser Praxis innerhalb der Geschichtsschreibung dieser Institutionen.
Es ist unbestreitbar, dass die Universität und das Kinderspital Zürich auf dem Gebiet der Pädiatrie viele Pionierleistungen erbracht haben, die unzähligen Menschen halfen und helfen und auf die wir alle zu Recht stolz sein können, und die von den beiden Institutionen auch zu Recht öffentlich hervorgehoben werden, etwa im Aufsatz "Vorreiter der Forschung" von Reinhard Seger im Forschungsmagazin Nr. 3/2009 / Kinderspital Zürich, S. 18-20.
Jedoch sind wir beunruhigt über die Art und Weise, wie etwa Prof. Dr. Andrea Prader und Prof. Dr. Max Grob, die beide zur weltweiten Verbreitung dieser fragwürdigen Praxis massgeblich beigetragen haben, undifferenziert und ausschliesslich als Lichtgestalten dargestellt werden, ohne dass auch die Schattenseiten ihres Schaffens angemessen betrachtet und aufgearbeitet werden.
Unabhängig von der aktuellen ethischen und öffentlichen Debatte über heutige
kosmetische "Genitalkorrekturen" an Kindern, wozu die Nationale Ethikkommission
im Bereich der Humanmedizin (NEK-CNE) derzeit im Auftrag des Bundesrates eine
Stellungnahme erarbeitet, sind wir schockiert, wenn wir im "Lehrbuch der
Kinderchirurgie" (1957) von Prof. Dr. Max Grob (unter Mitwirkung von Dr.
Margrit Stockmann und Dr. Marcel Bettex), das im "Forschungsmagazin"
ausschliesslich gelobt wird, auf S. 587 lesen:
"Operative Korrektur des äußern Genitale: Beim Pseudohermaphroditismus femininus drängt sich eine operative Korrektur des äußern Genitale, d. h. die Entfernung der vergrößerten Clitoris und die Freilegung der Vaginalöffnung bei den beschriebenen [Praderschen] Formentypen II-IV, auf. Die Amputation der Clitoris, die durch ihre Größe und Erektion störend wirkt und diesen Mädchen beim Umkleiden, Baden usw. Verlegenheiten bereiten kann, ist sicher gerechtfertigt und wird nicht nur von den meisten Eltern, sondern – wie wir selbst erfahren haben – auch von solchen Patienten im Erwachsenenalter dringend gefordert. Die Clitorisamputation und die Freilegung der Vagina können in der gleichen Sitzung durchgeführt werden.
Technik: Die Haut des Clitorisschaftes wird unmittelbar vor der Symphyse zirkulär umschnitten. Nach Freilegung der Corpora cavernosa werden diese an der Symphyse mit einem Kocher abgeklemmt und distal davon quer durchtrennt. Wir belassen gewöhnlich einen ganz kurzen Clitorisstumpf, der zur Blutstillung mit einer Durchstechungsligatur versorgt und mit der überschüssigen Clitorishaut gedeckt wird (Abb. 679)." (S. 587)
(Die Abbildung 679 zeigt laut Bildunterschrift: "Penisartige Vergrößerung der Clitoris bei angeborenem adrenogenitalen Syndrom. (7jähriges Mädchen.) a) Vor, b) nach Exstirpation der Clitoris.")
Umso mehr, als wir annehmen müssen, dass obiges Zitat lediglich die Spitze des Eisberges darstellt, da beispielsweise der seinerzeitige chirurgische Oberarzt der Universitäts-Kinderklinik Zürich und Mitarbeiter bei Grobs "Lehrbuch", der spätere Prof. Dr. Marcel Bettex, noch 1975 in seinem Lehrbuch "Wesentliches über Kinderchirurgie" (Mitverfasser: PD Dr. François Kuffer und PD Dr. Alois Schärli) auf S. 255 bei "hypertrophische[r] Klitoris" unter "operative Korrektur der äusseren Genitalien" die "Amputation der Klitoris" weiterhin als "Therapie" empfiehlt.
Während Klitorisamputationen an Frauen wegen "Hysterie" oder gegen Masturbation in der Medizingeschichte zumindest gelegentlich kritisch aufgearbeitet werden (siehe zum Beispiel: Marion Hulverscheidt: "Weibliche Genitalverstümmelung. Diskussion und Praxis in der Medizin während des 19. Jahhrhunderts im deutschsprachigen Raum", Dissertation 2000), steht die medizinethisch-historische Aufarbeitung von Klitorisamputationen an Kindern mit "atypischen Genitalien" noch ganz am Anfang. Ebenso ist eine öffentliche Aufarbeitung durch die betroffenen Institutionen selbst längst überfällig.
Den Anfang machte jüngst die Universität Marburg: Im Anschluss an eine Stellungnahme des Deutschen Ethikrates vom 23. Februar 2012, die das Leid der Betroffenen ausdrücklich anerkannte und u.a. Entschädigungen und Aussetzung der Verjährung empfahl, beschloss am 16. April 2012 der Senat der Philipps-Universität Marburg, als erste akademische Institution medizinisch nicht notwendige Genitaloperationen an Kindern und Jugendlichen in ihrem Geltungsbereich öffentlich aufzuarbeiten. An weiteren deutschen Universitäten sind entsprechende Diskussionen im Gang.
Die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org würde sich sehr freuen, wenn die Universität und das Kinderspital Zürich auch hier eine wichtige Pionierrolle übernehmen könnten, indem sie proaktiv eine entsprechende öffentliche Aufarbeitung in Angriff nehmen. Wir sind überzeugt, dass beide Institutionen hierzu über beste Voraussetzungen und kompetente Persönlichkeiten verfügen.
Wir bitten Sie deshalb höflichst, ein entsprechendes Unterfangen wohlwollend
zu prüfen. Über eine Antwort auf unseren Offenen Brief würden wir uns sehr
freuen.
Freundliche Grüsse
Im Namen von Zwischengeschlecht.org
Daniela Truffer
Gründungsmitglied Zwischengeschlecht.org
Gründungsmitglied Selbsthilfegruppe Intersex.ch
Mitglied XY-Frauen
Mitglied Intersexuelle Menschen e.V.
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Chirurgische "Genitalkorrekturen" an Kindern: Typische Diagnosen und
Eingriffe
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Aufarbeitung tut not! Kosmetische "Genitalkorrekturen" im Uni-Kinderspital
ZH