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Nicht nur die „neuen Väter“ sind toll, auch über alte Väter äußern erwachsene Söhne und Töchter viel Lob und Bewunderung. Das konnten Kinder der evangelischen Jungschar Maulbach am Donnerstag bei einer Straßenbefragung in Homberg erleben. Begleitend zu der Plakatausstellung „Neue Väter“, die derzeit in Homberger Ladenschaufenstern präsentiert wird, hatten die Jungen und Mädchen unter Leitung von Dekanatsjugendreferent Holger Schäddel Passanten im Bereich des Marktplatzes interviewt.
Dass die „neuen Väter“ tatsächlich anders sind, bestätigten dabei viele. „Heute packen wir Männer auch im Haushalt mit an oder wickeln das Kind“, erzählte ein junger Vater. Aber schon früher nahmen sich Väter Zeit für ihre Kinder, denn auf die Frage, was das Beste an ihrem eigenen Vater sei, antworteten die Erwachsenen unter anderem, dass „er immer Zeit für mich hatte und bis heute hat, dass er viel mit uns draußen in der Natur war und dass er sich für mich eingesetzt hat“.
Quelle
>>> Radio Mephisto >>> Offener Brief Uniklinik Leipzig >>> Open Letter "ESPU 2012"
Protest
und Übergabe des Offenen Briefes an die "DGU 2012", Leipzig 28.09.2012
"Auch am diesjährigen 64. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) sind menschenrechtliche, juristische und ethische Fragestellungen zu kosmetischen Genitaloperationen an Kindern mit "atypischen" körperlichen Geschlechtsmerkmalen bezeichnenderweise einmal mehr kein Thema; einzig betreffend Zirkumzision werden auch "juristische Aspekte" behandelt.
Demgegenüber werden weiterhin kosmetische Eingriffe an Kindern
propagiert.
Erwachsene Betroffene von medizinisch nicht notwendigen, kosmetischen Korrektureingriffen im Kindesalter verurteilen diese seit Jahrzehnten öffentlich.
Trotzdem ignorieren die DGU wie auch ihre Mitglieder sowie die beteiligten Universitäten und Kinderkliniken diese Klagen geflissentlich, statt diesen Teil ihrer Geschichte endlich umfassend aufzuarbeiten, sich bei den Opfern öffentlich zu entschuldigen und sie – sofern noch möglich – zu entschädigen, wie dies bekanntlich unter anderem auch vom Deutschen Ethikrat und vom UN-Komitee gegen Folter gefordert wird."
>>>
Beitrag Radio Mephisto >>>
Offener Brief Unikinderklinik Leipzig
>>> Info-Flyer
>>>
Genitalverstümmelungen in KInderkliniken: Typische Diagnosen und
Eingriffe
>>>
"Aufarbeitung tut not!" Unis, Klitorisamputationen u. a.
"Genitalkorrekturen
Nachfolgend der ganze Offene Brief im Wortlaut: >>> Der Offene Brief als PDF
Zwischengeschlecht.org
Menschenrechte auch für Zwitter!
Postfach 2122
8031 Zürich
info_at_zwischengeschlecht.org
Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V.
Prof. Dr. med. Oliver Hakenberg
Generalsekretär der DGU
Uerdinger Str. 64
40474 Düsseldorf
DGU 2012
Prof. Dr. med. Dr. h.c. Stefan C. Müller
Präsident der DGU
c/o Congress Center Leipzig
Messe-Allee 1
04356 Leipzig
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Offener Brief Unikinderklinik Leipzig
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Beitrag Radio Mephisto >>> Info-Flyer
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Genitalverstümmelungen in KInderkliniken: Typische Diagnosen und
Eingriffe
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"Aufarbeitung tut not!" Unis, Klitorisamputationen u. a.
"Genitalkorrekturen"
Am Sonntag, dem 30. September 2012, wird in Bonn die Eröffnung des Hauses der FrauenGeschichte mit einem bunten Programm gefeiert.
Beginn: 11.00 Uhr · Ende: 19.00 Uhr
In den 7 Räumen des Museums wird Frauengeschichte von den ersten Anfängen bis zur Gegenwart in der Spirale der Zeit sichtbar. Es gibt eine Dauerausstellung, eine Bibliothek und einen Matri-Shop. Die Konzeption beschreiben die Initiatorinnen mit den Worten: „Unser Ziel ist es, einen Ort zum Erfahren, Austauschen und Darstellen von Geschichte aus weiblicher Sicht zu etablieren. Wir planen verschiedene Veranstaltungen wie Lesungen, Tagungen oder Schreibworkshops. Unsere Ausstellung werden wir ständig weiter entwickeln.“ Dafür sind Interessierte jederzeit willkommen.
Ab 06. Juni schon ist das Haus jeden Mittwoch von 10 bis 15 Uhr geöffnet. Jeweils um 11.00 Uhr findet eine kostenlose Führung mit Prof. Dr. Annette Kuhn statt.
Haus der FrauenGeschichte, Wolfstraße 41, 53111 Bonn
Immer mehr Väter entscheiden sich, im Berufsleben eine Pause einzulegen, um die ersten Schritte in der Entwicklung ihres Kindes zu begleiten. Daher gibt es bereits seit fünf Jahren ein Angebot der Evangelischen Familienbildungsstätte (efa), das sich an diese Männer richtet. “Hier stehen die Väter im Vordergrund. Wir haben unsere eigenen Themen und unsere Kinder haben ihr gewohntes spielerisches Umfeld”, sagt Carsten Klutzeweit. “Die Väter verstehen sich untereinander ausgezeichnet, weil sie alle in einem Boot sitzen.”
Einmal in der Woche kommt der Vater mit seiner einjährigen Tochter Ina zu einer lockeren Gesprächsrunde, in der sich die Väter untereinander über die Widrigkeiten des Alltags austauschen können. “Man kann hier andere Väter kennenlernen, die durch ihre Elternzeit dieselben Erfahrungen und Probleme haben, von Fördermitteln bis hin zur richtigen Betreuung.”
Thomas Schuba, Vater der einjährigen Laura, leitet den Düsseldorfer Vätertreff: “Man kann bestimmte Probleme nicht alleine lösen. Dafür muss man sich mit seinesgleichen austauschen. Männer haben oft ganz andere Themen im Alltag als Frauen.”
In einem bunten Spielzimmer, das extra für Kinder im Alter von ein bis zwei Jahren hergerichtet wurde, können die Kleinen toben und ihre Umgebung erkunden, während ihre Väter angeregt diskutieren. Wie gestalte ich denn den Familienalltag? Wie kann ich mein Kind richtig fördern? Was sind die typischen Probleme frischgebackener Väter? Das sind Fragen, über die schon mal gesprochen wird. Die Gruppe organisiert sich eigenständig, immer kommen neue Mitglieder hinzu.
Der Vätertreff findet montags von 10:00 bis 11.30 Uhr in der Hohenzollernstraße 24 bei der Evangelischen Familienbildung statt.
Quelle
[Anmerkung: Wir - accalmie, Sabine und Nadia - haben den vorliegenden Text gemeinsam verfasst, um nochmal für uns die MMwird5-Vorfälle und deren Nachwirkungen zu rekapitulieren. Wir sind, falls das so gelesen werden könnte, nicht "die Stimme der QT*PoC" oder von sonstwem. Wir sprechen nur für uns - weder für alle WoC noch PoC, die auf der MMwird5-Party anwesend waren, noch für alle anderen.]
Ironie schlägt oft dann zu, wenn man sie am wenigsten erwartet – das gilt zugleich für die MMwird5-Party letzten Samstag, als auch für deren “Nachspiel” der vergangenen Tage.
Ironie Eins schlug zu, als die sich selbst als anti-rassistisch und rassismus-kritisch verstehende Mädchenmannschaft (MM) auf ihrem ebenso definierten und postulierten Event den Sl*twalk Berlin einlud, und im Zuge dessen auf (zu erwartende) rassistische “Vorfälle” nicht adäquat reagierte, geschweige denn selbst daran dachte, sich bei Panelist_innen und Künstler_innen auch mal persönlich zu entschuldigen - und zwar dafür, dass eine Situation hergestellt und geduldet wurde, die den Abbruch der Diskussion, Sows Absage ihres Konzerts und ein Spontan-Panel von WoC nach sich ziehen musste. Ein Spontan-Panel, das für alle überraschend kam, und das wir Bullshit-Bingo genannt haben: Bingo mit Herzblut. Das Podium war eine nachträgliche Intervention, weil der Raum dafür zuvor nicht vorhanden war.
Ironie Zwei hingegen schlug in den letzten Tagen zu, als wir, drei der fünf WoC-Panelistinnen beim Event und selbst Mädchenmannschafts-Autorinnen mit unterschiedlichen Involviertheitsgraden, uns dann mit grundlegenden Problemen von “calling out”-culture und Stellvertreter_innen-Antirassimus konfrontiert sahen bei vielen der Reaktionen auf die unbestrittenen Fails bei der MMwird5-Party und den ersten Reaktionen der MM auf diese. Wie auch die nun veröffentlichte Stellungnahme und Entschuldigung weißer MM-Autorinnen erwähnt: die MM ist nicht die weiße Einheitsfront, zu der sie in den letzten Tagen stilisiert wurde.
Noch wichtiger: Mit der Annahme, man könne für “die armen PoC” bei der Mädchenmannschaft oder sonstwo sprechen als weiße Person, sind keine Kekse zu gewinnen. Ein_e weiße_r Antirassismus-Verbündete_r zu sein bedeutet nicht, zu glauben, für PoC sprechen zu können, sondern Unterstützer_in zu sein und – besonders hier elementar – sich auch an die eigene Nase zu fassen. Doch die eigene Nase ist nur schwer erreichbar, wenn man primär mit dem Bauchreden für Andere beschäftigt ist.
Die Verhaltensweise der MM auf der Jubiläumsfeier und im direkten Anschluss an diese war unter “ally”-Gesichtspunkten miserabel. Die MM muß daraus Konsequenzen ziehen.
Stellvertretungssprech und ein eigenartiges Critical Whiteness-VerständnisErstaunt und angestrengt sind wir aber trotzdem über die Vehemenz, mit der manche nun zum Angriff pfeifen. Damit wird nicht nur ausgeblendet, dass es hier nicht nur um die Ermöglichung von rassistischen Handlungen durch die MM geht, sondern um konkrete rassistische Äußerungen von Verteter_innen des SW Berlin. Viel schlimmer, wir befinden uns mittlerweile in einem “Stellverteter_innen-Kampf” für PoC, über welche viele weiße Personen nicht nur spekulieren, sondern meinen sagen zu können, wie sie (PoC) sich zu fühlen und zu verhalten haben in dieser Situation – oft unter dem Deckmantel eines eigenartigen Critical Whiteness-Verständnisses.
Dieses gegenseitige Schulterklopfen mancher für die Versicherung, dass man selbst ja nie so rassistisch gewesen wäre, ist die dritte bittere Ironie. Das fängt damit an, dass einem Vorstandsmitglied der ISD die individuelle Wahrnehmungsfähigkeit und Beurteilung der Ereignisse auf der MMwird5-Party von weißen Personen abgesprochen wird – er sei offenbar auf einer anderen Veranstaltung gewesen als sie. Es steigert sich bis zu der Absurdität, dass die meisten Weißen, die zugleich Teilnehmer_innen der MMwird5-Party waren und zwar jetzt (auch zu Recht) auf die MM schimpfen und sich nun um PoC-Besucher_innen sorgen, selbst keinen Finger gerührt haben, um rassistische Äußerungen zu unterbinden.
Die üblich verdächtigen StrukturenIm übrigen offenbarte sich hier das grundlegende Dilemma sowohl der Veranstaltung, als auch der üblichen feministischen und offiziell herrschaftskritischen Strukturen in Deutschland: sie sprechen nur die “üblichen Verdächtigen” an. Wie viele PoC-Besucher_innen waren auf der Party überhaupt anwesend? Den meisten dürfte aufgefallen sein: niemals mehr als fünf bis zehn Prozent. Wie viele davon waren Besucher_innen, wie viele am Programm Mitgestaltende? Der Großteil der anwesenden QT*PoC ist expliziten Einladungen nachgekommen, ob als Panel-Teilnehmer_in oder Künstler_in. Weiterhin waren die Besucher_innen mehrheitlich cis-gender, und auch wenn die Werkstatt der Kulturen barrierefrei ist, fühlten sich ebenfalls nur sehr wenige nicht-ablebodied Menschen von der MMwird5-Party angesprochen. Man hatte es, unserer Meinung nach, also wieder mit einem dominanzgesellschaftlichen Raum zu tun, woraufhin sich natürlich die Frage stellt, was eine derartige Besucher_innen-Verteilung über die Lebenswelt der Anwesenden aussagt. Wer sind die Rezipient_innen der ganzen dezidiert “feministischen”, “anti-rassistischen” etc. Botschaften? Wieviel Wert hat das Wort auf dem Papier oder im Internet, wenn das, was den ganzen Tag gepredigt wird, nicht gelebt wird? Wo bleiben die Interventionen, die im Netz manchmal für einen shitstorm, aber zumindest für “Empörung” sorgen? ”Antira”, ”Critical Whiteness”: Alles nur schicke Labels, die dem Praxistest nicht standhalten?
Das wiederum Ironische ist ja, dass landläufig die Kritik an Feminismen (und Netzaktivismus) geübt wird, dass man sich eine kleine rosa Blase kultiviere, die mit Lebensrealitäten nichts mehr zu tun hätte. Könnte man dieser Bubble-Theorie Glauben schenken, hätten wir am Samstag einen ziemlich sicheren Raum gehabt. Was aber bleibt, ist die Feststellung, dass man es hier primär mit einem Leben im Konjunktiv zu tun hat.
Wenn die Theorie in der Praxis versagtDie Tatsache, dass es sich bei der MMwird5-Party mitnichten um einen sicheren oder auch nur diversen Raum handelte, stellt uns also vor die Frage, ob diese rosa Blase entweder nicht existiert, oder ihre Existenz zur Folge hat, dass Menschen zwar theoretisch versiert sind, es ihnen in der Praxis aber an Bewusstsein und Handlungsfähigkeit mangelt bzw. Problematiken erst gar nicht sichtbar werden (…am Rande sei hier nur die erneute Ironie erwähnt, dass dies auch ein Thema des eskalierenden “Netzaktivismus’”-Panels hätte gewesen sein können.) Es scheint bei aller Theorie-Gewandtheit der dialektische Umschwung zum Tragen zu kommen, man sei über jeden Zweifel erhaben. Die rosa Bubble, nicht mehr als eine Feel-Good-Flatulenz der sozialen Erwünschtheit in den Weiten des deutschen world wide web? Spricht aus den ganzen Vorfällen nicht der Sachverhalt, dass es unter solchen Vorzeichen keine Rassismus-befreiten Räume geben kann, egal, wie sehr man sie herbei zu philosophieren oder zu retweeten versucht? Spiegeln sich hier nicht die bekannten Immunisierungsversuche wider, die ständig bei den Prozessen der Abwehr des eigenen rassistischen Verhaltens und der fehlenden Positionierung bzw. im Verharren in den altbekannten Mustern kultiviert werden? Einfach mal nichts sagen. Allerdings sich immer dann berufen fühlen viel sagen zu müssen, wenn man weder Ahnung von, noch Erfahrung mit etwas hat - etwa betreffend der Situation von Frauen in der ägyptischen Revolution oder in Bezug auf sl*twalks im Kongo.
Aktivismus als BedürfnisstätteAuch der Konsumanspruch, politischen Aktivismus ganz im Disney-Stil als gastrokommerzielles Neuköllner Abenteuerland nur besuchen zu wollen, hat sich am vergangenen Samstag und den darauffolgenden Tagen manifestiert. Es wurde klar, als sich Menschen das Programm am MM-Infostand herunterbeten ließen, statt es selbst zu lesen oder nur wenig bis keine Bereitschaft signalisierten, sich in der Orga oder Durchführung der Veranstaltung einzubringen (trotz mehrfacher Einladungen und Aufrufe). Und es zeigt sich nun wieder anhand der Reaktionen auf die MM-Stellungnahme, bei der viele Leute sich noch nicht einmal in der Lage sehen, selbst nach einem ihnen unbekannten Wort zu googlen und sich darüber empören, dass man Eigeninitiative von ihnen verlangt, wenn ihnen nicht klar ist, warum man “weiß positioniert” schreiben kann.
Diese Haltung gipfelt schließlich darin, dass der Großteil der weißen MM-Party-Besucher_innen selbst nur gelegentlich raunte bei der eskalierenden Podiumsdiskussion zu Netzaktivismus mit dem SW Berlin. Das ist das beste Beispiel dafür, wie wenig die Menschen, die sich als antirassistische Verbündete sehen, von Rassismus und weißen Privilegien verstehen, geschweige denn, ihre Ideale umzusetzen vermögen. Außer hinterher natürlich, und zwar nach ausführlicher Eskalationsbeschau – und indem unter dem Verweis auf PoC mit dem Finger gezeigt wird. (Nur die wenigsten Besucher_innen scheinen sich die - zugegebenermaßen: mickrigen - anti-rassistischen guidelines der MM für das Event angesehen, geschweige denn Ernst genommen zu haben.) Diese Haltung gilt ganz klar auch für die MM in Bezug auf deren vorherige Kritik am SW Berlin und anderen, angesichts der eigenen Strukturen und Verhaltensweisen. Es gilt aber auch für viele derjenigen, die jetzt pauschalisierte Kritik an der MM üben.
Wir müssen nicht von Euch gerettet werdenDas wird illustriert durch die Situation, in der wir uns jetzt befinden: Nadia, Sabine und accalmie (…so hätte man es gerne), sind Opfer der Fänge der Mädchenmannschaft, die offenbar die letzte Bastion weißer Privilegien innerhalb der feministischen Net-Community in Deutschland ist. Die angemessene Reaktion darauf scheint zu sein, einen internen “Wer ist am wenigsten weiß”-Vergleich in einem “Ich hab die größte awareness field credibility”-Wettbewerb selbsterklärter weißer allies zu veranstalten. Den Fakt, dass solche Wettbewerbe immer auf Kosten von PoC stattfinden und zugleich pater_maternalistisch und heuchlerisch sind, scheint man dabei gekonnt ignorieren zu können. Auch einige der im Nachhinein lang ausgebreiteten Schamesbekundungen weißer Teilnehmer_innen lesen sich vor allem als ein um die eigene Person kreisender Ablasshandel. Selbst eingekauft wird dabei nicht, stattdessen kommen die ewiggestrigen “konstruktiven” Wünsche, dass doch endlich noch mehr PoCs als Schreiberlinge, Erklärbär_innen und Vorführkaninchen akquiriert werden sollen.
Bei der MM liegen hinsichtlich white privilege – wie in Deutschland und weltweit, es ist also keine Überraschung – viele Dinge im Argen. Das kann und darf man nicht schön reden, da erwarten wir konkrete Maßnahmen.
Die eingetrudelten Kommentare zu dem “Spontan-Panel”/der Bullshit Bingo-Runde der fünf WoC, die sich am Ende des Abends auf der Bühne einfanden, blenden in der Retrospektive nun oft aus, dass drei dieser fünf Diskussionsteilnehmer_innen gleichzeitig Autorinnen der Mädchenmannschaft sind. Hier lag für uns auch das spezifische Dilemma dieser Situation: zum einen schien es gerade für uns als MM-Mitglieder notwendig, zu intervenieren, zum anderen war es vor allem der Austausch mit Noah Sow, die ihr Konzert aufgrund der rassistischen Vorfälle im Rahmen der #MMwird5 abgesagt hatte, und ihre Initiative, die uns darin bestärkte, als WoC, unabhängig von der Mädchenmannschaft, einzugreifen. Wir sind auch durchaus in der Lage, für uns selbst zu sprechen – sowohl als WoC als auch als MM-Mitglieder.
Weiße Privilegien und Selbstbeweihräucherung durch “Aktivismus”Jede von uns hat verschiedene Gründe, warum sie trotzdem dabei ist. Uns (und andere) als stereotypisierte, passive Opfer zu stilisieren, die nicht verstehen, dass es ihnen in einem anderen weißen Lager viel besser gehen würde, ist nicht nur anmaßend, sondern – Ironie Vier – ein deutlicher Hinweis auf das Unverständnis eigener weißer Privilegien und den Willen, PoC zum Spielball für eigene Zwecke zu machen. Hier wird sich als selbsterklärtes Sprachrohr der Marginalisierten selbst auf die Schulter geklopft. Einige Ausformungen der enormen Empörung “im Namen von…” wirken hier nämlich mehr pro forma und auf eigene Zwecke gerichtet als solidarisch oder gar zielführend.
Antirassistische Verbündete zu sein heißt, sich zu äußern, Rassismus zu benennen und (auch im Alltag) zu handeln. Es heißt aber nicht, sich vor PoC zu drängeln und so laut und so pauschalisierend zu schreien, dass die Stimmen jener übertönt werden, die man meint hier vertreten zu können und zu müssen. Und so zu tun, als seien in einem deutschen oder auch nur innerfeministischen Kontext die MM und die MMwird5-Party ”Das Schlimmste Was Je Passiert Ist” (tm), ist wieder eine Ironie, die anhand des wachsenden Haufens nicht-freischaltbarer Kommentare zum MM-Statement deutlich wird. Dieser veranschaulicht nämlich, wie bitter es um Antirassismus in dieser Gesellschaft wirklich gestellt ist – und das bei Menschen, die überhaupt schon Mal auf die MM-Seite kommen.
Ein bisschen Perspektive würde hier nicht schaden. Solidarität mit PoC sieht nämlich auch anders aus. Solidarität ermöglicht ein Klima, in dem PoC sich ermutigt sehen zu sprechen und dabei mit ehrlichem Interesse gehört werden, sichtbar sind und es vor allen Dingen auch bleiben. Solidarität bedeutet eine beständige Auseinandersetzung mit eigenen Privilegien, das Bewusstsein für Hegemonien – und zwar auch, wenn keine (oder nur kaum) PoC da sind.
Kontraproduktiv ist und bleibt eine Situation, in der sich “Ich bin reflektierter als Du!”-Weiße mit anderen “Ich aber auch!”-Weißen lautstark über den “Gegenstand” oder das “Objekt“ PoC und PoC-safe(r) spaces streiten, und das dann als antirassistisches Engagement verstehen (oder als Netzaktivismus begreifen). Diesen safe(r) space zu kreieren vermochten weder die MM noch viele weiße Kritiker_innen. Also, an alle die gerade am lautesten schreien: Macht die Reflektionskrone bitter unter Euch aus, wenn Euch das als sinnvolle Freizeitbeschäftigung erscheint – aber lasst uns da auch rhetorisch so außen vor, wie wir es tatsächlich sind, und tut nicht so, als geschähe dies zu “unseren” Gunsten.
| Auch schon mal so einen Quatsch geschrieben? |
Erst nach seinem Tod (1988) wurde Bruno Balz gewürdigt, wofür vor allem sein Lebensgefährte und Nachlassverwalter Jürgen Draeger sorgte. Er gab 2002 eine Doppel-CD mit den berühmtesten Liedern von Bruno Balz heraus und baut in Berlin das Bruno Balz Archiv auf.
Die Multimediaproduzentin Gaby dos Santos würdigt Bruno Balz, sein Leben und seine Lieder mit einem Text- und Liederabend am 4. Oktober in München. Arrangiert und gesungen werden die Lieder von einem Mann, dem Musiker, Chansonnier und Komponisten Jon Michael Winkler.
In Wien spielen Jimmy&Joe am 6. Oktober im Porgy und Bess seine größten Hits unter dem Titel: "Bruno Balz - Alles Gute zum Geburtstag". Jimmy (Christian Breuer) und Joe (Jürgen Weishäupl) führen dabei durch sein bewegtes Leben und lassen die Zuhörer an den inneren Freuden der Texte von Bruno Balz teilhaben.
Bruno Balz: Kann den Liebe Sünde sein? Sein Leben und seine Lieder in einer Neufassung
Wann: Donnerstag, 4. Oktober 2012, 20 Uhr
Wo: Black Box / Gasteig, München
Link: [www.gaby-dos-santos.de]
Jimmy&Joe: Bruno Balz - Alles Gute zum Geburtstag
Wann: Samstag, 6. Oktober 2012, 19 Uhr
Wo: Porgy & Bess, Riemergasse 11, 1010 Wien
Link: [www.porgy.at]
Links: http://www.bruno-balz.com/
[www.rainbow.at] (anlässlich des 100. Geburtstages vor 10 Jahren verfasst)
[de.wikipedia.org]
[tv.orf.at]
[www.profil.at] Der Schriftsteller Michael Leon schreibt an einem Filmdrehbuch über das Leben von Bruno Balz
[tv.orf.at]
[www.drehbuchforum.at]
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13528608.html (In der Meldung im Spielgel über den Tod des Künstlers, 1988, wurde sein Lebenslauf nicht einmal gestreift.)
Die Studie: Kapya Komana, Colonizing African Values: How the U.S. Christian Right is Transforming Sexual Politics in Africa, USA, 2012. in: The Public Eye, Hg. Political Research Associates.
Links: [www.publiceye.org]
[www.publiceye.org] (6 Seiten)
[www.publiceye.org] (68 Seiten)
http://www.publiceye.org/
[www.csdso.org]
Protest
und Übergabe des Offenen Briefes an die Universitätskinderklinik Leipzig,
21.09.2012

"Erwachsene, die als Kinder kosmetischen Genitaloperationen unterzogen
wurden, beklagen seit den 1990er-Jahren öffentlich die "Zerstörung des
sexuellen Empfindens" und der "körperlichen Unversehrtheit" durch diese
Eingriffe, welche sie als "Genitalverstümmelung" erfahren.
Wir betroffene Menschen bitten Sie deshalb inständig, einerseits die offenbar auch im Universitätsklinikum Leipzig üblichen, fragwürdigen Praktiken an Kindern mit "atypischen" körperlichen Geschlechtsmerkmalen zu überprüfen, und andererseits auch endlich eine umfassende und verantwortungsvolle Aufarbeitung der Vergangenheit in Angriff zu nehmen, und bitten um eine diesbezügliche Stellungnahme innert nützlicher Frist."
>>> Weitere Proteste LEIPZIG 27.-29.09.2012 >>> Info-Flyer (PDF)
Nachfolgend der ganze Offene Brief im Wortlaut: >>> Der Offene Brief als PDF
>>>
Info + Proteste LEIPZIG-DRESDEN-HALLE
19.-30.09.2012 >>> Info-Flyer
(PDF)
>>>
Genitalverstümmelungen in KInderkliniken: Typische Diagnosen und
Eingriffe
>>>
"Aufarbeitung tut not!" Unis, Klitorisamputationen u. a.
"Genitalkorrekturen"
Ihr sollt Krach machen! Aber melodischen bitte. Und damit das auch funktioniert könnt ihr das vier Tage lang, vom 10.Oktober bis zum 13. Oktober auf der Mädchen-Musik-Akademie in Gelsenkirchen üben. Es sind nämlich noch Plätze frei.
Der Aufruf geht vor allem an die jüngeren unter euch: Musikliebende Frauen zwischen 16 und 22 Jahren können von so tollen Musikerinnen wie Danja Atari, Emmy The Great und Doctorella lernen, wie frau sich in der Musikwelt einen Namen macht.
Natürlich sind auch eigene Ideen mehr als gefragt und so versprechen die Oktobertage in Gelsenkirchen gemeinsame Jam-Sessions, Konzerte und sollen auch darüber hinaus den Dialog anregen: Im Internet wollen die Organisatorinnen eine Diskussion schaffen, in der es nicht nur musikalisch, sondern auch genderversiert zugeht.
Die Musikakademie ist Teil des Projekts „Mädchen und Frauen in der populären Musik – (k)ein Gender Thema?“ und da können wir natürlich nur wild mit dem Kopf nicken: Natürlich ist es das. In der aktuellen Missy 03/12 erzählen wir von Girls Rock Camps, wie wichtig sie sind und einen festen Platz in der Musikszene haben sollten. Alles Nötige zur Anmeldung in Gelsenkirchen findet ihr hier.
Wann&Wo Vom 10. bis zum 13. Oktober in Gelsenkirchen im Kulturzentrum flora.
Nachdem wir mehrere Themen als zu vorbereitungsintensiv in kurzer Zeit auf später verschoben haben, widmen wir uns dieses Mal gemischten Aktivitäten der letzten und vor allem der nächsten Zeit. Wir begreifen uns neuerdings politisch als Multiplikator_innen, was allerdings von der Bundeszentrale für politische Bildung noch nicht als unterstützenswerter Bildungsauftrag erkannt wurde. Also tingeln wir zu Werbezwecken von Workshop zu Workshop und berichten heute enthusiastischst davon.
Marlen war bei den Antisexistischen Praxen, Joke war (allerdings nur als Konsument_) bei den Kulturtagen der Gehörlosen, unser Chor wird bei Wigstöckel auftreten, Joke workshopt bei der Trans*tagung und Steff bei der Hamburger Frauenhochschulwoche. Was wir da gemacht haben, wie wir das fanden und was demnächst auf uns zukommen wird - heute hier aus erster Hand.
Download (mp3, 52,8 MB)
Musik: Vernon Lenoir - Zwiebelkuchen / erschienen auf dem Album netBloc Vol. 38: Sojourn In A Sonic Odyssey
Links:
Antisexistische Praxen V - Programm (pdf) mit Unterpunkten auch zu Community Accountability
“Marsch für das Leben” - what the fuck! - Plakat (pdf)
LesMigraS - unterstützung geben (pdf) - Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit Gewalt und Diskriminierung
Arbeitskreis mit ohne Behinderung - die Broschüre Aus.Schluss - Barrierefrei veranstalten! hier als pdf oder hier die einzelnen Texte
Lesbisch Schwule Filmtage Hamburg
Wigstöckel 2012
ihdl - i heart digital life, mit der Steff zusammen den Workshop macht.
Zur Frauen*Hochschulwoche Hamburg haben wir noch keine Informationen gefunden.
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| Foto: Sima Samar - afghanwomennews.blogspot.com |
Unter dem Motto „Komm, mach MINT.“ werden attraktive, zukunftsträchtige Studien- und Berufsfelder aus Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik für Frauen erschlossen, so dass auch Schülerinnen ihre individuellen Talente im MINT-Bereich entdecken und entfalten können. Unter anderem werden erfolgreiche Ingenieurinnen und Naturwissenschaftlerinnen als Vorbilder präsentiert.
Foto: Marie du Vinage
Rote Backsteinhäuser, Bänke, die zu einem Päuschen einladen, hier und da ein kurioses Konstrukt, und viele Türen die zu unterschiedlichen Projekten führen - auf dem Gelände der Kunstfabrik „Flutgraben e. V.“ im Berliner Alt-Treptow mangelt es nicht an kreativen Plänen, ständig entsteht Neues. Hier hat auch die „alpha nova-kulturwerkstatt & galerie futura“ ihre Räumlichkeiten, in denen sie all jene Kunst ausstellt, die sich kritisch mit Geschlecht auseinandersetzt.
Wie wird Geschlecht im genetischen Bereich konstruiert? – Das ist die zentrale Frage der derzeitigen Ausstellung „Double blind“ von Marion Denis. Die Künstlerin sucht nach der Bestimmung des Geschlechts in einem humangenetischen Labor.
Marion Denis zeigt in ihrer Ausstellung „Double blind“ zwei Fotoreihen: Eine dokumentiert die Sicht einer Humangenetikerin auf Geschlechterbestimmung, die andere den Blick einer Künstlerin auf dasselbe Phänomen. Dadurch soll die künstlerische und die wissenschaftliche Perspektive miteinander verwoben werden. Die Verknüpfung von Wissenschaft, Kunst und Politik ist ein spannender Angelpunkt für die Kuratorinnen und Inhaberinnen der Galerie: Anne Kohl und Katharina Koch.
Eigentlich gibt es „alpha nova-kulturwerkstatt & galerie futura“ schon seit 1986, nur hat sich seit Oktober 2011 einiges verändert: Die frühere Organisatorin Uta Koch-Goetze hat das Projekt nach 25 Jahren Arbeit an ihre Tochter Anne Kohl abgegeben. Gemeinsam mit Katharina Koch beschäftigen sich die beiden Doktorandinnen nun damit, frischen Wind in die Organisation zu bringen.
Der Ausstellungsraum richtet sich nicht mehr ausschließlich an Künstlerinnen, sondern allgemein an Kunstprojekte, die geschlechterkritisch sind, ganz gleich welches Geschlecht die Person hat. Dennoch wissen die Kuratorinnen, dass Frauen benachteiligt sind, wenn es darum geht Kunst auszustellen und Kunst zu verkaufen. Deshalb liegt auch nach wie vor der Fokus auf der Integration der Frau.
Neben den Ausstellungen bieten die beiden auch Workshops und Lesungen zu unterschiedlichen Themen. Häufig geht es darum, KünstlerInnen dabei zu unterstützen, selbstständig auf dem Kunstmarkt zurecht zu kommen. Fragen wie, „wie trete ich auf? Wie verkaufe ich mich und meine Kunst am besten? Oder was ist die KSK?“ werden dort genauso erörtert, wie fachspezifische Aspekte den jeweiligen Ausstellungen entsprechend. „Das funktioniert total“, freuen sich die beiden.
Einiges wollten die beiden an der „alpha nova-kulturwerkstatt & galerie futura“ nach der Übernahme ändern, aber auch nicht alles: „Tradition erben kann auch etwas Schönes sein“, und so haben sie den Namen der Galerie beibehalten, obwohl er „ziemlich 80s“ ist.
Wann & Wo „Double Blind“-Austellung seit dem 15. September bis zum 20. Oktober in der „alpha nova-kulturwerkstatt & galerie futura“ in Alt-Treptow in Berlin.
Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!
>>>
Gelungene 3-teilige Schwerpunktsendung des Leipziger Studierendenradios
Mephisto 97.6 aus Anlass der >>> Intersex-Proteste
in Leipzig zur "ESPE 2012", vor der Unikinderklinik und zur "DGU 2012"
(noch
bis Samstag!), zum online nachören und herunterladen,
herzliches Dankeschön an alle Beteiligten!
Inkl. einem Studiogespräch mit Daniela
"Nella" Truffer und yours truly a.k.a. Markus Bauer, und einem supertypischen
Statement von Prof. Dr. med. Roland Pfäffle, seines Zeichens
Kinderendokrinologe der Lepiziger Universitäts- kinderklinik (gleich zu Beginn
des 3. Teils):
"Ich denke in der Mehrzahl der Fälle lässt sich für den Patienten eine eindeutige Diagnose stellen, und auch eine Geschlechtsfestlegung zumindest vorschlagen, die später kaum in Zweifel gezogen werden kann. Es bleiben Grenzfälle vorhanden und in diesen Grenzfällen stellt dies dritte Geschlecht eine Möglichkeit dar. Dennoch glaube ich bleibt es ein Provisorium, weil die allgemeine Akzeptanz eines dritten Geschlechtes in dem Sinne ist noch schwierig meiner Einschätzung nach."
Fazit: Egal wie sehr am Thema vorbei und an den Haaren herbeigezogen – Hauptsache eine gute Ausrede zum ungehemmt weiterverstümmeln ...
>>> Info-Flyer
(PDF) >>>
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Eingriffe
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"Genitalkorrekturen
Wer vor hat, sich irgendwann ein Eigenheim zu bauen oder eines zu kaufen, ist mit dem bausparen an der richtigen Stelle. ein Bausparvertrag bringt nur Vorteile und sorgt dafür, dass man sich irgendwann den Wunsch erfüllen kann. Eine sehr gute Seite, in der Sie sich informieren und gegebenenfalls gleich verschiedene Angebote vergleichen können ist [www.meinbausparen.at.] Dort finden Sie nützliche Informationen und Tipps rund um das Thema Bausparen. Auch können Sie gleich ausrechnen, welcher Sparbetrag und welches Unternehmen das richtige für Sie wäre. Bausparen- Die Vorteile Man hat eine große Auswahl an verschiedenen Tarifen und kann sich so das passende Angebot, welches für einen geeignet ist, zusammenstellen. Die Höhe der Zinsen wird von vornherein vereinbart und steigt die Jahre über definitiv nicht an. So ist man natürlich schon mal auf der sicheren Seite und weiß, was man von Anfang bis Ende monatlich zahlen muss. Menschen, die kein allzu hohes Einkommen haben, bekommen auf die Einzahlung des Bausparvertrages eine Wohnungsbauprämie. Zudem können Sonderzahlungen, ohne irgendwelche Vorfälligkeitszinsen oder sonstiges geleistet werden, was natürlich sehr positiv ist. Desweiteren wird das Bausparen staatlich gefördert. Wann sollten Sie keinen Bausparvertrag abschließen? Ist Ihr Hauptziel nur eine Geldanlage für spätere Zeiten, sollten Sie definitiv keinen Bausparvertrag abschließen. Bausparen dient tatsächlich nur dafür, sich den Wunsch eines Eigenheims zu verwirklichen. Auch als eine Altersvorsorge ist das Bausparen nicht gedacht und wird nirgendswo empfohlen. Bei geringverdienenden Menschen dagegen, kann ein Bausparvertrag tatsächlich als eine Geldanlage abgeschlossen werden. Trotzdem sollte dies bedacht sein und nicht blind beschlossen werden.

In Leipzig trifft sich aktuell eine der hauptverantwortlichen Genitalabschneider-Standesorganisationen zur "DGU 2012" (64. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie).
• 3 FRIEDLICHE PROTESTE (jeweils
CCL beim Haupteingang)
#1 Do 27.9. 08:00-19:30h Congress Center Leipzig,
Messe-Allee 1
#2 Fr 28.9. 08:00-17:30h Congress Center Leipzig,
Messe-Allee 1
#3 Sa 29.9. 08:30-14:30h Congress Center Leipzig,
Messe-Allee 1
Helft mit, die TäterInnen daran zu erinnern, dass wehrlose Kinder zu verstümmeln NICHT OK ist!
>>> Info-Flyer
(PDF) >>>
Info + Proteste LEIPZIG-DRESDEN-HALLE 19.-30.09.2012
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Genitalverstümmelungen in KInderkliniken: Typische Diagnosen und
Eingriffe
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"Aufarbeitung tut not!" Unis, Klitorisamputationen u. a.
"Genitalkorrekturen"
Ines Rössl und Marion Guerrero kommentieren in der aktuellen Ausgabe von Juridikum die im März ergangene Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte zur Stiefkindadoption (Gas und Dubois gegen Frankreich). Der Text ist in derStandard.at auch online zu finden.
Kinder in homosexuellen Partnerschaften: Die neuen Bastarde
von: Indes Rössl und Marion Guerrero
in: Juridikum, Zeitschrift für Kritik, Recht, Gesellschaft, Nr. 2/2012, derStandard.at vom 25. September 2012
Link: http://derstandard.at/1347492950903/Kinder-in-homosexuellen-Partnerschaften-Die-neuen-Bastarde
Bereits zum siebenten Mal startet im Oktober die bundesweit beachtete CampusThüringenTour. Sie führt Schülerinnen der Klassen 10 bis 13 an gleich sieben Thüringer Hochschulen. Vom 21. bis 25. Oktober 2012 lernen die Teilnehmerinnen zukunftsweisende Studienfächer aus den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) kennen, erhalten exklusive Einblicke in Forschungslabore und können sich bei Experimenten aktiv ausprobieren. Von Ilmenau aus besuchen sie die Universitäten in Ilmenau, Jena und Weimar und die Fachhochschulen in Erfurt, Jena, Nordhausen und Schmalkalden. Anmeldungen zur Tour sind ab sofort möglich.
Am 27. September findet im Historischen Rathaus in Osnabrück (Markt, 49074 Osnabrück) von 8.30 - 13.00 Uhr der Infotag Wiedereinstieg - Frauen starten durch statt. Besucherinnen erhalten Informationen von Unternehmen und Verbänden zum Wiedereinstieg, sowie Möglichkeiten und Hilfen rund um die berufliche (Neu-)Orientierung. Weitere Themen sind Existenzgründung/Selbstständigkeit sowie Familienmanagement.
Der NRW-Schulwettbewerb "Fuel Cell Box" zur Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnik begann am 25.09.12 zum achten Mal. Ziel des Wettbewerbs den die EnergieAgentur.NRW wieder in Kooperation mit der H-TEC Education GmbH durchführt, ist es, das Verständnis für den Energieträger "Wasserstoff" und die Effizienztechnik "Brennstoffzelle" in den weiterführenden nordrhein-westfälischen Schulen noch besser zu platzieren.

FOTO: Vivian Maier, Galerie Hilaneh von Kories, John Maloof Collection
In Einem Lager in Chicago wurde erst kürzlich das riesige Werk einer der begabtesten VertreterInnen der Street Photography entdeckt – posthum. Vivian Maier arbeitete als Kindermädchen und behielt ihre Leidenschaft für sich. Ihre sagenhaften Werke sind jetzt auch in Buchform gesammelt. Missy verlost zwei Mal „Street Photographer”.
Der glimmend weiße Petticoat einer Dame auf dem Weg zum Auto ihrer Verabredung, ein halbstarker Junge mit Propellerflugzeug und Boxhandschuhen in der Hand, ein skulpturenhafter Berg aus leeren Holzboxen in einem Hinterhof: Durch die Linse von Vivian Maiers Rolleiflex-Kamera wird das Chicago der 50er-Jahre zum Leben erweckt.
Bis 2009 war die Fotografin, deren Werk nun frenetisch gefeiert wird, gänzlich unbekannt. Auch deswegen gleicht die rätselhafte und verschrobene Biografie Vivian Maiers (1926–2009) noch einem nächtlichen Nebelfeld. Bis zu ihrem Tod 2009 lebte sie von ihrer minimalen amerikanischen Rente in einem Chicagoer Altenheim, ohne dass sie auch nur einen einzigen Menschen über ihr bedeutendes Oeuvre in Kenntnis gesetzt hätte. Familien, in denen sie als Kindermädchen arbeitete, beschreiben sie als einen Outcast.
Sie war eine Frau, die mit eigenbrötlerischer Manier auf die eingeschränkte Freiheit der Frau in den 50er-Jahren reagierte. Von den meisten Menschen ihrer Umgebung wurde sie deshalb als schroff und unzugänglich wahrgenommen. Die von ihr behüteten Kinder schätzten sie allerdings als zwar strenges, aber vor allen Dingen kreatives und naturliebendes Kindermädchen: Auf Jagd nach wilden Erdbeeren im Wald oder beim Inspizieren von mumifizierten Tieren war Maier den Kindern eine hervorragende Komplizin.
Mit ihrem großen Schlapphut und weitem Herrenmantel pflegte Maier an ihren freien Sonntagen durch die Straßen zu ziehen – so entstand ihr fotografisches Werk, das momentan von Kritikern in seiner Relevanz mit dem eines Henri Cartier-Bresson gleichgesetzt wird.
Ebenfalls außergewöhnlich ist die Geschichte der Veröffentlichung ihres Werkes: Die Garage, in der ihre Sachen gelagert waren, wurde noch vor ihrem Tod aus finanziellen Gründen aufgelöst, ihre Habseligkeiten zur Auktion freigegeben. Hier ersteigert ein junger Mann namens John Maloof einen Karton mit Fotografien. Auf welchem Schatz er mit diesem Kauf sitzt, begreift er jedoch erst, als er die Bilder digitalisiert, auf der Fotoplattform Flickr veröffentlicht und Lob von Kritikern aus aller Welt dafür bekommt. Kurz darauf sucht Maloof nach der Fotografin der ersteigerten Bilder: Er findet lediglich die Todesanzeige der eine Woche zuvor Verstorbenen.
Ganz im Gegenteil zum aktuellen Internetwahn, in dem jede Person KünstlerIn auf einer Blog-Plattform sein kann, ist Vivian Maier das Antonym zum Selbstdarstellungsbedürfnis unserer Generation. Der Grund für ihre Zurückhaltung bleibt jedoch unklar: War es reiner Kunstanspruch, Kontaktmöglichkeit für die Menschenscheue oder mangelndes Selbstbewusstsein für ihre herausragenden Arbeiten? Sicher ist: Das geheimnisvolle Schweigen Vivian Maiers wird noch laut in die Fotografiegeschichte tönen.
Wer gerne eins der Exemplare von “Street Photographer” hätte, sendet eine Mail mit dem Stichwort “Vivian Maier” bis zum 30.09. an [email protected].
Geboren: am 01.02.1926 in New York.
Gestorben: am 21.04.2009 in Chicago.
Bekannt als: das eigenbrötlerische Kindermädchen next door.
Hätte bekannt werden müssen als: eine der größten Fotografinnen des 20. Jahrhunderts.
Text: Dorothee Leesing, in: Missy Magazine 03/12
Dieses Statement ist aus der Perspektive der weiß positionierten Autorinnen der Mädchenmannschaft geschrieben, da diese die Verantwortung für die Ermöglichung rassistischer Reproduktionen während der Jubiläumsfeier der Mädchenmannschaft tragen. Dennoch haben Nadia, Sabine und accalmie in den letzten Tagen intensiv ihre Ressourcen und vor allem Energie zur Verfügung gestellt, in dem sie in ausführlichen E-Mails Feedback gaben und Kritik äußerten, an Texten (mit)gearbeitet und an internen Diskussionen teilgenommen haben. Im Statement ist von verschiedenen “wir” und “uns” die Rede. In den bisher geführten internen Diskussionen wurde diese Problematik mehrfach von allen diskutiert, da dies eine Differenzierung zwischen den weiß positionierten und of Color Perspektiven darstellt, mit der nicht alle Women of Color innerhalb des Mädchenmannschaftskollektives zu jedem Zeitpunkt glücklich und einverstanden sind. Wie dieser Widerspruch, unsere verschiedenen Positioniertheiten in einem gemeinsamen “wir” zu versammeln, gleichzeitg aber unterschiedliche Verantwortlichkeiten kenntlich zu machen, gelöst werden kann oder ob er überhaupt lösbar sein kann, dafür haben wir zum jetzigen Zeitpunkt noch keine abschließende Antwort finden können.
Am vergangenen Samstag kam es auf der Geburtstagsfeier der Mädchenmannschaft während der Podiumsdiskussion “Netzinitivativen” zu wiederholten rassistischen Handlungen. Wir bitten um Entschuldigung für die Duldung dieser Vorfälle, unsere unangemessene Reaktion darauf und unsere Unfähigkeit, einen safer space für People of Color herzustellen. Das war vollkommen inakzeptabel und ein Zeugnis mangelnder awareness und Vorbereitung. Wir bitten auch dafür um Entschuldigung, dass es mehrere Tage gedauert hat, bis dieses Statement veröffentlicht werden konnte und dass wir uns auch erst am Dienstag an die Podiumsteilnehmerinnen Dr. Daniele G. Daude und Julia Brilling sowie an Noah Sow, die ursprünglich als Musikerin auf der Veranstaltung gebucht war, direkt gewendet haben, als uns bereits Kritik per E-Mail von Dr. Daniele G. Daude und Julia Brilling erreicht hatte.
Gedächtnisprotokoll zur Podiumsdiskussion “Netzinitiativen”
Auf dem Podium saßen Julia Brilling für Hollaback!BLN, Dr. Daniele G. Daude für Bühnenwatch und Sandra Steinitz für Sl*twalk Berlin (im Folgenden benannt mit SW bzw. SW Berlin). Moderiert werden sollte das Podium von Anna-Sarah von der Mädchenmannschaft (MM).
Nach der Vorstellung der Initiativen durch die Podiumsteilnehmerinnen äußerten Dr. Daniele G. Daude und Julia Brilling mehrfach Kritik am Umgang der SW-Organisator_innen mit den aktuellen Blackface- und Niqab-Vorfällen auf dem SW Berlin 2012, bezogen sich dabei auch konkret auf die Debatte bei Facebook, die am Tag der MM-Veranstaltung ein besonderes Ausmaß an Zurschaustellung weißer Überlegenheitsgesten und Rassismusverharmlosung erreichte (eine entsprechende Contentwarnung gilt für den verlinkten Facebook-Thread). Kritik wurde von beiden auch am Umgang der SW-Orga mit den Kritiken aus dem vergangenen Jahr geäußert, es ging z.B. um die Problematik der Aneignung des Wortes ‘Sl*t’ (‘Schl*mp*’), weiterhin um produzierte Ausschlüsse und die Ignoranz diesen gegenüber.
Sandra Steinitz verstrickte sich in Rechtfertigungsversuche und derailte die von Dr. Daniele G. Daude und Julia Brilling geäußerte Kritik, Unmut von Teilnehmer_innen of Color und von wenigen weiß positionierten Teilnehmer_innen aus dem Publikum folgte, sowie weiterhin Kritik von Julia Brilling und Dr. Daniele G. Daude an konkreten Aussagen von Sandra Steinitz.
Im Publikum gaben sich vier bis fünf weiß Positionierte als Organisator_innen von SW Berlin zu erkennen und skandalisierten den Diskussionsverlauf, ebenfalls mit Rechtfertigungen, Abwehrhaltung und Derailing, zum Teil mit Umkehrungsrhetoriken. Julia Brilling und Dr. Daniele G. Daude reagierten, ebenso Teilnehmer_innen of Color und wenige weiß positionierte Teilnehmer_innen.
Anna-Sarah lenkte die Debatte auf ein neues Thema, doch die anwesenden SW-Organisator_innen kommentierten weiter das zuvor Gesagte und unterbrachen mehrfach. Sabine stand auf und wies eine der Organisator_innen zurecht.
Die Organisator_innen von SW Berlin äußerten sich wiederholt rassistisch und reproduzierten weiße Dominanz und Abwehr. Einige Teilnehmer_innen of Color verließen den Raum.
Nach einem Signal von und Verständigung mit Sabine stoppte Magda den Verlauf der Podiumsdiskussion mit dem Verweis, dass gerade Women of Color den Raum verlassen haben und ein Weitermachen keinen Sinn ergäbe. Ein_e Teilnehmer_in kritisierte, dass Betroffene den Raum verlassen müssen und nicht die Sl*twalk-Organisator_innen. Nach der Beendigung der Podiumsdiskussion verließ die SW-Orga den Raum besonders sicht- und hörbar, indem sie sich zudem gegenseitig Mitleid aussprachen für die “schlimme Situation”.
Noah Sow sagte daraufhin ihr Konzert ab und gab die Bühne frei für ein spontanes Panel von WoC. Auf dem Panel: Dr. Daniele G. Daude, Noah Sow und die Mädchenmannschaftsautorinnen accalmie, Nadia und Sabine. Sie äußerten Kritik am Verlauf der letzten Veranstaltung, am weiß positionierten Teil der Mädchenmannschaft als Organisatorinnen sowie ungenügender Sensibilität für safer spaces für Menschen, die von Rassismus betroffen sind. Bis auf wenige Teilnehmer_innen waren alle noch dagebliebenen Teilnehmer_innen und Organisatorinnen der Veranstaltung anwesend (etwa 50). Nach etwa einer halben Stunde war dieses spontane Panel beendet und damit gleichzeitig die gesamte Veranstaltung.
Selbstkritik
Auf der Veranstaltung wurden Rassismen reproduziert, weiße Dominanzstrategien konnten ausgeübt werden und wurden von Seiten der weiß positionierten MM-Orgas bis zum Abbruch der Veranstaltung nicht unterbunden. Dr. Daniele G. Daude und Julia Brilling erfuhren bei ihren Interventionen von den Verantwortlichen unter uns keinerlei Unterstützung. Nicht alle weiß positionierten MM-Orgas waren für die Dauer der Veranstaltung anwesend und_oder intervenierten. Lediglich Magda intervenierte auf Sabines Handzeichen hin sicht- und hörbar mit dem Abbruch der Veranstaltung. Dieser viel zu späte Stopp der Podiumsdiskussion führte allerdings auch dazu, dass Dr Daniele G. Daude und Julia Brilling auf dem Podium ihre Kritik weder an die SW-Organisator_innen, noch an die Moderation und die Veranstalterinnen des Events richten konnten und ist somit mehrfach kritikwürdig: Nicht nur wurde zu spät von den Verantwortlichen unter uns interveniert, im Augenblick der Intervention wurde auch der Raum für Kritik an der Veranstaltung und den Veranstalterinnen geschlossen. Aufgrund der Unfähigkeiten weiß positionierter Mädchenmannschaftsautorinnen mussten sich Dr. Daniele Daude und Julia Brilling, die eigentlich von uns eingeladen worden waren, um die Arbeit von Bühnenwatch und Hollaback!BLN vorzustellen, in einer Rolle auf dem Podium wiederfinden, die mit der ursprünglich vorgesehenen und von ihnen akzeptierten kaum noch etwas zu tun hatte. Diese Unfähigkeiten haben auch dazu geführt, dass wir erst einige Tage nach der Veranstaltung (und erst nachdem uns das Feedback der beiden erreicht hat) an Dr. Daniele G. Daude und Julia Brilling persönlich herangetreten sind, um für diese Zumutungen um Entschuldigung zu bitten.
Im Vorfeld der Party hatten wir Richtlinien formuliert, die in dem Veranstaltungsprogramm, welches am Samstag ausgehängt war und auch für die Besucher_innen zum Mitnehmen bereit lag, abgedruckt waren. In diesen versuchten wir deutlich zu machen, dass es sich bei #MMwird5 um eine feministische Veranstaltung handelt, die einen herrschaftskritischen Anspruch erhebt, dass wir als Veranstalterinnen diskriminierende (Sprach)Handlungen nicht dulden und im Fall von solchen Interventionen erfolgen müssen. Diese Guidelines wurden von den weiß positionierten Organisatorinnen nicht beachtet/nicht in Anspruch genommen.
Die MM-Organisatorinnen hatten bereits vor Beginn der Planungszeit für die Veranstaltung Kenntnis von den Kritiken an der SW-Bewegung, auch speziell an der SW Berlin Orga von 2012 und aus dem vergangenen Jahr. Dies war für uns jedoch kein Grund eine Einladung von SW Berlin zu #MMwird5 nicht in Erwägung zu ziehen. Auch am Tag des SW selbst hatten wir bereits Kenntnis von den Blackface und Niqab-Vorfällen. Auch das war für uns kein Grund, SW Berlin wieder auszuladen, die einen Tag später ihre definitive Zusage zur Podiumsdiskussion bekundeten. Aus der Nachfrage seitens der SW-Orga, ob sie mit zwei Vertreter_innen auf dem Podium sitzen könnten, ergab sich für uns keine interne Problematisierung dieser Forderung. Wir lehnten die Bitte der SW-Orga ab, danach kommunizierte die Moderatorin weiter mit den Podiumsteilnehmerinnen.
Am Tag der Veranstaltung erreichte uns mehrfach die Frage, ob wir nach den aktuellen Vorfällen auf dem SW und den Rassismus reproduzierenden Äußerungen die Podiumsteilnehmerin der SW-Orga nicht wieder ausladen wollen_könnten. Wir diskutierten diese Hinweise mehrfach in verschiedenen Personenkonstellationen, auch wenige Stunden vor der Podiumsdiskussion (Anna-Sarah, Sabine, Nadine), diese Diskussionen führten aber zu keinen konkreten Ergebnissen. Eine Ausladung wurde von uns in Betracht gezogen, aber nicht weiter verfolgt.
Den weiß positionierten MM-Orgas hätte klar sein müssen, dass auf der Podiumsdiskussion Rassismen reproduziert werden könnten. Die Vorfälle während des Panels kamen also für keine von uns überraschend. Wenn schon keine Ausladung von unserer Seite erfolgte, hätte also eine Erklärung, welchen Zweck wir der Diskussion in der vorliegenden Konstellation zugedacht hatten, sowie sofortige Intervention (und ggf. Ausschluss_Raumverweis) durch die weiß positionierten MM-Orgas bei den ersten problematischen Sätzen erfolgen müssen. Ersteres ist nicht passiert (weder gegenüber den Teilnehmerinnen auf dem Podium, noch gegenüber dem Publikum), letzteres erst viel zu spät. Dieses Feedback wurde auch direkt nach der Podiumsdiskussion an uns herangetragen sowie als Kritik in unserer Feedbackbox formuliert.
Der SW Berlin war zu der Diskussion eingeladen worden, weil wir Organisationen dabei haben wollten, die den Brückenschlag zwischen Online-Gründung_Planung und Offline-Aktionen schafften. Außerdem sollte es Raum für die (notwendigen) Kritiken geben. Eine Ausladung schätzten einige weiß Positionierte von uns als Paternalismus gegenüber Kritiker_innen ein. Diese Einschätzung war falsch, weil wir damit den weißen Dominanzstrategien der SW Berlin Orga Raum gegeben haben. Der Raum für Kritik wurde auf dem Rücken von PoC und anderen Betroffenen von Rassismus unsererseits bereitgestellt, weshalb die weiß positionierten MM-Veranstalterinnen Verantwortung für die ausbleibenden Interventionen und mehrfachen Wiederholungen von Rassismen und weißen Dominanzen tragen. Das Panel hätte auch ohne die Slutwalk-Orga stattfinden können. Letzten Endes lag der Fokus stärker darauf, das Panel zu organisieren und zu besetzen, als darauf, eine entsprechende awareness-Struktur zu schaffen. Das Stattfinden der Diskussion stand im Vordergrund und wir haben in Kauf genommen, dass dies auf Kosten eines halbwegs sicheren Raumes für PoC geschieht.
Unabhängig von dem Panel zeigte sich unsere geringe awareness auch darin, dass wir einen Workshop durch eine Mädchenmannschafts-Kolumnistin zugelassen haben, in dem alleinig aus einer weißen Position über Frauen in der ägyptischen Revolution gesprochen wurde und – nach Berichten – die Diskussion sich fast ausschließlich um das Thema “Kopftuch” drehte. Keine von uns war in diesem Workshop anwesend und intervenierte. Einige weiß positionierte Autorinnen und Nadia aus dem MM-Team hatten den Workshop bereits im Vorfeld diskutiert, nachdem der erste Titelvorschlag der Referentin durch das Orgateam abgelehnt worden war. Es hatte also auch in diesem Fall Bedenken gegeben, die nicht zu einschreitenden Aktionen geführt haben.
Trotz der internen Bedenken auch bei weiß positionierten Organisatorinnen der Veranstaltung bezüglich der Reproduktion von Rassismen und der Gefährdung eines in Ansätzen “sicheren” Raumes für PoC und Betroffene von Rassismus, auch – aber nicht nur – im Kontext der Podiumsdiskussion und des Workshops zur ägyptischen Revolution, wurde nur zeitweise oder im Fall des Workshops gar nicht über eine Umbesetzung der jeweiligen Veranstaltungen mit einer anderen Initiative/einer anderen Workshop-gebenden Person nachgedacht.
Insgesamt gab es keine internen Diskussionen und Arbeitsprozesse zur Gestaltung eines “sicheren” Raumes für People of Color und Betroffene von Rassismus. Die weiß positionierten Organisatorinnen von uns erwarteten nicht, dass sich dieser Raum von selbst schaffen würde, unternahmen dennoch nur wenige Anstrengungen diesbezüglich. Zwar konzipierten sie die Veranstaltung insgesamt mit einem rassismuskritischen Anspruch, wurden diesem aber nicht gerecht, weil sie ihn nicht konsequent dauerhaft und intensiv mitgedacht hatten, dementsprechend keine konkreten Maßnahmen überlegt und umgesetzt wurden.
Die weiß positionierten Organisatorinnen haben keine Struktur geschaffen, in der sich weiß positionierte Teilnehmer_innen in der (Mit)Verantwortung sahen zu intervenieren. Die Veranstaltung war trotz der Erfahrungen, dass dies nötig sein würde, nicht so vorbereitet/konzipiert, dass sich alle, die partizipieren, als verantwortlich begreifen müssen. Es gab zwar Verhaltens-Guidelines, doch wurde auf diese weder konsequent und regelmäßig hingewiesen, noch gab es genügend Personen, die konkret auf die Einhaltung geachtet haben.
Dauerhafte Arbeits- und Kritikprozesse während der Organisationsarbeit für die Veranstaltung mit den Autorinnen of Color der Mädchenmannschaft wurden nicht in Betracht gezogen, weil die weiß Positionierten nicht die Ressourcen von Betroffenen in Anspruch nehmen wollten. Wir erkennen an, dass diese Haltung eine Überschätzung unserer Kompetenzen in Sachen Rassismuskritik, Inklusions- und Raumpolitik, Unterstützungs- und Interventionspraxis darstellte, wie die Realitäten zeigen. Wir haben darüber hinaus zu spät erkannt, dass “Raum geben für Kritik am SW” und “sicheren” Raum für Betroffene von Rassismus schaffen sich nicht gegenseitig ausschließen, sondern dass es Aufgabe der weiß positionierten MM-Veranstalterinnen gewesen wäre, diesen Ort für Artikulationen möglichst frei von Rassismen zu halten oder im schlechtesten Fall sofort zu intervenieren. Wir waren nicht dazu in der Lage, einen solchen Ort zu schaffen. Dafür und für die Konsequenzen, die dies für nicht weiß positionierte Teilnehmer_innen auf dem Podium und im Publikum hatte, bitten wir um Entschuldigung.
Letztlich konnten sich auf #MMwird5 lediglich weiß positionierte Personen halbwegs sicher bewegen, eine antisexistische Infrastruktur haben wir in Teilen ermöglicht, eine antirassistische und rassismuskritische jedoch nicht. In einigen Sexismus reproduzierenden Situationen haben wir interveniert, in anderen, die wir im Nachhinein zugetragen bekamen, nicht. Diskussionen und Gespräche mit einigen Betroffenen haben wir bereits vor Ort geführt. Auch wurde auf der Veranstaltung offensichtlich, dass Themen und Positioniertheiten bezüglich der Überlagerung verschiedener Machtverhältnisse unsichtbar waren und_oder nicht genügend Sensibilität und Beachtung erfuhren.
Schlussfolgerungen
Wir haben uns in den letzten Tagen intern intensiv mit der Veranstaltung auseinandergesetzt. Dieses Statement verstehen wir nicht als Abschluss, sondern als Beginn weiterer Auseinandersetzungen mit weißen Dominanzstrategien, Privilegien und Machtverhältnissen, auch innerhalb der Mädchenmannschafts-internen Strukturen. Für uns stellen sich zum jetzigen Zeitpunkt folgende Fragen: Welche sozialen Positioniertheiten erhalten in der Konsequenz welchen und wieviel Raum bei uns? Wem ist es überhaupt möglich ohne die Gefahr weiterer Verletzungen an der Mädchenmannschaft zu partizipieren? Welche Ressourcen werden zur Verfügung gestellt, welche werden in Anspruch genommen? In welchen Situationen und in welchem Ausmaß kommen gesellschaftlich hergestellte und zugewiesene Privilegierungen zum Tragen? Wie können wir anderen Positioniertheiten mehr Raum geben bzw. Raum, den wir uns als weiß Positionierte nehmen, abgeben, ohne weiße Dominanzstrategien und Privilegierungen fortzuschreiben, Verantwortung oder Aufgaben an andere zu delegieren? Wie können interne Strukturen so gestaltet werden, dass sich die Autorinnen, die bereits Teil des Teams sind, wohl_er fühlen?
Uns ist bewusst, dass diese Fragen noch sehr allgemein gehalten sind, sie sollen erste Erkenntnisprozesse spiegeln und ständiger Anstoß für praktische Überlegungen sein. Nachfolgend haben wir uns Gedanken gemacht, wie ein erster Entwurf dieser Überlegungen aus weiß positionierter Perspektive aussehen könnte.
In der nächsten Zeit werden wir das Gespräch mit Teilnehmer_innen von #MMwird5 suchen und Feedback und Kritik in unsere Aufarbeitungs- und Reflexionsprozesse einbeziehen. Wir wollen uns konkret mit den Privilegien und Machtprozessen, die auch der (Zusammen)Arbeit der Mädchenmannschaft zu Grunde liegen, auseinandersetzen und uns vor allem auch hinsichtlich Interventionsmöglichkeiten von privilegiert Positionierten schulen. Die Ergebnisse dieser Arbeitsprozesse sollen nach Möglichkeit transparent und offen für Kritik_Interventionen gestaltet werden.
Bezüglich des Workshops “Frauen in der ägyptischen Revolution” werden wir die Kolumnistin der Mädchenmannschaft, die den Workshop gegeben hat, mit der Kritik konfrontieren und eine Stellungnahme einfordern. Sollte sich die Verantwortungsübernahme der betreffenden Workshopgeberin als weiß Positionierte in diesem Aufarbeitungsprozess nicht wiederfinden, halten wir personelle Konsequenzen nicht für ausgeschlossen.
Wir wollen zukünftig mögliche Ausschlüsse von bestimmten Personen und Initiativen schon vor politischen Veranstaltungen konsequenter diskutieren, aber auch insgesamt unsere Bündnispolitik sensibler gestalten. Dabei wollen wir transparent machen, warum wir bestimmte Initiativen/ Organisationen/ Aktionen unterstützen und warum andere nicht.
Auf zukünftigen Veranstaltungen der Mädchenmannschaft müssen wir für die Anwesenheit von Personen sorgen, die sich kontinuierlich dafür verantwortlich fühlen, diskriminierende Aussagen und Handlungen zu ahnden (Awareness-Team). Entsprechend wollen wir selbst uns nicht nur auf Mädchenmannschafts-eigenen Veranstaltungen als aktive Teilnehmerinnen in der Verantwortung und Lage sehen, zu intervenieren.
Eine Möglichkeit, uns entsprechend zu sensibilisieren, sehen wir in einem Critical Whiteness Training für die weiß positionierten Autorinnen unter uns, um uns hinsichtlich eigener Privilegien stärker zu sensibilisieren und an Interventionsmöglichkeiten und -verantwortlichkeiten praktisch zu arbeiten. Über weitere Handlungsansätze werden wir uns in der kommenden Zeit informieren und austauschen.
Abschließend wollen wir uns für die Kritik_en und Rückmeldungen, die wir im Zuge von #MMwird5 bekommen haben, bedanken, weil diese bestimmte Erkenntnissprozesse ermöglicht oder angeregt haben. Wir sind uns darüber im Klaren, dass diese Erkenntnisprozesse auf dem Rücken von People of Color und anderen von Rassismus betroffenen Personen angestoßen wurden und möchten deswegen nochmals um Entschuldigung bitten.
Anna, Anna-Sarah, Charlott, Helga, Magda, Nadine, Viruletta
Heute bin ich auf den Tag genau einen Monat in Edinburgh. Seit meinem letzten Eintrag hat sich erstaunlich wenig getan, denn die organisatorischen Abläufe in meinem Leben ziehen sich gerade wie Kaugummi.
Zunächst wäre da die finanzielle Situation in Schottland… Geld abheben und mit (Kredit/EC) Karte zu zahlen kostet jedes Mal Gebühren und allein die zahlreichen unterschiedlichen Gebühren herauszufinden hat Zeit und Nerven gekostet. Ich habe nun ein Konto in UK eröffnet, was an sich kein Problem war. Jedoch dauerte es Tage bis ich meine Kontodetails erfuhr, noch mehr Tage bis ich eine Debit-Karte hatte und noch viel mehr Tage (nämlich bis heute keine Spur davon) bis die Zugangsdaten für das Onlinebanking ankommen werden. Wahrscheinlich war es ein Fehler zu Santander zu gehen (ein ander Mal eventuell noch mehr dazu warum), aber ich möchte ungern noch ein Konto eröffnen.
Dann der nächste Brocken: Als wir einzogen war noch eine aktive o2 Internetleitung (DSL am Telefonnetz, da Kabel leider nicht verfügbar in unserer Gegend) und Router von den Vormieterinnen vorhanden. Der Vermieter meinte wir sollen diese einfach nutzen und nach dem Ablaufen einen eigenen Vertrag mit einem Provider unserer Wahl machen. Soweit so gut. Was uns nicht bewusst war: Es dauert (obwohl bereits eine Telefonleitung, Anschlüsse, usw. alles vorhanden) über einen Monat bis ein_e Techniker_in vorbeikommt um den Anschluss “freizuschalten” wenn man einen neuen Vertrag abschließt. Das Servicepersonal wird von sämtlichen Telefongesellschaften geteilt, deshalb war es auch völlig egal bei welchem Provider wir anfragten. Eines Morgens hatten wir also kein Internet mehr und der Anbieter unserer Wahl - TalkTalk nannte mir fröhlich den 24. Oktober als Termin für unseren neuen Anschluss. Bäm. Auf die Frage, was ich denn jetzt so lange ohne Internet tun sollte, kam die Antwort, dass ich ja ein Dongle verwenden könne. Nach Recherche musste ich leider feststellen, dass es höchstens Dongles mit 1-5GB Daten gibt die noch dazu höllisch teuer sind. Für einen Monat und zwei Informatiker_innen beinahe undenkbar. Ein Berater bei o2 meinte dann, wir könnten ja Tethering verwenden und einen Mobilfunkanbieter finden der Unlimited Internet anbietet, o2 gehört leider nicht dazu. Also wagten wir den Schritt zu giffgaff. Die SIM kam auch drei Tage nach Bestellung an und wir hatten wieder Internet (lustigerweise über das o2 Netz). Das ging nun auch ganze vier Tage gut bis heute eine erboste Mail eintrudelte. Wenn wir nicht innerhalb von 48 Stunden das mit dem Tethering bleiben lassen, dann wird der Internetverkehr für diese Karte gesperrt. Damit ich nun also nicht irgendwo zwischen Starbucks und Uni leben muss, habe ich zähneknirschend so ein 5GB Dongle bei Three bestellt.
Generell fällt es mir unglaublich schwer mit Menschen zu telefonieren die einen schottischen oder anderen Akzent haben. Telefonate mit irgendwelchen Providern aller möglicher lebensnotwendiger Güter sind mein persönlicher Albtraum geworden. Jedoch ist es sicher auch eine Chance Gehör und Sprache zu trainieren.
Das Studium verläuft gerade ähnlich holprig und auch nicht mehr so rosig wie anfangs. Leider war es mir nicht möglich innerhalb der kurzen Zeit (eine Woche) eine_n Supervisor für meine Bachelorarbeit zu finden. Ich habe mit verschiedenen Personen gesprochen und musste letztendlich den_die Supervisor von der Uni zuweisen lassen, da keine der Personen freie Kapazitäten hat. Das Ergebnis der Zuweisung erfahre ich morgen und dann muss ich einen “dringenden” Termin mit dieser Person wahrnehmen um mein Thema festzulegen. Ursprünglich hätte ich am Freitag eine konkrete Beschreibung des Themas einreichen sollen, was nun glücklicherweise auf nächste Woche verschoben wurde. Das Thema wird in die Richtung Security auf mobilen Geräten gehen und die Arbeit an diesem Projekt geht von jetzt bis Ende April. Die Module die ich gewählt habe (Security and Forensics Computing, Information: Society and Security) gefallen mir bisher sehr gut. Bei beiden gibt es eine 2-Stunden-Lecture pro Woche und im Anschluss ein 2-Stunden-Tutorial. Im ersten Modul besteht das Tutorial aus praktischen Versuchen mit Intrusion Detection Systemen, Sniffern und anderen Tools und Programmieraufgaben. Beim zweiten Modul ist das Tutorial eine offene Diskussion in der systematisch Szenarien durchgegangen werden. Insgesamt stehen dieses Trimester 3 Courseworks, 2 Tests und eine Klausur an, was im Gegensatz zum Studium in Deutschland angenehm überschaubar ist, da in den Laboren keine Leistungen erbracht werden müssen.

Am Freitag, dem 28. September, stellt Martin Gössl das von ihm herausgegebene Buch "Von der Unzucht zum Menschenrecht" vor. Es ist vor allem eine Quellensammlung zu lesbisch-schwulen Themen in den Debatten des österreichischen Nationalrats von 1945 bis 2002, enthält aber auch persönliche Erinnerungen von Peter Schieder und einen Beitrag zur Strafrechtsreform 1971 von Hans-Peter Weingand.
"Von der Unzucht zum Menschenrecht" - Vortrag mit Diskussion mit Martin J. Gössl
Wann: Freitag, 28. September 2012, 19:30 bis 21:30
Wo: HOSI Zentrum, Fabrikstraße 18, 4020 Linz
Eintritt: freie Spende
Aus der Ankündigung:
Martin Gössl erschließt in dieser umfangreichen Quellensammlung die Grundlagen für ein Gesamtbild der Geschichte der Lesben und Schwulen in Österreich. Die Sammlung fesselt – und das sicher nicht nur Historikerinnen und Historiker, sondern auch interessierte Laien. Ganz unterschiedliche Ansätze sind nämlich denkbar, wie dieses Buch gelesen und ausgewertet werden kann: Vom rein am Inhalt der Beiträge und jeweiligen Beschlüssen orientierten geschichtlichen Interesse bis hin zur rein an Sprache und Diktion interessierten Auswertung, wie im Hohen Haus von uns geredet wurde. Gerade Letzteres dürfte auch für ein breites Publikum sehr interessant sein, denn die Quellen lesen sich so spannend, weil sie wie Beiträge aus unvorstellbar lang vergangener Zeit klingen – und doch häufig noch ganz jungen Datums sind.
Der Band enthält zusätzlich die persönlichen Erinnerungen von Peter Schieder, der bei der Strafrechtsreform 1971 als junger APÖ-Abgeordneter beteiligt war, sowie einen Beitrag zur Strafrechtsreform 1971 von Hans-Peter Weingand, der auf neuen Material aus dem Nachlaß des damaligen Justizministers Christian Broda beruht.
Das Buch: Martin J. Gössl: "Von der Unzucht zum Menschenrecht". Eine Quellensammlung zu lesbisch-schwulen Themen in den Debatten des österreichischen Nationalrats von 1945 bis 2002, 2012. Edition Regenbogen - Studienreihe Homosexualität, Bd. 4, Ö 2012, 264 S., Broschur, € 29.00 ISBN/EAN: 978-3-902080-03-5
Links: [www.hosilinz.at]
[www.loewenherz.at]
[www.homo.at]
[www.hosilinz.at]
http://grazerfrauenrat.at/fb/sites/default/files/kalendarium/Buchpr%C3%A4sentation%20von%20Martin%20J.pdf
Das Modelabel für Lesbians & Friends – NJULEZZ - startete zum Weltkindertag 2012 am 20. September die Initiative „Don’t fucking touch me!“ im Kampf gegen sexuelle Gewalt gegen Mädchen und Frauen. Das Herzensprojekt der Gründerinnen sammelt über den Verkauf von Jutebeuteln und Postkarten Spenden für den Verein „Notruf und Beratung für sexuell misshandelte Frauen und Mädchen e.V. Mannheim“. Die ersten Erlöse sollen der Einrichtung kurz vor Weihnachten übergeben werden.
„Wir hoffen, dass wir mit dieser Initiative viele unserer Kunden und Kundinnen überzeugen können ihren Teil zur Unterstützung dieser tollen Einrichtung und der wertvollen Arbeit, die dort geleistet wird, beizutragen“, sagt Sabrina Dirks, die Gründerin von NJULEZZ.
Die Jutebeutel sind für 9,90 €, die Postkarten für 0,99 € ab dem 20. September 2012 auf www.njulezz.de zu kaufen. Der Erlös wird gespendet.
NJULEZZplease support our campaign #dontfuckingtouchme against sexual violence against girls&women.njulezz.de/don-t-touch/ twitter.com/njulezz/status…
— njulezz (@njulezz) September 20, 2012
NJULEZZ interpretiert weiblichkeit und deren individuelle schönheit abseits des mainstream. unabhängig von gängigen normen. wir lieben frauen mit lässigem styling und mut im herzen. fashion ohne zwang - anziehen. wohlfühlen. lieben. // NJULEZZ legt großen wert auf die passform der shirts und hoodies. was ihr hier bekommt ist weder zu kurz geschnitten und lädt zum bauchtanz, noch stellt es euer dekolleté ins rampenlicht. JUST MADE FOR US.
Kontakt: [email protected] // www.njulezz.de
Notruf und Beratung für sexuell misshandelte Frauen und MädchenDer gemeinnützige Verein „Notruf und Beratung für sexuell misshandelte Frauen und Mädchen e.V. Mannheim“ wurde 1983 von frauenbewegten Studentinnen der Hochschule für Sozialwesen Mannheim gegründet. Die Beratungsstelle ist als freier Träger der Jugendhilfe anerkannt, hat 3,5 Fachstellen, die interdisziplinär besetzt sind mit Diplom Psychologinnen, einer Diplom Pädagogin und einer Diplom Sozialpädagogin, alle Fachkräfte haben Zusatzausbildungen, insbesondere in Psychotraumatologie.
Das Leistungsspektrum der Beratungsstelle umfasst die Beratung und Therapie für Mädchen und Frauen, die sexualisierter Gewalt erleben mussten, sowie Prozessvorbereitung und Begleitung. Ferner die Beratung von Müttern, Vätern und andere unterstützende Familienangehörige und Bezugspersonen. Ein großer Schwerpunkt ist auch die Beratung von Fachkräften z.B. des Jugendamtes, der Kindertagesstätten oder Lehrerinnen und Lehrer in Schulen sowie Fachkräften aus dem medizinischem Bereich. In der Regel geht es hier um den Verdacht auf sexuellen Missbrauch. Dazu hat der Verein, gemeinsam mit dem Stadtjugendamt Mannheim, Leitlinien zum Vorgehen bei Verdacht entwickelt.
Ein weiteres Aufgabengebiet ist die präventive Arbeit im Sinne von pädagogischen Angeboten für Gruppen oder Schulklassen zur Stärkung des Selbstbehauptungs-potenzials für Mädchen und Jungen sowie die spezifische Wissensvermittlung und Aufklärung. Ebenso die Wissensvermittlung in Form von Informationsveranstaltungen für Eltern und Fachkräfte und für die allgemeine Öffentlichkeit. Der Verein bietet zudem Fortbildungen für Fachkräfte aus dem psychosozialen und pädagogischen Bereich an und setzt sich für die Entwicklung eines regionalen Netzwerkes aller mit dem Thema befassten Fachkräfte und Institutionen ein.
Kontakt: 0621-10033 // [email protected] // www.maedchennotruf.de
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NJULEZZ und Mädchennotruf starten Initiative gegen sexuelle Gewalt ist ein Artikel des Blogs • homonauten •. Einige Rechte vorbehalten!

cc filia
Mädchen und jungen Frauen eine eigene Stimme geben - damit andere zu- und hinhören. Dass möchte die Hamburger Frauenstiftung Filia mit ihrem neugegründeten Mädchenbeirat bewirken, der für eine real stattfindende basisdemokratische Partizipation der Mädchen innerhalb von Filia steht. Der Beirat setzt sich aus elf Mädchen im Alter von 14 bis 21 Jahren zusammen, die gemeinsam darüber entscheiden, welche der bei Filia eingereichten Projekte finanzielle Förderung und Unterstützung bekommen sollen. In diesem gänzlich neuen Konzept eines direkten Partizipationsrechts junger Frauen über die Projekte anderer Mädchen und Frauen wird genau hingesehen, ob innerhalb der eingeschickten Projekte auch diejenigen zu Wort kommen, die betroffen sind. Die Mädchen des Beirats wählen solche Projekte aus, bei denen andere Mädchen und Frauen ihre Stimme erheben und zeigen, dass sie laut sein können, mit ihrem Anliegen an die Öffentlichkeit möchten.
Es ist das selbstbestimmte Arbeiten, die eigenen Entscheidungsmöglichkeiten und das gemeinsame Wirken, was die Begeisterung der Mädchen im Beirat ausmacht. Das Glücksgefühl, selbst etwas mitbewirken zu können, drückt ein Mädchen so aus: „Ich bin jetzt total motiviert, weil ich weiß, dass ich wirklich was bewegen kann.“
Die vom Mädchenbeirat ausgewählten Projekte werden komplett über die Gemeinschaftsstiftung finanziert, weshalb Filia für ihre Förderung auch weiter um Spenden für die regionalen oder überregionalen Projekte bittet.
Anlässlich des 1. Internationalen Mädchentags am 11. Oktober 2012 lädt Filia und der Mädchenbeirat unter dem Motto „¡Mädchen ermutigen!“ ab 18 Uhr zu einer Veranstaltung in die Segler-Vereinigung-Altona-Övelgönne in Hamburg ein.
Die Veranstaltung wird ganz im Zeichen des neuen Mädchenbeirats stehen. Was bewegt die jungen Frauenrechtlerinnen? Welchen Sinn erfüllt die Arbeit für jede Einzelne von ihnen? Wie stehen sie zu den Problemen junger Mädchen und Frauen in ihrem Umfeld und wie schätzen sie die Lage junger Frauen global ein? Zu der Veranstaltung sind vier Vertreterinnen des Mädchenbeirats eingeladen, welche über ihre Arbeit sprechen werden. Desweiteren haben sich Vertreterinnen diverser Förderprojekte angekündigt, die sich und ihre Projekte vorstellen werden. Moderiert wird die Veranstaltung von Missy Chefredakteurin Chris Köver. Neben Präsentationen der geförderten Projekte soll es ebenfalls Raum und Zeit für Gespräche und Diskussionen geben.
Für musikalische Zwischentöne sorgt die wundervolle Hamburger Musikerin Derya Yildirim, welche die Ohren ihrer ZuhörerInnen an diesem Abend mit türkischer Musik bezaubern wird.
Wo & Wann
Alle Informationen zu Filia und der Veranstaltung am 11. Oktober findet ihr auf der Filia-Website. Die VeranstalterInnen bitten euch um eine Anmeldung bis zum 04. Oktober unter [email protected] oder unter 040 – 380 381 990.
Avant-Cello, Computerklassik, Loop-Cellistin - dies sind nur drei Bezeichnungen von vielen, mit denen Journalisten die Musik der ultra-sympathischen und pfiffigen Cellistin aus San Francisco zu beschreiben versuchen. Missy traf Zoe Keating in Berlin zum Video-Interview!
Missy Magazine interviewt: Zoe Keating from Missy Magazine on Vimeo.
Frankreich - Der Gesetzesentwurf über die Ehe für alle (ohne Einschränkung des Geschlechts) soll am 31. Oktober dem Ministerrat vorgelegt werden. Die Grundzüge des Entwurfs hat Justizministerin Christiane Taubira bereits vor zwei Wochen im Gespräch mit der katholischen Tageszeitung "La Croix" bekannt gegeben:
* Gleichgeschlechtliche Paare werden zu den gleichen Bedingungen und mit den gleichen Rechtswirkungen heiraten können wie verschiedengeschlechtliche Paare
* Sowohl die Stiefkindadoption wie die gemeinsame Adoption eines fremden Kindes wird ermöglicht
* Eine "Vermutung der Vaterschaft" (Elternschaft) bei Geburt eines Kindes in aufrechter Ehe wird es bei gleichgeschlechtlichen Paaren nicht geben
* Keine Änderungen bei der medizinisch unterstützten Fortpflanzung und Leihmutterschaft
Auf die Frage der Journalistinnen erklärte Taubira außerdem, dass es keine Ausnahmeregelung für Standesbeamte oder Bürgermeister_innen geben werde, die aus persönlicher Überzeugung gegen die Ehe für Schwule und Lesben sind: "Wir leben in einem Rechtsstaat. Das bürgerliche Recht wird geändert. Es gilt für alle, auch für Bürgermeister_innen."
Zur Ausweitung des Zugangs zur medizinisch unterstützten Fortpflanzung sagte Taubira, dass die Forderung danach von den Vertreter_innen der Zivilgesellschaft immer wieder vorgetragen werde, sie sei aber nicht Teil des vorliegenden Gesetzes über die Öffnung der Ehe. Die Leihmutterschaft soll in Frankreich jedenfalls verboten bleiben.
Am 22. September wurde von der Wochenzeitung "La Vie" ein Entwurf des Gesetzesvorschlags publiziert, der seither für Diskussionen sorgt. Er enthält die Definition: Die Ehe wird von zwei Personen verschiedenen Geschlechts oder des gleichen Geschlechts geschlossen (Art. 143), sowie die Möglichkeit der Adoption und die Regelung, dass die Eltern sich über den Familiennamen des (adoptierten) Kindes und im Fall eines Doppelnamens über die Reihenfolge einigen müssen. (Ohne Einigung bekommt das Kind den Doppelnamen in der alphabetischen Reihenfolge.)
François Hollande hatte sich im Laufe der Jahre zwar immer wieder dafür ausgesprochen, dass Lesben Zugang zur medizinisch unterstützten Fortpflanzung haben sollten, in seiner offiziellen Wahlkampfplattform war dieser Punkt aber nicht enthalten und bei Diskussionen sagte er, dass er nichts versprechen werde, das er nicht erfüllen kann.
Kritiker_innen aus den Reihen der LGBT-Gruppen sprechen nun von einem Minimalentwurf und einer enttäuschenden Alibilösung. Den Vertretern der römisch-katholischen Kirche geht er freilich viel zu weit. Sogar Papst Benedikt hat sich vor einigen Tagen eingemischt: "Die Familie ist das Fundament des gesellschaftlichen Lebens. Sie ist bedroht, weil viele falsche Vorstellungen von der Natur des Menschen haben", warnte der 85-Jährige am Freitag bei einer Ansprache vor französischen Bischöfen und erklärte, das "Existenzrecht der Familie in der Gesellschaft" zu verteidigen, sei nichts Rückwärtsgewandtes, sondern vielmehr prophetisch.
Die Ehe für alle war ein erklärtes Wahlversprechen François Hollandes und soll nach übereinstimmenden Erklärungen diverser Regierungsmitglieder noch im ersten Halbjahr 2013 realisiert werden.
Links: [www.la-croix.com]
[blog.francetvinfo.fr]
[www.lavie.fr] (der inoffiziell veröffentlichte Entwurf)
[www.lavie.fr]
[www.lefigaro.fr]
[yagg.com]
[www.kleinezeitung.at]
[www.muenchner-kirchenradio.de]
http://gayoesterreich.at/eu-europa/eu-a-europa-news/frankreich/3728-gesetzesentwurf-homo-ehe-ministerrat-frankreich.html
[www.ggg.at]
[www.thinkoutsideyourbox.net]
Noch einmal ein kleiner Literaturhinweis, weil ich gerade noch einmal lese. Helga Satzinger erläutert in „Differenz und Vererbung“ auch, wie bestimmte Chromosmen- und Hormontheorien bzgl. Geschlecht von anderen abgelöst wurden:
„In den Jahren zuvor [in den 1920er Jahren] war das Konzept der genetischen und hormonellen Geschlechterwandlung und -mischung sehr breit diskutiert worden, die Dominanz des bipolaren Modells war erst in den 1930er Jahren durch das Fehlen ihrer Vertreter, die emigrieren mussten, zustande gekommen.“ (Satzinger 2009: 399)
Satzinger (2009) liefert ganz wichtige Zugänge für Geschlechterforschung und Naturwissenschaft - wie bestimmte Theorien erdacht wurden, welchen Anteil Frauen daran haben; …und welchen Einfluss politische Rahmenbedingungen haben - der Hitlerfaschismus in Deutschland. Es ist eine exzellente Arbeit und sollte Grundlage für zahlreiche weitere Ausarbeitungen sein!
Satzinger, H. (2009): Differenz und Vererbung: Geschlechterordnungen in der Genetik und Hormonforschung 1890 – 1950. Köln etc.: Böhlau Verlag. Hier findet sich eine Rezension.
Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) gratuliert seinem Gründungsmitglied und Bundesvorstand Manfred Bruns zur Auszeichnung mit dem von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes neu geschaffenen „Preis für das Engagement gegen Diskriminierung“. Als erster Preisträger wird Manfred Bruns damit für sein über Jahrzehnte gehendes Engagement für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender und Intersexuellen (LSBTI) in Deutschland und weltweit gewürdigt.
Seit den 1980er Jahren ist der Bundesanwalt a.D. und Träger des Bundesverdienstkreuzes Manfred Bruns mit unermüdlichem Wirken an der Beseitigung der Diskriminierung von LSBTI und deren rechtlicher Gleichstellung an vorderster Front beteiligt. Von 1987 bis 1990 war er eine wichtige Stimme in der Enquête-Kommission des Deutschen Bundestages „Gefahren von AIDS und wirksame Wege zu ihrer Eindämmung“. 1990 engagierte er sich im neu gegründeten Schwulenverband in Deutschland (seit 1999 Lesben- und Schwulenverband) und wurde 1991 erstmals in den LSVD-Bundesvorstand gewählt. Im Jahre 2007 gehörte Manfred Bruns zu den Gründungsstiftern der Hirschfeld-Eddy-Stiftung, der LSVD-Menschenrechtsstiftung. Als Vorstandsmitglied ist es auch seinem Engagement zu verdanken, dass die Stiftung ihr umfangreiches Wirken entfalten konnte.
Mit hohem juristischem Sachverstand hat Manfred Bruns am Lebenspartnerschaftsgesetz, das 2001 in Kraft trat, entscheidend mitgewirkt. Seine Argumente haben bei der Weiterentwicklung des Gesetzes durch das Bundesverfassungsgericht und den Europäischen Gerichtshof große Wirkung gezeigt. Auch hat Manfred Bruns erheblichen Anteil am Zustandekommen des „Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes“ von 2006. Mit Hilfe seiner umfangreichen Ratgeber- und Mustertexten können sich Lesben und Schwule bis heute gegen Diskriminierung und Ungleichbehandlung gut gerüstet zur Wehr setzen. Für unzählige rechtlichen Rat suchende gleichgeschlechtliche Paare wie für von Diskriminierung betroffene Lesben und Schwule ist Manfred Bruns eine zentrale Anlaufstelle. Mit nicht nachlassendem Arbeitseifer ist er für den gesamten LSVD oft der „Fels in der Brandung“.
Verleihung des Preises für das Engagement gegen Diskriminierung an Manfred Bruns: Begrüßungsworte von Christine Lüders bit.ly/SH2EZC
— homonauten.de (@homonauten) September 28, 2012
Mit der Wahl von Manfred Bruns hat die ADS deshalb einen hochverdienten und durch seine Arbeit Maßstäbe setzenden ersten Preisträger gewählt. Im Namen der thüringischen LSVD-Mitglieder schließt sich Conrad Gliem vom LSVD-Landesvorstand den Glückwünschen an und bedankt sich sehr herzlich für das bisherige Engagement für die Gleichstellung von Lesben und Schwulen auch hier in Thüringen.
Inhaltsquelle: (c) LSVD Thüringen, Markus Ulrich / Bildquelle: (cc) Wikipedia
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Manfred Bruns ist erster Preisträger für Engagement gegen Diskriminierung ist ein Artikel des Blogs • homonauten •. Einige Rechte vorbehalten!
Derzeit darf die medizinisch unterstützte Fortflanzung in Österreich nur von Ehepaaren und verschiedengeschlechtlichen Lebensgefährt_innen in Anspruch genommen werden.
Weiters empfiehlt die Bioethikkommission eine Gleichstellung der in-vivo und in-vitro Fertilisation bei der Samenspende. Derzeit ist die Regelung so, dass (verheiratete oder in heterosexueller Lebensgemeinschaft lebende) Frauen sich je nach medizinischer Notwendigkeit mit dem Samen des eigenen Partners oder mit Spendersamen künstlich befruchten lassen können. Die in-vitro Befruchtung ist hingegen nur mit dem Samen des eigenen Partners zulässig. Dagegegen hatte im Vorjahr ein Paar erfolglos vor dem EGMR geklagt. (S.H. and others v. Austria, 03.11.2011, AZ 57813/00)
Auch die Eizellenspende sollte nach dem Empfehlungen freigegeben werden. Weiterhin unzulässig soll hingegen die Leihmutterschaft sein. Da damit schwulen Paaren, anders als Lesben, weiterhin keine Möglichkeit haben, eigene Kinder zu bekommen, empfiehlt die Kommission die Öffnung der Adoption für schwule Paare.
Die Empfehlungen der Bioethikkommission sind, wie deren Vorsitzende Christiane Druml erklärte, nicht einstimmig beschlossen worden. Eine Minderheit innerhalb der Kommission war für die Beibehaltung der bisherigen, restriktiven, Regelungen. Am Zug ist nun der Gesetzgeber.
Links: [www.bundeskanzleramt.at] (Pressemitteilung vom 21. September 2012)
[www.bundeskanzleramt.at] (Volltext der Stellungnahme, 100 Seiten)
[www.ggg.at]
Der Kampf um einen Platz in der Filmbranche ist ein harter. Ein ungleich harter ist es vor allem für Frauen. Erschreckend wenige boxen mit. Das zeigt auch die Bilanz der diesjährigen 65. Filmfestspiele in Cannes. Von 22 nominierten Filmen in der Hauptkategorie ist nicht ein einziger von einer Filmemacherin dabei gewesen. Dieses Dilemma hat sich die junge Regisseurin Isabell Suba aus Berlin zum Thema ihres neuen Films „Männer zeigen Filme und Frauen ihre Brüste“ gemacht. Sie erzählt ihre eigene Geschichte und zwar von sich als junge Regisseurin in Cannes, in genau diesem Jahr und dafür wollte sie nicht warten bis sie genug Geld zusammen hat: Das Rohmaterial ist schon im Kasten, finanziert durch eigene Ersparnisse. Für die Produktion sammelt sie nun Spenden auf einer Crowdfunding-Website.
Die Idee für das Filmprojekt über Cannes begann damit, dass Isabell Suba in diesem Jahr mit einem ihrer Filme nach Cannes eingeladen wurde. Ihr Kurzfilm „Chica XX Mujer“ wurde als einer von mehreren Auserwählten außerhalb vom Wettbewerb gezeigt. Die Filmfestspiele Cannes sind natürlich der Traum einer jeden Jungregisseurin, nicht nur weil es das eigene Können bestätigt, sondern auch weil man neue Projekte und Jobs an Land ziehen kann. Allerdings sind sie auch eine große Herausforderung, denn die Branche wird von vermeintlichen Alphamännchen dominiert.
Statt sich also auf eigene Faust ins Haifischbecken zu begeben, hatte Isabell Suba den Einfall, die Filmfestspiele als Kulisse für ihren neuen Film zu nutzen: Sich selbst lässt sie von Schauspielerin Anne Haug spielen, und stellt ihr den Produzenten Matthias Weidenhöfer, im Film David Wendlandt, zur Seite.
Zusammen fahren sie nach Cannes und die beiden Schauspieler schlagen sich als Isabell Suba und David Wendtlandt durch und versuchen an neue Filmprojekte zu kommen. Das allein ist schon schwer genug. Eine reine Dokumentation hat die Regisseurin Isabell Suba aber nicht geplant: Emotionaler Troubel musste her. Und so inszeniert sie, dass ihr gespieltes Ich und Produzent Wendtlandt sich zunächst nicht ausstehen können. Protagonistin Isabell ist homosexuell und David alles andere als verständnisvoll, wenn es um Geschlechterproblematiken geht.
Männer zeigen Filme & Frauen ihre Brüste! Movie Teaser from Isabell Šuba on Vimeo.
Im vergangenen Mai sind Isabell Suba und Co. also in Cannes gewesen und haben während der Filmfestspiele sieben Tage lang gedreht. Das Material ist da und verspricht eine richtig gute Mischung aus Dokumentation, Drama und Komödie zu werden, davon kann man sich im Trailer überzeugen. Für die Produktion brauchen sie allerdings Geld und dafür haben sie eine Crowdfundingseite eröffnet. Die Aktion läuft noch und wem sie gefällt, der kann einen beliebigen Betrag ab 5 Euro dafür spenden, dass der Film „Männer zeigen Filme, Frauen ihre Brüste“ im Kino laufen wird.
Der 17. MainzerMedienDisput findet Mitte Oktober statt. Die Besetzung der diversen Diskussionspanels ist eindeutig. Ein offener Brief unserer ersten Vorsitzenden Andrea Ernst an Thomas Leif, der die Projektgruppe MainzerMedienDisput anführt. Er ist Mit-Gründer und langjähriger Vorsitzender des Netzwerks Recherche.
In Wissenschaften entscheidet das Geschlecht über Gehalt und Karrieremöglichkeit - eine weitere Studie kommt wiederum zu diesem Ergebnis. In der Süddeutschen Zeitung findet sich hierzu ein lesenswerter knapper Beitrag, in dem es u.a. heißt: „Allein der Vorname, aus dem Arbeitgeber das Geschlecht von Bewerbern ablesen können, entscheidet bei jungen Wissenschaftlern offenbar über Karriere und Verdienst. Steht in den Unterlagen „John“, bieten Professoren aus den Naturwissenschaften 14 Prozent mehr Gehalt und eine bessere Förderung an, als wenn sie „Jennifer“ lesen.“
Zum Beitrag in der Süddeutschen gehts hier.
Zur Studie, die frei im Volltext verfügbar ist, gehts hier.
Die Würde des Menschen ist unantastbar - so ist es ganz vorne im Grundgesetz verankert. Doch allein die Tatsache, dass die Achtung anderer Menschen gesetzlich verankert werden muss, zeigt, dass sie nicht selbstverständlich ist, und dass dagegen verstoßen werden kann. Was ist beispielweise mit StraftäterInnen? Ist ihre Würde auch unantastbar? Inhaftierte in Berliner Vollzugsanstalten haben sich mit diesem Thema in einem Film namens Dornenkronen („Völkerball“) auseinandergesetzt. Der Film feiert morgen (25. September) seine Premiere im Kino Babylon in Berlin-Mitte.
“Völkerball” ist ein fiktiver Film, der fragt, was eigentlich Würde ist, der wissen will, wie die Welt tickt. Er erzählt vom Siegen und vom Scheitern, entwirft Utopien davon, wie es vielleicht auch anders gehen könnte. Gemacht haben ihn Frauen aus der Haftanstalt Berlin-Pankow. Seit Anfang des Jahres arbeiten sie mit professionellen SchauspielerInnen, RegisseurInnen und einem Filmemacher zusammen. In dem Trailer zum Film ist zu sehen, wie unterschiedliche Frauen die Herrschaft an sich reißen, sie wieder abgeben, Träume haben und für ihre Ideale kämpfen.
Wann &Wo Am 25. September um 19:30 Uhr im Babylon Kino
Für die Präsentation ihrer Forschungsarbeiten über eine neue Technik zum Abbilden und Manipulieren kleinster Nano-Magnete wurde die Wissenschaftlerin Anika Schlenhoff von der Universität Hamburg auf der 29. European Conference on Surface Science (ECOSS) in Edinburgh mit dem ECOSS-Preis 2012 ausgezeichnet. Mit diesem Preis werden herausragende Arbeiten von Doktoranden auf dem Gebiet der Oberflächen- und Grenzflächenphysik geehrt.
Ab Mitte September bis 20. November 2012 läuft die Bewerbungsrunde zur OWL Ingenieurin des Jahres. Der Arbeitskreis Frauen im Ingenieurberuf im VDI OWL ruft zum dritten Mal Unternehmen, Hochschulen und Institutionen auf, engagierte Ingenieurinnen vorzuschlagen. Im vergangenen Jahr war die Maschinenbauingenieurin Eva Härmens aus Lippstadt die Gewinnerin des Preises.
Der Hoppenstedt-Branchenmonitor betrachtet in regelmäßigen Abständen unterschiedliche Wirtschaftszweige in Deutschland und ihre Besonderheiten. Anlässlich der vom 20. bis 27. September in Hannover stattfindenden IAA für Nutzfahrzeuge steht die Kraftfahrzeugbranche im Fokus und hier speziell Frauen in Führungspositionen. Denn auch wenn im Privaten oftmals die Frauen beim Autokauf die Kaufentscheidung treffen, der Frauenanteil im Management in der Automobilbranche liegt weiterhin unter dem branchenübergreifenden Bundesdurchschnitt.
Auch in Halle werden im Universitätsklinikum nach wie vor wehrlose Kinder ohne medizinische Notwendigkeit kosmetisch genitalverstümmelt - wie lange noch?!
• FRIEDLICHER PROTEST Di
25.9. 11-15h
Universitätsklinikum Halle (Saale), Ernst-Grube-Straße 40, 06120 Halle (Saale),
vor dem Haupteingang
• INFOABEND Di 25.9.
19h
Katholische Studentengemeinde, An der Moritzkirche 8, 06108
Halle
Helft mit, die TäterInnen daran zu erinnern, dass wehrlose Kinder zu verstümmeln NICHT OK ist!
>>>
Radio Corax 10.10. >>> Alle
Aktionen 19.-30.09.2012 >>> Info-Flyer
(PDF)
>>>
Bericht bbz-lebensart.de >>>
Podiumsdiskussion Radio Corax 6.11.
>>>
Genitalverstümmelungen in KInderkliniken: Typische Diagnosen und
Eingriffe
>>>
"Aufarbeitung tut not!" Unis, Klitorisamputationen u. a.
"Genitalkorrekturen"
Früher kam der Vater erst dann ins Spiel, wenn seine Kinder aus dem gröbsten raus waren. Es lag ja auch nahe: “Gerade in der ersten Lebensphase scheint das Kind eher mit der Mutter verbunden zu sein”, erläutert Reinhard Winter, Pädagoge und Leiter des Sozialwissenschaftlichen Instituts in Tübingen (SOWIT). “Ziehen sich Väter dann zurück, treten sie in eine Falle.”
Das kann weitreichende Folgen haben: In den ersten Lebensjahren entwickeln Kinder das, was Psychologen Bindung nenne - eine enge und auf intensive Gefühle basierende Beziehung. “Das lässt sich später nicht nachholen”, erklärt Holger Simonszent, Psychologe in Gauting.
Eine solche Bindung kann ein Säugling zu Mutter und Vater entwickeln - vorausgesetzt, beide sind in dieser Lebensphase sehr präsent. Für berufstätige Väter jedoch ist das oft mit praktischen Hindernissen verbunden.
Die ersten Lebensmonate und -jahre des Kindes fallen häufig mit einer Zeit zusammen, in der der Vater beruflich stark belastet ist. Pausiert die Mutter einige Zeit in ihrem Job, ist der Druck noch höher. Da bleibt nicht viel Zeit für den Sohn. Wichtiger als die Häufigkeit sei aber die Qualität, sagt Simonszent. “Auch in kurzer Zeit lässt sich sehr viel Positives bewirken.”
Haben Väter in der Säuglingsphase ihres Kinder viel versäumt, können sie auch später noch eine funktionierende Beziehung aufbauen. “Eine gute Basis dafür sind feste Rituale, gemeinsame Wochenenden auch mal ohne Mama oder gemeinsame Hobbys”, rät Hans-Georg Nelles, Vorsitzender des Väter-Experten-Netzwerks in Düsseldorf (VEND-eV) vor.
Voraussetzung für das Engagement des Vaters ist, dass ihm die Mutter dafür genug Entfaltungsspielraum gibt und sich immer wieder zurücknimmt. “Im Säuglingsalter ist wichtig, dass sie ihm zutraut, die Fürsorge für das Kind zu übernehmen”, sagt Simonszent. “Und sie muss akzeptieren, dass ein Vater die Beziehung zu seinem Kind anders gestaltet als eine Mutter.”
Als Bezugsperson ist der Vater für Tochter und Sohn gleichermaßen unverzichtbar. Nur: Alle gemeinsamen Aktivitäten von Vater und Sohn helfen dem Kind, eine männliche Identität zu entwickeln. Hier hat der Vater also eine zusätzliche Funktion. Der Vater sei immer ein Vorbild für den Sohn, an dem er sich reiben und von dem er gleichzeitig lernen kann, sagt Nelles. Beim Rangeln mit dem Vater erfährt der Sohn die eigene Kraft. Mit ihm streitet, rivalisiert und konkurriert er.
Quelle
In der Süddeutschen Zeitung kritisiert Buchautor Ronny Blaschke ("Versteckspieler") die "Castingshow", wie er die öffentlichen Spekulationen um schwule Profifußballspieler bezeichnet. Medien, Politik und restliche Öffentlichkeit sollen sich nicht damit beschäftigen, welcher Fußballer (oder Trainer) denn nun vielleicht schwul ist, sondern mit der Gesellschaft und dem Fußball-Milieu, das ein Coming-out nach wie vor unmöglich macht, schlägt Blaschke vor. Journalisten sollen sich nicht an der Suche nach dem vielleicht schwulen Kicker beteiligen, sondern Personen aus dem Fußball-Millieu befragen, die ihnen verraten können, wie Schwule sich da fühlen, zum Beispiel die Mitglieder der immer zahlreicher werdenden schwul-lesbischen Fanclubs.
Sein Kollege Steffen Dobbert von der Zeit hat genau das gemacht. Gemeinsam mit einigen Mitgliedern der Volksparkjunxx begab er sich zu einem Heimspiel des Hamburger SV gegen Borussia Dortmund.
Ronny Blaschke: Deutschland sucht den schwulen Kicker. Süddeutsche Zeitung v. 22. September 2012
Steffen Dobbert: "Schwul? Na soll'n sie doch!", Zeit online, v. 23. September 2012
Links: http://www.sueddeutsche.de/sport/homosexualitaet-im-fussball-deutschland-sucht-den-schwulen-kicker-1.1474884
[www.zeit.de]
[www.zeit.de]
http://www.volksparkjunxx.de/
http://www.queerfootballfanclubs.org/
[www.fluter.de]
[www.queerfootballfanclubs.org]
[www.ggg.at]
Studienpräsentation: „Lesbische und schwule UnternehmerInnen in Wien“
Datum: Donnerstag, 11. Oktober 2012
Ort: Wirtschaftskammer Wien, Stubenring 8-10 | 1010 Wien, Lounge, Hochparterre
Beginn: 18.30 Uhr
Programm:
ab 18.00 Uhr Einlass
18.30 Uhr Begrüßung
Wirtschaftskammer Wien
Studienpräsentation
19.15 Uhr Plenumsdiskussion
mit dem Studienteam und VertreterInnen der Wirtschaftskammer Wien
ab 19.45 Uhr Vernetzungsmöglichkeit und Buffet
Moderation: Mag.a Nadja Schefzig
Wir bitten um Ihre Anmeldung per Mail an [email protected]
Was bringt Europa den BürgerInnen? Eine Frage, die einer regelmäßigen Zeitungsleserin im Moment oft gestellt und noch viel öfter unbefriedigend beantwortet werden dürfte. Die Akademie Frankenwarte und die Frauenakademie in München stellen diese Frage auch, nur meinen sie damit nicht, wie es um den Euro oder um Griechenland steht, sondern um Europas Frauen. Ihre zentrale Frage ist nämlich: Was bringt Europa ihren BürgerINNEN? Um das zu diskutieren, bieten die beiden Akademien ein Seminar in Würzburg mit Exkursion nach Straßburg an und zwar vom 24. bis zum 26. Oktober. Es sind noch Plätze frei!
Ob Gleichberechtigung im Beruf oder Gender Mainstreaming in allen Lebensbereichen: Oft kamen die entscheidenden Anstöße für mehr Chancengleichheit aus europäischen Ländern. Und heute? Im Seminar wird die aktuelle EU-Krisenpolitik aus Geschlechterperspektive beleuchtet.
Neben der Europäischen Politik allgemein werden Geschlechterdiskurse in Frankreich näher unter die Lupe genommen. Eine Exkursion zum Europaparlament nach Straßburg steht auch an, und nach dem Parlamentsbesuch ist sicher noch Zeit, sich die eine oder andere Ecke der Stadt anzusehen. Um zu untersuchen, wie die Situation von Frauen in (noch) nicht EU-Ländern aussieht, ist ein geschlechterkritischer Blick auf Kroatien geplant.
Zum Gespräch laden unter anderen eine Abgeordnete und eine Abgesandte der Friedrich Ebert Stiftung ein. Anregend wird’s auf jeden Fall und man lernt dazu noch Straßburg plus Parlament kennen. Anmelden könnt ihr euch schnellstmöglich hier.
Wann & Wo Mittwoch bis Freitag, 24. bis 26. Oktober 2012 in in der Akademie Frankenwarte in Würzburg.
Am vergangenen Samstag hat die Mädchenmannschaft ihr fünfjähriges Jubliäum einen Tag lang in der Werkstatt der Kulturen in Berlin gefeiert, mit Hilfe zahlreicher feministischer Personen, Initiativen und Vereine, mit Workshops und Lesungen, Musik und Podiumsdiskussionen. Bei der letzten Podiumsdikussion des Tages, die sich um die Vor- und Nachteile feministischen Netzaktivismus’ drehen sollte, kam es zu einer ganzen Zahl an rassistischen Vorfällen bei der Diskussion um sl*twalks, woraufhin Frauen* of color den Raum verließen und die Diskussion schließlich abgebrochen wurde.
Noah Sow stellte daraufhin ihre geplante musikalische Auftrittszeit zur Verfügung, in der Frauen* of color ein spontanes Panel formten, um Rassismus (und andere Diskriminierungsformen) bei der Party zu benennen und die Verantwortlichen, inklusive der Mädchenmannschaft, zu kritisieren.
An dieser Stelle möchten wir die Kritik, dass eine Diskussion der Ereignisse bislang nur unter dem Label “Selbermachsonntag” lief, aufgreifen, und Euch ein ausdrückliches Forum geben, um die Mädchenmannschafts-Party zu kommentieren, zu kritisieren und zu reflektieren, und Eure Erlebnisse, Erfahrungen, Meinungen, Kritiken und Vorschläge zu sammeln.
Es gibt bereits erste Reaktionen in Form von Blogsposts, unter anderem von Anarchistelfliege, Kotzendes Einhorn und accalmie.
Die Mädchenmannschaft selbst wird in den kommenden Tagen ein längeres Statement veröffentlichen.
Einladung zu unserem nächsten Netzwerktreffen am 10.10.2012, 19.00 Uhr
Das Heinz (www.dasheinz.at), Rudolfsplatz 12 / Ecke Heinrichsgasse, 1010 Wien (Erreichbarkeit: U2/U4, 1, 31 Schottenring)
Sich gegenseitig kennen lernen, vernetzen und aktuelle Themen diskutieren - wir freuen uns darauf, Dich/Sie kennen zu lernen oder wieder zu sehen!
Women only!
Eintritt frei. Anmeldung bitte unter: [email protected]
von Antira-Campus Erfurt:
Rassistische Ausgrenzung durch Security-Mitarbeiter des
Nachtclubs Cosmopolar
Am Samstag, den 2. September 2012, um 00:20 Uhr wollte eine männlliche Person (29 Jahre alt), die Gay-Culture Veranstaltung in der Partylokalität Cosmopolar besuchen. Er wurde vom Security-Personal aufgrund seiner Staatsangehörigkeit nicht in den Club hineingelassen: Wie alle anderen Besucher des Cosmopolars, zeigte die besagte Person ihren Personalausweis. Nachdem die Security dem nicht-Deutschen Partygast signalisierte, dass er nicht rein könne, fragte der Partygast nach dem Grund. Daraufhin zeigte die Security mit seinem Finger auf den Halbmond und Stern, welches auf dem türkischen Personalausweis der abgelehnten Person abgedruckt ist … [weiter bei Antira-Campus]
Wer seinen Laden, Kiosk, oder sonstiges mit einer Frozen Yogurt Maschine erweitern möchte, hat die Auswahl zwischen verschiedenen Herstellern. Die Geräte können als Stand- oder Tischgerät gekauft, gemietet, oder geleast werden. Die Frozen Yogurt Maschinen sehen optisch klasse aus und einige Geräte, wie beispielsweise "Miss Yogurt", ist ein perfekter Blickfang für jede Theke. Die designte Maschine spricht einen sofort an. Auf wie viele Geschmacksrichtungen das Gerät ausgelegt ist, ist genau so frei wählbar, wie das Fabrikat. Frozen Yogurt Maschinen haben stilvolle Gehäuse, die in puncto Mixpumpen an den Standmaschinen, Gefrierzylinder und Größe variabel. An der Vorderseite der Geräte können Mitarbeiter dank vieler LED Warnleuchten, Status und den aktuellen Betriebsmodus überprüfen. Zusätzlich können weiter Informationen, wie die Zapfhebelbetätigung und die Restdauer der Tage bis zum nächsten Wartungsintervall und der nächsten Bürstenreinigung ablesen.
Frozen Yogurt Maschinen ein optimaler BlickfangDie Standmodelle sind Alleskönner, wie beispielsweise Softeis, Yogurteis, Dessert und Sorbets erhältlich. Die Kühlung kann mit einer Wasser- oder Luftkühlung bestellt werden. Als Bedienungsmethode wird auch die Selbstbedienung angeboten. Frozen Yogurt Maschinen sind für jeden Geschmack in jeder Variante auch für kleine Räume stellbar. Die Newcomer des amerikanischen Marktes entscheiden sich vorwiegend für die Frozen Yogurt Maschinen von Taylor. Sie besitzen unter anderem bis zu zwei getrennte Kühlkreisläufe und große Vorratsbehälter. Die Maschinen sind ausgelegt den Yogurt in verschiedenen Konsistenten zu produzieren. Die Vermischungen von mehreren Geschmacksrichtungen, sowie die getrennte Entnahme ist bei den Gel Matic Maschinen optimiert.
Alice Salomon – eine Protagonistin der Moderne
Eine Veranstaltung des Literatur-Salons Potsdamer Straße in Kooperation mit dem Pestalozzi-Fröbel-Haus und dem Metropol Verlag
Wann: Freitag, 28. September 2012, 18 Uhr
Wo: Pestalozzi-Fröbel-Haus, Karl-Schrader-Straße 7-8, Haus 1, Raum 202, 10781 Berlin
Das Gebiet um die Potsdamer Straße war schon vor über 100 Jahren ein Zentrum der bürgerlichen Frauenbewegung. Alice Salomon schloss sich ihr früh an. Ab 1899 leitete sie die Mädchen- und Frauengruppen für soziale Hilfsarbeit, ab 1900 war sie Mitglied im Bund deutscher Frauenvereine. Zusammen mit Josephine Levy-Rathenau gründete Alice Salomon den Berliner Frauenclub von 1900 e.V. Sie war Mitglied im 1905 gegründeten Berliner Lyceum-Club.
Wer: Dr. Adriane Feustel, Historikerin und Leiterin des Alice Salomon Archivs Berlin, ist eine profunde Kennerin des Werkes von Alice Salomon. Sie stellt ihr neues Buch vor: »Das Konzept des Sozialen im Werk Alice Salomons«. Im Gespräch mit Prof. em. Dr. Dr. hc. C. Wolfgang Müller entwirft sie das Bild von Alice Salomon als einer der herausragenden und international renommierten Frauen der Berliner und deutschen Sozial- und Kulturgeschichte.
Sibylle Nägele und Joy Markert lesen Ausschnitte aus Alice Salomons Text von 1899: »Frauenklubs« und stellen die neue Veranstaltungsreihe vor: »Schaut sie an, die Landstraße im Städtemeer. Jubiläen der Potsdamer Straße 2012-2013«.
Es spielt das Duo Musicadentro, Esther Feustel, Violine und Marco Santini, Violine und Klavier.
Eintritt frei
Eine Veranstaltung im Rahmen der Reihe Schaut sie an, die Landstraße im Städtemeer. Jubiläen der Potsdamer Straße 2012-2013
Gefördert durch die Europäische Union, die Bundesrepublik Deutschland und das Land Berlin im Rahmen des Programms „Zukunftsinitiative Stadtteil“, Teilprogramm „Soziale Stadt“.
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Kontakt: Sibylle Nägele und Joy Markert, Literatur-Salon Potsdamer Straße, Telefon (030) 2152031, [email protected],
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Am Dienstag dem 11. Oktober wird in Wien das Ergebnis einer Studie präsentiert, die von der Wirtschaftskammer Wien in Auftrag gegeben und von einem Team der Wirtschaftsuniversität durchgeführt wurde. Die Aufgabe war eine empirische Bestandsaufnahme über Chancen, Risiken und Hindernisse von schwulen Unternehmern und lesbischen Unternehmerinnen in Wien.
Studienpräsentation Lesbische und schwule Unternehmer_innen in Wien
Wann: Dienstag, 11. Oktober 2012, 18:30 (Einlass: 18 Uhr)
Wo: Wirtschaftskammer Wien, Lounge, Stubenring 8-10, 1010 Wien
Eintritt frei, Anmeldung unter diversity(at)wkw.at erbeten
Programm:
ab 18 Uhr: Einlass
18:30: Begrüßung Wirtschaftskammer Wien
Studienpräsentation:
19:15: Plenumsdiskussion mit dem Studienteam und Vertreter_innen der Wirtschaftskammer Wien. Moderation Mag. Nadja Schefzig
ab 19:45: Vernetzungsmöglichkeit
Links: http://portal.wko.at/wk/format_detail.wk?angid=1&stid=693469&dstid=686
http://portal.wko.at/wk/suche.wk?DstID=686&ChID=0&reiter=InternetAktiveInhalte&init=1&itemoffset=0&pagesize=20&details=1&sortierung=TopInhalte&suchbegrifftext=diversity&quicksearch_submit=Suchen
[www.queer-business-women.at]
[www.agpro.at]
Acht Senatoren und 102 Abgeordnete des Repräsentantenhauses erzielten durch ihre Voten 100 Prozent Übereinstimmung mit den Werten der Familienschützer.
Letztere dürften aber die Ergebnisliste vor der Veröffentlichung nicht genau durchgeschaut haben, denn der New Yorker (ex-)Abgeordnete Christopher Lee hat mit nur einer Abstimmungsteilnahme 100 Prozent erzielt. An den übrigen Abstimmungen konnte er nicht mehr teilnehmen, da er im Februar 2011 inmitten eines Skandals zurückgetreten ist. Der verheiratete Familienvater war dabei erwischt worden, wie er via "Craigs List" eine außereheliche Affaire suchte.
Links: http://downloads.frcaction.org/EF/EF11I03.pdf
[www.frcaction.org]
[joemygod.blogspot.com]
[joemygod.blogspot.com]
[www.frcaction.org]
[www.focusonthefamily.com]
das ist elisabeth. sie würde so gerne einmal tschechow spielen. stattdessen ist sie jetzt bei den heulguerilleras gelandet. es war so: sie hatte einen drehtag, sollte eine mörderin spielen, saß am abend davor im hotel und aß salat, da rief vanessa an. vanessa brauchte eine schnelle zusage und hatte 3250 euro brutto zur verfügung. und so sagte elisabeth zu. manchmal denkt sich elisabeth, sie hätte lieber apfelkuchen gebacken, aber manchmal ist sie auch froh, dass sie dabei ist. vor allem wenn sie valerie an die brüste fassen darf. das macht ihr grossen spass.
Die Entlassung von Büttner-Janz hatte im April nicht nur wegen der Bekanntheit der ehemaligen Leistungssportlerin für Aufsehen gesorgt. Ihre Anwälte gingen mit einer Presse-Aussendung in die Offensive, in der sie erklärten, dass sie aufgrund einer seit April 2011 bestehenden Beziehung ihrer Mandantin mit einer Frau in der Führungsebene von Vivantes erfolgt sei. Dem widersprachen Vivantes-Vertreter heftig. Den konkreten Grund für die fristlose Entlassung nannten sie aber auch nicht. Einmal hieß es, dass Geschäftsführer Bovolet ein E-Mail, in dem Dr. Büttner-Janz den Aufsichtsrat um Hilfe gebeten hatte, als verleumderisch betrachtete, dann wurden wieder Spannungen zwischen der ehrgeizigen Ärztin und ihren Kollegen als Grund genannt. Wieso man die Spannungen und Mängel im Führungsstil von Büttner-Janz nicht früher bemerkt und eingegriffen hat - sie war immerhin seit 1999 für den Vivantes-Konzern bzw. dessen Vorgänger tätig - wurde allerdings nicht geklärt.
Dass die persönliche Beziehung sehr wohl eine Rolle gespielt haben dürfte, geht aus dem Prozessbericht des Berliner Kureir hervor, Zitat:
Und die Vivantes-Ärzte gingen noch mehr ins Detail. Nicht die sexuelle Beziehungen zwischen den Frauen war ein Problem. Ein Problem war es, dass es da eine Beziehung zwischen einer Führungsperson und einer angestellten Ärztin gab.
als ob Liebesbeziehungen am Arbeitsplatz (und noch dazu in einem Konzern mit Tausenden Mitarbeiter_innen) nicht alltäglich wären. Ungewöhnlich ist allenfalls, dass auch die Frau in der Führungsebene ihren Job verlor. Sie verließ das Unternehmen Ende August "auf eigenen Wunsch" "aus persönlichen Gründen", wie es in den veröffentlichen Erklärungen heißt.
Links: [www.berlin.de] die knappe Pressemeldung des Berliner Arbeitsgerichts
[www.tagesspiegel.de]
[www.morgenpost.de]
[www.welt.de]
http://www.berliner-kurier.de/kiez-stadt/590-000-euro-fuer-vivantes-aerztin-karin-buettner-janz-berlin,7169128,17171866.html
http://www.berliner-zeitung.de/berlin/vivantes-rechtsstreit-590-000-euro-abfindung-fuer-buettner-janz,10809148,17061116.html
http://www.berliner-zeitung.de/berlin/vivantes-krankenhaus-klinikmanagerin-verlaesst-vivantes,10809148,16937116.html
http://www.tagesspiegel.de/berlin/gesundheitsbranche-bei-vivantes-leert-sich-die-chefetage/7041320.html
[www.healthcaremarketing.eu]
[www.vivantes.de]
http://www.bz-berlin.de/tatorte/gericht/verlor-aerztin-job-weil-sie-frau-liebte-article1451397.html
http://www.bz-berlin.de/archiv/wurde-diese-aerztin-gekuendigt-weil-sie-eine-frau-liebt-article1456764.html
[www.queernews.at]
http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Gericht=ArbG%20Berlin&Datum=31.12.1111&Aktenzeichen=54%20Ca%205888/12 (mit weiteren Links)
[blog.beck.de]
Schockierend viele Mädchen und Frauen sind Opfer sexueller Gewalt. Laut einer Statistik des Bundeskriminalamts gab es im Jahr 2011 mehr als 47 000 Sexualdelikte, und das sind nur die polizeilich Registrierten. Wie oft wissen betroffene Frauen und Mädchen nicht, an wen sie sich wenden sollen, und bekommen deshalb keine Hilfe? In vielen Städten gibt es Notrufstellen für Opfer sexuellen Missbrauchs, die trösten, beraten und helfen. So zum Beispiel den „Notruf und Beratung für sexuell misshandelte Frauen und Mädchen e.V. Mannheim“. Diese Beratungsstelle ist nicht nur ungeheuer notwendig, sondern auch kostenlos. Damit das so bleiben kann, ruft das Modelabel für Lesbians & Friends „NJULEZZ“ zu einer Spendengabe auf.
Am Weltkindertag, dem 20.09., haben die Gründerinnen von „NJULEZZ“ begonnen Jutebeutel und Postkarten zu verkaufen, in ihrem Shop und auf ihrer Website. Der Erlös geht an den Mädchennotruf. Die Beratungsstelle bietet psychologische Beratung für Opfer und ihre engen Bezugspersonen an. Außerdem helfen sie bei Prozessvorbereitungen und begleiten die Gerichtsverfahren. Wichtig ist für die Hilfsstelle auch die präventive Arbeit. Spezielle Kurse für Schulklassen klären Jungen und Mädchen auf und helfen ihnen selbstbewusst aufzutreten.
Den ersten Spendenbetrag will „NJULEZZ“ kurz vor Weihnachten übergeben. Wer mitmacht, spendet nicht nur Geld für einen guten Zweck, sondern bekommt auch noch was Schickes: Die Beutel und Karten sind mit dem Titel der Aktion bedruckt: „Don’t fucking touch me! Just don’t!“. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.
„Daddy be cool” ist ein Projekt für Jungs ab der 7. Klasse rund um das Thema „wie wird das sein, wenn ich mal Vater bin”. Wenn Jungen zu ihrer Zukunft befragt werden, stellen sich viele eine Zukunft mit Familie und Kindern vor. Was aber bedeutet es, später mal Vater zu sein? An vier Nachmittagen wird sich spielerisch dem Themenfeld „aktive Vaterschaft“ genähert. Durch Haushaltsparcours, Vorlese Pate in der Kita, Kochschule und beim Babywickelkurs mit Experten gewinnen die Jungen einen Einblick in die Praxis und lernen Tipps und Kniffe. Ihre Kompetenzen werden reflektiert und anerkannt.
Modul 1 Haushaltsparcour - spielerische Auseinandersetzung mit dem Thema Haushaltsführung, Zukunftswerkstatt
Modul 2 Vorlese-Projekt Kita - Empathie, Kontakt mit Kindern in der Kita, Anerkennung, Wertschätzung
Modul 3 Kochprojekt - Haushalt und Versorgung
Modul 4 Babywickelkurs - Care & Pflege, Kooperation mit aktiven Vätern in Elternzeit & Männernetz Hessen
Träger des Projektes ist das Paritätische Bildungswerk Bundesverband in Frankfurt am Main. Es wird gefördert von der Hessenstiftung Familie hat Zukunft.
Quelle
Am Tag nach unserer Jubiläumsveranstaltung wollen wir euch gerne um Feedback, Kritiken und Eindrücke bitten. accalmie hat bereits einen Text verfasst, der sich Diskussionen und Reflexionsprozesse über Rassismen, Raum- und Partizipationspolitiken, Unterstützung und Solidarität innerhalb feministischer politischer Kämpfe wünscht. Wir werden euer Feedback und unsere Eindrücke sammeln und im Laufe der nächsten Tage ein Statement dazu verfassen. Bis dahin wird es hier etwas ruhiger werden.
Marion Denis hat mit „double blind“ aktuell wieder eine bemerkenswerte Arbeit vorgelegt. Dort geht sie künsterlisch der Frage nach, wie Geschlecht in den Wissenschaften Biologie und Medizin konkret hergestellt wird. Denis hat hierzu Laborkulturen ins Visier der Kamera genommen und die entstandenen Fotografien mit Interviews und Texten kontextualisiert. Das Ergebnis ist nun als Ausstellung in Berlin zu betrachten - und in einem Band erschienen. Beide seien wärmstens empfohlen.
Informationen zur Ausstellung.
Homepage von Marion Denis.
6. Oktober, 19:30 Uhr, Berlin, im Rahmen der Ausstellung „double blind“ (von Marion Denis): ‘Auf der Suche nach dem “wahren Geschlecht”: biologisch-medizinische Geschlechtertheorien und ihre praktischen Auswirkungen auf Menschen’, Vortrag von Heinz-Jürgen Voß mit anschließendem Gespräch. Infos hier.
11. Oktober, ca. 20:00 Uhr, Berlin, im Rahmen des Auftaktabends zur Trans*Tagung Berlin: ‚Die Auslöschung geschlechtlicher und sexueller Pluralität seit der europäischen Moderne‘. Input + Diskussion. Infos hier.
19. Oktober, Gießen, im Rahmen des Programms des Rosa-Luxemburg-Clubs: ‚Queer & Antikapitalismus‘. Vorstellung und Diskussion queer-feministischer Perspektiven auf die gesellschaftliche Ordnung. Infos hier.
20. Oktober, Gießen, im Rahmen des Regionaltreffens der Rosa-Luxemburg-Stiftung: ‚Making Sex - Auch biologisches Geschlecht ist gesellschaftlich gemacht‘. Infos folgen.
26. Oktober, Luxembourg, im Rahmen des mehrsprachigen Internationalen wissenschaftlichen Kongresses „Geschlechternormativität und Effekte für Kindheit und Adoleszenz“: ‚Biologische Grundlagen und intergeschlechtliche Fragestellungen‘. Input und Diskussion. Infos u.a. hier.
28. Oktober, Siegburg (bei Bonn): Impulsreferat bei der Jungen Antifa zur gesellschaftlichen Herstellung biologisch-medizinischer Theorien über Geschlecht. Infos hier.
30. Oktober, Dresden, Evangelische Hochschule: ‚Biologisch-medizinische Geschlechtertheorien und ihre gesellschaftliche Herstellung‘. Input und Diskussion. Infos folgen.
31. Oktober, Halle (Saale): Queereinsteigen, Beitrag zur Podiumsdiskussion „Stimme und Geschlecht“ (zum Videoclip „Stimme XY“). Informationen in Kürze hier.
Weitere Inputs im November u.a. in Wien, Dresden, Jena, Erfurt, Bielefeld, Hildesheim, Hannover. Infos folgen.
In Dresden, Leipzig und Halle demonstrieren vom 23. bis 29.9. Intersexuelle gegen die gewaltvollen und traumatisierenden medizinischen geschlechtszuweisenden Eingriffe und die gesellschaftliche Behandlung Intersexueller. Es finden zahlreiche Veranstaltungen statt, zu der auch Interessierte und Unterstützende eingeladen sind. Informationen finden sich bei Zwischengeschlecht.info.

Auch in Dresden werden im Universitätsklinikum nach wie vor wehrlose Kinder ohne medizinische Notwendigkeit kosmetisch genitalverstümmelt - wie lange noch?!
• FRIEDLICHER PROTEST So
23.9. 11-15h
Universitätskinderklinik (Haus 21), Pfotenhauerstr. vor Haupteingang (Klinik
für Kinderchirurgie und Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Carl
Gustav Carus) 01307 Dresden
• INFOABEND Mo 24.9.
19h
Ökumenisches Informationszentrum e.V., Kreuzstraße 7, 01076
Dresden
Helft mit, die TäterInnen daran zu erinnern, dass wehrlose Kinder zu verstümmeln NICHT OK ist!
Bis in die 1980-Jahre wurde
eine "zu große Klitoris" kurzerhand amputiert. Auch in der ehemaligen DDR war
dies gängige Praxis.
Meine Jugendzeit verbrachte ich zum größten Teil in verschiedenen Krankenhäusern, wo man mich nach und nach kastrierte und mich zur Frau umarbeitete. Über 15 Operationen musste ich über mich ergehen lassen. Hatte zum Teil furchtbare Schmerzen. Und die ganzen Hormonzugaben, die ich bekommen habe. Karim "Dusty" Merah (Dresden)
>>>
Flugblatt zur Demo (PDF, 226 kb)
"Wir protestieren heute friedlich vor der Universitäts- kinderklinik Carl Gustav Carus Dresden, weil diese auf ihrer Homepage nach wie vor das gesamte Sortiment medizinisch nicht notwendiger „Genitalkorrekturen“ an Kindern öffentlich feilbietet – etwa unter „Störungen der weiblichen oder männlichen Geschlechtsentwicklung“, „urogenitale Fehlbildungen“, „Adrenogenitales Syndrom“ oder bei „Hypospadie (Fehlbildungen der Harnröhre)“ zur „Verbesserung des kosmetischen Aspektes“. Wir fordern das Universitätsklinikum und die TU Dresden auf, diese barbarische Praxis zu beenden, sich bei den Betroffenen zu entschuldigen und dieses „dunkle Kapitel der Medizingeschichte“ aufzuarbeiten."
>>> Offener
Brief an Universitätsklinikum Dresden (PDF)
>>>
Flugblatt (PDF)
>>>
Info + Proteste LEIPZIG-DRESDEN-HALLE
19.-30.09.2012 >>> Info-Flyer
(PDF)
>>>
Genitalverstümmelungen in KInderkliniken: Typische Diagnosen und
Eingriffe
>>>
"Aufarbeitung tut not!" Unis, Klitorisamputationen u. a.
"Genitalkorrekturen"
Wer heute nicht auf unserer Mädchenmannschaftsparty ist, der kriegt diesen Tipp hier: Massive Scar Era, ägyptische post-hardcore Band. Album (“Comes Around you”) ist frisch raus, die Band gibt es seit 2005, und Fronterin Cheen Amr ist einfach ein ♥.
Wie macht man das eigentlich, in die Haut des eigenen Vaters zu schlüpfen? Der Schauspieler Götz George versucht es gerade in einem Dokudrama. Da geht es um Schuld und Verstrickung seines Vaters während der Nazizeit, und der Sohn versucht das nachzustellen.
Die 68er machten es ja bekanntlich anders: Sie rechneten mit ihren Vätern auf der Straße ab. Und heute? Sind viele Väter abwesend oder Greise in der Literatur.
Ein Beitrag in hr2 Der Tag, der hier nachgehört oder als mp3 heruntergeladen werden kann.
Quelle
so. noch ein interview abgeschickt. es ist nicht leicht am definitiv untersten ende der berühmtheitsskala. jedes kleine
medienaufmerksamkeitchen nimmt frau mit, wie eine streunende katze in
griechenland die souvlakireste. heute wurde die bühne aufgebaut. das
heisst: wird sie noch. der samtvorhang hing noch nicht, als die
regisseurin ging. morgen wird’s aufregend. denn beim ersten mal auf der
bühne kacken die dinge, die schon mal ganz gut waren, meist ab. wenn man
allerdings eh noch nicht so gut war, könnte es sein, dass der
unterschied auch nicht so gross ist. dramaturgisch wurde auch einiges geändert, der penisneid wurde ein wenig erweitert und der marx wurde
besser eingebunden. das passierte aber alles im bett am computer. es
bleibt zu probieren. hauptsache das baby bleibt im bauch.
In Yelkas Welt scheint eigentlich alles in Ordnung – bis die 29-Jährige eine erschütternde Entdeckung macht: Sie ist nicht die Tochter ihres vermeintlichen Papas, sie ist ein Kuckuckskind. “Das hat mir den Boden unter den Füßen weggerissen“, erzählt Yelka. Ähnlich fühlt es sich auch für Miko an, nur die Rollen sind getauscht: Erst nach der Trennung von der Mutter des Kindes erfährt er, dass seine Vaterschaft nur auf dem Papier besteht.
„Als ich das Testergebnis in der Hand hatte, habe ich das immer noch nicht geglaubt. Erst ein paar Stunden später bin ich dann zusammengebrochen“, erinnert sich der Betrogene. Um solche verspätete traumatische Szenen im Vorfeld zu verhindern, sollte der Gesetzgeber die Hürden abbauen und jedem erlauben, sich testen zu lassen, erklärt Biologin Michaela Haas bei ML mona lisa.
Der Beitrag ist am Samstag, den 22. September 2012 um 18.00 Uhr bei ML mona lisa im ZDF zu sehen.
Quelle
Rund 100 Menschen aus ganz Deutschland diskutierten beim 5. Väterkongress in Karlsruhe am 22. Juni 2012 darüber, ob die Entwicklung zu mehr Fremdbetreuung von Kindern tatsächlich familienfreundlich ist. Väter werden durch Elternzeit in die Familienarbeit eingebunden. Langfristig müsste aber eine Umverteilung der Familien und Erwerbsarbeit zwischen Müttern und Vätern stattfinden. Wie sind die Voraussetzungen - haben Väter überhaupt die Chance auf Vereinbarkeit zwischen Familie und Beruf?
Zu den Betreuungsangeboten gehört auch eine Umverteilung der Erwerbs- und Familienarbeit zwischen Müttern und Vätern. Wie kann gleichwertige Elternschaft auch nach einer Trennung und Scheidung umgesetzt werden? Die Doppelresidenz - also das Kind hat 2 Wohnungen, in denen es zu Hause ist - wurde als ein wesentlicher Schlüssel beschrieben.
Das Väterradio berichtet in seiner Septemberausgabe über den Kongress. Gäste der Sendung sind:
Quelle
Die ersten Postings waren kurz und machten ganz schön Krach. Am 31. Oktober 2007 ging der erste Blogeintrag der Mädchenmannschaft online. Damals wollten wir endlich eine moderne feministische Stimme in die deutschsprachige Medienlandschaft bringen, eine Art informativen Stammtisch schaffen für all diejenigen, die sich für feministische Belange interessierten und sich damit alleine oder zumindest nicht gut aufgehoben fühlten.
Fünf Jahre sind seither vergangen, wir sind älter geworden, wir sind mehr geworden und letztlich auch andere. Die Welt in die die Mädchenmannschaft hinein gegründet wurde, hat sich verändert, es gibt mittlerweile eine feministische Online-Szene. Und das liegt auch und vor allem: an euch, den Menschen, die uns besuchen, die uns unterstützen und mit uns streiten, die uns ihre Ideen schicken und interessante Diskussionen liefern. Wir hoffen, viele von euch am Samstag, den 22. September auf unserem Fest in Berlin kennen zu lernen. Aber wir möchten auch von denjenigen, die nicht kommen können, gerne wissen: Wer seid ihr? Wir wünschen uns zum Geburtstag, dass ihr uns schreibt: Wie seid ihr zu uns gekommen und warum seid ihr geblieben? Was gefällt euch bei uns und was würdet ihr ändern? Haben wir unser Ziel erreicht? Was wünscht ihr euch für die nächsten fünf Jahre? Und was sind die nächsten Ziele, die wir uns alle setzen sollten?
Bitte schreibt uns an post[at]maedchenmannschaft.net. Eure Briefe werden wir in den kommenden Wochen, sofern ihr uns eine Einwilligung erteilt, hier veröffentlichen. Denn wir möchten nicht nur feiern, dass es uns gibt, wir möchten vor allem feiern, dass es euch gibt.
Die Furcht, Blut könne während der Periode auslaufen, schwebt wie ein weißer Geist zwischen den Beinen. Aber er lässt sich vertreiben - nicht nur mit Menstruationsbechern, stellt Liz Weidinger in ihrer Genderkolumne im freitag fest, welche wir freundlicherweise auf der Mädchenmannschaft zweitverwerten dürfen.
Als ich vor ein, zwei Jahren über ein gefrorenes Herz aus Blut gestolpert bin, wurde ich neugierig. Ich habe dieses Herz auf einem Bild gefunden, auf einem Bild aus den Tiefen feministischer Foto-Blogs. Es sah nicht nur gut aus, wie es da auf der Haut des Trägers vor sich hin schmolz und sich langsam Blutstropfen bildeten, sondern war gleichzeitig mysteriös.
Bei weiteren Recherchen stellte sich heraus, dass dieses Herz aus Menstruationsblut bestand, das mit einem wiederverwendbaren Menstruationsbecher aus medizinischem Silikon als Tamponalternative gesammelt wurde. Von da aus führte mich das Netz immer weiter zu verschiedensten Abbildungen von Menstruationsblut und umfassenden Ausführungen der Vorteile und Nachteile von Menstruationsbechern im Gegensatz zu klassischen Tampons oder Binden. Und genau dafür liebe ich das Internet und feministische Diskursräume: Hier war er endlich, der lässige Umgang mit der Regel. Keine überbordende gute Laune in weißen Klamotten und blauer Flüssigkeit, keine Heimlichtuerei, kein Ekel.
“Adventures in Menstruating”
Dass so ein unaufgeregter Umgang nicht allen Menschen liegt und ein bisschen „leakage fear“ in jedem Kopf umherspukt ist kein Wunder. Chella Quint, Zine-Macherin, Komikerin und Performerin aus Brooklyn, analysiert die Gründe dafür wunderbar und nimmt in ihrem TEDxTalk aus Sheffield Werbung für Monatshygieneprodukte auseinander. Sie beschäftigt sich schon länger mit dem Thema und hat mehrere „Adventures in Menstruating“-Zines gemacht. Damit ist sie eine der „menstrual activists”, die Chris Bobel, Direktorin des Women’s Studies Program an der Universität von Massachusetts, für ihr Buch New Blood über Dritte-Welle-Feminismus und Menstruationspolitiken interviewt hat.
Aber nicht nur Werbung für Hygieneprodukte, sondern auch die Repräsentationen von Menstruation in Filmen und Serien lässt den komischen und tabuisierten gesellschaftlichen Umgang mit dem bisschen Monatsblut erkennen. Es funktioniert hervorragend in Horrorfilmen und kann ausgezeichnet dazu verwendet werden, dem Publikum ein bisschen Ekel zu bescheren. Auf Jezebel.com findet sich ein wunderbarer Zusammenschnitt von über 25 Filmbeispielen.
Mit der Periode in der Popkultur hat sich auch die Australierin Lauren Rosewarne beschäftigt und in diesem Sommer ein Buch dazu veröffentlicht. In ihrer Analyse untersuchte sie zum Beispiel Serien wie Madmen, The Big Bang Theory, Friends und Filme wie Annie Hall oder Anchorman. Sie fand reichlich Szenen, die Perioden widerlich erscheinen ließen oder die menstruierende Person sogar auf die böse Seite zogen, im Gegensatz zu wenigen positiven Darstellungen.
Das Vice-Magazine liefert in einer Modestrecke da schon deutlich unaufgeregtere Repräsentationen: So cool kann man eben nur mit Blutfleck aussehen. Es bestätigt damit jedoch auch nur ein weiteres Mal die Tabuisierung der Menstruation. Schließlich ist das Magazin dafür bekannt, ohne platte Provokation nichts so schnell ins Heft zu nehmen.
Die guten Seiten des Bechers
Wenn der positive Umgang mit der Periode gesamtgesellschaftlich wohl noch etwas Mühe und Geduld benötigt, hilft der Menstruationsbecher seiner Verwenderin im persönlichen Verhältnis zum Monatsblut auf jeden Fall. Statt das Einweg-Menstruationsutensil so schnell wie möglich in den Mülleimer zu werfen, kann mit dem Becher die Menge des Blutes abgemessen, die Konsistenz im Waschbecken analysiert, das Blut zu Kunst gemacht und der Becher danach wieder eingesetzt werden.
Und dann sind da noch die ganzen Argumente um Nachhaltigkeit, Ökologie und Kapitalismuskritik, die mit dem Hype um Produkte wie den Menstruationsbecher wichtig sind. Die Verwendung des Bechers kann damit schnell zur revolutionär-feministischen Handlung und Absage an die kurzsichtige Wegwerfgesellschaft werden – durch das Nicht-Kaufen von so alltäglichen Dingen wie Tampons, durch die Komsumentscheidung für wiederverwendbare Materialien und gegen unfair angebaute, chemisch behandelte Baumwolle im Unterleib. Eine solche Sichtweise schießt jedoch über das Ziel hinaus, denn Menstruationsbecher sind auch nur das Produkt eines gewinnorientierten Unternehmens. Ein wichtiger Unterschied zu Herstellern von Always oder o.b. ist jedoch, dass diese Unternehmen sehr viel angenehmere Werbespots produzieren und ihre Zielgruppe ernster nehmen. Und, dass es weit weniger anstrengend ist, wenn mal wieder vergessen wurde eine neue Binden- oder Tamponpackung zu kaufen. Und während selbstgenähte Stoffbinden hier eine gute weitere Alternative bieten, sollte das Menstruationsprodukt aus der feministischen Comedy-Webserie Vag Magazine wohl nicht so ernst genommen werden:
Vag Magazine Episode 3: “Swamp Ophelia” from Vag Magazine on Vimeo.
Vorhautbeschneidung bei Jungen: Weg von Vorannahmen, hin zu fundierter Diskussion.
Heinz-Jürgen Voß
(als pdf-Datei)
Ich habe in den vergangenen Wochen intensiv die Debatten um die Vorhautbeschneidung bei Jungen verfolgt. Ich hätte mir gewünscht, dass ein ähnlich intensives Streiten bzgl. der medizinischen Gewalt gegen Intersexe stattgefunden hätte. Im Gegensatz zur Vorhautbeschneidung bei Jungen kämpfen hier seit Jahrzehnten Menschen gegen die als grauenvoll empfundenen Behandlungen und ihre Folgen.
Bzgl. der Vorhautbeschneidungen bei Jungen gibt es im deutschsprachigen Raum dieses Streiten von selbst betroffenen Menschen hingegen nicht. Aber statt das als Hinweis zu nehmen, dass hier kein solches Streiten erforderlich ist oder dass es etwa nicht so dringlich ist, wurde argumentiert, ‚die beschnittenen Männer wüssten ja nicht, was ihnen bzgl. Sensitivität entgehe‘. Das eigene Empfinden und die eigene Vorannahme wurde auf andere Menschen übertragen – ein Vorgehen, dass nicht zuletzt durch Sexualwissenschaft, Gender und Queer studies und Intersektionalitätsforschung als inakzeptabel erwiesen ist.
Die Debatte ist aufgeladen, gerade weil vom Kölner Landgericht ein Urteil gefällt wurde, was gut in den strukturellen Rassismus in der Bundesrepublik Deutschland passt. Aber das sollte nicht zu voreiligen Kurzschlüssen verleiten, sondern gerade als Forderung an Wissenschaftler_innen und gut informierte Interessierte verstanden werden, genau nachzuschauen, nachzufragen und zu analysieren.
Zur Kenntnis zu nehmen ist dabei:
1) In der gesamten aktuellen Debatte um die Vorhautbeschneidungen hat sich keine einzige Vereinigung betroffener Menschen aus dem deutschsprachigen Raum zu Wort gemeldet. Hingegen haben sich einige selbst Beschnittene zu Wort gemeldet, die sich explizit für die Möglichkeit der Vorhautbeschneidung stark machen. Das waren neben dem Zentralrat der Juden, dem Zentralrat der Muslime etwa auch eine Gruppe Kreuzberger jüdischer und muslimischer Jugendlicher, die die folgende Petition initiierten: [www.change.org] .
2) Vom Kölner Landgericht wurde explizit nicht die „medizinisch indizierte“ Vorhautbeschneidung kritisiert. Das ist interessant, weil, wenn man die Vorhautbeschneidung als äußersten Gewaltakt mit gravierenden Folgen einstufte, gerade gegen diese „medizinische Indikation“ angegangen werden müsste. Aber auch hier lohnt ein genauerer Blick: Mit „medizinischer Indikation“ könnte die Vorhautbeschneidung bei allen Jungen gerechtfertigt werden – auf Grund von „Phimose“ (oder auch hygienisch – dazu später). Das ist der Fall, weil bis zu einem bestimmten Alter kaum ein Junge die Vorhaut vollständig hinter die Eichel des Penis zurückziehen kann, also „Phimose“ vorliegt. Bei Geburt haben beinahe keine Jungen eine zurückziehbare Vorhaut, bei 7 Jahren sind es erst ca. 20 bis 25 Prozent. Im Alter von 13 Jahren können 60 Prozent die Vorhaut hinter die Eichel zurückziehen, mit 17 Jahren 95 Prozent. (etwa: Øster 1968; Kayaba et al. 1996)
3) Ergeben sich mit der Vorhautbeschneidung Beeinträchtigung, Erhöhung oder keine messbaren Änderungen der Sensitivität und Erregungsfähigkeit? Hierbei handelt es sich um eines der zentralen Argumente in den Debatten der vergangenen Monate. Es wurde gemutmaßt, dass sich die Erregungsfähigkeit vermindere, teilweise wurden hierfür einzelne Studien angeführt. Hingegen wurden die anderen Studien, die bei einem kurzen Überblick zahlreich sind, keineswegs herangezogen. So wird etwa in der medizinischen Forschung darüber diskutiert, ob Vorhautbeschneidung mit einem frühen bzw. vorzeitigen Samenerguss – also wenn man so will mit „besonderer Erregungsfähigkeit“ – in Zusammenhang stehen könnte (etwa Malkoc et al. 2012); andere Studien konnten keinen Unterschied in der Sensitivität und Erregungsfähigkeit beschnittener und unbeschnittener Jungen und Männer finden (etwa Payne 2007). Die Ergebnisse sind also keineswegs klar – auf jeden Fall verbietet es sich, die eigene Vorannahme zu übertragen, sondern auch hier lohnt sich genaues wissenschaftliches Arbeiten.
4) In einigen Artikeln wurde gar argumentiert, dass auf Grund der geringeren Erregungsfähigkeit eine größere Reibungsanstrengung („Rein-raus“, „Rubbeln“) notwendig sei, um zum Orgasmus zu gelangen. Daran wird angeschlossen, dass damit ein höheres Infektionsrisiko für Geschlechtskrankheiten bei beschnittenen Penissen gegeben sei. Abgesehen von der eingeschränkten Sicht auf den sexuellen Akt, der sich offensichtlich auf die Penetration irgendwelcher Öffnungen beschränke, zeigt der Blick in die Literatur das ganze Gegenteil. Vorhautbeschneidung wird gerade aus „hygienischen Gründen“ befürwortet. Es wird davon ausgegangen, dass das Infektionsrisiko mit HIV und anderer Geschlechtskrankheiten bei vorhautbeschnittenen Männern gegenüber unbeschnittenen Männern deutlich geringer sei (etwa Siegfried et al. 2009; Sansom et al. 2010; Kacker et al. 2012). Es wird gar gemutmaßt, dass Schmerzen im Kindesalter, die mit Infektionen des Harntraktes verbunden sind, durch Vorhautbeschneidung reduziert werden könnte – Kacker et al. (2012) berichten von einer um über 200 Prozent verringerten entsprechenden Infektionshäufigkeit.
Diese vier Punkte sprechen insbesondere gegen die Laxheit, mit der aktuell die Debatte geführt wird. Gerade wenn eine Debatte so aufgeladen ist, wie die jetzige, ist es wichtig, dass Wissenschaftler_innen und gut informierte Interessierte noch genauer hinsehen und die gemachten und auch die eigenen Vorannahmen hinterfragen. Dazu möchte ich anregen. Dazu gehört es auch, auf die Darstellungen der betroffenen Menschen einzugehen. Gleichzeitig empfiehlt sich ein differenzierter und interdisziplinärer Blick auf die medizinischen Forschungsergebnisse, die etwa in der medizinischen Datenbank PubMed ( [www.ncbi.nlm.nih.gov] ) zu Circumcision (Vorhautbeschneidung) zugänglich sind.
Kacker S, Frick KD, Gaydos CA, Tobian AA.: Costs and Effectiveness of Neonatal Male Circumcision. Arch Pediatr Adolesc Med. 2012: 1-9. [Epub ahead of print]
Kayaba H, Tamura H, Kitajima S, et al. Analysis of shape and retractability of the prepuce in
603 Japanese boys. J Urol 1996; 156 (5): 1813-5.
Øster J. Further Fate of the Foreskin: Incidence of Preputial Adhesions, Phimosis, and
Smegma among Danish Schoolboys. Arch Dis Child 1968: 200-202.
Malkoc E, Ates F, Tekeli H, Kurt B, Turker T, Basal S.: Free Nerve Ending Density on the Skin Extracted by Circumcision and It’s Relation with Premature Ejaculation. J Androl. 2012 May 17. [Epub ahead of print]
Payne K, Thaler L, Kukkonen T, Carrier S, Binik Y.: Sensation and sexual arousal in circumcised and uncircumcised men. J Sex Med. 2007, 4 (3): 667-74.
Sansom SL, Prabhu VS, Hutchinson AB, An Q, Hall HI, Shrestha RK, Lasry A, Taylor AW.: Cost-effectiveness of newborn circumcision in reducing lifetime HIV risk among U.S. males. PLoS One. 2010, 5 (1): e8723.
Siegfried N, Muller M, Deeks JJ, Volmink J.: Male circumcision for prevention of heterosexual acquisition of HIV in men. Cochrane Database Syst Rev. 2009, 15 (2): CD003362.

cc hugs&kisses
Umarmungen und herzliche Küssereien wird es auf jeden Fall einige geben auf der 5. Geburtstagsparty von Hugs & Kisses am kommenden Samstag. Auch Missy sendet ein paar Luftküsse nach Hamburg und freut sich kräftig über das Jubiläum des queeren Popkulturmagazins.
Das Partyprogramm klingt so vielsversprechend wie tanzbeinstrapazierend und lässt angefangen mit einer Burlesque Show von Rosebutt mit musikalischer Begleitung von Le Roi et Moi über das geheimnisvolle Zwitterwesen Crazy Bitch in a Cave bis zu geübten PlattenjongleurInnen wie Inger, Julie Wood oder Didine van der Platenvlotbrug wenig Wunschtraumszenarien offen.
Missy gratuliert zum 5. Geburtstag und wünscht Hugs & Kisses eine fulminante Fete!
Wo & Wann
Schulterblatt 71
20357 Hamburg
Einlass ab 22.00 Uhr, Kostenpunkt 5 Euro.
Dass im Notfall ein Arzt rund um die Uhr verfügbar ist, gilt als selbstverständlich. Doch wie sollen die Engel in Weiß bei derartigen Arbeitsanforderungen den Beruf und die Familie unter einen Hut bringen? Dies ist in der Tat problematisch, wie der Marburger Bund erklärt. Die Ärztevereinigung fordert familienfreundliche Arbeitsbedingungen.
Anlässlich des Internationalen Familientages fällt die Forderung der Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) deutlich aus: Krankenhäuser müssen familienfreundlicher werden. Familienfreundlichkeit ist in vielen deutschen Krankenhäusern leider immer noch ein Fremdwort“, sagte die stellvertretende MB-Hauptgeschäftsführerin Magdalena Benemann.
Nur jede 20. Klinik in Deutschland nimmt an der MB-Kampagne für ein familienfreundliches Krankenhaus teil. „Angesichts der Tatsache, dass der überwiegende Teil des Medizinernachwuchses weiblich ist, müssen die Kliniken in Zeiten eines sich verschärfenden Ärztemangels das Thema der besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf primär nicht als Kostenfaktor, sondern als Wettbewerbsvorteil verstehen“, so Benemann.
Mit einer Postkartenaktion wirbt der Marburger Bund ab sofort in deutschen Krankenhäusern um mehr familienfreundliche Arbeitsbedingungen und eine Teilnahme an der Verbandskampagne. Der Arbeitsalltag seit bisher noch durch lange Dienste, mangelnde Flexibilität und fehlende Kinderbetreuungsmöglichkeiten gekennzeichnet. Unterstützt wird die Kampagne von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen.
Im Krankenhaus, so argumentiert der Marburger Bund, würden sich familienfreundliche Strukturen nicht nur auf das Betriebsklima auswirken, sondern letztlich auch auf die Qualität der Patientenversorgung.
Datum: 30. Mai 2009 | Keine Kommentare
Wer Kinder hat, greift oft tief in die Tasche. Bis sie erwachsen sind, kosten sie ein kleines Vermögen. Zum Ausgleich präsentierte der Bankenverband jüngst einige Ideen, wie sich mit dem Nachwuchs Steuern sparen lassen. Verbraucherschützer allerdings warnen vor dem Steuersparmodell Kind.
Privatleben » Home Office: Arbeitnehmer würden weniger Gehalt für mehr Freiheit akzeptierenDatum: 23. Mai 2009 | Keine Kommentare
Ein höheres Gehalt dringt bei Verhandlungen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber immer öfter in den Hintergrund - die neue Trend-Forderung lautet dagegen: Gib mir weniger Gehalt und lass mich von zuhause arbeiten.
Privatleben » Berliner Gymnasium: Schulreform hält Migranten fernDatum: 18. Mai 2009 | Keine Kommentare
Die Prognose folgt drastisch aus: “Weiße Gymnasien“ würden sich in Berlin entwickeln, also Gymnasien ohne Zuwanderer. Bildungspolitiker, Eltern und Schüler protestieren gegen strengere Aufnahmebedingungen an Gymnasien. Dies würde einen einen drastischen Rückgang des Migrantenanteils zur Folge haben, sind sich die Kritiker einig.
Privatleben » Marburger Bund: Ärztegewerkschaft fordert familienfreundliche ArbeitsbedingungenDatum: 15. Mai 2009 | Keine Kommentare
Dass im Notfall ein Arzt rund um die Uhr verfügbar ist, gilt als selbstverständlich. Doch wie sollen die Engel in Weiß bei derartigen Arbeitsanforderungen den Beruf und die Familie unter einen Hut bringen? Dies ist in der Tat problematisch, wie der Marburger Bund erklärt. Die Ärztevereinigung fordert familienfreundliche Arbeitsbedingungen.
Privatleben » Work/Life-Balance: Deutsche brauchen Entspannungs-NachhilfeDatum: 14. Mai 2009 | Keine Kommentare
Wer kennt ihn nicht, den täglichen Balanceakt zwischen vollen Terminkalendern, diversen Hobbies, verschiedensten Erledigungen, Partner, Familie und Freunden. Die viel beschworene Work-Life-Balance zählt zu den größten Herausforderungen unserer Zeit. Die Deutschen brauchen dabei wohl besonders intensive Nachhilfe, hat die Internetsuchmaschine in einer Studie herausgefunden.
Privatleben » Homosexuelle Küsse vor Berliner Kneipe unerwünschtDatum: 10. Mai 2009 | Keine Kommentare
Buhrufe, Pfiffe und Plakate - über 2000 homosexuelle BerlinerInnen haben vor einer Kneipe im Stadtteil Schöneberg ihrem Ärger über ein Kussverbot Luft gemacht, welches ein örtlicher Wirt ausgesprochen hatte. Außerdem tauschten die ProtestlerInnen reichlich Zärtlichkeiten aus - Küsse als Affront gegen den Betreiber eines Lokals in der Maaßenstraße.
Privatleben » USA: Immer mehr Hassgruppen gegen Homosexuelle, Frauen und MigrantenDatum: 1. Mai 2009 | Keine Kommentare
Mit dem neuen Präsident Barack Obama präsentieren sich die Vereinigten Staaten von Amerika als weltoffen und tolerant, doch eine aktuelle Statistik aus den USA gibt Anlass zur Besorgnis – demnach ist die Zahl der sogenannten „hate groups“, also Interessensgruppen mit agressiver und intoleranter Grundausrichtung, im letzten Jahr gestiegen.
Privatleben » Ikinci Bahar: Auch Muslime wollen Beerdigungskosten absichernDatum: 20. April 2009 | Keine Kommentare
Eine Bestattungskosten-Police gehört bei deutschen Versicherungen zum Standardangebot. Bisher scheinen die Versicherer allerdings noch nicht bemerkt zu haben, dass auch deutsche MitbürgerInnen mit islamischem Glauben eines Tages sterben und für ihre Bestattung vorsorgen wollen.
Privatleben » Sport: Frauen an der Basis, Führungsebenen weiterhin männlichDatum: 8. April 2009 | Keine Kommentare
Für die Zielgruppe Frauen muss sich der Sport noch mehr öffnen - das bekräftigte die Vizepräsidentin Frauen und Gleichstellung des Deutschen Olympischen Sportbundes Ilse Ridder-Melchers zur Frauen-Vollversammlung vom 26. bis 28. Spetember in Halle an der Saale.
Privatleben » Wenn das Web zu hohe Wellen schlägt: Scouts suchen Internet-HürdenDatum: 10. März 2009 | Keine Kommentare
Kryptische Quellcodes, bunte Grafiken und kleine Schriften - nicht nur das erkrankte Auge trifft im Internet auf Barrieren. Um diese und andere Hürden beim “Surfen” noch schneller ausfindig zu machen, wird die Meldestelle des “Aktionsbündnis für barrierefreie Informationstechnik” künftig ehrenamtliche Mitarbeiter für die Barrieren-Suche im “World Wide Web” einsetzen.
In Österreich sorgt die Werbekampagne einer Elektrohandelskette Cosmos für Aufruhr. Das Wiener Unternehmen verwendet abgewandelte Bibelverse und Jesus-Worte, um ihre Produkte anzupreisen – und das stößt bei Gläubigen auf wenig Gegenliebe. Inzwischen wurde der Werberat des Landes eingeschaltet.
Offenbar wollten die Kommunikationsstrategen ganz kreativ sein: Das Navigationsgerät wird von einer Person beworben, die ein talarähnliches Gewand trägt. Der als „Paaasstor“ bezeichnete Herr sagt dazu passend: „Ich bin der richtige Weg“. Ein Dampfbügeleisen wird mit der flapsigen Phrase „Dampf sei mit euch!“ angepriesen. „Waschet in Unschuld“ ist die Aufforderung, eine Waschmaschine zu erstehen.
Jetzt blasen die Gläubigen zum Gegenangriff: Der Leiter einer Gemeinde hat dazu aufgefordert, dass Christen nicht mehr bei „Cosmos“ einkaufen sollen. Jesu Worte dürften nicht auf Spaßniveau herabgewürdigt werden, weil es dann immer schwieriger werde, Menschen ernsthaft mit dem Evangelium zu erreichen, heißt es in einer Erklärung.
Zahlreiche Protestmails haben inzwischen auch den Österreichischen Werberat erreicht. Der sieht allerdings derzeit keinen Grund zum Einschreiten: „Auch wenn religiöse Zitate herangezogen werden, so erkennt der Konsument keine Verunglimpfung der Religion darin, sondern eine werbliche Überzeichnung“, heißt es in einer Stellungnahme.
Warum bedient sich die Werbung immer wieder religiöser Symbole und nimmt damit in Kauf, die Empfindungen der Gläubigen zu verletzten? “Werbung muss Aufmerksamkeit erregen. Dazu eignet sich das Exotische, Außergewöhnliche, Auffallende besonders gut. Religiöse Kleidungsstücke sind solche außergewöhnlichen, auffallenden Bildelemente”, sagt Manfred Pirner, Professor für Evangelische Theologie an der PH Ludwigsburg. Außerdem, so Pirner, behielten religiöse Symbole auch in der Werbung häufig eine gewisse Eigenständigkeit. Es werde nicht nur für ein Produkt geworben, sondern zugleich auch für religiöse oder humane Werte, die überall bekannt seien.
Es bleibt jedoch fraglich, ob sich die jeweiligen Marketing-Manager ausreichend bewusst sind, wie die jeweilige Botschaft von Angehörigen anderer Religionen aufgefasst wird.
Datum: 26. Mai 2009 | Keine Kommentare
Charmeoffensive in einem Land, das nicht als schwulenfreundlich gilt: Die italienische Tochter der Bausparkasse BHW hat ein Abkommen mit der größten Homosexuellenorganisation des Landes unterzeichnet, nach dem die 160.000 Mitglieder von BHW künftig Sonderkonditionen erhalten, wenn sie gemeinsam mit ihrem Lebenspartner einen Hauskredit beantragen.
Promotion » Im Namen des Preises: Protest gegen ElektrohandelsketteDatum: 17. Mai 2009 | Keine Kommentare
In Österreich sorgt die Werbekampagne einer Elektrohandelskette Cosmos für Aufruhr. Das Wiener Unternehmen verwendet abgewandelte Bibelverse und Jesus-Worte, um ihre Produkte anzupreisen – und das stößt bei Gläubigen auf wenig Gegenliebe. Inzwischen wurde der Werberat des Landes eingeschaltet.
Promotion » Wenn Werbegeschenke zum Totalausfall werdenDatum: 22. April 2009 | Keine Kommentare
Die „ausgewählten Kunden“ dürften irritiert gewesen sein, als ihnen ein Erotikkalender ins Haus flatterte - hatte doch niemand die hoch glänzenden Bildern mit allzu freizügigen Damen bestellt. Ein Kranhersteller hatte sich bei der Auswahl der Werbegeschenke kräftig vergriffen - so wird die vermeintliche Aufmerksamkeit zum Werbe-Bumerang.
Promotion » Unterschwellige Diskriminierung von Minderheiten beim Einkauf?Datum: 16. April 2009 | Keine Kommentare
Die Universität Koblenz-Landau warnt Gewerbetreibende vor der unterschwelligen – und vor allem unerkannten - Diskriminierung von Kunden, die einer Minderheit angehören. Untersuchungen zur Diskriminierung von Kunden bilden laut Universitätsprofessor Gianfranco Walsh bisher weitgehend einen blinden Fleck für Marketing und Außendarstellung von Unternehmen.
Promotion » Deutschlands Zukunft: Keine Frage der HerkunftDatum: 30. März 2009 | Keine Kommentare
Achtmal steht der deutsche Alltag im Mittelpunkt. Achtmal treffen Menschen aufeinander, die sich gegenseitig helfen, gemeinsam Hand anlegen, zusammen etwas bewegen.
Promotion » Hornbach: Liebeserklärung an das Volk der Tüftler und BastlerDatum: 7. März 2009 | Keine Kommentare
Mit einer beherzten Kampagne zeigt die Baumarkt-Kette Hornbach, dass Äußerlichkeiten keine Bedeutung haben – wenn es um die Heimwerker-Leidenschaft geht und darüber hinaus.
Promotion » Weibliches Investment – keine Schuhe und TaschenDatum: 15. Januar 2009 | Keine Kommentare
Im Jahr 2007 schafft längst nicht mehr nur der Mann das Geld heran und die Frau investiert ihr Geld nicht ausschließlich in schicke Schuhe und teure Taschen - diese Erkenntnis hat die Commerzbank in ihrer jüngsten Werbekampagne verarbeitet.
Promotion » Rügen des Deutschen Werberates: Frauenfeindlichkeit bleibt im TrendDatum: 14. Oktober 2008 | Keine Kommentare
41 Prozent der 118 Beschwerden, die im ersten Halbjahr 2008 beim Deutschen Werberat eingingen, hatten Frauen beleidigt oder diskriminiert. Die übrigen Verstöße (Gewaltverherrlichung, Verstoß gegen moralische Mindestanforderungen, Anreiz zur Nachahmung gefährlichen Verhaltens) landen weit abgeschlagen mit jeweils acht Prozent dahinter.
Promotion » Heinz Ketchup hinterlässt ärgerliche SpurenDatum: 22. September 2008 | Keine Kommentare
Die auch in Deutschland bekannte Ketchupmarke Heinz ist in Großbritannien in ein PR-Fettnäpfchen getreten. Das Unternehmen zog jetzt einen erst vor kurzem veröffentlichten Werbespot zurück.
Promotion » Ford fährt auf den CSD: Party-Unterstützer mit Bekenntnis zu ToleranzDatum: 12. August 2008 | Keine Kommentare
Es ist eine lange Partnerschaft und ein Bekenntnis für Toleranz: Auch dieses Jahr setzen die Kölner Ford-Werke ihr Engagement für den Christopher Street Day (CSD) in Köln fort.
Datum: 19. Mai 2009 | Keine Kommentare
Musikalisch kann das Land der Dichter und Denker beim “Eurovision Song Contest” nichts mehr ausrichten. Was kann da nur noch helfen? Eine Frau, die sich auszieht? Europa hat sich von der plumpen Anmache “made in Germany” nicht beeindrucken lassen.
Pamphlet » Barmer hilft beim AbservierenDatum: 18. Oktober 2008 | Keine Kommentare
Schwangere und Schwerbehinderte bequem kündigen: Der vermeintliche Service der Ersatzkrankenkasse soll hilfreich sein, ist aber vor allem eines: krank.
Pamphlet » Kleinkariertes Krächzen nach der Miniatur-MoscheeDatum: 16. September 2008 | Keine Kommentare
Mit peinlichen Einschätzungen zu den Ausmaßen der in Köln geplanten Großmoschee macht sich die CDU-Ratsfraktion lächerlich – und offenbart ein geradezu groteskes Verständnis vom interkulturellen Dialog.
Pamphlet » Schluss mit vielfältigen Klängen?Datum: 15. Juni 2008 | Keine Kommentare
Der Sender hat Künstler wie Shakira, Joy Denalane oder Gentleman entdeckt und gefördert - doch jetzt soll “Radio Multikulti” eingestellt werden. Der Rundfunk Berlin-Brandenburg begründete die Entscheidung gegen seine Prestige-Programme mit Sparzwängen. Doch nun melden sich unzählige Protestierende gegen das Ende von “Radio Multikulti” zu Wort.
Pamphlet » Überraschende Erkenntnis dank fotografischer Leibesvisitation?Datum: 15. Mai 2008 | Keine Kommentare
Die Paparazzi zoomten ganz nah heran und die Öffentlichkeit schaute noch näher hin, als sich Angela Merkel etwas schicker als sonst machte. Mit einem beherzten Dekolletee stahl die deutsche Regierungschefin bei der Eröffnung der neuen Oper in Oslo den anwesenden Prinzessinnen die Schau. Und was als stilvolles Auftreten einer modebewussten Machtfrau gedacht war, verkam im Handumdrehen zur Staatsaffäre.
Pamphlet » Überraschende Erkenntnis: Auch Männer dürfen für Gleichberechtigung kämpfenDatum: 15. Februar 2008 | Keine Kommentare
Gleichstellungsbeauftragter - wer sich dieses Wort auf der Zunge zergehen lässt, dem dürfte sich dieselbe winden. Da kann doch etwas nicht stimmen, das Wort schmeckt fremd, merkwürdig, ungemütlich. Es will irgendwie nicht in unserem Mund passen - höchstens als Dativ von “die Gleichstellungsbeauftragte”. Dass dieser Begriff auch durchaus als maskuline Berufsbezeichnung gebraucht werden kann, scheint dem stereotyp-erprobten Deutschkenner unbekannt.
Die Firmen Steeb aus Abstatt, Südwestdeutsche Salzwerke aus Heilbronn sowie Hirschmann Laborgeräte aus Eberstadt hatten ein Problem – sie wollten ihren Mitarbeitern die Möglichkeit einer betrieblichen Kinderbetreuung ermöglichen, doch allein konnten die mittelständischen Unternehmen diese Aufgabe nicht bewältigen. Also bündelten die Firmen aus der Region Heilbronn ihre Kräfte – und gründeten “Kinderbunt”.
So heißt die neue Kindertageseinrichtung (KITA), die im kommenden Jahr in Heilbronn an den Start gehen soll. Die Trägerschaft von “Kinderbunt” wird vom Arbeiter-Samariter-Bund Regionalverband Heilbronn-Franken übernommen. Entstanden ist das Projekt im Rahmen der Initiative “Unternehmen für die Region” der Bertelsmann Stiftung. Eine Arbeitsgruppe, der verschiedene Unternehmen, Institutionen und Privatpersonen angehören, hat “Kinderbunt” auf den Weg gebracht. Das Besondere an “Kinderbunt”: betriebsübergreifend können Unternehmen in der KITA für Kinder von 0 bis 14 Jahren Belegplätze buchen.
Neben der Kinderbetreuung an zwölf Stunden am Tag, sechs Tagen in der Woche, 52 Wochen im Jahr soll “Kinderbunt” für Kinder im Alter von 0 bis 14 Jahren geöffnet sein. Darüber hinaus sind Übernachtungsmöglichkeiten sowie ein Hol- und Bringdienst geplant. Ergänzt wird das Programm von “Kinderbunt” unter anderem durch Angebote von der Hausaufgabenbetreuung durch Lernpädagogen über kindgerechte Bildungsangebote bis hin zu ausgewogenen Mahlzeiten und heilpädagogischen Maßnahmen. “Das Konzept soll mit seinen Besonderheiten das Work-Life-Balance-Prinzip für Familien und Unternehmen real werden lassen”, sagt Dora Koch, Entwicklerin des Konzeptes “Kinderbunt”. Bis zu 60 Plätze sind derzeit vorgesehen.
Damit mit dem Bau des “Kinderbunt”-Gebäudes begonnen werden kann, müssen jedoch zunächst insgesamt 20 Belegplätze auf zehn Jahre von Unternehmen fest gebucht werden. Dabei zahlen Unternehmen pro Belegplatz und Jahr 4.500 Euro. Die Elternbeiträge werden bei rund 360 Euro im Monat liegen. Erste Firmenzusagen über Belegplätze liegen bereits vor. “Das Konzept von Kinderbunt ist familienfreundlich, kindgerecht und von den Öffnungszeiten her an der betrieblichen Realität ausgerichtet”, sagt Kirsten Hirschmann, geschäftsführende Gesellschafterin der Hirschmann Laborgeräte GmbH. “Als Unternehmen, das auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf setzt, passt dieses Angebot hervorragend in unser Personalkonzept”, betont Bärbl Christ, Mitglied der Steeb-Geschäftsleitung.
Die Südwestdeutsche Salzwerke AG hat mit ihrer Tochtergesellschaft Südsalz GmbH ebenfalls Plätze gebucht. Prokuristin Hannelore Matthes-Klimke zu den Beweggründen: “Der Bedarf ist vorhanden. Und das Thema Familienfreundlichkeit wird angesichts der demografischen Entwicklung zu einem Trumpf für Arbeitgeber werden.” Weitere Unternehmen und Institutionen, die sich im Rahmen einer Arbeitsgruppe als Verantwortungspartner für Heilbronn-Franken für das Projekt stark gemacht haben, prüfen derzeit, wie viele Plätze sie fest buchen wollen.
Datum: 28. Mai 2009 | Keine Kommentare
Die Firmen Steeb aus Abstatt, Südwestdeutsche Salzwerke aus Heilbronn sowie Hirschmann Laborgeräte aus Eberstadt hatten ein Problem – sie wollten ihren Mitarbeitern die Möglichkeit einer betrieblichen Kinderbetreuung ermöglichen, doch allein konnten die mittelständischen Unternehmen diese Aufgabe nicht bewältigen. Also bündelten die Firmen aus der Region Heilbronn ihre Kräfte – und gründeten “Kinderbunt”.
Praxis » Jedes dritte Unternehmen erleichtert Frauen den WiedereinstiegDatum: 27. Mai 2009 | Keine Kommentare
Spezielle Wiedereinstiegsprogramme für Frauen gehören noch längst nicht zur Normalität auf dem deutschen Arbeitsmarkt, aber das Instrument gewinnt an Beliebtheit: Jedes dritte der Unternehmen, die erfolgreich an einer Studie des international tätigen Researchunternehmens CRF teilnahm, bietet entsprechende Hilfsleistungen an. Knapp die Hälfte dieser Firmen besitzen zudem für ihre Mitarbeiterinnen eigene Vertrauenspersonen und bieten Mentoring für den Berufseinstieg an.
Praxis » Double X: Washington Post gründet Nachrichtenportal für FrauenDatum: 21. Mai 2009 | Keine Kommentare
Schminktipps, Prominews und Einrichtungsshows - wer als Programmgestalter mit diesen Inhalten vor allem weibliche Zuschauer gewinnen will, macht einen Fehler. Davon ist das US-amerikanische Internetmagazin “Slate” überzeugt und hat jetzt ein neues Frauenportal ins Leben gerufen, das auf alle herkömmlichen Bestandteile eines Frauen-Angebots verzichtet.
Praxis » Frauen in technischen Berufen: Interesse vorhanden, Vorbilder fehlenDatum: 4. Mai 2009 | Keine Kommentare
Schülerinnen interessieren sich für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik – doch nur wenige der jungen Frauen können sich vorstellen, selbst in solchen Berufen zu arbeiten – es fehlen vor allem weiblichen Vorbilder. Das berichtet das Kompetenzzentrum Technik - Diversity – Chancengleichheit nach einer Blitzumfrage.
Praxis » Diversity macht Schule: Berufsbegleitender MBA-Abschluss in Köln möglichDatum: 3. Mai 2009 | Keine Kommentare
Diversity macht Schule – jetzt auch an der Cologne Business School (CBS). Die von der FIBAA akkreditierte Business School in privater Trägerschaft bietet ein berufsbegleitendes Master-Studium an, welches auch im Bereich „Diversity“ die nötigen Grundlagen legt.
Praxis » Diversity-Praxis: Gender-Workshops und Wissens-WikisDatum: 2. Mai 2009 | Keine Kommentare
Die Personalstrategen der SAP AG haben das Problem klar umrissen: Noch immer gibt es ein großes Ungleichgewicht bei der Anzahl von weiblichen und männlichen Führungskräften. Deshalb hat der größte europäische und weltweit viertgrößte Softwarehersteller aus dem baden-württembergischen Walldorf spezielle Gender-Workshops eingerichtet.
Praxis » Türkische Akademiker hält es nicht in DeutschlandDatum: 29. April 2009 | Keine Kommentare
Wenn über die Beweggründe für den Wegzug vieler türkischer Akademiker und Studenten diskutiert wird, wird das fehlende Heimatgefühl als wichtigster Grund angesehen. Eine Studie über türkische Akademiker und Studierende in Deutschland (TASD) kommt jetzt zu dem Schluss, dass die Betroffenen eher in der Türkei als in Deutschland einen beruflichen Aufstieg für möglich halten.
Praxis » Blick über den Tellerrand: HP stellt Forderungen an ZuliefererDatum: 28. April 2009 | Keine Kommentare
Wer mit dem Druckerhersteller Hewlett-Packard (HP) Geschäfte machen will, sollte den Begriff “Soziale und ökologische Verantwortung” nicht als Fremdwort bezeichnen. Denn der Konzern verbindliche Kriterien von seinen Zulieferen einfordern. Und die unternehmerische Verantwortung für Soziales und die Umwelt zählt dazu.
Praxis » Girls Day: Technik-Tag begeistert 126.000 MädchenDatum: 27. April 2009 | Keine Kommentare
Die Wirtschaftskrise hat deutsche Unternehmen fest im Griff, doch die Sorge der Veranstalter des “Girls Day” vor einem konjunkturbedingten Teilnehmerinnen-Rückgang hat sich als haltlos erwiesen. Über 9.000 Unternehmen und Organisationen haben bundesweit 126.000 Mädchen erste Einblicke in technische Berufe ermöglicht.
Praxis » CSD: Flaggenverbot wegen Gleichbehandlungsgesetz?Datum: 26. April 2009 | Keine Kommentare
Rot, gelb, grün, blau, violett - die bunte Regenbogenfahne, die als Zeichen für Toleranz und Vielfältigkeit sowie als Erkennungszeichen homosexueller Frauen und Männer gilt, ist ein farbenfroher Kontrastpunkt auf so manch grauem Gemäuer. An der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus ist die Fahne jedoch offenbar nicht erwünscht.
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Das katholische Fest gehört zu den beweglichen Feiertagen und wird am Donnerstag nach dem Dreifaltigkeitsfest (Trinitatis) mit feierlichen Prozessionen begangen.
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Schwangere und Schwerbehinderte bequem kündigen: Der vermeintliche Service der Ersatzkrankenkasse soll hilfreich sein, ist aber vor allem eines: krank.
Wenn es darum geht, die Krankenkasse zu wechseln, wird Deutschland bisweilen zur Servicewüste. Die Barmer-Ersatzkasse punktet dagegen mit einer besonderen Dienstleistung: Auf ihrer Internetseite bietet das Unternehmen diverse Blanko-Schriftsätze an, mit denen vor allem kleine Unternehmen ihren Verwaltungsaufwand reduzieren sollen. Darunter: Ein „Antrag zur Kündigung eines Schwerbehinderten“. Darin erhalten Chefs auch eine Anleitung, wie das zuständige Integrationsamt von einer geplanten Kündigung erfahren sollte. Im formlosen Schreiben für die Kündigung einer „Schwangeren oder Mutter“ kann der Chef auswählen, ob “betriebsbedingte” oder “verhaltensbedingte” Gründe ausschlaggebend sein sollten. Als Journalisten des Nachrichtenportals „SPIEGEL ONLINE“ die Dokumente eher zufällig im Internet entdeckten und bei der Krankenkasse nachhakten, gaben sich die Verantwortlichen kleinlaut: Ein Sprecher der Krankenkasse sagte, die Formulare seien „unglücklich und missverständlich“.
Leider sind die Formblätter alles andere als missverständlich – im Gegenteil: Sie zeigen eindrucksvoll, wie die Barmer das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) mißversteht. Dies garantiert Menschen mit Behinderungen und Schwangeren einen besonderen Schutz vor willkürlichen Kündigungen – und die Barmer hilft geradezu, das Gesetz zu unterwandern. Im Internet gibt es längst zweifelhafte Angebote von Rechtsanwälten, die bei der juristisch einwandfreien Entledigung von vermeintlich nachteiligen Mitarbeitern zu helfen. Sie stellen Formulierungshilfen zur Verfügung und suchen nach Scheinbegründungen, um den betroffenen Kollegen AGG-konform abzuservieren. Viel schlimmer ist jedoch, dass die Barmer-Ersatzkasse ihren Tabubruch nicht wirklich einsieht: „Wir haben es gut gemeint“, bekennt Barrmer-Sprecher Thorsten Jakob. Trotzdem bedürften auch Arbeitgeber eines gewissen Servises. Diesen versuche die Barmer zu bieten, insofern sei „die Sache unproblematisch“, so Jakob weiter. Unproblematisch?
Das Verhalten der Barmer ist mehr als problematisch, es ist eine Bankrotterklärung - stehen Ersatzkassen doch naturgemäß in der Pflicht, insbesondere ihre versicherten Arbeitnehmer zu unterstützen. Das Angebot der Barmer widerspricht der Seele und dem Geist einer Sozialversicherung. Da mutet es wenig überraschend an, dass die Barmer erst vor Kurzem wechselwilligen Versicherten eine Bleibeprämie angeboten hatte. Wer die Kasse verlasen wollten, bekam 220 Euro gezahlt, um weiterhin Barmer-Mitglied zu bleiben. Wer sich bei einer Ersatzkasse versichern will, die Seele und dem Geist einer Sozialversicherung mit Füßen tritt, sollte auf dieses Geld verzichten.
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Redaktionelle Projektleitung
Sebastian Wieschowski (Jahrgang 1985) absolvierte nach Abitur und Zivildienst eine 18-monatige Ausbildung an der Kölner Journalistenschule. Seit April 2007 studiert er Journalistik, Politikwissenschaft und Neuere/Neueste Geschichte an der Universität Eichstätt.
Von September 2006 bis Oktober 2008 arbeitete Sebastian Wieschowski als studentischer Mitarbeiter für das Beratungsunternehmen “Ungleich Besser Diversity Consulting” und den deutschen Diversity-Experten Michael Stuber. Er war im Bereich Öffentlichkeitsarbeit/Kommunikation verantwortlich für die Redaktion und Entwicklung des monatlich erscheinenden Diversity-Newsletters.
Während dieser Tätigkeit hat Sebastian Wieschowski das Interesse für Diversity, Work/Life-Balance, wirtschaftliche Aspekte der Gesellschaft sowie einer nachhaltigen Unternehmensführung vertieft. Er arbeitet als Autor mit dem Schwerpunkt “Wirtschaft/Finanzen” für DIE ZEIT, SPIEGEL ONLINE sowie DIE WELT.
Redaktionelle Mitarbeit
Hier finden Sie schon bald die Vorstellungstexte der redaktionellen Mitarbeiter Christoph Kahlert, Anita Bürsch-Kellermann und Daniel Lehmann.
Verantwortlich nach § 6 Abs.2 MDStV: Sebastian Wieschowski, Am Salzstadel 6, 85072 Eichstätt Kontakt: Redaktion
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Home » Was ist Diversity?
Was ist Diversity?Jahrzehntelang galt die Homogenisierung als tragendes Prinzip vergemeinschaftender Personalpolitik. Es wurde angenommen, dass eine gleichförmige Belegschaft eher zusammenhält als ein Zusammenschluss aus unterschiedlichen Persönlichkeiten. Diese Einstellung wandelt sich immer stärker: Die Berücksichtigung der menschlichen Bedürfnisse des Personals ist ökonomisch vorteilhaft, heißt es nun. Die Begründung ist denkbar einfach: Wer zufrieden ist und sich nicht unterdrückt fühlt, kann ein Optimum an Leistung bringen. Unter dem Begriff “Diversity” wird die freiwillige, systematische und geplante Verpflichtung einer Organisation verstanden, ArbeitnehmerInnen zu fördern und wertzuschätzen. Diversity-Experten sehen das Konzept nicht in einer Reihe mit anderen Weltverbesserungsideen, sondern stellen stets die ökonomische Komponente hervor: Diversity ist notwendig, weil es den Unternehmenserfolg steigert.
Warum wird Diversity immer wichtiger?
Bei Umfragen zur Umsetzung von Diversity zeigt sich seit Jahren, dass das Konzept in Deutschland immer mehr an Bedeutung gewinnt. Die Auslöser sind vielfältig: Ratingagenturen und Analysten, aber auch Aktionäre wirken Druck aus. Diversity wird als Aspekt der Nachhaltigkeit verstanden – und eine nachhaltige Unternehmensführung ist nicht nur notwendig, um in den renommierten “Dow Jones Sustainability”-Index aufgenommen zu werden. Fondsgesellschaften schreiben vermehrt fest, dass nur in Unternehmen investiert werden darf, die ein Diversity-Management unterhalten. Die Deutungsmöglichkeiten von Diversity sind vielfältig: Diversity kann alles oder nichts bedeuten, doch der Begriff gilt im Vergleich zu Vorgängerkonzepten wie Gender Mainstreaming als innovativ, modern und chic. Zudem ist „Vielfalt“ kein neutraler Begriff, sondern eine Metapher, die in Deutschland überwiegend positiv besetzt ist. Im Zeitalter der Individualisierung ist nicht mehr verpönt, was andersartig ist. Zudem gilt „der Andere“ inzwischen als Experte für Unbekanntes, er ist nicht eingebunden in festgefahrene Strukturen und steht als „Fremder“ für Sozialen Wandel.
Welche gesetzlichen Grundlagen sind zu beachten?
Grund zum Handeln wird auch in den Antidiskriminierungsrichtlinien gesehen, die von der Europäischen Union vorgegeben wurden - die Antirassismusrichtlinie (2000), die Rahmenrichtlinie Beschäftigung (2000), die Gender-Richtlinie (2002) sowie die Gleichbehandlungsrichtlinie (2004). Auf Grundlage dieser Vorgaben wurde in Deutschland im Jahre 2006 das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) geschaffen, das für Arbeits- und Zivilrechtsangelegenheiten gilt. Weil bei einer Klage nicht der Kläger beweisen muss, dass er diskriminiert wurde, sondern der Beklagte nachweisen muss, dass er nicht diskriminiert hat, wird Diversity als “Rüstzeug” gegen Klage-Abweisungen gesehen. Erfahrungen mit Diskriminierungsklagen haben international tätige Konzerne in den letzten Jahrzehnten zur Genüge in den USA gemacht – hier werden regelmäßig Millionenbeträge fällig. Diversity wird von Experten und Praktikern jedoch nicht als juristisch motivierte Notwendigkeit verstanden, die gesetzlichen Rahmenbedingungen haben das Thema lediglich angestoßen oder befördert.
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Anzeige ArchivFronleichnam (christl.) am 11. Juni 2009
Das katholische Fest gehört zu den beweglichen Feiertagen und wird am Donnerstag nach dem Dreifaltigkeitsfest (Trinitatis) mit feierlichen Prozessionen begangen.
Auf der Seite "Pamphlet" kommentieren wir ein aktuelles Thema kritisch.
Eine bedeutende Entwicklung der letzten Wochen wird im "Panorama" ausführlich dargestellt.
Im Bereich "Politik" berichten wir, welche Impulse der öffentliche Sektor gibt.
Meldungen aus Unternehmen und lobenswerte Diversity-Instrumente stellen wir im Bereich "Praxis" zusammen.
Auf zwei Seiten informieren wir unter dem Titel "Privatleben", welche Ereignisse der letzten Wochen außerhalb von Büro und Arbeitswelt relevant sind.
Wie Unternehmen ihre Diversity-Praxis darstellen und welche Rolle die Werbung spielt, beleuchten wir im Bereich "Promotion".
Auf der "Presse"-Seite werfen wir einen Blick auf die Darstellung von Diversity in den Medien.
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Diesen Samstag (22.09.) ist in Berlin die Demo “Marsch für das Leben” - What the Fuck? geplant, zu der wir euch einladen, mitzulaufen. Die Protestierenden werden gegen die ebenfalls am Samstag stattfindende Demonstration “Marsch für das Leben” in Berlin auf die Straße gehen, hinter der die unermüdlichen Versuche christlicher FundamentalistInnen stehen, mit freundlicher Unterstützung von Gott und der Deutschen Bahn in Deutschland das Abtreibungsverbot wieder einzuführen. Dabei werfen die selbsternannten Freunde des Lebens nur so mit problematischen Aussagen um sich, bezeichnen Abtreibung beispielsweise als Mord und als Euthanasie, was nicht nur vollkommen geschichtsvergessen, sondern bar jeglicher Vernunft ist.
Zu der Demonstration ruft der Bundesverband Lebensrecht e.V. (BVL) auf und die Deutsche Bahn AG lässt die “LebensretterInnen” zum Sonderpreis zu den bundesweiten Demos fahren.
Für das reproduktive Selbstbestimmungsrecht schwangerer Mädchen und Frauen, für eine vernünftige Diskussion über ethische Richtlinien bei Abtreibungen und gegen christliche Spinner, die mit weißen Holzkreuzen durch die Städte der Bundesrepublik pilgern und Plastikembryos verteilen, geht die Initiative “Marsch für das Leben - What The Fuck?” am Samstag in Berlin auf die Straße. Solange Abtreibungen in Deutschland und Österreich immer noch offiziell eine Straftat und sind und Frauen und Mädchen nur durch die sogenannte Fristenlösung (Abtreibung bis zur 12. Schwangerschaftswoche) auf sicherem Weg und ohne strafrechtlichen Konsequenzen einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen können, haben wir das Ziel, über unsere Körper selbst zu bestimmen, noch nicht erreicht.
Also geht zur Demo und macht Krach gegen die weißen KreuzritterInnen! Unsere Bäuche gehören auch weiterhin uns!
Wo & Wann
Die erste Kundgebung wird um 12.30 Uhr in der Otto von Bismark Allee Ecke Willy Brandt Straße stattfinden, weitere Kundgebungsorte findet ihr auf dem Blog oder auf der Facebook-Seite der Initiative.
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Eine weitere Veranstaltung, auf die wir euch aufmerksam machen wollen, findet nächste Woche Donnerstag, den 27.09. und Freitag, den 28.09. an der Universität Merseburg statt. Das Institut für Angewandte Sexualwissenschaft der Hochschule Merseburg läd ein zu einer Fachtagung zum Thema:
“Schwangerschaftsabbruch zwischen reproduktiver Selbstbestimmung und Kriminalisierung - neue/alte Diskurse”
Sprechen werden viele rennommierte ReferentInnen, u.a. von Pro Familia, dem Museum für Kontrazeption & Schwangerschaftsabbruch, aus der Kriminologie und vielen anderen Bereichen. Kostenpunkt der zweitägigen Tagung: 60 Euro/20 Euro für StudentInnen.
Embryonen sind Bürger_innen der USA und des US-amerikanischen Bundesstaats, in dem sich ihr Wohnsitz befindet. Sie haben das Recht auf ein ordentliches Gerichtsverfahren, ohne das ihnen kein Staat Leben, Freiheit und Eigentum nehmen oder gesetzlichen Schutz versagen darf.
Wenn es nach US-Republikaner_innen ginge, wäre dies schon bald die Verfassungslage in den USA: das Wahlprogramm, das auf dem Parteitag der „Grand Old Party“ vor einigen Wochen in Florida verabschiedet wurde, sieht ein „human life amendment“ („menschliches Leben“-Verfassungszusatz) vor, das darauf abzielt, befruchtete Eizellen als „ungeborene Kinder“ zu definieren. Dementsprechend wären bereits Blastozysten als US-Bürger_innen anzuerkennen und ihnen die gleichen Zivilrechte einzuräumen wie im 14. Verfassungszusatz für US-Bürger_innen festgelegt; ein gesetzliches Vorhaben, das auf bundesstaatlicher Ebene erst 2011 in Mississippi scheiterte.
Seit das Oberste US-Verfassungsgericht im Fall Roe v. Wade 1973 Schwangerschaftsabbrüche legalisiert hat, sind diese theoretisch bis zur eigenständigen Lebensfähigkeit („viability”) des Fötus’ möglich. De facto werden aufgrund diverser zusätzlicher Regelungen Abtreibungen überwiegend bis zur 12. Schwangerschaftswoche vorgenommen. Das nun offiziell eingebrachte „human rights amendment“ ist allerdings nur der Höhepunkt einer jahrzehntelangen Kampagne christlicher Fundamentalist_innen, innerhalb und außerhalb politischer Machtstrukturen, in ihrem Versuch diese Rechtssprechung auszuhöhlen; sei es durch diverse Einschränkungen des Zugangs zu Abtreibungskliniken (oder auch nur Verhütungsmitteln wie der „Pille danach“), durch das Aufstellen zusätzlicher Hürden wie verpflichtender „Beratungs“-Gespräche, unnötigen medizinischen Prozeduren wie transvaginalen Ultraschalls und Warte- oder „Bedenk”-Zeiten, durch die Streichung finanzieller Zuschüsse zu Gesundheitsorganisationen wie Planned Parenthood oder gar Bedrohung und Ermordung von Ärzt_innen, die Schwangerschaftsabbrüche vornehmen.
Bei all der berechtigten Kritik an jenen unverhohlenen Einschüchterungs- und Bestrafungsmaßnahmen für Menschen, die in den USA eine Schwangerschaft beenden wollen, vergisst man jedoch häufig das Naheliegende: in Deutschland ist Abtreibung noch nicht einmal legal. Paragraph 218, der seit 1871 im deutschen Strafgesetz (in verschiedenen Ausformungen) verankert ist und seit Jahrzehnten von Feminist_innen explizit kritisiert und bekämpft wird, sieht seit 1976 (und im Zuge der Ablehnung einer „Fristenregelung” erneut seit 1995) lediglich vor, dass Abtreibung unter bestimmten Umständen straffrei bleibt. Wie die Emma schreibt, wird Frauen* hier kein Recht, sondern eine Gnade gewährt - anhand der Bundestagsdebatten kann man das unschön nachvollziehen. Tatsächlich hat Deutschland eines der restriktivsten Abtreibungsgesetze Europas, und manche gesetzlichen Regelungen, die von christlichen Fundamentalist_innen in den USA erst eingeführt werden möchten und dort von Feminist_innen vehement abgelehnt werden (wie verpflichtende, nicht-neutrale Beratungsgespräche und sogenannte „Bedenkzeit”), sind in Deutschland schon lange Realität.
Abtreibung kann in Deutschland mit bis zu drei Jahren Haft (für die schwangere Person mit einem Jahr Haft) bestraft werden. Wenn keine medizinische Indikation für einen Schwangerschaftsabbruch vorliegt oder die Schwangerschaft nicht die Folge einer Straftat ist, ist sie laut deutschem Gesetz rechtswidrig. Nur einen gesetzlichen Ausweg gibt es hier, dennoch bis zur zwölften Woche eine Schwangerschaft beenden lassen zu können: ein verpflichtendes Gespräch bei einer staatlich anerkannten Stelle nach §219, dessen Ziel der „Schutz des ungeborenen Lebens“ sein muss, und das eine schwangere Person dazu „ermutigen“ soll, „eine verantwortliche und gewissenhafte Entscheidung zu treffen.“ Wie in §219 weiterhin festgehalten wird, müsse der Frau* dabei „bewusst“ gemacht werden, „daß das Ungeborene in jedem Stadium der Schwangerschaft auch ihr gegenüber ein eigenes Recht auf Leben hat und daß deshalb nach der Rechtsordnung ein Schwangerschaftsabbruch nur in Ausnahmesituationen in Betracht kommen kann [...].“
Bereits hier wird deutlich, dass die deutsche Gesetzeslage hinter der der USA zurückbleibt, da in Deutschland noch nicht einmal der Faktor der unabhängigen Lebensfähigkeit eines Fötus’ in Betracht gezogen wird bei dieser biologisch-moralischen Gleichstellung von Embryonen mit schwangeren Personen. Die Vorschriften für jenes angebliche „Beratungs“-Gespräch illustrieren, dass von Neutralität oder gar einem expliziten Recht auf eigene körperliche Integrität von Frauen* keine Rede sein kann. Darüber hinaus ist es schwangeren Personen erst gestattet, die Schwangerschaft abbrechen zu lassen, wenn drei Tage zwischen diesem Gespräch und einem Abbruchtermin liegen. So weit entfernt von einem „human life amendment“ ist Deutschland also selbst nicht - auch nach deutschem Gesetz sind Embryonen letztlich „ungeborene Kinder“, die ein „eigenes Recht auf Leben“ haben - vermutlich ist der „Tatbestand“ Abtreibung im Strafgesetzbuch auch deshalb direkt zwischen „Tötung auf Verlangen“ und „Aussetzung“ angesiedelt…
Ebenso beim Verhütungsmittelzugang tut sich Deutschland in manchen Bereichen schwerer als andere europäische Länder und sogar die USA. Während der Mitgliedsbeitrag weiblicher Versicherter beim Großteil der US-Versicherungsunternehmen nun auch die Pille und „Pille danach“ decken muss, wie im Affordable Care Act 2010 beschlossen, übernehmen Krankenkassen in Deutschland die Pille nur bis zum 20. Lebensjahr (und nur in Ausnahmefällen nach dieser Altersgrenze, wenn die Pille zu „therapeutischen Zwecken” verschrieben wird). Die „Pille danach“ ist in Deutschland noch immer weder rezeptfrei noch kostenlos erhältlich und mit bürokratischem Aufwand und dezidiertem „slut shaming” verbunden. Das Stichwort „Kampf um reproduktive Rechte“ löst bei vielen Menschen in Europa zwar oft schockierte Ablehnung von christlich-fundamentalistischem Aktivismus in den USA aus, und tatsächlich werden in Deutschland keine Ärzt_innen ermordet, die Schwangerschaftsabbrüche vornehmen, und es gibt keine Initiativen Verhütungsmittel zu illegalisieren oder jede Fehlgeburt als potenzielle Straftat zu klassifizieren.
Bedenklich scheint aber, dass die Situation in Deutschland in ihrer Restriktion von vielen unterschätzt wird. Auch hier demonstrieren Abtreibungsgegner_innen vor Praxen, legitimiert durch das Bundesverfassungsgericht. Auch hier profitieren selbsternannte „Lebensrechtler_innen” wie die am Samstag in Berlin marschierenden Mitglieder des “Bundesverband Lebensrecht” von einem gesellschaftlichen Klima, das Rabattaktionen der Deutschen Bahn für den Transport dieser Verbindung (ultra-)konservativer bis rechtsradikaler Aktivist_innen möglich macht, während sich die Bahn weigerte, Menschen zum Christopher Street Day in Berlin vergünstigt fahren zu lassen (trotz gegenteiliger Behauptungen). Auch hier halten manche es für ein „Argument,” die (auch) eherechtliche Diskriminierung nicht-heterosexueller Paare unter dem heterosexistischen (und auch cis-sexistischen) Verweis auf - man fasst es kaum… - “Qualitätsunterschiede” zu verteidigen. Auch hier bestimmt rape culture („Vergewaltigungskultur”) die Gesetzeslage und Rechtssprechung; zuletzt daran zu erkennen, dass selbst das verbalisierte „Nein” einer minderjährigen Überlebenden und ein Geständnis des Täters es immer noch legitim machen, diesen Vergewaltiger freizusprechen.
Es ist also ein ganzer Cluster an Widerwärtigkeiten, gegen den morgen das Bündnis „Marsch Für das Leben” - What the Fuck! protestiert. Wie im Demonstrationsaufruf geschrieben wird: „Die Abtreibungsgegner_innen sind christliche Fundamentalist_innen. Sie kämpfen für eine Gesellschaft, die auf der bürgerlichen Kleinfamilie, Zweigeschlechtlichkeit, einer strengen Sexualmoral, Verbot von Homosexualität und auf ‚Schicksals‘- und Obrigkeitsergebenheit beruht.“ Christliche Fundamentalist_innen gibt es eben nicht nur in den USA - in Deutschland nahmen und nehmen sie noch immer einen erschreckend großen Raum ein.
Die Buchhandlung Löwenherz lädt wieder zu einer interessanten Lesung ein. Am Montag, dem 24. September wird Autorin Stefanie Zesewitz ihren Roman "Der Duft von Seide" präsentieren - einen perfekten lesbischen viktorianischen Roman, wie die Löwenherzen in der Einladung versprechen. Der Eintritt ist frei.
Stefanie Zesewitz präsentiert "Der Duft von Seide"
Wann: Montag, 24. September 2012, 20 Uhr
Wo: Buchhandlung Löwenherz, Berggasse 8, 1090 Wien
Link: http://www.loewenherz.at/lesungen-september-oktober-2012.php?q=n
Aus der Ankündigung:
Stefanie Zesewitz hat einen perfekten lesbischen viktorianischen Roman geschrieben. Nicht nur weisen Sprache und Erzählführung alle Merkmale des klassischen englischen Romans des 19. Jahrhunderts auf, die Geschichte wird ebenso überraschend wie plausibel erzählt. Aus diesem ganz besonderen Buch wird Stefanie Zesewitz bei uns in der Buchhandlung lesen, von ihren Recherchen und ihrer Arbeit am Roman berichten und über ihre neuen Pläne sprechen.
Stefanie Zesewitz wurde 1968 in Hamburg geboren; sie studierte Anglistik und Germanistik in Hamburg und Wales. Nach beruflichen Aufenthalten in Italien, Griechenland und Spanien lebt sie seit 2003 wieder in Hamburg, wo sie als Personalreferentin für Fach- und Führungskräfte arbeitet. "Der Duft von Seide" ist ihr erster Roman.
Links: http://www.loewenherz.at/lesungen-september-oktober-2012.php?q=n
[www.querverlag.de]
[www.noz.de]
http://lillemorsfrauenliteratur.blogspot.tw/2012/03/lesen-macht-klug-und-schoen-611.html
[www.l-talk.de]
[www.lesbenring.de]
[leskultur.blog.de]
Bild: 1. friedlicher Protest gegen
"ESPE 2012"-GenitalabschneiderInnen, Leipzig 20.9.12
Heute
wird die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org zum 2. Mal in Folge
friedlich vor dem Congress Center Leipzig protestieren, dem Austragungsort des
51. Jahreskongresses der Europäischen Endokrinologenvereinigung "ESPE 2012",
und den Verantwortlichen einen >>> Offenen
Brief (englisch) überreichen.
Darin wird aus Sicht von Betroffenen von kosmetischen Genitaloperationen kritisiert, dass solche medizinisch nicht notwendigen Eingriffe an Kindern offenbar an der "ESPE 2012" unter der Bezeichnung "Disorders of Sex Development DSD" ("Störungen der Geschlechtsentwicklung") immer noch unreflektiert propagiert werden – obwohl namhafte Menschenrechtsorganisationen wie auch das UN-Komitee gegen Folter solche Eingriffe längst als schwere Menschenrechtsverletzungen verurteilen.
Weiter wird daran erinnert, dass die 50-jährige Geschichte der ESPE zugleich die unaufgearbeitete Geschichte der systematischen Ausweitung der Intersex-Genitalverstümmelungen in Europa ist, und dass namhafte Gründungsmitglieder der ESPE dabei eine verhängnisvolle Rolle spielten. So lieferte etwa Andrea Prader, der Namensgeber des morgen Samstag an der "ESPE 2012" verliehenen "Andrea Prader Preis 2012", mit seinen "Prader Stufen" ein bis heute gebräuchliches Referenzwerkzeug für medizinisch nicht notwendige Klitorisamputationen und sog. "Klitorisreduktionen". Und Jürgen Bierich (dem die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie ihrerseits jährlich einen Preis widmet) verfocht kosmetische Klitorisamputationen an Kindern jahrzehntelang unbeirrbar mit der Behauptung, es sei wissenschaftlich erwiesen, "die Orgasmusfähigkeit leidet unter der Klitorisentfernung nicht". Es würde der ESPE gut anstehen, ihre Geschichte endlich fair und offen aufzuarbeiten.
Ein weiterer friedlicher Protest findet heute ab 11:00 Uhr vor der Universitätskinderklinik Leipzig statt. Diese bietet auf ihrer Homepage nach wie vor das gesamte Sortiment medizinisch nicht notwendiger Genitaloperationen öffentlich feil – obwohl Überlebende solche Eingriffe seit 20 Jahren als zerstörerisch für die sexuelle Empfindsamkeit und als Verletzung ihres Rechts auf körperliche Unversehrtheit kritisieren und verurteilen. Auch den Verantwortlichen der Universitätskinderklinik (deren Direktor zugleich als Tagungspräsident der "ESPE 2012" fungiert) wird Zwischengeschlecht.org einen >>> Offenen Brief überreichen.
>>>
Info + Proteste LEIPZIG-DRESDEN-HALLE
19.-30.09.2012 >>> Info-Flyer (PDF)
>>>
Genitalverstümmelungen in KInderkliniken: Typische Diagnosen und
Eingriffe
>>>
"Aufarbeitung tut not!" Unis, Klitorisamputationen u. a.
"Genitalkorrekturen"
Haushalte, in denen der Vater arbeitet und die Mutter zuhause bleibt, sind mittlerweile in der Schweiz in der Minderheit. Drei Viertel aller Mütter und fast alle Väter arbeiten heute. Dieser Spagat zwischen Beruf und Familie ist für junge Mütter und Väter anspruchsvoll. Gleichzeitig müssen Mütter und Väter heute verschiedensten Ansprüchen bezüglich Familienformen und Arbeitsteilung genügen. Unterstützungsangebote für Eltern sind aber noch gering. Darum lancierte die Stiftung Pro Juventute den ersten Elternratgeber der Stiftung zur Vereinbarkeit Familie und Beruf. Das Angebot richtet sich an werdende Eltern und Fachpersonen wie Mütterberaterinnen - und an Unternehmen.
«Eine nachhaltige Unterstützung von Familien gelingt, wenn sie sich ab der Schwangerschaft informieren können, wie sie das Familienleben angehen wollen», sagt Stéphanie Kebeiks, Leiterin der Pro Juventute Elternbriefe. Mit der Lancierung des Extrabriefs «Vereinbarkeit von Familie und Beruf» will Pro Juventute einen aktiven Beitrag zur Begegnung der Herausforderungen der heutigen Berufs- und Familienwelt leisten. Der Ratgeber unterstützt Eltern zu den Themen Erwerbsarbeit und Familienleben, zum Arbeitsrecht, zur familienergänzenden Betreuung oder zu Familienorganisation und Zeitmanagement.
«Die Thematik Familie und Beruf betrifft nicht nur die Eltern, sondern auch die Arbeitgeber», sagt Kebeiks. «Dieses Denken etabliert sich nun auch bei den Firmen.» Neben umfassenden Informationen dient das Angebot daher auch als Leitfaden für eine familienfreundliche Personalpolitik. Das wird für Unternehmen verstärkt zu einem Fokus. Denn: Eine Familie zu managen, verlangt Fähigkeiten wie Organisationstalent, Belastbarkeit, Flexibilität, Teamfähigkeit. Alles Voraussetzungen, die auch im Berufsleben sehr gefragt sind. Mütter und Väter sind ideale Arbeitskräfte und bedeuten ein Potenzial für Unternehmen. Leute, die Teilzeit arbeiten, sind in der Regel hoch motiviert.
Der Extrabrief „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ kann im Pro Juventute Shop bestellt werden.
Quelle
Schminktipps, Prominews und Einrichtungsshows - wer als Programmgestalter mit diesen Inhalten vor allem weibliche Zuschauer gewinnen will, macht einen Fehler. Davon ist das US-amerikanische Internetmagazin “Slate” überzeugt und hat jetzt ein neues Frauenportal ins Leben gerufen, das auf alle herkömmlichen Bestandteile eines Frauen-Angebots verzichtet.
Das Tochterunternehmen der Washington Post will Internetsurferinnen mit einem seriösen Nachrichtenangebot erreichen. Die Ressorts sind in “Nachrichten und Politik”, “Leben”, “Arbeit”, “Kunst”, “Kinder und Eltern” und “Gesundheit und Wissenschaft” aufgeteilt. Zuvor hatte das Portal die Idee im Rahmen eines Blogs erfolgreich getestet und sich nun entschlossen, aus dem Internettagebuch ein vollwertiges Portal zu bauen. Das Konzept ist leicht umrissen: Journalismus pur aus einem weiblichem Blickwinkel.
Doch warum sollen Frauen sich für ein solches Portal begeistern können, wo es im Internet doch bei Spiegel Online und Co. praktisch an jeder Ecke tagesaktuelle Nachrichten gibt? “Frauenzeitschriften berichten aus einer wirtschaftlichen Notwendigkeit heraus über Mode und Stil. Wir fragen uns, ob diese Themen moderne Frauen aber wirklich so stark interessieren, dass sie sich ganze Hefte davon kaufen”, sagt Mitgründerin Emily Bazelon. Frauen seien auf dem US-amerikanischen Medienmarkt regelrecht unterversorgt, was ihre wirklichen Interessen anbelange. Dabei hätten Frauen in den USA eine nicht zu unterschätzende Kaufkraft.
Musikalisch kann das Land der Dichter und Denker beim “Eurovision Song Contest” nichts mehr ausrichten. Was kann da nur noch helfen? Eine Frau, die sich auszieht? Europa hat sich von der plumpen Anmache “made in Germany” nicht beeindrucken lassen.
Zugegeben, der “Grand Prix Eurovision de la Chanson” schon lange verloren, bevor er in “Eurovision Song Contest” umbenannt wurde. Trotzdem nutzt die deutsche Öffentlichkeit das kontinentale Wettsingen als Gradmesser für die Beliebtheit der Bundesrepublik in Europa - und Jahr für Jahr bekommt Deutschland attestiert, dass es musikalisch ganz unten ist.
Besonders die letzte Ausgabe machte jedoch deutlich, dass Deutschland nicht nur ein musikalisches Modernisierungsproblem hat, sondern ein gewaltiges Problem mit gestrigen Geschlechterklischees - der Sieg, so war in den Zeitungen zu lesen, sei in diesem Jahr nur aus einem Grund besonders greifbar: Dita von Teese, US-amerikanische Burlesque-Tänzerin, sollte mit ihrer Entkleidungskunst besonders in Osteuropa die nötigen Sympathien sammeln. “Sie strippt uns zum Sieg”, titelte eine Boulevardzeitung, wohl ohne auch nur einmal nachgelesen zu haben, dass es bei der Burlesque-Kunst eben nicht um die schnelle Brust-Beschau geht. Trotzdem bezeichnete ein anderes Blatt die Kurven der Künstlerin als “Geheimwaffe”.
Wie hoffnungslos verloren Deutschland sein muss, stellte sich dann am Abend des “Eurovision Song Contest” heraus - dass der deutsche Beitrag aus einem multikulturellen Sangesduo bestand und ein Mitglied nicht nur homosexuell ist, sondern auch US-amerikanische Wurzeln hat, wurde geflissentlich übersehen. Dass es sich bei dem deutschen Beitrag um eine Gesangseinlage handelte, offenbar auch - das einzige, was zählte, waren die blanken Brüste der Burleque-Künstlerin, die zuvor zu einem regelrechten Hintergrund-Püppchens degradiert worden war.
Und die Entblätterung lockte außerhalb der Bundesrepublik offenbar nur wenige Sympathisanten hinter dem Ofen hervor. Für die Verantwortlichen muss es ein Schlag ins Gesicht gewesen sein - weil die Musik konkurrenzlos schlecht ist, greift man auf nacktes Fleisch zurück. Und auch dieses Konzept ist, so wissen wir spätestens seit der Schmach von Moskau, ebenfalls konkurrenzlos schlecht.
Keine Frage, Europa hat Deutschland nicht wegen seinem billigen Umgang mit einer Burlesque-Tänzerin, die mit schmuddeligen Strip-Einlagen so wenig zu tun hat wie der Papst mit einer Verhütungskampagne, abgewatscht. Dennoch weiß man nun überall zwischen Andorra und Zypern, dass die Bundesrepublik noch großen Nachholbedarf hat, was den Bruch mit Geschlechterklischees angeht.
Die Prognose folgt drastisch aus: “Weiße Gymnasien“ würden sich in Berlin entwickeln, also Gymnasien ohne Zuwanderer. Bildungspolitiker, Eltern und Schüler protestieren gegen strengere Aufnahmebedingungen an Gymnasien. Dies würde einen einen drastischen Rückgang des Migrantenanteils zur Folge haben, sind sich die Kritiker einig.
Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) ist aufgefordert, schon bald über die strengeren Zugangsbedingungen im Rahmen der Strukturreform zu entscheiden. Bisher hatte der Berliner Senat den Plan verfolgt, nur noch zwei allgemeinbildende Schulformen beizubehalten: Neben Gymnasien soll es Sekundarschulen geben, die Aufnahme auf die vermeintlich “bessere” Schulform soll nur leistungsstarken Kinder offenstehen.
Politiker mehrerer Parteien wehren sich jetzt massiv gegen die Senatspläne: Die Idee sei „integrationspolitisch verheerend“, sagte der Neuköllner Bildungsstadtrat Wolfgang Schimmang (SPD). Grundschulzensuren seien die falsche Grundlage für eine Entscheidung über die Gymnasialtauglichkeit. „Ein strenger NC privilegiert das Gymnasium“, sagte auch Grünen-Politiker Özcan Mutlu.
Bildungswissenschaftler sind sich unterdessen sicher: Die Pläne haben dramatische Folgen für Berlins Migranten und vor allem für die große Gruppe der Türken. Die Begründung: Als Teil der bildungsfernen Schicht könnten Eltern dort wenig zum Schulerfolg ihrer Kinder beitragen, die Schüler seien geradezu auf die Durchlässigkeit des Schulsystems angewiesen.
Ein höheres Gehalt dringt bei Verhandlungen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber immer öfter in den Hintergrund - die neue Trend-Forderung lautet dagegen: Gib mir weniger Gehalt und lass mich von zuhause arbeiten.
Was hierzulande noch wie eine Utopie klingt, ist in den USA bereits spruchreif: Bei einer Befragung des IT-Unternehmens Citrix in den USA, Großbritannien und Australien gaben bereits 20 Prozent der Arbeitnehmer an, dass sie eine Lohnkürzung um fünf Prozent akzeptieren würden, wenn sie dafür an ein bis zwei Tagen pro Woche von zu Hause aus arbeiten dürften. Im Rahmen der Studie “Worldwide Workplace: The Web Commuting Imperative” wünschten sich drei von vier Befragten, einen Teil ihrer Arbeit vom “Home Office” zu erledigen.
Bei der Bereitschaft zur Umsetzung von Home-Office-Arbeitsmodellen zeigen sich die Unternehmenschefs allerdings unterschiedlich begeisterungsfähig: Inhaber kleiner Unternehmen sind demnach rund viermal häufiger als die Chefs großer Firmen geneigt, Heimarbeit anzubieten. Weibliche Führungskräfte zeigten sich in der Befragung offener als männliche Chefs.
Dabei gilt Heimarbeit als probates Mittel, um die Situation der Mitarbeiter in vielerlei Hinsicht zu verbessern: Die Fahrten zur Arbeit fallen weg, damit lässt sich Zeit und Geld sparen. Die Arbeitszeiten können flexibler gestaltet werden, neben dem Job ist die Betreuung von Kindern problemlos möglich. So könnte die Zufriedenheit der Belegschaft gesteigert und das Verhältnis zwischen Arbeit und Privatleben, die Work-Life-Balance, positiv beeinflusst werden.
Die Einschätzung klingt hart und mit dem deutschen AGG nicht vereinbar: Rentennahe Jahrgänge erleiden durch den Verlust des Arbeitsplatzes regelmäßig geringere Nachteile als jüngere Arbeitnehmer. Doch die Einschätzung ist zulässig - und sie wurde höchstrichterlich getroffen. Das Bundesarbeitsgericht hat entschieden, dass ein Sozialplan auch Regelungen enthalten darf, die ältere Beschäftigte schlechter stellen als jüngere Kollegen.
Die Erfurter Richter erklärten, dass mit einem solchen Vorgehen soziale Ungleichheiten abgemildert werden könnten. Sozialpläne dürfen deshalb eine nach Lebensalter oder Betriebszugehörigkeit gestaffelte Abfindungsregelung enthalten, ohne dass sich hieraus ein Verstoß gegen das Verbot der Altersdiskriminierung ableiten lasse. Das Arbeitsgericht geht sogar noch einen Schritt weiter: Es läge im “allgemeinen sozialpolitischen Interesse”, dass Sozialpläne die unterschiedlichen wirtschaftlichen Nachteile abwäge, die den Arbeitnehmern drohen.
Geklagt hatte ein Arbeitnehmer, der sich von einem Sozialplan benachteiligt fühlte, in dem Mitarbeitern bis zum Alter von 59 Jahren eine höhere Abfindung pro Jahren der Betriebszugehörigkeit versprochen wurde.
Spezielle Wiedereinstiegsprogramme für Frauen gehören noch längst nicht zur Normalität auf dem deutschen Arbeitsmarkt, aber das Instrument gewinnt an Beliebtheit: Jedes dritte der Unternehmen, die erfolgreich an einer Studie des international tätigen Researchunternehmens CRF teilnahm, bietet entsprechende Hilfsleistungen an. Knapp die Hälfte dieser Firmen besitzen zudem für ihre Mitarbeiterinnen eigene Vertrauenspersonen und bieten Mentoring für den Berufseinstieg an.
Die Unternehmensberatung CRF schließt aus den Studienergebnissen, dass Unternehmen das Thema der Frauen- und Familienförderung mittlerweile immer wichtiger nehmen. Mentoring-, Coaching- und Karriereberatungsprogramme hätten früher nur einem kleinen ausgewählten Führungszirkel zur Verfügung gestanden und würden nun für weite Mitarbeitergruppen geöffnet: Gut 50 % der Unternehmen gaben an, dass diese Programme allen Mitarbeitern angeboten werden, bei einem weiteren Drittel standen sie dem gesamten Managementbereich zur Verfügung: “Seit wir von angebotsorientierten Personalmärkten sprechen und davon, dass es für Unternehmen überlebenswichtig wird, die Bedürfnisse ihrer Kundinnen und Kunden zu kennen, setzen die Unternehmen verstärkt auf die Kompetenz von Frauen«, so die Wissenschaftlerin Prof. Dr. Susanne Ihsen vom Fachgebiet Gender Studies in den Ingenieurwissenschaften an der TU München, die die Studien »Top-Arbeitgeber für Ingenieure« fachlich begleitet.
Doch auch das belegen die Zahlen: Noch immer sind Frauen beispielsweise im Bereich des Ingenieurwesens unterrepräsentiert: Fast 40 % der Unternehmen gaben 2009 an, dass der Anteil an Ingenieurinnen in ihrem Unternehmen lediglich bei 6 bis 10 % liegt. Bei einem weiteren knappen Drittel liegt der Anteil bei 3 bis 5 %, bei 14 % sogar noch darunter.
Für Thorsten Jacoby, International Publishing Manager von CRF, steht fest: »Ein wesentlicher Teil effektiven Innovationsmanagements ist heute, den besonderen Bedürfnissen und Anforderungen von Frauen entgegenzukommen. Waren Arbeitsplätze in den Führungsetagen früher allein auf eine männliche Belegschaft zugeschnitten, so ist mittlerweile auch mit Zahlen ganz klar zu belegen, dass nur diejenigen Unternehmen zukunftsfähig sind, die den individuellen Ansprüchen der Mitarbeiter und insbesondere der Mitarbeiterinnen entgegenkommen. Doch wir stehen hier erst am Anfang einer Entwicklung, die die Unternehmen gezielt voran treiben müssen - auch und gerade in Krisenzeiten!«
Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz gilt als Wunderwaffe gegen jegliche Form von Diskriminierung vor.
Doch Ungleichbehandlung kann in bestimmten Fällen sinnvoll und gerechtfertigt sein - das stellte das Bundesarbeitsgericht nun fest. Ein Mann hatte geklagt, weil er Nachtschichten in einem Mädcheninternat übernehmen wollte. Er wurde mit dem Hinweis auf sein Geschlecht abgewiesen, klagte - und verlor.
Das Mädcheninternat darf nur Frauen für eine bestimmte Stelle berücksichtigen, stellten die Arbeitsrechtler klar. Die Nachtdienste seien auch an Ort und Stelle zu leisten und dafür stellt das weibliche Geschlecht nach Ansicht der Richter eine “wesentliche und entscheidende Anforderung” dar. Sie lehnten deshalb die Revision des unterlegenen Bewerbers ab, der 6750 Euro Entschädigung verlangt hatte.
Wer Kinder hat, greift oft tief in die Tasche. Bis sie erwachsen sind, kosten sie ein kleines Vermögen. Zum Ausgleich präsentierte der Bankenverband jüngst einige Ideen, wie sich mit dem Nachwuchs Steuern sparen lassen. Verbraucherschützer allerdings warnen vor dem Steuersparmodell Kind.
Nur die wenigsten Eltern haben sich vermutlich einmal hingesetzt und ausgerechnet, was ihre Kinder von der Geburt bis zur Volljährigkeit kosten. Das ist wohl auch besser, denn das Ergebnis könnte für spontane Ohnmachtsanfälle sorgen: Auf rund 120.000 Euro summieren sich die Kosten nach einer Berechnung des Magazins „Focus Money“. Da wäre es doch schön, wenn die lieben Kleinen auch mal was „einbringen“ - Vom Staat vorgesehen sind deshalb bereits Kinderfreibeträge und Kindergeld. Sie sollen helfen, dass Familien finanziell entlastet werden.
Der Bankenverband hatte nun aber für vermögende Eltern eine tolle Idee, wie sich enorm viele Steuern sparen lassen: „Wenn Eltern Teile ihres Vermögens an den Nachwuchs übertragen, könnte die Familie im Jahr Tausende Euro an Steuern sparen“, sagt Tanja Beller vom Bundesverband deutscher Banken. Der Bankenverband empfiehlt bei Familien mit Kindern deshalb eine Prüfung, ob Kapitalerträge besser auf mehrere Schultern verteilt werden sollten. Werde Kapitalvermögen an Kinder „verschenkt“, könne die Steuerlast ganz legal vermindert werden.
Die Idee des Bankenverbandes klingt plausibel. Immerhin haben auch Kinder einen Steuerfreibetrag, den sie normalerweise mangels Einkünften nicht ausnutzen. Neben dem Grundfreibetrag von derzeit 7834 Euro gilt ein Sparer-Freibetrag von 750 Euro, ein Werbungskosten-Pauschbetrag von 51 Euro und einen Sonderausgaben-Pauschbetrag von 36 Euro. Das macht insgesamt 8671 Euro, die jedes Elternteil und auch jedes Kind steuerfrei verdienen darf. „Schenkt“ nun der Vater seinem Kind eine ordentliche Summe, kann es auf dem Kinderkonto munter verzinst werden, ohne dass die Zinsen bis zu dem Freibetrag versteuert werden müssen. Und was an Zinseinnahmen darüber hinausgeht, muss zunächst nur mit dem geringen Eingangssteuersatz versteuert werden. Nach einer Berechnung des Bankenverbandes ergeben sich für gut betuchte Eltern damit attraktive Steuersparmöglichkeiten: Um die Steuerfreigrenze der maximalen Einkünfte von 8671 Euro durch Zinsen zu erreichen, könnten sie 289.033 Euro für jedes Kind steuerfrei anlegen, wenn der Zinssatz jährlich drei Prozent beträgt.
Soweit die Theorie. Denn ganz so einfach, wie es der Bankenverband in seinen Steuerspar-Ratschlägen beschreibt, ist das Sparmodell Kind dann doch nicht: „Der Denkfehler besteht darin, dass die Kinder ihren Eltern dann die 289.000 Euro einfach mal zurück überweisen können“, sagt Arno Gottschalk, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Bremen. „Das wäre dann aber als eine Schenkung anzusehen.“ Und hier gilt ein Freibetrag von 20.000 Euro oder 40.000 Euro für Ehepaare. „Den Rest dürften die Eltern dann zu ihrem persönlichen Steuersatz versteuern – und der läge dann ganz oben“, erklärt Gottschalk.
Volljährige Kinder sind dagegen geschäftsfähig und können ihr Konto für eine bestimmte Zeit als Penunzen-Parkplatz für die Eltern zur Verfügung stellen – beispielsweise, wenn sie selbst kein Einkommen oder kein nennenswertes Vermögen haben. Denkbar ist ein Vertrag, bei dem das volljährige Kind eine größere Summe „geschenkt“ bekommt und sie an die Eltern zurück verleiht. Zwar müssen dann auch marktübliche Kreditzinsen ausgehandelt werden, dies ist meistens aber günstiger als die damit umgangene Steuerlast.
Wer sich gemeinsam mit den volljährigen Kindern für dieses Steuersparmodell entscheidet, muss einige weitere Regeln beachten: Der steuerliche Freibetrag für Schenkungen an Kinder ist in diesem Jahr von 205.000 Euro auf 400.000 Euro je Kind und Elternteil angehoben worden. Nach Ablauf von zehn Jahren kann der Freibetrag jeweils erneut in Anspruch genommen werden. Darüber hinaus werden Schenkungen besteuert.
Außerdem sollten Eltern nicht vergessen, dass ihre volljährigen Kinder formaljuristisch über das „geparkte“ Geld wie über ihr eigenes Eigentum verfügen können. Wenn der volljährige Sohn von Papas geparktem Kapital erstmal auf Weltreise geht, kann der Vater nicht viel dagegen tun.
„Eltern können nicht mehr ohne Weiteres auf das Geld für eigene Zwecke zurückgreifen“, räumt auch Bankenverbands-Sprecherin Tanja Beller ein. Und dazu kommt: Nach einer Entscheidung des Familiengerichts Rheinland-Pfalz müssen Eltern das Geld auf Kinderkonten normal versteuern, sofern sie die Kapitalanlage wie eigenes Vermögen behandeln und in ihrem eigenen Sinne nutzen. Negativ kann sich die Steuer-Schieberei auch auswirken, wenn Eltern für ihre Kinder öffentliche Leistungen in Anspruch nehmen wollen. Wenn das erwachsene Kind beispielsweise BAföG beantragen will, gibt es über einer bestimmten Einkommens- und Vermögensgrenze keine Förderung. Hat das Kind mehr als 5200 Euro auf dem Konto, muss erst diese Rücklage aufgebraucht werden, bevor die staatliche Unterstützung fließt. Auch das Kindergeld entfällt, wenn die Einkünfte der Kinder den Steuerfreibetrag überschreiten.
Mit einer Auftakt-Veranstaltung bei Volkswagen in Wolfsburg ist gestern das landesweite Niedersachsen-Technikum an den Start gegangen. Die Kooperation von Firmen und Hochschulen vermittelt Abiturientinnen und Fachabiturientinnen innerhalb von sechs Monaten Einblick in die Arbeit von Ingenieurinnen und Ingenieuren. Zeitgleich lernen sie darüber hinaus an Hochschulen ein Semester lang an einem Tag in der Woche den entsprechenden Studiengang kennen. Volkswagen hat für dieses Projekt an seinen niedersächsischen Standorten 25 Praktikumsplätze eingerichtet. Prof. Barbara Schwarze, Strategische Beratung von "Komm, mach MINT." und Professorin für Gender und Diversity Studies an der Hochschule Osnabrück ist die Leiterin der Koordinierungsstelle Niedersachsen-Technikums.
Wer keine Kinder hat, die der Zielgruppe der Überraschungseier angehören, an dem ging die neue Gender-Variante des Ü-Eis und die ganze Aufregung rund herum vermutlich vorbei. Trotz des Unverständnisses, das der Marketingkampagne allerorts entgegenschlug, fand und findet Ferrero nichts dabei, sondern sieht gar Gutes im rosa Mädchen-Ei, das die Mädchen mädchengerecht anspricht (O-Ton Ferrero).
Rosa als "existierendes Bedürfnis"?
Warum erwachsene Frauen sich gezielt gegen Schubladendenken wehren und die Verbreitung überholter Klischees gänzlich überflüssig finden - wie das, wonach Mädchen ihr Spielzeug vor allem süß, rund, niedlich und rosa überzuckert wünschen - ist den Machern tatsächlich ein Rätsel? Fremd ist das offensichtlich auch einer Psychologin, die das Aufbegehren der Feministinnen gegen das rosa Ei als kontraproduktiv und 68er-old-school-mäßig belächelt: Die Überraschungseier nur für Mädchen, so findet sie, setzen lediglich auf ein bereits existierendes Bedürfnis.
Alles harmlos, findet ebenso Marktforscher Axel Dammler, der auch im Auftrag von Ferrero arbeitet und es mit "Lego Friends" vergleicht, einem pinkfarbenen Bausatz, der Mädchen zum Bauen animieren soll: Mädchen hätten nun mal ein "Puppen-Gen" und würden sich sonst nicht mit solchen Sachen befassen. Wenn man aber ihre Vorliebe für rosa nutze, um sie dann für etwas zu begeistern, was sie sonst ignorieren würden, sei das doch eine gute Sache,so erfährt man von ihm in der Süddeutschen Zeitung.
"Pinkstinks"will alternative weibliche Rollenbilder für Kinder
Gegen die Mädchen-Überraschungseier und deren Infiltrierung unserer Kinder durch beschränkte und beschränkende Geschlechterrollen hat Pinkstinks-Kampagnengründerin Stevie Schmiedel inzwischen eine Petition gestartet. Im konkreten Fall ändern wird es allerdings wenig. Zumindest nicht, solange ein Bewusstsein verbreitet ist, wie das des Geschäftsführers des Deutschen Werberats, Volker Nickel, der hierzu meint, Werbung müsse schließlich in jedem Fall zielgruppenorientiert sein. "Putzmittel sind nun mal auf Frauen ausgerichtet", sagt er. Bei Kindern verhalte es sich ähnlich, so seine Überzeugung. Es ist zum Verzweifeln. Ist es?
Wullfmorgenthaler.com ©
Ein Festhalten an überholten Geschlechterrollen diskriminiert uns und unsere Kinder in der Auswahl dessen, was man sein kann. Durch rosa Mädchen-Eier und pinke Legowelten werden sie unnötig befördert und fixiert. Doch aller Ignoranz zum Trotz: Zumindest wird die dadurch entfachte Diskussion ein Nachdenken befeuern, in welchem Maße wir mittlerweile einer Pinkifizierung und Sexualisierung unterliegen und ob wir einer solchen denn wirklich schweigend zusehen wollen.
Nur keine Angst
Die Bombardierung der Mädchen mit Pink ist laut Magdalena Kemper - der nun nach 40 Jahren scheidenden RBB-Redakteurin der täglichen Frauensendung Zeitpunkte - heutzutage ohnehin kein Grund mehr, sich Sorgen zu machen: Ich glaube, dass die Frauenbewegung so tiefe Einschnitte in die Gesellschaft gebracht hat, dass ich die Befürchtung, alles sei umsonst gewesen, nicht habe. Es muss wieder und wieder etwas erkämpft werden, aber man kann das, was damals in Gang kam, nicht mehr stoppen. Rosa-Phasen gehen vorbei., erklärt sie der taz.
Wir können bei unserem 5. Jubiläum am kommenden Samstag eine Kinderbetreuung von 13 bis 19 Uhr anbieten und suchen noch nach Freiwilligen, die bei der Schicht 17-19 Uhr aushelfen möchten - meldet euch einfach unter veranstaltung[at]maedchenmannschaft.net. Falls ihr Kinderbetreuung benötigt, meldet euch am Tag der Party einfach am Mädchenmannschaft-Infostand, dort bekommt ihr alle Infos! Ihr könnt uns auch schon vorher eine E-Mail schreiben, wenn ihr Fragen habt: veranstaltung[at]maedchenmannschaft.net.
Wow: L-Talk hat zu Ehren unseres Jubiläums gleich mal eine ganze Mädchenmannschafts-Woche ausgerufen. Wir freuen uns auf spannende, solidarisch-kritische Beiträge!
Lineare Fortschrittserzählungen sind stets mit Vorsicht zu genießen, so auch in Sachen Sexismus. Wie dieser von Generation zu Generation weitergegeben wird, steht im Independent (auf Englisch).
Der Spiegel Online befasst sich mit Asexualität - ob sachkundig oder nicht, könnt ihr hier überprüfen.

Wir brauchen Feminismus, weil wir nicht deine Bräute aus dem Katalog, die Heilung für dein Gelbfieber, deine Sexspielzeuge oder deine unterwürfigen Hausfrauen sind. Wir sind starke, unabhängige und kompetente asiatisch-amerikanische Frauen. (via facebook)
Jessica Valenti, Gründerin von feministing.com, hat kürzlich ein Baby bekommen. Die vordringlichste Frage, die gewisse Medien daraufhin an die profilierte feministische Journalistin hatten: Wie sei sie eigentlich ihr „Schwangerschaftsgewicht“ wieder losgeworden? (auf Englisch)
Julia Niemann rückt in der taz mal ein paar Dinge bezüglich der unsäglichen Debatte um früheres Kinderkriegen zurecht. Leider kommt auch ihr Artikel nicht ohne Bezugnahme auf den Mythos, dass Frauen* “früher” glücklicher gewesen seien, aus (auf Englisch).
Geringes Einkommen, keine Aufstiegsmöglichkeiten, Teilzeit, Diskriminierung: Österreichische Frauen fühlen sich in der Arbeitswelt nicht wert geschätzt. Außerdem, die Wissenschaft hat festgestellt: Intersektionalität is a thing. Die Huffington Post berichtet über eine Studie, nach der es Schwarzen Frauen beim beruflichen Aufstieg doppelt schwer gemacht wird – denn sie sind weder männlich noch weiß (auf Englisch).
[Triggerwarnung für die beiden folgenden Links: Beschreibung von Tathergängen, Verharmlosung sexualisierter Gewalt]
Der Freitag rollt nochmal den Essener Freispruch in seiner ganzen Schrecklichkeit auf und legt dar, welche absurden Voraussetzungen angesichts der geltenden rechtlichen Praxis erfüllt sein müssten, damit ein „Nein“ vor Gericht als „Nein“ gelten würde: „Ist eine Frau mit einem Mann zusammen, hat sie von vorneherein mit dem Plan der Wohnung vertraut zu sein, sich zu versichern, wie und ob die Türen (nicht) abgeschlossen sind, welche und wie viele Menschen im Haus möglicherweise anwesend sind, bevor Sie wirkungsvoll zu ihm „Nein!“ sagen kann.“
Auch in der Schweiz sind geschlechtsangleichende Operationen nun keine Voraussetzung mehr, den eigenen Geschlechtseintrag ändern lassen zu können, berichtete die Berner Zeitung.
In Hannover ist gerade eine Fußball-Workshopwoche zu Ende gegangen. Der Deutsche Fußballbund (DFB) hatte Mädchenteams aus dem Senegal, Jordanien und Südafrika eingeladen. Daneben hatte die Deutsche Welle Akademie Journalist_innen aus den gleichen Ländern eingeladen, die über die Woche berichtet haben (auf Englisch).
Am Wochenende ist außer unserer Geburtstagsparty noch allerhand los - hier ein paar Termine:
Nochmals erinnert sei an die FrauenSommerUniversität 2012, die vom 19. bis 22. September 2012 in Wien statt findet.
Wien musikalisch: Das Rampenfiber Festival vom 20. bis 23. September. Hin da!!
Wien sportlich: Vom 21. bis 23. September läuft das queer_feministische Frauen*fußballfestival FußBALLade. Und an die Tweeter_innen unter euch: Schaut doch am 19. September mal auf ein netzfeministisches Bier vorbei.
Die unbedingt unterstützenswerte Gegenveranstaltung zum Männerkongress an der Düsseldorfer Uni läuft am 21. und 22. September.
Am 23. Sepember findet das erste BiBerlin Camp, ein Barcamp für Bisexuelle und deren Freund_innen, die Lust haben öffentlich zu diskutieren und sich politisch zu engagieren, in Berlin statt.
Und zum vormerken: Am 28. und 29. September tritt Fräulein Bernd mal wieder in Berlin auf.

Baytekin D. ist türkischstämmiger Deutscher, der mit 30 alles erreicht hatte, was er erreichen wollte: Eine Karriere als Ingenieur, eine glückliche Ehe mit einer Türkin und ein Wunschkind. Alles schien perfekt. Doch dann die Katastrophe: Seine Frau stirbt durch einen tragischen Unfall. Der gemeinsame Sohn Baycan ist gerade mal ein Jahr alt.
Quelle
NOISEAUX ist die musikalische Performance der deutsch-französischen Künstlerin, Autorin und Aktivistin Noah Sow. Im Interview erzählt sie über ihren inneren Macker, ihre Arbeit beim Rock and Hip Hop Camp und ihr neues Album. Wer sie gerne live erleben möchte, schaut bei unserer Jubiläumsfeier am kommenden Samstag in Berlin vorbei.

NOISEAUX by anatol kotte
Du machst schon seit vielen Jahren Musik, lange Zeit in einer fünfköpfigen Band, dann als Duo mit einer Schlagzeugerin. In letzter Zeit sehe ich dich öfter allein auf der Bühne. Liebst du die Abwechslung oder sind das musikalische Entscheidungen, ab und zu die Anzahl der Bandmitglieder zu wechseln?
Das sind letztendlich Lebensentscheidungen, die dann zu kreativen Entscheidungen werden, die wiederum in Konzeptions- und Besetzungsentscheidungen münden. Ich staune über diese Wirkungskette selber noch. Obwohl das eigentlich alles ganz naheliegend ist, habe ich erst vor kurzem angefangen zu verstehen wie es funktioniert. Sehr aufregend! In der Bandgeschichte war ich sehr in touch with my inner Macker, durch die realen Macker aber doch eher eingeschränkt.
Noah Sow ist nicht nur als Musikerin, sondern auch als Aktivistin und Autorin bekannt. Inwiefern spiegeln sich deine politischen Inhalte auch in deiner Musik?
Meine Themen, auch die, über die ich schreibe oder vortrage, sind für mich nicht in erster Linie “politische” Inhalte, worin ja immer auch eine theoretische, abstrakte Betrachtungsweise mitschwingt, sondern meine ganz unmittelbare Lebensrealität. Politisch werden Dinge erst durch eine Deutung durch Dritte. Die brauche ich jedoch gar nicht dafür, mit meinem Umfeld in einen Austausch zu treten. Mit Musik tue ich das auch.
Du bist in diesem Jahr beim Berliner Ruby Tuesday Rock und Hip Hop Camp aufgetreten. Wie waren deine Erfahrungen?
Die Kids waren gut drauf. Ich hatte zuerst Angst vor der in dem Alter doch weit verbreiteten großen Coolnesswurschtigkeit, aber das Gegenteil war der Fall. Viele haben ganz offen Fragen gestellt, ihre eigenen Sachen vorgestellt, viele hatten auch Bock, sich mein Elektro Set-up genauer anzuschauen, ich war sehr positiv überrascht. Die Ruby Tuesday Gruppe sollte nur mal ein ordentliches Einstiegs-Coaching machen, was sprachliche Gewalt bezüglich Rassismus und Weißsein angeht, es nicht nur bei der Thematisierung von Gender belassen, denn da kamen einige unschöne Ahnungslosigkeiten und Ausdrücke um die Ecke, die mich für das Jahr 2012 schon erschrocken haben.
Welche anderen Künstler_innen kannst du empfehlen?
Hunderte? Zum Beispiel Msoke für alle, die auf Bewegen, Tanzen, Abgehen stehen! Früher waren wir zusammen mit anderen Schwarzen Frauen in einem Projekt namens “Sisters” - und heute gastiert er auf dem neuen NOISEAUX Album. Msoke ist der Toasterkönig, und das meine ich ganz ohne Weizenbrötchen!
Und natürlich meine geschätzte Kollegin DEM (Honeychild Coleman). Wir sind Freundinnen seitdem ich 2002 in Brooklyn aufgeschlagen bin, haben schwer Rock, Alternative und Punk gemacht, und nun ist sie zufällig gleichzeitig mit mir ebenfalls vor kurzem vom Gitarren- ins Live-Loop-Analogsynthie-Lager übergewechselt. Wir haben gerade im August Konzerte an der Ostküste gespielt und touren ab Oktober zusammen durch Europa. Yay!
Wo kann mensch dich als nächstes auftreten sehen?
Im Oktober kommt auch mein neues Album “SPECTRUM” raus, und ich freue mich schon sehr darauf, es allen live vorzustellen. Und natürlich mit meiner Elektro-Loop-Sister DEM auf Tour zu gehen. Releasekonzerte sind am 26. Oktober in Hamburg und am 3. November in Berlin. Neben vielen weiteren Tourterminen, die ihr auf der Homepage findet.
das mädchenblog gratuliert der mädchenmannschaft zum fünfjährigen bestehen und weist noch mal darauf hin, dass am kommenden samstag den ganzen tag über eine riesen-feierei in der werkstatt der kulturen in berlin stattfinden wird. viel spaß wünschen wir, und macht weiter so!
Dass Familienministerin Kristina Schröder keine Freundin der Quote ist, dürfte kein Geheimnis sein. Deswegen überrascht der erst kürzlich von ihr und Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger aufgesetze Brief an den britischen Wirtschaftsminister Vince Cable auch wenig. Die beiden Politikerinnen sprechen sich in besagtem Brief gegen die von EU-Justizkommissarin Reding vorgeschlagene rechtlich bindenden Frauenquote für Aufsichtsräte innerhalb der EU aus; laut eigenen Angaben halten sie diesen Vorschlag für „den falschen Weg”.
Viviane Reding hatte zuvor eine 40% Quote für das jeweils unterrepräsentierte Geschlecht - in der Realität sind das Frauen - in Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen vorgeschlagen. Kleine und mittlere Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeiter*innen und einem Jahresumsatz von weniger als 50 Millionen Euro waren von diesen Plänen allerdings ausgenommen. Cable seinerseits macht sich in Großbritannien seit längerem dafür stark, die Quote zu verhindern. Es ist also kein Zufall, dass der Brief ausgerechnet an ihn adressiert ist.
Nun schreiben Schröder und Leutheusser-Schnarrenberger von „unterschiedlichen Ausgangsbedingungen in den EU-Mitgliedstaaten” und „branchenspezifischen Bedürfnissen der Unternehmen”, denen die Quote angeblich nicht gerecht werden würde. Dass die geplante Quote aber gerade in denjenigen Branchen, in denen ihre Erfüllung derzeit schwierig werden würde, dazu führen könnte, dass Frauen ermutigt werden, sich zu qualifizieren, und dort angesiedelte Unternehmen motiviert werden würden, Frauen zu fördern, sehen die beiden anscheinend nicht.
Anfang September hatten sich in Brüssel bereits Vertreter*innen verschiedener Staaten getroffen, die eine EU-Frauenquote kritisch sehen. Großbritannien, Bulgarien, Tschechien, Dänemark, Ungarn, Litauen, Malta, die Niederlande, Schweden und Slowenien hatten sich an dieser Stelle schon gegen die vorgeschlagene Quote ausgesprochen - der deutsche Vertreter hatte sich enthalten. Wenn sich Deutschland mit den Brief der beiden Ministerinnen nun aber offen auf die Seite der Gegner*innen stellt, verfügen jene in Brüssel über eine Sperrminorität - und Reding wird ihre Pläne vorraussichtlich nicht durchsetzen können. Schröder hätte sich somit mal wieder erfolgreich gegen die Belange von Frauen stark gemacht.
Die Anzahl der gleichgeschlechtlichen Haushalte ist im gleichen Zeitraum um 42,4 Prozent angestiegen, was vor allem als Zeichen erhöhter Akzeptanz angesehen wird. Insgesamt wurden in der Vokszählung 2011 9,389,700 Familien gezählt. Gleichgeschlechtliche Paare und Familien machen also knapp 0,7 Prozent aller Familien aus. Eine Familie wird für die Zwecke der Statistik so definiert: Ein verheiratetes oder unverheiratetes Paar mit oder ohne Kindern oder ein alleinstehender Elternteil mit zumindest einem Kind im gemeinsamen Haushalt. Die Paare können verschiedengeschlechtlich oder gleichgeschlechtlich sein.
Links: http://metronews.ca/features/census-2011-families-in-canada/375336/seven-year-hitch-same-sex-marriage-erupts/
[www12.statcan.gc.ca] Portrait of Families and Living Arrangements in Canada
[www12.statcan.gc.ca] Fifty years of families in Canada: 1961 to 2011
[www12.statcan.gc.ca] 2006 Census: Family portrait: Continuity and change in Canadian families and households in 2006: National portrait: Census families (enthielt erstmals Angaben über gleichgeschlechtliche Paare)
[www12.statcan.gc.ca] Die Definitionen
[www12.statcan.gc.ca] Census family structure (in percentage), Canada, provinces and territories, 2011 Census
DAS KAPITAL DER TRÄNEN - TRAILER from Vanessa Stern on Vimeo.
das popcorn wird immer besser. die regisseurin hingegen immer müder. aber was soll´s. durchlauf nummer zwei. wir sind nur noch 1.48 mit unterbrechungen. die meerschweinchen müssen weniger kichern und marx braucht irgendwie mehr humor. so. jetzt muss die regie aber schlafen, sonst gibt´s tinnitus mit ausschlag.
unser trailer ist fertig: [https:]
das popcorn wird immer besser. die regisseurin hingegen immer müder. aber was soll´s. durchlauf nummer zwei. wir sind nur noch 1.48 mit unterbrechungen. die meerschweinchen müssen weniger kichern und marx braucht irgendwie mehr humor. so. jetzt muss die regie aber schlafen, sonst gibt´s tinnitus mit ausschlag.
unser trailer ist fertig: [https:]
das popcorn wird immer besser. die regisseurin hingegen immer müder. aber was soll´s. durchlauf nummer zwei. wir sind nur noch 1.48 mit unterbrechungen. die meerschweinchen müssen weniger kichern und marx braucht irgendwie mehr humor. so. jetzt muss die regie aber schlafen, sonst gibt´s tinnitus mit ausschlag.
Für das Familienreferat des Landes Oberösterreich hat die Linzer Werbeagentur upart kürzlich eine Kampagne zum Thema „Väterkarenz“ kreiert. Unter dem Motto „Die neuen Väter sind ganz die alten, nur anders“, werden lässige Rollenbilder gezeigt, die zwar für ihren Nachwuchs sorgen, deshalb aber nicht ihre Männlichkeit verlieren. „Einerseits wollen sie einen engagierten Vater, andererseits einen coolen Hund“, so Günter Klinger, Creative Director upart. Demnach haben viele Männer trotz Vätermonaten und Emanzipation Probleme damit, Eigenschaften wie Fürsorglichkeit in ihr Männerbild zu integrieren.
Diese Thematik griffen die Linzer Kreativen auf und zeigen den Vater mit Baby-Fläschchen, ein anderes Mal mit einer Windel. „Wichtig ist uns, die Rolle des engagierten Vaters aus dem Softie-Eck zu holen“, so Daniel Frixeder, Geschäftsführer upart, „dafür haben wir uns für zwei Stilmittel entschieden. Die Überzeichnung und Selbstironie, besonders letztere steht jedem Mann gut an.“
Neben Anzeigen, Plakaten, Roll-up, Kinospot, Youtube-Video und Website gibt es eine Broschüre und eine Reihe von Veranstaltungen, in denen sich werdende und frisch gewordene Väter Tipps und Infos holen können.
Quelle
Kinder zu haben ist für viele das größte Glück. Doch mit dem Nachwuchs beginnen auch schon die kleineren und größeren Sorgen: Sind die Kleinen gesund? Macht man bei der Erziehung alles richtig? Sind die Kinder allen gesellschaftlichen Herausforderungen gewachsen, die später einmal auf sie zukommen?
Das Apothekenmagazin “Baby und Familie” hat anlässlich seines 50. Geburtstags 524 Mütter und Väter in Deutschland von der GfK Marktforschung zu ihren größten Zukunftsängsten im Hinblick auf ihre Kinder befragen lassen. Das Ergebnis: Väter und Mütter fürchten sich am meisten davor, dass ihre Söhne oder Töchter Opfer von Kriminalität beziehungsweise von körperlicher oder sexueller Gewalt werden könnten (56,2 %).
Nahezu ebenso groß (54,0 %) ist die Angst, die Kinder könnten bei einem Verkehrsunfall schwer verletzt werden. Für jeden Zweiten (48,0 %) zählt eine unheilbare Krankheit zu den größten Bedrohungen ihrer Kinder. Gut ein Drittel nannte auch die drohende Umweltzerstörung (36,3 %), eine spätere Arbeitslosigkeit der Kinder (36,2 %) sowie wirtschaftliche Notlagen (35,1 %). Drei von Zehn (28,4 %) fürchten, die Kinder könnten psychische Probleme bekommen, weil sie z. B. dem Leistungsdruck der Gesellschaft einfach nicht standhalten können.
Nur jeder Neunte ist relativ gelassen: 11,1 % der Mütter und Väter sagen, sie machten sich wegen keinem der aufgeführten Punkte Sorgen.
Aktuelle Forschungen aus den USA belegen, was wir in der Arbeitswelt so dringend bräuchten: Väter, die sich aktiv an der Erziehung ihrer Kinder beteiligen und dadurch auch Frauen ein größeres Engagement im Job ermöglichen. Dass damit auch neue Probleme entstehen, versteht sich eigentlich von selbst. 1977 äußerten 35 % der arbeitenden Männer, dass sie ein Vereinbarkeitsproblem zwischen Familie und Karriere hätten. 2008 bejahten 60 % die entsprechende Frage.
Schwierigkeiten bei der Balance von Arbeit und Leben sind definitiv keine exklusive Angelegenheit der gestressten Mütter mehr, sondern vor allem auch der Männer. „Papa“ wird damit in den kommenden Jahren zu einer ‚prekären’ Rolle mit neuen Anforderungen. Das hat zur Folge, dass sich auch die Konsum-, Lebensstil- und Beratungsbedürfnisse der Männer deutlich verändern werden.
Im Jahr 2011, so fand das amerikanische Census">[">Census] Bureau heraus, kümmerten sich bereits 32 % der arbeitenden Männer, die mit arbeitenden Frauen zusammen leben, routinemäßig um ihre Kinder. Gegenüber dem Jahr 2002 bedeutet das einen Zuwachs fürsorglicher Väter von 6 %.
Bemerkenswert ist jedoch schon, dass fürsorgliche Väter signifikant robustere und glücklichere Kinder großziehen: Eine Analyse des Family Studies Center der Brigham Young University kam zu dem Ergebnis, dass „kümmernde“ und täglich präsente Väter deutlich angstfreieres Verhalten bei den Kindern zur Folge hat.
Die Väter profitieren aber offenbar auch von der neuen Rolle: Eine Studie der Ohio State University zeigt, dass mütterliche Väter in direktem Zusammenhang steht mit niedrigerer Betroffenheit bei Depressionen, Alkoholismus und Drogenmissbrauch. Zusätzlich erstaunlich: Das Ergebnis geht aus einer Untersuchung mit Vätern aus niedrigen Einkommensschichten hervor.
Quelle
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Herzlichen Glückwunsch! Seit 5 Jahren gibt es nun schon den Blog der Mädchenmannschaft. Das soll gemeinsam mit allen Interessierten und Anhänger_innen mit einem Fest am 22. September 2012 von 13 - 22 Uhr in der Werkstatt der Kulturen gefeiert werden. Neben verschiedenen queer_feministischen Künstler_innen, Gruppen und Initiativen mit Live-Musik gibt es Workshops, Diskussionsrunden, politische Reden, ein Foto- und Videoprojekt und den ganzen Tag über Netzwerken im Foyer, denn dort stellen feministische, queere und frauenpolitische Initiativen, Medien, NGO’s, Kollektive und Vereine ihre Arbeit vor.
Ort: Werkstatt der Kulturen, Wissmannstraße 32, 12049 Berlin (U Hermannplatz)
Eintritt: auf Spendenbasis
Aufgrund technischer Probleme war die Blogschau am vergangenen Samstag (16.09.12) leider nicht vollständig. Hier nun Klappe die 2.:
Warum die Benennung der neuen Berliner Integrationsbeauftragten eher nicht integrierend wirkt und 13 der 14 Migrant_innenvertreter_innen die gesetzlich vorgeschriebene Anhörung zur Neubesetzung boykottiert haben, das steht auf anders deutsch.
Zeitungen kämpfen online um Klicks, um ihre Angebote zu finanzieren. Lucie schaut sich in der Süddeutschen um: Mario Barth erhält bald eine Kolumne und body shaming im Hot-or-Not Stil sind auch dabei. Es soll fresh („freche Schreibe“) sein und ist letztendlich doch „nur Spaß“.
Hobbit nimmt sich hingegen ein Skalpell und zerlegt einen sexistischen Witz in seine Einzelteile – so was sollte obligatorisch in die Lehrpläne aufgenommen werden.
Antje Schrupp findet Norm entsprechende Körper aus Modejournals banal, die Frage des Aussehens ist jedoch eine ganz wichtige. Die Wahl der Kleidung kommuniziere nämlich Standpunkte, Wertehaltungen und dafür gebe es einen guten Grund.
Die Denkwerkstatt fragt: „Wo sind die Feministinnen“ in Österreich und kommt dabei zu einem spannenden Ergebnis.„Aber, ich als Frau…“ Derailing, wer kennt es nicht? Hier einige Argumente der Entgegnung.
Kattascha hat einen ausführlichen Artikel über das Ehrenamt, Motivationen und mitgliederfreundliche Strukturen am Beispiel der Piraten geschrieben.
„Gemütlich sitzen da Kind und Eltern beisammen, das aufgeschlagene Buch vor sich, sie reden über Alltagsrassismus, das Kind lauscht aufmerksam den Ausführungen der Eltern mit ihren kultur- und sozialwissenschaftlichen Studienabschlüssen.“ Mit Kindern sollte geredet werden, warum manches trotzdem unnötig ist, findet sich bei Dr. Mutti. [Text ist mit Triggerwarnung: N-Wort einmal in Anführungszeichen, 1. Absatz]
Und noch ein paar Termine:
Von heute, dem 19. September an bis zum 29. veranstaltet Zwischengeschlecht.info Proteste gegen Zwangsoperationen an Intersexuellen und Infoabende in Leipzig, Dresden und Halle.
Gestern startete der Film Call me Kuchu über die ugandische LGBT-Community seine Tour durch die Kinos in Deutschland, Zwischenstop heute ist z.B. Frankfurt.
Für eine bessere Vernetzung der (feministischen) Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!
Heinz Buschkowskys Vorabdrucke aus seinem offen rassistischen Buch “Neukölln ist überall” werden derzeit in der BILD-Zeitung abgedruckt. “Wo bin ich denn hier eigentlich? Ist das noch meine Stadt, meine Heimat?”, fragt sich Buschkowsky. Ja, möchte ich sagen, das ist Deine Heimat, und meine auch, und das was Du sagst haben schon viele vor Dir gesagt, und sie haben sich damit sogar sehr heimelig gefühlt.
“Wir erziehen unsere Kinder zur Gewaltlosigkeit. Wir ächten Gewalt in der Begegnung und bringen das unserem Nachwuchs bei. Andere bringen ihren Jungs bei, stark, tapfer und kampfesmutig zu sein. Die Ausgangssituation ist einfach ungleich.”
Ich lese so etwas, und ich wundere mich nicht. “Im Zweifel gilt es, der ethnischen Schwester und dem ethnischen Bruder zu helfen.” Auch darüber wundere ich mich nicht. Ich denke: “Vox sanguinis fratris tui clamat ad me de terra.” Die Stimme des Blutes deines Bruders schreit zu mir von der Erde.
Buschkowsky ist 1948 geboren. Ich kam 1980 auf die Welt. Als er 1991 das erste Mal Bezirksbürgermeister wurde, wurde ich von meiner Klassenlehrerin im Unterricht nach vorne gebeten, damit ich erklären sollte, wie ich mich zum Irak-Krieg positioniere. Ich wusste damals nicht, wo der Irak liegt, aber das interessierte die Lehrerin nicht - als ethnische Schwester im weitesten Sinne würde ich ja schon etwas irgendwie Erhellendes sagen können. Ich sagte das, was jede_r meine_r Klassenkameraden gesagt hätte, weil wir alle dasselbe Kinderwissen aufgebaut hatten, das Fernsehfetzen hinterlassen. Dass ich Krieg doof finde, und Saddam Hussein auch, und das wusste ich, dass ich nicht mehr zu sagen hatte als meine Altersgenossen im selben Klassenraum, aber ich wusste auch: Wenn ich es sage, ist es etwas anderes, weil ich in den Augen der gesamten Klasse, der Lehrerin, “zu denen” gehörte, gegen die gerade Krieg geführt wird.
Und weil ich “zu denen” gehörte, und weil nicht nur die Klassenkameraden und die Lehrerin das so sahen, weil “wir” zu denen gehörten, begab es sich zu derselben Zeit, dass wir zuhause Drohanrufe bekamen von einem gelangweilten, aggressiven Typen, der uns im Telefonbuch aufgespäht hatte, ganz zufällig. Er hatte eine Krächzstimme, die er noch krächziger verstellte, und schrie immer irgendwas mit “Saddam Hussein” und “Verreckt doch!” in den Hörer. Am Ende ignorierten wir Geschwister ihn und krächzten manchmal lachend “Verreck doch selber!” ins Telefon zurück, obwohl wir eigentlich nicht mehr an den Apparat gehen durften zu der Zeit. Meine Eltern wollten nicht, dass uns diese Vorfälle belasten. Dank Fangschaltung konnte der Mann irgendwann gefasst werden. Er war Lehrer. Ich war elf und ich denke, das Wort Rassismus hatte ich damals noch nie gehört. Ich stehe bis heute nicht im Telefonbuch.
Als Buschkowsky 1992 stellvertretender Bezirksbürgermeister wurde, stellte im Herbst desselben Jahres mein Deutschlehrer auf dem Gymnasium fest, dass ich eine Namensvetterin hatte, die 1977 an der Landshut-Flugzeugentführung der RAF beteiligt war. Er hatte einen Zeitungsartikel dabei: Eine antiimperialistische Widerstandszelle würde jedes Jahr den Todestag meiner Namensvetterin feiern stand da drin, und mein Deutschlehrer hatte einen Riesenspaß. Jeder Terror-Witz, der ab da über mich in Zukunft gemacht werden sollte, erhielt ab sofort eine neue Qualität.
Als Buschkowsky von 1999 bis 2001 Bezirksstadtrat war, hatte ich gerade mein Studium begonnen und mir bereits mehrfach erklären lassen müssen, dass ich einen “Migrationshintergrund” habe. Ich hatte meinen Führerschein gemacht und wurde vom Fahrlehrer, der sehr nett war, jede Woche im Theorieunterricht vor versammelter Mannschaft gefragt, wann ich denn nun mal mit dem fliegenden Teppich anreisen würde. Ich zog in ein Haus in meiner Studienstadt, und über mir wohnte ein Neo-Nazi, der seine Kameraden jedes Mal im Hausflur lautstark darüber aufklärte, ich sei “Nordafrikanerin”, wenn er mit ihnen meine Haustür passierte. Manchmal hatte ich das Bedürfnis, ihm einen Atlas zu schenken. Ich lernte in der Universität, was strukturelle Gewalt ist und institutionelle Diskriminierung, und wenn ich manchmal Fernsehen sah, dann wusste ich, dass Politiker_innen darüber niemals etwas gelernt hatten.
Als Buschkowsky im Dezember 2001 Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln und Leiter der Abteilung Finanzen, Wirtschaft und Sport wurde, hatte ich im Rahmen des Vertriebsjobs, dem ich damals neben dem Studium nachging, etwa 29 Mal von Kunden die als “Witz” gemeinte Frage gehört, wie lange ich noch im Land bleiben dürfe. “Frau bin Laden, arharharhar, Frau bin Laden,” grunzten einige, “wann müssen sie denn jetzt ausreisen?”
Als Buschkowsky 2006 das Projekt “Stadtteilmütter in Neukölln” ausdehnte, hatten mir meine Professor_innen bereits etwa hundertmal nahegelegt, die Islamsoziologie zu fokussieren, oder zumindest Terrorismus-Ansätze, mich mindestens jedoch auf Orientalismus-Theorien zu konzentrieren, denn: “Das ist das, was sie am besten können”. Ich war 26 und hatte damals keine Vorstellungen von typisch weißen, typisch nicht-weißen Themen.
Ich saß in einem sozialanthropologischen Seminar zu Multikulturalismus-Theorien, und die Jahrgangsbeste, die bisher alle Prüfungen mit Bestnoten abgelegt hatte, meldete sich und sagte, dass sie auf der Straße “selbstverständlich” Angst habe wenn sie dort “so einen richtigen Araber mit Bart” sähe. “Das ist doch ganz normal.” Wir hatten gerade das Grundstudium abgeschlossen. Ich saß im Seminarraum und dachte zum ersten Mal bewusst über die Qualität des deutschen Bildungssystems nach.
Ich habe in meinem Leben vielleicht etwa 1664 Mal meinen Namen buchstabiert - wenn man davon ausgeht, dass ich in etwa einmal pro Woche in eine Situation komme, in der das nötig ist. Siegfried Heinrich Emil Anton Dora habe ich wahrscheinlich bisher öfter gesagt als meinen eigenen Vornamen, und das stört mich nicht, und vielleicht könnte ich mich aber auch fragen: Wie oft hat Herr Buschkowsky seinen Namen bisher buchstabieren müssen?
Als Buschkowsky 2010 seinen Sozialistenhut verliehen bekam, hatte ich gerade einen Job im Diversity-Bereich einer bundesweit operierenden Firma angetreten. Ich sollte Mitarbeiter_innen für “Diversity” sensibilisieren, studierte Akademiker_innen aus dem vorwiegend geisteswissenschaftlichem Bereich. Wo ich denn immer “das Kopftuch lassen würde”, wurde ich oft glucksend gefragt. Dass die Firma ja bereits “Diversity” betreibe, da Leute “wie Sie, Frau S.” da arbeiten würden wurde manchmal grinsend angemerkt. Ich nahm es hin, und ich wunderte mich nicht.
Als Buschkowsky 2012 diesen Satz veröffentlicht: “Im Zweifel gilt es, der ethnischen Schwester und dem ethnischen Bruder zu helfen”, wird mir zum ersten Mal klar, dass ich ganz bewusst denke: “Ja.”
Ich denke an all die, die Schlimmes erlebt haben und weniger Schlimmes, Subtiles und Direktes, unter der Hand oder ins Gesicht, an all die, neben denen ich im selben Boot sitze, weil wir dort hineingesetzt wurden, nicht weil wir es uns ausgesucht hätten, oder weil wir alle in dieses Boot gehören würden, sondern weil es für uns ausgesucht wurde. Und ich denke: “Vox sanguinis fratris tui clamat ad me de terra.” Die Stimme des Blutes deines Bruders schreit zu mir von der Erde.
Die aktuelle „Der Computer kann alles“-Folge vom 12. September ist zwar schon seit einer Woche online, ich möchte sie hier aber noch mal erwähnen, weil sie mir dieses mal besonders gut gefallen hat. Das muss an den schaurigen Themen liegen. Wir sprechen über die vielen Gesichter des Backlash: Leute, die sich über WG-Anzeigen mokieren, sexistische Kackscheiße und die konservative Angst von einer „Zwangssolidarität“ mit Pussyriot. Es geht um den Protest der Clubbetreiber_innen gegen die GEMA-Tariferhöhungen und deren mediale Gegenoffensive, die Macht der großen Netzkonzerne über Informationen und das Ende der Netzneutralität. Schön finden wir beide sancznys Text über das Post-Privacy-Wunderland, also reden wir darüber. Um die Sache abzurunden geht es am Ende noch mal um ein Backlash-Phänomen, diesmal in Form einer DDOS-Attacke gegen Telecomix, die irgendwelchen Hatern zu liberal, zu feministisch und zu pc sind.
Am 10. Oktober gehen wir dann in die nächste Runde: Von 17 bis 19 Uhr auf FSK und später dann auf freie-radios.net und im Podcast Feed.
CALL ME KUCHU - Trailer mit deutschen Untertiteln from Utopians on Vimeo.
Der preisgekrönte Dokumentarfilm Call Me Kuchu der beiden amerikanischen Filmemacherinnen Malika Zouhali-Worall und Katherine Fairfax Wright tourt ab heute durch die Kinos der Republik. Call Me Kuchu begleitet mutige MitgliederInnen der LGBT Community in Uganda bei ihrem Kampf gegen orthodox-religiöse und fundamentalistische Gruppen, welche sich seit Jahren für ein verschärftes Homosexuellengesetz einsetzen. Dieses Gesetz sieht lebenslängliche Haftstrafen bis zur Todesstrafe für offen homosexuell lebende Menschen vor.
David Kato, Menschenrechtsaktivist und erster offen schwul lebender Mensch in Uganda, versucht dieses Gesetz gemeinsam mit seinen MitstreiterInnen aus der LGBT Community mit allen Mitteln zu verhindern. Die Filmemacherinnen Zouhali-Worall und Wright begleiten Kato und andere offen oder verdeckt homosexuell lebende Menschen bei ihrem Kampf gegen den lebensbedrohlichen Gesetzesentwurf. Dieser wurde nach massiven Protesten vorerst auf Eis gelegt, jedoch nach Abebben der Demonstrationen im Februar 2012 erneut vorgelegt. Eine Entscheidung über den Gesetzesentwurf ist bis jetzt noch nicht gefallen.
Inmitten der Dreharbeiten für den Dokumentarfilm wird Kato brutal ermordet. Sein Tod ist eine grausame und all zu deutliche Drohgeste für homosexuelle Menschen in Uganda. Umso dringlicher erscheint das Anliegen des Films, die Lebensumstände und die Rechtslage der LGBT Community in dem ostafrikanischen Land publik zu machen und anzukreiden. Dies tut der Film auf eindrückliche Weise und schafft es dabei auch noch, eine ganz besondere Ästhetik zu entfalten.
Am 20. September startet der Film in Deutschland und das Institut für Film und Videokunst e.V. Arsenal geht mit Call Me Kuchu schon ab dem 18. September auf Tour. Mehr Informationen zu den Tourdaten und weiteres Infomaterial zum Film findet ihr auf der Arsenal Website und auf der englischen Website des Films. Schaut euch den Film an, diskutiert mit den Filmemacherinnen, zeigt euer Interesse und helft mit, das Anliegen der AktivistInnen des Films öffentlich zu machen und den lebensbedrohlichen Schikanierungen durch ultraorthodoxe Gruppen in Uganda ein Ende zu setzen.
Wo & Wann
Die Tour beginnt heute im Woki Filmpalast in Bonn und macht u.a. vom 20. bis zum 26. September Halt in Berlin im Eiszeitkino in der Zeughofstraße. Am 21. September werden auch dort die beiden Filmemacherinnen anwesend sein und im Anschluss an die Filmsichtung über ihren Film sprechen (hier könnt ihr euch auf youtube ein Interview mit den beiden Regisseurinnen ansehen).
Die Call Me Kuchu Roadshow wird voraussichtlich bis zum 18. Dezember dauern. Wo genau der Film dann überall zu sehen sein wird, könnt ihr auf der Arsenal Website sehen.
Bundesbildungsministerin Schavan hat heute eine Initiative zum Export beruflicher Bildung vorgestellt. "Wir wollen für Jugendliche in Europa Zukunftschancen schaffen. Unser erfolgreiches System der beruflichen Bildung kann für viele Länder ein wichtiger Schlüssel zur Bekämpfung der hohen Jugendarbeitslosigkeit sein", sagte Schavan. Die Nachfrage nach einer Kooperation mit Deutschland in der Berufsbildung steigt kräftig an. Mit Spanien hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung bereits eine bilaterale Vereinbarung zur Berufsbildungskooperation abgeschlossen. Weitere EU-Mitgliedstaaten von Portugal bis nach Lettland haben einen Dialog zur Begleitung von Bildungsreformen im eigenen Land nachgefragt. Darüber hinaus gibt es langjährige Kooperationen, insbesondere mit den BRIC-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China.
Multimedia-Vortrag: “Facetten des Fem(me)inismus. Kritische Impulse für lesbisch-queer-feministische Kontexte”
Wer: Sabine Fuchs (Hamburg), Herausgeberin und Mitautorin des Buches “Femme! radikal - queer - feminin”,
Spoken Word Performerin und Femme!- Buch-Mitautorin Tania Witte (Berlin) sowie
“femme*femme*femme”-Filmmacher Anton Binnig (Hamburg) präsentieren ein Programm rund um das Thema “Femmes, queere Fem(me)ininität und Feminismus”
Wann: Donnerstag, 20.09., 19.30 Uhr
Wo: Sonntagsclub, Greifenhagener Straße 28, 10437 Berlin

Das Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung NRW publizierte gerade die 30. Ausgabe seines Journals und außerdem zum 25. Jahrestag 2011 die Studie zur Geschichte der eigenen Institutionalisierung unter dem Titel “Das Netzwerk Frauenforschung NRW - Geschichte und Gegenwart einer Wissenschaftsinstitution” (Autorin: Uta C. Schmidt).
Beide Publikationen sind online zu lesen oder in der Genderbibliothek.
>>> Info + Proteste: LEIPZIG-DRESDEN-HALLE 19.-30.9.12
Protest und Übergabe des Offenen Briefes am Altonaer Kinderkrankenhaus (AKK),
16.9.12

"Weiter sind wir bestürzt über medizinhistorische Zeugnisse aus Hamburger Universitätskliniken, welche belegen, dass in Hamburg für Menschen wie uns während nun schon seit über einem halben Jahrhundert Zustände herrschten und in veränderter Form möglicherweise heute noch herrschen, die nur als barbarisch und menschenverachtend zu bezeichnen sind. Und obwohl die Opfer dieser Zustände zum Teil heute noch unter uns leben und an dem ihnen Angetanen leiden, ignorieren die Hamburger Universitätskliniken diesen Teil ihrer Geschichte geflissentlich, statt ihn endlich umfassend aufzuarbeiten, sich bei den Opfern öffentlich zu entschuldigen und sie – sofern noch möglich – zu entschädigen."
Nachfolgend der ganze Offene Brief im Wortlaut: >>> Der Offene Brief als PDF
Wie eine Dissertation aus dem Fachbereich Medizin der Universität Hamburg belegt, gehörten mindestens noch 1976 kosmetische Klitorisamputationen an Kindern in der Lehre der Universität Hamburg wie auch der Praxis der Universitäts-Kinderklinik und -Polyklinik (UKE) zum unhinterfragten Standard – deklariert als logische Fortsetzung von religiöser Knabenbeschneidung und weiblicher Genitalverstümmelung:"Plastische Operationen an den Genitalien
Die operative Korrektur (s. S. 476 ff.) der vermännlichten Genitalien beim kongenitalen adrenogenitalen Syndrom des Mädchens ist aus mehreren Gründen indiziert, 1. um eine regelrechte Funktion der Vagina zu ermöglichen, 2. um die unangenehmen Klitoriserektionen zu verhindern, 3. um seelische Konflikte zu vermeiden, die den Mädchen aus dem Vorhandensein männlicher Attribute erwachsen können.
Nach Möglichkeit soll die Operation schon vor dem vierten Lebensjahr durchgeführt werden. Bei leichteren Fällen ist lediglich die Entfernung der Klitoris erforderlich. Das Organ soll dabei exstirpiert und nicht amputiert werden, da sich sonst lästige Erektionen des zurückgebliebenen Stumpfes einstellen können. Wie HAMPSON (1956) bei einer größeren Reihe operierter Frauen festgestellt hat, leidet die Orgasmusfähigkeit durch die Klitorisentfernung nicht. Ist das Genitale stark vermännlicht, so muß darüberhinaus die Eröffnung des Sinus urogenitalis vorgenommen werden." (1)
Zum gegenwärtigen Angebot im Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE):"Der Brauch vieler Völker und Religionsgemeinschaften, den männlichen Nachwuchs in einem bestimmten Lebensjahr zu beschneiden, ist weithin bekannt. So ist es in der mohammedanischen und jüdischen Lehre festgelegt, die Knaben kurz nach der Geburt zu beschneiden; bei bestimmten Völkern wird diese Handlung bei Mannbarkeitsfeiern zur Zeit der Pubertät vollzogen.
Weniger bekannt ist die Beschneidung von Mädchen. BRYK (1931) und JENSEN (1933) berichten in ihren Untersuchungen über afrikanische Naturvölker von Circumcisionen oder Incisionen der Klitoris bei heranwachsenden Mädchen. LAMBERT (1956) macht in seiner Arbeit: "Kikuyu: social and political institutions" den Stellenwert dieser Handlung innerhalb des sozialen Gefüges der Kikuyu, eines im zentralen Hochland von Kenia lebenden Bantu-Stammes, deutlich. In dem Roman "Die schwarze Haut" von R. RUARK (1974) finden sich anschauliche Darstellungen dieser Zeremonien.
In der Kinderheilkunde ist die Indikation zur Klitorektomie gegeben, wenn im Rahmen von Virilisierungserscheinungen bei Mädchen ein übermäßiges Wachstum der Klitoris stattfindet. Verschiedene Ausmaße der Klitorishypertrophie, von der geringfügigen Vergrößerung bis zur penisartigen Gestalt, werden beim kongenitalen adrenogenitalen Syndrom beobachtet (PRADER 1954)." (2)
>>>
Info + Proteste Hamburg 13.-16.9.12
>>>
Genitalverstümmelungen in KInderkliniken: Typische Diagnosen und
Eingriffe
>>>
"Aufarbeitung tut not!" Unis, Klitorisamputationen u. a.
"Genitalkorrekturen"
(Triggerwarnung, gilt auch für die enthaltenen Links: Verharmlosung von sexualisierter Gewalt und Schilderung von Gerichtsverfahren.)
Das Betroffene von sexualisierter Gewalt von unserem sogenannten „Rechtsstaat“ weder Unterstützung noch Gerechtigkeit erwarten können, hat der erst letzte Woche bekannt gewordene Freispruch eines Täters auf besonders bittere Art und Weise deutlich gemacht. Nach angeblich „objektive Kriterien“ beurteilt, soll die Vergewaltigung der zum Tatzeitpunkt gerade mal 15 Jahre alten Betroffenen durch einen beinahe doppelt so alten Mann im rechtlichen Sinne keine sein. Ihre Lage sei nicht schutzlos, ihr Verhalten nicht offensiv genug gewesen, so sind sich Richterin, Staatsanwaltschaft und der Anwalt der Betroffenen einig.
So schockierend dieses Urteil auch ist, es ist bei weitem kein Einzelfall. Wie die Initiative für Gerechtigkeit bei sexueller Gewalt erläutert, sind die Anzeigen seit der Strafrechtsreform 1997 zwar gestiegen, die Verurteilungen aber gesunken. Darüber hinaus werden Gesetze und geltende Grundsätze, die bei einer Vergewaltigung eine Verurteilung ermöglichen würden, vielfach schlichtweg nicht angewandt und wenn es doch mal zu einer Verurteilung kommt, wird diese meistens auf Bewährung ausgesetzt. Betroffene erleben dadurch immer wieder, wie die deutsche Justiz in der ihr zugewiesenen Schutzfunktion versagt.
Um auf diesen Zustand aufmerksam zu machen, hat die besagte Initiative einen Aufruf gestartet, dessen Ziel es ist, „bundesweit der Justiz bei ihrer Rechtssprechung auf die Finger [zu] gucken, [zu] dokumentieren und dafür Öffentlichkeit [zu] erzeugen, um mit gesellschaftlichem Rückhalt Änderungen dieser (Un-)Rechtspraxis durchzusetzen“. Um dieses Ziel zu erreichen soll ein Netzwerk geschaffen werden, mit dessen Hilfe sich an verschiedenen Orten Mitstreiter*innen zu Prozessbeobachtungen und weiteren Aktionen zusammenfinden können. Wer sich beteiligen will, kann einfach das Kontaktformular der Seite nutzen.
Eine weitere Aktivistin, die selber Betroffene ist und ähnliche erschütternde Erfahrungen machen musste, hat außerdem einen Blog ins Leben gerufen, auf dem sie Einstellungsbescheide sammeln und veröffentlichen will. Die Aktion erinnert an die #ichhabnichtangezeigt-Kampagne und richtet sich an Personen, die als Erwachsene oder Jugendliche ab dem 16. Lebensjahr vergewaltigt worden sind, Anzeige erstattet haben und deren Verfahren eingestellt worden sind. Mitgemacht werden kann hier, in dem ein Kommentar auf der Seite hinterlassen wird.
Intersexualität: Aktuelle Entwicklungen (Heinz-Jürgen Voß)
(zuerst in: SINa - Sexualwissenschaftlicher Interdisziplinärer Nachwuchs, 2 (2012): 7-9.)
In den vergangenen Monaten ist Bewegung in die Debatte um die medizinische Behandlungspraxis von intergeschlechtlichen Kindern gekommen. Von den früher entsprechend dem Programm Behandelten werden die medizinischen Interventionen als gewaltvoll und traumatisierend beschrieben. Auch die wissenschaftlichen Outcome-Studien, die die anatomischen und funktionalen Behandlungsergebnisse sowie die Behandlungszufriedenheit erheben, stützen die Sicht der politisch streitenden behandelten Menschen. Zuletzt kommen Katinka Schweizer und Hertha Richter-Appelt (2012) zum Schluss: „Insgesamt fällt eine hohe Beeinträchtigung des körperlichen und seelischen Wohlbefindens auf. So litten über 60% der Teilnehmenden sowohl unter einer hohen psychischen Symptombelastung als auch unter einem beeinträchtigten Körpererleben. […] Die psychische Symptombelastung, die z.B. anhand depressiver Symptome, Angst und Misstrauen erfasst wurde, entsprach bei 61% der Befragten einem behandlungsrelevantem Leidensdruck […]. Auch hinsichtlich Partnerschaft und Sexualität zeigte ein Großteil der Befragten einen hohen Belastungsgrad. […] Fast die Hälfte (47%) der Befragten, die an den Genitalien operiert wurden, berichteten sehr viel häufiger über Angst vor sexuellen Kontakten und Angst vor Verletzungen beim Geschlechtsverkehr als die nicht-intersexuelle Vergleichsgruppe“ (Schweizer et al. 2012: 196f; Übersicht über die internationalen Outcome-Studien in: Voß 2012).
Und auch der Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend des Deutschen Bundestages kommt nach seiner Sitzung im Juni zu einem eindeutigen Urteil. In der Pressemitteilung vom 25. Juni 2012 heißt es: „Operationen zur Geschlechtsfestlegung bei intersexuellen Kindern stellen einen Verstoß gegen das Menschenrecht auf körperliche Unversehrtheit dar und sollen zukünftig unterbunden werden. Dies war das einhellige Votum der öffentlichen Anhörung im Familienausschuss am Montagnachmittag.“ (Familienausschuss 2012)
Während der Deutsche Ethikrat in der im Februar 2012 veröffentlichten Stellungnahme „Intersexualität“ (Deutscher Ethikrat 2012) nur sehr zögerliche Ableitungen aus den Erhebungen der Behandlungszufriedenheit und den Behandlungsergebnissen zog und hierfür den aktuellen Forschungsstand nicht würdigte (er stützte sich auf zwei ältere deutschsprachige Studien, die allerdings ebenfalls erschreckend häufig schlechte Behandlungsergebnisse feststellten, und veranlasste eine eigene kleine Online-Befragung), kommen die sich informierenden politischen Entscheidungsträger/-innen zu klaren Ableitungen. Bereits in der Vergangenheit hatte sich gezeigt, dass die entscheidenden medizinischen Akteur/-innen lediglich zu kleineren Korrekturen am Behandlungsprogramm bereit sind. So wurde – wie in den Ableitungen des Ethikrates – etwa in den Leitlinien der Gesellschaft für Kinderheilkunde und Jugendmedizin zu „Störungen der Geschlechtsentwicklung“ (engl. disorders of sex development [DSD]; seit 2005 in der Medizin verwendete Wendung für „Intersexualität“) eine bessere Information der Patient/-innen selbst und ihrer Eltern angemahnt; auch eine bessere Diagnosestellung und eine Behandlung durch explizit geschulte Fachkräfte, die mit der Diagnose Intersexualität vertraut sind, wurden eingefordert (Holterhus et al. 2007). Das in Diskussion stehende Behandlungsprogramm wurde hingegen nicht grundsätzlich in Frage gestellt, obgleich dies auf Basis der Behandlungsergebnisse erforderlich gewesen wäre. Stattdessen wich hier dann die rationale Argumentation der einer irrationalen Zukünftigkeit: Lediglich in der Vergangenheit habe es die massiven Probleme bei den medizinischen Interventionen gegeben, heute sei das nicht mehr der Fall (vgl. etwa Warne 2012). Aber dieses Argument ist alt – bereits im Jahr 2000 berichtete Michel Reiter davon beim Berliner Fachkongress der European Federation of Sexology. Heute zeigt sich, dass die Behandlungen auch im Jahr 2000 keinesfalls oder lediglich unwesentlich besser als zuvor waren. In diesem Sinne ist die Argumentation mit Zukünftigkeit eine strategische Figur – man lässt einen Teil der streitenden Positionen als nicht mehr auf der Höhe der Zeit erscheinen. Eine solche Argumentation ist schon daher fatal, da sich derzeit grundsätzlich eine Lücke zwischen wissenschaftlicher Forschung und breiterer Rezeption zeigt und durch diese Positionierung gesellschaftliche Debatte als per se unmöglich ausgewiesen wird.
Nun ist die Politik am Zug. Das ist gut so, weil sich in den diskutierenden medizinischen Kreisen Abhängigkeiten von den eigenen Behandlungen zeigen. Diese Abhängigkeiten sind einerseits emotional – man ist der Meinung, den intergeschlechtlichen Kindern stets geholfen und nicht etwa geschadet zu haben; sich eigene Fehler einzugestehen, ist nicht nur in der Medizin (Stichwort: Fehlerkultur) schwer. Andererseits sind die Abhängigkeiten klar ökonomisch – die mit dem medizinischen Behandlungsprogramm verbundenen oft lebenslangen Therapien verheißen Gewinne für Kliniken und Mediziner/-innen.
Instanzen, die nicht in diesen Abhängigkeiten stehen, können zu einem offeneren Blick gelangen. Allerdings ist auch diese Offenheit schnell bedroht, wenn Intergeschlechtlichkeit lediglich durch die „medizinische Brille“ gelesen wird – das Konzept „Intersexualität“ hat einen medizinischen Ursprung – und die Datenbasis wesentlich aus der Medizin stammt. So werden selbst die Erhebungen der Behandlungsergebnisse und der Behandlungszufriedenheit oft von den gleichen Instituten oder sogar den gleichen Mediziner/-innen durchgeführt, die zuvor die Behandlungen vorgenommen hatten. Es ist daher notwendig, einen Blick gerade auf die anderen vorhandenen „Quellen“ zu werfen – etwa die der Vereinigungen intergeschlechtlicher Menschen und die der Sozialwissenschaften –, um sich eine Perspektive zu erarbeiten, die eine breit informierte Entscheidungsfindung ermöglicht. Dieser Prozess ist in Gang gekommen und sollte aus Richtung der Sexualwissenschaft weiter befördert werden.
Deutscher Ethikrat (2012): Stellungnahme Intersexualität. Online: [www.ethikrat.org] (Zugriff: 31.8.2012)
Familienausschuss (2012): Experten: Intersexualität ist keine Krankheit. Pressemitteilung des Deutschen Bundestages zur Sitzung des Ausschusses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Anhörung) vom 25.06.2012. Online: [www.bundestag.de] (Zugriff: 31.8.2012).
Holterhus, P. M., Köhler, B., Korsch, E., Richter-Unruh, A. (2007): Leitlinien der Gesellschaft für Kinderheilkunde und Jugendmedizin – Störungen der Geschlechtsentwicklung. Online: [www.uni-duesseldorf.de] (Zugriff: 31.8.2012).
Reiter, M. (2000): Medizinische Intervention als Folter. (Abdruck des Vortrags vor der European Federation of Sexology.) GiGi – Zeitschrift für sexuelle Emanzipation, 9. Online: [www.gigi-online.de] (Zugriff: 31.8.2012).
Schweizer, K., Richter-Appelt, H. (2012): Die Hamburger Studie zur Intersexualität – Ein Überblick. In: Schweizer, K., Richter-Appelt, H. (Hrsg.): Intersexualität kontrovers – Grundlagen, Erfahrungen, Positionen. Gießen: Psychosozial-Verlag.
Voß, H.-J. (2012): Intersexualität – Intersex: Eine Intervention. Münster: Unrast-Verlag.
Warne, G. L. (2012): Fragen im Zusammenhang mit der Behandlungen von Störungen der Geschlechtsentwicklung. In: Schweizer, K., Richter-Appelt, H. (Hrsg.): Intersexualität kontrovers – Grundlagen, Erfahrungen, Positionen. Gießen: Psychosozial-Verlag.
Buchhinweis:
„Intersexualität - Intersex: Eine Intervention“
Das Onlineportal France24.com hat anlässlich der Diskussion um die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare in Frankreich eine interaktive Weltkarte der Gleichstellung bei Ehe und Partnerschaft veröffentlicht. Wenn man mit der Maus über den Namen des Landes fährt, erfährt man Details über das Datum der Öffnung der Ehe oder Einführung eingetragener Partnerschaften. Die Karte ist nicht fehlerfrei - so wurde bei Kanada Neufundland bei der Schraffur vergessen, Grönland (eingetragene Partnerschaften seit 1996) und Australien (noch kein Formalakt, aber rechtliche Anerkennung von de-facto Lebensgemeinschaften unabhängig vom Geschlecht) wurden ganz weggelassen - aber dennoch eindrucksvoll.
Link: http://www.france24.com/static/infographies/mariage-gay/index_en_2.html?v=1&keepThis=true&TB_iframe=true&height=750&width=870&
Seit knapp einem halben Jahr ist der Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeut Jörn-Gabriel Schmidt in Elternzeit. Weil dem 35-Jährigen in den Krabbelgruppen und auf den Spielplätzen überwiegend Frauen begegneten, gründete er kurzerhand eine Vater-Kind-Gruppe. Für die Frankfurter Rundschau führte er mit Monica Bielesch ein Gespräch über Rollenbilder und den Alltag mit Kindern.
Was machen Sie mit Ihrem Kind anders als Ihre Frau?
Ich glaube, ich mache nicht so vieles anders. Wir sind einfach unterschiedlich, und das ist es, was unserem Kind gut tut. Wir wollen nicht so viel in die Geschlechterrollen reinprojizieren. Die Kinder profitieren von der Mischung. Außerdem stellen wir fest, dass es am schönsten ist, wenn wir zu dritt zusammen sind.
Sie haben im Mai eine Vater-Kind-Gruppe gegründet. Wie ist es angelaufen?
Es sind mittlerweile zwischen sechs und neun Väter, die sich regelmäßig treffen. Wir treffen uns jeden Freitag um 15.30 Uhr im Haus der Begegnung und zusätzlich ein Mal im Monat samstags um 10 Uhr, damit auch berufstätige Väter teilnehmen können. Aber leider ist kein weiterer Vater dabei, der komplett im Erziehungsurlaub ist wie ich.
Wie kamen Sie denn auf die Idee, eine Vater-Kind-Gruppe zu gründen?
Als meine Frau wieder arbeiten gegangen ist, war meine Tochter sechs Monat alt und ich bin mit ihr in die Krabbelgruppen gegangen. Da habe ich nur Frauen getroffen. Ich wollte mich aber auch mit Männern über das Vatersein austauschen. Ich finde einfach den Austausch mit beiden Geschlechtern wichtig. Es ist schön, sich mit Vätern auszutauschen, die vielleicht ähnliche Probleme oder Themen haben.
Fühlen Sie sich manchmal seltsam als einziger Vater unter lauter Frauen?
Ich selbst fühle mich nicht komisch, aber wenn ich auf einen Spielplatz gehe und da sitzen nur Frauen mit ihren Kindern, werde ich teilweise schon beäugt. Auch wenn wir mit der Vater-Kind-Gruppe spazieren gehen und die Kinder vor uns herschieben, hören wir schon manchmal erstaunte Ausrufe wie „Ey krass, schau mal da sind fünf Väter!“ …
Spielen Väter anders mit ihren Kindern?
Wir sind vielleicht mehr draußen. Wenn das Wetter gut ist, gehen wir auf den Spielplatz oder gehen spazieren. Manche Väter spielen vielleicht auch offensiver mit ihren Kindern als Frauen es tun würden.
nanderlie kommt aus wien. sie studiert wirtschaftsrecht aus wirtschaftlichen gründen, denn eigentlich hat sie schon ein diplom. sie ist schauspielerin. eine die zwischen den systemen steht, denn für alles hat sie eigentlich zu wenig praxiserfahrung. also: sie ist die perfekte heulguerillera. sie heult die ganze friedrichstrasse platt mit nur einem müsliriegel zwischendurch. zwölf läden, ohne dass ihr auch nur ein knie zittert. heute allerdings hat sie sich mal kurz auf die fresse gelegt, in der probe. weil ihr kostüm rumlag und sie schnell auf position wollte. das sah sehr lustig aus. alle lieben nanderlie.
Inhaltswarnung: Es geht um sexualisierte Gewalt.
Ich weiß nicht, wann ich das erste mal davon gehört hab, dass es so etwas wie Sex gibt. Es muss gewesen sein, bevor das Thema in der Grundschule mal dran kam. Der Stille und dem Kichern nach zu urteilen wussten die meisten von uns damals schon Bescheid. Es muss der Sachkundeunterricht in der dritten oder vierten Klasse gewesen sein, als unsere Lehrerin das Thema anschnitt und ich weiß noch, dass es zuerst darum ging, dass man nicht mit fremden Männern ins Auto steigen soll. Auch nicht, wenn sie nett wirken. Auch nicht, wenn sie Süßigkeiten anbieten. Dann ging es darum, wie das mit der Schwangerschaft funktioniert. Wie das Baby im Bauch der Mutter wächst, bis es nach 9 Monaten raus kommt. Wenn wir noch Fragen hätten, könnten wir die auf Zettel schreiben; nach der Pause würden wir darauf zurück kommen. Obwohl es mir irgendwie klar war, schrieb ich auf „Wie kommt es zur Befruchtung?“, denn davon war bisher nicht die Rede. Nach der Pause las die Lehrerin meine Frage vor und fragte in die Klasse, ob jemand die Antwort wüsste. Stille. Eine kleine Ewigkeit. Dann meldete sich Benjamin und sprach es aus: „Penis in die Scheide!“ Alle lachten.
Ich finde diese Aufklärungsepisode eigentlich lustig. In letzter Zeit ist mir aber etwas klar geworden: Es ging zu erst um die Gefahr, zum Opfer von sexualisierter Gewalt zu werden. In der einen, stereotypen Form. Und dann ging es um Reproduktion. In dieser Zusammenstellung, eng mit einander verbunden, und in dieser Reihenfolge. Um Sex ging es eigentlich nicht.
Um Lust ging es schon gar nicht, auch später nicht, als wir in der sechsten Klasse im Biologieunterricht über Verhütung und Krankheiten sprachen. Aus heutiger Sicht würde ich sagen: Wir hätten auch darüber sprechen sollen, was passiert, wenn Menschen miteinander Sex haben. Worauf man achten muss. Nicht nur Verhütung, auch über Kommunikation. Über nein und über ja.
Die Gefahr sexualisierter Gewalt war immer präsent. Sie ist Teil der Kultur, in der ich aufgewachsen bin. Ich erinnere mich, einmal Aktzenzeichen XY gesehen zu haben. Ich weiß nicht mehr, wie alt ich war und warum ich diese Folge geschaut habe, denn eigentlich galt die Sendung bei meinen Eltern als etwas, das „zu gruselig“ ist. Es ging um eine zweifache Vergewaltigung. Sie wurde sehr detailliert nachgestellt. Die Bilder haben sich eingebrannt.
Rape culture bedeutet für mich unter anderem auch, in einer Gesellschaft aufgewachsen zu sein, wo das Konzept Sexualität von vorne herein auch mit Gewalt und der Ausübung von Macht über Schwächere verbunden war. Ich bin mit dem Wissen aufgewachsen, dass Männer mir diese Gewalt antun könnten und dass ich mich davor schützen muss.
Mit 14 legte die Mutter einer Freundin uns nahe, zusammen einen Selbstverteidigungskurs für Frauen zu machen. Das war eine gute Idee und wir wussten, warum das sinnvoll ist. Mit 17 war ich mit einer Freundin im Urlaub bei Freunden ihrer Familie in der Toscana. Die Abende verbrachten wir in deren Restaurant. Einmal kam eine Gruppe von Männern rein. Unsere Gastgeberin nahm uns zur Seite und meinte, sie würde uns heute früher nach Hause bringen. Die Kerle würden oft Ärger machen und für Frauen sei es nicht gut, hier zu sein. Wir wussten, vor was wir gewarnt wurden und machten uns auf den Weg.

cc asphalt & anders Verlag
HamburgerInnen aufgepasst: Morgen Abend am 18.09. liest die vielversprechende und sehr sympatische Daniela Chmelik im Literaturzentrum Hamburg aus ihrem ersten Roman Walizka. Das Buch handelt von drei Freundinnen, die sich auf eine Reise durch Osteuropa, nach Ljubljana, Belgrad, Odessa und weiter aufmachen. Es wird geliebt und gelitten, gelebt und sehr viel Zug gefahren. Mehr wollen und können wir euch nicht verraten.
Moderiert wird die Veranstaltung von der charmanten Carola Ebeling, die manchmal auch für Missy schreibt. Im Anschluss an die Lesung stellt sich der aspahlt & anders Verlag kurz vor.
Daniela Chmelik ist Hamburgerin und studierte russische und deutsche Literaturwissenschaft und Geschichte. Sie weltenbummelte über Moskau, St. Petersburg und Prag nach Belgrad, Tiflis und Ljubljana. In Sarajewo arbeitete sie als Stadtschreiberin und veröffentlichte mehrere Texte in Anthologien. Chmelik erhielt mehrfach Preise und gewann zahlreiche Wettbewerbe mit ihren Arbeiten. Seit 2012 ist Chmelik freie Autorin, Texterin und Dozentin für kreatives Schreiben.
Wo & Wann
Literaturzentrum Hamburg e.V.
Schwanenwik 38
22087 Hamburg
[email protected]
[www.lit-hamburg.de]
18.09.2012, 19.30 Uhr
Karten kosten 7 Euro (4 Euro ermäßigt) und können per Telefon bestellt werden:
Tickettelefon: 040 20769037
Das aktuelle Heft der L’Homme : europäischeZeitschrift für feministische Geschichstwissenschaft beschäftigt sich unter dem Titel “SPEKTAKEL”mit Inszenierungen und Präsentationen von Geschlechterordnungen in Vergangenheit und Gegenwart. Im Editorial fragen die Herausgeberinnen: “Welche Einsichten eröffnet “Spektakel” als analytischer Ansatz? Neuere feministische und Geschlechter-Theorien arbeiten vielfach mit Konzepten, die dem Spektakel verwandt sind, mit Begriffen wie Repräsentation, Parodie, Mimikry, mit Metaphern aus dem Bereich des Theaters, also enactment, Performativität, Rollenspiel, Maskerade, Repertoire, oder auch mit Bildern aus dem Feld der Mode und der Kleidung (“self-fashioning”), wenn geschlechtliche Stile oder stilisierte Subjekte thematisiert werden.” Inhalt der Artikel
Besonders interessiert haben mich zwei Artikel über Projekte aus Bremen und Wien, die Themen aus Philosophie (z.B. Körper) und solchen, die in Archiven schlummern (z.B. Frauen während der Weimarer Republik oder zur Entnazifizierung nach dem Zweiten Weltkrieg in Bremen) in Zusammenarbeit mit Theatern auf die Bühne bringen. Sie eröffnen neue Perspektiven, wie Geschichtswissen vermittelt und didaktisch aufbereitet werden kann.
Außerdem enthält die Zeitschrift eine Rezension zum ZtG-Band “Störgröße F” von Falko Schnicke (Graudiertenkolleg, HU).
Wir berichteten bereits über die Studie zu Gewalt- und Mehrfachdiskriminierungserfahrungen von lesbischen, bisexuellen Frauen und Trans* in Deutschland von LesMigraS. Im Rahmen einer Fachtagung am 21. September 2012 in Berlin werden nun die Ergebnisse vorgestellt und mit Vertreter_innen aus den Bereichen Wissenschaft, Politik und NGOs sowie den Teilnehmer_innen diskutiert.
Unter dem Titel „Naturverhältnisse und Geschlechterverhältnisse - feministische Wiederentdeckungen“ findet am 12. Oktober 2012 in Frankfurt/Main ein Workshop zu feministisch-naturwissenschaftlichen Perspektiven statt.
Im Aufruf der veranstaltenden Arbeitsstelle Gender Studies der Universität Gießen und der Heinrich-Böll-Stiftung Hessen heißt es:
„Die Anzeichen mehren sich, dass nach dem cultural turn in der Geschlechterforschung wieder stärker die Materialität gesellschaftlicher Naturverhältnisse in den Blick genommen wird und die feministische Theorie sich erneut mit jenen Themen befasst, die feministische Forschung und Politik vor 20 Jahren schon einmal stark bewegt haben: Wissenschafts- und Erkenntniskritiken, Ökologiepolitiken, Körpervorstellungen, philosophische Überlegungen zum Verhältnis von menschlicher und nichtmenschlicher Natur. Die Zeitschrift Femina Politica brachte 2010 ein Schwerpunktheft zur Nachhaltigkeit heraus, das Cornelia-Goethe-Centrum der Universität Frankfurt hat bereits zwei Vorlesungsreihen zu gesellschaftlichen Naturverhältnissen veranstaltet, Christine Bauhardt hat in der Zeitschrift GENDER (Heft 3/2011) einen wichtigen Aufsatz über „Gesellschaftliche Naturverhältnisse von der Materialität aus denken“ publiziert, in der feministischen Theorie wird vom „material turn“ gesprochen, und einige der Berichte zur Documenta 13 stellen ihren „Ökofeminismus“ ins Zentrum. Das lange marginalisierte Themenfeld „Naturverhältnisse und Geschlechterverhältnisse“ ist zurück auf der Agenda des Feminismus.
20 Jahre nach der erfolgreichen Verankerung von Frauenumweltpolitik in die Agenda 21 wollen wir zu einem Diskussionsaustausch einladen, der sowohl die letzten zwei Jahrzehnte reflektiert als auch in die Zukunft des Themenfeldes blickt.“
Das Programm findet sich hier.
Karin Heisecke von V-Day und die Künstlerin Luci Westphal haben uns für unsere Jubiläumsfeier am 22. September in Berlin eine tolle Aktion vorgeschlagen, bei der ihr aktiv werden könnt. Karin erzählt uns, worum es genau geht:
Am 14. Februar 2013 wird V-Day, die internationale Bewegung gegen Gewalt an Frauen und Mädchen, 15 Jahre alt. Zu dem Anlass hat Eve Ensler, Gründerin von V-Day, zu ihrer bisher größten weltweiten Aktion aufgerufen: One Billion Rising.
V-Day lädt Euch ein, am 14. Februar 2013 gemeinsam mit einer Milliarde Menschen Euren Alltag zu unterbrechen, Euch zu erheben, zu tanzen, zu streiken, und ein Ende von geschlechtsspezifischer Gewalt zu fordern.
Am 24. September 2012 wird die neue OneBillionRising-Website online gehen, und wir brauchen dafür Euer Video- (oder Photo-) Statement! V-Day will von Euch hören, was Euch persönlich dazu bewegt, mit One Billion Rising gegen Gewalt an Frauen und Mädchen aktiv zu werden.
Am 22. September bei der Jubiläumsfeier der Mädchenmannschaft werden wir im Foyer im 1. Stock mit einer Video Pop Up Booth mit der wunderbaren Luci Westphal (die Frau hinter All’s Well and Fair und In A Berlin Minute) vor Ort sein, wo Ihr uns und der Welt mitteilen könnt, warum Ihr am Valentinstag 2013 aktiv werden wollt.
Wir möchten die Anliegen der Aktion gerne erweitern und auch auf Gewalt gegen Menschen aufmerksam machen, die nicht in die heteronormative Norm passen, da diese sowohl in den Statistiken wie auch in der medialen Berichterstattung häufig ignoriert werden. Also: Setzt am 22. September euer Statement gegen Gewalt an Mädchen, Frauen, Trans*, Inter* und Queers!
Wir freuen uns auf Euch und eure Ideen! Fragen, Anregungen? Meldet Euch bei karin[at]vday.org. (Mehr Infos zu V-Day gibt es auch auf facebook und auf twitter, Hashtags zu der Aktion: #ReasonToRise und #1billionrising).
Karin Heisecke von V-Day und die Künstlerin Luci Westphal haben uns für unsere Jubiläumsfeier am 22. September in Berlin eine tolle Aktion vorgeschlagen, bei der ihr aktiv werden könnt. Karin erzählt uns, worum es genau geht:
Am 14. Februar 2013 wird V-Day, die internationale Bewegung gegen Gewalt an Frauen und Mädchen, 15 Jahre alt. Zu dem Anlass hat Eve Ensler, Gründerin von V-Day, zu ihrer bisher größten weltweiten Aktion aufgerufen: One Billion Rising.
V-Day lädt Euch ein, am 14. Februar 2013 gemeinsam mit einer Milliarde Menschen Euren Alltag zu unterbrechen, Euch zu erheben, zu tanzen, zu streiken, und ein Ende von geschlechtsspezifischer Gewalt zu fordern.
Am 24. September 2012 wird die neue OneBillionRising-Website online gehen, und wir brauchen dafür Euer Video- (oder Photo-) Statement! V-Day will von Euch hören, was Euch persönlich dazu bewegt, mit One Billion Rising gegen Gewalt an Frauen und Mädchen aktiv zu werden.
Am 22. September bei der Jubiläumsfeier der Mädchenmannschaft werden wir im Foyer im 1. Stock mit einer Video Pop Up Booth mit der wunderbaren Luci Westphal (die Frau hinter All’s Well and Fair und In A Berlin Minute) vor Ort sein, wo Ihr uns und der Welt mitteilen könnt, warum Ihr am Valentinstag 2013 aktiv werden wollt.
Wir möchten die Anliegen der Aktion gerne erweitern und auch auf Gewalt gegen Menschen aufmerksam machen, die nicht in die heteronormative Norm passen, da diese sowohl in den Statistiken wie auch in der medialen Berichterstattung häufig ignoriert werden. Also: Setzt am 22. September euer Statement gegen Gewalt an Mädchen, Frauen, Trans*, Inter* und Queers!
Wir freuen uns auf Euch und eure Ideen! Fragen, Anregungen? Meldet Euch bei karin[at]vday.org. (Mehr Infos zu V-Day gibt es auch auf facebook und auf twitter, Hashtags zu der Aktion: #ReasonToRise und #1billionrising).
Ein kurzer Hinweis auf ein längeres Interview, das Liz Weidinger vom fluter. Magazin der Bundeszentrale für politische Bildung führte:
„Die Sache mit dem Geschlecht - Der Biologe Heinz-Jürgen Voss über das Begehren der Geschlechter“.
Buchhinweis 1 zum Thema: Heinz-Jürgen Voß: „Geschlecht“
Buchhinweis 2 zum Thema: Heinz-Jürgen Voß, „Making Sex Revisited“
Am Samstag, dem 29. September findet in Wien wieder der Vienna Dance Contest, ein internationales Tanzturnier für Damen- und Herrenpaare in den Disziplinen Standard und Latein statt. Paare aus Deutschland, der Schweiz, Ungarn, Slowenien, Großbritannien, Dänemark, den USA und Österreich werden in den Klassen D bis A um Wertungspunkte und um die begehrten Schneekugeln tanzen. Am Cha-Cha Fun dürfen alle teilnehmen, die Lust am Tanzen verspüren, auch Mann-Frau-Paare. Auch zur Pink Dance Night im Anschluss an das Turnier sind alle eingeladen.
Vienna Dance Contest und Pink Dance Night
Wann: Turnier: Samstag, 29. September, 10 Uhr bis ca. 19:45, Pink Dance Night 20:30 bis 1 Uhr
Wo: Haus Muskath, Liesinger Platz 3, 1230 Wien
Eintritt: Turnier 10,- Euro, Pink Night 14 Euro (Kombiticket nur im Vorverkauf: 17 Euro)
Link: [www.viennadancecontest.at]
Georgia ist 24, ihre Mutter 62 und ihr Vater 69 Jahre alt. Bei der Geburt von Georgia gehörten ihre Eltern zur damaligen Zeit bereits zum alten Eisen. Ihre Mutter war bereits 38, ihr Vater 44. Und ihre Halbschwestern waren beide schon in der Pubertät. An den Wochenenden besucht Georgia regelmäßig ihre Eltern. Dafür fährt sie einige Stunden mit dem Zug. Das Zusammensein ist der Familie wichtig.
Doch währenddessen wird Georgia dann auch deutlich: „Bis ich mal heirate oder bis ich mal Kinder bekomme. Das mag ja auch noch gut und gerne zehn Jahre hin sein. Könnte natürlich sein, dass meine Eltern bis dahin nicht mehr da sind, weil sie schon ein bisschen älter sind, und das ist natürlich kein schöner Gedanke. Ich finde nicht, dass man sich jeden Tag darüber Gedanken machen sollte, dass man immer Angst davor hat, aber natürlich mache ich mir auch Gedanken darüber.“
Im Vergleich zu den jüngeren Eltern ihrer Freunde fällt Georgia ganz klar ein Unterschied auf: „Ich empfinde meine Eltern schon gelassener. Sie sind beide in Rente. Sie müssen beide nicht mehr arbeiten. Sie haben verschiedene Erfahrungen gemacht in ihren Jobs und geben mir ihre Erfahrungen weiter. Sie haben jetzt einfach nicht mehr die tägliche Hektik.“
Beim Schülerkreativwettbewerb „Vektoria Award“ von Casio werden Jugendliche aufgefordert, Digitalbilder zum Thema „Astronomie und Mathematik“ einzusenden. SchülerInnen der Klassen 5 bis 13 aus allen Bundesländern können teilnehmen. Über weitere Details und Teilnahmebedingungen informieren die Website www.casio-vektoria-award.de sowie die Facebook-Präsenz des Wettbewerbs. Als Preisgeld winken insgesamt 3.000 Euro, Teilnahmeschluss ist der 23. November 2012.

cc The Shondes
Endlich ist es soweit: Die wundervollen, rotzfrechen und hochpolitischen The Shondes kommen nach Deutschland. Shondes wird Shahn-Duhs ausgesprochen und stammt vom jiddischen Wort “Schande” oder “Scham”. Da wären wir auch schon inmitten der musikalischen Einflüsse, die zwischen Klezmer und traditionell jiddischen Liedern bis zu Queercore und Riot Grrrrl Power oszillieren. Es ist diese Mischung aus melodischem Gesang, verzerrten Gitarren, melancholischer Violine und feministischen Texten mit politischem Anliegen, die die Musik der Shondes besonders live zu einem energiegeladenen, knallenden Feuerwerk macht. Unter den die Band beschreibenden Adjektiven findet sich so ziemlich alles von sexy über queer bis folkig, punkig, jiddisch oder auch radikal. Die zuweilen herbeigezogenen Sleater-Kinney-Vergleiche haben sich The Shondes auf jeden Fall mehr als verdient. Einen musikalischen Vorgeschmack auf das, was euch am Samstag erwartet, gibt´s schonmal hier.
Mit ihrem zweiten Album “Searchlights” von 2011 waren die vier Shondes-MusikerInnen Gestern Abend in Berlin zu Gast und bespielten gemeinsam mit Chinawomen, Hurray for the Riff Raff und Verity Susman die fulminante Geburtstagsfete von La Moustache. Für alle, die nicht mit falschen Schnurrbärten das Tanzbein schwangen, touren The Shondes in den kommenden Wochen kreuz und quer durch Deutschland, durch Polen und Österreich.
Wo & Wann
17.09. // Potsdam // Kuze
18.09. // Kassel // Haus
19.09. // Marburg // Trauma
21.09. // Leipzig // FraKU
22.09. // Prague // Kastan
24.09. // Poland
25.09. // Poland
26.09. // Poland
27.09. // Vienna // Badeschiff
28.09. // Linz // Stadtwerkstatt
29.09. // Salzburg // Denkmal
02.10. // Frankfurt // IVI
04.10. // Bremen // Q*Flash @ Friese
05.10. // Brussels
06.10. // Amsterdam // OCCII
07.10. // Hamburg // Centro Sociale

cc The Shondes
Endlich ist es soweit: Die wundervollen, rotzfrechen und hochpolitischen The Shondes kommen nach Deutschland. Shondes wird Shahn-Duhs ausgesprochen und stammt vom jiddischen Wort “Schande” oder “Scham”. Da wären wir auch schon inmitten der musikalischen Einflüsse, die zwischen Klezmer und traditionell jiddischen Liedern bis zu Queercore und Riot Grrrrl Power oszillieren. Es ist diese Mischung aus melodischem Gesang, verzerrten Gitarren, melancholischer Violine und feministischen Texten mit politischem Anliegen, die die Musik der Shondes besonders live zu einem energiegeladenen, knallenden Feuerwerk macht. Unter den die Band beschreibenden Adjektiven findet sich so ziemlich alles von sexy über queer bis folkig, punkig, jiddisch oder auch radikal. Die zuweilen herbeigezogenen Sleater-Kinney-Vergleiche haben sich The Shondes auf jeden Fall mehr als verdient. Einen musikalischen Vorgeschmack auf das, was euch am Samstag erwartet, gibt´s schonmal hier.
Mit ihrem zweiten Album “Searchlights” von 2011 waren die vier Shondes-MusikerInnen Gestern Abend in Berlin zu Gast und bespielten gemeinsam mit Chinawomen, Hurray for the Riff Raff und Verity Susman die fulminante Geburtstagsfete von La Moustache. Für alle, die nicht mit falschen Schnurrbärten das Tanzbein schwangen, touren The Shondes in den kommenden Wochen kreuz und quer durch Deutschland, durch Polen und Österreich.
Wo & Wann
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cc The Shondes
Endlich ist es soweit: Die wundervollen, rotzfrechen und hochpolitischen The Shondes kommen nach Deutschland. Shondes wird Shahn-Duhs ausgesprochen und stammt vom jiddischen Wort “Schande” oder “Scham”. Da wären wir auch schon inmitten der musikalischen Einflüsse, die zwischen Klezmer und traditionell jiddischen Liedern bis zu Queercore und Riot Grrrrl Power oszillieren. Es ist diese Mischung aus melodischem Gesang, verzerrten Gitarren, melancholischer Violine und feministischen Texten mit politischem Anliegen, die die Musik der Shondes besonders live zu einem energiegeladenen, knallenden Feuerwerk macht. Unter den die Band beschreibenden Adjektiven findet sich so ziemlich alles von sexy über queer bis folkig, punkig, jiddisch oder auch radikal. Die zuweilen herbeigezogenen Sleater-Kinney-Vergleiche haben sich The Shondes auf jeden Fall mehr als verdient. Einen musikalischen Vorgeschmack auf das, was euch am Samstag erwartet, gibt´s schonmal hier.
Mit ihrem zweiten Album “Searchlights” von 2011 waren die vier Shondes-MusikerInnen Gestern Abend in Berlin zu Gast und bespielten gemeinsam mit Chinawomen, Hurray for the Riff Raff und Verity Susman die fulminante Geburtstagsfete von La Moustache. Für alle, die nicht mit falschen Schnurrbärten das Tanzbein schwangen, touren The Shondes in den kommenden Wochen kreuz und quer durch Deutschland, durch Polen und Österreich.
Wo & Wann
17.09. // Potsdam // Kuze
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>>> Info + Proteste Hamburg 13.-16.9.12 >>> Leipzig-Dresden-Halle 19.-30.9.12
>>> Offener Brief DGKJ 2012 >>> rdl 13.9.12 >>> taz Nord 15.9.12 >>> FSK 15.9.12
Durch verspätete Anreise etwas weniger pünktlich als auch schon hatten wir mit tatkräftiger Hilfe einer lokalen Soli-Delegation die Transparente und Schilder bald aufgestellt. Schon machten wir uns ans Flugblattverteilen, was trotz gelegentlicher Regenschauer und Windböen zwischendurch letztlich recht flott vor sich ging.
Vereinzelt reagierten KongressbesucherInnen definitiv gehässig oder beschwerten sich, wir sollten doch hier nicht so "aggressiv" tun. Die grosse Mehrzahl hatte aber einmal mehr Verständnis für unser Anliegen, und nicht wenige ermutigten uns, unsere Präsenz würde drinnen schon etwas bewirken und wir sollen nicht locker lassen.
Bei der Übergabe der Offenen Briefe hatten wir ja früher mitunter auch schon Turbulentes erlebt, doch die diesjährige DGKJ 2012 lies sich mal wieder was Neues einfallen. Schon der Zutritt zum Gebäude durfte auf Geheiss der Veranstaltungsleitung lediglich unter schwerer Bewachung zu erfolgen. Flankiert von einem freundlichen Polizisten und einem DGKJ-Security-Mensch durfte ich mich schliesslich doch noch zum Anmeldeschalter vorwagen, um die Offenen Briefe zwecks Weitergabe auszuhändigen. Zuvor musste ich dann aber jeden Umschlag noch einmal öffnen, um zu beweisen, dass da tatsächlich nur "harmloses Papier" drin war ...

Vielfach wurde auch die kleine historische Ausstellung beachtet. Ein Kongressteilnehmer meinte empört, er sei selber Kinderazt, aber das sei ja nun wirklich unmöglich, er werde die KollegInnen drinnen gleich zur Rede stellen.
Während des ganzen Protestes kamen immer wieder Unterstützer_innen vorbei. In den Gesprächen gab kamen mehrere auch auf den taz-Artikel zu sprechen, der unsere Aktion kurzerhand zu einem Transsexuellen-Protest umfunktionierte, was regelmässig Anlass zu Kopfschütteln war. Auch in einem abends ausgestrahlten Beitrag auf Freies Sender Kombinat Hamburg (FSK) hatte die vor Ort anwesende Sendungsmacherin über diesen Lapsus berichtet (wie auch über die Anekdote mit der Kontrolle der Offenen Briefe). Im Gegensatz zur taz-Redaktion hat unter fortschrittlichen Menschen hier in Hamburg in den letzten Jahren diesbezüglich eine willkommene Sensibilisierung stattgefunden.
Fettes Dankeschön an alle, die kamen oder uns sonstwie unterstützten! Wir sehn uns morgen vor dem Altonaer Kinderkrankenhaus (AKK) ...

>>> Offener
Brief DGKJ 2012 >>>
rdl 13.9.12 >>>
taz Nord 15.9.12 >>> FSK 15.9.12
>>>
Info + Proteste Hamburg 13.-16.9.12
>>>
Leipzig-Dresden-Halle 19.-30.9.12
Männer sind heute, auch durch den öffentlichen Diskurs, dazu aufgefordert, sich verstärkt innerhalb der Familie zu engagieren. In diesem Zusammenhang ist die Chiffre vom „neuen“ oder „aktiven“ Vater populär geworden. Was aber verstehen die Paare selbst unter aktiver Vaterschaft? Welche Zuständigkeiten und Kompetenzen schreiben sich die Partner im Zuge von Familiengründung und Elternschaft wechselseitig zu? Diesen Fragen geht die Autorin Cornelia Behnke, auf Basis von 36 autobiographisch-narrativen Paarinterviews nach. Befragt wurden Elternpaare in Ost- und Westdeutschland, sowohl im Milieu der gebildeten Mittelschicht als auch im einfachen Angestellten- und Arbeitermilieu.
Die Ergebnisse der empirischen Analyse ‚Partnerschaftliche Arrangements und väterliche Praxis in Ost- und Westdeutschland. Paare erzählen‘ sind geeignet, gängige Stereotype, denen zufolge innovative Arrangements vorzugsweise im Milieu der gebildeten Mittelschicht zu finden seien, zu korrigieren. Die auf Gleichheit und Geschlechtergerechtigkeit abgestellten Diskurse der bürgerlichen Mittelschicht finden nicht unbedingt ihre Entsprechung in egalitären partnerschaftlichen Arrangements. Die aktiven Väter, so lautet ein Ergebnis der Studie, sind eher die, die sich selbst nicht so nennen.
Nele Tabler buchstabiert auf Karnele ein Wort, dass so einfach, eindeutig wie einprägsam ist: Nein. Trotzdem scheint es Unklarheiten zu geben, sie versucht es mit Beispielsätzen.
Wir leben in einer Rape Culture, schreibt Marlen_e. Die Bedeutung von „Nein, ich will keinen Sex“ wurde mit dem gerichtlichen Urteil in Marl ad absurdum geführt. Warum werden Rassismus, Sexismus und Rape Culture und generell *Ismen hingenommen, fragt sie auf ihrem Blog. Marlen_e reicht es, die Kotztüten sind voll, sie erzählt ihre Geschichte und hat eine Forderung.
Wer eignet sich welche Begriffe an? Wie werden Sexualität, Normierungen und Klasse zusammenhängend gemacht? Was hat das mit dem Sl*t Walk in Berlin zu tun und warum klappen bestimmte Umdeutungen (z.B. Sl*t) nicht? Clara Rosa hat es analysiert und sagt warum sie sich nicht so bezeichnet.
Charlott hat einen Brief auf Afrika Wissen Schaft veröffentlicht: „Soliaktion für Prozesskosten postkoloniale Straßenumbenennung“. Die Aktivist_innen Kwesi Aikins und Rosa Hoppe haben ihre Erfahrungen um die politische Vorgänge bei der Umbenennung des May-Ayim-Ufers (Berlin), die Bedeutung von kolonialen Straßennamen sowie die verschiedenen Dimensionen postkolonialer Erinnerung in einem Artikel beschrieben. Eine Fußnote hat zu einem gerichtlichen Verfahren geführt. Was passierte, wie ihr unterstützen könnt steht im Brief der beiden.
Katrin Auer schreibt für das Migrazine, weshalb „Political Correctness im deutschen Sprachraum nie etwas mit anitdiskriminatorischer Sprachpolitik zu tun hatte“, kontextualisiert den Begriff und zeichnet die Tücken auf.
Das CRE, ein deutschsprachiges populäres Podcast, hat sich dem Thema Feminismus (CRE 196) angenommen und ist bislang auch das längste in dieser Reihe. Welche Geschichten werden im CRE 196 erzählt, vernommen und warum werden intersektionale und heteronormativitätskritische Perspektiven ausgeblendet, fragt Kathrin Ganz. Ihr Text „Geschichte wird gemacht“ reflektiert die jahrelange innerfeministischen Auseinandersetzungen_Narrativen und zeigt warum die CRE-Folge ein Beispiel für eine Geschichtsschreibung ist, “die dominante gesellschaftliche Positionen reproduziert und andere unsichtbar werden lässt.”
Wie Feminist_innen in Argentinien seit Monaten Chicas Bondi zu bekämpfen versuchen steht auf britona. Chicas Bondi ist eine Seite, die regelmäßig und anonym Fotos von Frauen* postet und auf sozialen Netzwerken verbreitet. Sie sind inzwischen so erfolgreich, dass sie kurz vor dem Umzug auf eine eigene Domain stehen.
Zwar ist der Gastbeitrag von Julia Probst auf Leidmedien in erster Linie an „Medienschaffende“ gerichtet, aber wenn sie schreibt „Gehörlose sind nicht stumm“ und erklärt welche Bezeichnungen (nicht) gehen, sollten wir es alle lesen.
Wo es Unterdrückung gibt, da gibt es Widerstand – teile Deinen. Der Name Crowdsourcing Resistance ist Programm, hier finden sich Geschichten alltäglicher Gewalt und des Widerstands wieder. Schaut rein.
Last but not least, unsere Nadia betreibt seit kurzem ein Eigenheim “Shehadistan” (!) und hat schon einiges an Lesestoff drauf. Für diejenigen, die bereits beim Wort Feminismus diffus zucken hat sie sogar ein Handout - mit den besten Gründen gegen den Feminismus- angefertigt.
Für eine bessere Vernetzung der (feministischen) Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!

Heute ist es genau 5 Jahre her, dass dieser Blog online ging. Viel ist
passiert in dieser Zeit – und es geht weiter! Zum Feiern haben wir leider weder
Zeit noch Geld. Stattdessen organiseren wir heute und morgen 2
friedliche Protestaktionen in Hamburg, und die
nächsten 2 Wochen weitere in Leipzig, Dresden und Halle.
Bis dereinst alle Kinder die Chance haben werden, mit unversehrten
Genitalien aufzuwachsen!
Follow-Up zum Offenen Brief von 2010: >>> Offener Brief an die DGKJ 2012 (PDF)
>>> Interview Radio Dreyeckland, 13.9.12 >>> taz Nord, 15.9.12 >>> FSK, 15.9.12
Parthenogense - ungeschlechtliche Fortpflanzung oder „Jungerfernzeugung“ - ist bei den Organismen weit verbreitet. Selbst bei Tierarten, bei denen auch geschlechtliche Fortpflanzung möglich ist (als Gattungsmerkmal - es muss keineswegs alle oder die Mehrheit der Individuen einer Art betreffen), findet ungeschlechtliche Fortpflanzung statt und könnte - evolutionär gesehen - von Vorteil zu sein.
Hierzu gibt es eine neue Studie, die explizit Schlangen untersuchte - und parthenogenetische Fortpflanzung nachweisen konnte, obwohl ein deutlicher Überschuss als männlich eingeordneter Individuen feststellbar gewesen sei. Die vollständige Studie findet sich hier: Facultative parthenogenesis discovered in wild vertebrates. Ein kleiner einführender Beitrag dazu findet sich beim scienceticker.
Einen sehr guten deutschsprachigen Überblick über Parthenogeneseforschung hat Prof. Smilla Ebeling bereits 2002 veröffentlicht - sie ist sehr empfehlenswert: „Die Fortpflanzung der Geschlechterverhältnisse. Das metaphorische Feld der Parthenogenese in der Evolutionsbiologie.“ (Mössingen-Thalheim: Talheimer Verlag, Infos).
In „Partizipation in interkulturellen Siedlungen“ beschreibt Katharina Barandun, wie durch aufsuchende Sozialarbeit erreicht werden konnte, dass Bewohnerinnen und Bewohner einer städtischen Siedlung in Zürich bestehende Probleme selber in die Hand nehmen und lösen konnten. Dabei wurde ein Schwerpunkt auf die Partizipation der Männer und Väter in der Siedlung gelegt.
Ausgangspunkt des Projekts „Fit in die Zukunft“ war die desolate Situation in der Siedlung Luchswiesen. Der Pavillon beim Spielplatz mitten in der Siedlung wurde nachts von Jugendlichen in Beschlag genommen. Sie waren laut, die Bewohnerinnen und Bewohner wagten sich nachts nicht aus dem Haus. Nach Berichten der Siedlungsbewohner/innen lagen am Morgen regelmäßig Flaschen und Essensabfälle herum. Die Polizei wurde fast nächtlich gerufen, schließlich wurde ein privater Sicherheitsdienst angestellt. Dieser quittierte jedoch drei Monate später den Dienst, ohne eine Verbesserung der Situation erreicht zu haben, im Gegenteil, die Stimmung wurde immer gewalttätiger und feindlicher.
Nicht nur der Pavillon bereitete den BewohnerInnen der Siedlung Sorgen. In der engen Siedlung, in welcher gemäß Stiftungszweck ausschließlich kinderreiche Familien mit geringem Einkommen wohnen, waren die ehemaligen Schrebergärten an der Längsseite eines von zwei parallel stehenden Wohnblocks von Unrat und Abfällen bedeckt. Es stank und Ungeziefer breitete sich aus.
Auf Initiative der Siedlungssozialarbeiterin und ihrem Appell folgend, haben sich die Männer in der Siedlung, welche alle Väter von mehreren Kindern sind, organisiert und zusammengeschlossen. Sie haben sich mit Fragen der Autorität auseinandergesetzt. Während die Siedlung Luchswiesen früher traditionelle Arbeiterfamilien beherbergte, wohnen heute Familien aus zahlreichen Nationen dort. Viele von ihnen sind Flüchtlinge.
Die Väter haben sich kennen gelernt und ausgelotet, wie sie am besten mit ihren Gemeinsamkeiten und Unterschieden zurande kommen. Sie haben ihre Telefonnummern ausgetauscht, und wenn es im Pavillon wieder laut wurde, sind sie zu dritt hinausgegangen und haben die Jugendlichen konfrontiert. Dabei haben sie die Erfahrung gemacht, dass die Jugendlichen – meist auch sie männlich – ihre Einwände nachvollziehen und respektieren konnten.
Die Väter haben mit den Jugendlichen der Siedlung zusammen Sitzbänke von Kritzeleien und Tags gereinigt und neu gestrichen. Und sie haben sich zusammengeschlossen, um den Jugendlichen einen Raum anzubieten, in welchem sie für sich sein können und ihre Freizeit verbringen können. Dabei haben die Väter Verantwortung übernommen, aber teilen sie auch: der Schlüssel zum Raum ist für die Jugendlichen gegen ein Pfand von 20 Franken erhältlich.
Durch das Projekt konnte die Lebensqualität für die SiedlungsbewohnerInnen massiv gesteigert werden. Die transparente Kostenaufstellung zeigt auf, dass ein solches Unterfangen zwar eine beträchtliche finanzielle Investition für die Eigentümer bedeutet – jedoch rechnet sich dieser Beitrag in jeden Fall, da die Kosten für Instandhaltung, Kontrolle sowie Reinigung gesenkt werden können.
Der Umzug
Morgen ist es eine Woche her, dass ich das Hostel verlassen habe um unsere Wohnung zu beziehen. Der Samstag war ein unglaublich anstrengender Tag, denn das ganze Gepäck musste mit dem Bus vom Stadtzentrum in die kuschelige Gegend Morningside gebracht werden. Dort konnte es zunächst bei der Familie des Vermieters untergestellt werden, da die Wohnung noch gereinigt werden sollte. Da ich sowieso zu einer Willkommens-Veranstaltung an die Uni wollte, war das erstmal okay so.
Nachdem wir zunächst zwei mal zum falschen Campus liefen (es gibt vier und die sind gar nicht mal so nah bei einander), kamen wir schließlich bei der Veranstaltung an. Dort bekam ich einen ganzen Sack voll Flyern und Informationen und besuchte eine Willkommensveranstaltung für internationale Studierende. Alles war angenehm, besonders der günstige Starbucks auf dem Campus, bei dem ich mir ein Sandwich genehmigte. Als wir dann sämtliche Stände durch hatten, gingen wir in den Supermarkt um Reinigungsmittel und solche Dinge zu kaufen die in einer Wohnung auf jeden Fall benötigt werden. Anschließend war es endlich so weit: wir durften unser ganzes Gepäck drei Stockwerke hochschleppen und aufatmen.
Die Wohnung ist wunderschön und hat Schlafzimmer, Flur mit Abstellkammer, Wohnzimmer mit Küche, Bad und einen “Boxroom”, also einen kleinen Raum, den wir mittlerweile zum Arbeitszimmer ernannt haben. Für unsere Zwecke ist das alles mehr als ausreichend und tollerweise sind auch sämtliche Dinge wie Staubsauger, Wasserkocher, Waschmaschine usw. alles vorhanden.
Dem Einzug folgte ein Lebensmittelgroßeinkauf und da wir feststellen mussten, dass es keine Kissen und Decken gab, eine Reise zu Ikea. Ladenschluss war 15 Minuten nach unserer Ankunft und da wir blöderweise für die Anreise die kürzeste Zeit planten, durften wir auf dem Hinweg ewig neben einer vielbefahrenen Straße außerhalb von Edinburgh entlanglaufen. Hektisch pakten wir die günstigsten warmen (wie teuer Decken sind!) Decken und Kissen ein und standen zum Ladenschluss auch endlich an der Kasse. Dort versuchten wir mit einer Kreditkarte zu zahlen, die das ganze Kassensystem lahmlegte, was uns zum Ende eines anstrengenden Tages gerade noch gefehlt hat. Zum Glück sind die meisten Menschen hier sehr freundlich und somit war uns das nur ein kleines bisschen peinlich.
Einleben in der Wohnung
In den darauf folgenden Tagen waren wir noch mal bei Ikea und haben auch noch ein paar andere Läden aufgesucht um unseren Haushalt zu vervollständigen. Außerdem haben wir einen Putzplan aufgestellt. Der Vermieter hat uns besucht um den Rest der Kaution zu erhalten und die Details wegen Miete, Strom, Wasser, Internet und Gas zu besprechen. Zwischeinzeitig haben wir ein wenig mit dem Abwassersystem (Toilettenspülung, zwei Wasserhähne …) zu kämpfen gehabt, bzw. mehr Kopfschütteln als Kampf. Außerdem gab es einen Zwischenfall mit dem Rauchmelder. Dieser ist nämlich sehr nahe am Gasherd positioniert und die Lüftung über dem Herd funktioniert derzeit nicht. Das hat dazu geführt, dass unser erstes Mittagessen nur unter extremem Lärm zuzubereiten war. Beim Versuch die Batterie zu entfernen, hat sich Steffen dann an der Lampe daneben den Arm verbrannt, was mit einem *Puff*-Geräusch einherging und uns beiden einen kleinen Schreck eingejagt hat.
Erledigungen und Studium
Am Montag morgen fand die Einführungsveranstaltung zu unserem Studiengang statt. Diese war, wie aus Deutschland gewohnt, recht oberflächlich an wirklich nützlichen Informationen und wie vom Studiengang Informatik gewohnt, eher so ein bisschen in Richtung friss oder stirb. Aber es war insgesamt okay und wir konnten uns die restlichen Informationen dann doch noch irgendwo zusammenklauben. Im Rausgehen registrierte ich mich gleich bei Allgemeinmediziner_innen und nachmittags fand dann endlich die Immatrikulation statt. Im Anschluss daran konnte ich endlich ein Bankkonto eröffnen und eine Monatskarte für den Bus kaufen. Leider dauert das mit dem Konto noch immer an, da es Ewigkeiten dauert, bis alle Unterlagen den Weg zu mir nach Hause finden.
Es folgten diese Woche noch drei Veranstaltungen zur Bachelor-Arbeit (Themenfindung, Literatursuche, Projektmanagement) und ein Gespräch mit einem potentiellen Supervisor. Dieser musste mich aber leider enttäuschen, da er schon sechs Projekte betreut, ist aber bereit mir bei der Themenfindung zu helfen und mir anschließend einen Supervisor zu suchen. Ich habe mich nun für die Module “Security and Forensic Computing” und “Information - Society and Security” eingeschrieben und möchte auch eine Arbeit in diesem Gebiet schreiben. Die Module gehen nun erstmal bis Ende Dezember und Ende Januar muss ich dann zwei weitere Module belegen. Das Projekt (Bachelorarbeit) geht über beide Trimester.
Freshers Week
Zu Beginn eines Studienjahres gibt es für die Anfänger_innen immer eine Freshers Week mit allerlei Parties und Veranstaltungen. Wir haben recht schnell beschlossen nicht die komplette Woche zu buchen, da die Veranstaltungen (Schaumparty und sowas) nicht alle so wirklich toll klangen. Daher besuchten wir zunächst die erste Feier, bei der es kostenlose Burger gab und vor allem sehr junge Leute waren. Einen Tag später waren wir auf einer Comedy-Veranstaltung die leider ziemlich unterirdisch war. Wieder sehr junges Publikum und “Witze” die vor Sexismus und anderem Müll nur so trieften. Nein danke, dachten wir uns nach einiger Zeit und machten uns davon. Gestern waren wir dann noch beim Pub Crawl was hingegen ziemlich angenehm war. Lediglich die Party danach endete in einem Club, wo mir Frauen in Unterwäsche zur Begrüßung Lollis servierten. Fünf Minuten nach Betreten des Clubs kam eine der Damen zu uns und erkundigte sich danach, ob wir uns für Samstag auf die Gästeliste setzen wollen. Ich entgegnete: “no, thanks!” und sie zog mit fassungslosem Gesicht davon. Wir verließen daraufhin den Club um dort mit ziemlicher Sicherheit nie wieder einen Fuß hinein zu setzen.
Ansonsten
Es ist wunderschön hier und ich bin sehr verliebt in die Stadt. Alles was ich an Problemen anfasse löst sich mit einer gewissen Leichtigkeit auf. Während es mir in Deutschland oftmals so vorkam, als ob Probleme oder Stress und Arbeitsaufwand erst so richtig anfingen wenn ich zu einer Stelle (z.B. an der Hochschule, Behörde, Bank) ging um das Problem zu lösen, ist es hier genau so wie es sein soll: hingehen, Lösung bekommen, glücklich gehen.


Interview von Judyta Smykowski in der gedruckten taz Nord mit yours truly a.k.a. Markus Bauer über die >>> Intersex-Proteste in Hamburg. (Ausser dass in der taz durchgehend "Trans" steht.)
Für den guten Willen sag ich mal Danke.
Ansonsten sag ich vorerst mal einfach nix dazu, ausser: "Woher nur könnte diese typische Wahrnehmungsverschiebung bloss kommen?"
Nachtrag 1: Hab Autorin und Redaktion um ne Stellungnahme angemailt.
Nachtrag 2: Von der Redaktion erreichte Zwischengeschlecht.org am Montag 17.9.12 ein Entschuldigungsmail:
Tut uns sehr leid, dass das passiert ist. Die zuständige Redakteurin hat bei der Betreuung des Textes geschlafen. Es wird ihr nicht nochmal passieren.
Wie weiter im Mail versprochen erschien in der heutigen gedruckten Ausgabe eine (klitzekleine) Berichtigung in der Rubrik "In aller Kürze" (S. 24):
In unserem Interview mit Markus Bauer in der Wochenendausgabe ist uns ein Fehler unterlaufen: Herr Bauer sprach nicht von Transsexuellen, sondern von Intersexuellen. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.
In der Onlineversion des Artikels steht allerdings nach wie vor durchgehend "Transsexuelle". Wir bleiben dran ...
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Genitalverstümmelungen in KInderkliniken: Typische Diagnosen und
Eingriffe
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"Aufarbeitung tut not!" Unis, Klitorisamputationen u. a.
"Genitalkorrekturen"