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Zehntausende Männer sind in Deutschlands Gefängnissen, darunter viele Väter. Damit der Kontakt zu der Familie nicht abreißt, gibt es in der Bamberger Justizvollzugsanstalt eine Vater-Kind-Gruppe. Ins Leben gerufen hat sie der katholische Gefängnisseelsorger Michael Kutsch-Meyer.
“Ich erlebe in Gesprächen mit den Häftlingen, wie sehr die Väter ihre Familien vermissen”, sagt Pastoralreferent Michael Kutsch-Meyer. Er hat selbst zwei Kinder und weiß, wie wertvoll die Familienbande sind. Den Strafgefangenen signalisieren sie: “Es lohnt sich, für die Kinder etwas zu ändern.”
Nur die Gitter an den Fenstern mit den farbenfrohen Vorhängen erinnern daran, dass der Besucherraum im Knast liegt. In einer Ecke türmen sich Spielzeug und Plüschtiere, auf den Tischchen stehen Material und Werkzeug für Basteleien bereit. Sechs Väter kommen jeweils in den Genuss des monatlichen Besuchs ihrer Kinder: 90 Minuten unbeschwertes Miteinander und ungeteilte Aufmerksamkeit. Lukas sitzt auf dem Schoß seines Papas und baut mit ihm ein Playmobil-Auto zusammen: “Wo kommt der Auspuff hin?” fragt Martin W. und führt die kleine Hand seines Sohnes an die richtige Stelle.
Zwischendurch naschen beide Schokolade. “Meine Frau will mich nicht sehen”, bedauert Martin W. leise. Umso froher sei er, dass sie den Kleinen zu ihm lasse. “Ich bin Papa mit Leib und Seele.” Die schlimmste Strafe seien nicht die neun Monate Haft wegen Betrugs, sondern “dass ich auf mein Kind verzichten muss”. Der vierjährige Paul und sein Vater Alexander M. üben sich derweil im Malen. “Mir tut das sehr gut, meinen Buben zu sehen”, freut sich der 30-jährige Häftling.
Die Vater-Kind-Gruppe in der JVA Bamberg wird von drei Ehrenamtlichen begleitet. “Es ist immer eine Frau dabei, um zum Beispiel die Kinder bei Bedarf auf die Toilette führen zu können”, sagt Kutsch-Meyer. Die Häftlinge dürfen den verschlossenen Besucherraum nicht verlassen.
Inzwischen tummeln sich Väter mit ihren Söhnen auf dem Fußboden. Die einen türmen Bauklötze zur Ritterburg auf, die anderen veranstalten ein Rennen mit Spielzeugautos. Alina und ihr 51-jähriger Vater Christian K. konzentrieren sich aufs Schachspiel. “In dieser Zeit können wir unbeschwert miteinander umgehen, und ich kann genau auf die Bedürfnisse meiner Tochter eingehen”.
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