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Gender
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„Für Geld, da kann man vieles kaufen, auch Leute, die dem Ball nachlaufen!” sang einst der bayerische Barde Fredl Fesl. Einige Politiker der CDU haben offensichtlich mit dem Elterngeld die Erwartung verbunden, damit Kinder kaufen zu können oder doch zumindest die Eltern zu mehr Geburten ‚bestechen‘ zu können.
Abgesehen davon, dass das Elterngeld und die Partnermonate kein bevölkerungspolitisches Instrument sind und eine Steigerung der Geburtenrate nicht zu den Zielsetzungen gehört, gibt es, wie selbst der CSU Politiker Geiß ausführt, eine nachvollziehbare Erklärung für die abnehmende Geburtenrate: die zurückgehende Geburtenzahl sei auf eine langfristige Entwicklung zurückzuführen, auf die entsprechend zu reagieren sei. Seit den siebziger Jahren gebe es immer weniger Geburten und mithin heute auch immer weniger Frauen im gebärfähigen Alter.
Für sie war die Enttäuschung nach der Veröffentlichung der Geburtenzahlen für 2011, die niedrigste seit Gründung der Bundesrepublik, verständlicherweise groß. Das Geld sei nicht richtig angelegt und das Elterngeld müsse auf den Prüfstand forderte zunächst der CDU Wirtschaftspolitiker Thomas Bareiß und dann auch der Fraktionsvorsitzende Kauder.
Eine weitere Erklärung dafür, warum der Kinderwunsch immer weiter nach hinten verschoben wird, liefert eine gestern vorgelegte Studie der IG-Metall, in der die Beschäftigungslage der 14- bis 35-Jährigen untersucht wurde. Demnach verläuft der Weg in den Beruf immer häufiger über prekäre Beschäftigung. Im Krisenjahr 2009 hatten demnach 28 % der jungen Arbeitnehmer nur einen befristeten Job oder waren als Leiharbeiter angestellt. 2012 sind es bereits 32 %. Das sind keine guten Voraussetzungen für eine Familiengründung.
Diese Unsicherheiten jetzt auch noch durch einen Zick-Zack Kurs in der Familienpolitik zu verstärken, hieße, das Kind mit dem Bade auszuschütten. . Familienpolitik funktioniert nicht auf Knopfdruck. Sie braucht Zeit und Beständigkeit, um Wirkung zu entfalten. Andere Länder wie Frankreich und Schweden haben damit in den 1960 Jahren begonnen und haben einer Politik die auf Gleichberechtigung und einer hohen Frauenbeschäftigung abzielte, langfristig eine fast ausgeglichene Geburtenrate erzielt.
Die Vergewaltigung männlicher Opfer ist zwar ebenso strafbar, aber dafür fehlte dem Täter der Vorsatz. Es blieb also vorläufig bei einer Verurteilung zu Haft von 4 Monaten und Schadenersatz in der Höhe von 15.000 Kronen für das Opfer wegen Körperverletzung.
Der Tathergang ist ebenso unstrittig wie die Absicht des Täters, die Frau, der er auf der Straße nachgegangen war, zu vergewaltigen. Er fiel über sie her, riss an ihren Kleidern, stieß sie nieder und griff ihr in den Schritt. Zu weiteren Tathandlungen kam es nicht, da sich der Überfall vor dem Haus des Ex-Freundes des Opfers abspielte und dieser aufmerksam wurde und auf die Straße und dem Opfer zu Hilfe lief. Die herbeigeholte Polizei verhaftete den Täter und es kam zur Anklage wegen versuchter Vergewaltigung.
Der Richter ist über sein Urteil selbst nicht ganz glücklich, er hofft, dass entweder der Staatsanwalt oder der Verurteilte in die Berufung gehen, damit eine höhere Instanz die Entscheidung überprüfen kann. Das Urteil sorgt in Schweden für einige Diskussionen. Dass das Opfer nicht vergewaltigt werden konnte, weil es nicht den Vorstellungen des Täters entsprach, ist absurd, stellte die Vorsitzende des schwedischen Lesben-, Schwulen- und Transgender-Verbandes RFSU fest. Menschen können auch vergewaltigt werden, wenn sie keine Vagina haben. Sie fügte hinzu, dass der Fall zeige, wie wichtig es ist, dass bestimmte Berufsgruppen, wie Ärzt_innen und Richter_innen, vermehrt über Transgender aufgeklärt werden.
Einen anderen Aspekt bringt der schwedischen Zeitung Nyheter befragte Strafrechtsprofessor Josef Zila von der Universität Örebro ein: Die Tat konnten wegen der sexuellen Orientierung des Täters nicht vollendet werden. Als er bemerkte, dass sein Opfer männliche Körperteile hatte, ließ er vom Versuch ab. Er denkt aber, dass eine Verurteilung dennoch möglich wäre, da der Täter ja den Tatvorsatz hatte und mit der Ausführung der Tat bereits begonnen hat und nur durch ein zufälliges und eher unwahrscheinliches Merkmal seines Opfers an der Vollendung gehindert wurde.
Anmerkung: Ich habe die schwedischen Texte alle nur mit Google übersetzt! Falls jemand Fehler findet, bitte melden.
Links: [www.thelocal.se]
http://na.se/nyheter/orebro/1.1721191-valdtaktsforsok-blev-misshandel
[bloggar.expressen.se]
http://na.se/nyheter/orebro/1.1724838-ovanligt-valdtaktsforsok-i-orebro-overklagas
[blogg.folkbladet.nu]
[na.se]
http://na.se/nyheter/orebro/1.1722731--en-hon-blir-inte-mer-valdtagen-an-en-hen-
[na.se]
[www.dailymail.co.uk]
[joemygod.blogspot.com]
[www.sweden.gov.se] (Schwedisches Strafgesetz auf Englisch)
Liebe Zeit,
erst neulich mussten wir Euch schreiben, weil Ihr da was mit „dem Feminismus“ nicht verstanden hattet. Jetzt greift ihr die Kontroverse um Anne-Marie Slaughter auf und schon wieder stell’ ich fest: Griff in die Klischeekiste. In The Atlantic hatte Slaughter vor kurzem geschrieben „Why women still can’t have it all“ und da gingen tatsächlich bei Feministinnen die Alarmglocken an. Denn das ist meist biologistischer Bullshit, wie ihn auch die New York Times in ihren Trendpieces regelmäßig aufgreift.

Bullshitbilderbingo von Jessica Valenti
Der Artikel von Slaughter war nun erstaunlich gut, am Ende aber lief es auch wieder auf „Mütter wollen halt bei ihren Kindern sein“ hinaus. Klar, darüber regten sich Feministinnen auf, mit differenzierter Diskussion hat dieses Argument soviel zu tun wie die Mädchenmannschaft mit Gleitcreme. Aber Feministinnen hatten auch eine Reihe anderer Kritikpunkte, von denen Ihr leider keinen einzigen aufgreift. So hätte der Artikel lauten müssen „Warum eine weiße Frau ohne gesundheitliche Probleme, aber mit Ehemann und zwei Söhnen und extrem guter Ausbildung eines Tages feststellt, dass trotz extrem guter Bezahlung ein Job doof sein kann, wenn er mindestens 60 Wochenstunden erfordert und das sogar noch für humane Arbeitszeit gehalten wird“.
Slaughter wechselte aus dem Planungsstab des US-amerikanischen Außenministeriums zu einer Professur an der Elite-Uni Princeton. Karriere und Familie hat sie also immer noch. Aber für geschätzte 99 Prozent der amerikanischen Frauen stellt sich ihr Problem einfach gar nicht. Das haben Feministinnen ausgiebig kritisiert. Sagt bei Euch aber niemand.
Dann erwähnt Ihr Kristina Schröder, aber leider nicht, dass Slaughter den gleichen Fehler begeht wie sie und „dem Feminismus“ vorwirft, er habe Frauen vorgeschrieben, sie müssten jetzt Kinder und Karriere haben. Hat „der Feminismus“ aber gar nicht. Sondern immer wieder hinterfragt, was eigentlich Erfolg ist. Wie ein Arbeitsleben abseits der 40-oder-mehr-Stundenwoche aussehen könnte. Und jetzt kommt der Knaller: Das ist heute ein Thema, was auch viele Männer beschäftigt. Der anekdotischen Evidenz von Slaughter kann ich an dieser Stelle nur meine eigene entgegensetzen, an der mich Gespräche mit jungen Männern bestärkt haben. Erst gestern!
Doch statt da eine gesamtgesellschaftliche Debatte draus zu machen, wird die Frage wieder in die Frauenecke geschoben. Also kein serious business, sondern Gedöns. Alle haben ‘ne Meinung, am Ende passiert wenig. Kein Wunder, dass Feministinnen da sauer sind. Hier stellt sich einmal die Frage „What about the menz“ (Was ist mit den Männern?) Da braucht es dringend mehr Debatte als die ausgeleierten Binsenweisheiten, die Slaughter zu bieten hat. Wollt Ihr mal was Kontroverses schreiben? Dann fangt damit an.
Eine saure Feministin.
Die Pride-Organisator_innen wurden offenbar noch nicht offiziell verständigt. Nikolai Alexejew erfuhr durch einen Journalisten von der Untersagung. Überrascht hat es ihn nicht sehr, "in diesem Land kann einen nichts überraschen", kommentierte Alexejew und kündigte gleichzeitig an, dass die Untersagung wahrscheinlich vor Gericht bekämpft werden wird.
Gestern hatten das Organisationskomitee noch eine Pressekonferenz über die erstmals mit behördlicher Genehmigung stattfindende Pride Parade angekündigt und mit der Akkreditierung von Medienvertreter_innen begonnen.
Links: [www.gayrussia.eu]
[www.thinkoutsideyourbox.net]
[www.gayrussia.eu]