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Gender
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Immer mehr Frauen in Österreich finden Gefallen an klassischen Rollenbildern. Das ergab eine aktuelle Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstituts „Spectra“.
Der Aussage „Im Grunde finde ich es richtig, dass sich die Frauen um den Haushalt und die Kinder kümmern, und die Männer das Geld verdienen“ stimmen 54% der Österreicher (sehr bzw. eher) zu, 2005 lag dieser Anteil bei 49%. Besonders interessant ist die Tatsache, dass für diesen Anstieg die Frauen verantwortlich zeichnen. 51% stimmen dieser Aussage zu. Das entspricht einem Plus von 10%-Punkten gegenüber der letzten Messung. Es sind hier vor allem die über 40jährigen Frauen, die diese Ansicht vertreten. Jüngere Frauen können der Aussage erwartungsgemäß wesentlich weniger abgewinnen. Die Sicht der Männer (56%) liegt in etwa auf dem Niveau der Frauen und blieb unverändert.
Dazu passt, dass der Beruf Hausfrau wieder an Standing und Attraktivität gewonnen hat. Das Statement „Der Beruf der Hausfrau ist genauso erfüllend wie jede andere berufliche Tätigkeit auch“ erfährt eine Zustimmung von 56% (+6%- Punkte). Wiederum überraschend wirken auch hier die Ergebnisse im Geschlechtersplit. Es sind die Frauen, die die Wertigkeit des Hausfrauenberufs treiben. Ihre Zustimmung ist im Vergleich zu 2005 enorm angestiegen (von 45% auf 57%), die der Männer bewegt sich relativ konstant bei 55% (+1%-Punkt). Ein Blick auf die Altersgruppen belegt zudem, dass diese Aussage auch die Meinung vieler jüngerer Frauen widerspiegelt.
Große Einigkeit besteht demgegenüber auch darin, dass ein Beruf für Frauen das beste Mittel ist, unabhängig zu sein (81 %). Auch wenn es Männer im Berufsleben leichter haben als Frauen (78 %). 86 % sind der Meinung, dass sich Väter genauso um die Kindererziehung kümmern sollten wie Mütter. 71 % der weiblichen und 49 % der männlichen Befragten finden, dass Männer dabei nur den angenehmen Teil übernehmen.
Frauen scheinen nicht in der politischen Öffentlichkeit stehen zu können, ohne dass ihr Frausein Thema ist. Immer wieder wird darüber verhandelt, ob sie zu weiblich oder vielleicht nicht weiblich genug sind (wofür eigentlich? Um als Frau anerkannt zu werden oder um vernünftige Politik zu machen?), und generell scheint ihren Körpern viel mehr Beachtung zuzukommen, als das bei ihren männlichen Kollegen der Fall ist.
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat all dies bereits am eigenen Leib erfahren müssen; von unzähligen Dikussionen im Bezug auf ihren Haarschnitt über den Medienrummel um ihr Dekolleté bei einem Opernbesuch bis hin zu der Frage, was ihr denn nur einfällt, ein und dasselbe Kleid gleich zweimal (!) in der Öffentlichkeit zu tragen.
Katja Kipping, Vorsitzende der Linkspartei, muss gerade ähnliche Erfahrungen machen, wenn auch auf einer anderen Ebene. Bei ihr ist es nicht das Outfit, über das diskutiert wird, sondern die bestimmte Art und Weise, auf die ihr Frausein in Medienberichten herausgestellt und inszeniert wird. „Linken-Spitze flirtet mit SPD“ titelt Spiegel Online, „Linke und Piraten: Geht das was?“ fragt die Deutsche Welle (übrigens mit Vermerk auf ihre “hochhackigen roten Schuhe”) und der Freitag ist der Meinung, dass es eine gute Idee wäre, wenn die beiden Parteien sich „näher kommen“ würden, und wirft deshalb ein: „Willst du mit mir gehen?“ in den Raum.
Katja Kipping ist aber nicht Parteivorsitzende geworden, um mit Politikern zu flirten, sondern - mensch staune! - um Politik zu machen. Und vertritt dabei konsequentere und radikalere Forderungen als so manche ihrer Parteigenossen. Zum Glück wirkt sie nicht wie eine, die sich schnell unterkriegen lassen würde - und dass sie Sexismen gut zu kontern weiß, hat sie in der Vergangenheit ebenfalls bereits bewiesen (Minute 03:19).
Gar nicht süß, sondern ausgestattet mit der musikalischen und lyrischen Schlagkraft einer Abrissbirne: die neue Hamburger Formation Zucker hat sich mit Zeilen wie “fuck you you fucking fuckhole” oder “fick dich fick dich hart” schnell in unser Herz gesungen. Jetzt geht das gemeinsame Band-Projekt von Christin Elmar Schalko und Pola Lia Schulten passenderweise mit den Co-Hamburgern Trümmer auf Deutschland-Tour (Abriss, Trümmer, ihr versteht…). Schaut vorbei und sagt hallo, das wird charmant!
13/08/12 Golden Pudel, Hamburg
17/08/12 Fake Days Festival, Besenbek (nur TRÜMMER)
18/08/12 Platzfestival, Hamburg (nur TRÜMMER)
08/09/12 Fluc, Wien
10/09/12 tba, München
12/09/12 Waggon, Offenbach
14/09/12 ://about blank, Berlin
15/09/12 Kulturpalast, hannover
29/09/12 Tsunami, Köln (schinken open air) (nur Zucker!)
30/10/12 Astrastube, Hamburg (mit Luise Pop, nur Zucker!)
Strickistinnen: Wenn das Private öffentlich wird, auf Frauenspuren in Ottakring und der Josefstadt, Blick auf eine Großfamilie sowie Resis.danse und MiGay im Gugg
Das deutsche Steuerrecht sieht beim Erwerb eines Grundstückes vom Ehegatten bzw. der Ehegattin eine Befreiung von der Grunderwerbssteuer vor. Die gleiche Begünstigung gilt auch, wenn ein Grundstück im Zuge eines Scheidungsverfahrens dem Expartner bzw. der Expartnerin übertragen wird. Bei der Schaffung der Eingetragenen Lebenspartnerschaften im Jahr 2001 wurden die steuerlichen Vorschriften nicht angeglichen, Lebenspartner_innen galten steuerrechtlich weiterhin als Singles. Einige dieser Ungleichbehandlungen wurden im Laufe der folgenden Jahre vom Bundesverfassungsgericht aufgehoben, das immer deutlicher erklärte, dass eine Ungleichbehandlung zwischen Ehepaaren und Lebenspartner_innen unzulässig ist, soferne es dafür nicht eine besonders gute Begründung gibt. Ein bloßer Verweis auf die im Grundgesetz verankerte besondere Schutzwürdigkeit der Ehe reicht als Begründung jedenfalls nicht aus.
Bei der Einführung des Jahressteuergesetz 2010 wurden Lebenspartner_innen hinsichtlich Erbschaftssteuer mit Ehepartner_innen rückwirkend ab 1. August 2001 gleichgestellt, weil das Bundesverfassungsgericht dies so angeordnet hat. Die im gleichen Gesetz erfolgte Gleichstellung bei der Grunderwerbssteuer erfolgte hingegen ex nunc, was von Expert_innen schon damals als bedenklich bezeichnet wurde. Nach wie vor nicht gleichgestellt sind Lebenspartner_innen im Einkommenssteuerrecht.
Die Entscheidung: 1BvL 16/11 vom 18. Juli 2012
Links: http://www.bundesverfassungsgericht.de/pressemitteilungen/bvg12-062.html (Pressemitteilung v. 08. August 2012)
http://www.bundesverfassungsgericht.de/entscheidungen/ls20120718_1bvl001611.html (Entscheidung im Volltext)
http://lsvd.de/1789.0.html (Presseaussendung des LSVD)
http://diestandard.at/1343744242956/Steuer-Benachteiligung-homosexueller-Partner-illegal
[www.volkerbeck.de]
[www.volkerbeck.de]