Aktion
von Zwischengeschlecht.org, 6.2.2011 (Bild: NZZ Format)











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"Die Amputation der Clitoris ist sicher gerechtfertigt" - Kinderspital Zürich
1957 (1)
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"Wir belassen gewöhnlich einen ganz kurzen Clitorisstumpf" - Kispi Zürich 1957
(2)
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Offener Brief an Universität und Kinderspital Zürich,
10.5.12
>>> 10vor10: "Kampf
für die Rechte von Zwittern: Streit um Genital-Operationen an Kindern"
>>> Open Letter to
"ESPU 2012", 11.05.12 (PDF)
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"ESPU 2012": Bilder der 1. Friedlichen Mahnwache,
9.5.12
PRESSEMITTEILUNG von Zwischengeschlecht.org vom
03.05.2012:
Kosmetische "Korrektur-Operationen" an Kindern und Jugendlichen mit
"atypischen" Genitalien werden in westlichen Kinderkliniken seit 1950
systematisch durchgeführt. Die Universität Zürich und das
Universitäts-Kinderspital Zürich waren vom ersten Jahr an als weltweit
zweitwichtigstes Zentrum an der Durchsetzung dieser verhängnisvollen Praxis
massgeblich beteiligt. Nach aktuellen Studien werden heute noch 90% aller
Betroffenen im Kindesalter "genitalkorrigiert" – auch ein vom Kispi nächste
Woche ausgerichteter Kongress propagiert unverdrossen kosmetische
"Klitorisreduktionen an Kindern zwischen 6 und 12 Monaten". Die
Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org fordert eine kritische
Aufarbeitung.
INHALT:
1. Chirurgische "Genitalkorrekturen" an Kindern: Ethisch und
menschenrechtlich unhaltbar
2. "Amputation der vergrößerten Clitoris": Historische Verstrickungen von
Uni und Kispi ZH
3. Zürich: Internationaler Kongress "ESPU 2012" propagiert
"Genitalkorrekturen" und feiert "Schweizer Errungenschaften" - Ethik und
Menschenrechte bleiben ausgeklammert
4. Marburg: Uni beschliesst Aufarbeitung
5. Infoveranstaltung + Offene Briefe + friedliche Proteste,
Zürich 9.-12.5.
1. Chirurgische "Genitalkorrekturen" an Kindern: Ethisch und
menschenrechtlich unhaltbar
Seit 20 Jahren kritisieren Betroffene diese Eingriffe als
menschenrechtswidrigen Verstoss gegen ihr Recht auf körperliche Unversehrtheit
und als "westliche Genitalverstümmelung" – Vorwürfe, die seit einigen Jahren
u.a. von Terre des Femmes, Amnesty Schweiz und dem UN-Komitee gegen Folter
(CAT) bekräftigt werden.
Aktuell befasst sich die Nationale Ethikkommission im Bereich der Humanmedizin
(NEK-CNE) im Auftrag des Bundesrates mit dem Thema. Ab Herbst 2012 wird der
UN-Menschenrechtsrat im Rahmen des Zweiten UPR-Verfahren zur Schweiz erstmals
über kosmetische Genitaloperationen an Kindern beraten.
2. "Amputation der vergrößerten Clitoris": Historische
Verstrickungen von Universität und Kinderspital Zürich
An der Universität Zürich und dem Kinderspital Zürich als
Universitäts-Kinderklinik tut eine umfassende öffentliche Aufklärung über ihre
Verstrickung in die Praxis der systematischen kosmetischen Genitaloperationen
an Kindern dringendst not:
• Neben dem Johns Hopkins University Hospital in Baltimore (USA) war Zürich das
weltweit zweitwichtigste Zentrum zur globalen Durchsetzung medizinisch nicht
notwendiger "Genitalkorrekturen" an Kleinkindern.
• Prof. Dr. Andrea Prader (1919-2001), Kispi-Direktor, Inhaber des Lehrstuhls
für Pädiatrie an der Uni Zürich, Präsident Schweizerische Gesellschaft für
Pädiatrie, Präsident European Society of Pediatric Endocrinology und "Vater der
schweizerischen pädiatrischen Endokrinologie", war zeitlebens eine weltweit
gefragte Koryphäe zum Thema "Intersex". Erfinder und Namensgeber der weltweit
etablierten "Praderstufen", die heute noch u.a. verwendet werden, um bei
Kleinkindern eine Klitoris als "zu gross" und damit "korrekturwürdig"
einzustufen.
• Prof. Dr. Max Grob (1901-1976), Chefarzt der Chirurgischen Klinik des Kispi,
erster Schweizer Lehrstuhlinhaber für Kinderchirurgie und "Begründer der
Schweizer Kinderchirurgie", studierte schon 1936 "Genitakorrekturen" bei
Ombrédanne in Paris. Grobs weltweit rezipiertes und in sechs Sprachen
übersetztes "Lehrbuch der Kinderchirurgie" (1957) behandelt das gesamte
Spektrum an chirurgischen "Genitalkorrekturen" – inkl. der bis in die
1980er-Jahre üblichen
"Amputation", "Exstirpation" bzw.
"Entfernung der vergrößerten Clitoris", welche
"sicher
gerechtfertigt" sei (S. 587), und unter Bezugnahme auf die erwähnten
"Praderstufen" (Abb. 673, S. 583).
Allerdings sind diese Schattenseiten der Pionierrolle von Universität und
Kinderspital Zürich bis heute unaufgearbeitet …
3. Zürich: Internationaler Kongress "ESPU 2012" propagiert
"Genitalkorrekturen" und feiert "Schweizer Errungenschaften" - Ethik und
Menschenrechte bleiben ausgeklammert
Nächste Woche findet im Zürcher Kongresshaus auf Einladung des Kinderspitals
Zürich vom Mittwoch 9. bis Samstag 12. Mai die 23. Europäische
Kinderurologentagung "ESPU 2012" statt. Dabei referieren nicht nur Schweizer
und internationale Experten über praktisch alle von Betroffenen kritisierten
chirurgischen "Genitalkorrekturen" – von "Harnröhrenverlegungen" bei
"Hypospadie" über "Klitorisverkleinerungen" bei "Störungen der
Geschlechtsentwicklung DSD" bis zu "Hodenverlagerungen" bei "Kryptorchismus".
Sondern fordern solche unbeirrbar ausdrücklich – für Kleinkinder!
Symptomatisch für die – von Betroffenen seit Jahren wieder und wieder beklagte
– fehlende Einsichtsfähigkeit der Behandler:
Als angeblich fortschrittliche
"Änderung der umstrittenen Leitlinien"
reklamiert etwa ein Beitrag, dass z.B. medizinisch nicht notwendige
"Klitorisreduktionen" statt wie früher
"im 6. Lebensmonat" heuer
schliesslich
"erst zwischen 6 und 12 Monaten empfohlen werden" (S19-1,
Eröffnungspräsentation zum "DSD"-Themenblock am Samstag).
In einer speziellen "History Session" am Eröffnungstag werden zudem von einem
Kispi-Referenten
"Zürcher Beiträge zur Kinderchirurgie" hervorgehoben.
(Selbst-)kritische Untertöne oder gar angemessene ethische und
menschenrechtliche Erwägungen sind dabei leider kaum zu erwarten ...
4. Marburg, April 2012: Uni beschliesst
Aufarbeitung
Dass es auch anders ginge, beweist ein aktuelles Beispiel aus dem nördlichen
Nachbarland: Im Anschluss an eine Stellungnahme des Deutschen Ethikrates vom
23. Februar 2012, die das Leid der Betroffenen ausdrücklich anerkannte und u.a.
Entschädigungen und Aussetzung der Verjährung empfahl, beschloss am 25. April
2012 die Philipps-Universität Marburg als erste akademische Institution,
medizinisch nicht notwendige Genitaloperationen an Kindern und Jugendlichen in
ihrem Geltungsbereich öffentlich aufzuarbeiten. Der Senat der benachbarten
Justus-Liebig-Universität Giessen berät am 6. Juni über einen ähnlichen Antrag.
An weiteren deutschen Universitäten ist entsprechendes in Diskussion.
5. Infoveranstaltung + Offene Briefe + friedliche Proteste,
Zürich 9.-12.5.
Eine kritische öffentliche Aufarbeitung kosmetischer "Genitalkorrekturen" an
Kindern tut erst recht in Zürich dringendst not!
Die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org wird deshalb am Abend der
Eröffnung der "ESPU 2012" über die Geschichte und heutige Praxis kosmetischer
"Genitalkorrekturen" an wehrlosen Kleinkindern informieren – unter besonderer
Berücksichtigung der "Pionierrolle" von Universität und Kinderspital Zürich und
der aktuellen Vorträge im Kongresshaus:
INFORMATIONSVERANSTALTUNG
Mittwoch, 9. Mai 2012, 19:00
Uhr
Zentrum Karl der Grosse, Kirchgasse 14,
8001 Zürich
Weisses Zimmer, 3. Stock
Und tags darauf mit einer friedlichen Mahnwache und Überreichung eines Offenen
Briefes Uni und Kispi ZH zur Aufarbeitung der fragwürdigen Praxis kosmetischer
"Genitalkorrekturen" an Minderjährigen auffordern:
FRIEDLICHE MAHNWACHE + OFFENER BRIEF UNIVERSITÄT
ZÜRICH
Donnerstag, 10. Mai 2012, 11:00-14:00 Uhr
Universität Zürich, Rämistrasse 71, 8006 Zürich, vor
Haupteingang
(Bewilligung eingereicht)
Sowie während des gesamten Kongresses jedes Mal, wenn drinnen
"Genitakorrekturen" gefordert werden, draussen vor dem Kongresshaus friedlich
dagegen protestieren. Und die KongressteilnehmerInnen in einem Offenen Brief
ermahnen, die langjährigen Proteste erwachsener Betroffener von kosmetischen
Genitaloperationen sowie die Bedenken von EthikerInnen und
Menschenrechtsorganisationen endlich ernst zu nehmen:
4 FRIEDLICHE MAHNWACHEN + OFFENER BRIEF "ESPU
2012"
• Mittwoch, 09.05.2012, 13:00-18:30 Uhr
Kongresshaus, Claridenstrasse 5, 8002 Zürich, vor
Haupteingang
• Donnerstag, 10.05.2012, 14:30-17:00
Uhr
Kongresshaus, Claridenstrasse 5, 8002 Zürich, vor
Haupteingang
• Freitag, 11.05.2012, 08:00-14:00
Uhr
Kongresshaus, Claridenstrasse 5, 8002 Zürich, vor
Haupteingang
• Samstag, 12.05.2012, 07:30-15:30
07:30-10:00 Uhr Kongresshaus,
Claridenstrasse 5, 8002 Zürich, vor Haupteingang
10:00-14:00 Uhr General-Guisan-Quai,
Seeseite, Höhe Claridenstrasse, 8002 Zürich
14:00-15:30 Uhr Kongresshaus,
Claridenstrasse 5, 8002 Zürich, vor Haupteingang
(Bewilligung eingereicht)
Die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org fordert ein Verbot von
kosmetischen Genitaloperationen an Kindern und Jugendlichen sowie
"Menschenrechte auch für Zwitter!".
Betroffene sollen später selber darüber entscheiden, ob sie Operationen wollen
oder nicht, und wenn ja, welche.
Freundliche Grüße
n e l l a
Daniela Truffer
Gründungsmitglied Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org
Mobile +41 (0) 76 398 06 50
presse_at_zwischengeschlecht.info
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Regelmäßige Updates: http://zwischengeschlecht.info
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