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Die Beschneidung von Jungen, ganz sicher ein wichtiges Thema und wert, es kontrovers zu diskutieren. Die TAZ etwa veröffentlicht seit dem Kölner Urteil beinahe jeden Tag einen Beitrag dazu. Zuletzt erklärte der Psychotherapeut Matthias Franz: "Mit fünf oder sechs Jahren ... befinden sich Jungen in der Konsolidierungsphase ihrer sexuellen Identität. Das Genital ist narzisstisch und libidinös hoch besetzt..." Dazu jede Menge Kommentare, pro und kontra.
Auch die Süddeutsche Zeitung rackert sich am Thema Beschneidung ab. "Merkel will Beschneidung erlauben", "legal und möglichst schmerzfrei", "Beschneidung ist nicht harmlos", "schwerster Angriff auf jüdisches Leben seit dem Holocaust", so lauten die Beiträge der letzten Wochen, alle heftig kommentiert. "Die moderne Medizin weiß Vorteile und Risiken zu nennen, die aus der Beschneidung männlicher Genitalien erwachsen können. Die Befürworter geben zu bedenken, dass beschnittene Männer gegen bestimmte sexuell übertragbare Krankheiten geschützter sind und manche Krebserkrankungen bei ihnen und ihren Geschlechtspartnerinnen seltener auftreten", heißt es u.a. unter der Überschrift "Im Hintergrund schwelen Kastrationsängste."
Alles wichtig, alles richtig. Aber haben all die Jahre des Kämpfens gegen die viel barbarischere Genitalverstümmelung bei Frauen ähnlich hohe Wellen in allen Berufsgruppen, Parteien und Medien geschlagen? Hat sich Angela Merkel auch dazu öffentlich und deutlich geäußert? Entsprechende Untersuchungen wären hoch interessant.
Gönnen wir dem Thema einen völlig anderen Blickwinkel. Ganz federleicht und witzig kommt heute ein Essay von Elisabeth Raether in der ZEIT daher. "Über den Penis wird gerade debattiert. Aber gezeigt wird er immer noch nicht. Das muss sich ändern ... Penisse lassen sich in der Öffentlichkeit kaum blicken. Sie leben zurückgezogen unter ihresgleichen, zeigen sich, was man so hört, freimütig nur auf Herrentoiletten..."



Politikwissenschaftlerin Mariam Irene Tazi-Preve über die fehlende Lobby der Mütter und warum die Forderung nach Väterrechten so präsent ist