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In
einem >>> Interview auf
Deutschlandradio von Arndt Reuning zur Ethikratstellungnahme gab
Michael Wunder gleich noch eine bemerkenswerte praktische Anleitung zum
Zwittervereinnahmen in 3 einfachen Schritten obendrauf:
1. Streiche immer nur deine eigenen Forderungen nach Gender-,
Identitäts- und Personenstandspolitik heraus, nie aber die Anliegen
der Betroffenen nach körperlicher Unversehrtheit.
So schwadroniert Michael Wunder auf die 1. Frage nach "zentralen Thesen
und Forderungen" in Bezug auf erlebtes "Leid" der Betroffenen
konkret ausschliesslich von "Tabuisierung und Zurücksetzung", und
bezüglich "konkrete Empfehlungen" führt er als einzige (und
selbstverständlich "ganz wichtige") die (Trans-)Gender-Forderung nach
Einführung einer "Kategorie 'anderes'" im Personenstandsgesetz an und
redet in der Folge des langen und breiten ausschliesslich nur noch über diese.
Check.
2. Wirst du trotz allem konkret auf die Forderungen der Betroffenen
nach körperlicher Unversehrtheit angesprochen, negiere und relativiere sie
sofort ...
Auf die 2. Frage "Wie sieht es denn aus
mit chirurgischen Eingriffen zur Festlegung des Geschlechts, zumindest
äußerlich?" stellt Michael Wunder als erstes sofort klar, dass es sich
dabei (im Gegensatz zu seinem eigenen LGBT-Identitäts-Anliegen) um eine klar
niederrangige Angelegenheit handelt, nämlich um den "natürlich"
lediglich "zweiten Entzündungspunkt der Auseinandersetzung" (was
bekanntlich historisch falsch ist – vgl. Ethikrat-Statement
von Daniela "Nella" Truffer inkl. Quellenangabe [5] – und somit
gelogen).
Als nächstes hält Michael Wunder fest, dass es sich hier um
"Vergangenheit" handle (dass Überlebende von kosmetischen
Genitaloperationen im Kindesalter ein Leben lang und somit auch heute noch an
den massiven körperlichen Folgen wie z.B. Verminderung oder Zerstörung der
sexuellen Empfindungsfähigkeit leiden, lässt Wunder "natürlich" aus).
Stattdessen deutet Michael Wunder die "Empörung" und
"Leidbesetztheit" der Überlebenden sogleich dahingehend um, diese
würden – statt von körperlichen Beschwerden, von denen Überlebende berichten –
vielmehr daher rühren,"in die eine oder andere Rolle hineinoperiert und
-gezwungen" worden zu sein (wiederum entsprechend seiner eigenen
LGBT-Identitäts-Anliegen). Check.
3. ... und schwenke so schnell wie möglich wieder auf deine eigenen
Forderungen nach Gender-, Identitäts- und Personenstandspolitik
um.
Anschliessend fokussiert Michael Wunder folgerichtig auschliesslich auf den
LGBT-Identitäts-Aspekt und erklärt es kurzerhand für
"grundrechtswidrig", "ohne die Einwilligung des Betroffenen
einfach eine Entscheidung treffen: Du bist jetzt ein Junge oder du bist jetzt
ein Mädchen". In diesem Sinne sollen dann "Operationen, soweit sie
geschlechtszuordnend sind" – und nur diese! – künftig
"unterlassen" werden (und nicht etwa verboten oder für seit
jeher illegal erklärt).
Von diesen seine LGBT-Identitäts-Anliegen tangierenden und folglich einen
"Grundrechtseingriff" darstellenden "geschlechtszuordnenden
Operationen" ist laut Michael Wunder als "Ausnahme" streng zu
"unterscheiden" ein "Eingriff in den Körper, der aber nicht die
Persönlichkeit betrifft, sondern eine Geschlechtsverdeutlichung".
(Statistisch
gesehen sind Wunders "Ausnahme"-"Verdeutlichungs"-OPs dagegen die
Mehrzahl, sprich es soll – wie längst von MedizynerInnen gefordert, vgl. z.B.
Westenfelder u.a. im Ethikrat-"Diskurs" – wenn überhaupt,
dann nur ein kleiner
Bruchteil aller kosmetischen Genital-OPs an Kindern "unterlassen"
werden – die VerstümmlerInnen freut's!)
Fazit: "Wenn das Geschlecht feststeht" und es "nur" um "zum
Beispiel [...] hormonelle Fehlstellungen oder Andersartigkeit im Körper"
geht, dann sind laut Michael Wunder auch Genitalverstümmelungen als angeblich
"medizinische Eingriffe" durchaus legitim und "sozusagen"
erst noch "im Sinne des Kindeswohls", so etwa "Klitorisreduktionen"
(Pardon: "operative Angleichung der Genitalien an das Geschlecht",
vgl. Ethikrat-Stellungnahme S. 174) bei AGS-Menschen oder "Hypospadiekorrekturen"
(vom Ethikrat in den Empfehlungen gar nicht erst angesprochen).
Denn, so Michael Wunder weiter im Interview, um eine "höchstpersönliche
Entscheidung" und somit um einen "Grundrechtseingriff" gehe es
nur bei den nach seiner Definition "geschlechtszuordnenden
Operationen". (Das Grund- und Menschenrecht auf
körperliche Unversehrtheit erwähnt Michael Wunder – Überraschung! – wie
auch in anderen Interviews gar nicht erst.) Sondern fabuliert stattdessen
munter von "einem dritten, einem vierten, einem fünften Geschlecht und so
weiter". Und verlegt noch im letzten Satz einmal mehr den Schwerpunkt
"sehr differenziert" weg von körperlichen Aspekten (bei Wunder:
"nur medizinisch-körperliche Bilder") und dafür hin auf "ganz
verschiedene, psychologische und andere Fragestellungen" (3 mal dürft ihr
raten ...). Check.
PS: Dass es sich beim chronischen Zwitter-Vereinnahmer Dr.
Michael Wunder um einen
"bekennenden Homosexuellen" handelt, ist für ersteres zwar keine
Voraussetzung, aber leider allzuoft durchaus
symptomatisch:
"Dass sich gerade [Transsexuelle sowie Lesben und Schwule] dieses Themas
annehmen, liegt an einem Überschuss von Projektion. Sie sehen nicht, dass ihre
Problematik, d. h. die Problematik von Coming-out und gesellschaftlicher
Anerkennung, nicht die von Hermaphroditen ist. Sie sehen nicht, dass die
ungefragte Adoption von Hermaphroditen durch die Lesben-, Schwulen- und
Trans[sexuell]enbewegung einer Überrumpelung und Kolonialisierung gleichkommt
und moralisch unzulässig ist, weil sie das eigentliche Anliegen von Menschen
mit medizinischer Gewalterfahrung überdeckt."
(Georg
Klauda 2002)
Siehe auch:
-
Wie Michael Wunder u. Simon Zobel "Intersex"-Genitalverstümmelungen
verharmlosen
-
Michael Wunder: Operiertes Kind als "wünschenswerter Regelfall"
-
Michael Wunder: Operiertes Kind als Beispiel für "offene und tolerable
Erziehung"
-
Ein bisschen Zensur auf dem Ethikrat-Online-"Diskurs"
>>>
Zwitter und progressive LGBTs gegen Vereinnahmung
>>>
Verflucht sollt ihr alle sein, denn an euren Händen klebt Kinderblut!
>>>
Intersex-Genitalverstümmelungen - Offener Brief an Rogate-Kloster St.
Michael