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Gender
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Vortrags- und Diskussionsabend des asab_m zur Repression gegen „Pussy Riot“ am 30. Mai (ab 21h) im Mittwochskafe des Kafe Marat (Thalkirchnerstraße 102). Es sprechen unter anderem Olga A. Reznikova (freepussyriot.org). Im Anschluss gibt’s feministische Punkmusik!

Ankündigungstext zum Vortrag:
Free Pussy Riot
„Mutter Gottes, sei Feministin!“
Am 21.Februar 2012 erregte die Band „Pussy Riot“ mit einer Performance in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale und der darauf folgenden Verhaftung großes Aufsehen. Nachdem die Untersuchungshaft vorerst bis zum 24.Juni 2012 verlängert wurde, droht den Aktivist_innen, die sich in der Tradition des feministischen Riot Grrrl Movements und der französischen Situationist_innen sehen, bis zu sieben Jahren Haft. Während die deutsche Presse die Aktionen von Pussy Riot auf eine reine Anti-Putin Bewegung reduziert, möchte der Vortrag die feministischen, antisexistischen und antiautoritären Inhalte des Kollektivs in den Vordergrund und die Repression in einen gesellschaftlichen Zusammenhang stellen.
„Gay-Pride ist in Ketten nach Sibirien geschickt worden“ singen Pussy Riot.
Denn inzwischen wurde bereits in vier Städten Russlands, darunter St.Petersburg, die „Propaganda der Homosexualität“ kriminalisiert. Derzeit liegt der Duma (entspricht dem Parlament) ein entsprechender Gesetzesentwurf für ein landesweites Verbot vor. Während der letzten Maidemonstrationen wurden mehrere dutzend Aktivist_innen mit LGBT Symbolik in St. Petersburg verhaftet. Zudem hat in Russland besonders in den letzten Jahren die orthodoxe Kirche immer mehr Einfluss gewonnen.
„Um den Heiligsten nicht zu betrüben/Müssen Frauen gebären und lieben.“
Die ohnehin schon stabile Männerdominanz wird verfestigt und mit neuen gesetzlichen repressiven Praxen ausgestattet. So gewinnt die Idee des Abtreibungsverbots in Russland immer mehr Resonanz in der Regierung und es besteht eine realistische Gefahr, dass ein entsprechendes Gesetz von
der Duma verabschiedet wird. Aus diesem aktuellen Anlass möchten wir nach dem Vortrag mit euch diskutieren, wie queere und feministische Kämpfe und die von Repression betroffenen Aktivist_innen in Russland und anderswo unterstützt werden könnten.
Vom 14.-21. Juli organisieren wir zum vierten Mal die Polyfantasiatage. Alle Veranstaltungen werden diesmal im Filler in der Schillerstrasse 44 in Erfurt stattfinden. Das Programm nimmt langsam Gestalt an. Bisher ist folgendes geplant:
14. /15.7. - Einstiegsworkshops mit widerdienatur
16.7. 19 Uhr - Queerer Porno mit Laura Merit
17.7. 17-22 Uhr - Theaterworkshop zu Geschlechtsdekonstruktion
18.7. 19 Uhr - Kurzfilm- und Musikabend mit widerdienatur
19.7. 19 Uhr - Queere Elternschaft mit Claudia Skoda
20.7. 22 Uhr - Polyfantasiaball
Am 21.7. findet dann der Erfurter CSD statt.
Michael Pröll war ein Workoholic. Der Wirtschaftsingenieur arbeitete in China, vor zwei Jahren zog er nach Berlin: Jetzt kümmert er sich als alleinerziehender Vater um die Erziehung seine Sohnes. Kein Einzelfall in unserem Land.

Wer momentan in Frankreich sexuell belästigt wird, hat jetzt keine rechtlichen Mittel mehr, dies so anzuzeigen:
Das französische Verfassungsgericht (Conseil constitutionnel, Verfassungsrat) hat am Freitag das 1992 erlassene Gesetz gegen sexuelle Belästigung als verfassungswidrig aufgehoben. Als Begründung für die Entscheidung, die von französischen Frauenrechtsgruppen teils heftig kritisiert wurde, nannten die neun RichterInnen („neun Weisen“, darunter zwei Frauen) die Unschärfe des Gesetzestextes.
Zwar will Hollande nun so schnell wie möglich eine neue, verbesserte Gesetzeslage schaffen, doch bis dahin wären die Täter_innen straffrei.
Die Aufhebung bedeutet, dass alle nach dem Gesetz anhängigen Verfahren eingestellt werden müssen und nicht vor Erlass neuer Rechtsvorschriften fortgesetzt werden können. Die neue Nationalversammlung, die die Gesetzestexte ausarbeitet, wird erst im Juni gewählt. Es wird mit Monaten ohne entsprechendes Gesetz gerechnet.
Das so geschaffene rechtliche Vakuum bringt die Feministinnen im Land auf die Barrikaden. Vor dem Verfassungsgericht fanden sich nach einem Aufruf am Samstag spontan rund 200 DemonstrantInnen ein. „Die Botschaft der Straffreiheit für Belästiger ist abstoßend“, formulierten sie in einem Statement. Von einer „skandalösen“ Entscheidung und einem „historischen Rückschritt“ für die Frauenrechte war die Rede. Kritisiert wurde vor allem, dass die Opfer von der Justiz allein gelassen würden.