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Gender
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Unter dem Motto „Willkommen in Berlin! Für einen menschenwürdigen Aufenthaltsstatus in Deutschland! Asyl und Bewegungsfreiheit sind keine Privilegien, sondern Menschenrechte!“ fand am 13.10. in Berlin eine Demonstration statt. Ausgangspunkt war das Refugee Tent Camp, welches es seit dem 6. Oktober gibt. Alle Informationen über das Camp und den Protest findet ihr auf der Seite des Camps. Dort gibt es auch einen Pressespiegel, der die bisherigen erschienen Artikel auflistet.
Am 15. Oktober wurde dann die Botschaft Nigerias besetzt. Das “Warum” wird in einer Pressemitteilung erläutert. Die taz berichtete auch über die Besetzung und das folgende massive Eingreifen der Polizei. Es kam zu einer Reihe von Festnahmen und gewaltvollen Übergriffen durch die Polizei und es gab eine spontane Protestdemo.
[Triggerwarnung: Im Text Thematisierung von sexualisierter Gewalt] re-empowerment, das Forum von und für Frauen gegen Partnerschaftsgewalt, hat eine Stellungnahme zum aktuellen Gebahren von Jörg K. geschrieben.
DieStandard berichtet über die umstrittene Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs.
Elektronische Musik, wie so viele Musikrichtungen, wird oftmals mit dem Schaffen von Männern verbunden. Flavorwire aber stellt zehn Pionierinnen dieser Musikrichtung vor. (Englisch)
Die Initiatve “Fußballfans gegen Homophobie” möchte sich weiterentwickeln und die taz berichtet darüber.
Es gibt ein großartiges neues Tumblr, in dem Frauen, die sich in Wissenschaftskreisen bewegen (ob als Doktorandinnen, Dozentinnen oder Professorinnen) von ihren Erlebnissen mit mansplaining aka herrklären berichten. (Englisch)
[Triggerwarnung: Im Text Thematisierung von sexualisierter Gewalt] DieStandard schreibt über eine aktuelle Aktion der feministischen Aktivistinnengruppe Femen.
Ellen Draxel zeigt in ihrem Artikel für die Süddeutsche, was Altersarmut bedeutet und warum diese besonders oft Frauen betrifft.
Die Afrikanische Union hat mit Nkozosana Dlamini-Zuma erstmals eine Frau im höchsten Amt als Komissionschefin.
[Triggerwarnung: fatshaming, und auch entsprechendes Vokabular] Frauen, die nicht bestimmten Körpernormen entsprechen, haben es schwer in Hollywood. Auf Jezebel wird gezeigt, wie zwar mittlerweile mehr Frauen, die nicht dieser Norm entsprechen, Rollen bekommen, diese aber oftmals mit Klischees belegt sind und_oder die entsprechenden Schauspielerinnen oft diskriminiert werden. (Englisch)
Die taz schreibt über eine Studie, die drei Jahre lang Ursachen der niedrigen Geburtenzahlen in Deutschland, Österreich und der Schweiz analysiert hatte.
Skateistan ist eine NGO, die in Kabul gegründet wurde und Skateboarden, Bildung und Empowerment zusammenbringt. Zur Zeit sind 40% der Teilnehmenden in Afghanistan Mädchen. Aber mehr in diesem Video:
Nach dem Klick gibt es noch allerhand an Terminen in Aschaffenburg, Berlin, Bochum, Hamburg und Oberhausen:
Am 18. Oktober findet in Oberhausen ein “Subversive Cross Stitch Workshop” (facebook-Link) statt.
Die Ausstellungseröffnung zu “Lux Like Comic - (Un-)mögliche Bildungswege” findet am 18.10.2012 in Berlin statt.
Ebenfalls am 18. Oktober gibt es in Berlin eine Informationsveranstaltung mit Aktivist_innen zum Protest gegen die Residenzpflicht.
Am 19. Oktober könnt ihr eine Diskussion in Berlin zu “10 Jahre Prostitutionsgesetz” besuchen.
Am 20. Oktober gibt es in Berlin ein Anarchafeministisches sexpositives Festival.
Am 26. Oktober findet in Hamburg die Record Release Party von NOISEAUX neuem Album “Spectrum” statt.
In Aschaffenburg findet vom 27. bis 29. Oktober ein Musikworkshop für Mädchen ab 14 Jahre statt.
Am 6. und 7. November findet in Bochum eine internationale Tagung unter dem Titel “Gleicher und ungleich zugleich - Neukonfigurationen von Macht und flexibilisierten Ungleichheiten” (PDF) statt.
Vom 26. bis 28. April 2013 werden in Magdeburg die 12. RoboCup German Open stattfinden. Die Landeshauptstadt ist damit bereits zum vierten Mal Gastgeber für dieses internationale Robotikturnier. Im Rahmen der German Open wird zudem die 13. Deutsche RoboCup-Junior-Meisterschaft ausgetragen, für deren Qualifikation jetzt bundesweit Anmeldungen möglich sind.

Javeh Asefdjah, Pınar Erincin &. Sanam Afrashteh (v.l.n.r.), Foto: David Ghione
Im Ballhaus Naunynstraße feierte das Stück “Scheppernde Anworten auf dröhnende Fragen” am Samstag Premiere. Missy-Autorin Dorothee Leesing schaute sich das Stück an.
„Was machen Frauen auf der Bühne?“ - diese Leitfrage schreibt sich das Stück „Scheppernde Antworten auf dröhnende Fragen“ auf die Fahne und beantwortet diese aus drei Blickwinkeln, mit drei kurzen Stücken, die unterschiedlicher nicht sein könnten und die Fragestellung auf ihre eigene Art beantworten.
Besonders beeindruckend ist das erste Stück, die Erstinszenierung der anscheinend total wahnsinnigen und formidablen Regisseurin Abdel-Maksoud beeindruckt nachhaltig. Ihr Stück „Hunting von Trier“ begeisterte auf der Premieren-Aufführung am Samstag das johlende Publikum mit einem rasanten Ritt durch durch die Popkultur, um Wahrheiten scheppernd aufzudecken, die dröhnend im medialen und antifeministischen Raum hängen. Dies schafft “Hunting von Trier” nicht zuletzt dank der exzellenten Darstellerinnen, die voll frischen Schauspiel-Schulkönnens mit Hilfe von hölzernen Cadillacs und Papp-Kameras ein Roadmovie ohne Road und Movie herstellen. Dabei heizen sie mit ihrem Pressplatten-Cadillac über die misogyne Medienstraße und treffen episodisch auf Lars von Trier, Iggy Pop, Brigitte Bardot, Kai Diekmann und nicht zuletzt die uns allen bekannten „Sehgewohnheiten“, sexistische Stereotype, die als Endgegner die Hauptdarstellerinnen beinahe in die Enge treiben, aber nur beinahe! Das alles hört sich nach Klamauk an, doch Abdel-Maksoud und das formidable Schauspiel-Trio schaffen es, stets gesellschaftskritisch und zynisch die Mechanismen zu analysieren, die das Leben der Frau in der Öffentlichkeit beeinflussen.
Nach dem wilden Ritt des ersten Stückes fahren die anderen beiden Stücke das Tempo herunter. Theresa Henning versetzt das faust’sche Gretchen (gespielt von Elmira Bahrami) in eine verzweifelte Ausweg-Suche - stolpernd und klopfend über und unter Laufstegen und in einigen Kostümwechseln. Für das Publikum ist der Wechsel vielleicht ein wenig knifflig: trotz des medialen Blitzlichtgewitters mit Video, Loop-Stations und Geige-Spiel ist das Tempo viel langsamer in dem Ein-Frau-Stück, das auf die Körpersprache und Mimik von Bahrami setzt, anstatt, wie im vorigen Stück, auf hellwaches Textgewitter.
Das letzte Kurzstück erzählt die Halbzeitpause des WM-Spiels 2006 von Deutschland gegen Italien. Die Schauspielerinnen arbeiten die Beziehung zwischen Machismus und Fußball und einer Interpretation der Rolle des männlichen Fußballspielers auf, in der Themen wie Druck, Kampfwille und Homophobie thematisiert werden. Diese reizvollen Kontraste zwischen Schauspielerinnen und Thematik sind somit die Stärke des Stückes.
Das Off-Theater des Ballhaus Naunynstraße, das von Shermin Langhoff 2008 mit Fokus auf migrantisches und post-migrantisches Theater gegründet wurde (siehe auch nächste Missy-Ausgabe!), legt seinen Fokus insbesondere auf junge Nachwuchstalente, die gerade ihren Hochschulen entwachsen sind und hier die Möglichkeiten erster Inszenierungen bekommen. In „Scheppernde Antworten auf dröhnene Fragen“ wird endlich die Frau auf der Bühne und im Theater thematisiert – und legt viele antifeministische, subtile Mechanismen unserer Zeit auf der Bühne offen.
Wann & wo: Nächste Vorstellungen: 17., 18., 20. und 21. Oktober 2012 in Berlin-Kreuzberg in der Naunynstraße 27.
14 oder 8 (ermäßigt) Euro Eintritt
www.ballhausnaunynstrasse.de
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Sie tummeln sich auf Spielplätzen und in Krabbelgruppen, schlagen sich für das Kind die Nächte um die Ohren und steigen für den Nachwuchs - zumindest temporär - aus dem Job aus: die modernen Väter. Was für viele Mütter selbstverständlich ist, ist für viele Väter eine neue Erfahrung. Aber auch Väter in Elternzeit sind nicht die besseren Mütter und das ist auch gut so. Denn beide sind in Ihrer Unterschiedlichkeit bedeutsam für eine gelingende Entwicklung der Kinder.
Nichtsdestotrotz läuft die Sendung Lebenszeit des Deutschlandradios am kommenden Freitag unter der Überschrift “Ist Papa die bessere Mama? Väter in Elternzeit”. In der Ankündigung heißt es dazu:
‚Mit der sogenannten Elternzeit und der Einführung des Elterngeldes 2007 sollten auch verstärkt Väter motiviert werden, ohne große finanzielle Einbußen zu Hause zu bleiben und das Kind zu versorgen. Inzwischen nehmen 25 Prozent der Väter Elternzeit, die meisten entscheiden sich dabei für zwei bis vier Monate. Doch reicht das, um eine bessere, intensivere Bindung zum Kind aufzubauen? Welchen Unterschied macht es, ob Mama oder Papa sich um den Nachwuchs kümmern?‘
Die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie ist auch für Männer zu einem Bedeutsamen Thema geworden. Karriere ja, aber mindestens auf gleicher Höhe rangiert das Bedürfnis, viel Zeit mit Kindern und als Familie zu verbringen. In der Sendung geht es daher unter anderem um folgende Fragen:
Die Gäste im Studio sind:
Sendezeit: Deutschlandradio, Freitag, 19. Oktober, 10 Uhr.
Quelle
“Care zwischen Privathaushalt, Markt und sozialen Dienstleistungen - interdisziplinäre Perspektiven”
WS 2012/2013 Universität Hildesheim
Institut für Sozial- und Organisationspädagogik
Wer sorgt in der Gesellschaft für diejenigen, die zeitweilig nicht oder nur teilweise für sich selbst sorgen und die Unterstützung benötigen? Wie ist diese Arbeit gesellschaftlich organisiert und anerkannt, unter welchen Bedingungen wird sie geleistet? Damit beschäftigen sich die Vorträge von Wissenschaftlerinnen aus den Disziplinen Sozialpädagogik, Erziehungswissenschaft, Recht, Sozialpolitik, Sozial- und Haushaltswissenschaft.
Programm der Ringvorlesung:
06.11.2012
Margit Brückner, Frankfurt: ‚Take care, aber wer?‘ Entwicklungen und
Konzepte
der Care Debatte
20.11.2012
Susanne Maurer, Marburg: Die Dienstbotinnen-Frage im Kontext früher
Frauenbewegungen – ein `Vorschein` aktueller Care-Debatten?
27.11.2012
Julia Lepperhoff, Berlin: Care im Wohlfahrtsstaat
11.12.2012
Christel Riedel, Projektleiterin des Forums Equal Pay Day, Berlin: Care,
Dienstleistungsarbeit und Daseinsvorsorge – vom Nutzen guter
Infrastrukturen im Pflege- und Gesundheitsbereich für die
Erwerbstätigkeit von Frauen und Männern
08.01.2013
Karin Jurczyk, München: Care: der ‚Kern von Familie?‘
22.01.2013
Lisa-Marie Heimeshoff/Helen Schwenken, Kassel: Transnationale
Organisierung von Hausangestellten: Die Konvention der Internationalen
Arbeitsorganisation ‚Menschenwürdige Arbeit für Hausangestellte‘
05.02.2013
Uta Meier-Gräwe, Gießen: Sorgearbeit zwischen Wertschöpfung und
Wertschätzung – Professionalisierungstendenzen haushaltsnaher Dienstleistungen
-
Forschungscluster care@work
Institut für Sozial- und Organisationspädagogik
Universität Hildesheim
Prof. Dr. Kirsten Scheiwe
Prof. Dr. Wolfgang Schröer
Johanna Krawietz
Verena Schwach
Stefanie Visel
E-Mail: [email protected]
CALL FOR PAPERS
5th Christina Conference of Gender Studies: Feminist Thought and the Politics of Concepts
University of Helsinki, 23–25. May 2013.
The 5th Christina Conference on Gender Studies focuses on the role of concepts in feminist thought. Concepts are crucial in all research, and also often deeply political, as feminist scholarship creates and circulates conceptual innovations which transform social realities transnationally. Concepts such as ”gender” and ”queer” have already showed their transformational power. A plethora of others contest realitites, but are also prone to creating conficts and politics of its own within feminist thought: just consider ”equality,” ”sexual difference,” ”representation,” ”sex work,” ”transgender,” ”social construction,” ”materiality,” ”affect,” ”masculinity,” ”body,” ”performativity,” or ”intersectionality.” The choice of concepts in research is always a political choice, and it also takes part in the politics of concepts within feminist scholarship.
We invite feminist scholars of all disciplines to present papers in which they discuss conceptual choices and the role of concepts in their work. Papers can be theoretical studies or studies which highlight the role of concepts in empirical work, as well as case studies of particular concepts. Areas of interest in this conference include feminist studies of culture; feminist theory and philosophy; feminist studies of politics and law; queer studies;, study of race, class and nation; postcolonial research; intersectionality; and transdiciplinarity. Do particular sets of concepts, such as those of psychoanalysis, Deleuzian theory, postmodern thought, or Marxist theory guarantee good analysis? Do these vocabularies exclude and fight each other, and how do entirely new concepts come about? Which concepts work in your thought and writing? Why would you defend the use of a particular concept and refuse another one? How do concepts work: alone or in opposition with each other? The conference takes on the task of politiziging feminist scholarship by exploring the conflict of concepts withing the field of feminist scholarship.
Keynote speakers:
Tina Chanter (DePaul University, US)
Davina Cooper (Kent Law School, UK)
Elsa Dorlin (Université Paris 8, France)
Jack (Judith) Halberstam (University of Southern California, US)
The Organizing Committee invites abstracts for individual 20-minute presentations. Please submit your abstract of no more than 300 words and a brief biography (max. 100 words) via the electronic form at www.helsinki.fi/genderstudies/conference. The deadline for submissions is 31 December 2012.
For more information, visit www.helsinki.fi/genderstudies/conference or contact us at [email protected]
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| Ein Dilemma, so alt wie diese Briefkästen: wir brauchen mehr Frauen auf den Podien Foto: MaretH., cc-by-nc |
Sehr geehrte Damen und Herren,
anlässlich des Berliner Jubiläums ist das Thema der diesjährigen Berliner Tage des Interkulturellen Dialogs „775 Jahr Berlin – wer macht Geschichte (n)?“. Aus vielfältigen Blickwinkeln wird hierbei geschaut, welche Rolle Geschichte(n) für unsere Erinnerung und unsere Identität spielen, wer sie bestimmt und wie sie uns beeinflussen.
Inssan e.V. beteiligt sich auch dieses Jahr an den Berliner Tagen des Interkulturellen Dialogs und organisiert einen Dialogtisch zum Thema: „Wanderungen zwischen den Welten. Muslimische Frauen erzählen ihre Migrationsgeschichte“
Wir laden Sie herzlich ein, im Rahmen dieses Dialogtisches mit uns über gelebte Vielfalt zu sprechen. Gemeinsam mit Ihnen möchten wir herausfinden, was sich hinter dem leblosen Wort Migrationshintergrund verbirgt und wie das Leben eines Menschen zwischen zwei Ländern und zwei Kulturen aussieht. Dabei gehen wir der Frage nach, ob das Leben zwischen zwei Kulturen eine Last oder ein Privileg ist und wie das Fremde zum Eigenen wird.
Wann: 8. November, 18:00 -20:00 Uhr
Wo: Inssan e.V., Gitschiner Str. 17, 10969 Berlin
Kontakt und Anmeldung:
Vykinta Ajami, [email protected]
Informationen:
Näheres zu den Berliner Tagen des Interkulturellen Dialogs finden Sie unter www.aric.de und www.tage-des-interkulturellen-dialogs.de
Wir hoffen auf Ihr zahlreiches Erscheinen!
Mit freundlichen Grüßen
Vykinta Ajami
www.inssan.de
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,
nun ist endlich soweit: die Aktualisierung der Studie „Gender-Aspekte bei der Einführung und Akkreditierung gestufter Studiengänge“ ist abgeschlossen und unter dem neuen Titel „Geschlechtergerechte Akkreditierung und Qualitätssicherung – eine Handreichung. Analysen, Handlungsempfehlungen & Gender Curricula“ veröffentlicht. Der große Erfolg der ersten Studie und die Weiterentwicklung des Akkreditierungssystems um das neue Verfahren der Systemakkreditierung machten eine Fortschreibung und Ergänzung/Änderung der Studie notwendig.
Im ersten Teil der Studie finden sich neben einer Beschreibung und Gender-Analyse des Akkreditierungssystems in Deutschland auch eine Evaluation der Programmakkreditierung unter besonderer Berücksichtigung von Gleichstellungsaspekten sowie erste Einschätzungen zum neuen Akkreditierungsmodus der Systemakkreditierung auf der Basis von ExpertInneninterviews. Immer mehr Hochschulen entwickeln Qualitätssicherungssysteme, das Verfahren der Systemakkreditierung haben jedoch erst einige wenige Hochschulen erfolgreich durchlaufen.
Auf der Grundlage der Bestandsaufnahme werden im zweiten Teil der Studie Handlungsempfehlungen und Handreichungen formuliert, um geschlechtsspezifische Ungleichheiten im hochschulischen Bildungsbereich zu reduzieren, die sich an alle Ebenen der Hochschulreformpolitik richten: an die Ministerien, an die Akkreditierungsinstitutionen, an die Hochschulleitungen, an die Verantwortlichen für die Qualitätssicherung und an die Fakultäten und Fachbereiche. In diesem Teil nehmen auch Gender Curricula, als Vorschläge für die Verankerung von Lehrinhalten der Frauen- und Geschlechterforschung in die Curricula von 54 in der Bundesrepublik Deutschland studierbaren Studienfächern, einen großen Raum ein.
Auf unserer Website www.gender-curricula.com sind die Curricula bereits seit Ende 2011 eingestellt. Diese Datenbank soll fortgeführt und kontinuierlich aktualisiert und ergänzt werden. Wir würden uns freuen, wenn Sie uns Hinweise, Änderungen und Ergänzungen rückmelden würden. Wenn an Ihrer Hochschule ein neues Gender-Projekt initiiert wird, neue Gender-Studiengänge oder Gender-Module eingerichtet werden, können Sie uns dies auch gerne mitteilen und wir stellen Ihr Projekt oder Ihren Studiengang/Ihr Studienmodul unter der Rubrik „Kurz notiert“ vor.
Wir freuen uns, wenn Sie von Ihrer Website eine Verlinkung auf unsere Gender-Curricula-Datenbank erstellen oder aktualisieren. So entsteht ein produktives und informatives Netz und die Bedeutung unserer Arbeit kann auch von den Suchmaschinen in geeigneter Weise honoriert werden. Der Link lautet: [www.gender-curricula.com]
Die Studie steht unter folgendem Link als Download zur Verfügung und kann aber auch als Druckfassung bestellt werden:
[www.netzwerk-fgf.nrw.de]
Mit vielen Grüßen aus dem Netzwerk FGF,
Meike Hilgemann und Beate Kortendiek
Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung NRW
Koordinations- und Forschungsstelle
Dr. Beate Kortendiek
Universität Duisburg-Essen
Berliner Platz 6-8
45127 Essen
[email protected]
www.netzwerk-fgf.nrw.de
Projekte der Koordinations- und Forschungsstelle
www.genderreport-hochschulen.nrw.de
www.gleichstellung-hochschulen.nrw.de
www.kinderbetreuung-hochschulen.nrw.de
www.gender-curricula.com
www.gender-zeitschrift.de
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,
Paula-Irene Villa und ich laden Sie sehr herzlich zur Ringvorlesung “Gendergraphien IV. Perspektiven der Geschlechterforschung auf Körper – Wissen – Praxis” ein, die vom 15.10. bis zum 17.12. montags von 18-20h in Hörsaal 007 der Schellingstraße 3 stattfinden wird.
Die interdisziplinäre Ringvorlesung ‚Gendergraphien’ stellt die Überlegungen namhafter Wissenschaftler/innen des deutschsprachigen Raumes vor. Diskutieren Sie mit uns aktuelle Auseinandersetzungen mit dem kulturellen Naturkörper (oder mit dem natürlichen Kulturkörper?) des Geschlechts.
Videoaufzeichnungen der einzelnen Vorträge werden auch online abrufbar sein. Die entsprechende URL zu den Gendergraphien IV lautet:
Herzliche Grüße, Susanne Schmitt
Programm:
15.10.2012 Paula-Irene Villa (Soziologie, LMU München)
‚Ich bin (k)ein Stück Fleisch!‘ (Lady Gaga) - Zur Inszenierung von Selbstermächtigung von Frauen im Pop
22.10.2012 Stefan Lessenich (Soziologie, Universität Jena)
Fit statt alt? Diskurse und Praktiken “gesunden Alterns”
29.10.2012 Elisabeth Holzleithner (Rechtswissenschaften, Universität Wien)
TransGender: Körper, Geschlecht und Identität zwischen Rechtszwang und Autonomie
05.11.2012 Susanne Schröter (Ethnologie, Universität Frankfurt)
Dem Vorbild des Propheten folgen? Genderdiskurse muslimischer Frauen in Deutschland
12.11.2012 Paula Diehl (Politikwissenschaften, Humboldt-Universität Berlin)
Die demokratische Repräsentation: Der Körper als Problem
19.11.2012 Anette Keck (Neuere deutsche Literatur, LMU München)
Die Komödiantin und der Herrenwitz: Liselotte Pulver im Film der
1950er Jahre
26.11.2012 Marianne Schuller (Germanistik, Universität Hamburg)
Ne-uter: Weder das eine noch das andere. Überlegungen zum Neutrum
05.12. 2012 (Terminänderung!) Gesa Lindemann (Sozialwissenschaften, Universität Oldenburg)
Die Geschlechterdifferenz der Moderne
Der Vortrag findet an diesem Mittwoch im Raum B106 des Hauptgebäudes statt.
10.12.2012 Michi Knecht (Europäische Ethnologie, Humboldt-Universität Berlin)
“Staying with the Trouble”: Gender, Bioökonomie und Reproduktionstechnologien
17.12.2012 Barbara Vinken (Romanistik, LMU München)
Mode und Moderne
URL: [www.gender.soziologie.uni-muenchen.de]
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Dr. Susanne B. Schmitt
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Koordinationsstelle Gender Studies/Lehre an der LMU
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen:
Die 1. Gender Studies-Tagung des DIW Berlin „Institutionelle Rahmenbedingungen und Geschlechterverhältnisse: Auswirkungen auf die Lebensrealität von Frauen und Männern“
am 9. Oktober 2012 war ein voller Erfolg. Weit über 300 TeilnehmerInnen kamen zu der Veranstaltung, die in der Friedrich-Ebert-Stiftung stattfand.
Uns erreichten zahlreiche Anfragen zu den Vortragsunterlagen. Diese stehen Ihnen ab sofort zur Verfügung unter:
[www.diw.de]
Beste Grüße,
Elke Holst, Johanna Storck und Doreen Triebe
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privatdozentin (pd) dr. elke holst
diw research director gender studies, senior economist
editor SOEPnewsletter
diw berlin / dept. soep & university of flensburg
Foto: London Evening Standard
„Wenn alle Frauen dieser Erde morgen früh aufwachten und sich in ihren Körpern wirklich wohl und kraftvoll fühlten, würde die Weltwirtschaft über Nacht zusammenbrechen“. Dieser Satz aus Laurie Pennys „Fleischmarkt“ zeigt in wenigen Worten die Besonderheiten ihres bemerkenswerten Manifests. Wir müssen es jetzt nicht nur selber lesen, sondern bekommen auch daraus vorgelesen und zwar von der Autorin höchstpersönlich: Laurie Penny macht diesen Oktober für zwei Wochen eine Lesetour durch Deutschland.
Ungeniert revitalisiert sie die gemeinsame „Frauen“-Perspektive, als hätten z. B. schwarze Feministinnen sie nie kritisiert, und bietet eine so schöne Befreiungsvision, dass eine sich verblüfft die Augen reibt. Penny fragt, wie zwischen sexistisch-pornografischen Bilderfluten eine beglückende Sexualität gelebt werden kann. Sie geißelt weibliche Selbstzerstörung als „größte Niederlage des Feminismus in der westlichen Welt“ und schreibt drastische Seiten über weibliche Drecks-und Hausarbeit. Außerdem stellt sie mit einem Kapitel über Transsexualität klar, dass sie keine Essentialisierung einer irgendwie natürlichen Weiblichkeit will, sondern die Auflösung einengender Geschlechterraster.
Laurie Penny ist erst 26 Jahre alt, Journalistin und Bloggerin. Sie ist zornig – auch aus eigener Betroffenheit als Exanorektikerin – und genau. Statt die Hände über plastische Chirurgie oder Fick-mich-Fotos zu ringen, versucht sie zu verstehen, was genau passiert. Die Antworten haben immer mit Ausbeutung, Kaufen, Verkaufen und Macht zu tun. Ihre feministische Kapitalismuskritik ist kein Neuschnee, aber so eingängig geschrieben, dass viele sie lesen werden. Und so könnte „Fleischmarkt“ so manche Diskussion anregen: Zum Beispiel zwischen Frauen, die T-Shirts mit Playboy-Bunnys hassen, und denen, die sie in Sweatshops nähen. (Text: Sabine Rohlf, erschienen in Missy 02/12)
Diskutiert werden, kann sicher auch nach den Lesungen von Laurie Penny. Hier die Tourdaten:
16.10. // Berlin // Georg Büchner Buchhandlung
18.10. // Leipzig // Frauen- & Gender-Bibliothek
22.10. // München // Club Voltaire
24.10. // Hamburg // Literaturzentrum / Centro Soziale
25.10. // Magdeburg // Stadtbibliothek
29.10. // Köln // Universität Köln
Laurie Penny „Fleischmarkt. Weibliche Körper im Kapitalismus“, aus dem Englischen übersetzt von Susanne von Somm, Edition Nautilus, 126 S., 9,90 Euro.
Gute Nachrichten! Wie Frauen und Männer in aller Welt Gewalt beenden und was dies mit deutscher Politik zu tun hat
Podiumsdiskussion und Buchvorstellung
Datum: Montag, 15. Oktober 2012, 19.00 – 21.00 Uhr
Ort: Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstraße 8, 10117 Berlin
Eine Kooperation mit Gunda-Werner-Institut, Inter Press Service Deutschland und FriedensFrauen Weltweit
Mit:
Tilman Enders, stellv. Referatsleiter im Auswärtigen Amt
Dr. Ute Scheub, freie Journalistin und Buchautorin
Barbara Unmüßig, Vorstand Heinrich-Böll-Stiftung
Dr. Ruth-Gaby Vermot-Mangold, Präsidentin von FriedensFrauen Weltweit
Moderation: Oliver Knabe,Trainer und Berater, Vorstandsmitglied im Forum Ziviler Friedensdienst
Gute Nachrichten! – klingt das nicht ein wenig naiv, angesichts der aktuell über 30 bewaffneten Konflikte weltweit? Wir finden nicht. Bei dem Buch „Gute Nachrichten! Wie Frauen und Männer weltweit Kriege beenden und die Umwelt retten“ geht es den Herausgeberinnen, der Heinrich-Böll-Stiftung und der Autorin Ute Scheub, weder um das Schönreden noch um das Wegschauen oder gar um das Verweigern internationaler Verantwortung. Wir wollen uns vielmehr der Logik der „bad news“ widersetzen und mit den 33 Reportagen aus der ganzen Welt exemplarisch zeigen, dass Veränderungen auch zum Positiven möglich sind. So portraitiert das Buch Akteurinnen und Akteure, die fest entschlossen sind, Missstände wie Gewalt, Missachtung von Menschenrechten, Ungleichheit von Frauen und Männern, Mangel an Demokratie, Armut oder Umweltzerstörung zu beenden. Es sind Menschen, die den Mut aufbringen, für ihre Visionen zu kämpfen und Veränderungen anzustoßen. Es ist kein Zufall, dass die meisten Geschichten von Frauen handeln. Ähnlich wie „bad news“ dominieren die Gesichter von Männern unsere Nachrichten. Das Engagement von Frauen bleibt im Verborgenen und damit auch ihr enormes friedenspolitisches Potenzial. Auch bekommen wir wenig von jenen Männern mit, denen weder an der Aufrechterhaltung ihrer Machtposition noch an der verbissenen Verteidigung traditioneller Rollenbilder liegt. Das Buch Gute Nachrichten! bietet viele Beispiele dafür, wie eine Veränderung von Geschlechter- und Machtverhältnissen positive Auswirkungen hat und Frieden dauerhaft sichern kann. Neben der Buchvorstellung dieser Guten Nachrichten! wollen wir mit Vertretern und Vertreterinnen der deutschen Politik und zivilgesellschaftlicher Friedensorganisationen diskutieren, inwieweit die im Buch beschriebenen guten Beispiele eine Inspiration für die Außen-, Sicherheits- und Friedenspolitik Deutschlands sein können. Wie können wir solche Akteurinnen und Akteure der gewaltfreien Konflikttransformation unterstützen? Welche langfristigen Strategien sind nötig, damit Räume für Engagement erhalten bzw. erst geschaffen werden können? Was brauchen wir, um selbst authentisch und überzeugend zu sein, d.h. auch selbst außerhalb der tradierten Geschlechterrollen und Machtverhältnisse zu denken und zu handeln?
Anmeldung:
Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Fachkontakt:
Joanna Barelkowska
Referat Außen- und Sicherheitspolitik
Heinrich Böll Stiftung
E [email protected]
Das Buch:
Gute Nachrichten!
Wie Frauen und Männer weltweit Kriege beenden und die Umwelt retten
Hrsg. von der Heinrich-Böll-Stiftung und Ute Scheub
1. Auflage, Berlin 2012, zahlreiche Photos
176 Seiten; ISBN 978-3-86928-092-9
Das Buch ist ab dem 8. Oktober bei der Heinrich-Böll-Stiftung ([email protected] und www.boell.de) erhältlich.
Wenn Prominente ganz normale Leute von nebenan wären, wie sähen sie dann aus? Schauspieler, Musiker, TV-Stars, Models und Celebrities ganz ohne Schönheitstricks, Make-Up, teure Kleidung, Trendfrisur und ohne Photoshopverschönerung zeigt Danny Evans alias Planet Hiltron auf seinen Fotos. Was er dabei mit verblüffender Wirkung beweist: Ohne entsprechende Helferlein wie Fitness Trainer, Visagist und Coiffeur würden sie sich nicht von uns Durchschnittsbürgern unterscheiden.
Kaum zu erkennen
Den Spieß umzudrehen und eine Technik ad absurdum führen, kann wie im Falle Photoshop besonders wirksam zeigen, was in unserer Gesellschaft schief läuft. Dem Fotografen Evans gelingt dies auf unterhaltsame Weise: er setzt die Bildbearbeitungstechnik nicht zur Verschönerung, sondern zur Demaskierung ein. Eine langweilige Frisur hier, ein paar Kilo mehr dort, gepaart mit unauffälliger Kaufhauskleidung - und schon erkennt man die Beckhams, Scarlett Johansson oder Jennifer Aniston kaum wieder.
Lady Gaga in neuer Mission - The Body Revolution
Dass Stars auch selbst in die Offensive gehen, indem sie bewußt sämtliche Fassade ablegen und sich so der Öffentlichkeit preisgeben, ist eher selten. Genau das tat Lady Gaga und sorgte damit für Furore. Sie entschloss sich zu diesem Schritt, um der gnadenlosen Regenbogenpresse (die sich über ein paar Pfunde mehr auf ihren Hüften lustig gemacht hatte und sich an unvorteilhaften Großaufnahmen weideten) den Wind aus den Segeln zu nehmen. Ungeschminkt und nur im Bikini bekleidet machte sie Selbstporträts in gleißendem Blitzlicht und zeigt diese auf ihre Website littlemonster.com. Mit ihren ungeschönten Fotos stellt sie sich schonungslos zur Schau, um andere zu ermutigen, sich in der eigenen Unperfektheit anzunehmen wie man ist. Tatsächlich sind viele User davon begeistert, haben sich ihrem Vorbild angeschlossen und es ihr sogleich nachgemacht.
Jeder Mensch sieht in entsprechender Perspektive und Aufmachung unvorteilhaft aus. Das hat uns Danny Evans auf wunderbare Weise klar gemacht hat. Und Lady Gaga ist es gelungen, daraus eine Mutmach-Kampagne zu machen - "The Body Revolution". Hut ab! Und recht hat sie! Jede(r) sollte dazu stehen können, wie er wirklich ist und sich wohl in seiner Haut fühlen dürfen. For a "Braver, kinder world", wie es bei Bornthiswayfoundation.org heisst.
„Polittalk aus dem Herzen der Hauptstadt. Aktuell, relevant, bewegend“, so die Beschreibung zum Sonntagabendprogramm Günther Jauchs. Bei 45 Mal „Polittalk“ wurde sich in sechs Sendungen zu Wulff echauffiert. Zeitraum: Dezember bis März dieses Jahres. Lediglich zwei davon nehmen sich dem Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) an. Eine als es rauskommt, November und dann eine im Januar. Die Talkshow am vergangenen Sonntagabend wird zur Plattform für Verharmlosungen sexueller Gewalt. Den Gesprächsverlauf gibt Jauch schon bei der Anmoderation seines Studiogasts bekannt. Wer kennt ihn nicht, den „stets originellen Wetterfrosch“? Bühne frei für den einst Angeklagten, jetzt in dubio pro reo der Vergewaltigung freigesprochenen Jörg Kachelmann. Auf dem öffentlich-rechtlichen Sender wird über das vermeintliche „Opferabo von Frauen bei Vergewaltigungen“, das böse Mannheimer Gericht und die Lügen der Klägerin diskutiert. Angeführt von einem, dessen Leben sich als große Mär erwiesen hatte.
95 Prozent der Betroffenen sexueller Gewalt sind Frauen und Trans*Menschen. Viele zeigen nicht an (Dunkelziffer). Nur vier Prozent davon trauen sich ihre traumatische Geschichte in die Öffentlichkeit zu bringen und einen Prozess vor Gericht zu führen. Ein Kampf, der erniedrigend, qualvoll, zäh ist und dessen gerichtlicher Ausgang meist auch im Freispruch ihrer Vergewaltiger enden kann. Worte wie „Opferabo“ zu hören und dafür noch Gebühren zu bezahlen, von einem der sich als „Rehkitz auf dem Mittelstreifen“ bezeichnet und wohlgefällig auf Jauchs Sessel sitzt, ist Hohn.
Dazwischen liegt die ZDF-Sendung neoParadise, die sexuelle Übergriffe an Frauen als männliche Mutprobe labelt. Da wird gelacht, bei den Übergriffen, die eine Messehostess über sich ergehen lassen muss. „Sie wird unter der Dusche heulen“, klopft Macho-Joko dem Klaasen nach vollbrachter Tat auf die Schulter. Grenzen gibt es keine. Mal abgesehen davon, dass Sexismus und Rassismus großgeschrieben wird. Auf der Suche nach asiatischen Nasen „jetzt will ich eine asiatische Nase“ enden sie mit dem größten Kalauer ihrer Sendung als sie einen Mann mit Turban entdecken. Nein, da wird nicht gefragt, es wird einfach angefasst. Ganz egal, Nase, Brust, Arsch, Hauptsache Objekt. Eine Frage drängt sich auf: Für was werden da eigentlich Gebühren von der GEZ eingefordert?
Auf dem Blatt Papier unterliegen die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten einem inhaltlichen Grundversorgungsauftrag, das hat 1986 das Bundesverfassungsgericht (viertes Rundfunkurteil) entschieden und soll heißen, dass sowohl Meinungsvielfalt als auch ein umfassendes Programm angeboten werden soll. Im §11 Rundfunkstaatsauftrag (RÄStV):
(1) Auftrag der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ist, durch die Herstellung und Verbreitung ihrer Angebote als Medium und Faktor des Prozesses freier individueller und öffentlicher Meinungsbildung zu wirken und dadurch die demokratischen, sozialen und kulturellen Bedürfnisse der Gesellschaft zu erfüllen.
Zwei wesentliche Funktionen sind zum einen die demokratische Ordnung, zum anderen das kulturelle und gesellschaftliche Leben. Volker Lilienthal schreibt bei der Bundeszentrale für Politische Bildung (bpb), dass die Integration eine Verpflichtung des öffentlich-rechtlichen Programms ist, um einen gesellschaftlichen Zusammenhalt herzustellen, alle gesellschaftlichen Schichten anzusprechen und eine Teilhabe Aller zu ermöglichen.
Drei-Stufen-TestIn der Aufgabenbeschreibung des Rundfunkänderungsstaatsauftrags (§11 f 12. RÄStV) von 2008 steht Ähnliches, was auch als Drei-Stufen-Test für Online-Angebote der Öffentlich-Rechtlichen Sender bekannt ist:
1. [Stufe:] inwieweit das Angebot den demokratischen, sozialen und kulturellen Bedürfnissen der Gesellschaft entspricht,
2. [Stufe:] in welchem Umfang durch das Angebot in qualitativer Hinsicht zum publizistischen Wettbewerb beigetragen wird und
3. [Stufe:] welcher finanzielle Aufwand für das Angebot erforderlich ist.
Dieser Drei-Stufen-Test ist leicht verständlich, zumindest wenn es um Sexismus, Entwürdigung, Gewaltverherrlichung oder Verharmlosungen oder um die Frage nach gesellschaftlichen Bedürfnissen geht, deren Aufgreifen eben auch Aufgabe der öffentlich-rechtlichen Anstalten sind. Das kann sowohl für Unterhaltung als auch informative Sendungen der öffentlich-rechtlichen Anstalten gelten. Allein diese drei Stufen würden ausreichen, um zu vermeiden, dass diese Art von thematischen Sendungen nicht geführt und andere in die Öffentlichkeit auch online gebracht werden würden.
Ab 2013 zahlen wir noch mehr?Für die vermeintliche “Integration” soll ab dem 1. Januar 2013 pro Haushalt und jedes Unternehmen pro Kopf 17,98 Euro zahlen. Das Bundesverfassungsgericht hat am 2. Oktober 2012 entschieden, dass zu den Rundfunkgeräten auch der internetfähige Computer gehört. Herzlichen Glückwunsch. Für die Öffentlichen-Rechtlichen bedeuten das, dass sie mit mehr Geld rechnen könnten, wenn sie ihre Aufgabe erfüllen würden. ZDF und ARD tut es nicht, sie verweigern sich. Das macht wütend auch weil die Entschuldigung noch fehlt (mehr dazu auf riotmango‘s blog und eine Alternative zu Jauch’s Sonntag hier). Für Rassismus und rape culture bezahle ich nicht.
Nachtrag:
Das ZDF hat immer noch nichts verstanden.
Bzgl. #neoParadise: Die Messehostess wurde von Joko Winterscheidt nicht angefasst, die Berührungen waren lediglich angedeutet.
— ZDF (@ZDF) Oktober 15, 2012
Des Weiteren wurde die Szenemit ihrem Einverständnis gesendet. #neoParadise
— ZDF (@ZDF) Oktober 15, 2012
Immerhin will sich Klaas, neoParadise, dazu noch äußern:
wir werden uns dazu noch genauer äußern- aber so viel: ihr habt recht & wir haben einen fehler gemacht der nicht wieder vorkommen wird.
— klaas heufer-umlauf (@damitdasklaas) Oktober 15, 2012
Wir warten.
—
Änderung: Der Drei-Stufen-Test wurde für die Online-Angebote der öffentlich-rechtlichen Sender entwickelt. Dies war im vorherigen Text nicht kenntlich. Der Test veranschaulicht, dass es Kriterien gibt, die thematische Entscheidungen ermöglichen.
—
Nachtrag (18.10): ZDFneo hat am 16.10 eine Stellungnahme auf FB gepostet:
Hinweis in eigener Sache: Im Bezug auf die Rubrik “Wenn ich Sie wäre…!” aus der neoParadise-Sendung vom 4.Oktober, in der Joko von Klaas aufgefordert wird eine Hostess zu berühren, ist uns und unseren Moderatoren bewusst geworden, dass diese Aktion am guten Geschmack vorbeigegangen ist. Ebenso wie Joko und Klaas bedauern wir den Vorfall. Wegen der zahlreichen Proteste haben wir uns dazu entschieden, den besagten Clip von unseren Kanälen zu entfernen.
Eine Entschuldigung klingt anders. “Guter Geschmack” verharmlost den sexuellen Übergriff, den die Moderatoren der Sendung initiiert haben. Der Clip wurde nicht entfernt, sondern die Stelle. Die grenzüberschreitende Szene mit “ich will eine asiatische Nase” (sic!) ist noch einsehbar (02:45 Minuten).
An manchen Tagen ist es schwer: da häufen sich interessante Buchbesprechungen. Wer heute am Abend noch freie Zeit hat, kann wählen zwischen drei interessanten Ereignissen:
1. Fleischmarkt : weibliche Körper im Kapitalismus (2012). Unter dem Titel “Von der Obsession der Kontrolle über den Körper” gibt es zum Buch einen
Vortrag von Laurie Penny in der Georg-Büchner-Buchhandlung in der Wörther Str. 16 (442 13 01) um 20 Uhr
(Die Veranstaltung steht leider nicht auf der Homepage, aber sie findet statt - so habe ich telefonisch erfragt.)
Das Buch befindet sich im Bestand der Genderbibliothek.
2. Die Malerin und Schriftstellerin Charlotte E. Pauly (1886-1981) wird in dem Buch “Ein schlesisches Fräulein wird Weltbürgerin” vorgestellt. Die Buchpremiere findet heute in der Galerie Parterre in der Danziger Str. 101 (902 95 38 21) statt, wo es parallel eine Ausstellung ihrer Bilder zu sehen gibt. Beginn der Buchvorstellung ist 18 Uhr.
An diesem Abend ist - eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn und im Anschluss an die Veranstaltung - der Film „Charlotte E. Pauly. Gespräch mit Dieter Goltzsche” (D 1976, Regie: Heiner Sylvester, 19 min) zu sehen. Eintritt frei.
3. In der Anna-Seghers-Bibliothek in Marzahn (92 79 64 30) liest Volker Braun aus seinem neuen Buch “Die hellen Haufen” (2011), Beginn um 19 Uhr.
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Mythen und Legenden rund um die Themen Geburtenraten und Fruchtbarkeit haben ausgedient: Die interdisziplinäre Akademiengruppe „Zukunft mit Kindern – Fertilität und gesellschaftliche Entwicklung“ hat ihre Ergebnisse veröffentlicht. Im demografischen Wandel stellt sich die Frage nach einer Zukunft mit Kindern dringlich – aber die Wissenschaft hält nicht die Zahl der Kinder, sondern die Lebensqualität von Kindern, Vätern und Müttern für entscheidend.
Dies ist das Ergebnis einer fundierten Analyse der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina. Die Empfehlungen der Wissenschaftler zeigen auf, was sich in unserer Gesellschaft ändern muss, damit Eltern und Kinder sich wohl fühlen – heute und zukünftig.
Warum entscheiden sich Menschen für Kinder? Und warum erfüllen sich nicht alle ihren Kinderwunsch? Fragen wie diese hat die fachübergreifende Akademiengruppe „Zukunft mit Kindern – Fertilität und gesellschaftliche Entwicklung“ systematisch untersucht. Dabei ging sie auch Mythen nach, die in der Öffentlichkeit kursieren, z. B.:
Solchen nicht belegbaren Aussagen stellt die nun publizierte Studie „Zukunft mit Kindern – Fertilität und gesellschaftliche Entwicklung“ wissenschaftlich gesicherte Erkenntnisse gegenüber. Zugleich geben die international hochrangigen Experten unserer Gesellschaft und politischen Entscheidungs-trägern Empfehlungen an die Hand, wie das Wohlbefinden von Eltern und Kindern gesteigert und gesichert werden kann.
Wie sieht ein familienfreundlicher Alltag aus? Wie können Fürsorge-, Bildungs- und Erwerbszeiten innerhalb des Lebenslaufs auf neue Weise kombiniert werden? Mit innovativen Modellen zur Zeit-, Geld- und Infrastrukturpolitik setzt „Zukunft mit Kindern“ wichtige Impulse, wie insbesondere die Arbeitswelt verändert werden kann, um das Leben von und mit Kindern positiv zu gestalten. Dazu gehört zum Beispiel
Die Broschüre ‚ZUKUNFT MIT KINDERN, Mythen, Kernaussagen und Empfehlungen zu Fertilität und gesellschaftlicher Entwicklung‘ kann hier kostenfrei als pdf Datei heruntergeladen werden.

cc tania witte
Heute sind wir etwas eigenbrödelnd unterwegs und machen fix ein bisschen Werbung für die Lesung von Tania Witte. Bei dieser handelt es sich nämlich um eine sympatisch-quirlige Missy-Autorin, die am Mittwoch, dem 17. Oktober im SchwuZ in Berlin aus ihrem neuen Buch “Leben nebenbei” lesen wird. Nach “Beziehungsweise Liebe” ist nun endlich die Fortsetzung der turbulenten Geschichte um Johanna, Nicoletta und Co erschienen. Und wieder geht es um die Irrungen des Lebens in einem queeren Freundeskreis. Oder, wie Tania Witte es selbst formuliert: Das Leben nimmt keine Rücksicht auf Befindlichkeiten. Wer Schritt halten will muss rennen - kann stolpern und wird fallen. Da hilft nur Humor, Staub abklopfen, und weiter.
Und weil wir das Buch leider noch nicht gelesen haben aber höchst gespannt darauf sind, folgt hier keine Inhaltswiedergabe sondern nur eine freundliche Einladung zur Lesung am 17. Oktober.
Was Tania Witte noch so über ihr neues Buch sagt, könnt ihr euch im Trailer zum Buch ansehen:
Ein Interview über ihr neues Buch hat das Weird-Magazin aus Bielefeld mit Tania geführt. Dieses könnt ihr hier nachlesen.
Wo & Wann
Mittwoch, 17. Oktober 2012, 19.30 Uhr
SchwuZ
Mehringdamm 61
10961 Berlin
Karten: 4 Euro
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| Buchcover DVA |
"Zu Alice Schwarzers Glanzzeit war Sex das wichtigste Problem. Und die Befreiung vom Patriarchat ... Heute haben wir das Denken aus den siebziger Jahren abgehandelt und stellen fest - bei der unterschiedlichen Bezahlung von Frauen und Männern hat sich kaum etwas getan"stellt Miriam Gebhardt verärgert fest.
Auf Grund eines sexualisierten Übergriffs bei der Sendung “neoParadise” vom 4. Oktober, nach dem sich die Moderatoren auch noch über die Betroffene lustig machten, hat der derspringendepunkt zu öffentlichen Beschwerden aufgerufen und kontinuierlich über den Vorfall berichtet. Weitere Beschwerden kamen bisher u.a. von Helga von drop the thought, von emminordwind, von klirrr, von Gedankensalat und Kathrin von iheartdigitallife. Mit freundlicher Genehmigung dürfen wir den Beitrag von iheartdigitallife veröffentlichen.
Ich musste heute mal wieder meinen Unmut zum Ausdruck bringen und habe eine Mail ans ZDF geschrieben. In einer Sendung namens „neoparadis“ wurde einfach mal eine Frau von einem Moderator (andeutungsweise) begrabscht, als lustiger Spaß zwischen Kumpels. Worum es genau geht, könnt ihr bei derspringendepunkt.tumbler.com nachlesen. Dort findet ihr auch einen Link zum Youtube Video mit der Sendung.
Sehr geehrte Damen und Herren,
Ich wende mich an Sie, um meinen Protest gegen die Sendung “neoparadise” vom 4.10.2012 zum Ausdruck zu bringen. Ich muss an dieser Stelle nicht genauer auf den Inhalt eingehen, weil Sie mit Sicherheit schon eine Reihe von Zuschriften zu dieser Sendung bekommen haben. Nur so viel: Ich finde es schrecklich, wenn sexuelle Übergriffigkeit auf diese Weise verharmlost wird, wenn sich über die Gefühle von Opfern Lustig gemacht wird und so getan wird, als müssten Frauen das halt locker nehmen und wegstecken können. Ist ja nur Spass, eine lustige Wette zwischen Kumpeln, die sich zwar irgendwie merken, dass das „eklig“ ist, aber dann doch rumkumpeln und sich gegenseitig für ihre witzige Aktion auf die Schulter klopfen. Nein, ist es nicht.
Im Übrigen tut es nichts zur Sache, ob die Frau tatsächlich berührt worden ist oder nicht. Für die Zuschauer_innen war das nicht erkennbar. Der Frau zu nahe gekommen ist der Moderator so oder so. Grenzüberschreitendes Verhalten nennt man das.
Es schränkt die Freiheit von Frauen ein, jederzeit damit rechnen zu müssen, dass ihre körperliche Integrität missachtet wird. Diesen Zustand, wie in der Sendung gesehen, unkritisch zu reproduzieren, halte ich für absolut fahrlässig. Mich hat erschreckt, dass anscheinend die gesamte Redaktion bei dieser Sache versagt hat.
Ich verbleibe mit der Empfehlung an die beteiligte Redaktion bzw. Produktionsfirma, ein Antisexismustraining durchzuführen und den verantwortlichen Umgang mit sexualisierter Gewalt im Sender zum Thema zu machen. Es ist bitter notwendig.
Mit freundlichen Grüßen,
Kathrin Ganz
Update: Mir wurde heute Abend die Standardantwort zugeschickt, die auch der springende Punkt erhalten hat. Darauf habe ich noch mal geantwortet:
Vielen Dank für ihre Antwort. Das wäre doch nicht nötig gewesen! Schließlich handelt es sich darum um eine Standardmail, die ich bereits aus dem Internet kenne. Das Argument, dass es in der Szene nicht zu einer tatsächlichen Berührung gekommen ist, konnte ich in meiner ersten Email darum schon vorwegnehmen. Hätten Sie meine Email gelesen, wäre Ihnen das sicher aufgefallen. Auch war mir bekannt, dass das Einverständnis der Messehostess eingeholt worden ist. Meine Kritikpunkte bleiben also bestehen.
Falls es beim ZDF noch eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem kritisierten Inhalt geben sollte, bitte ich Sie, mich darüber zu informieren, ob der Sender etwas zu unternehmen gedenkt, dass dergleichen zukünftig nicht wieder geschieht. Das ist mir wichtiger als schnell ein Feedback auf meine Email zu erhalten, die aus einer bereits bekannten Standardantwort besteht.
Was tun? ZDF Neo, wo die Sendung “neoParadise” läuft, freut sich bestimmt über Feedback via Twitter (@ZDFneo), facebook oder E-Mail ([email protected], [email protected], [email protected]).
Update: Es gibt nun eine erste “Entschuldigung” von Klaas Heufer-Umlauf. Ich hoffe, dass die kommende Äußerung, die darin versprochen wird, klar benennt, was das Problem war. Sexismus ist nämlich kein fehlendes “Taktgefühl”. Und “Schwachsinn” ist auch ein sehr problematisches Wort in diesem Kontext (Magda).
Ab dem 18.10.2012 wird von Studierenden der Gender Studies und anderen Disziplinen das Projekttutorium “(K)ein Denken in Vermittlungen? Zur Verbindung von Kritischer Theorie und Feminismus” angeboten. Es findet wöchentlich, donnerstags von 16-18 Uhr in der Dorotheenstraße 24 statt. Studierende aller Fachrichtungen und andere Interessierte sind willkommen.
Weitere Informationen: [https:]
„Furchtbares hat die Menschheit sich antun müssen, bis das Selbst, der identische, zweckgerichtete männliche Charakter des Menschen geschaffen war, und etwas davon wird noch in jeder Kindheit wiederholt“ schrieben Horkheimer und Adorno schon 1944 in der Dialektik der Aufklärung. Trotz dieses und anderer Anknüpfungspunkte innerhalb der Kritischen Theorie wird diese gegenwärtig nur selten feministisch rezipiert. Gleichwohl meint die feministische Theorie, ohne die grundlegende Gesellschaftskritik der Kritischen Theorie auszukommen – und das obwohl die Kritik der Rationalität, der Identität und des Kapitalismus sowohl zentrale Anliegen der feministischen Theorie als auch der ersten Generation der sog. Frankfurter Schule waren. Warum ist das so? Enthält die Kritische Theorie nicht gerade einige Ansätze, die für die zentralen Fragestellungen feministischer Theorie wichtig sind? Und könnten nicht durch eine neuerliche Betrachtung der sog. Frankfurter Schule neue Perspektiven und Erkenntnisse für aktuelle feministische Debatten und Theoriebildung gewonnen werden?
Im 1. Semester des Projekttutoriums, das der theoretischen Annäherung ans Thema dient, möchten wir uns parallel mit Primärtexten der Kritischen Theorie und feministischen Auseinandersetzungen im Anschluss an diese beschäftigen. Unsere Themenschwerpunkte bei der Textauswahl sind Rationalität und Männlichkeit, Erkenntnis- und Identitätstheorie sowie Kapitalismus und Geschlechterverhältnis. Im 2. Semester möchten wir die Möglichkeit bieten, das angeeignete Wissen je nach eigener Interessenlage zu vertiefen, indem in selbst entwickelten Projekten eigene Forschung betrieben werden kann.
Wir wünschen uns eine hierarchiearme und entspannte Seminaratmosphäre und laden alle Teilnehmer_innen ein, sich in die Gestaltung des Projekttutoriums einzubringen, was wir unter anderem durch offene Sitzungen ermöglichen.
Zur Unterstützung für das Arbeitsgebiet didaktische Unterstützung der Lehrenden suchen wir am Fachbereich Gestaltung der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine/n
studentische/n Mitarbeiter/in (40 Monatsstunden).
Ihre Aufgaben
- Mitarbeit bei den Aufgabenfeldern kompetenzorientierte Studiengangentwicklung und Entwicklung studiengangübergreifender Lehr- und Curriculumskonzepte insbesondere durch:
o Mitarbeit bei der Durchführung und Auswertung von Recherchen,
o Mitwirkung bei der Dokumentation der Projektschritte (u.a. Mitwirkung bei Aufbau und Pflege des Wikis),
o Mitwirkung bei der visuellen Aufbereitung von Analysen und Konzeptentwürfen,
o Unterstützung bei der Organisation von Klausurtagungen,
o Mitwirkung bei der Transkription von Interviews.
Ihr Profil
- Interesse am Thema Lehren und Lernen an Hochschulen
- sehr gute Recherchefähigkeiten sowie Kenntnisse des wissenschaftlichen Arbeitens
- ausgeprägte Analysefähigkeit
- präzise, strukturierte, zuverlässige Arbeitsweise
- sehr gutes Deutsch in Wort und Schrift
- sicherer Umgang mit Office-Anwendungen
Unser Angebot
- Einblicke in die deutsche Hochschullandschaft
- flexible Arbeitszeiten
- sehr motivierendes Arbeitsumfeld
- Freiräume für Gestaltung und eigenverantwortliches Handeln
Der Arbeitsvertrag für studentische Mitarbeiter/innen wird zunächst bis zum 31.12.2012 abgeschlossen. Die Entlohnung erfolgt nach dem gültigen Tarifvertrag für studentische Hilfskräfte.
Bei Interesse senden Sie bitte bis zum 21. Oktober 2012 Ihre aussagekräftigen Bewerbungsunterlagen an die Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, Fachbereich Gestaltung, z. H. Angela Weißköppel, Wilhelminenhofstraße 75A in 12459 Berlin oder an [email protected].
Am 20. November, 13 bis 15:30 Uhr, werden im Deutschen Museum München die diesjährigen Gewinnerinnen und Gewinner des 6. Nano-Schulwettbewerbs des Cluster Nanotechnologie ihre Beiträge präsentieren und die Auszeichnung in Empfang nehmen.
Imagepflege der eigenen Makel liegt bei Künstlerinnen im Trend. In ihrer aktuellen Kolumne auf freitag.de beschäftigt sich Liz Weidinger u.a. mit der Musikerin Bat for Lashes, die zum ungeschminkten Cover die obligatorische Schönheitsideal-Kritik liefert.

Klassisch schön - und angeblich unbearbeitet: Bat for Lashes
Foto: Albumcover The Haunted Man
Schon seit ihrem 2006 erschienenen ersten Album Fur and Gold bin ich großer Bat-for-Lashes-Fan. Dessen damaliges Cover inklusive Pferd war ein wichtiges Beispiel für meine unumwerfliche These des engen Zusammenhangs zwischen Pferdecovern und toller Musik. Und auch das aktuelle Coverfoto ihres dritten Albums The Haunted Man bildet ähnlich spannende Inhalte ab – möglicherweise noch spannender als Pferde: nackte Menschen. Für Frauen ist das ja erst mal nichts ungewöhnliches, vielmehr Voraussetzung für das Funktionieren alter Erfolgsstrategien im kommerziellen Musikbusiness. Und obwohl Natasha Khan aka Bat for Lashes inzwischen zu einer gut bezahlten und international erfolgreichen Künstlerin geworden ist, gehört sie in eine ganz andere Kategorie als Lana del Ray oder Katy Perry – musikalisch als auch darstellungsmäßig.
Denn sie hat sich für das Coverfoto zwar ausgezogen, jedoch gleichzeitig einen jungen nackten und bewusstlosen Typen über ihre Schultern gelegt. Während sie den armen Jungen durch die Gegend trägt, blickt Khan stark, direkt, kompromisslos und mit akkuratem Bob in die Kamera. Jetzt werden keine Spielchen mehr gespielt, die 32-jährige Engländerin kennt sich aus, mit dem Leben und dem Musikbusiness. Diese Kombination von Stärke, Nacktheit und geschlechtlicher Rollenverteilung finde ich spannend, weil sie mit normierten Darstellungen von Weiblichkeit und Männlichkeit spielt.
Auch Khan scheint sich Gedanken zu ihrer Selbstdarstellung gemacht zu haben. Sie setzt ihr Bild jedoch im Interview mit Steregum.com in den Gegensatz zu fehlenden „realen“ Körpern in medialen Darstellungen von Weiblichkeit: „Ich war gelangweilt von der Art und Weise wie sich Frauen heute präsentieren. Alle Bilder sind so sexualisiert, aufpoliert und bearbeitet, die Haut sieht wie Leder aus, alles ist so unecht. Ich habe mich an alte Patti-Smith-Cover, Robert-Mapplethorpe-Fotos und auch PJ-Harvey-Alben erinnert, eben an Dinge die ich als Teenagerin cool fand. Ich glaube nicht, dass es in letzter Zeit viele solcher Bilder gab.“ Sie betont, für das Foto nicht geschminkt worden zu sein, es habe auch keine Nachbearbeitung des Fotos stattgefunden. Das würde man ohne ihre erklärenden Worte jedoch schwer erkennen, denn dem Schönheitsideal widerspricht sie mit ihrer Darstellung keinesfalls.
“Body Revolution” oder Pseudokritik?
So bleibt offen, ob vom Management zu ein bisschen Schönheitskritik in der Presse geraten wurde oder Khan das Thema als gesellschaftlich wichtig einschätzt. Relevanter ist jedoch, dass auch Stars wie Lady Gaga oder Christina Aguilera vor kurzem vielleicht oder vielleicht auch nicht zu mehr Körperakzeptanz aufgerufen haben. Da wurden Aguilera Worte wie “Ich habe (meinem Label) bei den Aufnahmen zu ‘Lotus’ erklärt: ‘Ihr arbeitet mit einem fetten Mädchen. Kapiert das endlich und kommt damit klar’” in den Mund gelegt und neben Vergleichsfotos zwischen dicker und dünner Aguilera gestellt.
Lady Gaga hat auf ihrer Community-Seite zu einer „Body Revolution Campaign“ aufgerufen, nachdem Gerüchte über eine Gewichtszunahme die Runde machten. Sie postete unbearbeitete Bilder von einer wenig gestylten aber schlanken Gaga in Unterwäsche und schrieb, dass sie seit ihrem 15. Lebensjahr mit Anorexie und Bulimie kämpft.
Körperakzeptanz zu fordern ist in Mode, aber nur solange man seinen Körper im Griff hat, wie Gaga oder der Schönheitsnorm entspricht wie Khan. Bei Aguilera lässt sich das nicht verkaufen, ihr Statement wurde dementiert. Trotzdem gibt Gaga zu, immer noch mit der Krankheit zu kämpfen und eröffnet den Dialog mit ihren Fans, die selbst Bilder posten können. Inwieweit das wiederum funktioniert ist fraglich und wurde erst im Zusammenhang mit der #609060-Kampagne auf Maedchenmannschaft.net diskutiert. Denn auch wenn eigentlich jeder Bilder posten kann, sind die Hürden mitzumachen und die darauffolgenden Konsequenzen unterschiedlich, je nachdem wie stark der Körper von der Norm abweicht. Letztendlich schwanken solche Forderungen also zwischen einer Stärkung und Verunsicherung des Schönheitsdiskurses, zeigen jedoch, dass eine Kritik von Schönheitsidealen alibimäßig dazu gehört – jetzt muss sie nur noch Wirkung zeigen.
Aber zurück zu Bat for Lashes. Auch über die künstlerische Entwicklung kann uns das Cover etwas erzählen, besonders im Vergleich zu den beiden Vorgängeralben und den dazugehörigen mystischen Welten aus bunten Federn, Glitzer und Hippietum. Aus dem mit dem Fahrrad durch den dunklen Wald fahrenden, träumenden Mädchen ist eine starke Frau geworden. Ähnlich wie ihre Klamotten hat Bat for Lashes all diesen Schmuck abgelegt. Die Reduziertheit des Bildes stehe auch sinnbildlich für die Entstehung des am Freitag erscheinenden Albums, so Khan. Anfangs war da nicht viel, außer ihrem eindringlichem Gesang, Bass und Beats. Die Leere dazwischen wurde erst mit der Zeit gefüllt. Zum Beispiel mit einem Chor aus Männerstimmen im dunklen Titeltrack oder warmen Bläsern und Streichern im Opener „Lilies“. In der Singleauskopplung „All your Gold“ lädt sie sogar zum Tanz.
Khan versteckt sich nicht mehr in einem Zwischenuniversum aus orangem Licht und Schattenwesen, sondern hat aufmunternde Worte für eine Freundin („Laura) oder bietet Schutz und Ruhe („Rest Your Head“). Trotzdem lässt sich „The Haunted Man“ eindeutig im Bat-for-Lashes-Werk verorten und führt auf gekonnte Weise fort, was einst mit einem Pferd auf dem Cover begann.
Im letzten Jahrhundert haben sich die Vorstellungen über das Familienleben und die Vaterschaft deutlich verändert. Der Wandel des Vaterbildes vom traditionell autoritären Familienoberhaupt zum kompetenten, engagierten, verständnisvollen Partner und Spielkameraden lässt sich an alten und neuen Erziehungsratgebern klar nachvollziehen.
Doch der vielfach postulierte Wandel von einem Befehls- zum Verhandlungshaushalt stellt ein viel zu vereinfachtes Modell dar. Über die Lebensrealität von Vätern früher und heute sagt es nur wenig aus.
Einblick in den Umgang mit Kindern bieten private Familienfilme, die, neben persönlichen Fotografien oder Elterntagebüchern, eine wichtige Quelle zur Erschließung familiären Alltags darstellen. Sie zeigen die Situationen der Interaktion; Nähe und Präsenz im Leben der Kinder.
Filmpräsentationen, Möglichkeit der Beratung und Sichtung der mitgebrachten Filme (Schmalfilmund Videoformate) gibt es am Home Movie Day in Münster am 20. Oktober 2012 von 11-14 Uhr im Filmarchiv des LWL-Medienzentrums für Westfalen.
Vor wenigen Jahren noch fielen sie auf den Spielplätzen auf: Doch zunehmend bevölkern Väter und Großväter mit ihren Kindern und Enkeln die Grünflächen und Klettergerüste. Eine neue „Papa-Welle“ zwischen Rutsche und Schüppe.
Auf diesen Plätzen war Mann vor, sagen wir, 20 Jahren zumindest an Werktagen noch der Exot, allein in der angenehmen Gesellschaft junger Frauen: Andere Kinder haben auch schöne Mütter. Heute sitzt Mann oft zwischen mehr oder weniger alten Vätern oder Großvätern, und manchmal weiß man es auch gar nicht so genau. „Spielt der Oppa schön mit dir?“, fragt ein fremder Rentner im Vorbeigehen kaltblütig ein kleines Mädchen; aber natürlich steht der Vater ganz entspannt darüber, was so ein Kretin sagt.
Sicher ist ,Männerdomäne Spielplatz’ ein ganz klein wenig zugespitzt, die eine oder andere Frau ist schon noch da. Aber augenfällig ist es doch: Die Väter hier sind deutlich mehr geworden. Frauen treffen sich gern zu Gruppen auf dem Spielplatz, sie trinken Kaffee, essen Kuchen und reden miteinander, und ab und zu schallt aus der Gruppe ein Lob oder ein Befehl über den Platz. Männer kommen allein oder sind mit der Frau da, aber NIE mit anderen Vätern. Sie lassen mehr zu als die Mütter, zwei Häppchen Sand in Babys Bauch sind schließlich kein Weltuntergang, sie assistieren mehr und loben weniger, zumindest nicht so laut, und sie sind auch nicht ganz so anspruchsvoll gegenüber dem Wetter: „Muss nur trocken sein“.
Quelle
Ich musste heute mal wieder meinen Unmut zum Ausdruck bringen und habe eine Mail ans ZDF geschrieben. In einer Sendung namens „neoparadis“ wurde einfach mal eine Frau von einem Moderator (andeutungsweise) begrabscht, als lustiger Spaß zwischen Kumpels. Worum es genau geht, könnt ihr bei derspringendepunkt.tumbler.com nachlesen. Dort findet ihr auch einen Link zum Youtube Video mit der Sendung.
Sehr geehrte Damen und Herren,
Ich wende mich an Sie, um meinen Protest gegen die Sendung “neoparadise” vom 4.10.2012 zum Ausdruck zu bringen. Ich muss an dieser Stelle nicht genauer auf den Inhalt eingehen, weil Sie mit Sicherheit schon eine Reihe von Zuschriften zu dieser Sendung bekommen haben. Nur so viel: Ich finde es schrecklich, wenn sexuelle Übergriffigkeit auf diese Weise verharmlost wird, wenn sich über die Gefühle von Opfern Lustig gemacht wird und so getan wird, als müssten Frauen das halt locker nehmen und wegstecken können. Ist ja nur Spass, eine lustige Wette zwischen Kumpeln, die sich zwar irgendwie merken, dass das „eklig“ ist, aber dann doch rumkumpeln und sich gegenseitig für ihre witzige Aktion auf die Schulter klopfen. Nein, ist es nicht.
Im Übrigen tut es nichts zur Sache, ob die Frau tatsächlich berührt worden ist oder nicht. Für die ZuschauerInnen war das nicht erkennbar. Der Frau zu nahe gekommen ist der Moderator so oder so. Grenzüberschreitendes Verhalten nennt man das.
Es schränkt die Freiheit von Frauen ein, jederzeit damit rechnen zu müssen, dass ihre körperliche Integrität missachtet wird. Diesen Zustand, wie in der Sendung gesehen, unkritisch zu reproduzieren, halte ich für absolut fahrlässig. Mich hat erschreckt, dass anscheinend die gesamte Redaktion bei dieser Sache versagt hat.
Ich verbleibe mit der Empfehlung an die beteiligte Redaktion bzw. Produktionsfirma, ein Antisexismustraining durchzuführen und den verantwortlichen Umgang mit sexualisierter Gewalt im Sender zum Thema zu machen. Es ist bitter notwendig.
Mit freundlichen Grüßen,
Kathrin Ganz
Update: Mir wurde heute Abend die Standardantwort zugeschickt, die auch der springende Punkt erhalten hat. Darauf habe ich noch mal geantwortet:
Vielen Dank für ihre Antwort. Das wäre doch nicht nötig gewesen! Schließlich handelt es sich darum um eine Standardmail, die ich bereits aus dem Internet kenne. Das Argument, dass es in der Szene nicht zu einer tatsächlichen Berührung gekommen ist, konnte ich in meiner ersten Email darum schon vorwegnehmen. Hätten Sie meine Email gelesen, wäre Ihnen das sicher aufgefallen. Auch war mir bekannt, dass das Einverständnis der Messehostess eingeholt worden ist. Meine Kritikpunkte bleiben also bestehen.
Falls es beim ZDF noch eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem kritisierten Inhalt geben sollte, bitte ich Sie, mich darüber zu informieren, ob der Sender etwas zu unternehmen gedenkt, dass dergleichen zukünftig nicht wieder geschieht. Das ist mir wichtiger als schnell ein Feedback auf meine Email zu erhalten, die aus einer bereits bekannten Standardantwort besteht.
Empower yrrrself with UK Grime, Girl Gang Style: Dieser Track ist nicht brandneu, dafür aber gleich mit mehreren tollen Artists wie Lady Leshurr (über die es übrigens einen kurzen Bericht von Sookee in der aktuellen an.schläge gibt), Mz Bratt, A.(mplify )Dot, Roxxxan, Lioness oder Baby Blue. Lohnt sich besonders in laut!
Am "12th
International Symposium on Law, Genital Autonomy and Children's Rights"
wurde am 3.10. die "Helsinki Deklaration des Rechts auf genitale Autonomie"
verabschiedet. Danke!
>>> Engl.
Original online >>>
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Inzwischen liegt auch eine >>> deutsche Übersetzung vor. Die allerdings leider ins Fettnäpfchen tritt, "genital" mit "geschlechtlich" einzudeutschen, was fraglos den bekannten Verwechslungen und Vereinnahmungen mit bzw. durch Anliegen betr. sexueller Identität, Orientierung usw. Vorschub leistet und somit der Sache womöglich mehr schadet als nützt.
Schade, denn in der im Original beabsichtigen Lesart ist die Erklärung sehr positiv zu werten, wie auch sonst die diesbezüglichen Aktivitäten der dahinter stehenden Organisationen, die regelmässig Kinderrechte und das Recht auf körperliche Unversehrtheit für ALLE Kinder ins Zentrum rücken – wovon sich manche politischen VereinnahmerInnen ruhig mal ne Scheibe abschneiden könnten ...
Weiter bügelt die Original-"Helsinki Erklärung" die Defizite der seinerzeitigen "Declaration" zum 1. Symposium in Anaheim 1989 (>>> engl.) aus, welche noch stark auf männliche wie weibliche Beschneidungen fixiert war, und explizit z.B zwar Klitoris, Schamlippen und Vorhaut für schützenswert erklärten, jedoch nicht Penisse, und somit diesbezügliche medizinisch nicht notwendige Eingriffe wie z.B. "Hypospadiekorrekturen" schlicht aussen vor liess.
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Genitalverstümmelungen in KInderkliniken: Typische Diagnosen und
Eingriffe
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"Aufarbeitung tut not!" Klitorisamputationen u.a. "Genitalkorrekturen" an
Kindern

cc handmade supermarket
Juhu, morgen ist es wieder soweit. Der beste Supermarkt der Welt öffnet für einen Tag seine Türen. Statt olle Müller Milch und Billig-Toast gibts dort feinste handmade und fair trade Produkte aus liebevoller Herstellung. Unter dem Motto “Buy local - think global” werden am 14. Oktober wieder um die 60 KünstlerInnen, DesignerInnen und BesitzerInnen kleiner Labels in der charmanten Kreuzberger Markthalle IX ihre selbstgemachten Sachen zum Verkauf anbieten. Das Spektrum ist kunderbunt und reicht von selbsgebranntem Schnaps über geschneiderte Taschen und Kleidung zu Schmuck und Schoko-Chutney. Alle Produkte wurden unter fairen Bedingungen hergestellt, für vegetarische und vegane Gaumenschmankerl ist ebenfalls gesorgt. Und als wäre das nicht alles schon obersuper genug, gibts sogar entspannende Kurzmassagen von einer ausgebildeten Masseurin.
Missy findet: Sonntagsbrunch ist voll von Gestern. Wir schlachten jedenfalls erwartungsfreudig unsere Sparschweine, nehmen gleich drei Jutebeutel mit und tauschen den ollen Brunch-Orangen-Sekt gegen frisch-pürierte, Lebensgeister-erweckende-und-Kater-vertreibende-Wundersmoothies auf dem handmade Supermarket ein. Außerdem wollen wir Zwetschgen-Schnaps für unsere Omas kaufen.
Wo & Wann
handmade supermarket
Markthalle IX
Eisenbahnstr. 42/43
10997 Berlin-Kreuzberg
www.handmade-supermarket.de
Nächste Termine:
14. Oktober 11-18 Uhr
11. November 11-18 Uhr
Eintritt frei!
Merle Stöver schreibt einen einführenden und zugleich aufrüttelnden Text über rape culture. Außerdem hat Merle heute Geburtstag. Die Mädchenmannschaft sprüht Glitzer und wünscht alles Gute!
Inbetween Illustrations hat ein neues Comic zu den alltäglichen Ver(w)irrungen einer zweigeschlechtlichen Welt veröffentlicht.
Mindestens einmal im Jahr redet ein Teil der feministischen Blogosphäre über Sprache und Vermittlung feministischer Perspektiven. Viel zu kompliziert, sagen die einen. Ja, aber… erwidern anderen, wie zum Beispiel Thinkpunk und Shehadistan.
Metal Musik? Ein Männerverein, findet Notiz an mich selbst und kritisiert den inhärenten Sexismus dieses Genres und seiner Fans.
Nachdem Kathrin Ganz zunächst über ihre Aufklärung bezüglich sexualisierter Gewalt seit ihrer Kindheit geschrieben und jede Menge Rückmeldungen bekommen hat, stellt sie auch an ihre Leser(!) ein paar Fragen.
“Wer andern einen Brunnen gräbt” ist der Name einer Broschüre, die sich Rassismuskritk und Empowerment im globalen Kontext beschäftigt und sich an Einsteiger_innen in die Thematik richtet. Einige Texte der Broschüre sind im gleichnamigen Blog veröffentlicht.
Klaas und Joko, das bekannte Moderatorenduo aus “neoParadise”, liefern die sexistische Kackscheiße der Woche. In einer Sendung am 4. Oktober belästigt und begrapscht Joko nach einer Wette mit Klaas eine Messehostess. Klaas macht sich später über sie lustig. Der Springende Punkt hat daraufhin eine Beschwerdemail an die zuständige ZDF-Redaktion geschrieben und wie so oft verharmlosende Antworten bekommen.
Die Basisgruppe Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Uni Wien hat einen Offenen Brief an die künstlerische Leitung des “brut wien” geschrieben, welches im Oktober das Theaterstück “Assassinate Assange” aufführen wird. In diesem wird Julian Assange als entrechteter Märtyrer dargestellt.
In_Stereonuts berichtet von ihren Erfahrungen in einer feministischen Unterstützerinnengruppe und fragt sich, warum sich immer wieder Betroffene von Sexismus um ihre eigene Sicherheit sorgen müssen, während übergriffige Typen fröhlich feiern können.
accalmie knüpft sich den Artikel gegen Critical Whiteness vor, der seit einiger Zeit beklatschend durch’s Netz wandert und kommt zum Schluss: undifferenzierte Kritik an geschichtsträchtigen Schwarzen Widerstands- und Interventionsstrategien erweist Antirassismus einen Bärendienst.
Foto: K. Aleksander
Am 15.10.2012 beginnt ein neues Studiensemester. Die Genderbibliothek begrüßt alle, die neu beginnen, Gender Studies zu studieren oder ihren Master erwerben möchten! Schon während der Einführungstage haben einige die Genderbibliothek gesehen. Während der Einführungsvorlesung wird sie vorgestellt, erleben müssen sie alle selbst. Dazu sind Sie zu den Öffnungszeiten herzlich eingeladen. Testen Sie unseren Service und verlassen Sie sich nicht von vornherein auf die Reader, die Ihnen angeboten werden! Selbst gesucht, gefunden und studiert - dabei entwickeln sich Ihre Fähigkeiten und Talente!
Virtuelle Spaziergänge durch die Genderbibliothek in den neuen Räumen in der Georgenstraße filmte unser ehemaliger studentischer Mitarbeiter Dierk Eichel - vielen Dank!
Es oktobert schon ziemlich, als tAMtAM - dem Schwermut entgegnend - die MISSY PRÄSENTIERT-Rubrik stalkt. Auf der Suche nach etwas, was diesen grauen Berliner Herbst-Mief wegknallt. Aber so richtig DISCH-PÄM-BAM-BAM-BAM bitteschön.
Getestet wird: Die Band Me and My Drummer, bestehend aus Charlotte Brandi (Gesang, Tasten) und Matze Pröllochs (alles was klopft), die am 10. Oktober den Neuköllner Heimathafen bespielt. Weitere Tourtermine bitte hier nachgucken.
Der Laden ist ausverkauft und dennoch nicht überfüllt. Pünktlich um 21 Uhr tritt ein Typ mit Klampfe auf die Bühne, der seine Musik unter dem Namen And the Golden Choir vertickt, was tAMtAM einigermaßen kurios findet, weil dieser goldene Chor nur in Form einer schwarzen Schallplatte anwesend ist.
Erinnert an Musikantenstadl, sieht aus wie Conor Oberst und klingt auch noch nach Bright Eyes mit einem Tick Calexico vielleicht und einer Prise Radiohead. (Oh Schublade, du schönstes Wesen im menschlichen Orientierungssystem.)
Nachdem eindrucksvoll demonstriert wurde, dass das Half-Playback heutzutage offenbar wieder salonfähig sein soll, betreten um exakt 22.02 Uhr Me and My Drummer die Bühne, die sie um 23.07 Uhr wieder verlassen werden. In der kommenden Stunde geht es hauptsächlich um…
und natürlich um…
Wie das klingt? tAMtAM empfiehlt den SoundCloud-Account des Labels Sinnbus, bei dem die beiden unter Vertrag sind, um nicht schon wieder in die Das-hört-sich-an-wie-eine-Mischung-aus-…-und-…-wenn-man-die-frühe-Phase-von-…-dazudenkt-Falle zu tappen. Was man da leider nicht nachhören kann, sind die wunderbar planlosen Ansagen zwischen den Songs, die am Anfang sympathisch und am Ende sympathisch und ein bisschen peinlich sind. Und das Radiohead-Cover von irgendwo im letzten Drittel, Where I end and You begin.
Weil tAMtAM bei der ganzen Sache ein bisschen befangen ist, seit beim Rolling Stone ein ganz schlimmer Artikel über diesen Abend erschien, nach dessen Lektüre ein normal gestrickter Mensch eigentlich überhaupt gar nichts mehr zu jedweder Form von konzertanten Erscheinungen sagen will, kitzelte tAMtAM die letzten Satz-Bröckchen aus seinem Gast-Reporter Il Dentone (der Zähnige - ohne Gästelisten-Platz, voller Abendkassen-Preis) heraus:
“Nach den ersten fünf, sechs Songs dachte ich: Die wollen mich verarschen. Schon wieder eine dieser Sängerinnen, die süße Pop-Melodien über langweilige Synthi-Flächen singt. Und den Leuten gefällts auch noch. Gott sei Dank (sag ich als Heide) kriegen die beiden nochmal die Kurve. Das ist vor allem auf dem Mist von Matze Bla gewachsen. Ich habe selten so einen gefühlvollen, tighten Typen hinter der Klappermaschine gesehen. Jetzt holen sie auf einmal die Songs raus, die kicken und grooven. Und selbst Charlotte besinnt sich und fängt endlich an, wirklich zu singen, nachdem sie ihre Synthis gegen treibende Klavier-Linien eintauscht oder komplett auf a capella umsteigt.
Aber zum Schluss nochmal die Frage: Wer zur Hölle hat denn bitte diese Setlist angeordnet - der Roadie? Alles in allem also ein zwiespältiger Abend.”
tAMtAM bedankt sich bei Il Dentone (dem Zähnigen - ohne Gästelisten-Platz, voller Abendkassen-Preis) für diesen aufschlussreichen Einwurf.
Der triefige Herbst wurde übrigens vor allem bei dem einen Lied mit dem ewig langen Schlagzeug-Solo, das neu war und von dem tAMtAM leider vergessen hat, wie es hieß, sehr überzeugend weggeknallt.
Leider kam er am nächsten Tag sofort wieder zurück. Und die Suche nach Gegengift dauert an.
Die aktuelle Ausgabe von Switchboard, die 200ste in der 23jährigen Geschichte der deutschen Männerzeitung hat, passend zum Männerkongress am 22. Und 23. Oktober in Berlin, den von Thomas Gesterkamp redigierten Schwerpunkt Männerpolitiken. In seinem Editorial schreibt Herausgeber Alexander Bentheim:
Was ist Männerpolitik? Politik von Männern, für Männer, mit Männern? Charima Reinhardt, immerhin frühere Vizesprecherin der rot-grünen Bundesregierung, ist da - vor nicht einmal drei Jahren - mehr als eindeutig. Denn das die damals neue Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag Jungen und Männern “neue Perspektiven eröffnen” will, sei “kein Grund zur Freude für uns Frauen” und kommentiert: “Zum Teufel mit der erweiterten Perspektive!“. Dass es auch differenzierter geht, lässt sich im genderkompetenz.info nachlesen: “Männerpolitik ist … mit einer paradoxen Situation konfrontiert. Zwar wird Politik meist von Männern gemacht, diese männlich dominierte Politik liegt jedoch oft nicht im Interesse von Männern, weil sie geschlechtsspezifische Probleme leugnet und alle Männer unter eine (hegemoniale) Männlichkeit subsumiert”. Folglich müsse eine “gleichstellungsorientierte Männerpolitik stärker als bisher Machtfragen im Geschlechterverhältnis thematisieren”.
Die Beiträge des Schwerpunktthemas:
Diese Woche ist ein Video durch die Internetwelt geschwappt: Die australische Premierministerin Julia Gillard hält dem Oppositionsführer Tony Abbot einen 15-minütigen Vortrag über Sexismus, Misogynie und seine perfiden Doppelstandards. Das ist ziemlich großartig, weil mit viel Verve vorgetragen und wir viel zu selten eine Frau (oder auch andere Person) in so einer Position sehen, die Sexismus und Misogynie als das benennt, was sie sind: Sexismus und Misogynie.
Sie liefert uns so wunderschöne Sätze wie:
Denn, wenn er [Abbot] wissen möchte wie Misogynie im heutigen Australien aussieht, braucht er keinen Antrag im Abgeordnetenhaus, er braucht einen Spiegel.
Doch ein vollkommen uneingeschränktes Jubeln ist leider - wie so oft - auch hier nicht möglich. Anlass für die Brandrede war der Antrag Abotts, dass der Sprecher des Parlaments Peter Slipper von seiner Position entfernt wird. Slipper hatte in einer Reihe von SMS den Berater James Ashby belästigt. Die Nachrichten, welche von den australischen Medien veröffentlicht wurden, sind nur so gespickt mit frauenfeindlichen und homosexuellenfeindlichen Sprüchen.
Es ist also durchaus bedenklich, wenn Gillard ihre Rede damit endet, dass dem Antrag nicht stattgegeben werden darf, weil Abbot auch ein Sexist wäre und sein Grund für den Antrag nicht sein antisexistisches Ansinnen sei. (In ihrer Rede, die zwar in erster Linie gegen Abbot gerichtet ist, verurteilt sie aber auch Slippers Verhalten.)
Und auch sonst ist Gillard nicht in allen Belangen der “Traum aller Feminist_innen”, wie Chloe Angyal im Guardian anmerkt. Dabei bezieht sie sich vor allem darauf, dass Gillard in der vergangen Zeit sich immer wieder gegen die Gleichberechtigung von homosexuellen Paaren einsetzt. Die zimbabwische Aktivistin Fungai Machiori bemerkte auf Facebook, dass Gillard auch schon den Premierminister Zimbabwes, Morgan Tsvangirai, als “Helden” bezeichnet hätte. Auch er steht gerade duch zimbabwische Feminist_innen in großer Kritik.
Aber auch mit all dem im Hintergrund lässt sich die Rede noch angucken und ein lautes “Ja!” rufen, wenn Gillard unter anderem ein Zitat von Abbot, in dem er Abtreibung als “der einfache Weg” bezeichnet, als puren Sexismus entlarvt und benennt, oder sie klipp und klar sagt mit welchen Dingen sie als Frau im Parlament täglich konfrontiert wird.
Der Antrag von Abbot wurde mit 70 zu 69 Stimmen abgelehnt. Peter Slipper trat aber wenige Stunden danach zurück.
Nach dem Klick gibt es eine vollständige Übersetzung der Rede inklusive einiger kleiner Erklärungen (zu Personen und Bezeichnungen).
Ich habe den Text anhand eines Transcripts und dem Video direkt übersetzt. Für die bessere Lesbarkeit habe ich ihn nicht als extra Zitat formatiert.
Vielen Dank, Vizesprecherin, und ich erhebe mich um dem Antrag des Oppositionsführers zu widersprechen. Und damit sage ich dem Oppositonsführer: Ich werde mich nicht durch diesen Mann über Sexismus und Misogynie belehren lassen! Ganz sicher nicht. Und die Regierung wird sich nicht durch diesen Mann über Sexismus und Misogynie belehren lassen. Weder heute, noch irgendwann anders.
Der Oppositionsführer sagt, dass Menschen, die sexistische Ansichten vertreten und die Misogynisten sind, nicht angemessen sind für ein hohes Amt. Gut, ich hoffe der Oppositionführer hat ein Blatt Papier und verfasst gerade seine Rücktrittserklärung. Denn, wenn er wissen möchte wie Misogynie im heutigen Australien aussieht, braucht er keinen Antrag im Abgeordnetenhaus, er braucht einen Spiegel. Genau das braucht er.
Lasst uns die widerwärtigen Doppelstandards, die widerwärtigen Doppelstandards, wenn es um Misogynie und Sexismus geht, des Oppositionsführers betrachten. Wir sollen nun wirklich glauben, dass der Oppositionsführer aufgebracht ist aufgrund der SMSen von Herrn Slipper, wenn es doch der Oppositionsführer ist, der sagte, und das war als er Minister in der letzten Regierung war - nicht als er Student war, nicht als er zur High School ging - als er Minister in der letzten Regierung war… Er sagte, und hier zitiere ich, in einer Diskussion darüber, dass Frauen in den Institutionen, die Macht haben in Australien, unterrepräsentiert sind… Der Interviewer war ein Mann namens Stavros. Der Oppositionsführer sagte: “Wenn das wahr ist, Stavros, dass Männer, ganz allgemein gesprochen, mehr Macht haben als Frauen, ist das eine schlimme Sache?”
Dann entwickelt sich eine Diskussion und eine andere Person sagt: “Ich möchte, dass meine Tochter die gleichen Chancen hat wie mein Sohn.” Wodrauf der Oppositionsführer sagt: “Ja, da stimme ich voll zu, aber was ist, wenn Männer durch Physiologie oder Temperament besser angepasst sind um Macht auszuüben oder Befehle zu geben?”
Dann entwickelt sich eine andere Diskussion über die Rolle der Frau in der modernen Gesellschaft, und eine weitere Person, die an der Diskussion teilnimmt, sagt: “Ich glaube, es ist sehr schwer abzustreiten, dass es eine Unterrepräsentation von Frauen gibt”. Darauf antwortet der Oppositionsführer: “Ja, aber da ist jetzt diese Annahme, dass das etwas schlechtes sei.”
Das ist der Mann, von dem wir uns jetzt Belehrungen über Sexismus anhören sollen. Und dann geht es natürlich weiter. Ich war persönlich sehr aufgebracht, als der Oppositionsführer als Gesundheitsminister sagte, und ich zitiere: “Abtreibungen sind der einfache Weg.” Ich war persönlich aufgebracht durch diese Kommentare. Sie sagten das im März 2004. Ich schlage vor, sie checken die Aufzeichnungen.
Ich war auch im Namen aller australischen Frauen aufgebracht, als der Oppositionsführer während der Kampange zur Preisbelastung für Kohlenstoffemissionen sagte: “Was die Hausfrauen Australiens verstehen müssen während sie Bügeln…” Vielen Dank für dieses Bild der Rolle der Frau um modernen Australien.
Und dann war ich natürlich auch aufgebracht über den Sexismus, die Misogynie des Oppositionsführers, welcher an diesem Tisch zu mir, hier sitzend als Premierministerin, sagte: “Falls die Premierministerin, politisch gesprochen, eine ehrliche Frau aus sich machen möchte…” Etwas, was niemals zu einem Mann in dieser Position gesagt worden wäre. Ich war aufgebracht als der Oppositionsführer raus ging und sich vor dem Parlament neben ein Schild mit der Aufschrift “Entledigt euch der Hexe” (ditch the witch) stellte.
Ich war aufgebracht als der Oppositionsführer neben einem Schild stand, auf welchem ich als die “Bitch” eines Mannes bezeichnet wurde. Misogynie, Sexismus, jeden Tag von diesem Oppositionsführer. Jeden Tag, in jeglicher Art und Weise, während der gesamten Zeit, die der Oppositionsführer in diesem Stuhl [zeigt auf seinen Sitz] ist und ich in diesem [zeigt auf ihren Sitz] verbracht habe, das ist alles, was ich von ihm gehört habe.
Und jetzt möchte der Oppositionsführer, dass wir ihn ernst nehmen. Offensichtlich ist er aufgewacht nach dieser Bilanz und all seinen Statements, er wachte auf und denkt so “Oh, da ist so ein Ding, welches Sexismus heißt, oh mein Gott, da ist soch eine Sache, die Misogynie heißt. Okay, wer ist denn einer von denen? Oh, der Sprecher muss einer sein, denn das passt zu meinen politischen Zielen.”
Ändert keinen Deut an seinen vergangenen Aussagen, kommt nicht in dieses Parlament und entschuldigt sich bei den Frauen Australiens. Kommt nicht in dieses Parlament und entschuldigt sich bei mir für die Dinge, die aus seinem Mund gekommen sind. Aber versucht das jetzt als Rammbock gegen jemand anderes zu verwenden.
Diese Art von Heuchlerei darf nicht toleriert werden. Deshalb kann der Antrag des Oppositionsführers nicht ernst genommen werden.
Und als zweites: Der Oppositionsführer ist immer ganz groß darin hier ins Paralement zu kommen und mir und anderen Vorträge darüber zu halten, dass sie Verantwortung übernehmen müssen.
Immer ganz groß darin - alles, wofür ich Verantwortung übernehmen soll, nun offensichtlich auch die SMS des Abgeordneten für Fisher [Anmerkung: Der Sprecher Peter Slipper ist als Abgeordneter für die Region Fisher (Queensland) gewählt]. Wirklich immer scharf darauf andere, besonders mich, auf ihre Verantwortungen hinzuweisen.
Kann mich irgendjemand daran erinnern, ob der Oppositionsführer Verantwortung für Verhalten der Sydney Young Liberals und die Anwesenheit von Mitgliedern seiner ersten Reihe an dieser Veranstaltung übernommen hat? [Anmerkungen: 1. Bei einer Veranstaltung dieser Organisation im September hatte der in Australien sehr bekannte Radiomoderator Alan Jones bemerkt, dass der Vater Gillards wohl aufgrund von Scham gestorben sei. 2. "Mitglieder der ersten Reihe" ist meine Übersetzung für "members of his frontbench". Diese bezeichnen im australischen Parlament jene Abgeordneten der Opposition, welche quasi die Gegensprecher_innen der amtierenden Minister_innen sind. Sie sitzen im Gebäude tatsächlich in einer ersten Reihe (siehe Video).]
Hat er irgendeine Verantwortung übernommen für das Verhalten der Mitglieder seiner Partei und Mitglieder seiner ersten Reihe, welche offensichtlich als die abscheulichsten Sachen über meine Familie gesagt wurden, keine Einwände einbrachten? Niemand hat den Raum verlassen, keine_r ist zu Herr Jones gegangen und hat gesagt, dass das nicht akzeptabel ist.
Stattdessen wurde es alles als lustige Sache betrachtet bis es in einer Sonntagszeitung erwähnt wurde - dann suchten der Oppositionsführer und andere ganz plötzlich Deckung.
Ganz groß im Belehren zu Verantwortung, ziemlich klein im selbst Verantwortung übernehmen für das furchtbare Verhalten von Mitgliedern seiner Partei.
Drittens, Vizesprecherin, warum der Oppositionsführer mit diesem Antrag nicht ernstgenommen werden sollte.
Der Oppositionsführer und der stellvertretende Oppositionsführer sind hier her gekommen und haben über den Abgeordneten für Fisher gesprochen. Okay, lassen Sie mich die Opposition und die Führer der oppositionellen Partei über ihre Geschichte mit dem Abgeordneten für Fisher erinnern.
Ich erinnere sie daran, dass die National Party den Abgeordneten für Fisher für die Wahl 1984 vorausgewählt hat, dass die National Party den Abgeordneten für Fisher für die Wahl 1987 vorausgewählt hat, dass die Liberalen Herr Slipper für die Wahl 1993 vorausgewählt haben, dann für die Wahl 1996, dann die Wahl 1998, dann für die Wahl 2001, dann für die Wahl 2004, dann für die Wahl 2007 und dann für die Wahl 2010.
Und über diese Wahlen hinaus hat Herr Slipper persönliche Unterstützumg des Oppositionsführers genießen dürfen. Ich erinnere den Oppositionsführer an den 28. September 2010, nach dem letzten Wahlkampf, als Herr Slipper als Vizesprecher gewählt wurde… Der Oppositionsführer sagt an dieser Stelle, und ich zitiere…
Er bezog sich auf den Abgeordneten für Maranoa, welcher zur gleichen Zeit in ein Amt gewählt wirden war, und sagt dann weiter: “Und der Abgeordnete für Fisher wird eine gute Ergänzung für den Abgeordneten für Scullin in diesem Amt sein. Ich glaube, dass das Parlament gut bedient ist mit dem Team, welches die Leitung dieser Kammer besetzt. Ich gratuliere den Abgeordneten für Fischer, welcher schon seit langer Zeit ein Freund von mir ist, welcher diesem Parlament in vielen Positionen ausgezeichnet gedient hat.”
Die Worte des Oppositionsführers festgehalten, über seine persönliche Freundschaft mit Herrn Slipper, und festgehalten über seine Ansichten über Herr Slippers Qualitäten und Eigenshcaften als Sprecher.
Da gibt es kein zurück, das waren die Worte des Oppositionsführer zu dem Zeitpunkt. Der gleiche Oppositionsführer, der nun hier her kommt und über die scheinbare Unmöglichkeit mit Herrn Slipper zu arbeiten oder zu sprechen spricht. Ich erinnere den Oppositionsführer daran, dass er Herr Slippers Hochzeit beiwohnte.
Ist er mitten in der Messe zu Herr Slipper gegangen und hat gesagt, dass er angeekelt ist da zu sein? War das seine Einstellung? Nein, er besuchte die Hochzeit eines Freundes.
Der Oppositionsführer ist ganz scharf darauf andere zu belehren, was sie über Herr Slipper hätten wissen müssen oder wussten. Mit Respekt, ich finde es interessant, ob der Oppositionsführer, nach seiner langen persönlichen Bekanntschaft inklusive dem Besuch der Hochzeit von Herrn Slipper, über die SMS überrascht war.
Er ist dank seiner langen persönlichen Bekanntschaft sicher in einer Position intimer über Herr Slipper zu sprechen als ich es bin, oder viele andere Menschen in diesem Parlament.
Aber stattdessen kommt der Oppositionsführer hier her und sagt, ich zitiere: “Jeden Tag den die Premierministerin in diesem Parlament den Sprecher verteidigt, ist ein weiterer Tag der Schande für dieses Parlament, ein weiter Tag der Schande für eine Regierung, die eh schon aufgrund von Scham hätte sterben sollen.”
Gut, kann ich dem Oppositionsführer aufzeigen, dass die Regierung nicht vor Scham stirbt? Mein Vater starb nicht vor Scham. Der Oppositionsführer aber sollte sich für seine Performance in diesem Parlamente und den Sexismus, den er damit einbringt, schämen.
Nun zu den SMS, welche öffentlich zugänglich sind oder über die berichtet wird in der - das ist ein direktes Zitat vom Oppositionsführer, ich schlage also vor, dass die jenigen, die stöhnen, sich an ihn wenden.
Zum Verhalten von Herr Slipper, und zu den SMS, welche in der Öffentlichkeit sind, ich habe die Presseberichte zu diesen SMS gesehen. Ich bin aufgebracht durch ihren Inhalt. Ich bin durch ihren Inhalt aufgebracht, da ich immer durch Sexismus aufgebracht bin. Ich bin durch ihren Inhalt aufgebracht, da ich immer durch Anti-Frauen-Aussagen aufgebracht bin.
Ich bin über diese Sachen in der gleichen Art und Weise aufgebracht wie über die Dinge, die der Oppositionsführer gesagt hat und ohne Zweifel in Zukunft weiter sagen wird. Denn wenn das heute das Zuschaustellen seiner neuen femininen Seite war, denke ich nicht, dass wir viel haben, wodrauf wir uns hinsichtlich von änderndem Verhalten freuen können.
Ich bin aufgebracht durch diese SMS. Aber ich glaube auch, dass hinsichtlich der Parlamentsentscheidung über das Sprecher_innenamt, dass das Parlament beachten sollte, dass es ein laufendes Verfahren gibt, dass der Richter seine Entscheidung aufgehoben hat, dass, wo wir schon einige Monate auf den Abschluss der legalen Vorgänge Herr Slipper betreffend warten, das Parlament die Entscheidung sehen sollte.
Ich glaube, dass das der angemessene Weg nach vorn ist und dass dann Menschen die Möglichkeit haben sich eine Meinung mit der bestöglichen Informationslage zu bilden.
Aber wann auch immer Menschen sich eine Meinung bilden über solche Frage, wofür ich nicht stehen werde: Dafür, dass der Oppositionsführer hier her kommt und mit einer Doppelmoral hausiert. Mit einer Moral hausiert, die er für Herr Slipper ansetzt, aber nicht für sich selbst. Mit einer Moral für Herr Slipper hausiert, die er nicht für die Mitglieder seiner ersten Reihe setzt.
Verlangt einen Stndard für Herr Slipper, der nicht bei jenen Leuten angesetzt wird, die die furchtbarsten und abscheulichsten Sachen sagen, wie der ehemalige Sekretär seines Schattenparlaments Senator Bernardi. [Schattenparlament bezeichnet jene Personen der Opposition, die Sprecher_innen der Parteien sind, in den Bereichen, für die es auch Ministerien etc. gibt. ]
Ich werde niemals zulassen, dass dieser Oppositionsführer seine Doppelmoral auf dieses Parlament überträgt. Sexismus sollte immer inakzeptabel sein. Wir sollten uns so verhalten als sei es immer inakzeptabel. Der Oppositionsführer sagt, tun sie etwas. Gut, er könnte selbst etwas machen, wenn er mit Sexismus in diesem Parlament umgehen möchte.
Er könnte sein Verhalten verändern, er könnte sich für seine vergangenen Aussagen entschuldigen, er könnte sich dafür entschuldigen, dass er sich neben Plakate stellte, die mich als Hexe und Bitch bezeichneten, Begriffe, die nun beanstandet werden von der ersten Reihe der Opposition. Er könnte den Standard selbst ändern, wenn er das wollte. Aber wir werden solche Dinge nicht vom Oppositionsführer sehen, denn in dieser Frage ist er nicht fähig sich zu ändern. Fähig eine Doppelmoral zu vertreten, aber unfähig sich zu ändern. Seine Doppelmoral sollte nicht dieses Parlament regieren.
Ein gutes Gefühl, Menschenverstand, richtige Prozresse - diese Dinge sollten das Parlament leiten. Das ist meiner Meinung nach der Weg für dieses Parlament, nicht diese Art von Doppelmoral und politisches Spiele spielen, wie es der Oppositionsführer versucht aufzudrücken, der jetzt auch noch auf seine Uhr guckt, wahrscheinlich weil eine Frau zu lange gesprochen hat.
Er hat mich schon in der Vergangenheit angebrüllt, dass ich die Klappe halten soll, aber ich werde diese letzten Sekunden meiner verbleibenden Redezeit nutzen um dem Oppositionsführer zu sagen, dass der beste Weg, den er einschlagen kann, ist seine Moralvorstellugen, die er im öffentlichen Leben vertritt, die Verantwortung, die er für seine gemachten Aussagen annehmen sollte, seine enge persönliche Bindung zu Peter Slipper und seine Heuchelei, die er heute in diesem Haus präsentiert hat, zu reflektieren.
Und auf dieser Basis, wegen der Motivation des Oppositionsführers, sollte das Parlament heute seinen Antrag ablehnen und der Oppositionsführer sollte ernsthaft über die Rolle von Frauen im öffentlichen Leben und in der australischen Gesellschaft nachdenken, denn uns steht ein besserer Standard als dieser zu.
Da es nun bald schon einen ganzen Monat her ist, melde ich mich auch mal wieder auf meinem Blog zu Wort, mit mehr oder weniger interessantem Geschwafel über mein Auslandsjahr.
Mittlerweile habe ich funktionierendes Onlinebanking und kann damit meinen UK bank account endlich nutzen. Santander hatte leider vergessen mich darüber zu informieren, dass der nette Berater überhaupt kein Onlinebanking für mich bestellt hatte. Stattdessen hieß es immer: jaja, abwarten und so. Jedenfalls wollte ich dann voller Freude meine Miete überweisen - doch das One-Time-Password das per SMS kommen sollte kam nie an. Eine kurze Nachforschung ergab, dass meine Handynummer im System falsch sein muss. Ich versuchte diese zu ändern, aber leider war es nicht möglich, ohne die alte, vermutlich falsch eingetippte, zu kennen. Im OTP-Bereich war die natürlich aus Sicherheitsgründen nicht sichtbar. Da sie jedoch auch in den persönlichen Daten steht und nur die letzten vier Ziffern ausgesternt **** waren, konnte ich sehen, dass die Ländervorwahl falsch eingegeben wurde. Kann ja mal passieren, woher soll der arme Berater auch wissen, dass ich nicht aus Norwegen komme, wenn ich so undeutlich schreibe. Also Änderungsversuch gestartet: Das System ist sich sicher, dass ich die selbe Nummer eingegeben habe, weil es (tada!) die Ländervorwahl nicht validiert. m( Der Versuch temporär eine andere Nummer zu nutzen, scheiterte aus nicht bekannten Gründen auch, also musste ich am folgenden Tag wieder meiner Lieblingsbeschäftigung nachgehen und bei der Hotline anrufen. Hat dann auch alles geklappt.
Mit dem Internet über dieses Dongle komme ich auch ganz gut klar und zwischenzeitig habe ich sogar das Abenteuer Rufnummernmitnahme (noch mehr Telefonate!) gewagt und bin nun mit meinem Handy bei giffgaff mit unlimited Internet und vielem anderen Kram für sehr wenig Geld (schade, dass es sowas in DE nicht gibt).
Gestern war ich beim Women in Computing Lunch an der Uni. Das war ganz interessant, denn es war eine Absolventin eingeladen, die über ihre ersten Jahre im Berufsleben berichtete. Außerdem gab es Cupcakes und die Veranstaltung soll von nun an regelmäßig stattfinden.
Ansonsten war ich sehr mit dem Studium beschäftigt, denn ich musste ja meine Initial Project Overview einreichen und habe einen Supervisor (also Betreuer, der dann auch die Benotung macht) zugewiesen bekommen. Mit diesem treffe ich mich nun jeden Freitag und die ersten drei Treffen waren alle sehr empowernd. Seit heute steht nun auch mein Secondmarker fest und ich habe bereits ein Unterkapitel meiner Arbeit geschrieben, einen Projektplan gemacht, brav jede Woche Tagebuch geschrieben und massenhaft Papers gelesen. Leider ist die Bachelorarbeit nicht das Einzige was ich im Studium so zu tun habe. Nächste Woche ist die Deadline für eine Hausarbeit, in der ich eine Computer Security Analysis anhand eines vorgegebenen Fallbeispiels machen muss. Außerdem steht bald der erste Test für Security & Forensics an, bei dem das Labor von Woche zu Woche mehr Zeit frisst. Aber ich will mich nicht beklagen, denn im Gegensatz zur Hochschule in Deutschland, sind es doch vergleichsweise wenig Deadlines.
Zwischen der ganzen Arbeit habe ich es auch mal auf das Edinburgh Castle geschafft.

Studieninteressierte aufgepasst: Die Technische Universität Chemnitz bietet vom 22. bis 25. Oktober 2012 ein spezielles Schnupperangebot. Während der "Herbstuniversität" können sich Schülerinnen und Schüler einen ersten Überblick über das Lehrangebot und die Studienbedingungen in Chemnitz verschaffen. Aus 75 Lehr- und Informationsveranstaltungen können sie sich ihren Stundenplan für diese Tage zusammenstellen. Die angehenden Studierenden können an regulären Vorlesungen und Übungen aller Fakultäten teilnehmen. Zusätzlich erhalten Studieninteressierte die Chance, in Versuchsfelder und Laboratorien zu schauen oder in der Bibliothek zu stöbern. Und gegen Vorlage des Teilnehmerausweises werden sie in der Mensa zum Studententarif verpflegt.
Das E-Mentoring-Programm CyberMentor, das von den Universitäten Regensburg und Erlangen-Nürnberg umgesetzt wird, ist in seine vierte deutschlandweite Runde gestartet. Anliegen des Projektes ist es, die Beteiligung von Mädchen und Frauen im MINT-Bereich zu steigern. Den teilnehmenden Schülerinnen werden MINT-Akademikerinnen als persönliche Mentorinnen vermittelt, von denen sie ein Jahr lang betreut werden.
Der Bau der Fusionsanlage Wendelstein 7-X schreitet voran: Inzwischen zeigt sich der Anlagenkern in seiner endgültigen Gestalt. Am Tag der offenen Tür – veranstaltet am Samstag, den 20. Oktober 2012 von 10 bis 17 Uhr – können sich Besucherinnen und Besucher im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Greifswald von diesem Fortschritt überzeugen. Mit Wendelstein 7-X, der weltweit größten und modernsten Anlage ihrer Bauart, ist man auf der Suche nach einer neuen umweltfreundlichen Energiequelle, der Kernfusion. Ziel der Forschung ist ein Kraftwerk, das – ähnlich wie die Sonne – Energie aus der Verschmelzung von Atomkernen gewinnt.
Dieser Text ist eine - um einige Anmerkungen und Links erweiterte - Übersetzung eines Beitrags, der vor einigen Tagen auf feministing.com erschien. Für den Beitrag gilt eine Content-Warnung für sexualisierte Gewalt, ebenfalls für die verlinkten Texte, in denen auch das genannte Foto abgebildet ist.
Wir alle haben dieses Bild wohl schon gesehen. Seitdem es 1945 aufgenommen wurde, ist es in zahllosen Magazinen und Zeitungen abgebildet gewesen. Als ein Zeugnis seiner Allgegenwärtigkeit listete Buzzfeed es vor ein paar Wochen an der Spitze seiner “50 romantischsten Fotos aller Zeiten” auf.
Doch was zeigt und verkörpert es wirklich?
Wie wir nun erfahren, zeigt das Bild mitnichten einen romantischen Moment zwischen Liebenden, sondern eindeutig einen Akt sexualisierter Gewalt.
Eine Londoner Feministin hat mit dieser Beobachtung allerhand Aufruhr auf Facebook und in der Blogsphere verursacht. Die als Leopard bekannte Bloggerin zitiert aus dem Bericht der auf dem Foto abgebildete Frau, Greta Zimmer Friedman, über ihr Erlebnis und schreibt:
“Die meisten von uns sind vertraut mit diesem Bild. Aufgenommen am Times Square am V-J Day 1945 wurde es zu einem derjenigen Bilder mit dem stärksten Symbolcharakter in der amerikanischen Geschichte, denn es symbolisiert den Jubel und Überschwang, die am Ende des zweiten Weltkrieges im ganzen Land spürbar waren.
Habt ihr auch das Gefühl, dass irgendetwas nicht so ganz stimmt?
Ganz anders als bei einem Kuss eines liebenden Paares waren George und Greta völlig Fremde füreinander. Wie erfahren, dass George betrunken war und Greta nichts von seiner Anwesenheit ahnte, bis sie sich in seinen Armen befand, mit seinen Lippen auf ihren… Es liegt eigentlich auf der Hand, dass das, was George getan hatte, ein sexueller Übergriff war.” [Hervorhebungen von feministing.com übernommen]
Ein näherer Blick auf das betreffenden Bild zeigt bekräftigende Details, die eine_r_m bei genauerer Betrachtung den Magen umdrehen: das Grinsen auf den Gesichtern der Matrosen im Hintergrund; der feste Griff in dem er die körperlich kleinere Frau festhält, so dass sie nicht entkommen könnte, selbst wenn sie es versuchen würde; die geballte Faust der Frau und ihr steifer Körper.
Wenn es ein besseres Symbol dafür geben sollte, wie verkorkst unsere Vorstellungen von Sex und Romantik sind, so fällt es mir jedenfalls nicht ein.
Einerseits zeigt es, dass wir weit gekommen sind - zumindest hoffe ich inständig, dass in der heutigen Welt zumindest der ein oder andere Alarm ausgelöst würde, wenn man auf der Straße eine_n Fremde_n ohne deren_dessen Einverständnis küssen würde, wenn es nicht sogar die strafrechtliche Verfolgung nach sich ziehen würde, die es verdient (meine Hoffnungen werden genährt durch das Vorhandensein so mancher Stimmen und großartiger Organisationen, die gegen die Kultur des street harassment anarbeiten). Andererseits leben wir nach wie vor in einer Welt, in der, wie Leopard klarmacht, “die Tatsache, dass dieses allseits beliebte Foto eine Abbildung sexualisierter Gewalt und nicht von Leidenschaft ist, eine unbequeme Wahrheit darstellt, und diese zu benennen, eine als pedantische Miesmacherin dastehen lässt.”
Großartig übrigens auch der Nachfolgebeitrag von Leopard auf Crates and Ribbons, in welchem sie die häufigsten Einwände, die ihr in der Masse an Kommentaren zu ihrem Artikel begegnet sind, aufgreift und die darin enthaltenen Missverständnisse und Fehlschlüsse aufzeigt. Außerdem hat sie noch zwei weitere Fotos gefunden, die in der genannten Situation entstanden sind.
Eine weitere Einordnung der Ikonographie gibt es bei Sociological Images.

In einer Wettbewerbs-Gesellschaft ist es notwendig, sich von anderen Menschen abzugrenzen und sie “klein” zu machen.
In den von Wettbewerb und Konkurrenz dominierten westlichen Gesellschaften werden eher Unterschiede als Gemeinsamkeiten zwischen den Menschen betont.
Religiöse Unterschiede, Hautfarben, Nationalitäten, Klassenunterschiede, wie arm und reich, auch Berufsstände oder der Unterschied zwischen Mann und Frau werden den modernen Menschen ab dem Augenblick ihrer Geburt anerzogen.
Dieser ganze Prozess des Unterscheidens basiert auf einem damit einhergehenden Bewerten dieser Unterschiede.
Gerade das Bewerten der Unterschiede ist es jedoch, welches ein ganz spezifisches, destruktives Verhaltensmuster im Menschen zur Folge hat. Dieses Verhaltensmuster ist die Krankheit des “konkurrierenden Vergleichs”.
Auf der emotionalen Ebene unseres Daseins lässt sich dieser Prozess leicht veranschaulichen. Auf Grund der Tatsache, dass der Mensch gelernt hat sein Selbstwertgefühl über den “konkurrierenden Vergleich” mit seinen Mitmenschen aufzubauen, wird die gesunde Entwicklung des Selbstwertgefühls blockiert. Die Folge ist, dass auf unausweichliche Weise sogenannte “Sekundärgefühle” in ihm entstehen.
Misstrauen, Neid, Gier und EifersuchtSekundärgefühle wie Misstrauen, Neid, Gier und Eifersucht sind die unumgänglichen Folgeerscheinungen einer Verhaltensweise, die es notwendig macht, sich von anderen Menschen abzugrenzen und sie “klein” zu machen. Nur auf diese Weise ist es unserem Ego möglich, sein Selbstbild aufrecht zu erhalten.
Natürlich führt das Verhaltensmuster des “konkurrierenden Vergleichs” zu immer weiterer Abgrenzung, weil ein Mensch sich nie sicher sein kann, in einer Gesellschaft, die von Misstrauen, Neid, Gier und Eifersucht durchsetzt ist, nicht verletzt zu werden.
Um es noch einmal klar zu sagen: Misstrauen, Neid, Gier und Eifersucht sind reale Gifte, die das zwischenmenschliche Vertrauen untergraben, welches die Basis einer gesunden Gesellschaft bilden sollte.
Als “Sekundärgefühle” entspringen sie einer fehlgeleiteten Entwicklung des eigenen Selbstwertgefühls und sind Ausdruck und Folge der krebsartigen Werte und Normen eines kapitalistischen Werte- und Gesellschaftssystems.
Betrachten wir genauer, wie sich die “große Trennung” im Verlauf der psychischen Entwicklung im Menschen herausbildet:
Mit dem Augenblick der Geburt treten dem Kind die Eltern, die Verwandten, Erzieher und Lehrer als Ausdruck des “Gesellschaftscharakters” gegenüber. Sie beginnen das Kind, welches von Natur aus vielfältige Eigenschaften in sich trägt, nur entsprechend gesellschaftlich hoch bewerteter Kriterien zu erziehen.
So wird zum Beispiel ein christlich erzogenes Kind fast immer ein Christ oder ein in der islamischen Tradition erzogenes Kind fast immer ein Moslem.
Während der “Erziehung” kommen die Werkzeuge der Belohnung und/oder der Bestrafung von Seiten der Erzieher zum Einsatz, durch deren Anwendung das Kind darauf trainiert wird, die Normen und Werte der Erzieher und somit die der Gesellschaft zu übernehmen.
Im Verlauf dieser Form der “Erziehung” erlernt das Kind von Anfang an bestimmte, den Normen und Werten der Erzieher entsprechende, Rollen. So ist es zum Beispiel in einem kapitalistischen Wirtschafts- und Gesellschaftssystem, in dem Effizienz und Leistung einen hohen Stellenwert besitzen, unabdingbar, dass dem Kind Eigenschaften wie Pünktlichkeit, Leistungsfähigkeit, Rationalität und Gehorsam beigebracht werden - weil sie für das Funktionieren des gesellschaftlichen und vor allem des wirtschaftlichen Gesamtorganismus das Fundament bilden.
Eine der fundamentalen Auswirkungen dieses Entfremdungsprozesses ist der Verlust des Mitgefühls, dass in einer von Unterdrückung geprägten Person nicht zur Entfaltung kommen kann.
Ohne einen lebendigen Kontakt zum “Ganzen des Lebens” aber - seiner Fülle, seiner Spontanität, seiner Kraft und seiner Weisheit - entsteht im erstarrten Menschen daher auf unausweichliche Weise ein unterschwelliges Gefühl des Mangels und der Orientierungslosigkeit.
KontaktunfähigkeitDer Verlust eines lebendigen Kontaktes zu seiner Umwelt führt im modernen Menschen daher auch notwendigerweise zu der Einstellung, sein Leben - koste es, was es wolle - alleine meistern zu müssen.
Da der moderne Mensch der eigentlichen Quelle seiner Energie verlustig gegangen ist, versucht er das so entstandene “Leck” auf verschiedene Art und Weise wieder zu füllen.
Eine der wohl am häufigsten vorkommenden Kompensationserscheinungen ist der Konsum. Durch die Stimulation mit von außen zugeführten Reizen versuchen die Menschen das Gefühl des Mangels und der Orientierungslosigkeit auszugleichen und/oder sich davon abzulenken.[1]
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die wildwasser selbsthilfe lädt ein zum austausch
2.-4. November 2012, in der werkstatt der kulturen
Perspektiven
Austausch und Vernetzung politischer Selbsthilfe gegen Gewalt
30 Jahre Wildwasser Selbsthilfe Berlin
drei tage lang wollen wir mit euch erfahrungen austauschen und wissen erweitern. das veranstaltungsprogramm bietet euch die möglichkeit für theoretischen input und aktive teilnahme. in podiumsdiskussionen, workshops und an offenen thementischen habt ihr raum für eigene fragen und austausch mit den referent_innen.
eingeladen haben wir dazu unter anderem clare shaw (uk) und projekte wie agisra (köln), aguas bravas (nicaragua), ak mob (berlin), tauwetter (berlin). alle verbindet, dass ihre erfahrungen als betroffene von gewalt und diskriminierung sowie als politische aktivist_innen grundlegend für ihre arbeit sind.
aus verschiedenen perspektiven wollen wir aufzeigen wie wichtig es ist, dass die deutungshoheit über diese themen auf der seite der betroffenen bleibt.
programm und infos unter:
www.perspektiven-selbsthilfe.de
und auf facebook
all gender welcome, orgatechnisch wäre es toll, wenn ihr euch anmelden würdet, nicht zuletzt wegen der getränke und dem (veganen) essen. die werkstatt der kulturen ist barrierefrei, simultandolmetschung zwischen deutsch-englisch-spanisch.
Liebe Kolleg*innen, liebe Interessierte,
wir möchten Sie ganz herzlich zum Besuch der Ringvorlesung “Diversity
in der Stadt der Zukunft” einladen, mit dem das Gender- und
Technik-Zentrum das neue Kompetenzcluster der Beuth Hochschule für
Technik Berlin „Stadt der Zukunft“ aufgreift. Die Ringvorlesung findet
im WS 12/13 ab dem 22.10. 14tägl. am Montag um 16.15 Uhr im Rahmen des
Gender Diskurses des Gender- und Technik-Zentrums (GuTZ)an der Beuth
Hochschule in Raum B 507 statt.
Fachreferent*innen zu Gender- und Diversityperspektiven in Bereichen
wie der Entwicklung neuer Technologien, der Stadtplanung, der Mobilität,
der kommunalen Energieversorgung, dem Web 2.0 und der Chancengleichheit
im Beruf werden in ihren Vorträgen Ansätze, Strategien und
Good-Practice-Beispiele vorstellen, die zeigen, wie die zunehmende
gesellschaftliche Vielfalt in der Forschung und der beruflichen Praxis
berücksichtigt und produktiv in Arbeitszusammenhänge integriert werden
kann. Die einzelnen Termine werden von Professor*innen der Beuth
Hochschule für Technik moderiert, die zum jeweiligen Themenfeld
arbeiten.
Das vollständige Programm der Ringvorlesung mit
Hintergrundinformationen zu den Referent*innen und deren Vorträgen sowie
ein Plakat zur Veranstaltung finden Sie unter folgendem Link:
[projekt.beuth-hochschule.de]
Wir freuen uns sehr auf Ihren Besuch und einen angeregten und
inspirierenden Austausch,
beste Grüße
Mit besten Grüßen
Christiane Erlemann
Dr. Christiane Erlemann
Beuth Hochschule für Technik Berlin
GuTZ / GENDER- und TECHNIK-ZENTRUM
Luxemburger Str. 10
13353 Berlin
Mit dem Beitrag “Rassismus und Sprache - Eine Einführung” eröffnet
Natasha A. Kelly am Donnerstag, dem 11.10. um 18 Uhr, die
Ringvorlesung Gender, Race, Class, Bodies…Diversity als (berufliche)
Schlüsselkompetenzen. Die Vorlesungsreihe ist kostenlos und für alle
Interessierten offen.
Vorlesungsflyer als PDF
Termin: donnerstags, 14tägig, 18-19.30 Uhr, FH Potsdam,
Friedrich-Ebert-Str. 4, Raum 4070/71
Termine Oktober:
11. Oktober 2012:
Natasha A. Kelly: Rassismus und Sprache - Eine Einführung
Sprache ist kein neutrales, passives Medium, mit dem gesellschaftliche
Wirklichkeiten ›objektiv‹ abgebildet werden. Stattdessen stellen
Menschen u.a. durch ihre Wortwahl und ihren Sprechstil unterschiedliche
Sichtweisen und Wirklichkeitsvorstellungen aktiv her. Auch wenn die
diskriminierende Wirkung von Sprachhandlungen in der öffentlichen
Wahrnehmung oft auf Schimpfwörter beschränkt wird, kommt sprachliche
Diskriminierung weit häufiger vor, als es zunächst scheint. Während
manche Begriffe in jeder Verwendung im deutschsprachigen Raum heute
rassistisch sind, werden andere erst im Kontext und in der Art ihrer
Verwendung rassistisch aufgeladen. Rassismus hat viele unterschiedliche
Dimensionen, sprachliche Be_Nennungspraktiken sind eine sehr wichtige,
die kontinuierlich realisiert wird – sowohl im Sprechen als auch im
Nicht-Sprechen, im Wegsehen und Schweigen.
Natasha A. Kelly ist Doktorandin am Institut für
Kommunikationswissenschaften der Universität Münster und
wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für transdisziplinäre
Geschlechterstudien der Humboldt Universität zu Berlin. Sie ist als
Autorin und Journalistin tätig und seit vielen Jahren in der
anti-rassistischen Bewegung aktiv. Im Mai 2012 wurde sie in den
Landesbeirat für Integrations- und Migrationsfragen des Berliner Senats
als Repräsentantin der Europäischen Union gewählt.
Näheres unter: [www.natashaakelly.com]
25. Oktober 2012:
Marika Schmiedt: “Die Gedanken sind frei” Angst ist Alltag für Roma in EUropa
Der Beitrag setzt sich mit der Verfolgung von Roma, insbesondere mit den
Verhältnissen zwischen “Damals und Heute” auseinander. Dabei richtet
sich der Blick u. a auf die Auswirkungen der faschistischen
Vernichtungsideologie auf nachfolgende Generationen und auf die
real-politische Situation. Gefragt wird danach, was das Ausmaß der
europaweiten massiv steigenden Verfolgungen und Diskriminierung wirklich
bedeutet.
Marika Schmiedt , 1966 in Traun/Oberösterreich geboren, Aktivistin,
Filmemacherin, bildende Künstlerin. Seit 1999 Recherchen zur Verfolgung
von Roma und Sinti; die Auseinandersetzung mit der Situation der Roma
vor und nach 1945 bildet einen Schwerpunkt der künstlerischen Arbeit.
Tätigkeiten in der Jugend- und Erwachsenenbildung. Marika Schmiedt lebt
und arbeitet in Wien.
Näheres unter: [marikaschmiedt.wordpress.com]
Wir freuen uns über Euer/Ihr Kommen.
Mit besten Grüßen
Stephanie Urgast, Gleichstellungsbüro FH Potsdam
Gleichstellungsbüro
FH Potsdam
Friedrich-Ebert-Str. 4
14467 Potsdam
Mail: [email protected]
Blog: [gleichstellungsbuerofhp.blogsport.de]
Fotoausstellung
ANDERSRUMportraits
Ausstellungseröffnung: 25. Oktober 2012, 17 Uhr
Ort: Fachhochschule Potsdam, Friedrich-Ebert-Str. 4, 14467 Potsdam
„… und außerdem ist sie ein bisschen andersrum.“ singt 1958 Zarah Leander in ihrem Song “Warum soll denn eine Frau kein Verhältnis haben“.
„Andersrum“ ist seit Jahrzehnten das Synonym für das Schubladendenken der heteronormativen Mehrheitsgesellschaft über nicht-heterosexuelle Lebensweisen. Man kann dieses Wort mit einer gewissen spitzbübischen Ironie verwenden, so wie es Zarah Leander getan hat, oder als ein Schimpfwort.
Die Fotografin Alexa Seewald hat das Wort „andersrum“ als Leitmotiv für ihr Projekt gegen Homophobie verwendet. Damit folgt sie der Tradition der Homosexuellenbewegung, stigmatisierende Bezeichnungen in ironisch-wertschätzende Selbstbezeichnung der Community.
Mit dem Projekt dreht die Fotografin – im wörtlichen Sinne – den Spieß beziehungsweise die abgebildete Person um. Alle Porträtierten sieht man nur von hinten. Dabei können die von hinten abgebildeten Personen ihren eigenen Status bewahren. Mit der Präsentation ihrer Bilder visualisiert Alexa Seewald bei den Bauzaunverschönerungen oder Ausstellungen Lesben, Schwule und Transidente als nicht mehr wegzudenkenden Teil der Gesellschaft.
Weitere Informationen unter: www.andersrumportrait.de
Austellungsflyer als PDF
Wir freuen uns über Euer/Ihr Kommen.
Mit besten Grüßen
Stephanie Urgast, Gleichstellungsbüro FH Potsdam
Gleichstellungsbüro
FH Potsdam
Friedrich-Ebert-Str. 4
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In den letzten zwei Wochen fand die Berufungsverhandlung zum Urteil über die drei Pussy Riot Aktivistinnen Nadezhda Tolokonnikova, Maria Alekhina und Yekaterina Samutsevich statt. Diese waren im Oktober nach einem skandlösen Verfahren zu jeweils zwei Jahren Straflager verurteilt worden.
Zu Beginn der Berufung hatte Yekaterina Samutsevich überraschanderweise bekannt gegeben sich von den drei Anwält_innen zu trennen, die bisher die drei Frauen gemeinsam vertreten hatten. Mit neuer Vertretung konnte nun für sie eine Änderung des Urteils erwirkt werden. Ihre restliche Strafe wurde in eine Bewährungsstrafe umgewandelt. Die Begründung dafür: Samutsevich hatte gar nicht an der tatsächlichen Durchführung des Punkgebets teilgenommen, da sie noch, bevor sie einen Ton spielen konnte, durch Sicherheitskräfte aus der Kirche entfernt worden war. Sie sitzt gemeinsam mit den anderen beiden Aktivistinnen bereits seit über sechs Monaten in (Untersuchungs)Haft.
In ihren abschließenden Worten im Gericht sagte sie:
Die Idee von unserer Aktion war politisch, nicht religiös. In unseren vorherigen Aktionen, wie auch in dieser, haben wir gegen die Macht des amtierenden Präsidenten, gegen die Kirche, als Institution, die sich mit dem Staat vermengt und gegen politische Statements des Patriarchen protestiert. Darum glaube ich, dass ich kein Verbrechen begangen habe. Das ist die gemeinsame Position von uns dreien. Es gibt keine Spaltung bei Pussy Riot.
Nach der Verkündung der umgewandelten Strafe wurde sie von Nadezhda Tolokonnikova und Maria Alekhina umarmt. Die beiden müssen nun ihre Strafe in einem Straflager antreten. Keiner der Anträge auf erneute Zeugenaussagen und neue Gutachten wurde stattgegeben.
Wer_welche noch einmal nachlesen möchte, warum die drei verhaftet worden waren und was während des Prozesses geschah, findet in unserem Dossier eine Reihe von Artikel.
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| Länderübergreifender Protest: Demonstranten gegen den Pussy-Riot-Prozess vor der russischen Botschaft in London Foto: Sean Comiskey, cc-by-nc-sa |
Hirslanden lanciert das erste App mit sprechendem, virtuellem Coach für werdende Väter in der Schweiz: Papi, der Profi. Ab sofort ist der Ratgeber kostenlos im App Store für iPhone und iPad erhätlich.
Ob auf dem Weg ins Büro oder vor dem Gang ins Fitnesscenter: Werdende Papis können unterwegs nützliche Informationen abrufen und sich Wissen aneignen rund um den bevorstehenden neuen Alltag mit dem Säugling. Die neue App soll dem Vater Sicherheit und Selbstvertrauen im Umgang mit seinem neugeborenen Baby geben.
Das neue App “Papi, der Profi” gibt Antworten und Ratschläge auf die am häufigsten gestellten Fragen. Wie schläft mein Kind am besten ein? Was muss ich beim Transport beachten? Wann muss mein Kind zum Arzt? In neun Kapiteln erfährt der angehende Vater alles Wichtige im Umgang mit dem Neugeborenen.
Zu Beginn eines jeden Kapitels zeigt ein Video vermeidbare Szenen oder falsches Verhalten auf. Im Anschluss erklärt der sprechende Coach den richtigen Umgang und gibt Tipps. Dazwischen geben Hebammen und Ärzte Auskunft zum jeweilgen Thema. Und als weiteres Feature der App kann am Schluss des jeweiligen Kapitels das erlernte Wissen mit einem Fragequiz getestet werden.
Quelle
Die_der renommierte Sozialwissenschaftler_in Zülfkuar Çetin hat „Geschlecht: Wider die Natürlichkeit“ in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „freitext“ rezensiert (Nr. 20, S.8-9). In der Besprechung heißt es unter anderem:
„Hiermit werden die ‚Geschlechter‘ nicht mehr als ‚natürlich‘, angeboren, vorgegeben, unabänderlich und überzeitlich angesehen, sondern als historisch und wirtschaftlich bedingte soziale Konstruktionen, welche die Unterdrückung der Frau oder des Nicht-Männlichen rechtfertigen. […] Das Buch „Geschlecht. Wider die Natürlichkeit“ bietet mit seiner verständlichen Sprache und schlüssigen Struktur eine gute Einführung zur Dekonstruktion des biologischen Geschlechts aus der Sicht eines kritischen Biologen und Sozialwissenschaftlers.“
Die vollständige Besprechung findet sich in der aktuellen und sehr lesenswerten Jubiläumsausgabe der „freitext“. Sie ist - wie die vorangegangenen Ausgaben - sehr zu empfehlen!
Eine Übersicht über die bisher erschienenen Rezensionen findet sich hier.
Die Bevölkerung in Deutschland wird immer bunter – die Gruppe der Schülerinnen mit Abitur auch. Mit dem Projekt „Technik braucht Vielfalt" wollen Femtec.GmbH und der Berliner Bildungsträger LIFE e.V. zusammen mit Universitäten und Hochschulen neue Wege für junge Frauen mit und ohne Migrationshintergrund in die sogenannten MINT-Fächer erschließen. Damit das immer besser gelingt, müssen viele zusammenarbeiten: Universitäten/Hochschulen, zivilgesellschaftliche Akteure, Schulen, insbesondere Migranten-Selbstorganisationen und Unternehmen. Mit diesen Partnern wollen wir in drei Modellregionen tragfähige Netzwerke aufbauen und ganz praktisch ausprobieren, wie es besser gehen kann.
Silke ist tendenziell eine Verfechterin freier Software, eine Kritikerin freier Software, weiß, Sozialwissenschaftlerin, aber auch irgendwie Systemadministratorin, fühlt sich dem Konzept “Frau” näher als dem Konzept “Mann” und bloggt unter silkemeyer.net. Nachdem die letzte Ausgabe des Linux-Magazins in ihr Haus flatterte und so gar nicht zu einem entspannten Lesevergnügen wurde, schrieb sie an den Chefredakteur einen offenen Brief, den wir mit freundlicher Genehmigung auch bei uns veröffentlichen dürfen.
Lieber Jan Kleinert,
is’ schon toll, am Samstag aufzustehen, zu denken, hach, jetzt endlich bei einem Käffchen im neuen Linux-Magazin schmökern, das seit Tagen hier liegt, – und dann das: Deine Aufforderung, in meine Kuschelnische zu gehen und lieber die verbessern zu wollen als die Gesellschaft. Denn wenn mein Anliegen von gesellschaftlicher Relevanz wäre und ich nur fähig genug wäre, dann gäbe es ja gar keine strukturellen Ungleichheiten, keine ungleiche Machtverteilung, keine Ungleichbehandlungen, keine Diskriminierung. Hast Du es gut, dass Du daran glauben kannst – muss schön sein!
Dein Text strotzt so von *nixgerafft*, dass ich kaum weiß, wo ich anfangen soll. Du führst in den paar Absätzen fast jedes Argumentationsmuster vor, dass privilegierte Menschen oft nutzen, wenn ihre Privilegien angegriffen, in Frage gestellt oder auch nur mal explizit benannt werden.
Kurz der Hintergrund: Die Ausgabe 10/12 der Linux-Magazins richtete sich, dem Cover nach zu urteilen an “Jungs”. Der Aufmacher: “Aufpasssen Jungs! Android, Embedded, Rootkits, IPv6 – auf Linux lauern neue Gefahren”. Diverse Twitternde fanden die klare Ansprache nur männlicher Leser unmöglich – so auch ich. Der Twitter-Account Deines Blättchens ist allerdings offenbar nicht für die Kommunikation mit den Lesenden gedacht, sondern lediglich für das Verlinken von Fachartikeln, so dass da nichts zurückkam.
Lieber Jan, Dein Editorial der Ausgabe 11/12 lässt zumindest vermuten, dass die Kritik am letzten Cover Dir vielleicht mal irgendwie zu Ohren kam. Wäre Dir ein Zacken aus der Krone gefallen, wenn Du diese Kritik mal direkt aufgegriffen und damit auch transparent gemacht hättest? Oder wenn Du die Kritik gar angenommen hättest, etwa mit einem “Ja, stimmt, ich gehe von ca. 15 Prozent Frauen in der Leserschaft aus, und von anderen Menschen, die sich nicht mit der Anrufung als “Jungs” identifizieren. Deshalb war es unreflektiert, auf dem Cover nur “Jungs” anzusprechen…” Hier dann vielleicht ein Verbesserungsvorschlag in Bezug auf geschlechtergerechtere Sprache in den künftigen Ausgaben oder Artikel zum Thema im Linux-Magazin oder oder oder…
Aber nö, Du pöbelst einfach mal ne Runde, so ganz ohne Kontext. Dein Heftchen steht ja auch nicht in einem gesellschaftlichen Kontext – Technik ist ja neutral, ne? NICHT. Lass mich kurz aus Deinem Editorial zitieren (auch für diejenigen, die ihr Geld nicht für ein Linux-Magazin-Abo verschwenden):
Erfolg bei Frauen und Desktops
Danke für den zweideutigen Titel, der so schön auf den Punkt bringt, wie der Diskurs läuft: Wenn Menschen/Frauen* die Klappe aufmachen, denen man nicht zuhören will, weil man dann womöglich seinen Thron verlassen müsste, dann sind die in der Regel gewählten Strategien Ironie, nicht ernst nehmen und die Erinnerung daran, dass Frauen eigentlich Sexualpartnerinnen sind. Schön auch, dass Du mit “Erfolg bei Frauen” auch gleich nochmal festschreibst: Das Linux-Magazin richtet sich in erster Linie an heterosexuelle Männer oder “Jungs”. Diese “Frauen” sind halt so ein Dings, bei dem Du und die, die wie Du denken, Erfolg haben wollt – und mehr nicht.
Alle wünschen sich den Erfolg. Den zum Beispiel, mehr Frauen in IT-Berufe zu bringen – momentan liegt die Quote bei mageren 15 Prozent. Und da sich Erfolge meist nicht von allein einstellen, muss der Engagierte nachhelfen: Die Non-Profit-Initiative Rails Girls beispielsweise versucht weilweit mit kostenlosen Workshops Frauen fürs Programmieren zu begeistern. Vorkenntnisse braucht es nicht, ein Laptop und zwei X-Chromosomen reichen.
[...]
Alle sehnen den Erfolg herbei – und sind geknickt, wenn er trotz Mühe ausbleibt. der Begriff ,Erfolg’ bezeichnet das Erreichen selbst gesetzter Ziele. Stellt sich ein Erfolg nicht ein, deutet das gemeinhin auf einen Mangel an Umsetzungskompetenz hin. An dieser recht Führungskräfte-mäßigen Lehrmeinung jedoch müssen Zweifel erlaubt sein. Vielleicht liegts ja bloß am ,Ziel’, zumal es ,selbst gesetzt’ ist?!
Erfolg und selbst gesteckte, unerreichte Ziele von Individuen - darum geht es also in Deinem Verständnis des Problems™. Gesellschaftliche Strukturen, verfestigte soziale Dynamiken, die eben kein individueller Zufall sind, und Machtverhältnisse gibt es in Deiner Welt offenbar nicht. Wenn Menschen sich nur “relevante” (s.u.), aber bitte persönliche Ziele stecken würden, dann müssten sie auch nicht dauernd rumpiensen. Den Satz mit der Umsetzungskompetenz streichen wir am besten mal aus dem Protokoll.
Schön, Jan, dass Du in Deinem Leben offenbar jede Hürde aus eigener Kraft überwinden konntest. Schön, dass Du Deine persönlichen Ziele so erfolgreich erreichst und jetzt von Deinem Chefredakteurssessel aus auf die Aktivist*innen herabschauen kannst, die politisch, sozial, technisch oder auf anderen selbst gewählten Wegen für eine Veränderung der Welt kämpfen. Sich mal öffentlich über die Rails Girls lustig machen, die ja doch nichts bewegten, weil ihr Ziel unwichtig sei - das ist doch echt das allerletzte!!!
Beispiel IT-Berufe: Warum ist eine hohe Frauenquote ein erstrebenswertes Ziel und eine niedrige ein Misserfolg? Weniger Frauen als Männer streben in Computerberufe – ja und? Sind nicht eher Förderprogramme wie Rails Girls eine Form von Diskriminierung, die meinen, Frauen Informatikberufe erklären zu müssen?! Ganz so als es eine geschlechterspezifische Wahrnehmungsstörung, die einer Bevölkerungshälfte den Blick auf die Schönheit des Programmierer- oder Admin-Berufs verwehrt. Frauen sind keine Schimpansen, die sich per se mit Ruby ein bisschen schwer tun und darum spezieller Betreuung bedürfen. Viele haben schlicht keinen Bock. [...]
Danke, dass Du Frauen den Menschenstatus so ausdrücklich zuerkennst. In dem Moment, wo Du beinahe sagst, Frauen hätten keine genetischen Veranlagungen, sich weniger oft/lange mit Computern zu beschäftigen, hatte ich fast schon Hoffnung. Bloß: Wie erklärst Du Deine These, dass so viele Frauenzufällig “keinen Bock” auf Computer hätten? Das kann ja nichts zu tun haben mit Sozialisation in unserer Gesellschaft oder mit Strukturen im Bildungssystem. Oder damit, dass eine einmal erreichte geschlechtermäßig einseitige Zusammensetzung eines gesellschaftlichen Bereichs ausschließend auf Menschen wirkt, die da nicht reinpassen.
Du fragst, warum eine niedrige Frauenquote in IT-Berufen ein “Misserfolg” ist? Hast Du das Wort “Symptom” schon mal gehört? Interessant auch, dass Du in Initiativen, die Frauen und andere Nicht-Männer (X-Chromosomen interessieren nämlich auch keine Sau!) ins Programmieren einführen, gleich hineininterpretierst, sie hätten das Ziel die Frauenquote in der IT-Berufswelt zu revolutionieren. Da könntest Du Dich mal mit der Idee von Empowerment vertraut machen… Die Idee sollte Dir aus dem Zusammenhang freier Software eigentlich gar nicht so fern liegen – Dinge selbst machen können und so.
Drum merket: Wenn es den selbst gesteckten Zielen an Relevanz mangelt, büßen auch Erfolg und Misserfolg an Bedeutung ein. Liebe Girls- und Desktop-Missionare, senkt die Waffen und geht in eure Klöster zurück! Ist ja nicht so, als gäbe es dort nichts zu tun.
Ich darf explizieren: An den von Dir konstatierten 15 Prozent Frauen in IT-Berufen etwas verändern zu wollen, ist eh ein irrelevantes Ziel, deshalb ist es auch egal, wenn das nicht gelingt. Yo, Alter! Hier muss ich echt nicht ausholen, um zu erläutern, warum ich Dich einen Sexisten nenne.
Eine Frage hätt’ ich noch: Welches ist denn Deiner Ansicht nach mein “Kloster”, in das Du mich “zurück”schicken möchtest und was soll ich da genau machen? Mein privates Netzwerk betreuen? Backup-Skripte für meinen Laptop schreiben? Kochen? Sonst noch was?
Silke Meyer
Der Anlass hätte nicht besser sein können: Im Rahmen einer Feierveranstaltung zum Projekt „Best MINT – Erfolgreicher MINT-Abschluss an bayerischen Hochschulen“ an der Universität Augsburg gab gestern der bayerische Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Dr. Wolfgang Heubisch, den Beitritt Bayerns zum nationalen Pakt „Komm, mach MINT.“ bekannt. Im Beisein von Dr. Susanne Ihsen, Professorin für Gender Studies an der TU München, die als stellvertretende Vorsitzende des Kompetenzzentrums Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V. den nationalen Pakt „Komm, mach MINT.“ vertrat, unterzeichnete er das Memorandum.

© Paula Bulling: "Im Land der Frühaufsteher" / avant-verlag
Über mehrere Jahre hinweg hat Paula Bulling in deutschen Asylbewerberheimen recherchiert. Aus den Geschichten der Menschen dort hat sie eine so behutsame wie aufrüttelnde Comic-Reportage gemacht.
Von Anette Selg
“Willkommen im Land der Frühaufsteher“ – mit diesem absurden Slogan begrüßt das Land Sachsen-Anhalt seit einigen Jahren an den Autobahnen all diejenigen, die die Landesgrenzen überqueren. Und in Sachsen-Anhalt, genauer auf Burg Giebichenstein in Halle, hat Paula Bulling in den vergangenen fünf Jahren studiert. „Ich wollte ursprünglich Keramikerin werden, und Burg Giebichenstein ist die einzige Kunsthochschule in Deutschland, an der man das studieren kann.“ Zum Comic gekommen ist Bulling erst, als der Berliner Comic-Künstler und Grafiker ATAK die Illustrationsprofessur an der Burg übernahm. „Geh doch mal hin, der ist cool“, meinte ein Freund damals zu ihr. Und so ging es los mit ihr und den Comics.
Die Zeichnerin erzählt, dass das Thema ihres ersten Comics der Flüchtlingskosmos in Halle und Umgebung war. Der Auslöser ihrer Recherchen: eine Veranstaltung syrischer MenschenrechtsaktivistInnen im Sommer 2008. „Nach der Hälfte der Veranstaltung haben sie angefangen, über ihre Situation im Flüchtlingsheim zu reden“, erzählt Bulling. „Dann wurde eine Begehung des Heims organisiert. Dazu gab es eine kleine Demonstration mit Plakaten, Musik und Reden. Doch dann kam die Polizei, und wir AktivistInnen haben alle eine Anzeige bekommen wegen Hausfriedensbruch. Und dann war ich entflammt, weil das gleich so krass war.“
Auf dieser Heimbegehung lernte Bulling Salissou Oumarou kennen, einen Filmemacher aus Niger, der damals im Flüchtlingsheim Karlshütte in der Nähe von Halle lebte. „Ich habe viele Porträts gezeichnet in Karlshütte, Fotos gemacht, geschrieben.“ Paula Bulling knüpfte Kontakte zu Flüchtlingen in anderen Heimen. Später verband sie ihre Recherchen, fügte Zwischenkapitel ein – ohne dabei die dokumentarische Ebene zu verlassen.

© Paula Bulling: "Im Land der Frühaufsteher" / avant-verlag
Die Problematik ihres weißen Blicks auf die Situation der Flüchtlinge in Deutschland thematisiert Bulling dabei immer wieder. Während einer Demonstration gegen die schikanöse Rechtslage, dass Flüchtlinge einen Urlaubsschein beantragen müssen, nur um ihren Landkreis zu verlassen, trifft die „Paula-Figur“, wie die Zeichnerin ihre Protagonistin nennt, einen alten Bekannten und erzählt von ihrem Comic. „Du produzierst weiße Bilder von schwarzen Menschen“, sagt er zu ihr. „Wer nicht weiß ist, wird beschrieben. Aber spricht nicht selber.“ Und überhaupt treffe er in letzter Zeit überall weiße Mädels, die Filme über die armen, schwarzen Flüchtlinge machten.
Die Begegnung habe sich tatsächlich genau so ereignet, erzählt Paula Bulling. Und sie sei danach total blockiert gewesen, habe mehrere Wochen nicht gearbeitet, weil sie so verstört war. „Natürlich können wir überhaupt nicht wissen, wovon wir sprechen, weil wir diese rassistischen Erfahrungen nicht nachvollziehen können als Weiße. Aber gleichzeitig gibt es diese Motivation, diesem Thema eine Präsenz zu geben. Wie tariert man diese Konflikte so aus, dass man trotzdem handlungsfähig bleibt?“ Dann lacht Paula Bulling und zündet sich eine Zigarette an. „Was ich interessant fand an der Szene: Dass er die ganze Zeit darüber spricht, dass man zuhören soll, anstatt selber zu sprechen. Und nebenher läuft diese sehr emotionale Rede von dem Vertreter dieser Flüchtlingsorganisation, und er und ich kriegen davon überhaupt nichts mit. Ich habe dann später den Redner angeschrieben und mir für den Comic den Text geben lassen.“
Die Zeichnerin hat einen Weg aus dieser weißen Selbstbezogenheit gefunden. „Die Texte von Aziz und den anderen ‚Halberstädtern‘ sind von Noel Kaboré“, steht ganz vorn im Buch. „Noel, das ist die Figur, die uns in Halberstadt das Heim zeigt“, sagt Paula Bulling. „Als ich ihm meine Texte zu den Halberstadt-Szenen gezeigt habe, musste er herzlich lachen. Das würde er doch nie so sagen, meinte er.“ Sie grinst. „Wir haben den Text zu den 30 Seiten dann gemeinsam geschrieben.“ Paula Bulling blättert im Buch, liest vor: „In diese Ort, ich frage mich. Wer bin ich … und wie kann ich ein normal Mensch sei? Jetzt bin ich wie verrückt. Wie verrückt.“ Sie selbst wäre nie auf diese Formulierungen gekommen. „Ich finde den Text total stark – oder hier.“ Sie zeigt auf ein Bild, in dem die Tür zu Aziz’ – also Noels – Zimmer im Heim aufgeht und eine junge schwarze Frau, Fatma, in der Tür steht. „Salut“, sagt sie und geht zu einem kleinen Fernsehgerät in der Ecke. „Was ist los mit dein Asylanten-Fernseher?“, fragt die Frau dann. Die Zeichnerin liest die Stelle laut vor und wirft sich fast weg vor Lachen. „Das fand ich so geil. Das hätte ich nie gewusst, dass sie selbst das Wort Asylant benutzen, um sich lustig zu machen, um etwas zu bezeichnen, was nicht funktioniert, irgendwie blöd ist.“
Im Comic bekommt Fatma das Gerät endlich zum Laufen, und es folgt eine seitenfüllende Zeichnung ohne Worte. Die junge Frau sitzt ganz in sich versunken auf dem Fußboden, hat die Arme um die Knie geschlungen und schaut zum Bildschirm, auf dem sich ein Paar umarmt. Bulling verwendet in ihren Zeichnungen Tusche, Ölkreiden, Bleistift und Filzstift. Es entstehen vielschichtige, manchmal sehr zarte Bilder, die oft über ein, zwei Seiten gehen und – ebenso wie Bullings individualisierte Gesichter – recht untypisch für einen Comic sind.

© Paula Bulling: "Im Land der Frühaufsteher" / avant-verlag
Am Ende von Bullings Comic stehen Bilder, die die ganz in Schwarz gehüllte Witwe Kristina Khudoyan zeigen. Ihr Mann, Azad Murad Hadji, hatte im Juli 2009 unter ungeklärten Umständen schwere Verbrennungen erlitten, an denen er später verstarb. Die Ermittlungen wurden noch im selben Sommer ohne Ergebnis eingestellt. „Ich hatte die Familie davor schon gezeichnet, und dann starb dieser Mensch“, erzählt Paula Bulling. „Da wollte ich fast aufhören mit dem Ganzen. Ich dachte, ich bin einfach zu klein, um etwas zu sagen. Aber dann habe ich mit vielen Freunden geredet und dieses letzte Kapitel doch noch gemacht. Weil in Azad Hadjis Tod auch viele Fäden der Geschichte zusammenlaufen, diese Isolation der Flüchtlinge, das Desinteresse der anderen, die Unklarheit über seinen Tod.“
Ende Juni 2012 hat sich die Härtefallkommission Sachsen-Anhalts für das Bleiberecht für Kristina Khudoyan und ihre zwei in Deutschland geborenen Töchter ausgesprochen. „Es war Zufall, dass sich dieses Ereignis mit dem Erscheinen des Buchs überschnitten hat. Ich bin total froh, dass sie bleiben können. Aber ich finde es nach wie vor unfassbar, dass man jahrelang versucht hat, sie abzuschieben.“ Die Zeichnerin schüttelt fassungslos den Kopf. „Ich dachte immer, ich sei abgebrüht. Aber ich hatte schon meine Gründe, dieses Buch zu machen.“ (aus: Missy Magazine 03/12)

© Paula Bulling: "Im Land der Frühaufsteher" / avant-verlag, 120 S., 17,95 Euro
MISSY verlost zwei handsignierte Ausgaben des Buches. Und weil diese Signaturen so wunderschön sind, waren wir ganz verzaubert, als uns die Exemplare erreichten und haben sie gleich für euch fotografiert (s.o.). Schreibt einfach bis zum 21.10. eine E-Mail an [email protected] und sagt, warum ihr Paula Bulling toll findet. Eine Leseprobe gibt es hier.
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Der Rasierer, den der Mann benutzt, ist etwa ein Jahr alt und brummt nicht, sondern quietscht. Denn der Familienvater lässt seinen Sprössling die Bartpflege per Elektrorasierer übernehmen – Alltag eines Hausmannes und doch nicht alltäglich. Denn obwohl die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein Thema ist, das die Diskussionen beherrscht, stehen dabei meist die Frauen im Fokus.
Die kleine Foto-Ausstellung „Väter-Vorbilder“ im Kreishaus des Rheinisch Bergischen Kreises will mit diesem Rollenklischee brechen und zeigt moderne Väter bei ihrer Erziehungsarbeit und im Familienalltag.
Ziel des Rheinisch-Bergischen Kreises ist es, Väter bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu unterstützen und das Thema verstärkt in die öffentliche Aufmerksamkeit zu rücken. Durch die Ausstellung werden die Besucher dazu eingeladen, über die heutige Vaterrolle nachzudenken.
Gründe für die in vielen Teilen der Wirtschaft noch viel größere Zurückhaltung der Männer gebe es viele, sagte Stephan Rust, Väterbeauftragter der Caritas Rhein-Berg. Häufig seien finanzielle Gründe oder die Angst vor einem Karriereknick ausschlaggebend. Familienarbeit müsse man sich auch finanziell leisten können. „Wie brauchen ein Höchstmaß an Akzeptanz für individuelle Familienmodelle“, forderte Rust.
Die Ausstellung ist bis zum 26. Oktober im Kreishaus in Bergisch Gladbach, montags bis donnerstags, von 8.30 bis 18 Uhr, freitags bis 15 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei.
Quelle
"Viel zu viel Sex für zu wenig Erkenntnis". So fassen die Spiegel-Online-Rezensenten ihre Meinung über den ersten Erwachsenenroman der englischen Harry-Potter-Autorin zusammen. Außerdem werfen sie J. K. Rowling die Verwendung von viel zu vielen Klischees vor, aber das ist so bösartig wie dieser Roman.
Der Horror einer Kleinstadt
"Ein plötzlicher Todesfall" ist ein sehr lesenswertes Buch - wenn man wissen will, wie grausam es hinter den Kulissen einer nach außen besonders freundlich wirkenden Kleinstadt zu geht. In Rowlings neuem Universum hasst (fast) jeder jeden. Kinder ihre Eltern, die Etablierten diejenigen, die von Sozialhilfe leben, Alteingesessene alle, die von draußen zugezogen sind. Das schildert die weltberühmte Harry-Potter-Autorin perfekt, mit tiefem Einfühlungsvermögen. Dass sie für ihre gekonnten Portraits altgediente Klischees benutzt, kann man ihr nicht vorwerfen. In jedem Klischee steckt schließlich ein kräftiger Funken Wahrheit, sonst wäre es keines, und Rowling entlarvt diesen Kern mit großem schriftstellerischen Können.
Das ist der Unterschied zur Zauberschule von Harry Potter: Für ihn schuf J. K. Rowling eine neue Welt. In "Ein plötzlicher Todesfall" begnügt sie sich mit unserer bekannten: eine Kleinstadt irgendwo in England, hübsche Häuser im Inneren, die malerische Ruine einer Abbey auf dem Hügel drüber und eine Sozialbausiedlung am äußeren Rand. Ein Stadtrat stirbt plötzlich (Aneurysma im Gehirn), und ebenso zeigen seine Kollegen und Konkurrenten, wie dünn die Kulissen der Wohlanständigkeit sind.
Hinter der Fassade des Anstands
Klar, da geht es auch um Sex, zwischen Teenies wie bei den Erwachsenen, aber das ist hier nicht die Hauptsache. Viel wichtiger: Rowling versucht (erfolgreich!) zu schildern, wie weit jeder bei der Verfolgung seiner ganz privaten Vorurteile zu gehen bereit ist, nämlich sehr, sehr weit. Nicht gerade über Leichen - der tote Stadtrat bleibt über eine weite Lesestrecke die einzige -, aber über sehr viele Grenzen des Anstands und der Mitmenschlichkeit hinaus.
Das liest sich auf den ersten 50 Seiten meistens amüsant, aber eher unspannend, doch sobald der Frust, der versteckte Ärger und der Egoismus der Kleinstädter deutlicher wird, entwickelt der "plötzliche Todesfall" Thrill. Zum dramatischen Schluss wird mir die Geschichte zu kitschig, aber auch im Klischee von der Kitschvorliebe der Kleinstädter (besonders der englischen, besonders bei der Beerdigung von Kindern und Jugendlichen) steckt ja ein gutes Stück Wahrheit.
Bucherfolg auch ohne Berühmtheit?
Schlussfrage: Kann J. K. Rowling also auch für Erwachsene schreiben? Wurde ihr Buch nur wenige Tage nach seinem Erscheinen nur deshalb zum Bestseller, weil die Autorin so berühmt ist, oder steckt mehr dahinter? Ich finde, die Antwort auf Frage Nummer eins heißt - ja, sie kann schreiben. Auf Frage Nummer zwei: Zum rapiden Einstieg in die Bestsellerlisten verhalf dem Buch eine perfekt organisierte Marketingkampagne mit Rowling-Interviews in allen wichtigen Medien. Mit dem Harry-Potter-Zyklus wurde sie schließlich zur reichsten Frau Englands (vielleicht abgesehen von der Queen) und ist deshalb für jeden Journalisten interessant. Ohne diesen Ruhm wäre "Ein plötzlicher Todesfall" wahrscheinlich nur ein paar Feuilletonisten aufgefallen, aber das macht nichts. So oder so ist J. R. Rowlings erster Erwachsenenroman ein sehr lesenswertes Buch - zum Fürchten, wenn Sie selbst aus einer Kleinstadt kommen und sich daran erinnern können, wie gemein die Menschen dort hinter ihren Smiley-Masken sein können. Als gebürtiger Metropolit werden Sie den Humor und den Witz genießen, mit denen die Autorin ihre kleinen und großen "Helden" schildert.
…as i promised here, here’s my last interview i did with the underground-art mag nightground:
[www.nightground.com]
…there are some „behind the curtain“-pix, too - check it out!
.so far so good:
<3 .hugs‘n'kisses. <3
:t:
Auf The F Word schreibt Gastautorin Lucy Britton über Feminismus und Behinderung.
Feministing interviewt Laury Penny, die Autorin des Buches Fleischmarkt.
In Schottland ist eine Kampagne gegen sexualisierte Gewalt gestaltet, die sich in erster Linie an (potentielle) Täter richtet.
Sarah J. Jackson schreibt auf Fly Over Feminism, warum sie den US-amerikanischen Kolumbus-Gedenktag boykottiert.
Das Amtsgericht Tiergarten stellt den Prozess gegen einen Uni-Dozenten ein, der einen Trans*-Studenten sexuell belästigt hatte – dieser wertet das trotzdem als Erfolg, so die Siegessäule.
Termine
Heute gibt es um 19 Uhr eine Infoveranstaltung gegen Trans*pathologisierung beim Berliner TriQ e.V.. Morgen findet um 15 Uhr dazu eine Kundgebung vor dem Institut für Sexualwissenschaft & Sexualmedizin der Charité Berlin statt.
Am 12. und 13. Oktober finden in Berlin mehrere Workshops gegen Racial Profiling statt.
Lust auf ein Riot Grrrl Konzert? Dann am Samstag ab nach Gießen! Auf der Bühne stehen Kenny Kenny Oh Oh, Levitations und Zosch. Am Freitag treten zwei der Bands ebenfalls im Chemnitzer Crasspub auf.
Für den 13. Oktober rufen Flüchtlings-Organisationen dazu auf sich an der Solidaritätsdemonstration in Berlin zu beteiligen.
Am 16. Oktober ist wieder Ada Lovelace Day. Unter findingada.com findet ihr Infos zu Aktionen.
Laurie Penny ist mit ihrem Buch auf Deutschlandtour.
Am 19. Oktober zeigen die Frauenkreise in Berlin den Film “Audre Lorde. The Berlin Years. 1984-1992″ von Dagmar Schultz. Die Regisseurin ist zu Gast und steht Rede und Antwort.
Laut PinkNews soll Slipper in weiteren Textnachrichten von seinem Mitarbeiter Massagen gefordert haben und ihn nach Details aus seinem Sexualleben gefragt haben.
Die britische Zeitung The Telegraph berichtete am 5. Oktober, der nunmehr zurückgetretene Politiker hielte die ganze Angelegenheit für eine Verschwörung mit dem Zweck, seine Ehe zu zerstören und seine Karriere zu ruinieren. Sein früherer Mitarbeiter und nunmehriger Prozessgegner Ashton sei ihm in sein Büro "geschmuggelt" worden. Er sei von Ashton enttäuscht, denn er habe ihn für einen Freund gehalten, erklärte Slipper.
Innenpolitisch ist die Affäre nicht nur für Slipper selbst unangenehm. Der parteilose Slipper war früher Mitglied der Liberalen, hat aber auf Einladung der Labour Party die Rolle des Präsidenten übernommen und diesen damit eine hauchdünne Mehrheit verschafft, denn der Parlament ("Speaker") des Unterhauses darf an Abstimmungen nur im Falle der Stimmengleicheit teilnehmen. Üblich wäre es, dass die Parlamentsmehrheit den Präsidenten stellt und damit eine Stimme verliert.
Im Zusammenhang mit dem Rücktritt Slippers kam es auch zu einer Auseinandersetzung zwischen Oppositionsführer Tony Abbott und Regierungschefin Julia Gillard, die weit über sonst übliche "harte Bandagen" zwischen Regierung und Opposition hinausging. Abbott machte Gillard dafür verantwortlich, dass Slipper noch immer im Amt war, obwohl die Anschuldigungen seines Ex-Mitarbeiters bereits im April bekannt geworden waren. Er warf ihr Komplizenschaft mit Slippers Frauenfeindlichkeit vor. Gillard antwortete ihm mit einer etwa 15 Minuten dauernden Rede, in der sie die sexistischen und frauenfeindlichen Ausfälle des Oppositionsführers gegen Frauen im allgemeinen und gegen sie persönlich zur Sprache bringt.
Links: [www.joemygod.blogspot.com]
[www.guardian.co.uk]
[www.pinknews.co.uk]
[jezebel.com] Die Rede von Juli Gillard
[www.australianmarriageequality.com]
[www.pinknews.co.uk]
http://www.australianmarriageequality.com/whereyourmpstands/electorates/Fisher/
http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/australiaandthepacific/australia/9589923/Australian-parliament-speaker-Peter-Slipper-claims-political-conspiracy.html
http://www.theaustralian.com.au/national-affairs/government-settles-in-james-ashby-case-after-staffer-sued-peter-slipper-and-commonwealth/story-fn59niix-1226483349747
http://en.wikipedia.org/wiki/Peter_Slipper
http://storify.com/networknewsdesk/peter-slipper-resigns-as-speaker/embed
http://au.ibtimes.com/articles/389055/20120928/canberra-dangles-50-000-end-peter-slipper.htm
[www.telegraph.co.uk]
[www.heraldsun.com.au]
http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/1299224/Parlamentspraesident-Slipper-stolpert-ueber-Sexskandal
http://www.thepunch.com.au/articles/gillard-wins-a-verbal-stoush-and-maybe-an-election-too/
http://www.heraldsun.com.au/news/national/prime-minister-julia-gillard-trades-blows-with-abbott-over-sexism-misogyny-peter-slipper-and-claims-about-her-father/story-fndo48ca-1226492391473
http://jezebel.com/peter-slipper/
Update, weitere Links:
[www.fedcourt.gov.au] Die gesammelten SMS, die Teil des Gerichtsaktes sind.
[www.news.com.au]
[www.news.com.au]
[www.thepunch.com.au]
Für den Beitrag inklusive der darin enthaltenen Links gilt eine Triggerwarnung.
In was für einer Welt Leben wir eigentlich, in der Assange sich den Vorwürfen nicht stellen muss und auf einer feministischen Demonstration “Free Assange” Plakate zu sehen sind? In was für einer Welt leben wir eigentlich, in der Kachelmann, der sich ungebrochener Aufmerksamkeit erfreuen und sich als Opfer stilisieren kann, obwohl selbst das Landgericht Mannheim erhebliche Zweifel an seiner Unschuld äußerte, große Interviews in diskursmächtigen Medien wie dem SPIEGEL geben darf und dort sein ekelhaftes Comeback feiert?
Mit seinem neuen Buch (“Recht und Gerechtigkeit”) und einer LKW-Ladung voller Lügen zieht Kachelmann mit seiner Frau in den Kampf gegen die “männerverurteilende Justiz” und “Frau Schwarzer und ihre Vasallinnen”, die Falschaussagen angeblich zu ihrem Hobby machen würden. Auf den Bericht auf SPON verlinke ich nicht, denn Klicks bekommen die von mir nicht gratis. Wer eine gute Kritik an Kachelmanns absurden Aussagen lesen möchte, findet sie bei Kätzchen kotzt.
Eigentlich widerstrebt es mir, Leuten wie Kachelmann völlig kostenlos Nachhilfe zu geben, aber Recherchen zu den Themen Rape Culture, sexualisierte Gewalt und Justiz scheinen dringend nötig zu sein, also habe ich eine kleine Liste an Artikeln zusammengestellt.
Was ist Rape Culture? Und wie zeigt sich diese?
Wie verhält sich das deutsche Recht dazu?
[Update 19.40 Uhr: Wie Focus berichtet, wurde eine einstweilige Verfügung gegen die weitere Auslieferung des Buches erreicht.]
Für die Artikelreihe „Was ist der Streit Wert?“ des Gunda-Werner-Instituts habe ich mal wieder mit der parteiinternen Geschlechterpolitik der Piraten beschäftigt. Ich habe versucht, die Diskussionen um Postgender, den Frauenanteil und die Quote differenziert zu betrachten. Am Ende formuliere ich so etwas wie einen Featurerequest. Aber das könnt ihr ja dort nachlesen.
Über den Commentman, der in den Kommentaren noch mal Postgender als die Bekämpfung von Gender Mainstreaming einordnet, habe ich schmunzeln müssen: „Die Genderdiskussion ist extern an die Partei herangetragen worden von politischen Extremisten.“
Die Soldatin war mit einer Frau verheiratet und DOMA (Defense of Marriage Act) verbietet
Bundesinstitutionen die Anerkennung gleichgeschlechtlicher Ehen und somit auch die Anerkennung der Ehefrau als Witwe.
Dass Lesben und Schwule auch ein Jahr nach dem Ende von Don't Ask, Don't Tell noch lange nicht wirklich gleichgestellt sind, zeigt sich aber auch in Kleinigkeiten: In der Meldung über die Todesfälle, wie sie von Associated Press verbreitet und von der Military Times wiedergegeben wurde, werden zwar die Witwen der beiden gefallenen Soldaten erwähnt, jene der gefallenen Soldatin aber nicht. Sogar die Tatsache, dass sie verheiratet war, fiel unter den Tisch.
Links: [www.armytimes.com]
[joemygod.blogspot.co.at]
http://militarypartners.org/
[www.advocate.com]

cc rhoneil
“Ehr, you are not who you think you are” Ehr achso? Diesen geheimnisvollen, orakeligen Satz spricht ein Mann mit höchst angenehmer Stimme in Rhoneils Opener “Make Believe” auf der gleichnamigen zweiten Platte der kanadischen Anti-Folk-Sängerin. Und zwar so selbstverständlich und nebenbei, als würde er sagen: “Da muss noch mehr Salz ran”.
Dann beginnt Rhoneil zu singen und bezaubert uns gleich im ersten Song mit ihrem verträumten freaky-Ambient-Anti-Folk, der uns direkt irgendwo in die kanadische sommergrüne Laubwaldflora verpflanzt, wo, wenn nicht dort, immer noch Trolle hausen. Ihre Songs trägt Rhoneil mit einer glasklaren Stimme vor und spielt ganz nebenbei auch noch fast alle Instrumente auf ihrer Platte selbst.
Mal fröhlich und verspielt, mal geheimnisvoll und melancholisch, sind Rhoneils Songs auf “Make Believe” von eigenwilliger und unbestechlicher Schönheit. Da mutet es schon seltsam an, dass die Kanadierin trotz gefeiertem erstem Album hier in Deutschland kaum jemand kennt. Dies ändert sich nun aber hoffentlich ganz schnell.
Mit ihrem “hidden treasure” von Album sind Rhoneil plus Band nämlich nun auf Tour und gastieren gleich zwei Mal in Berlin (ja, das ist zugegeben ziemlich ungerecht für alle im Rest der Welt wohnhaften Menschen). Ersteres Konzert wird Rhoneil am Freitag, dem 12. Oktober im Intersoup spielen, am Mittwoch, dem 17. Oktober tritt sie dann im legendären Kaffee Burger auf. Dort wird nach dem Konzert im Anschluss DJ Anna auflegen. Und weil wir gerne wollen, dass ihr nächsten Mittwoch einen tollen Abend verbringt, verlosen wir 2 x 2 Karten für das Konzert am 17. Oktober im Kaffee Burger.
Schreibt bis zum 12. Oktober eine nette Mail mit dem Stichwort “Rhoneil” an [email protected] und drückt euch selbst die Daumen blau.
Rhoneils Album gibt es auf ihrer Seite zum Anhören, als Download oder als CD zu kaufen.
Viel Erfolg beim Gewinnen und Spaß beim Konzert wünschen euch die Missys!
Wo & Wann
Freitag 12. Oktober
Intersoup
Schliemannstr. 31
Prenzlauer Berg
10437 Berlin
Eintritt: umsonst
Mittwoch, 17. Oktober
Torstr. 60
Mitte
10119 Berlin
Eintritt: 5 Euro
Vergleichen Sie jetzt die Angebote zur Dienstunfähigkeitsversicherung
Der Förderverein des Beruflichen Schulzentrums (BSZ) Waldkirch bietet wieder mehrere Kurse für die Öffentlichkeit an. … Drittes Standbein des Fortbildungsprogrammes ist „BSZ-Adventure”. Dahinter verbirgt sich eine dreiteilige Veranstaltungsreihe voller spannender Erfahrungen im Frühjahr und Sommer 2013.
Sie richtet sich vor allem an mutige Väter mit Söhnen ab etwa zwölf Jahren: In der ersten Veranstaltung stehen am 4. Mai Kooperation und Vertrauen im Mittelpunkt, in der zweiten absolvieren die Teilnehmer am 15. Juni eine Orientierungswanderung und in der dritten geht es am 13. und 14. Juli hoch hinaus auf die Klettersteige in Engelberg. Ansprechpartner hierfür ist Christoph Hertrich.
Mehr Informationen zum Kursprogramm auf der Homepage des Beruflichen Schulzentrums.
Inhaltswarnung: sexualisierte Gewalt, r*pe culture.
Heute morgen habe ich erst entdeckt, dass dank einer Verlinkung bei der Mädchenmannschaft noch einige Kommentare unter meinen Text über Aufklärung (die über Sex, nicht das Zeitalter) gepostet wurden. Danke für’s Teilen eurer Perspektiven und Erfahrungen! Die Erzählungen machen deutlich, wie rape culture weibliche Sexualität mit-konstruiert. Das gibt zu denken. Mir geht es übrigens dabei nicht darum zu sagen, dass es falsch ist, Mädchen über die Gefahr sexualisierter Gewalt aufzuklären und es besser wäre, eine flauschige Bubble aufzubauen. Ich versuche für mich zu ergründen, wie das Thema Gewalt in das Sprechen über Sex eingewoben ist und was das mit uns macht.
Ich bin neugierig geworden und frage mich auch, wie das eigentlich bei Jungs ankommt. Vielleicht haben ja von den Lesern welche Lust, ihre Erinnerungen zu schildern. Ihr habt ja in der Regel den selben Unterricht erlebt und die selben Fernsehsender gesehen. Was machen diese Erzählungen mit jungen Männern? Wie habt ihr die Aufklärung, das Sprechen über Sex und die Repräsentationen davon wahrgenommen?
Mich interessieren Erfahrungen, wie sie auch in den Kommentaren (Triggerwarnung) unter dem anderen Text geschildert worden sind. Also seid so gut und postet keine allgemeinen Ausführungen und Einschätzungen zum Thema und keine Kommentare, die nur aus Lösungsvorschlägen bestehen. Danke.
Die Technische Universität Berlin schreibt folgende Stelle für eine_n Referent_in
der Zentralen Frauenbeauftragten aus.
Hier gehts zur Stellenanzeige: Stellenanzeige Referentin_TU_Berlin
Bewerbungsfristende ist der 3.11.2012.
Liebe Frauen, sehr geehrte Damen,
herzlich laden wir ein zu unserer Veranstaltung
Gleichstellung von Frauen und Männern in der Strukturfonds-Förderperiode 2014+
am 24.10.2012
Mitfreundlichen Grüßen
Ebba Christiansen
Berliner Frauenbund 1945 e.V.
Eigentlich wollte ich hier ja wieder regelmäßig Links für euch sammeln. In letzter Zeit ist einiges im Draft-Ordner liegen geblieben. Anyway, hier sind drei lesenswerte Texte aus den letzten Wochen.
queer_in theory: Feminismus ist hart
Thinkpunk über das Spiel, dass nicht zu gewinnen ist: Wenn Feministinnen dazu gedrängt werden, alle noch so offensichtlichen Argumente mit ausgewiesener Fachkenntnis zu belegen (incl. Methodenkenntnisse und epistemologischer Begründung) und sich dann anhören müssen, sie vermitteln ihre Ansichten auf eine viel zu akademische Weise.
„Der Computer hat Angst vor Vollmond“ — jetzt.de
Algorithmuskunst! Shing-Tat Chung hat einen abergläubischen Handelscomputer entwickelt. Der Investmentfonds „Superstitious Fund“ handelt nach der Magie der Zahlen und nach Mondphasen.
Atommüll: Weg! Weg!! Weg!!!
Wohin mit dem Scheiß? Ein ausführlicher Bericht über die Geschichte der bis dato ungelösten (und scheinbar unlösbaren) Atommüllfrage.
SOOKEE studierte bei uns Gender Studies. Heute ist sie eine Rapperin, die in ihren Songs auch ausdrückt, was sie in Bezug auf Geschlechterbilder und Geschlechterverhältnisse kritisch sieht. Am kommenden Donnerstag, 11. Oktober 2012, ist sie im Gespräch und Konzert zu erleben in ROSAS SALON (hinter diesem Link verbirgt sich auch ein Video!). Es soll dort laut Programmzettel um “queer_feministische Interventionen in Machtstrukturen und Identitäten” gehen. «HipHops Makel hinsichtlich Sexismus, Homophobie sowie Gewalt- und Kapitalismusidealisierung versucht sie mit ihrem Entwurf von ‹Quing› zu überwinden» (Homepage Sookee).
Ort: Magnus-Haus, Am Kupfergraben 7, 10117 Berlin (gegenüber der Museumsinsel mit dem Pergamonmuseum)
Gesprächspartnerinnen: Astrid Landero und Franziska Rauchut
Zeit: Donnerstag, 11. Oktober 2012, 18:00–20:00 Uhr, danach Salongespräche bei Imbiss und Wein
Anmeldung: Dr. Eva Schäfer, Rosa-Luxemburg-Stiftung, T: 030 44310-133, schaefer-at-rosalux.de
Oper ist oll. tAMtAM behauptet das nicht allein aus Freundschaft zur Alliteration (Theater ist toll, Kino ist - na? Genau, knorke), sondern stützt sich dabei auf un(ge)schön(t)e Erfahrungswerte. Mitsingen? Macht man nicht. Omis Pailletten-Twinset anziehen, obwohl die eigene Mutter das schon einmotten wollte? Beschert einem garantiert neidische Blicke auf der Damen-Toilette. Leute verächtlich mustern, wenn die beim Brezel-Essen vergessen, den kleinen Finger abzuspreizen? Gehört zum guten Ton.
Ach nee, der ist ja auf der Bühne, der gute Ton. Bei allem Gemecker über das Publikum darf man nie vergessen, dass das wahre Übel der Oper auf der Bühne beginnt. In den allermeisten Fällen zumindest.
Die Frauen hatten es in der Oper auch abseits von Glitzerkleidchen immer ein bisschen schwer. Ganz zu Beginn ihrer Geschichte, im 17. Jahrhundert, waren die weiblichen Figuren in einem Stück allesamt entweder geliebt oder gestört. Dazwischen ging nichts. Ihre dramaturgische Funktion lässt sich im besten Sinne mit “passives Element” umschreiben. Nun ja.
In der Romantik wandten sich KomponistEN und LibrettistEN (ja, das waren halt Männer) der tragischen Frauenfigur zu, zeigten sie leidend - und meistens auch sterbend - auf der Bühne; erdolcht von ihren eifersüchtigen Männern, dahingerafft von schrecklichen Krankheiten. Blumenzarte Wesen, so entzückend entrückt und irgendwie ätherisch.
Damit wars spätestens im 20. Jahrhundert vorbei, als Leute wie Alban Berg Sirenen wie Wedekinds Lulu zur Hauptakteuse ihrer Komposition machten und sie aktiv leben ließen. Klar, um das Sterben am Ende kam dennoch keine herum, aber das wäre sonst auch ein bisschen viel geworden mit der weiblichen Emanzipation in der Oper.
Interessant wirds, wenn eben diese Lulu an einem der weniger angestaubten Opernhäuser, der Komischen Oper Berlin nämlich, neu instrumentiert wird - und zwar von einer KomponistIN.
Dachte sich tAMtAM und schlappte am 6. Oktober in eine Vorstellung dieses Auftragswerks, das in der letzten Woche Premiere hatte. Eine Bilder-Folge mit Blabla.
Olga Neuwirth heißt die Komponistin, die sich dieses Werk reingezogen hat und etwas politisch Korrekteres draus machen wollte. Deshalb nennt sie das Ganze American Lulu und besetzt die Hauptrollen mit afroamerikanischen SängerInnen. Die Handlung spielt jetzt zu Zeiten des Civil Rights Movements der 1950er- bis 1970er-Jahre in den USA. Wozu?
Im Programmheft stehen schöne Dinge über ein neues Durchdenken des Stoffes, darüber, dass diese Tradition eines männlichen Blicks auf Lulu durchbrochen werden soll.
Ironischerweise gleicht die Lulu auf der Bühne jedoch einer Art Amok-gelaufenem Playboy-Bunny, sie verschlingt einen Mann nach dem anderen, 50er-Jahre hin oder her, und warum sie das macht und warum ausgerechnet in den USA. Tja also. Muss wohl an den schönen Federpuscheln liegen, die sie ab und zu tragen darf. Das Cheerleading ist halt tief verankert in der amerikanischen Kultur.
tAMtAM mutmaßt, dass dieses Civil-Rights-Ding dazu dient, Olga Neuwirths neue Instrumentierung - ziemlich Bigband-lastig - zu rechtfertigen. Sie hat eine restaurierte Kinoorgel gefunden und wollte die unbedingt einbauen. Ist doch voll okay!
Aufmerksame LeserInnen des Programmhefts finden heraus, dass das Ding seine Blütezeit um 1929 hatte. Diese Historie! Einfach nicht in den Griff zu bekommen..
LULU. Montage © tAMtAM berlin
Aber die Regie hat bei der ganzen Sache ja theoretisch auch noch ein Wörtchen mitzureden. Inszeniert und in die Puschel gesteckt hat Kirill Serebrenniko - und bei der Ausdeutung des Stoffes hat er als Gentleman der Dame den Vortritt gelassen. Die wird das schon alles über ihre Musik erzählen, nicht wahr?
Einige Filmchen werden zwischendurch eingespielt, die sehr kunstvoll und abstrakt sind und einem Gelegenheit geben, sich zu sammeln, bevor Lulu wieder von Liebhaber zu Liebhaber hechelt.
LULU. Montage © tAMtAM berlin
Faszinierender Opernabend: Die Hauptfigur dabei zu beobachten, wie sie von American Lulu zum American Cliché einer Femme Fatale wird. Und die Omas in der Reihe vor einem, wie sie sich bei ihren Männern via Ganz-böser-Blick über diese quietschende Musik beschweren. Komplett zahnlos war Lulu-Bunny eben doch nicht.
“American Lulu” in einer Neuinterpretation von Alban Bergs Oper von Olga Neuwirth
Komische Oper Berlin
Nächste Vorstellungen: 10. Oktober, 6. & 17. November.
Wenn ich das Wort „Arbeit“ höre, denke ich zuerst an meinen Bürojob. Da sitze ich eine bestimmte Anzahl an Stunden in der Woche und hoffe dann, dass mein Lohn rechtzeitig überwiesen wird, damit die Miete vom Konto abgehen kann. Als Feministin fängt mensch schnell an, Begrifflichkeiten wie „Arbeit“ zu hinterfragen, weil die meisten Menschen darunter Lohnarbeit verstehen und andere Formen von Arbeit komplett unsichtbar gemacht werden – Politarbeit, zum Beispiel. Oder – und das mit besonders gravierenden Auswirkungen – die Sorgearbeit, wie auch der Comic illustriert. Wer Zeit ihres Lebens überwiegend Sorgearbeit geleistet hat, merkt spätestens bei der Rente, wie wenig wert dieser Arbeit beigemessen wird (im wahrsten Sinne des Wortes).
Während ich also von meinem Brotjob komme, diesen Text hier in aller Ruhe tippe und nachher die Beine hochlege mit einem Roman meiner Wahl, wird woanders geputzt, gefüttert, sauber gemacht, vorgelesen… Davon berichten auch zwei Bloggerinnen in ihren Texten: „Das ist doch keine Arbeit” von glücklich scheitern und „Ich nenne es Arbeit. Ein 24 Stunden Protokoll“ von feministmum.
Eine gute Lektüre für alle, die gerne sagen: „Nee, sie arbeitet nicht. Sie passt nur auf die Kinder auf.“
Die russischen Aktivist_innen sind von der Entscheidung nicht überrascht. "Dieser Richterspruch passt sich in die staatliche Politik ein," sagte Oleg Grannikov, der Gründer der LiveJournal-Community LGBT-Grani, gegenüber einer Journalistin, in eine Reihe von Gesetzen, wie dem über ausländische Agenten, die Verleumdungsstrafen oder verschärfte Kontrollen des Internets. "Hier passieren Dinge, die eigentlich gar nicht sein können," wundert er sich. (Anm. zitiert nach Ria Novosty) Eine andere Aktivistin erwähnte das Urteil gegen Pussy Riot als Grund, am russischen Rechtssystem zu zweifeln. Die Entscheidung über das St. Petersburger Gesetz sei nur eine Bestätigung dieser Tendenz. Quelle: Ria Novosty vom 3. und 4. Oktober
Im September hatte der oberste Gerichtshof Russlands ein ähnliches "Werbeverbot" in Archangelsk zwar bestätigt, aber gleichzeitig dargelegt, das "Verbot der Propaganda von Homosexualität stell[e] kein Hindernis für die Geltendmachung des Rechts darauf dar, sich allgemeine und neutrale Informationen über Homosexualität zu verschaffen oder diese zu verbreiten bzw. öffentliche Debatten über den sozialen Status der sexuellen Minderheiten zu führen." Das Gesetz verbiete [also] nur die direkte Werbung für Homosexualität unter Jugendlichen, wird ein Aktivist bei Ria Novosty zitiert. Ob dies die lokalen russischen Behörden auch so sehen, ist freilich fraglich. In St. Petersburg sind seit Ende März bereits einzige Anzeigen und Verhaftungen unter dem Titel des Verbots der "Propaganda für Homosexualität" ergangen, im August bezichtigte der Abgeordnete und Initiator des Gesetzes, Vitaly Milonov, die Sängerin Madonna des Verstoßes gegen das Verbot. Sie hatte zu Beginn ihres Konzerts rosa Armbänder als Zeichen der Toleranz austeilen lassen und während des Konzerts "Respekt, Toleranz und Liebe" für die LGBT-Community gefordert.
Links: http://de.ria.ru/russia/20121003/264580940.html
http://de.ria.ru/opinion/20121004/264588786.html
http://en.ria.ru/russia/20120913/175939700.html
http://en.rian.ru/russia/20120810/175115507.html
[www.rollingstone.com]
http://www.rferl.org/content/being-gay-in-russia-gets-harder-still/24625561.html
http://www.supcourt.ru/ (Website des obersten Gerichtshofs Russlands)
[www.comingoutspb.ru]
David Wozniak benimmt sich auch mit seinen 42 Jahren wie ein unreifer Teenager. Ausgestattet mit einem großen Herzen aber ohne jegliches Verantwortungsgefühl manövriert er sich mit geringstem Widerstand durch sein überschaubares Leben. Als seine Freundin Valerie ihm eröffnet, dass sie schwanger von ihm sei und ihm gleichzeitig den Laufpass gibt, schwört David sich, sein Leben endlich auf die Reihe zu bekommen und ein guter Vater zu werden.
Just zu diesem Zeitpunkt erfährt er, dass er bereits Vater ist. Und zwar von 533 Kindern. Vor 20 Jahren hat David sein Leben durch – offensichtlich sehr viele – anonyme Samenspenden finanziert. 142 seiner 533 Töchter und Söhne strengen nun eine Sammelklage an, durch welche die Identität ihres biologischen Vaters offengelegt werden soll, den sie aus den Unterlagen der Samenbank nur unter dem Pseudonym „Starbuck“ kennen ….
Quelle
Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,
wir möchten Sie auf eine Veranstaltung aufmerksam machen, die am 26.
Oktober 2012 an der Freien Universität Berlin stattfindet.
Beginn 9:30 Uhr !!!
Es ist die Jahrestagung 2012 der afg [1] zum Thema: “Gender im Profil -
Potentiale und Perspektiven von Genderprofessuren in der aktuellen
Hochschulentwicklung” [2]
Sie sind herzlich eingeladen.
Wenn Sie teilnehmen möchten, bitten wir um Anmeldung bis zum 15. Oktober
2012 bei folgender Adresse: [email protected]
Das Programm liegt im Anhang.
Freundliche Grüße
Ulla Bock
[1] [www.afg-berliner-hochschulen.de]
[2] Die Tagung wird durchgeführt in Kooperation mit der
Fachgesellschaft Geschlechterstudien / Gender Studies Association, der
Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen, der Landeskonferenz
der Frauenbeauftragten der Berliner Hochschulen und Universitätsklinika
des Landes Berlin (LaKoF) und der Geschäftsstelle des Berliner Programms
zur Förderung der Chancengleichheit für Frauen in Forschung und Lehre
Sehr geehrte Damen und Herren,
gerne mache ich Sie auf die
3. Marzahn-Hellersdorfer Frauen-Tour - Unterwegs durch das interkulturelle Berlin aufmerksam, die 13.10.2012 im Rahmen der Marzahn-Hellersdorfer Interkulturellen Tage veranstaltet wird.
Ich bitte, im Rahmen Ihrer Möglichkeiten auf die Frauen-Tour aufmerksam zu machen und bedanke mich sehr herzlich für Ihr Entgegenkommen. Für etwaige Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.
Mit Dank und freundlichen Grüßen,
Snezana Sever
EINLADUNG_3. Marzahn_Hellersdorfer FrauenTour_13.10.2012pdf
Dear all,
On behalf of Christel Baltes-Löhr, the Gender Delegate of the University of Luxembourg, please find hereafter the link to a current vacancy in our “Faculty of Language and Literature, Humanities, Arts and Education”.
We would appreciate if you could be so kind as to forward the link to interested colleagues or to publish it on your local network.
The University of Luxembourg seeks to increase the proportion of women in its faculties, particularly in high-level positions, and therefore specifically invites women to apply for.
With kind regards
Jacky Robert
Assistante de la déléguée aux questions féminines et du genre
UNIVERSITE DU LUXEMBOURG
Am 9.November 2012 wird der WeAVE-Workshop:
“Transversal Dialogues. Current practices and topics within European Gender and Queer Studies.
an der HU Berlin stattfinden.
WeAVE ist das Netzwerk des ‘student body’ und wissenschaftlichen Nachwuchses von Atgender (European Association for Gender Research, Education and Documentation). Der Workshop wird auf englisch sein und findet ganztägig - von 11 Uhr bis 19 Uhr — statt. Aufgeteilt ist der Tag in Panel 1: “Gender and Queer Practices in the light of disciplinary claims”; sowie Panel 2: “Hot Topics and their (dis-)canonization”. Zudem wird es ein gemeinsames Mittagessen sowie eine Kaffe- und Kuchenpause geben.
Das Programm gibt es auf der Homepage: www.atgender.eu sowie hier: www.facebook.com/atgender.
Die Registrierung für den Workshop inklusive Mittagessen und Kuchenpause ist bis 15.10.2012 möglich und kostenfrei, allerdings sind die Plätze begrenzt. Bei Fragen, und um sich zu registrieren, bitte an Pat Treusch unter [email protected] emailen.
Uns erreichte folgender interessanter Veranstaltungshinweis:
Vom 30.11.2012 -02.12-2012 findet in Hannover nun zum zweiten Mal der Kongress »Kritische Tage zum herrschenden Geschlechterverhältnis« statt.
Dort wird sich gemeinsam- praktisch wie theoretisch - auf die Spuren der herrschenden Geschlechterverhältnisse begeben und sie kritisiert. Außerdem sollen ihre Verschränkungen und Koppelungen mit anderen Herrschaftsmechanismen herausgearbeitet werden.
In verschiedenen Veranstaltungen wird sich zum einen die Entstehung von queeren, feministisch-materialistischen sowie differenzfeministischen Ansätzen angeschaut, versucht diese zu verstehen und sie zusammenzudenken. Dabei entstehen im besten Fall Spannungen, die zu Bereicherungen in Analysen und Praxen führen.
Zum anderen wird in einigen Veranstaltungen und Workshops versucht, diese Analyse auf die Praxis zu übertragen und auf verschiedene Art und Weise anzuwenden. Hierbei soll auch die selbstkritische Analyse der eigenen Verstrickung in gesellschaftliche Machtverhältnisse, sowie unsere individuelle Selbst- und Fremdwahrnehmung als politisch Handelnde, einen Raum bekommen.
mehr Infos unter: [kritischetage.blogsport.de]

Aufarbeitung
tut not! Der verlinkte >>>
Scan (WARNUNG!) der S. 238 aus dem Lehrbuch "The Diagnosis and
Treatment of Endocrine Disorders in Childhood and Adolescence"
(Springfield, 1950) des heute noch weltweit hoch angesehenen
und verehrten Pädiaters
und Endokrinologen Lawson Wilkins (1894-1963), Professor für
Pädiatrie am Johns Hopkins University Hospital (Baltimore), dem "Vater der
Pädiatrischen Endokrinologie" und Lehrmeister u.a. von
Andrea Prader (Zürich) und
Jürgen Bierich (Hamburg / Tübingen), belegt vier Dinge:
1) Die systematische chirurgische und hormonelle Auslöschung von Zwittern war 1950 am Johns Hopkins University Hospital in Baltimore bereits etablierte Praxis.
2) Es war der Pädiater und Endokrinologe Lawson Wilkins, der die systematischen kosmetischen Genitaloperationen an Kindern mit "atypischen" körperlichen Geschlechtsmerkmalen bereits 1950 auch über Baltimore hinaus salonfähig machte (und der auch in Baltimore die Intersex-Behandlungen leitete), und NICHT der Sexologe und Psychiater John Money, der erst 5 Jahre später mit seiner "Optimal Gender [!] Policy" (1955) eine "wissenschaftliche" theoretische "Begründung" dafür nachlieferte, aber im Klinikalltag die Behandlungen NICHT leitete (vgl. dazu auch: Alison Redick, "American History XY: The Medical Treatment of Intersex, 1916-1955", Dissertation 2004, S. 238f.)
3) Modell und Ausgangspunkt für die systematischen Verstümmelungen war die "Behandlung" von Kindern mit der Diagnose AGS/CAH, was den Medizynern gelegen kam, um eine "medizinische Dringlichkeit" zu postulieren, da AGS in seinen "schweren Formen" mit Salzverlust ohne umgehende Cortisol-Substitution tatsächlich lebensbedrohlich sein kann. (Die in diesem Fall medizinisch notwendige Cortisol-Substitution bedingt allerdings KEINE zusätzlichen, medizinisch NICHT notwendigen kosmetischen Genitaloperationen, was die Medizyner jedoch bis heute gerne unterschlagen.)
4) Klitorisamputationen und "Hypospadiekorrekturen" sind für die Medizyner austauschbare Eingriffe, je nachdem, welches soziale Geschlecht einem Kind zugewiesen wird; die heutige Behauptung der Medizyner, kosmetische "Hypospadiekorrekturen" seien etwas "ganz anderes" und hätten aber auch rein gar nichts mit kosmetischen "Klitorisreduktionen" gemeinsam, ist sachlich wie historisch unzutreffend und eine reine Schutzbehauptung aus eigennützigen Gründen ("Hypospadiekorrekuren" sind heute die häufigsten und damit auch finanziell lukrativsten kosmetischen Genitaloperationen an Kindern mit "atypischen" körperlichen Geschlechtsmerkmalen).
Bild: Legenden zu den 5
Illustrationen. Aus:
Lawson Wilkins (1950), "The Diagnosis and Treatment of Endocrine Disorders
in Childhood and Adolescence", S. 238
Die mit dem Titel "CONGENITAL ADRENAL HYPERPLASIA–FEMALE PSEUDOHERMAPHRODITISM" überschriebene Seite 238 von Lawson Wilkins' Lehrbuch zeigt in Bild und Text eine Gegenüberstellung von 1 Kind "Normal, Alter 9 Jahre" auf der linken Seite und 4 Kindern im Alter von von 2 Jahren 11 Monaten bis 9 Jahren mit der Diagnose "Adrenogenitales Syndrom (AGS) / Congenital Adrenal Hyperplasia (CAH)" auf der rechten Seite (gekennzeichnet A–D).
Wie der Bildlegende (siehe oben) zu entnehmen ist, sind alle "abnormalen" Kinder ausnahmslos kosmetisch genitaloperiert, und zwar entsprechend ihrer sozialen Zuweisung: Bei den weiblich zugewiesenen wurde eine Klitorisamputation (1x, A) rsp. Klitorisexcisionen (2x, C und D) durchgeführt, beim männlich zugewiesenen Kind "plastische Operationen am hypospadischen Penis" (1x, B). Das 2-jährige Kind (A) hat zudem wohl eine Narbe am Bauch, die darauf schliessen lässt, dass "explorativ" nachgeschaut wurde, ob im Bauchraum Hoden oder Uterus und Eierstöcke vorhanden sind, um dann entsprechend dem Ergebnis die soziale Zuweisung sowie die "Genitalkorrektur" vorzunehmen.
Fazit: Lawson Wilkins' Buch und seine Behandlungen seit spätestens 1950 waren die Blaupause und der Ursprung der heute noch üblichen, systematischen Intersex-Genitalverstümmelungen in westlichen Kinderkliniken; via Zürich (Andrea Prader, ab 1950) und Hamburg/Tübingen (Jürgen Bierich, ab 1958) breitete sich die systematische Praxis dann auch in Europa aus (obwohl die Methode der "Klitorisamputation mit Stumpfbildung" in Verbindung mit Hormongaben zur "Zwitterbehandlung" als solche in Europa schon vorher etabliert war, vgl. z.B. den NS-Medizyner Hans Christian Naujoks ab 1933/1934).
Die "Chicago Consensus Conference 2005" und als deren Resultat das "DSD Consensus Statement 2006", auf welches sich u.a. auch die aktuelle AWMF-Leitline 027/022 „Störungen der Geschlechtsentwicklung“ bezieht, wurden gemeinsam organisiert bzw. herausgegeben von der "Lawson Wilkins Pediatric Endocrine Society (LWPES)" und der "European Society for Peaediatric Endocrinology (ESPE)".
Andrea Prader und Jürgen Bierich waren beide Gründungsmitglieder der "European Society for Peaediatric Endocrinology (ESPE)", und in beider Namen werden heute noch jährlich wissenschaftliche Preise vergeben, nämlich der "Andrea Prader Prize" von der "ESPE" und der "Jürgen Bierich Preis" von der "Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE)" (vgl. Offener Brief "ESPE 2012").
Wie nachfolgende Illustration belegt, werden "Prader-Stadien" ("zu grosse Klitoris") und "Hypospadie-Grade" heute noch als komplementäre Diagnose-Instrumente für "DSD" nebeneinandergestellt (Quelle: UKGM Gießen, 2012 / Formular PDF):
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Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken: Typische Diagnosen und
Eingriffe
>>>
Kosmetische GenitalOPs: Ausklammerung von "Hypospadie"
unethisch
>>>
Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken – eine Genealogie der TäterInnen
>>> Intersex-Genitalverstümmelung
in Kinderkliniken: Wer sind die Täter?
>>>
"Aufarbeitung tut not!" Klitorisamputationen u.a. "Genitalkorrekturen" an
Kindern

cc LAG_Mädchenpolitik Hamburg e.V.
Wenn das hier mal kein Grund zu laut artikulierter Freude ist: In diesem Jahr wird auf der ganzen Welt in vielen Ländern erstmalig ein “Internatonaler Mädchentag” stattfinden, nachdem die Vereinten Nationen den 11. Oktober hochoffiziell zum “International Day of the Girl Child” ernannt haben.
Grund für solch einen Girls Day sind die immer noch in weiten Teilen der Welt stattfindenden Benachteiligungen von Mädchen und jungen Frauen, sei es in der Familie, in der Schule oder im späteren Berufsleben. In vielen Ländern finden am 11. Oktober deshalb Veranstaltungen, Konzerte, Diskussionen, Filmvorstellungen oder Flashmobs rund um das Thema Mädchen statt. Ins Leben gerufen wurde der Tag von Plan International, einem der ältesten international agierenden Kinderhilfswerke, die jedes Jahr einen “Because I am a Girl-Bericht” veröffentlichen, welcher nach den Lebensumständen von Mädchen weltweit fragt und diese dokumentiert.
Informationen zu Veranstaltungen am 11. Oktober in eurer Umgebung findet ihr leider nicht auf einer zentralen Website, sondern jeweils auf den Seiten von Mädcheninitiativen, Mädchencafés, -clubs und -zentren.
Da sich der Herbst doch aber heute noch mal von seiner charmant-sonnigen Seite zeigt und damit ihr nicht all zu lange vor der Kiste hocken müsst, haben wir für euch ein paar Veranstaltungen zusammengesucht. Auf der Website von Plan könnt ihr euch außerdem über die Kampagne Because I am a Girl und die Geschichte des Mädchentages informieren.
Wo & Wann
In Frankfurt am Main findet am 11. Oktober um 16 Uhr ein Lila Flashmob auf dem Römer statt. Hier findet ihr außerdem Informationen über alle in Hessen stattfindenden Aktionen im Rahmen des 1.Internationalen Mädchentages.
In Lichtenstein (Sachsen) könnt ihr noch bis zum 31. Oktober eine Ausstellung zum Thema “Mädchenwelten in Afrika, Asien und Lateinamerika” besuchen, welche im Rahmen der Initiative “Weil wir Mädchen sind” stattfindet und von den Lebensbedingungen der Mädchen in besagten Kontinenten berichtet.
Das flash - Mädchencafe in Wien Neubau feiert am 11. Oktober ab 17 Uhr den ersten Internationalen Mädchentag. Am Programm steht ein Kurzfilm zum Thema “Mädchen aus aller Welt”, außerdem wird es Essen und fetzige Musik geben.
In Hamburg lädt Filia. Die Frauenstiftung am 11. Oktober unter dem Motto “¡Mädchen ermutigen!” zu einem kunterbunten Mädchenabend ein (Missy berichtete). Der Mädchenbeirat von Filia wird sich und die von Filia unterstützten Förderprojekte vorstellen, es wird Musik und ein paar kleie Gaumenfreuden geben.
In London wird das London Eye am 11. Oktober zu Ehren des International Girls Days rosa beleuchtet. Rund um das größte Riesenrad Europas finden ebenfalls viele Aktionen und Veranstaltungen statt. Über Rosa als mädchencharakterisierende Farbe sollten wir mal reden, die Aktion ist trotzdem ziemlich cool!
Berlin zieht nach und wird die Kuppel des Sony Center am 11. Oktober in Barbiefarben erstrahlen lassen. Auch dort sind tolle Veranstaltungen rund um das Thema Mädchen geplant.
Weitere Infos zum 1.Internationalen Mädchentag findet ihr hier.
Jennifer Livingston, eine Nachrichtensprecherin eines lokalen Fernsehsenders in Wisconsin (USA) bekam “Fanpost” der besonders ekligen Art: Darin beteuerte ein Mann, dass er sich sehr um ihre Gesundheit sorge und die Wirkung bedenklich fände, die Jennifer als dicke Frau insbesondere auf junge Mädchen hätte. Livingston nutzte dann vier Minuten ihrer Sendezeit, um eins klarzustellen: “Ich bin mehr als die Zahl auf meiner Waage”.
(Ich finde das Video sehr empowernd, auch wenn einige Aspekte für mich problematisch sind: Leider wird in dem Video das Wort ‘übergewichtig’ gar nicht in Frage gestellt - als gäbe es eine objektive Größe, die bestimmt, was ‘über-’, ‘unter-’ und ‘normalgewichtig’ sei. Ich kann auch so etwas wie “sexuelle Präferenz” (ähnlich wie: sexuelle Orientierung oder Neigung) nicht mehr hören, weil das oft nur benutzt wird, um Begehren jenseits von hetero zu markieren.)
Sie möchten auf e-Zigaretten um steigen, dann sind Sie in unserem Shop richtig. Die e-Zigaretten sind schon längere Zeit auf dem Markt, allerdings kam ihr Durchbruch erst mit dem Rauchverbot in Restaurants und anderen Lokalen. Die Vorteile der e-Zigaretten liegen ja auch klar auf der Hand. Als Raucher schädigen Sie damit nicht Ihre Umwelt, kein unangenehmer Rauch stört Ihre Mitmenschen und Sie dürfen e-Zigaretten in Lokalen rauchen. Worauf beruht das Prinzip der e-Zigaretten? e-Zigaretten rauchen eigentlich nicht, sie verdampfen. In der e-Zigarette ist kein Tabak, sondern ein Liquid, also eine Flüssigkeit. Dieses Liquid gibt es bei uns in verschiedenen Geschmacksrichtungen, es gibt Liquid mit Nikotin und ohne Nikotin. Die Menge des Nikotins kann höher und niedriger konzentriert sein. Mittels eines Akkus wird das Liquid durch Hitze verdampft. So entsteht der Rauch und als Raucher haben Sie das gleiche Gefühl, wie bei einer Tabakzigarette. Allerdings entstehen bei einer e- Zigarette die schädlichen Stoffe, die bei einer Tabakzigarette freigesetzt werden nicht. Sie schädigen sich weniger und Ihre Umwelt gar nicht. Welche Menge von Nikotin der Raucher zu sich nicht, entscheidet er selbst. Wer kein Nikotin mehr braucht und nur aus Spaß raucht, kann ein Liquid ohne Nikotin wählen. Starke Raucher können so auf Dauer Ihre Nikotinmenge verringern. Welche Vorteile haben e-Zigaretten? Wir bieten verschiedene Starterpacks an. Diese enthalten immer die Zigarette mit Akku, eine Kartusche mit Liquid, eine Ladekabel und ein USB Kabel, damit Sie Ihre Zigarette überall aufladen können. Normalerweise reicht eine Akkuladung für einen Tag, wenn Sie ein durchschnittlicher Raucher sind. Das Liquid, um Ihre e-Zigarette auf zu füllen, erhalten sie bei uns. Wer sich für e-Zigaretten entscheidet spart auf Dauer Geld, denn das Liquid hält länger und ist günstiger als Tabakzigaretten.
Leider ist nicht alles so schön leicht verständlich
In der taz wird berichtigte Kritik am feministischen Diskurs geübt, der leider viel zu oft durch unnötig „akademische“ Ausdrucksweise diejenigen ausschließt, deren Alltagssprache eben nicht von Haus aus nach Simone de Beauvoir klingt:
Allzu oft fielen in der Debatte Sätze wie „bildet euch doch“ oder „lies doch mal dieses oder jenes Buch“. In feministischen Onlineforen würden Neulinge auf diese Weise schnell mundtot gemacht (…).
Aber zwischen „Feminism rocks“ und Judith Butler liegt eine riesige Bandbreite an Ausdrucksweisen, aus denen wir wählen können (eigentlich so viele Ausdrucks- und Verständnisformen wie Menschen) - die Menschheit ist unglaublich vielfältig, und je vielfältiger unsere Kommunikation wird, desto besser erreichen wir alle einander.
Oder einfacher gesagt: Man sollte möglichst so reden, daß alle Leute, die es angeht, es auch verstehen können. Sicher ist das nicht immer möglich - wenn sich beispielsweise irgendwelche Computernerdgrrrls untereinander in „ihrer Sprache“ unterhalten, versteh ich auch nicht so viel, als daß ich groß mitkommen würde. Trotzdem sind deren Diskussionen untereinander deswegen nicht weniger wichtig, müssen trotzdem geführt werden. Auch das ist Vielfalt.
Aber sollte die gesamtgesellschaftliche feministische Diskussion dann nicht in einer „Mainstreamsprache“ geführt werden, oder anders ausgedrückt:
„Die Leute, die gegen den Feminismus ‚bashen‘, haben wohl die richtigen Worte gefunden“, sagt eine Teilnehmerin. Eine Andere pflichtet ihr bei: „Wir müssen unsere feministischen Anliegen mehr an die Menschen herantragen“.
Und weiter oben wird von der taz als Beispiel für die falsche Vorgehensweise angeführt:
Männer kommen vom Mars und Frauen von der Venus - solch platten Weltsichten überzeugen offenbar viele Menschen. Der gleichnamige Beziehungsratgeber von Therapeut John Gray erreichte eine Millionenauflage. (…)
„Das Unbehagen der Geschlechter“ der US-amerikanischen Theoretikerin Judith Butler findet demgegenüber ein eher kleines Publikum.
Mal abgesehen davon, daß der Vergleich sowieso etwas gewagt ist, aber - soll das heißen, der Feminismus solle jetzt auf dieses MarsVenus-Niveau runter, damit das dumme (Weibs-)Volk auch kapiert, um was es geht? Ach nööö…
Ich möcht jetzt ganz laut „SPALTER!“ schreien… woher dieses trennende Weltbild? Einerseits hier die akademisierten Mittelstandsfeminist_innen, auf der anderen Seite die „einfache Frau vom Lande“, die nix als Bildzeitungsrhetorik kapiert. Juhu, schon wieder ne Schublade!! Als hätten wir davon nicht schon genug…
Tatsache ist, daß Feminismus ALLE Menschen etwas angeht. Es geht um die Gleichberechtigung von Menschen, mehr Mainstream geht ja wohl nicht. Selbst wenn man’s auf „Frauen“ reduzieren wollte, 50% der Menschheit ist immer noch pretty mainstream.
Und diese 50-100% der Menschheit lassen sich nunmal nicht in Schubladen stecken. Und ihre Ausdrucksformen - sprachlich oder sonstwie - sind weitaus vielfältiger und gehaltvoller als es der taz-Artikel und die dort beschriebene Diskussionsrunde ihnen anscheinend zugestehen möchte. Ganz zu schweigen von ihren Verständnisformen…
Der Kritikpunkt, daß Bemühen um für alle verständliche Kommunikation notwendig ist, ist vollkommen berechtigt.
Aber die Schlußfolgerung ist nicht, effekthascherische Vereinfachung zu betreiben. Damit erreicht man im PR-Sinn vielleicht mehr Leute, klar - aber einen großen Erkenntnisgewinn können wir uns gegenseitig so nicht vermitteln. Wie auch.
Warum nicht lieber auf unser aller Stärke setzen,auf unsere Vielfalt? Und eine größere Vielfalt und Flexibilität in unseren Ausdrucksweisen anstreben. Uns auf alle mögliche Arten bemerkbar machen, die Form variieren - und nicht den Inhalt vermurksen.
In diesem Sinne erstmal: Feminism rocks.
Wolltest du schon immer mal (oder endlich wieder :) Gitarre, Bass, Drums oder Keys in einer Band spielen?
Von Freitag, den 12. bis Sponntag, den 14. Oktober veranstaltet Ruby Tuesday in Zusammenarbeit mit dem HELLA KLUB für Mädchen und junge Frauen, sowie dem Eastend Jugendclub, in Berlin-Hellersdorf ein Ruby Tuesday Rock-Schnuppercamp für Girls, Ladies, Trans* und Inter*. Um teilzunehmen, solltest du zwischen 12 und 27 Jahre alt sein. (Altersbeschränkung ist allerdings fließend.)
An diesem Schnupperwochenende hast du die Gelegenheit dazu, ins Ruby Camp Feeling einzutauchen und bei tollen Workshops und in schicken Proberäumen ordentlich abzurocken! Und: die Teilnahme ist kostenlos :)
Infos zum Schnupperwochenende findest du unter “Camp 2012” auf der Ruby-Tuesday-Webseite. Anmelden kannst du dich, indem du das Anmeldeformular ausgefüllt an hella-klub [at] web.de oder per Post direkt ans HELLA schickst (Adresse steht im Formular). Du kannst dich auch telefonisch unter 030 – 991 81 43 melden.
Viel Spaß beim Rocken!
Die von den QBW und agpro gemeinsam erstellte Broschüre “work:out - Lesben und Schwule im Job” ist ein Leitfaden für ArbeitnehmerInnen und ArbeitgeberInnen zum Thema Homosexualität und Erwerbsleben. Die Broschüre wurde Ende September an die tausend größten Unternehmen Österreichs versandt.
Mit einem Klick auf das Bild können Sie die Broschüre herunter laden!
Die Verzweiflung muss groß sein. In einem Interview mit der Welt hat Verbraucherministerin Ilse Aigner das Erfolgsmodell ‚Elterngeld’ als die wahre Herdprämie bezeichnet, da Väter und Mütter zum Bezug dieser Leistung zu Hause bleiben müssten. Abgesehen davon, dass schon diese Behauptung nicht stimmt, während der Elternzeit kann bis zu 30 Stunden gearbeitet werden, braucht es für eine partnerschaftliche Aufteilung von Erwerbs- und Familienarbeit ein qualitativ hochwertiges Kinderbetreuungsangebot und einen gesetzlichen Anspruch darauf. Das Betreuungsgeld dagegen würde die traditionelle Rollenaufteilung festigen und Vätern und Müttern den Anspruch auf einen Betreuungsplatz ‚abkaufen.
‚… Welt am Sonntag: Wären Sie schon Ministerpräsidentin, hätten Sie im Bundesrat also gegen die Frauenquote gestimmt.
Aigner: Ich bin ganz persönlich gegen die Frauenquote in der Wirtschaft.
Welt am Sonntag: Auch beim Betreuungsgeld sind es vor allem Frauen, die sich auflehnen. Diskutieren Sie manchmal mit denen?
Aigner: Wir diskutieren seit Jahren. Es gibt Gegner des Betreuungsgeldes, die einfach das System noch immer nicht verstanden haben. Oder nicht verstehen wollen. Das Betreuungsgeld ist definitiv keine Herdprämie. Wenn es eine Herdprämie gibt, dann ist es eher das Elterngeld. Anders als das Betreuungsgeld bekommt das Elterngeld nur, wer zu Hause bleibt.
Welt am Sonntag: Weiß man das in der FDP?
Aigner: Ich hoffe, dass sich das auch in der FDP herumspricht und sich die Liberalen wieder etwas beruhigen. Die Veränderungen, die wir vorgenommen haben, müssten der FDP eigentlich entgegenkommen. Das gilt für den Anreiz zur Altersvorsorge wie auch für die Koppelung an Vorsorgeuntersuchungen. …’
Notwendig wurde die offizielle Klarstellung, nachdem ein Journalist im Jahr 2010 aufgedeckt hatte, dass solche "Therapien" noch immer angeboten wurden. Die betreffende Therapeutin legte gegen das in der Folge ausgesprochene Behandlungsverbot Berufung ein, verlor das Verfahren aber endgültig im Frühsommer 2012.
Phil Hudson, der Sprecher der BACP, sagte im Zusammenhang mit dem Brief an die Mitglieder, dass er überrascht gewesen sei, dass die bereits vorhandenen Richtlinien über die Qualität der psychotherapeutischen Behandlung und das Handeln zum Wohl der Patient_innen nicht ausreichten, um solche "Therapieangebote" zu verhindern. "Für mich als Therapeut ist es unvorstellbar, dass jemand, der ausgebildet ist und verantwortlich ist, so handeln kann." Quelle: LawontheWeb vom 3. Oktober 2012
Links: [www.lawontheweb.co.uk]
http://www.bacp.co.uk/
[joemygod.blogspot.com]
http://www.independent.co.uk/news/uk/this-britain/the-exgay-files-the-bizarre-world-of-gaytostraight-conversion-1884947.html
http://www.channel4.com/news/gay-cure-therapist-loses-appeal-against-suspension
[www.telegraph.co.uk]
[www.christianconcern.com]
[www.christianconcern.com]
[www.exgaywatch.com]
[www.guardian.co.uk]
[www.bacp.co.uk]
Das Wochenende ist ja grau genug, um es genüsslich vor dem Rechner zu verbringen. Drum gibt es hier den traditionellen Selbermach-Sonntag mit Platz für all das, was es bisher noch nicht in die Selbermach-Woche geschafft hat. Welche Blogeinträge habt ihr verfasst oder für toll befunden? Über welche Beiträge in den Medien habt ihr euch geärgert? Oder auch einmal gefreut? Welche Ideen treiben euch um?
… ist ein Projekt von Dave Engledow. Die Fotos zeigen ihn mit seiner Tochter Alice Bee in verschiedenen Situationen. Gemeinsam haben alle Fotos, dass in jedem Foto die World’s Best Father Tasse zu sehen ist, die Fotos amüsant anzusehen sind und sich viele Väter und Mütter in den gezeigten Situationen wiederfinden werden können. Genau richtig für einen Jahreskalender, der an die Wand gehängt wird und uns ein Jahr begleitet.
Sie können Sie auf der Facebook Seite von Dave mitabstimmen, welche von den 27 Fotos in den World’s Best Father Calendar 2013 kommen sollen. Der Vater-Kalender für 2013 wird über das Crowdfunding Portal Kickstarter finanziert.
Ich wollte nur mal ein paar Gedanken loswerden und dachte das sich das Blog-Format ganz gut dafür eignet. Sehr beinflusst ist der Text von diesem: Mein Körper mein veganer Tempel zum Thema Veganismus und Essstörungen. Sicher nervt es als Veganer_in auch, sich Szene-extern immer ständig rechtfertigen zu müssen, also falls ihr keine Lust auf Diskussionen habt, verstehe ich das sehr gut. Aber gerne würde ich eure Meinungen zum Thema erfahren! Ich hoffe dieser Text bedeutet jetzt nicht den sozialen „Szene“-Tod 
Ich bin selber nicht mal wirklich vegetarisch, ich esse zwar wenig Fleisch aber wenn dann leider grade das schlimmste, Burger oder halbes Hähnchen vom Imbiss… Ok. Ich mag Tiere und gegen industrielle Tierhaltung, und vor allem gegen die Verschwendung von Ressourcen durch den Energie-ineffizienten Umweg über Nutztiere, zu sein macht Sinn. Aber was mich oft an Veganismus stört, ist diese pedantische Kontrolle des Essens. Als ob Fleisch giftig ist, als ob es krank macht. Die „Iiiihs“. Die Zelebration der Askese, des Verzichts - als ob wir weiblich sozialisierten Menschen davon nicht schon genug hätten!! Als hätten wir nicht schon von klein auf gelernt zu verzichten, nicht für uns, sondern immer für andere. Jetzt nicht mehr damit die anderen uns schön finden, (obwohl der Verzicht auf tierische Kalorien sicher auch dem queer-feministischen androgynen Schönheitsideal nicht entgegen wirkt) sondern nun um die Welt zu verbessern. Die gerümpften Nasen. Die vorwurfsvollen Blicke. Manchmal erinnert es mich an den Blick meiner Mutter wenn ich mir das dritte Stück Sahnetorte in den Mund schiebe „Willst du das wirklich?!“ Das Austauschen von Rezepten, die Geheimtips wie man sich Ersatzprodukte beschafft, wo man kostengünstig vegan essen kann. Ob das „kostengünstig“ zustande kommt, weil die Angestellten schlecht bezahlt werden und der Soja eingeflogen wird, ist dann zweitrangig. Hauptsache vegan. My body is my temple, aber was passiert außerhalb des eigenen Körpers? So viel Kraft, die verwendet wird für die Beschäftigung mit dem, was in den Körper hineinkommt. Aber was ist mit der Welt um uns herum? Was wäre denn, wenn wir uns nicht der ständigen Selbstkontrolle unterziehen würden, nicht Kalorien zählen, pardon, die Zusatzstoffe auf der Packung studieren, um unseren Körper rein von tierischen Proteinen zu halten? Was wäre wenn wir die selbe Engergie dafür verwenden würden, sich um Menschen zu kümmern, die ganz andere Probleme haben, als ob die Gummibärchen, die Oma zum Geburtstag geschickt hat, Gelatine enthalten? Oder auch um nur uns selber? Was wäre wenn wir einen Scheiß darauf geben würden, ob unsere mainstream-Feund_innen lieber Würstchen grillen statt Gemüse, und statt dessen mit ihnen darüber diskutieren würden, warum sie das Wort „Feminismus“ als so bedrohlich wahrnehmen? Was wäre, wenn wir nicht nachfragen würde, ob der Tomaten-Shitake-Aufstrich auch wirklich keinen Honig enthält, sondern warum die Frau an der Kasse vom Bio-Supermarkt so wenig verdient? Was wäre wenn wir uns nicht dafür schämen würden, gestern abend betrunken einen Fleisch-Burger gegessen zu haben, sondern dafür, nicht eingeschritten zu sein, als das Ehepaar neben uns in der U-Bahn anfing rassistische Dinge von sich zu geben*?
Nein, viele Leute die vegan sind, stecken viel Energie in andere politische Projekte. Ich übertreibe. Und verwende ich denn das angebliche Plus an Energie wirklich für andere Dinge? Nein, ich liege auf meinem Bett, schreibe diesen Blog-Artikel und werde gleich noch mehr Serien gucken.. 
*frei erfundene aber realistische Situation (und etwas polemisch
)
Die in Frankreich lebende Künstlerin Irma ist wohl eine dieser Musiker_innen, die auf YouTube zu Stars wurden, denn ich kann mich erinnern, wie ich vor ein paar Jahren das erste Video von ihr anklickte - eine traumhafte Cover-Version von Mika: “Happy Ending“. Nun sieht es so aus, als hätte sie sich ihren musikalischen Weg gebahnt und ein paar schöne Eigenkompositionen geschrieben. Dieses Video fand ich besonders toll, denn es zeigt, dass sie neben Gitarre und Gesang auch noch Schlagzeug und Percussion spielen kann (oh, bin ich neidisch :)!
tAMtAM trifft Ariadne von Schirach in einem Café in Berlin-Mitte, Zielgruppe: Hippe Erasmus-Studenten. Zu trinken gibt es irgendeine abgefahrene Kaffee-Spezialität (tAMtAM vergisst augenblicklich, was für eine).
Ariadne von Schirach ist Mitte 30, hat Philosophie studiert und 2007 ein skandalnudeliges Buch mit dem Titel „Der Tanz um die Lust“ geschrieben, das die geneigte Literatur-Kritik genüsslich verhackepeterte. Seitdem arbeitet sie für diverse Medien und schreibt an ihrem nächsten Buch, das im kommenden Jahr erscheinen soll - ob da die Damen und Herren vom Feuilleton schon wieder ihre Messer wetzen dürfen?

THEMA: INTENDIERT & INTERPRETIERT
tAMtAM berlin: Mal zu deinem ersten Buch. Liest man die Kritiken, wurde die Ich-Erzählerin offenbar mit der Autorin, also mit dir gleichgesetzt. Du hast viel aus diesen pseudo-biografischen Romanen, in denen Leute ihr Leben offenbaren, zitiert. Besteht da irgendein Zusammenhang?
Ariadne von Schirach: Das Ich war an vielen Stellen sehr persönlich. Aber ich habe mich nie mit diesem Ich identifiziert, weil ich diese persönlichen Geschichten genutzt habe, um etwas Allgemeines zu erzählen. Es sollte ein soziologisches Buch sein, das die Gesellschaft kritisiert.
tAMtAM berlin: Eigentlich hast du in deinem Buch ja eine bestimmte Verhaltensweise kritisiert, wenn ich dich richtig verstanden habe.
Ariadne von Schirach: Ich habe darüber geschrieben, wie die Logik der Pornografie Bilder kreiert, denen wir, befeuert durch die Werbung, zu gleichen versuchen. Dass Sexualität ein Wert an sich geworden ist, ein Statussymbol. Mittlerweile geht es nicht mehr darum, dass man sexy Bilder von sich produziert, sondern man soll praktisch die ganze Zeit fotogen sein, sodass man ständig ein Foto machen könnte von seinem stylischen Leben - und die meisten Leute machen das auch. Es gibt Food Porn, Dress Porn… Das war irgendwie, in bescheidenster Weise, ein intellektuelles Buch. Und dann haben sich die Leute dafür interessiert, was ich für Haare habe. Da dachte ich mir… Kinder, habt ihr sie noch alle?
THEMA: WAHRHEIT ODER FAKE?
tAMtAM berlin: Die Figuren in deinem Buch wirken sehr real, man hat das Gefühl, du plauderst wie bei „Sex and the City“ über deinen Freundeskreis - wie viel war tatsächlich erlebt, wie viel war von dir gemutmaßt, beobachtet - oder erfunden?
Ariadne von Schirach: Alle Geschichten sind mehr oder weniger echt. Sie sind aus unglaublich vielen Jahren von Beobachtungen und Gesprächen zusammengezogen. Mit aller künstlerischen Freiheit. Du nimmst den Kern von etwas und gibst ihm ein neues Gewand. Das heißt nicht, dass du etwas erzählst, was es so nicht gibt. Es war eine Art fiktiver Freundeskreis, der angereichert wurde mit echten Geschichten.
THEMA: DIE JOURNAILLE
tAMtAM berlin: Glaubst du, die Reaktion der Medien wäre eine andere gewesen, wenn du ein Mann wärst?
Ariadne von Schirach: Der Erfolg des Buches hatte sicher viel damit zu tun, dass ich eine Frau bin, dass ich so über Sex rede. Die Medien hätten sich wahrscheinlich nicht so für das Buch interessiert, wenn es von einem Mann geschrieben worden wäre.
Männer werden immer noch mehr nach dem beurteilt, was sie sagen. Ich wurde danach beurteilt, wie ich aussah.
Wobei ich echt ziemlich krasse Pressefotos hatte, das muss man auch mal sagen. Ich war 27 und ein bisschen naiv, ich habe das falsch eingeschätzt. Es sollte ein ironischer Dreh sein, mit diesen Fotos die pornografische Ästhetik zu bedienen, obwohl ich genau die ja eigentlich kritisiert habe. Ich verstehe, wenn man bei jemandem, der auf den Pressefotos aussieht wie Barbie beim Betriebsausflug, auf falsche Gedanken kommt. Das war wirklich meine Schuld. Ich dachte, man kann damit spielen, aber in den Medien zählt immer das Konkrete. Das Bild ist das Bild ist das Bild.
tAMtAM berlin: Im Prinzip ist also mit dir das passiert, was du in “Der Tanz um die Lust” kritisiert hast.
Ariadne von Schirach: Ja, ich wurde auch pornografisiert. Mich hat die Bild-Zeitung als „Pornosophin“ bezeichnet.
tAMtAM berlin: Dein Anliegen ist auch in deinem neuen Buch, derartige Zustände und Denkweisen zu kritisieren. Musst du dir dafür eine andere Form suchen?
Ariadne von Schirach: Die Form ist für mich, zurückhaltender zu sein. Die Redaktionen wollen einen ja auch immer auf eine bestimmte Weise abbilden. Indem sie einen als Model präsentieren zum Beispiel und nicht als Autorin.
tAMtAM berlin: Aber kannst du wirklich aus diesem Spiel aussteigen, gehst du auf diese Weise nicht in das andere Extrem?
Ariadne von Schirach: Es ist ein Problem, dass heutzutage die Bücher mit der Persönlichkeit des Autors verkauft werden. Die Autoren sind mehr und mehr in der Pflicht, mit ihrem Gesicht für ihre Bücher zu werfen. Ich kann das kritisieren, aber dagegen tun kann ich nichts. Außer eben mit bestimmten Leuten nicht zu sprechen, beispielsweise mit Boulevard-Journalisten. Aber natürlich bin ich auch auf PR angewiesen, denn wenn man ein Buch herausbringt, möchte man ja auch, dass es bekannt wird.
tAMtAM berlin: Welche Rolle spielt das Internet bei all dem?
Ariadne von Schirach: Klar, durch Blogs liegt die Deutung der Wirklichkeit nicht mehr allein in den Händen der großen Konzerne. Das gibt ein Gegengewicht. Es gibt diese zwei großen Bewegungen: Digitalisierung und Globalisierung. Und in diesem Kräftefeld haben wir das Problem, dass im Kultur- und Medienbereich die Arbeit verschwindet, weil sehr viele Dinge überhaupt nicht mehr als Arbeit anzurechnen sind. Gleichzeitig müssen alle viel mehr arbeiten, denn man ist ständig in diesem stillen Prozess des Optimierens, Suchens, Organisierens. Der tägliche Produzent seines eigenen Lebens zu sein - das ist saumäßig anstrengend. Das Leben wird immer abhängiger von diesen ganzen Anforderungen, Arbeit und Freizeit vermischen sich. Klassische Jobs fallen weg, Medienberufe werden diffus. Wie verdient man Geld im Internet? Damit geht diese Angst einher, dass man keinen Platz mehr in der Welt findet. Als könntest du nicht mehr einfach so da sein. Als sei es nicht mehr selbstverständlich, dass du einen Wert besitzt und geliebt wirst, auch wenn du schwach bist, auch wenn du blöd bist, auch wenn du gerade versagst. Die Gesellschaft suggeriert dir das Gegenteil: Man muss sehr viel leisten, bis man überhaupt erst einmal einen Wert besitzt.
tAMtAM berlin: Aber wer richtet denn darüber, ob man „dazugehört“? Tun wir das selbst, tun es andere?
Ariadne von Schirach: Die Menschen versuchen, sich in wunderbare Produkte für den Arbeitsmarkt zu verwandeln, weil dieser alle zueinander in Konkurrenz setzt.
tAMtAM berlin: Sind wir da nicht selbst dran schuld?
Ariadne von Schirach: Klar! Das ist eine Verschwörung, die nur Akteure, aber keine Anstifter kennt. Wir überwachen uns selbst und jeder, der sich verhält, als sei er ständig aus einem Magazin gefallen, ist der, der die imaginäre Kamera hält.
tAMtAM berlin: Aber was für Möglichkeiten haben wir überhaupt noch, um aus diesem Kreislauf herauszukommen?
Ariadne von Schirach: Ich glaube, man sollte zuerst einmal sein Leben für Beziehungen öffnen, die aus Liebe entstehen und nicht aus Nützlichkeit. Einen anderen Menschen zu lieben, ohne dass man ihn zu etwas braucht - es wäre ein Anfang, das zu lernen.
Aber ich habe keine Ahnung, wie man das beruflich löst. Vielleicht, indem man sich erst einmal über die eigenen Wünsche klar wird. Also eine Wendung nach innen. Es gibt viele Menschen, die keine Lust mehr haben, einander wie Objekte und verwertbares Material zu behandeln. Man muss damit einfach anfangen. Das ist etwas, was ansteckend sein soll!
THEMA: DAS WETTER
tAMtAM berlin: Eine kurze Frage zum Schluss: Wenn man deinen Namen googelt, stößt man auch auf das hier.
Ariadne von Schirach: Das ist das Wetter-Gedicht.
tAMtAM berlin: Alles klar. Was ist das und wo kommt das her? Machst du das wirklich jeden Tag?
Ariadne von Schirach: Ähm. Ja. (lacht) Diese Gedichte sind wirklich von solider Mittelmäßigkeit. Manchmal auch ganz schlecht, ab und zu gibts einen Ausreißer nach oben - aber nicht allzu oft.
Vor zwei Jahren habe ich mal bei irgendeinem dieser Empfänge mit einem Journalisten über Kunst auf Twitter gesprochen. Und dann bin ich nach Hause gegangen und dachte - ich mach das. Ich mach jetzt das Twitter-Gedicht.
tAMtAM berlin: Würdest du exklusiv über das Wetter jetzt gerade (am 13. September, Anm. v. tAMtAM) schreiben?
Ariadne von Schirach: …
Die Wolken ballen sich bedrohlich / verdecken bald das Himmelsblau /
Später könnte Regen fallen / Denn der Wind wird langsam rau

| The Raveonettes | The Enemy |
| M83 | Kim & Jessie |
| Jamie T. | Sticks ‘n’ stones |
| Stars | Fixed |
| Bright Eyes | Four winds |
| The Pains of Being Pure at Heart | Heart in your heartbreak |
| Black Kids | I’m not gonna teach you how to dance with him |
| Hundred in the Hands | Commotion |
| Citizens | True romance (Gigamesh remix) |
| Beat Beat Beat | We are waves |
| Pavement | Silence kit |
| Clap Your Hands and Say Yeah! | Hysterical |
| Bondage Fairies | Fantasy outfit |
| The New Division | Soft |
| Paul Kalkbrenner | Sky and sand |
| Jürgen Paape | So weit wie noch nie (Loveless remix) |
| Der Dritte Raum | Der Illusionist |
| Kollektiv Turmstraße | Elemental pleasures |
| Trentemöller | Take Me Into Your Skin (Loveless remix) |
| Avicii | Levels (Loveless remix) |
| David Guetta | Without You (Instrumental) |
| Digitalism | Two hearts |
| Hot Chip | Day and night |
| Scissor Sisters | Only the horses |
| Pazzio Pet | Take a walk |
| The Naked and Famous | Punching in a dream |
| Lily Allen | Fuck you |
| Shout out Louds | Tonight I have to leave it (Kleerup mix) |
| Metric | Youth without youth |
| The Breeders | Saints |
| The Hives | Walk idiot walk |
| Phoenix | Lisztomania |
| California Wives | Twenty three |
| Lemonheads | Mrs Robinson |
| Weezer | Island in the sun |
| Mando Diao | Down in the past |
| Jake Bugg | Lightning bolt |
| Awolnation | Sail |
| The Killers | Smile Like You Mean It (Madeon Remix) |
| MGMT | Kids |
| Daily Bread | Loverst |
| Kavinsky | Nightcall (Remix) |
| Oliver Koletzki | Hypnotized (feat. Fran) |
| Bobmo | Control |
| Boys Noize | Jeffer |
| Bloc Party | Octopus (RAC mix) |
| Bonaparte | Quarantine |
| Little Boots | Stuck on repeat |
| Crystal Castles | Not in love (feat. Robert Smith) |
| Santigold | Disperate youth |
| Johnossi | Man must dance |
| The Rapture | House of jealous lovers |
| Rinocerose | Cubicle |
| Roisin Murphy | Momma’s place |
| FM Belfast | Underwear |
| Feist | My moon my man (Boys Noize mix) |
| Fever Ray | Triangle walks (Rex the Dog radio edit) |
| Florence and the Machine | You’ve got the love (The xx mix) |
| Robyn | Indestructible |
| Yeah Yeah Yeahs | Y control |
| Goose | Bring it on |
| Tears for Fears | Mad world |
| Joy Division | Love will tear us apart |
| Escape with Romeo | Somebody |
| OMD | Electricity |
| The Cure | A Forest |
| Blouse | Time Travel |
| Sisters of Mercy | Alice |
| The Clash | Guns of Brixton |
| Human League | Being boiled |
| Grimes | Oblivion |
| Blondie | One way or another |
| Johann Van Der Smut | 23 Grad |
| Satellite Stories | Anti Lover |
| Two Door Cinema Club | Eat That Up, It’s Good For You |
| Bondage Fairies | Clone |
| Grandaddy | The Crystal Lake |
| Marsheaux | It’s Fine Now |
| Den Harrow | Bad boy |
| Laura Branigan | Self Control |
| Desireless | Voyage voyage |
| Laurie Anderson | O Superman (M.A.N.D.Y. vs. Booka Shade vs. Loveless remix) |
| Scissor Sisters | Invisible light (Boys Noize mix) |
| Army of Lovers | Crucified |
| Sabrina | Boys |
| Crystal Castles | Baptism |
| T.raumschmiere | Monstertruckdriver |
| Daft Punk | One more time |
| Royksopp | Tricky tricky |
| Violent Femmes | Blister in the sun |
| Weezer | Island in the sun |
| Phoenix | 1901 |
| The Faint | Agenda suicide |
| Dead Kennedys | Holiday in Cambodia |
| New Model Army | Betcha |
| Iggy Pop | Lust for life |
| The Ramones | Blitzkrieg Bob |
| Billy Idol | Dancing with myself |
| Warsaw | Warsaw |
| Beastie Boys | Sabotage |
| Vive la Fete | Noir Desir |
| Bronski Beat | Smalltown boy |
| Matia Bazar | Ti sento |
| Phantogram | Mouthful of diamonds |
| Kate Bush | Running up that hill |
| Propaganda | P-Machinery |
| Briskerby | Propaganda |
| The Cure | Just like heaven |
| The Knife | Heartbeats |
| Chima | Morgen (Deichkind remix) |
| Gustav | Alles renkt sich wieder ein |
| Apoptygma Berzerk | All tomorrow’s parties |
Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!
In der >>> Beobachter-Titelgeschichte zum Thema "Intersex" war auch ein Interview mit einem Betroffenen mit dabei, das als einziges auf der Beobachter-Homepage öffentlich zugänglich ist – allerdings nur in arg verstümmelter Form, die z.T. mehr Fragen aufwirft als Antworten liefert (so auch z.B. >>> auf dem Hermaphrodit Forum). Im Gegenzug enthält sie Falschinformationen (Erich Marti lebte nie "in einem Heim").
Das autorisierte Interview gibt einen Einblick in die Lebenswelt von "in Richtung männlich" operierten Betroffenen ("Hypospadiekorrekturen") – in der Zeit, als dies mit Erich Marti gemacht wurde, die grosse Ausnahme (vgl. dazu auch die Biographie des Betroffenen Enst Bilke). Dieser Blog dokumentiert deshalb nachfolgend die ursprüngliche, von Erich Marti gegengelesene Version des Artikels. Einige zentrale ausgelassene Passagen sind dabei fett markiert. Die gekürzte Version wurde, wie auch anderes im Hauptartikel, ohne das OK des Betroffenen publiziert.
Erich Marti* ist anders als die meisten anderen. Bestätigen wollte ihm das niemand. 70 Jahre lang behaupteten Ärzte, Verwandte und Eltern er sei ganz normal. 70 Jahre lang fühlte Marti, dass das nicht stimmen konnte.
Marti steht in seinem Arbeitszimmer. Die Wände sind bis zur Decke mit Büchern und Ordnern gefüllt. Der Wissenschaftler, der an den besten Universitäten dieser Welt studiert und später gearbeitet hatte, suchte sein Leben lang nach einer Antwort. Nach einem Mediziner, der ihm erklärt, dass er sich nicht getäuscht, sich diese Andersartigkeit nicht eingebildet hatte.
Als der damals 14-Jährige zum ersten Mal mit anderen Jungen duschte, bemerkte er, dass er anders gebaut war. Wo die anderen eine Wölbung hatten, ging es bei ihm einfach flach hinunter. Seine Mitschüler lachten ihn aus und riefen ihm Fräulein hinterher. Als der Bart bei den anderen Buben allmählich begann zu spriessen, blieb Martis Gesicht fein wie das eines Mädchens. Während die Kumpanen einen definierten Bizeps entwickelten, fuhr Marti immer noch zum halben Preis Bus, weil er so kindlich aussah. Mit seinen Eltern konnte er darüber nicht sprechen. Der Arzt, den Marti um Hilfe bat, behauptete, alle sei gut und verschrieb ihm Vitamin E zur Ankurbelung der Testosteronproduktion. Genützt hatte es nichts.
Allmählich wurde der Grünschnabel flügge. Mit Mädchen verstand sich Marti immer glänzend. Doch kaum kamen sie sich näher, stiess Marti an seine Grenzen. „Irgendwo hatte ich aufgeschnappt, dass ein Mann mit seinem Penis in eine Frau eindringen muss, damit ein Kind entsteht. Ich schaute mich an und fragte mich, wie zum Teufel das funktionieren sollte“, erklärt Marti. Auch als er wie die anderen Knaben einmal heimlich Kondome kaufte, war er hinterher mehr verwirrt als aufgeklärt. Dennoch hat er sich deswegen nie abnormal gefühlt. „Sex war ein Tabu. Wir hatten keine Ahnung, was normal ist und was nicht. Ich konnte mir deshalb auch nicht wirklich einen Reim darauf machen, was nun wie sehr mit mir nicht stimmte“, erinnert sich Marti.
Es war am Tag vor seiner Hochzeit als Martis Mutter nach 30 Jahren endlich ihr Schweigen brach. „Du bist operiert“, warnte sie mich. „In der Hochzeitsnacht wird nicht alles funktionieren“, erklärte sie weiter. Marti verwirft die Hände. Noch heute wird er wütend, wenn er sich daran zurückerinnert. „All die Jahre liess sie mich im Ungewissen und dann, als ich endlich eine Frau gefunden hatte, belastete sie mich damit“, entfährt es dem 70-Jährigen. Zwei Jahre nach dieser Offenbarung verstarb Martis Mutter. Was genau mit ihm nach der Geburt geschehen war, sollte sie für immer für sich behalten. In Martis Ehe wurde seine Besonderheit bald zur Belastung. Kam dazu, dass sein operiertes Geschlechtsteil extrem berührungsempfindlich war und bei Erregung stark schmerzte. Seine Frau bestand schnell einmal auf getrennten Schlafzimmern.
In Martis Familie und deren Bekanntenkreis gab es mehrere Ärzte. Marti ging von einem zum anderen, wollte wissen, was mit ihm gemacht wurde. Jeder winkte ab: alles gut, alles normal. Seine lange Suche nach einer Antwort führte ihn sogar zu einer erotischen Masseurin. Er bat sie, sein Glied mit dem anderer Kunden zu vergleichen und zu erklären, worin es sich unterscheidet. „Sie sagte mir, dass er ganz anders aussieht. Dass da gar nichts sei und bei mir bestimmt etwas verkehrt gelaufen ist“, erinnert sich Marti. Er hatte die Hoffnung schon aufgegeben, als er zufällig ein Gespräch zweier mit ihm bekannter Ärzte mitverfolgte, die vergessen hatten, die Behandlungszimmertüre zu schliessen: „Hast du gesehen, der hat keinen Penis. Das ist ein Intersexueller.“ Als Marti zurück in den Behandlungsraum ging, stellte er den Arzt zur Rede. Doch wieder nichts.
Allmählich kam das Internet auf und damit der Zugang zu einer unglaublichen Fülle an Informationen. Informationen, die man ihm so viele Jahre verwehrt hatte. Er sah sich Bilder an, las Erfahrungsberichte, kontaktierte eine Selbsthilfegruppe. „Ich bin Wissenschaftler. Für mich ist etwas erst sicher, wenn es bewiesen ist. Ich wollte einen Beweis.“
Also ging er an seinem 70. Geburtstag zum Kinderarzt Primus Mullis im Inselspital Bern. Aus Dokus und Berichten wusste er, dass Mullis mit intersexuellen Kindern zu tun hatte und nun wollte auch er eine Antwort von ihm.
Und er bekam sie. Nach einer kurzen Untersuchung, stellte der Erwachsenen-Endokrinologe Emanuel Christ die Diagnose: Marti hat einen Mikropenis und wurden wegen einer Hypospadie – die Harnröhre mündet unterhalb der Penisspitze – kurz nach der Geburt operiert. Er habe Glück gehabt, dass er nicht wie die meisten zum Mädchen umoperiert worden sei. Tests haben ergeben, dass Marti wahrscheinlich unter einer partiellen Gonadendysgenesie, einer Fehlentwicklung der Keimdrüsen, leidet, welche die Entwicklung seines männliches Genitals verhinderte. Ein Sonderfall. Bisher kaum erforscht. Umso grösser das Interesse der Ärzte. Unterdessen wurde Martis Erbgut zu Forschungszwecken Mäusen eingepflanzt. „Den Forschungstrieb verliert man auch nach der Pension nicht. Ich möchte unbedingt mehr darüber erfahren. Vor allem interessiert es mich, inwieweit dieser Defekt vererbbar ist“. Denn: Marti hat einen Sohn. Obschon die meisten Betroffenen partieller Gonadendysgenesien unfruchtbar sind, hatte Marti diesbezüglich Glück. Ein Hoden war funktionstüchtig und ermöglichte es ihm, mittels künstlicher Befruchtung ein gesundes Kind zu zeugen.
Doch Martis Sohn, weiss bis heute nichts von der Besonderheit seines Vaters. „Ich wollte ihn nicht mit Vermutungen verwirren. Nun, da ich weiss, was mit mir los ist, werde ich es ihm erzählen.“
Heute mit 70 Jahren sieht Marti seine ewige Suche nach einer Antwort gelassen. „Mir geht es gut. Ich hatte ein schönes Leben, trotz dieser Ungewissheit“, erklärt Marti. Er schaut zum Fenster hinaus, klappt ein Buch über Intersexualität zu und sagt: „Dennoch wäre es irgendwie schön gewesen, zu wissen, was ich bin und weshalb ich so bin. Es hätte einige Entscheidungen vereinfacht. Doch ich bin dankbar dafür, dass ich nach all diese Jahren, nun endlich all die Antworten bekomme, nach denen ich mein Leben lang gesucht habe.“
>>>
Kosmetische GenitalOPs: Ausklammerung von "Hypospadie"
unethisch
>>>
Genitalverstümmelungen in KInderkliniken: Typische Diagnosen und
Eingriffe
>>>
Zwitter-Genitalverstümmelungen: Diskriminierung oder
Verbrechen?
>>>
"Aufarbeitung tut not!" Klitorisamputationen u.a. "Genitalkorrekturen" an
Kindern

© ruby tuesday e.V.
Das famose Ruby Girls Rock Camp geht in die zweite Runde - im Berliner Stadtteil Hellersdorf findet nächtes Wochenende vom 12. bis zum 14. Oktober ein Schnupperwochenende statt, das alle junge Frauen, Trans- und Inter-People zwischen 12 und 27 Jahren in die Kunst der Bandmusik einweihen wird. Bekannt für Teamspirit und unendliche Motivation ist das Ruby-Wochenende genau das richtige, um vom Girls-Rockcamp-Virus infiziert zu werden. Die Teilnahme am Ruby Girls Rock Camp ist kostenlos, Hurrayy!
Mehr Infos und Anmeldebogen findet ihr auf rubytuesdaymusic.de
Zur Einstimmung und Motivation hier noch ein Video des namensgebenden Song der Rolling Stones “Ruby Tuesday”, meiner Meinung nach einer der schwächeren musikalischen Momente der legendären Kings of Rock and Roll. Das cheesy-debile Blockflötengedusel lässt durchaus Luft nach oben. Challenge accepted? Dann ab zum Ruby Tuesday Rock Camp.
Harald Martenstein kann mensch schon auch ignorieren. Dr. Mutti hat trotzdem einen Artikel von ihm über Geschlechter auseinandergenommen. Es geht um Überraschungseier, Klischees und auch um Schnecken.
I heart digital life macht sich Gedanken zum Thema (sexuelle) Aufklärung und wie tief bereits in dieser r*pe culture steckt.
Clara Rosa bittet: “Gebt mir was zu lesen“. Seit über einem Jahr bloggt sie über Klassismus. Sie selbst schreibt zu ihrem Wunsch nach mehr Beiträgen von anderen: “Ich habe diesen Blog aus Wut gestartet. Weil ich dachte ich platz bald, wenn ich nicht meine klassistischen Erlebnisse/Wahrnehmungen aufschreibe und mitteile. Das hat temporär geholfen. Und jetzt brauch ich EUCH. Eure Texte, Eure Wut, Euer Auskotzen.”
Vor zwei Wochen fand in Wien die FrauenSommerUni statt. Bei denkwerkstatt gibt es Fotos von der Veranstaltung. Auf der offiziellen Seite kann mensch einige der Vorträge als Videos nachschauen!
Manu stellt schockiert fest, dass Absätze diese Saison ganz groß bei Kinderschuhen rauskommen.
Mehr Geschackslosigkeiten aus der Modewelt bietet die deutsche Vogue. Kotzendes Einhorn berichtet, wie diese tatsächlich eine Fotostrecke im “Obdachlosen-Chic” shootete (und veröffentlichte).
Paula überlegt, wie sie mit Kommentaren auf ihrem Blog umgehen möchte. Und fragt sich, ob nicht Tandems oder Netzwerke von feministischen Blogger_innen, die gegenseitig das Freischalten übernehmen, eine Lösung sein könnten. Denn eines ist klar: “auf Dauer will ich mir von hasserfüllten A-Löchern nicht das Bloggen vermiesen lassen!”
Plötzlich, wenn es um Dirk Bach geht, sind massig viele Menschen überrascht das eine fundamentalistische christliche Seite, gegen homosexuelle Menschen wettert. Nele Tabler geht dieser Tendenz in ihrem Text “Biedermänner, Biederfrauen und die Hasstiraden von kreuz.dingenskirchen” nach.
Zwar ist der Film (und auch der folgende Post) bereits einige Monate alt, trotzdem unbedingt lesenswert: Bei autotrans* & w.i.r. gibt es eine Rezension zu “Tomboy”.
In der neusten Sherlock-Holmes-Adaption “Elementary” wird aus John (Watson) Joan und diese wird von Lucy Lui gespielt. Warum, was in erster Sekunde gar nicht schlecht klingt, Tür und Tor öffnet für das perpetuieren von Geschlechterklischees und Heteronormativität, hat Fiann ausführlich analysiert.
Seit September gibt es das neue feministische Blog Von Freiheit, Frieden und Frühlingsgefühlen, wo es bisher um Heteronormativität, geschlechtergerechte Sprache und r*pe culture ging. Ebenfalls seit September neu in der Blogosphäre: gemeinsam eltern. Dort beschreibt eine Gruppe von Menschen ihre Erfahrungen mit einem Familienmodell jenseits der Norm.
Für eine bessere Vernetzung der (feministischen) Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!
Horst fühlt sich wie vom Blitz getroffen, als er am Totenbett seiner Mutter von der Existenz einer Halbschwester erfährt. Doch noch bevor er seiner Mutter all die in ihm brennenden Fragen stellen kann, stirbt sie. Über das amerikanische Rote Kreuz versucht Horst, seine Schwester zu finden. Die Spur verliert sich allerdings, als diese damals im Alter von zwei Jahren zur Adoption nach Amerika gebracht wird.
Auch Brigitte erfährt von einem Familiengeheimnis – im Teenageralter entdeckt sie, dass ihr leiblicher Vater in Wahrheit ein US-Soldat ist, der nach der Geburt verschwunden sein soll. Erst nach dem Tod ihrer Mutter, wagt Brigitte, nach ihm zu suchen – mit Erfolg, so scheint es. Beim ersten Telefongespräch zwischen Vater und Tochter ist ML mona lisa dabei.
Sendetermin ist am Samstag, den 6. Oktober 2012, um 18.00 Uhr.
Der Smiley im Plattencover, der nie smiled steht für? Richtig: „Die Heiterkeit“! Wenn schon das Strichmännchen nicht lacht, so doch wenigstens wir, denn die Popband geht auf Tour und zwar mit ihrem neuen Album „Herz aus Gold“. Am 10. Oktober werden sie in Berlin zu sehen sein. Missy präsentiert‘s und schenkt euch dafür Karten.
Schwarz gekleidet, der Blick streng und kühl, dazu tiefe, etwas kratzige Stimmen - das sind die Bandmitglieder von „Die Heiterkeit“ und die werden von allen Seiten als die neue Popband 2012 umjubelt. Böse Zungen behaupten, sie könnten nicht singen und schon gar nicht Instrumente spielen. Uns stört das nicht, solange sie nur weiter davon singen, wie sie ihre Männer trösten: „Baby, wein‘ mir keine Träne nach“. Oder davon, wie der eigene Freund prophezeit: „Für den nächstbesten Dandy wirst du mich verlassen. Für den nächstbesten Dandy muss man das wohl machen“. Wer so cool ist, der kann sich das mit den Dandys zumindest aussuchen.
Also dann: Lebt die Mitsinglaune lieber zu Hause aus, versteckt die Vorfreude ganz lässig und dann nichts wie los zu einem der folgenden Tourdaten von „Die Heiterkeit“. Oder eben eine Karte für den Auftritt im Monarch in Berlin gewinnen, und dafür eine Mail verschicken an [email protected] mit dem Stichwort: „Lachen für Die Heiterkeit“ bis zum 09. Oktober um 11 Uhr.
10.10.12 // Berlin // Monarch
19.10.12 // Köln // King Georg
27.11.12 // Nürnberg // Club Stereo
28.11.12 // Stuttgart // Schocken
29.11.12 // München // Feierwerk
30.11.12 //Wien, Österreich // B72
09.12.12 // Rees-Haldern // Haldern Pop Bar
10.12.12 // Frankfurt // Mousonturm
Am 20. September veranstaltete der Väteraufbruch in Köln (VafK) beim Landschaftsverband Rheinland eine Fachtagung zum ‚Wechselmodell‘, bei der Prof. Dr. Hildegund Sünderhauf einen Überblick über den Stand der internationalen Forschung zum Aufwachsen von Kindern in elterlicher Doppelresidenz, sowohl im Hinblick auf die Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung, wie im Hinblick auf die positiven Perspektiven und Möglichkeiten, die sich aus einem Modell gelebter elterlicher Parität auch für die Mütter und Väter selbst ergeben, gab.
Im heutigen gesellschaftlichen Geschlechterrollendiskurs steht die Auflösung tradierter Rollenstereotypen ganz oben an. Gesellschaftliches Leitbild ist heute die gleichgestellte Teilhabe von Frauen und Männern an Beruf, Familienleben, Hausarbeit und gesellschaftlicher Verantwortungsübernahme. Durch die gesellschaftlichen Leitmilieus wird in einem breiten Konsens um die verstärkte und vermehrte Teilhabe von Männern am Familienleben, der Kindererziehung, der Hausarbeit und um eine Umverteilung der Aufgabenverteilung zwischen Beruf und Familie geworben und diese gefordert.
Gerade die Funktionsträger der sozialen, beratenden, verwaltenden und juristischen Berufe reagieren in der Trennungssituation und bei der Gestaltung von familiären Nachtrennungsverhältnissen oft geradezu reflexhaft im Sinne vergangener und tradierter Rollenklischees und Familienbilder, die zum geführten Geschlechtsrollendiskurs und zur gesellschaftlichen Wirklichkeit der heute gelebten Lebens- und Familienmodelle gar nicht passen.
Ein zweites mächtiges Stereotyp ist daneben wirksam: die Zuordnung des Kindes zu nur einem betreuenden Elternteil, bei weitgehendem Ausschluss des anderen Elternteils von alltäglicher Betreuung und Alltagsleben mit dem Kind.
Die moderne Sozialisationsforschung belegt jedoch die gleichrangige Bedeutung der Beziehung des Kindes zu Mutter und Vater für seine gesunde Entwicklung und die Wichtigkeit des durch die Dreiecksbeziehung zwischen Mutter-Vater-und Kind sich vollziehenden Triangulierungsprozesses.
Nach systemischem Verständnis endet Familie nicht mit Trennung und Scheidung. Die Trennungsfamilie bleibt weiter Familie. Es gehört heute zu den gesicherten Erkenntnissen über Trennungskinder, dass sie dem Erhalt des Familiensystems herausragende Bedeutung beimessen. Familie hört mit dem Trennungsprozess nicht auf, sondern geht von einer Form in eine andere über.
Quelle
Frauen- und Migrantinnenkarrieren – die Zukunft ist bunt und weiblich!
So optimistisch startete Prof. Dr. Swetlana Franken am 25.09.2012 in die Konferenz „Frau, Migrantin, Führungskraft: Karriere ist machbar!“ an der Fachhochschule Bielefeld, um die Ergebnisse aus dem BMBF-Forschungsprojekt der FH Bielefeld „Migrantinnen in Führung. Erfolgsfaktoren auf dem Weg an die Spitze“ zu präsentieren. Die Konferenz lieferte einen hochaktuellen Einblick in das Thema und zeigte gleichzeitig Lösungen auf.
Zehn Jahre nach der Verabschiedung des Gesetzes zur Regelung der Rechtsverhältnisse der Prostituierten (ProstG) will die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/ Die Grünen Bilanz ziehen. Wie sind die Erfahrungen mit dem Gesetz, was hat sich dadurch für die Prostituierten, für die Kunden und für die Polizei verändert – was nicht? Sind weitere Schritte erforderlich – wenn ja, welche?
Freitag, 19. Oktober, 15 – 18.00 Uhr
Ort: Deutscher Bundestag
15.00 Uhr Begrüßung Ekin Deligöz, MdB, Stellvertretende Fraktionsvorsitzende
15.15 Uhr Panel 1: 10 Jahre Prostitutionsgesetz – Resümee und Ausblick
mit: Prof. Dr. Cornelia Helfferich, Evangelische Hochschule Freiburg (angefragt)
Claudia Fischer-Czech, Vorstand BUFAS “Bündnis der Fachberatungsstellen für Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter e.V.”
Holger Rettig, Unternehmerverband Erotik Gewerbe Deutschland e.V.
Moderation: Monika Lazar, MdB, Sprecherin für Frauenpolitik
16.15 Uhr Pause
16.45 Uhr Panel 2: Perspektiven aus der Praxis
mit: N.N. Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen (angefragt)
Dipl.-Soz. Christiane Howe, TU Berlin, Zentrum Technik und Gesellschaft
Dr. Sibyll Klotz, Bezirksstadträtin für Gesundheit, Soziales, Stadtentwicklung
Moderation: Volker Beck, MdB, Parlamentarischer Geschäftsführer
17.45 Uhr Abschlussstatement
18.00 Uhr Ende
des Bundesministeriums für Bildung und Forschung von Richtlinien zur Förderung von Maßnahmen zum Ausbau von innovativen Forschungskooperationen und zur Stärkung der Netzwerktätigkeit im Förderbereich “Strategien zur Durchsetzung von Chancengerechtigkeit für Frauen in Bildung und Forschung”
Vom 29. August 2012
1 Zuwendungszweck, Rechtsgrundlage 1.1 ZuwendungszweckDie Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, die Chancen von Frauen in Bildung und Forschung, Beruf und Gesellschaft zu fördern und die Gleichstellung von Frauen und Männern zu verwirklichen. Darüber hinaus soll das Innovationspotential der Genderforschung für wissenschaftliche Impulse und gesellschaftliche Veränderungen genutzt werden. Wichtige Beiträge zur Erreichung dieser Ziele bilden Kooperationen im Hinblick auf gemeinsame Forschungsarbeiten, nationaler und internationaler Erfahrungsaustausch zur Sicherung fachlicher Exzellenz sowie Netzwerktätigkeit zu Transfer und Verstetigung der entsprechenden Ergebnisse.
1.2 RechtsgrundlageVorhaben können nach Maßgabe dieser Richtlinien, der BMBF-Standardrichtlinien für Zuwendungen auf Ausgaben- bzw. Kostenbasis und der Verwaltungsvorschriften zu den §§ 23, 44 der Bundeshaushaltsordnung (BHO) durch Zuwendungen gefördert werden. Ein Rechtsanspruch auf Gewährung einer Zuwendung besteht nicht. Der Zuwendungsgeber entscheidet auf Grund seines pflichtgemäßen Ermessens im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel.
2 Gegenstand der FörderungGefördert werden Maßnahmen zum Auf- und Ausbau von innovativen Forschungskooperationen sowie zur Stärkung des Erfahrungsaustausches und der Netzwerktätigkeit im Förderbereich Chancengerechtigkeit. Darunter fallen in erster Linie Fachveranstaltungen oder Workshops, aber auch andere Maßnahmen, die geeignet sind, kurzfristig zur Kooperations- und Vernetzungsförderung beizutragen. Die Maßnahmen sollen sich mit der Integration von Genderaspekten insbesondere in der Medizin, in der wirtschaftswissenschaftlichen oder der naturwissenschaftlich-technischen Forschung oder mit bislang vernachlässigten Themen der Genderforschung befassen. Sie sollen die Entwicklung von gleichstellungspolitischen Empfehlungen und Strategien in Bildung, Forschung und Wissenschaft unterstützen sowie zum Wissenschafts-Praxis-Dialog beitragen. Außerdem sollen die Maßnahmen bestehende innovative Ansätze und neue Ergebnisse im Sinne von Transfer und Verstetigung öffentlichkeitswirksam und überregional präsentieren.
3 Zuwendungsempfänger/-innenAntragsberechtigt sind Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft (insbesondere auch KMU laut Definition der Europäischen Gemeinschaft1) sowie andere juristische Personen des öffentlichen und privaten Rechts mit Sitz in Deutschland, die über ausgewiesene Erfahrungen in Konzeption, Entwicklung und Durchführung von Netzwerkaktivitäten und Fachveranstaltungen sowie Genderkompetenz verfügen.
Forschungseinrichtungen, die gemeinsam von Bund und Ländern grundfinanziert werden, kann nur unter bestimmten Voraussetzungen ergänzend zu ihrer Grundfinanzierung eine Projektförderung für ihren zusätzlichen Aufwand bewilligt werden.
4 ZuwendungsvoraussetzungenFörderfähig sind innovative Vorhaben, die inhaltlich die unter Nummer 2 genannten Anforderungen erfüllen und nicht in die Kompetenz der Länder fallen.
Antragsteller/-innen sollen sich - auch im eigenen Interesse - im Umfeld des national beabsichtigten Vorhabens mit dem EU-Forschungsrahmenprogramm vertraut machen. Sie sollen prüfen, ob das beabsichtigte Vorhaben spezifische europäische Komponenten aufweist und damit eine ausschließliche EU-Förderung möglich ist. Weiterhin ist zu prüfen, inwieweit im Umfeld des national beabsichtigten Vorhabens ergänzend ein Förderantrag bei der EU gestellt werden kann. Das Ergebnis der Prüfungen soll im nationalen Förderantrag kurz dargestellt werden.
Die Partner/-innen eines “Verbundprojekts” haben ihre Zusammenarbeit in einer Kooperationsvereinbarung zu regeln. Vor der Förderentscheidung muss eine grundsätzliche Übereinkunft über bestimmte vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) vorgegebene Kriterien nachgewiesen werden. Einzelheiten können einem BMBF-Merkblatt - Vordruck 0110 - entnommen werden:
[https:]]
Die Zuwendungen können im Wege der Projektförderung als nicht rückzahlbare Zuschüsse gewährt werden.
Bemessungsgrundlage für Hochschulen, Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen und vergleichbare Institutionen sind die zuwendungsfähigen projektbezogenen Ausgaben (bei Helmholtz-Zentren und der Fraunhofer-Gesellschaft die zuwendungsfähigen projektbezogenen Kosten), die individuell bis zu 100 % gefördert werden können. Universitäten, Universitätskliniken und Hochschulen können eine Projektpauschale in Höhe von 20 % der Zuwendungssumme beantragen.
Nähere Informationen hierzu können über den Formularschrank unter folgender Internetadresse abgerufen werden (siehe häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Projektpauschale):
[https:]]
Bemessungsgrundlage für Zuwendungen an Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft sind die zuwendungsfähigen projektbezogenen Kosten, die in der Regel - je nach Anwendungsnähe des Vorhabens - bis zu 50 % anteilfinanziert werden können. Nach BMBF-Grundsätzen wird eine angemessene Eigenbeteiligung - grundsätzlich mindestens 50 % der entstehenden zuwendungsfähigen Kosten - vorausgesetzt.
Die Bemessung der jeweiligen Förderquote muss den Gemeinschaftsrahmen der EU-Kommission für staatliche FEuI-Beihilfen2 berücksichtigen. Dieser Gemeinschaftsrahmen lässt für Verbundprojekte aus den neuen Bundesländern und für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) differenzierte Aufschläge zu, die ggf. zu einer höheren Förderquote führen können.
Die maximale Zuwendung wird auf 300 000 Euro pro Vorhaben begrenzt. Die Laufzeit der Vorhaben soll nicht mehr als ein Jahr betragen.
6 Sonstige ZuwendungsbestimmungenBestandteil eines Zuwendungsbescheides auf Ausgabenbasis werden die Allgemeinen Nebenbestimmungen für Zuwendungen zur Projektförderung (ANBest-P) und die Besonderen Nebenbestimmungen für Zuwendungen des BMBF zur Projektförderung auf Ausgabenbasis (BNBest-BMBF98).
Bestandteil eines Zuwendungsbescheides auf Kostenbasis werden grundsätzlich die Allgemeinen Nebenbestimmungen für Zuwendungen auf Kostenbasis des BMBF an Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft für FuE-Vorhaben3 (NKBF98).
7 Verfahren 7.1 Einschaltung eines Projektträgers und Anforderung von UnterlagenMit der Abwicklung dieser Fördermaßnahme hat das BMBF seinen Projektträger
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V.
Projektträger im DLR - Chancengleichheit/Genderforschung
Heinrich-Konen-Straße 1
D-53227 Bonn
E-Mail: [email protected]
beauftragt.
Ansprechpartnerin ist:
Frau Katrin Nikoleyczik
Telefon: 02 28/38 21-18 15
Dort können Auskünfte zu Antrags- und Fördermodalitäten eingeholt werden. Interessierten wird nachdrücklich empfohlen, sich vor einer Antragstellung beim Projektträger beraten zu lassen.
Vordrucke, Richtlinien, Merkblätter, Hinweise und Nebenbestimmungen können über das Förderportal des Bundes (Formularschrank BMBF) unter der Internetadresse
abgerufen oder unmittelbar beim Projektträger angefordert werden.
Zur Erstellung von Projektskizzen und förmlichen Förderanträgen wird die Nutzung des elektronischen Antragssystems “easy” dringend empfohlen: [https:]]
7.2 Zweistufiges FörderverfahrenDas Förderverfahren ist zweistufig angelegt.
7.2.1 Vorlage und Auswahl von ProjektskizzenIn der ersten Verfahrensstufe sind dem Projektträger zunächst Projektskizzen in schriftlicher Form in 4-facher Ausfertigung (Original und 3 Kopien) auf dem Postweg und in elektronischer Form - möglichst unter Nutzung von “easy” - vorzulegen. Bei Verbundprojekten sind die Projektskizzen in Abstimmung mit dem vorgesehenen Verbundkoordinator vorzulegen. Projektskizzen sollen nicht mehr als 10 Seiten umfassen.
Projektskizzen ist eine Darstellung mit folgender Gliederung beizufügen:
Aus der Vorlage einer Projektskizze kann kein Rechtsanspruch auf eine Förderung abgeleitet werden.
Die eingegangenen Projektskizzen werden nach folgenden Kriterien bewertet:
Auf der Grundlage der Bewertung werden dann die für eine Förderung geeigneten Projektideen ausgewählt. Das Auswahlergebnis wird den Interessierten schriftlich mitgeteilt.
Die jeweils zu den nachfolgend genannten Stichtagen eingereichten Projektvorschläge stehen untereinander im Wettbewerb. Im Anschluss an diese Stichtage findet jeweils eine Auswahlsitzung statt, auf der die für eine Förderung geeigneten Projekte ausgewählt werden.
15. November 2012, 15. März 2013, 15. Juli 2013, 15. November 2013
Letztmöglicher Termin für die Einreichung einer Projektskizze ist der 15. November 2013.
Für die Einhaltung der Fristen ist der Posteingangsstempel des Projektträgers maßgeblich. Die Vorlagefrist gilt nicht als Ausschlussfrist. Verspätet eingehende oder unvollständige Projektskizzen können aber möglicherweise nicht mehr berücksichtigt werden.
Es besteht kein Rechtsanspruch auf die Rückgabe einer eingereichten Projektskizze.
7.2.2 Vorlage förmlicher Förderanträge und EntscheidungsverfahrenIn der zweiten Verfahrensstufe werden die Interessierten bei positiv bewerteten Projektskizzen aufgefordert, ggf. in Abstimmung mit dem vorgesehenen Verbundkoordinator, einen förmlichen Förderantrag vorzulegen, über den nach abschließender Prüfung entschieden wird. Die förmlichen Anträge sollen spätestens einen Monat nach der Aufforderung beim Projektträger eingegangen sein.
Die genannten Fristen zur Vorlage von Vorhabenskizzen und förmlichen Förderanträgen gelten nicht für KMU.
Für die Bewilligung, Auszahlung und Abrechnung der Zuwendung sowie für den Nachweis und die Prüfung der Verwendung und die ggf. erforderliche Aufhebung des Zuwendungsbescheides und die Rückforderung der gewährten Zuwendung gelten die Verwaltungsvorschriften zu § 44 BHO sowie die §§ 48 bis 49a des Verwaltungsverfahrensgesetzes, soweit nicht in diesen Förderrichtlinien Abweichungen zugelassen sind.
8 InkrafttretenDiese Förderrichtlinien treten am Tag nach der Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft.
Bonn, den 29. August 2012
Bundesministerium
für Bildung und Forschung
Im Auftrag
Christina Hadulla-Kuhlmann
1siehe [ec.europa.eu] und [ec.europa.eu]
2FEuI = Forschung, Entwicklung und Innovation
3FuE = Forschung und Entwicklung
International and multidisciplinary conference
Political Masculinities in Literature and Culture: from Early Modernism to Today
At the University of Koblenz-Landau, Campus Landau, Nov. 30th to Dec. 2nd, 2012.
This is the first of two sister conferences. The second conference will take place in Vienna in November/December 2013.
The Landau conference is centred around “political bodies” (i.e. individuals as political players) whereas the Vienna conference will focus on the “body politic”.
Keynote Speakers:
K.A. Cuordileone, The City University of New York
Karen Hagemann, University of North Carolina at Chapel Hill
Eva Kreisky, University of Vienna
CFP
The field of masculinity studies has found its way into many academic disciplines. The social sciences as well as medical and psychological research have investigated many phenomena around the issue of masculinity. Moreover, there is a consensus that masculinity as the unmarked gender has remained invisible in many contexts. This, it has been argued, is particularly true for public spheres such as politics. Thus, it is not surprising that there is an increasing body of research in political science and related disciplines such as diplomatic history, exploring the interdependence of the construction of masculinities on the one hand and the emerging, maintenance, and modification of concepts such as citizenship, nationality, democracy, militarism, policing, and colonialism on the other. As a result, masculinity is being made visible in the domain of politics. Moreover, the mechanisms and functions of different types of masculinities in variable political contexts, past and present, are being examined with a special focus on the transformation of masculinities.
Political science has contributed to the understanding of the emergence, the development and the transformation of modern politics and states as masculine areas. Empirical research identified different representations of political masculinities with respect to time, space and state form. Cultural and literary research focuses on the representation of political masculinities in artefacts and texts.
This conference intends to integrate these findings from different disciplines in order to shed light on different modes of representing and construction political masculinities across time and space. Leading questions will be: What are main characteristics of representing political masculinities (i.e. rationality, aggressiveness)? How can we trace the transformation of masculinities across time and space? The focus of all proposed papers should be in political bodies (individuals as political players). All academic disciplines are welcome.
Conference Fee: 50€
Conference Venue: University of Koblenz-Landau, Campus Landau, Germany
Registration - New Deadline:
Please register by 31 October 2012. You can download the registration form here:
Please send the registration form and all communication to:
[email protected]
Accommodation:
A number of rooms have been reserved for 29 November-2 December for conference participants at Landau’s Park Hotel at a special conference rate of 73€ per night (single room, including breakfast and using the swimming pool and sauna). The rooms are being held until 17 October, 2012. So if you wish to take advantage of the conference rate, please book in time.
Rooms for 68€/night have been reserved at hotel Soho in Landau (including breakfast).
For your booking, please cite “Universitaet Koblenz-Landau”.
CONFERENCE PROGRAMME
Friday, 30 November, 2012
13.00 Registration
14.00 Welcome
14.30-15.30 Keynote: Karen Hagemann (University of North Carolina)
Forging Men: Masculinities, Politics and War in a Transatlantic Perspective, 1750-1850
15.30-16.00 Coffee
16.00-17.30 Political Masculinities and the Nineteenth Century
Jutta Schwarzkopf (Bielefeld University, Germany):
Rational and Respectable Beings: The Chartist Conception oft he Male Citizen
Josephine Hoegaerts (Leuwen University, Belgium):
La Voix du Pays. Masculinity, Vocal Authority and the Disembodied Citizen in the Nineteenth Century
Antje Bednarek (Theologische Hochschule Friedensau, Germany):
Work Hard, Play Hard: Disraelian One-Nation Conservatism and Young Conservatives Today
Saturday, 01 December, 2012
9.30-10.30 Keynote: Eva Kreisky (University of Vienna, Austria)
10.30-11.00 Coffee
11.00-13.00 Militarised and Colonial Political Masculinities
Dagmar Ellerbrock (Bielefeld University, Germany):
Gun-Rights as Priviledges of Free Men – Chronology of a Powerful Political Myth of the 19th and 20th Century
Anders Ahlbäck (Abo Akademi University, Finland):
Ethnicity, Military Service and Male Civic in / exclusion in Finland, 1918-1928
Satanuka Benerjee (University of Malaga, Spain):
Problems of the Body: Politicization of Masculinity in the Indian Colonial Sphere
Paul Higate & Saskia Stachowitsch (Bristol University, UK):
(De)Constructing the ‘Hypermasculine’ Private Military Contractor - Critiques of Masculinity and the Legitimization of the Private Security Industry
13.00-14.30 Lunch
14.30-16.30 Political Masculinities in Film
Sabrina Hüttner (Würzburg University, Germany):
Land of Milk and Cohn: A Critique of Heteronormativity and the Ideals of U.S. Political Masculinity
Jan Kucharzewski (University of Hamburg, Germany):
Don’t Say Penis in my House – Marking the Male Political Body in the Movies of Oliver Stone
Wieland Schwanebeck (Dresden University, Germany):
‘He’s a Lover, not a Fighter!’ Performing Political Masculinities in The Thick of It
Ryan M. Burns (University of Rhode Island, USA):
‘Long Live the King’: Masculine Subjectivities and Political Bodies in the films of the ‘New Disney Era’
16.30-17.00 Coffee
17.00-18.30 Contemporary Political Masculinities: Case Studies
Rainer Emig (Hannover University, Germany):
Political Masculinities Then and Now: Bully Gordon and Miss Westerwelle
Martin Meyrath (Vienna University, Austria):
The Public Representation of Karl-Theodor zu Guttenberg as an Example of Neoliberal Hegemonic Masculinity
Betty Sharon (Executive Director of Coast Women In Development, Mombasa, Kenya):
Post-Election Political Masculinity in the Kenyan coastal area
Sunday, 02 December, 2012
9.30-10.30 Keynote: K.A. Cuordileone (The City University of New York, USA)
Conservatism, Anti-Intellectualism and the Politics of Masculinity in Postwar America
10.30-11.00 Coffee
11.00-12.00 Political Masculinities in the Press
Jiri Nieminen (University of Tampere, Finland):
Male Politicians and the Split of Hegemonic Masculinity in Tabloid Publicity
Laura Saarenmaa (University of Tampere, Finland):
Politics and Politicians in 1970s Finnish Men’s (Sex) Magazines
12.00-12.30 Coffee
12.30-14.00 Political Masculinities in Literature
Dominik Wallerius (Mainz University, Germany):
Joyce, Parnell and the Contradictions of Irish Hegemonic Masculinity
Michael Rodegang Drescher (University of Heidelberg, Germany):
The Black Revolutionary – The Representation of Afro-American Male Dissenters in William Wells Brown’s Clotel
Marion Löffler (Vienna University, Austria):
The Ideal of a Masculinist State in Thomas Mann’s Novella Mario and the Magician
14.00 End of Conference
Zentrum für Sozial- und Kulturwissenschaften Mainz (SOCUM) und der
Forschungsschwerpunkt Historische Kulturwissenschaften (HKW) an der JGU
Mainz
25.04.2013-27.04.2013, Mainz
Deadline: 01.01.2013
Praktiken und ihre Körper. Was für ein Artefakt ist der Leib? /
Practices and their Bodies. What Kind of Artefact is the Lived Body?
Call for Papers (scroll down for english version)
Der Körper gilt gemeinhin als Forschungsterritorium der
Naturwissenschaften. Gleichwohl haben die Kultur- und
Sozialwissenschaften gegenüber dem biomedizinischen Wissen zwei
grundlegende Einsichten über den Körper geltend machen können. Zum einen
haben anthropologische und phänomenologische Ansätze den bewohnten
menschlichen Körper in seiner Binnenperspektive exploriert: als
leibliches Fundament allen Erkennens und als elementaren Lokus von
sinnlicher Wahrnehmung, von Personalität und Subjektivität. Zum anderen
haben ethnologische und historisch-semantische Untersuchungen ihn als
höchst variablen Gegenstand von Wissensordnungen entdeckt. Die Körper
des Menschen bilden einen unendlichen Plural von kulturellen
Klassifikationen und historischen Diskursen - ein Konvolut aus
sprachlichen Kate¬gorien, medizintechnischen Bildern, Deutungs- und
Erklärungsmustern. Unser naturwissenschaftliches Wissen über den Körper
ist Teil einer historisch und kulturell spezifischen Ethnosemantik.
Die Tagung will den Körper nun auf eine dritte Weise
kulturwissenschaftlich betrachten: als Teil materieller Kultur. In
jüngerer Zeit drückt sich diese Perspektive oft im Begriff der Praktiken
aus - einer Konzeption menschlichen Handelns und Verhaltens, die die
kontrollierte Körperbewegung ins Zentrum stellt. Als Teil materieller
Kultur ist der Körper zweifellos ein Artefakt. Er ist begrenzt tauglich,
wird durch Ernährung, Medizin und Sozialisation praktisch geformt und
verschleißt im praktischen Gebrauch. Er ist aber auch ein besonderes
Ding: Er kann lernen, d.h. er wird im Gebrauch materiell umgeformt,
diszipliniert und habituell geprägt, und er lässt sich in
Körpertechniken spezialisieren: Man denke nur an Instrumentalmusik,
Handwerk, Sportarten, Kampfformen und Sex.
Als Teil materieller Kultur ist der Körper aber noch auf andere Weise
spezifisch: Er ist das elementare und auch im Zeitalter technisierter
Telekommunikation unvermeidliche Medium kommunikativer Praktiken. Das
gilt für seine alltägliche Nutzung in der sprachlichen Kommunikation -
für das Sprechen und Hören, Lesen und Schreiben - und für die gar nicht
zu stoppende Prozessierung visueller Zeichen in Gestik, Mimik und
Kleidung, mit der Körper laufend kulturelle Differenzen (etwa von
Geschlecht, Ethnizität oder Status) darstellen. Es gilt ferner in
professionalisierten kulturellen Praktiken - etwa in Pantomime,
Schauspiel und Tanz - und es gilt auch für die spezifischen
Verschaltungen disziplinierter Körper mit den Artefakten der
Telekommunikation.
Die Tagung soll Beiträge unterschiedlicher Disziplinen (darunter
Soziologie und Geschichtswissenschaft, Ethnologie und
Medialitätsforschung) zusammenführen, um der Beantwortung grundlegender
Fragen einer kulturwissenschaftlichen Perspektive auf den Körper näher
zu kommen. Was für ein Artefakt ist der Leib? Wie viele Körper hat ein
Mensch? Mit welchen Sprachen, Bildern und Praktiken werden in
Vormoderne, Moderne und Postmoderne welche Körper entworfen? Welches
kommunikationstechnische Potenzial haben Körper? Wie ist die körperliche
Seite leiblicher Wahrnehmungen und ‘geistiger’ Tätigkeiten? Welche
Variationen verlangen Grenzkörper: versehrte, tierische, tote,
embryonisch unentwickelte und technisierte (Cyborgs)? Ferner stellen
sich den Kultur- und Sozialwissenschaften eine Reihe methodischer
Herausforderungen: Wie kann man so ein stummes Objekt empirisch dingfest
machen? In welchen Zeichensystemen bietet es sich dar: Sprechen Körper
eine ‘Sprache’? Welchen Zugang haben wir zu kulturell fremden und
historisch vergangenen Körpern? Welche Beschreibungssprache mag sich
unabhängig von der biomedizinischen Ethnosemantik entwickeln lassen? Und
schließlich: Wie gehen wir mit der eigentümlichen Befangenheit
angesichts dieses Dinges zwischen Haar- und Fußspitzen um, dessen
Kopfvorderseiten wir uns auf Tagungen zeigen?
Keynote Speakers sind Chris Shilling (University of Kent), Annemarie Mol
(Universität Amsterdam), Paul Stoller (West Chester University), Gesa
Lindemann (Oldenburg) und Martin Dinges (Universität Mannheim).
Vortragsangebote (ca. 20 Min.) im Umfang von maximal einer Seite bis zum
1. Januar 2013 an [email protected]
Sowohl deutschsprachige als auch englischsprachige Beiträge sind
willkommen!
Programm und Anmeldung zur Tagung ab dem 1. Februar 2013 auf der
Tagungshomepage unter: www.symposium2013.socum.uni-mainz.de
Veranstalter der Tagung sind das Zentrum für Sozial- und
Kulturwissenschaften Mainz (SOCUM) und der Forschungsschwerpunkt
Historische Kulturwissenschaften (HKW) an der Universität Mainz.
Tagungsorganisation: Stefan Hirschauer (Soziologie), Matthias Krings
(Ethnologie), Jörg Rogge (Geschichtswissenschaft)
———————-
The human body as the subject of research still sits very firmly in the
grasp of the natural sciences. Nevertheless, cultural studies and social
sciences have put forward two fundamental insights on the body vis-à-vis
established biomedical knowledge. Firstly, both anthropological and
phenomenological approaches have delved into the inner perspective of
our inhabited bodies by viewing the ‘lived body’ as the foundation of
all cognition and as the fundamental site of sensory perception,
personality, and subjectivity. Secondly, ethnological and historical
semantic studies have shed light on the extreme variability of ‘the
body’ subject to societal knowledge regimes. Human bodies span an
infinite plurality of cultural classifications and historical discourses
- a bundle of linguistic categories, medical imaging, interpretation and
explanation patterns. Our natural scientific knowledge of the body is
part of historically and culturally specific ethnosemantics.
This conference proposes a third fundamental sociocultural way of
viewing the body, namely as a component of material culture. In recent
years the term practices has oftentimes been used to express this
perspective - a conception of human action and behaviour that places
controlled bodily movement at the centre of social life. As a part of
material culture the body is without doubt an artefact. It has limited
capabilities, is practically shaped by food, medicine, and
socialisation, and wears out through practical use. However, it is a
special material thing: it can learn, i.e., through usage it is
materially (re)shaped, disciplined, and is impregnated with habits, and
it can specialise in body techniques: instrumental music, handicraft,
sports, martial arts, and sex, to just name a handful of such
specialisation possibilities.
However, as part of material culture the body has another specific
quality: it is the fundamental and, even in the age of technological
telecommunication, the inescapable medium of communicative practices.
This holds true for its everyday use in linguistic communication - for
speaking and hearing, reading and writing - and for the unstoppable
display of visual signs through gestures, facial expressions, and
clothing, by means of which bodies are constantly depicting cultural
differences (e.g. gender, ethnicity, or status). Moreover, this applies
for the body in professionalised cultural practices - e.g., pantomime,
acting, and dance - and for the specific interconnection of disciplined
bodies with telecommunication artefacts.
The conference aims to consolidate contributions of diverse disciplines
(e.g., sociology, history, anthropology, cultural and media studies) in
order to converge on possible answers to fundamental questions regarding
a sociocultural view of the body. What kind of an artefact is the lived
body? How many bodies does a human being have? Which language(s),
images, and practices were and are used in pre-modern, modern, and
post-modern times to evoke which bodies? What is the communication
technological potential of bodies? How does the material body correspond
to the perception of the lived body and of ‘mental’ activities? What are
the variations that ‘marginal bodies’ bring to light: damaged, animal,
dead, embryological, and engineered (cyborg) bodies? Furthermore,
cultural studies and social sciences face a number of methodical
challenges: How is it possible to capture such a mute object as the body
empirically? In which sign systems does it present itself: do bodies
‘speak’ their own language? Is it possible to access culturally
different and historical bodies of the past? What kind of descriptive
language can be developed that is independent of biomedical
ethnosemantics? And finally, how can we deal with the idiosyncratic bias
in light of the fleshy mass in between the ends of our hair and toes
that we show a portion of the front side of to each other at
conferences?
Keynote Speakers (confirmed): Chris Shilling (University of Kent),
Annemarie Mol (University of Amsterdam), Paul Stoller (West Chester
University), Gesa Lindemann (University of Oldenburg) und Martin Dinges
(University of Mannheim).
Abstract submission (for papers of 20 min.): one page maximum until
January 1st, 2013 to: [email protected]
The conference will be bilingual (English and German)
More information about the programme and registration will be presented
on our conference homepage by February 1st, 2013:
[www.symposium2013.socum.uni-mainz.de]
The conference is hosted by SOCUM, the Research Center of Social- and
Cultural Studies Mainz, and the Research Unit Historical Cultural
Sciences
Conference Organisation: Stefan Hirschauer (Sociology), Matthias Krings
(Anthropology), Jörg Rogge (History)
————————————————————————
Stefan Hirschauer/Matthias Krings/Jörg Rogge
JGU Mainz
URL zur Zitation dieses Beitrages
[hsozkult.geschichte.hu-berlin.de]
LINKÖPING UNIVERSITY advertises a minimum of four vacancies as
LiU Research FellowApplication deadline: November 5, 2012.
Linköping University (LiU) has launched a strategic initiative to recruit Research Fellows to designated tenure-track positions within the fields of Humanities, Social science, Medicine, Technology, Natural science and Education. Special resources have been allocated to these positions. Successful candidates will enjoy:
- Substantial research funding support
- A leadership training programme
- A mentorship programme
Eligibility requirements
A doctoral degree or an equivalent degree is required for the position. Precedence will be given to those who have been awarded their Ph.D. no more than seven years before the application deadline.
Grounds for assessment
In the assessment of the applicants for the positions of research fellow, importance will be given to scientific, pedagogical, administrative and other skills, deemed to be of importance with respect to the character and academic content of the post. Potential leadership capacity is also considered. The main assessment criterion for the position of LiU Research Fellow is scientific skill.
Applicants should:
• have international experience in the form of a post-doc position;
• have demonstrated high-quality research prior to and after the public defense of their doctoral thesis;
• have the potential to reach excellence in her or his research field by having successfully and independently demonstrated the ability to pursue creative and significant research, thereby contributing to the further development of her or his research field;
• have applied for and received external grants for research.
The full ad, with all details about the process of application, is available here: [www.liu.se]
Silje Lundgren Research coordinator Unit of Gender Studies Department of Thematic Studies Linköping University SE-581 83 Linköping
Das ZtG sucht zum 01.12.2012 eine studentische Hilfskraft für den PC-Pool.
Ausschreibung_PCPool-Oktober 2012
Frauen- und Geschlechterpolitiken von Piraten und Grünen im Vergleich
unter dieser Themenstellung startete das Gunda-Werner-Institut am 5. September 2012 eine neue
Online-Debatte auf [streit-wert.boellblog.org] .
In den letzten Monaten hat die Piratenpartei in der gesamten Republik mit neuen Begrifflichkeiten und Beteiligungsformen für gesellschaftspolitischen Diskussions- und Zündstoff gesorgt. Mit liquid democracy, liquid feedback, Forderungen nach herrschaftsfreien Zugängen und Räumen im World Wide Web und nach Plattformneutralität sprechen sie eine ganze Generation von jungen, internetaffinen Usern, zum Teil auch Userinnen an, die sich selbstironisch als Nerds bezeichnen. Doch sind sie wirklich so viel anders als die anderen, die „alten“ Parteien?
Wir nehmen die Frauen- und Geschlechterpolitik der Grünen und der Piratenpartei genau unter die Lupe. Welche Potenziale haben piratige Instrumente wie das Liquid Feedback aus einer feministischen Perspektive? Oder sollte aus einer Gender-Sicht doch lieber den Grünen mit ihrer stetigen Quotenforderung vertraut werden. Die ersten Beiträge sind bereits online und zeigen vielfältige Positionierungen, die grüne bzw. orangene Frauen- und Geschlechterpolitik auch danach beurteilen inwiefern sie digitale und queere Inhalte integrieren.
Der Blog lädt ein den Streit-Wert gemeinsam zu diskutieren, mit Kommentaren direkt zu den Beiträgen
( [streit-wert.boellblog.org] )
mit Beiträgen von:
Kathrin Ganz, Politikwissenschaftlerin, Mitglied der AG Queer Studies Hamburg und Bloggerin
Dieter Janecek, Landesvorstand B‘90/Die Grünen, Bayern
Dimitra Kostimpas, Genderpolitische Sprecherin der Grünen Jugend
Lena Rohrbach, Kulturwissenschaftlerin, Feministin, Piratin
Jan Schnorrenberg, Student und Grüne-Jugend-Mitglied
Jasmin Siri, wissenschaftliche Mitarbeiterin Institut für Soziologie der LMU München
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Antifaschistische Frauen sehen, ersten Internationalen Mädchentag im flash feiern, an der Angewandten hören und der absolut ekstatische Höhepunkt im Anflug
Sind die Mädchen inzwischen an den Jungs vorbeigezogen? Ja, meinen 57 % der Teilnehmer einer Umfrage in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift familie&co, die vom Marktforschungsportal FamilyVote.de und dem Institut YouGov durchgeführt wurde. Befragt wurden 525 Mütter und Väter von Kindern im Alter bis 18 Jahren in Deutschland.
Immerhin 25 % der Befragten sind der Meinung, dass Jungen in der Schule benachteiligt werden. Was ihren persönlichen Umgang mit Mädchen und Jungen betrifft, gibt der Großteil (85 %) der Eltern allerdings an, keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern zu machen. Zeitbudget-Studien zeigen jedoch durchaus Unterschiede: Eltern lesen Jungs weniger vor und toben dafür mehr mit ihnen.
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Ob in der Kita, in der Schule oder auch zu Hause - Kinder sind mehrheitlich überwiegend von Frauen umgeben: 71 % der befragten Eltern geben an, dass ihr Kind mehr Zeit mit weiblichen Bezugspersonen verbringt. Für Jungen hat dies zur Folge, dass reale männliche Vorbilder fehlen. Deshalb, so das Ergebnis verschiedener Studien, orientieren sie sich stärker als Mädchen an TV- und Kinohelden.
Quelle

Kinder verhalten sich von sich aus sozial. Eine Vorstellung, die uns fremd ist. Durch Erziehung wird das natürliche Sozialverhalten untergraben.
Im Dschungel Venezuelas trifft eine junge Amerikanerin auf die Yequana-Indianer. Fasziniert vom offenkundigen Glück dieser “Wilden”, bleibt sie insgesamt zweieinhalb Jahre bei dem Stamm und versucht, die Ursachen dieses glücklichen Zusammenlebens herauszufinden. Vertraute Denkweisen werden ihr dabei immer fragwürdiger, immer größer wird ihre kritische Distanz zu Zivilisation. Sie erkennt, wie unsere Gesellschaft in jedem Menschen neu die angeborenene Glücksfähigkeit zerstört, und schreibt ein leidenschaftliches Plädoyer für eine Kindererziehung ohne Zivilisationsneurosen. Mit ihrem Buch wurde Jean Liedloff weltbekannt.[1]
Jean Liedloff schreibt viel über die das Selbstvertrauen zerstörende Kraft von Lob und Tadel. Hier ein Ausschnitt:
Ich war Zeuge der ersten Augenblicke im Arbeitsleben eines kleinen Mädchens. Die Kleine war ungefähr zwei Jahre alt. Ich hatte sie bei den Frauen und Mädchen gesehen; während diese Maniok in einen Trog rieben, spielte sie. Jetzt nahm sie ein Stück Maniok vom Haufen und rieb es an dem Reibholz eines Mädchens in ihrer Nähe. Das Stück war zu groß; sie ließ es bei dem Versuch, es über das raue Brett zu führen, mehrmals fallen. Von ihrer Nachbarin erhielt sie ein liebevolles Lächeln und ein kleineres Stück Maniok, und ihre Mutter, auf das Auftauchen des unvermeidlichen Impulses schon vorbereitet, reichte ihr ein winziges Reibholz für sich allein. Das kleine Mädchen hatte die Frauen beim Reiben gesehen, solange es zurückdenken konnte, und so rieb es sofort das Klümpchen an seinem Reibebrett auf und ab wie die anderen.
In weniger als einer Minute verlor es das Interesse und rannte weg, ohne dass das Maniokstück merklich kleiner geworden wäre, wobei es sein kleines Reibholz im Trog ließ. Niemand gab ihm zu verstehen, dass seine Geste komisch oder eine “Überraschung” sei; in der Tat erwarteten die Frauen sie früher oder später; sind sie doch alle vertraut mit der Tatsache, dass Kinder an der jeweiligen Kultur teilnehmen, wenngleich dabei Methode und Tempo von individuellen Kräften in ihnen selbst bestimmt werden. Es steht dabei außer Frage, dass das Endergebnis im Einklang mit der Gesellschaft stehen und auf Zusammenarbeit und völliger Freiwilligkeit beruhen wird.
Erwachsene und ältere Kinder tragen nur die Hilfe und Vorräte bei, die sich ein Kind unmöglich selber beschaffen kann. Ein Kind, das noch nicht sprechen kann, ist sehr gut in der Lage, seine Bedürfnisse klar zu machen, und es ist sinnlos, ihm etwas anzubieten, was es nicht braucht; schließlich ist das Ziel der kindlichen Aktivitäten die Entwicklung von Selbstvertrauen. Bietet man ihm entweder mehr oder weniger Unterstützung an als es braucht, so wird dieses Ziel leicht vereitelt.
Fürsorge wird, ebenso wie Unterstützung, nur auf Verlangen gewährt. Nahrung für den Körper und Umarmen als Nahrung für die Seele werden weder angeboten noch vorenthalten, sie werden jedoch stets, einfach und anmutig, als Selbstverständlichkeit zur Verfügung gehalten. Vor allem wird die Persönlichkeit des Kindes in jeder Hinsicht als gut respektiert. Weder gibt es den Begriff eines “unartigen Kindes”, noch wird umgekehrt irgendeine Unterscheidung hinsichtlich “braver Kinder” getroffen.
Es wird angenommen, dass das Kind in seinen Motiven in Übereinstimmung, nicht im Gegensatz zur Gesellschaft steht. Was immer es tut, wird als Handlung eines von Geburt an “richtigen” Geschöpfes anerkannt. Auf dieser Annahme der Richtigkeit bzw. des Sozialtriebes als eines eingebauten Wesenszuges der menschlichen Naturgründet die Einstellung der Yequana gegenüber anderen Menschen jedweden Alters.
“Erziehen” im ursprünglichen Sinne bedeutet “herausführen”, doch obwohl dieser Weg dem weitverbreiteten Verständnis “eintrichtern” überlegen sein mag, ist keiner von beiden mit den entwickelten kindlichen Erwartungen vereinbar.
Von einer älteren Person herausgeführt oder geleitet zu werden, bedeutet Einmischung in die Entwicklung des Kindes, da dieses hierdurch von seinem natürlichen, wirksamsten Weg fortgeführt wird zu einem, der dies in geringerem Maße ist.
Die Annahme eines angeborenen Sozialtriebes steht in direktem Gegensatz zur allgemeinen zivilisierten Überzeugung, dass die Triebe eines Kindes zwecks Erziehung zu sozialem Verhalten gebändigt werden müssten. Einige meinen, dass Erklärungen und “Kooperation” mit dem Kind diese Bändigung besser bewerkstelligten als Drohung, Beschimpfung oder der Rohrstock.
Die Annahme, das Kind sei von Natur aus gesellschaftsfeindlich und benötige Manipulation, um für die Gesellschaft akzeptabel zu werden, ist jedoch beiden Ansichten nicht minder zu eigen als den verbreiteteren Auffassungen zwischen diesen beiden Extremen.
Wenn uns an Kontinuum-Gesellschaften wie den Yequana wirklich etwas von Grund auf fremd ist, so ist es diese Annahme eines angeborenen Sozialtriebes.
Erst wenn wir von dieser Annahme und allem, was sie beinhaltet, ausgehen, wird die scheinbar unüberbrückbare Kluft zwischen ihrem merkwürdigen Verhalten und dem daraus resultierenden intensiven Wohlbefinden einerseits und unseren sorgfältigen Überlegungen bei außerordentlich viel geringerem Wohlgefühl andererseits verständlich. Die gängigen Mittel von Lob und Tadel sind absolut zerstörerisch gegenüber den Motiven von Kindern, besonders der kleinsten. Wenn das Kind etwas Nützliches tut, wie sich selbst anziehen oder den Hund füttern, ein Sträußchen Feldblumen hereinbringen oder aus einem Tonklumpen einen Aschenbecher machen, so kann nichts entmutigender sein als ein Ausdruck der Überraschung darüber, dass es sich sozial verhalten hat.
“Oh, was für ein liebes Mädchen!”, “Seht mal, was Stefanie ganz alleine gemacht hat!” und ähnliche Ausrufe deuten an, dass soziales Verhalten bei dem Kind unerwartet, uncharakteristisch und ungewöhnlich ist. Sein Verstand mag sich darüber freuen, doch sein Gefühl wird voll Unbehagen darüber sein, dass es gegenüber dem von ihm Erwarteten, dem, was es zu einem wahren Bestandteil seiner Kultur, seines Stammes, seiner Familie macht, versagt hat.
Selbst bei Kindern untereinander wird ein Satz wie: “Mensch, guck mal, was die Vera in der Schule gemacht hat!”, wenn er mit hinreichendem Erstaunen geäußert wird, der Vera ein unbehagliches Gefühl des Getrenntseins von ihren Spielkameraden vermitteln, gerade so, als hätten sie in demselben Ton gesagt: “Mensch, die Vera ist aber dick!” - bzw. dünn oder lang oder klein oder tüchtig oder dumm, aber jedenfalls nicht so, wie man es von ihr erwartet hätte.

Lob und Tadel sind zerstörerisch, da ein Kind von seinem natürlichen Weg fortgeführt wird.
Tadel, besonders wenn er verstärkt wird durch ein “Du-machst-das-immer”-Etikett, ist mit seiner Andeutung, dass antisoziales Verhalten erwartet wird, gleichfalls zerstörerisch. “Das sieht dir ähnlich, dein Taschentuch zu verlieren”, “Der denkt nur an Unfug”, ein resigniertes Schulterzucken, eine umfassende Anklage wie “Typisch Jungens”, die impliziert, dass die Schlechtigkeit tief in ihnen drinsteckt, oder auch einfach ein Gesichtsausdruck, der anzeigt, dass ein schlechtes Benehmen keine Überraschung war, haben die gleiche verheerende Wirkung wie Überraschung oder Lob für ein Zeichen von Gemeinschaftsgeist.
Auch die Kreativität kann durch den Umgang mit den kindlichen Bedürfnissen nach Kooperation verletzt werden. Man sagt nur etwas wie: “Nimm dein Malzeug auf die Veranda; ich möchte nicht, dass du hier drinnen eine Schweinerei machst”. Die Botschaft, dass das Malen eine Schweinerei verursacht, geht nicht verloren, und der Drang nach Kreativität müsste schon enorm sein, um das grundlegende Bedürfnis des Kindes, zu tun, was seine Mutter von ihm erwartet, zu überwinden.
Ob es nun mit einem süßen Lächeln gesagt oder wie ein Schlachtruf hervor gestoßen wird: die Aussage über die Schlechtigkeit des Kindes ist gleichermaßen wirksam.
Die Annahme eines angeborenen Sozialtriebes erfordert einige Kenntnis sowohl vom Inhalt wie der Form der kindlichen Bestrebungen und Erwartungen. Sie sind eindeutig nachahmend, kooperativ und der Erhaltung des Einzelwesens und der Gattung dienlich.
Diese Kenntnis des angeborenen Sozialtriebes und der angemessene Umgang damit ist im Patriarchat verloren gegangen. Selbst, wenn wir einsehen, dass Lob und Tadel zerstörerisch wirken, weil sie manipulativ sind (auch zwischen Erwachsenen), wir wissen nicht, wie wir ohne auskommen könnten. Es steht uns keine Handlungsalternative zur Verfügung.[2]
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Subsistenzwirtschaft: Freude am Tun und dann genießen
Wie angeborener Individualismus von den Mühlen des Patriarchats zu Mainstream zermalmt wird
Es geht immer ums Essen: Warum wir unsere Feinde bewirten
In der Zeitschrift „Tendenz“ der JungdemokratInnen/Junge Linke findet sich ein lesenswerter Beitrag (von Paul Brettel) zu biologischen Geschlechtertheorien, der nun auch bei Linksnet.de verfügbar ist. Im Beitrag heißt es u.a.:
„Eine kritischer Umgang mit Geschlechterforschung erfordert deshalb neben einer theoretischen Kritik auch einen tieferen Blick auf die (natur-)wissenschaftlichen «Erkenntnisse», die in populären Wissenschaftsmedien zur Aufrechterhaltung normierender Zweigeschlechtlichkeit angeführt werden. Dazu muss das Expert_innentum und die vermeintliche Objektivität der beteiligten Wissenschaftler_innen in Frage gestellt werden. Vor allem aber müssen die Umstände und Ziele der Forschung offen thematisiert werden, um die Ergebnisse als das zu verstehen, was sie sind: Ergebnis gesellschaftlicher Kräfteverhältnisse, in die es zu intervenieren gilt.“
Zum vollen Beitrag geht es hier.

© Jolly Goods
Für diese Veranstaltung brauchen wir allerdings noch dringend Unterstützung und suchen noch smarte, motivierte HelferInnen für Werbung, PR, Organisation, Catering, Security, DJ-Betreuung etc. … Also eben für alles, was ein großes, gut organisiertes Konzert der besseren Sorte ausmacht.
Deine Aufgaben kannst du dir frei nach Gusto und Fähigkeiten auswählen. Du solltest zuverlässig sein und gut organisieren können, ab und zu Zeit für Meetings haben, gut selbstständig, aber auch im Team arbeiten können und eine dicke Ladung Sympathie für das Missy Magazine übrig haben. Einschlägige Erfahrung in der Organisation größerer Events brauchst du nicht, dafür aber einen kühlen Kopf und Lust, mit uns ein großes Konzert zu stemmen. Die Vorbereitung der Party fängt jetzt an und dauert bis einschließlich dem 29. November 2012.
Neben der ehrenamtlichen Arbeit haben wir aber auch noch eine bezahlte Stelle für eine Profi zu vergeben:
Honorarstelle als PR-ManagerIn
Du bist eine begeisterte PR-Kampagnenmanagerin und vertraut mit dem Pressearbeitszirkus bei größeren oder kleineren Veranstaltungen, pflegst gute Kontakte zu regional und überregional arbeitenden JournalistInnen und magst uns gut leiden? Dann bewirb dich jetzt bei Missy auf eine Honorarstelle für die Pressearbeit in Vorbereitung auf das Konzert mit Peaches und Jolly Goods am 29. November im Festsaal Kreuzberg.
Wir freuen uns auf ein tolles Team von netten Leuten, die Lust haben, mit uns gemeinsam ein rauschendes Fest zu organisieren.
Alle, die keine Zeit zum Helfen haben, sind natürlich trotzdem aufs Allerherzlichste zum Feiern am 29. November eingeladen! Ab wann und wo es Karten gibt, erfahrt ihr bald hier!
Wir freuen uns auf Post! Schickt uns eine Mail an:
Sehr geehrte Damen und Herren,
im Auftrag von Prof. Dr. Barbara Rendtorff, Prof. Dr. Birgit Riegraf
und Dr. Claudia Mahs möchte ich Sie an unsere Tagung “40 Jahre
feministische Debatten“ am 2. und 3. November 2012 an der Universität
Paderborn (Gebäude O, Hörsaal 0.207) erinnern.
Hier finden Sie Plakat und Flyer als PDF-Dateien.
Nähere Informationen zur Veranstaltung finden Sie auf unserer Website unter:
www.upb.de/feministische-debatten
Anmeldungen können noch per Email an die Tagungsadresse des Zentrums
für Geschlechterstudien / Gender Studies der Universität Paderborn
(tagunggender@googlemail.com) vorgenommen werden.
Wir würden uns sehr freuen, wenn wir Sie auf unserer Veranstaltung
begrüßen dürften und Sie auch ihre KollegInnen auf die Veranstaltung
aufmerksam machen würden.
Mit freundlichen Grüßen,
Lydia Jenderek
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Zentrum für Geschlechterstudien / Gender Studies
Universität Paderborn
Kommission für die Geschichte der Deutschen in Polen;
Professur für Europäische Zeitgeschichte seit 1945 (Prof. Dr. Claudia Kraft) an der
Universität Siegen
03.10.2013-05.10.2013,
Siegen, Artur-Woll-Haus, Am Eichenhang 50, 57076 Siegen
Deadline: 15.01.2013
“Der deutsche Mann ermattet nicht, wenn Gefahren ihn umtoben!”
Interdependenzen von Geschlecht, Ethnizität und Klasse in der Geschichte
der Deutschen in Polen im 19. und 20. Jahrhundert
Call for Papers
[For English version see below.]
In den letzten Jahren ist eine Reihe von Studien erschienen, die einen
neuen Blick auf die Geschichte der Deutschen in Polen im 19. und 20.
Jahrhundert werfen. Gemeinsam ist diesen Darstellungen, dass sie sich
deutlich von der Beschreibung oder (Re-)Konstruktion national
konnotierter Gegensätze abheben und mit neuen alltags- oder
institutionengeschichtlichen Ansätzen die Vielfalt der Konflikt-, aber
auch Koexistenzsituationen beschreiben und zu einem sehr viel
ausgewogeneren Bild der Selbst- und Fremdbeschreibung sowie der
Handlungsmöglichkeiten von historischen Akteuren und Kollektiven in
einem sprachlich und konfessionell heterogenen Umfeld kommen. Zugleich
sind für die unbestreitbar konfliktreichen Phasen des
deutsch-polnisch-jüdischen Zusammenlebens, die seit dem späten 19.
Jahrhundert zu einer Verschärfung der national konnotierten Antagonismen
führten und im 20. Jahrhundert in der brutalen deutschen Vertreibungs-
und Vernichtungspolitik im besetzten Polen gipfelten, neue
Analyseperspektiven entwickelt worden, die die preußische bzw. deutsche
Geschichte in eine gesamteuropäische, zum Teil auch globale Perspektive
imperialer und kolonialer Herrschaftspraktiken rücken. Auch hat sich
eine lebhafte Debatte entwickelt, inwieweit eine solche Perspektivierung
von Wahrnehmungsmustern und Herrschaftspraktiken der deutschen Politik
gegenüber dem östlichen Europa im Generellen und Polen im Besonderen
gerecht werden kann. Neben dem Fehlen von empirisch gesättigten Studien,
die die Validität imperial- und kolonialgeschichtlicher Ansätze sowie
Herangehensweisen der postcolonialstudies überprüfen, fällt auf, dass in
sehr vielen Studien eine Perspektive wenn überhaupt dann nur äußerst
marginal vertreten ist, nämlich die geschlechtergeschichtliche. Dabei
haben gerade in den beiden letzten Jahrzehnten zahlreiche Forscherinnen
und Forscher zeigen können, dass sowohl für die Beschreibung national
imprägnierter beziehungsgeschichtlicher Konstellationen als auch für die
differenziertere Betrachtung kolonialer Herrschaftsbeziehungen gender
als eine Kategorie, mittels derer Hierarchisierung hergestellt,
performativ eingeschliffen und Identitäten konstruiert werden, von
großem analytischen Wert ist. Die Tagung setzt sich daher zum Ziel,
Ansätze der postcolonialstudies und der genderstudies für einen neuen
Blick auf die Geschichte der Deutschen in Polen in den letzten beiden
Jahrhunderten fruchtbar zu machen. Geschlecht wird dabei nicht als die
einzige bzw. dominante Kategorie verstanden, mittels derer
Machtbeziehungen hergestellt bzw. affirmiert werden. Vielmehr bietet es
sich an, gender als interdependente Kategorie zu verstehen, die im
Zusammenspiel mit anderen Kategorien wie race oder class (und eventuell
weiteren herauszuarbeitenden Kategorien) Handlungsfelder konstituiert
und Identitäten herstellt.
Folgende thematischen Blöcke sind vorstellbar:
- Inwieweit betrafen Prozesse der Demokratisierung, Nationalisierung,
Modernisierung Frauen und Männer in unterschiedlichem Maße und wie
positionierten sich Männer und Frauen in einer Matrix, die durch
geschlechtliche, ethnische, soziale und weitere Hierarchisierungen
gegliedert war?
- Wie wird über geschlechtliche Codierungen Fortschrittlichkeit oder
zivilisatorische Inferiorität markiert? (Interessant sind hier gerade
die diskursiven Strategien des Kolonialismus: unterdrückte Gruppe bzw.
deren “Zivilisationsgrad” werden danach beurteilt, wie jene Gruppe
“ihre” Frauen behandelten.)
- Wie wird mit Zuschreibungen von Geschlecht Wirklichkeit konstruiert
und geordnet? Die Analyse von Presseerzeugnisse (etwa der “Gartenlaube”)
oder der sogenannten Kolonialromane hat hier bereits interessante
Ergebnisse geliefert; weniger untersucht ist hingegen die soziale
Praxis: interessant ist vor allem, die Wechselwirkungen in den
Modernisierungsprozessen zu betrachten. Man könnte etwa in Anlehnung an
die These von Nancy Reagin - dass das Bürgertum (auch vermittels
geschlechtlicher Codierungen) seine Normen und seinen Habitus als
gesamtnational darstellen konnte - fragen, wie dies in Gesellschaften
mit einem nicht so dominanten Bürgertum aussah und welche
verflechtungsgeschichtlichen Aspekte dabei zu berücksichtigen sind.
- Wie veränderten sich Geschlechterverhältnisse vor dem Hintergrund
ethnischer und sozialer Konfliktsituationen: boten sich hier besondere
Partizipationschancen für Frauen, die Hierarchisierungen entlang der
Kategorien race und class für die Erlangung von Geschlechtergleichheit
instrumentalisierten?
- Welche Erscheinungsformen und Folgen hatten (militärisch geprägte)
Männlichkeitsvorstellungen und -rituale auf das Zusammenleben
verschiedener ethnischer Gruppen?
- Welche Rolle spielte insbesondere in Konfliktsituationen ausgelebte
und unterdrückte bzw. gesellschaftlich nicht tolerierte Sexualität in
der Wahrnehmung der verschiedenen Bevölkerungsgruppen?
Vorschläge für einen Beitrag sind in Form eines Exposés (1-2 Seiten)
inklusive eines kurzen wissenschaftlichen cv bis 15. Januar 2013
einzureichen: per email an [email protected] und
[email protected].
Reise- und Aufenthaltskosten der ReferentInnen werden übernommen.
Call for Papers
“German men do not tire when surrounded by dangers!” Interdependencies
of gender, ethnicity and class in the history of the Germans in Poland
in the 19th and 20th centuries.
International Conference by the Commission for the History of the
Germans in Poland and the Professorship for European Contemporary
History since 1945 at the University of Siegen
3-5 October 2013 (University of Siegen, Artur-Woll-Haus, Am Eichenhang
50, 57076 Siegen)
In recent years, a series of studies that re-examine the history of the
Germans in Poland during the 19th and 20th centuries has been published.
What these accounts have in common is that they significantly deviate
from descriptions or (re)constructions of dichotomies based on national
connotations. Instead, they describe the wide range of situations
involving conflict, but also coexistence, using new approaches that
focus on the history of everyday life or institutions. Thus they provide
a far more balanced view of the scope for action held by historical
actors and collectives in a linguistically and religiously heterogeneous
environment and of how these actors and collectives described themselves
and were described by others. Simultaneously, new analytical
perspectives have been developed for the undeniably conflict-ridden
phases of German, Polish and Jewish coexistence, which led to an
intensification in the antagonisms based on national connotations from
the late 19th century onwards, culminating in the brutal German
expulsion and annihilation policies in occupied Poland during the Second
World War. These new perspectives shift Prussian and German history to a
European, and partially also to a global, perspective of imperial and
colonial hegemonic practices. A lively debate has also emerged on the
question of to what extent such new perspectives of patterns of
perception and hegemonic practices in German policies towards Eastern
Europe in general and towards Poland in particular can be just. Apart
from the lack of thorough empirical studies, which examine the validity
of imperial and colonial historical approaches and the methodology used
in postcolonial studies, it is noticeable that many studies only mention
a particular perspective as something of minor importance - if they
mention it at all: this is the gender perspective. And yet in the last
twenty years in particular, many researchers have been able to show that
as a category through which identities are constructed and a
hierarchisation is created and performed, gender is of great analytical
value both in terms of describing nationally impregnated configurations
in the history of relationships and in viewing colonial hegemonic
relations in a nuanced way. Hence, the aim of the symposium is to make
approaches used in postcolonial and gender studies productive in
re-examining the history of the Germans in Poland during the last two
centuries. Gender is not understood here as the only or dominant
category by which power relations are produced or affirmed. Instead, it
is useful to understand gender as an interdependent category that
constitutes fields of action and creates identities in interplay with
other categories such as race or class (and possibly also with other
categories that have yet to be identified).
Proposals are invited on the following topics:
- To what extent did processes of democratisation, nationalisation and
modernisation affect women and men differently? How did men and women
position themselves in a matrix based on gender, ethnic, social and
other hierarchies?
- How is gender coding used to mark progressiveness or inferiority in
terms of “civilisation”? (The discursive strategies of colonialism are
of particular interest here: repressed groups and their “degree of
civilisation” are judged on how they treated “their” women.)
- How is reality constructed and structured using gender ascriptions?
The analysis of press articles (such as those published in the weekly
magazine, Die Gartenlaube) or of the colonial novel has already produced
interesting findings in this area. But so far there has been less
research on social practices. Interactions in modernisation processes
are here of particular interest: following on from Nancy Reagin’s
hypothesis that the middle classes were able to present their norms and
habitus as national norms and habitus (also through the use of gender
coding), one could ask how this applied in societies with a less
dominant middle class and which intertwining historical aspects should
be taken into account here.
- How did gender relations change against the backdrop of ethnic and
social conflict situations? Did such situations provide women with
particular opportunities to participate and to exploit the
hierarchisations of the categories of race and class in order to achieve
gender equality?
- What were the manifestations and effects of (military) concepts and
rituals of masculinity on the coexistence of various ethnic groups?
- Which role did sexuality, whether practised, repressed or not
tolerated by society, play in the perception of different segments in
the population, particularly in conflict situations?
Please submit your suggestions for a paper in the form of an abstract (1
- 2 pages long) and a short academic CV by 15 January 2013 by e-mail to
[email protected] and
[email protected].
The speakers’ travel and accommodation expenses will be covered.
————————————————————————
Prof. Dr. Claudia Kraft
Professur für Europäische Zeitgeschichte seit 1945
Philosophische Fakultät der Universität Siegen
Adolf-Reichwein-Straße 2 (AR-B 2115)
57068 Siegen
Im November eröffnet Berlins erste Wanderausstellungsfiliale EDEWA, die Einkaufsgenossenschaft antirassistischen Widerstandes, der temporäre Supermarkt, der Geschichte, Widerstand und Interaktion als elementare Wissensprodukte bietet: kostenlos, ohne Rassismen und Sexismen und mit empowerndem Mehrwert.
Die Kund_innen werden zu Ausstellungsbesucher_innen, der Raum zum re_konstruierten Supermarkt, die Produkte zu Objekte der kritischen Auseinandersetzung. Obwohl Supermärkte trivialer kaum sein könnten, spiegeln sie wie kein anderer Ort die Alltäglichkeit von Rassismen und Sexismen wider. Dies bietet Anlass dazu, die Vermarktungsprozesse in der Darstellung unserer Produkte umzukehren, so dass wirkmächtige Herrschafts- und Ungleichheitsverhältnisse, die Herstellung und Verkauf bestimmen, sichtbar zum Ausdruck gebracht werden.
Gleichzeitig bietet der Raum die Möglichkeit den langjährigen antirassistischen und antisexistischen Widerstand einzelner Gruppen wahrnehmbar und erfahrbar zu machen und die historischen Kämpfe einzelner Feministinnen zu erleben, deren Biografien nicht nur einen zentralen Punkt der Ausstellung sind, sondern auch durch die Künstlerin Oxana Chi in tänzerische Performances erzählt werden wird.
Darüber hinaus sind Interessiert_e willkommen, an unseren interaktiven Workshops teilzunehmen. Mit dem Ziel, die ‚Produktpalette’ zu erweitern, Widerstand zu thematisieren und Einblick in die Arbeiten unserer Kooperationspartner_innen zu gewinnen, bilden diese den geeigneten Rahmen, sich kreativ und kritisch mit den unterschiedlichen Ausdrucksweisen von Rassismus und Sexismus auseinanderzusetzen.
Die Ausstellung EDEWA | Einkaufsgenossenschaft antirassistischen Widerstandes ist ein Projekt der Seminar-Gruppe „May Ayim – Schwarze Deutsche Feministin?“ des Zentrums für transdisziplinäre Geschlechterstudien (ZtG) der Humboldt Universität zu Berlin in Kooperation mit Bund für Antidiskriminierungs- und Bildungsarbeit in der BRD (BDB) e.V., Rroma-Informations-Centrum e. V., Haus der Kulturen Lateinamerikas e.V., RefRat der HU-Berlin und der Heinrich Böll Stiftung.
Ausstellungstermine:
1. BDB e.V. - Pangea Haus 2.OG, Trautenaustr. 5, U9 – Günzelstrasse, 02. – 04.11.2012
2. Rroma Informations Centrum e.V., Fuldastraße 41, U7 - Rathaus Neukölln, 09. – 11.11.2012
3. Haus der Kulturen Lateinamerikas e.V.- Casa Latinoamericana, Pfalzburgerstr. 42, U7 – Blissestrasse, 13.11. - 26.11.2012 (zu den jeweiligen Öffnungszeiten)
Workshop-Termine: 03.11.2012 und 10.11.2012
Um Anmeldung wird gebeten bis 26.10.2012 bei [email protected] Die Teilnahme ist kostenlos! (entsprechend der Nachfrage werden Plätze bevorzugt an Schwarze/Rroma/PoC vergeben)
Mehr Infos unter:
http://www.EDEWA.tumblr.com
Join us on Facebook:
https://www.facebook.com/pages/Edewa-Einkaufsgenossenschaft-antirassistischen-Widerstandes/387783357958419
Kontakt für Rückfragen zum Ausstellungsprojekt:
Natasha A. Kelly, [email protected]
Ringvorlesung zu Diversity als (berufliche) Schlüsselkompetenzen
Nach der erfolgreich durchgeführten Ringvorlesung in den letzten zwei Semestern an der Fachhochschule Potsdam gibt es nun eine Fortsetzung. Zur Dokumentation: [interflex.incom.org]
Es gibt wieder die Möglichkeit, fächerübergreifend und interdisziplinär, Theorien, Forschungsprojekte und praxisbezogene Projekte zu diskutieren. Wieder werden Expert_innen ihre Themen zur Diskussion stellen: u.a. Rassismus (und Sprache), Antiziganismus, Adultismus, Gender/Queer, Interkulturalität, Migration und das Konzept des Verbündet-Seins – immer bezogen auf gesellschaftliche Realitäten und/oder Praxisbereiche. Alle genannten Diversitydimensionen werden danach befragt, inwiefern Intersektionalität eine Rolle spielt. Allen Beiträgen liegt zugrunde, dass – über das gesetzlich verankerte Gender Mainstreaming und über das Allgemeine Gleichstellungsgesetz – Gender und Diversity zu Schlüsselkompetenzen für berufliche Qualifikationen zählen. Die Ringvorlesung bietet Ihnen Informationen neuerer Ansätze,
die Möglichkeit von gegenseitigem Austausch. Hier erhalten Sie auch Anregungen, die zu eigenen Projekten führen können. Zu den Vorträgen sind alle herzlich willkommen! Wir freuen uns auf Ihr Kommen!
Termine: Donnerstags jeweils 18 bis 19 Uhr 30
Ort: Fachhochschule Potsdam, Friedrich-Ebertstrasse 4, 14467 Potsdam. Raum 4070/71
Durchführung und Moderation: Gudrun Perko
11.Oktober 2012: Natasha A. Kelly Rassismus und Sprache – Eine Einführung
25. Oktober 2012: Marika Schmiedt «Die Gedanken sind frei» Angst ist Alltag für Roma in Europa
8. November 2012: Patricia Redzewsky Adultismus in der Vernetzung mit anderen Diskriminierungsformen
22. November 2012: Elisabeth Kirndörfer Tunnelblick bei interkulturellen Projektkonzeptionen – Königsweg Intersektionalität? Wissenschaftliche Ergebnisse eines interkulturellen Jugendprojekts im ländlichen Brandenburg
6. Dezember 2012: Christina Thürmer-Rohr Der Feminismus und das Kassandra-Syndrom
24. Januar 2013: Kerstin Schumann/Christoph Damm Paradigma Diversität in der Kinder- und Jugendarbeit: sind Ansätze der geschlechterspezifischen Kinder- und Jugendarbeit noch queer genug?
14. Februar 2013: Leah Carola Czollek/ Gudrun Perko Das Konzept des Verbündet-Seins im Projekt Social Justice
Die schweizer
Zeitschrift "Beobachter" hat eine langjährige Tradition im Aufdecken von
(Behörden-)Unrecht, am bekanntesten sind wohl ihre
Enthüllungen von 1972 über die Kinderwegnahmen bei jenischen und
Romafamilien und zu
Sterilisationen und Verdingkindern. Mittlerweile gehört die Zeitschrift dem
Axel-Springer-Verlag, erreicht aber immer noch über eine Million
LeserInnen.
Seit längerem versuchte Zwischengeschlecht.org den "Beobachter" für das Thema kosmetische Genitaloperationen an Kindern zu interessieren, doch erst im Anschluss an die >>> denkwürdige "Club"-TV-Diskussion vom letzten Mai ging konkret etwas: In der Ausgabe 20/2012 ist nun "Intersex" Titelgeschichte. Dazu gab's nebst einem Editorial und dem eigentlichen Artikel auch ein Dialekt-Video-Interview mit dem Medizinethiker Jürg Streuli und einem (in entscheidenden Passagen massiv gekürzten) Interview mit dem Betroffenen Erich Marti.
Sowie als krönenden Abschluss ein Interview mit dem Kinderarzt Jörg Woweries, in welchem er deutlich Klartext redet, und das wir nachfolgend als ersten Beobachter-Beitrag online stellen. Jörg Woweries und allen Beteiligten ein ganz herzliches Dankeschön!
>>>
Zum
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Genitalverstümmelungen in KInderkliniken: Typische Diagnosen und
Eingriffe
>>>
Genitalverstümmelungen in Kinderkliniken – eine Genealogie der Täter
>>>
"Aufarbeitung tut not!" Unis, Klitorisamputationen u. a.
"Genitalkorrekturen
Innovative und qualitativ hochwertige Elektro- und Installationstechnik zu moderaten Preisen, bietet der beliebte Partner für Busch Jaeger Lichtschalter. Hier werden High Tech Produkte angeboten die jeden begeistern werden. Dieser Partner für Busch Jaeger Lichtschalter überzeugt mit einer Kombination aus altbewährtem und neuester moderner Technik. Stilvolles Design verwandelt jeden Wohnraum in ein gemütliches zu Hause und schenkt luxuriöses Ambiente für jeden Haushalt, zu einem fairen Preis. Ein verlässlicher Partner für Busch Jaeger Lichtschalter Gerade im Elektrobereich ist die Qualität vorrangig, und die Wahl der richtigen Elemente ist enorm wichtig. Deshalb gilt es, das Vertrauen nur einem etablierten Partner für Busch Jaeger Lichtschalter zu schenken. Denn nur die Besten werden in die engere Wahl genommen und bekommen dann die Gelegenheit Partner für Busch Jaeger Lichtschalter zu werden. Elektrotresen, ein Partner für Busch Jaeger Lichtschalter, kann sich über eine große Zahl zufriedener Kunden freuen, die mittlerweile schon zu Stammkunden avanciert sind. Ein unglaubliches Preis- und Leistungsverhältnis gepaart mit hochwertigen Materialien zeichnen diesen Partner für Busch Jaeger Lichtschalter aus. Innovative Ideen sichern Partner für Busch Jaeger Lichtschalter Elektrotresen ist ein Partner für Busch Jaeger Lichtschalter und hat sich dank seines vielgerühmten Service bereits einen guten Namen gemacht. Hier ist der Kunde noch König und die Zufriedenheit des Käufers ein persönliches Anliegen. Das zeichnet einen Partner für Busch Jaeger Lichtschalter aus. Auf Wunsch individuell zugeschnittene Angebote, und schnelle Lieferung durch zuverlässige Partner runden das Profil ab. Nicht umsonst ist Elektrotresen der erfolgreichste Partner für Busch Jaeger Lichtschalter.
AUFNAHMEZUSTAND Teaser 2012 from svenson on Vimeo.
Achtung AUFNAHMEZUSTAND! Zdf Kultur lädt Bands in das ehemalige „Funkhaus der DDR“ in Berlin ein, damit sie ihre Lieder live einspielen. Das passiert dann ganz entsprechend der früheren Technik: Alle MusikerInnen stehen gemeinsam im Studio und nehmen ihre Stücke auf. Diese Aufnahmen der sechs Bands werden ab dem 6. Oktober in sechs Folgen auf zdf.kultur zu sehen sein als eine Mischung aus Dokumentation und Konzert.
Kein buntes Show-Licht, keine Performance für ein großes Publikum - nur die Konzentration darauf, den Song überzeugend einzuspielen – darum geht es bei AUFNAHMEZUSTAND. Dabei sein werden diese, richtig coolen Bands:
“The Asteroids Galaxy Tour” ist eine dänische Band, die Funk und Soul ganz wunderbar miteinander vermischt. Es hebt die Stimmung, ihren Liedern zu lauschen, und das liegt sicher auch daran, dass den MusikerInnen selbst das Musizieren so gut gefällt. Einer sagt auf ihrer Website darüber: “It’s like choosing an ice cream, I just can’t pick only two flavors. I want to taste all of them. That’s how it feels with our music as well. We get to play with all the flavors.”:
“Little Dragon”, die schwedische Elektroband, wird ebenso dabei sein. Diesen Sommer sind sie unter anderem durch Südafrika getourt und waren ganz verwundert über ihren vielen Fans dort. Schöne Bilder und Videos davon gibt’s auf ihrer Homepage zu sehen.
Die us-amerikanische Band “Tu Fawning“, spielt ihren düsteren Pop auch im ehemaligen „Funkhaus der DDR“. Der Name der Band entstand 2007 aus einer Word Collage beim Lesen der National Geographic.
Das Pop-Duo “Boy” spielt sich ebenfalls live ins Fernsehen im Funkhaus. Hier ein nettes Video von einem Hauskonzert:
“Dillon” ist eine brasilianische Sängerin, die in Köln aufgewachsen ist und nun in Berlin lebt. Letztes Jahr erschien ihr erstes Album „This Silence kills“.
Wenn zwei Schwestern sich über zehn Jahre nicht sehen, muss beim ersten Wiedersehen nicht gleich eine Band gegründet werden. Genau so war es aber bei “CocoRosie”. Die beiden kommen aus den USA und machen nun in Paris gemeinsam Musik. Und zwar nicht nur mit ihren Stimmen und Instrumenten, sondern auch mit Fön und Lockenwickler.
Ob sie die in das Funkhaus mitnehmen, sehen wir dann ja spätestens im Oktober bei zdf.kultur, wenn die sechs Senungen mit und über die Bands ausgestrahlt werden.
In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift ‚Aus Politik und Zeitgeschichte‘ der Bundeszentrale für politische Bildung geht es um Männer und Väter. Im Editorial schreibt Johannes Piepenbrink zur Einführung:
Das gesellschaftliche Bild des Mannes, die damit verknüpften Rollenerwartungen sowie männliche Selbstbilder haben sich in den vergangenen Jahrzehnten stark gewandelt; Männlichkeit hat sich pluralisiert. Zugleich sind die einstmals klaren Grenzen zwischen exklusiv weiblichen und männlichen Sphären vielfach verschwommen oder nicht mehr existent: Männer, die sich nicht nur um das berufliche Fortkommen, sondern vermehrt auch um die Pflege und Erziehung ihrer Kinder kümmern, sind mittlerweile ebenso breit akzeptiert wie Frauen in sogenannten (ehemaligen) Männerberufen. Die Frage nach der Vereinbarkeit von Beruf und Familie stellt sich heute auch für Männer.
Während diese Entwicklungen sich einerseits als Befreiung von überkommenen Rollenklischees und wichtige Schritte auf dem Weg in Richtung mehr Geschlechtergerechtigkeit interpretieren lassen, werden sie andererseits von manchen als Symptome einer allgemeinen Männlichkeitskrise gedeutet. Demnach gehe der Wandel von einer Industrie- zu einer Dienstleistungsgesellschaft und die Flexibilisierung der Arbeitsverhältnisse vor allem zu Lasten der Männer; die Auflösung der Rolle des Vaters als alleinigem Familienernährer rüttele an den Grundfesten männlichen Selbstverständnisses. Die noch junge Disziplin der Männerforschung bestätigt zwar männliche Verunsicherungen, zeigt aber ebenso auf, dass sich das traditionelle Modell hegemonialer Männlichkeit in vielen Bereichen nach wie vor hartnäckig hält.
Um die noch immer vorhandene Diskrepanz zwischen gewünschter und postulierter Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern zu überwinden, ist es notwendig, beide Geschlechter im Blick zu haben: Selbstverständlich gehört dazu, die Bildungserfolge von Frauen in größere Präsenz in Führungsetagen zu “übersetzen“. Gleichzeitig gilt es aber auch, maßvoll auf die von der Forschung identifizierten spezifisch männlichen Problemlagen zu reagieren, ohne die Geschlechter gegeneinander auszuspielen.‘
In dem Heft gibt es folgende Beiträge:
Der/die/das Nächste bitte!
Missy ruft und tAMtAM berlin hoppelt in den Gender-Bezirk.
Wohnhaft normalerweise unter der Adresse www.tamtam-berlin.de, lässt tAMtAM nun für einen Monat seine gesammelten (Des-)Illusionen im Stich, um an dieser Stelle über allerlei Kunst-Kram zu rhabarbern.
Weil die Bezeichnung „Kulturblog“ häufig den Einsatz der Worte-ohne-Inhalt-Alarmleuchte provoziert —->

… sei zuallererst kurz dargelegt, was tAMtAM so ist, macht, will, nervt, und was hier die nächsten Wochen zu lesen sein könnte.
In einer klapperkalten Berliner Winternacht hatte tAMtAMs Seriositäts-Anker* Marielle Sterra plötzlich absolut überhaupt keine Lust mehr auf diese konventionelle Kulturberichterstattung. Und weil im Internet so viel mehr Platz ist als in den chronisch überfüllten Feuilleton-Teilen, pflanzte sie tAMtAM ins Netz und es wurde zu einer Art Kulturbloggewächs, das herumwuchert zwischen Realität und Fiktion, Beton und Wolkenkuckucksheim, Plattenbau und Luftschloss, Sein und Salami, kurzum: zwischen dem, was ist, und dem, was sein könnte.
tAMtAM versucht, neue Ausdrucks- und Rezensionsformen für das zu finden, was sich die versammelte Meute der Kulturjournalisten anguckt. Und schreibt über Menschen oder Produktionen, für die sich diese Meute nicht interessiert. Die Auswahl erfolgt selbstverständlich absolut subjektiv und orientiert sich an der jeweiligen Tagesform.
Damit man auseinander halten kann, welche Beiträge tatsächlich auf realen Ereignissen beruhen und welche, ach dieses böse Wort, gefaked sind, ist tAMtAM in zwei Blogs unterteilt, die sich Desillusion und Illusion nennen.
Es geht hierbei nicht darum, eine geballte Ladung Bockmist in die Welt zu blasen. tAMtAM widmet sich vielmehr der Überzeichnung einer Subjektivität, die zu jeder Form des Journalismus gehört und niemals so offensichtlich war wie heute. Das Internet entlarvt die Meinung des Kritikers als eine von vielen - wie werden wir die Qualität von Kunst und Kultur in Zukunft beurteilen, wenn die Deutungshoheit darüber nicht mehr nur einem kleinen Kreis von Personen gehört? Wenn ein Verriss in der Süddeutschen Zeitung belanglos wird, weil sich das potentielle Publikum die Informationen ganz woanders besorgt? Und wie sollten sie aufbereitet sein, diese Informationen?
Keine Sorge, das hier wird keine Vorlesung im Fach Medienschelte. In den kommenden Wochen greift tAMtAM stattdessen besonders tief in die künstlerische Knalltüte und präsentiert: Theater/Oper/Konzert-Rezensionen, Interviews aus Kunst und Kommerz - aber ohne Unterteilung in Real/Fake. Die gibts bei Missy nämlich nicht und tAMtAM dachte sich… auch mal ganz spannend, so ohne Schubladen, in die alles gepfercht werden muss.
Viel Spaß!
* Seriositäts-Anker, der; verortet ein Ding als Auswuchs eines spezifischen menschlichen Gehirns und macht es dadurch - paradoxerweise - glaubwürdiger (nun ja, meistens zumindest).
Das Gesetz sieht Verwaltungs- und Kriminalstrafen für den Import, die Herstellung und die Verteilung von Produkten vor, die Homosexualität "unterstützen" oder "fördern". Da eine gesetzliche Definition der "Unterstützung" von Homosexualität fehlt, können Richter_innen und Verwaltungsbeamte fast alles darunter verstehen. Abgeordnete nannten in der Diskussion um den Entwurf Filme wie Brokeback Mountain als Beispiel für die Förderung von Homosexualität. Beim Verstoß gegen das "Werbeverbot" drohen bis zu fünf Jahren Gefängnis.
Das geplante Gesetz schränkt die Meinungs- und Pressefreiheit massiv ein und verstößt damit nicht nur gegen die Europäische Menschenrechtskonvention, sondern auch gegen die ukrainische Verfassung. Am 24. Mai 2012 hatte das Europäische Parlament den homophoben Entwurf in einer Resolution verurteilt. Zahlreiche Menschenrechtsorganisationen haben den Entwurf ebenfalls massiv kritisiert.
Die Abstimmung gestern wurde kurzfristig auf die Tagesordnung gesetzt und kam für die ukrainischen LGBT Aktivist_innen überraschend. Dennoch organisierten sie einen Protest vor dem Parlamentsgebäude. (Foto: Insight Ukraine)
Links: [www.insight-ukraine.com.ua]
http://www.insight-ukraine.com.ua/
http://www.kyivpost.com/content/ukraine/ukraine-gives-initial-approval-to-anti-gay-bill-313811.html
http://www.kyivpost.com/content/ukraine/ukraine-parliament-votes-to-outlaw-promotion-of-homosexuality-313808.html
[www.ggg.at]
[www.boxturtlebulletin.com]
[www.europarl.europa.eu]
[www.hrw.org]
[www.guardian.co.uk]
[www.gaylawnet.com]
http://globalvoicesonline.org/2012/05/28/ukraine-homophobic-legal-initiatives-in-sync-with-public-attitudes/
[www.godembassy.com] (Bericht von einer Demonstration einer religiösen Gruppe, die für das geplante Gesetz eintritt)
Die Initiative Kulturwandel in Unternehmen und Organisationen, eine gemeinsame Idee von Prof. Dr. Gerald Hüther und Sebastian Purps hat das Projekt von Väter & Karriere bei den Stadtwerken in Bielefeld auf ihrer Webseite beschrieben. Das Ziel der Initiative ist es, Unternehmer, Führungskräfte und Mitarbeiter zu inspirieren, einen Kulturwandel zu beginnen oder einen begonnenen Wandel noch bewusster zu gestalten.
Stellen Sie sich vor, Sie wären Gleichstellungsbeauftragter in einem Unternehmen mit einem Männeranteil von 75 Prozent. Um wen kümmern Sie sich mehr: Die Männer oder die Frauen?
Seit Jahren wird die Frage nach der Vereinbarkeit von Beruf und Kindern insbesondere für Führungskräfte leidenschaftlich in Deutschland diskutiert. Politische Reformen wie die Einführung des Elterngeldes werden derweil eher zögerlich angenommen. Unternehmen sehen sich zunehmend mit Vätern konfrontiert, die durch die politischen Rahmenbedingungen die Option auf mehr Familie haben, sich jedoch nur schwer zwischen Job und Familie entscheiden wollen. So nehmen nur etwas mehr als 25% aller jungen Väter eine Auszeit von ihrem Job, um sich um ihr Baby zu kümmern.
Während sich auf der großen gesellschaftlichen Ebene also nur langsam etwas verändert, gehen einzelne Unternehmen das Thema deutlich offensiver an. Ein Beispiel hierfür sind die Bielefelder Stadtwerke. Die Belegschaft des Unternehmens ist zu 80% männlich. Wenn es um das Thema Familienfreundlichkeit geht, müssen die Stadtwerke also mehr über Väter als Mütter nachdenken. Diese Aufgabe nahm das Unternehmen sehr ernst. Die Bielefelder haben ein vorbildliches Arbeitsklima für Männer geschaffen, die Väter werden.
Die damalige Gleichstellungsbeauftragte der Stadtwerke, Karin Schrader, wollte vor einigen Jahren mehr für Väter im Unternehmen tun. Sie holte sich einen der wenigen Organisationsberater ins Unternehmen, die sich mit dem Thema „Vaterschaft und Unternehmen“ näher befasst hatten: Hans-Georg Nelles. Mit seiner Hilfe stieß die Gleichstellungsbeauftragte einen Prozess im Unternehmen an, den wir als beispielhaft ansehen. …‘
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Das wissenschaftliche Potenzial von Forscherinnen wird nach wie vor nicht ausgeschöpft. Die "gläserne Decke" für Frauen ist in Wissenschaft und Forschung real. Deshalb besteht großer Handlungsbedarf, wie der aktuelle GWK-Bericht zur Chancengleichheit zeigt.
Das Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V. freut sich mit dem Gründungsmitglied der Deutschen Telekom, der am 25. September der Max-Spohr-Preis in Frankfurt verliehen wurde. Zum siebten Mal verlieh der Völklinger Kreis e.V. den Preis, der nach dem Verleger und Aktivisten, Max Spohr, benannt ist. Mit dem Preis werden Arbeitgeber ausgezeichnet, die auf vorbildliche Weise Vielfalt durch Diversity Management fördern und insbesondere Programme für Schwule, Lesben, Bisexuelle und Trans* eingerichtet haben.
Am 11. Oktober wird in Heidelberg zum zehnten Mal KlarText!, der Klaus Tschira Preis für verständliche Wissenschaft, verliehen. In der Neuen Aula der Ruprecht-Karls-Universität überreicht Klaus Tschira den begehrten Preis für Wissenschaftskommunikation an fünf Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler der Fachrichtungen Biologie, Chemie, Informatik, Mathematik und Physik. Die Preisträger sind Dr. Sebastian Kirschner (Promotion am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig/Humboldt-Universität zu Berlin), Dr. Martin Münzel (Promotion an der Ludwig-Maximilians-Universität München), Dr. Natalie Lewandowski (Promotion an der Universität Stuttgart), Dr. Andreas Potschka (Promotion an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg) und Dr. Thomas König (Promotion am Deutschen Krebsforschungszentrum/Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg). Jede Siegerin und jeder Sieger erhält einen Geldpreis in Höhe von 5000 Euro und kann sich bei der Klaus Tschira Stiftung um weitere Fördermittel für Projekte im Bereich der Wissenschaftskommunikation bewerben.
Einen Tag lang Schweißen, Programmieren, Ätzen, Sezieren, Gießen und Technik erleben: Schülerinnen zwischen 14 und 18 Jahren können sich anmelden.
Um Bildung in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – kurz MINT – über alle Lebensphasen hinweg zu fördern, engagiert sich das Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit gemeinsam mit weiteren Organisationen als Mitglied des neugegründeten Nationalen MINT-Forums. Das Nationale MINT-Forum hat sich zum Ziel gesetzt, gemeinsam eine deutliche Verbesserung und Aufwertung der MINT-Bildung in Deutschland zu erreichen. Dabei soll es auch Ansprechpartner für die Politik werden.
Call for Papers: Feminism, Science & Materialism conference
Graduate Center, City University of New York
February 14-15, 2013
Keynote Speaker: Karen Barad
In the past decade, feminist theory has elaborated new materialist perspectives to re-imagine nature, biology, and matter more generally and to critically address new developments in biology, physics, neuroscience and other scientific disciplines. This scholarship revisits the relationship between human corporeality and subjectivity, questions and redefines the boundaries of human and non-human and nature and culture, and elaborates on their mutual entanglements. New feminist theories address materialization as a complex and open process and matter as lively and productive.
This conference, organized jointly by the Center for the Study of Women and Society and the Committee on Interdisciplinary Science Studies at the Graduate Center, will engage with feminist perspectives on the onto-epistemological questions raised by the materialist turn. We invite papers from various disciplines that address a wide range of issues, including, but not limited to:
Space for paper presentations is limited. To apply, please send an extended abstract of 1000 words and a short bio to [email protected] by November 1, 2012.
NeuroCultures - NeuroGenderings II
13-15 September 2012
University of Vienna
[neurocultures2012.univie.ac.at] E
[email protected]
Werkstattgespräch: “Quote für mehr Aufsichtsräte - und was noch?” Gemeinsam streiten für mehr Gleichstellung!
Datum: 25. Oktober 2012
Zeit: 17-21 Uhr
Ort: HWR Berlin, Campus Schöneberg, Badensche Str. 50-51, Haus B
Raum: B 1.01
Veranstalter: Harriet Taylor Mill-Institut der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin
Programm:
Begrüßung
Prof. Dr. Friederike Maier
Vizepräsidentin der HWR Berlin
Einführungskommentar
“Für die Vielseitigkeit des Einstellungsdiskurses - ein Plädoyer”
Prof.Dr.Sabine Berghahn, Universität Münster und
Sandra Lewalter, Harriet Taylor Mill Institut
Es diskutieren:
Monika Schulz-Strelow
Präsidentin von “Frauen in die Aufsichtsräte” (FIDAR e.V.)
Elke Ferner
Stellvertretende der SPD Bundestagsfraktion, Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF)
Helga Hentschel
Leiterin der Abteilung Frauen und Gleichstellung, Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen, Berlin
Dr. Sigrid Betzelt
Professur für Sozialwissenschaften, HWR Berlin
Moderator:
Ulrike Helwerth
Deutscher Frauenrat
Weitere Informationen finden Sie hier:
Werkstattgespräch: “Quote für Aufsichtsräte - und was noch?”
Vom Rechtskomitee Lambda erreicht uns folgender Hinweis: Die Große Kammer des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte wird am 3. Oktober 2012 im Fall X u.a. gegen Österreich eine mündliche Verhandlung abhalten.
Dieser Fall betrifft die Beschwerde von zwei Frauen, die miteinander seit vielen Jahren in einer homosexuellen Beziehung leben, gegen die Verweigerung der Adoption des leiblichen Kindes der einen Partnerin durch die andere (Stiefkindadoption). Nach der österreichischen Rechtslage ist eine Stiefkindadoption in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften - anders als in (auch unverheirateten) verschiedengeschlechtlichen - nur mit der Konsequenz möglich, dass die Partnerin (der Partner) ihre (seine) elterlichen Rechte verliert.
Die kleine Kammer (7 RichterInnen) hat bereits am 01.12.2011 in diesem Fall eine mündliche Verhandlung abgehalten und dann den Fall wegen seiner überragenden Bedeutung für ganz Europa an die Große Kammer (17 RichterInnen) abgetreten. Die Große Kammer des Menschenrechtsgerichthofs ist die allerhöchste gerichtliche Instanz des Kontinents in Menschenrechtsfragen. Am Menschenrechtsgerichtshof sind zur Zeit an die 150.000 Fälle anhängig. Die Große Kammer beschäftigt sich mit gerade einmal 19 davon. Die Beschwerdeführer (die beiden Frauen und der Sohn) werden von RKL-Präsident Dr. Helmut Graupner vertreten.
Die Presseaussendung des Gerichtshofs und das Video der beiden mündlichen Verhandlungen stehen auf der Webseite des Gerichtshofs zur Verfügung http://www.echr.coe.int/ECHR/Homepage_En/
Links: http://www.rklambda.at/
[www.echr.coe.int]
[hudoc.echr.coe.int]
„In Deutschland kommt jedes dritte Kind durch einen Kaiserschnitt auf die Welt. – Es ist höchste Zeit, die Kaiserschnittrate zu senken.“ Mit dieser Aussage hat der Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft (AKF e.V.) eine bundesweite Kampagne zur Senkung der Kaiserschnittrate in Deutschland eingeleitet.
In Deutschland sind im Jahr 2010 31,9 % der Kinder durch einen Kaiserschnitt zur Welt gekommen. Regionale Schwankungen liegen zwischen 15 % und 36,6 % und sind medizinisch nicht erklärbar. 1991 lag die Rate noch unter 15 %. Diese Entwicklung ist weltweit zu beobachten. Eine übliche Argumentation, der Anstieg der Kaiserschnittrate liege am höheren Alter der Gebärenden und höheren Gewicht der Kinder, ist nicht haltbar. Dies zeigen u.a. die unterschiedlichen Kaiserschnittraten der einzelnen Bundesländer.
Unzweifelhaft ist der Kaiserschnitt eine lebensrettende Option aus mütterlicher oder kindlicher Indikation. Moderne Operations-, Anästhesie- und Therapieverfahren haben dazu geführt, dass Frauen auch bei Regelwidrigkeiten sicher entbunden werden können und erheblich weniger Einschränkungen hinnehmen müssen als früher. Was in Notfallsituationen wertvoll ist, darf jedoch nicht zur Routine werden, sonst verkehren sich Vorteile in Nachteile und ein rettender Eingriff wird zur riskanten Operation.
Der AKF hat darauf hingewiesen, dass zu viele Kaiserschnitte ohne eine medizinische Indikation durchgeführt werden. Sie werden aus strukturellen (es stehen z. B. nicht genügend Hebammen zur Verfügung), organisatorischen (ausgerichtet auf die Klinikorganisation) oder ökonomischen (der Kaiserschnitt wird höher vergütet als eine Vaginalgeburt) Gründen vorgenommen. Ein Kaiserschnitt ohne medizinische Indikation ist keineswegs – wie häufig argumentiert wird – sicherer für Mutter und Kind als eine Vaginalgeburt. Er ist eine mit Risiken verbundene Bauchoperation.
In den vergangenen Jahren haben zahlreiche Untersuchungen mögliche kurz- und langfristige negative Folgen eines Kaiserschnitts herausgestellt. Diese können sich auf Körper und Psyche der Frau und des Kindes und auf die Mutter-Kind Beziehung beziehen (vgl. Aufruf des AKF, der hier unterzeichnet werden kann). Es macht einen Unterschied, ob die Geburt ein aktiver Prozess von Mutter und Kind oder ein passiver Prozess des sich Entbinden-Lassens ist, der mit einer Verletzung des Frauenkörpers einhergeht. Möglichst viele Frauen sollten die Option haben, die Geburt als einen kraftvollen und schöpferischen Akt zu erleben.
Auch aus Sicht der WHO ist die Häufigkeit, mit der derzeitig Kaiserschnitte durchgeführt werden, medizinisch und ethisch nicht gerechtfertigt. Die WHO geht von einer Kaiserschnittrate von 15 % aus. Sie fordert, die Anzahl von Kaiserschnitten zu begrenzen, und kritisiert die verharmlosende Darstellung von Kaiserschnitten ohne medizinische Indikation. Sie fordert zur Senkung der Kaiserschnittrate u.a.
– die Entwicklung von evidenzbasierten Leitlinien für Kaiserschnittentbindungen,
– die Evaluierung geburtshilflicher Maßnahmen (z.B. Geburtseinleitungen),
– die vorliegenden Empfehlungen zur Betreuung bei normaler Geburt umzusetzen, d.h. zum Beispiel eine 1:1-Betreuung (Begleitung des gesamten Geburtsprozesses durch eine Hebamme) für alle Gebärenden und
– die generelle Veröffentlichung der Kaiserschnittraten von Kliniken.
In dem Aufruf des AKF werden diese Forderungen ergänzt und auf die Situation in Deutschland bezogen. So wird zusätzlich u.a. angemahnt: eine verbesserte Zusammenarbeit von Hebammen und ÄrztInnen ambulant und stationär, die Aufnahme eines Schwerpunktes „natürliche Geburt“ ins Studium und in die Facharztweiterbildung sowie die Festlegung einer Anzahl zu beobachtender physiologischer Geburten, die Erarbeitung von Konzepten, die Anreize schaffen, Kliniken zu einer Veränderung der bestehenden Praxis zu bewegen und die flächendeckende Einrichtung von Hebammenkreißsälen, da dort die Kaiserschnittraten niedriger sind. Frauen müssen bereits während der Schwangerschaft unabhängig und umfassend über Risiken und Chancen der verschiedenen Geburtsoptionen informiert werden, damit sie eine informierte und selbstbestimmte Entscheidung darüber treffen können, wie sie ihr Kind zur Welt bringen möchten.
Der AKF greift mit seiner Kampagne ein Problem und eine Praxis auf, die veränderbar sind. Im Vordergrund stehen dabei das Recht auf Selbstbestimmung und die körperliche und psychische Unversehrtheit der Frauen und ihrer (ungeborenen) Kinder. Dem Aufruf werden weitere Maßnahmen folgen. Unter Anderem wird ein Katalog mit konkreten Vorstellungen, die zu einer Senkung der Kaiserschnittrate führen, erstellt werden. Dazu werden ExpertInnen, die vor Ort arbeiten, befragt.
Auf der Grundlage der Befragungsergebnisse, der WHO-Forderungen und der Vorschläge des AKF fordert der AKF die Verbände der gesundheitlichen Selbstverwaltung (Berufsverbände, Ärztekammern, Psychotherapeutenkammern, usw.) auf, gemeinsam mit den Organisationen der Frauengesundheit eine gesellschaftliche Debatte über das Thema Geburt und Kaiserschnitt herbeizuführen, dabei die Hintergründe für die ständig steigende Kaiserschnittrate in den Blick zu nehmen und Maßnahmen zur Senkung der Kaiserschnittrate zu ergreifen.
Zu Büchern hatte Barbara Gittings ein besonderes Verhältnis. Sie waren die erste und lange Zeit einzige Quelle, aus der sie etwas über sich und ihre Gefühle erfahren konnte. Dazu musste sie freilich in medizinischen und psychologischen Werken unter Stichworten wie "Perversion", "sexuelle Verirrungen" und dergleichen mehr nachschlagen. Neben Krankheitsbeschreibungen fanden sich sonderbare Verallgemeinerungen wie, dass Homosexuelle nicht pfeifen könnten oder als Lieblingsfarbe grün hätten. Die meisten Quellen konzentrierten sich außerdem auf schwule Männer. "Ich dachte, dass das nicht über mich sei. Da gab es nichts über Liebe und Glück. Ich dachte, dass es Besseres geben muss," sagte Giddings später. Den Büchern und Bibliotheken blieb Giddings treu. Sie wurde Mitglied der Lesben- und Schwulengruppe in der American Librarian Association und war jahrelang deren Koordinatorin.
Barbara Gittings starb im Februar 2007 an Brustkrebs. Wenige Monate zuvor hatten sie und ihre Partnerin Kay Tobin Lahusen ihre letzte LGBT-aktivistische Tat gesetzt: nachdem sie in ein Pensionistenheim gezogen waren, outeten sie sich gemeinsam in der Mailingliste. Die Einweihungsfeier des "Barbara Gittings Way" ind Philadelphia, wo Gittings und ihre Partnerin viele Jahre lang gelebt hatten, fand am 1. Oktober statt und war damit gleichzeitig das Kick-off-Event des Gay History Month.
Links: [joemygod.blogspot.tw]
[www.equalityforum.com]
[www.l-talk.de]
[thepinkelephant.ca]
[www.nytimes.com]
[www.delawarestonewall.org]
[en.wikipedia.org]
[de.wikipedia.org]
[www.youtube.com]
Einladung
Hochinklusiv!
Zusammenhalt einer vielfältigen Gesellschaft
Tagung
Datum: Samstag, 20. Oktober 2012, 10.30 – 18.00 Uhr
Ort: Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstraße 8, 10117 Berlin
Eine Veranstaltung in Kooperation mit:
Charta der Vielfalt, DeutschPlus, Ein Quadratkilometer Bildung
Berlin-Neukölln,
Gangway e.V. – Straßensozialarbeit in Berlin, GEGENBLENDE – Das
gewerkschaftliche
Debattenmagazin des DGB, Initiative Möckernkiez,
Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland e.V.
Programm und Anmeldung unter www.boell.de/hochinklusiv
Mit u.a.:
Frank Bsirske - Vorsitzender der Gewerkschaft ver.di
Prof. Dr. Heinz Bude - Universität Kassel,
Farhad Dilmaghani – Staatssekretär für Arbeit und Integration,
Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen, Berlin (angefr.)
Judy Gummich – Deutsches Institut für Menschenrechte
Dr. Sibyll Klotz - Stadträtin für Gesundheit, Soziales und
Stadtentwicklung in Berlin Tempelhof/Schöneberg
Prof. Dr. Karen Schönwälder - Max-Planck-Institut
Christina Ramb – Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände
Prof. Dr. em. Helmut Wiesenthal, Grüne Akademie der
Heinrich-Böll-Stiftung
Unsere Gesellschaft steht unter Druck. Die Menschen in unserem
Land driften mit ihren sozialen Chancen und Zukunftsaussichten
immer weiter auseinander. Was kann man gegen diese
Ungerechtigkeiten und Unsicherheiten tun? Was muss geändert
werden, damit das Leben in unserem Land für alle besser wird?
Die Antwort ist: Inklusion
Inklusion bedeutet, dass jeder Mensch so angenommen wird, wie er
ist. Und dass jeder Mensch überall dabei sein und mitmachen kann.
Inklusion und Demokratie passen gut zueinander, denn sie haben die
gleichen Ziele:
- Alle Menschen sollen bei der Politik mitmachen können.
- Es soll soziale Gerechtigkeit geben. Das heißt: Alle Menschen sollen
die gleichen Chancen und Möglichkeiten für ihr Leben haben,
niemand soll benachteiligt werden.
Bis es in Deutschland so weit ist, müssen noch viele Hindernisse
abgebaut werden: In der Politik, in den Unternehmen, in Ämtern und
Behörden, in unseren Köpfen. Wichtig ist außerdem, dass der
Zusammenhalt in unserer Gesellschaft gestärkt wird.
Die Heinrich-Böll-Stiftung und ihre Landesstiftungen setzen sich für
Inklusion ein und entwickeln inklusive Politik weiter. Bei der Tagung
«hochinklusiv! Zusammenhalt einer vielfältigen Gesellschaft » werden
wir über Chancen und Grenzen von Inklusion diskutieren.
Fachkontakt und Information:
Mekonnen Mesghena, Referent Migration & Diversity, Heinrich-Böll-Stiftung
E [email protected]
www.boell.de/hochinklusiv
Stellenausschreibung
Mitarbeiter_in in der psychosozialen Beratung an der HTW-Berlin
Hier geht es zu Ausschreibung: KNr_31_12_Psych._ ZHV III-2 (PDF-Download)
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,
im Auftrag von Prof. Dr. Barbara Rendtorff, Prof. Dr. Birgit Riegraf und Dr. Claudia Mahs möchte ich Sie an unsere Tagung “40 Jahre feministische Debatten“ am 2. und 3. November 2012 an der Universität Paderborn (Gebäude O, Hörsaal 0.207) erinnern. Das Plakat sowie der aktualisierte Flyer mit dem Programm für die Tagung finden Sie hier:
Nähere Informationen zur Veranstaltung finden Sie auf unserer Website unter:
www.upb.de/feministische-debatten
Anmeldungen können noch per Email an die Tagungsadresse des Zentrums für Geschlechterstudien / Gender Studies der Universität Paderborn (tagunggender[at]googlemail.com) vorgenommen werden.
Wir würden uns sehr freuen, wenn wir Sie auf unserer Veranstaltung begrüßen dürften und Sie auch ihre KollegInnen auf die Veranstaltung aufmerksam machen würden.
Mit freundlichen Grüßen,
Lydia Jenderek
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
Zentrum für Geschlechterstudien / Gender Studies
Universität Paderborn
Warburger Str.100
33098 Paderborn
Raum: C4.326
Telefon: 05251/60-2730
Ämne: Vacant positions at Centre for Women’s and Gender Research (SKOK), University of Bergen
At the Centre for Women’s and Gender Research (SKOK), University of Bergen, there are three vacant positions:
Postdoctoral fellowship position in humanistic gender research : [www.jobbnorge.no]
PhD Research Fellowship in Masculinity Research: [www.jobbnorge.no]
PhD Fellowship in Humanistic Gender Research: [www.jobbnorge.no]
Please distribute among your networks. Thank you!
"Die Gemeinschaftsoffensive Zukunft durch Innovation.NRW, kurz zdi, ist eine echte Erfolgsgeschichte. Insgesamt 35 regionale zdi-Zentren, 22 zdi-Schülerlabore an Hochschulen und viele weitere Einrichtungen arbeiten gemeinsam daran, bei jungen Menschen Begeisterung für MINT-Berufe und MINT-Studiengänge zu wecken“, erläuterte Wissenschaftsministerin Svenja Schulze auf dem zdi-Forum 2012 in Köln.
| Malu Dreyer (links) beim FES-Frauenforum 2010 |
Die Mädchenmannschaft nimmt sich für diese Woche eine Auszeit. Wir wissen, dass Feminismus nie eine Pause macht, deshalb haben wir uns gedacht, dass unsere Auszeit nicht eure Auszeit sein muss. Und tadaaaa: Hier ist die Selbermach-Woche für eure Links, Diskussionen, Ärgernisse und Freuden diese Woche. Es ist euer Raum, aber moderieren werden wir trotzdem weiter :)
Wir werden intern erste Ideen für die Zukunft besprechen und dann im Laufe der Zeit erste Ergebnisse präsentieren. Seid gespannt und bleibt diskussionstark! Wir freuen uns auf eure Hinweise zu interessanten Texten, Veranstaltungen oder Initiativen.
Liebe Grüße,
die Mädchenmannschaft
Immer nur schimpfen ist auf Dauer auch irgendwie öde! Beim diesjährigen 3. Barcamp Frauen am Samstag, dem 6.Oktober in Berlin könnt ihr stattdessen diskutieren, euch (kreativ-konstruktiv) aufregen, untereinander austauschen, Überlegungen anstellen, wie sich Probleme angehen lassen oder auch einfach nur zuhören, wie die anderen diskutieren, sich aufregen und austauschen.
Unter dem Motto “Bloß keine Hemmungen!” lädt das Barcamp Frauen euch ein, mit anderen Menschen ins Gespräch zu kommen. Egal ob über Quotenfrauen, Hausmänner, Mutterliebe, Feministinnen mit Kopftuch oder Wikipedia, es darf über alles diskutiert, geredet oder sich gewundert werden. Wer weniger diskutieren und mehr handwerklich aktiv werden möchte, kann sich beim Vulva Cupcakes Backen mit dem netten Barcamp-Team vergnügen!
Eigene Themenvorschläge für Workshops, Vorträge und Sessions sind ebenfalls willkommen und sorgen dafür, dass das ganze Programm schön abwechslungsreich wird. Auf der Barcamp-Seite könnt ihr euch für die kostenlose Veranstaltung anmelden und unter Wiki das Programm mitbestimmen. Spontane, EntscheidungsverzögerInnen und LangschläferInnen dürfen aber auch ohne Anmeldung vorbeischauen. Willkommen sind alle, egal ob Frau, Mann oder Tod-den-Kategorien-VerfechterIn.
Wo & Wann
Samstag, 6. Oktober 2012, 11-18 Uhr
Kalkscheune, Johannisstraße 2
10117 Berlin
Mehr Infos zu der Veranstaltung findet ihr auf der Website.
Die Forschung und Praxis zur gendergerechten Lehre hat gezeigt, dass entsprechende Konzepte für eine gender- und diversitygerechte Lehre der Vielfalt der Hochschultypen, Fachkulturen und neuen Lehr-Lernformen wie etwa dem E-Learning, Rechnung tragen müssen. Wie das gelingen kann, zeigt die dritte Tagung des bundesweiten Netzwerks „Genderkompetenz in Studium und Lehre". Die Tagung findet am Donnerstag, den 31.01.2013 von 10:00 bis 18:00 Uhr in Duisburg statt.
Hong Kong hat bereits Gesetze, die die Diskriminierung aufgrund des Geschlechts, von Behinderungen, der Rasse und des Alters verbieten. Der Liste auch die sexuelle Orientierung hinzuzufügen, ist wegen des konservativen Widerstands in Stadtparlament schwierig, gibt Chan zu. Aber "wenn ich nicht für meine Rechte kämpfen kann, wie soll ich dann für die Rechte der Unterdrückten kämpfen?" fügte der Abgeordnete der pekingkritischen People Power Party hinzu.
Seit seinem öffentlichen Coming-out nach der Wahl hat der frühere DJ und Fernsehmoderator Chan nur positive Reaktionen erlebt, sagte er. Die lesbisch-schwule Community der Stadt setzt große Hoffnungen in ihn. In (der damals noch britischen Kron-Kolonie) Hong Kong wurden homosexuelle Kontakte erst 1991 dekriminalisiert. Trotz des internationalen und modernen Flairs der sieben Millionen Einwohner_innen zählenden Stadt ist das Klima konservativ. In einer von der britischen Barclays Bank gesponserten Umfrage von Mai 2012 sagten 85 Prozent der befragten Schwulen und Lesben, dass sie am Arbeitsplatz Diskriminierung und negative Auswirkungen erleben würden. Quelle: AFP vom 16. September 2012
[1] Beijing hat freie, allgemeine Wahlen des Chief Executive für 2017 und des Legislativrats für 2020 angekündigt. Derzeit wird der CE von einem Wahlmännerkollegium ernannt. Von den 70 Abgeordneten des Legislativrats wurde knapp die Hälfte von der Bevölkerung gewählt.
Links: http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5j3y8Jd_3mogtoY6yHcVLDiS5CVrg?docId=CNG.2f33216c91e2b2f78d61daaf9553c697.2f1
[www.ontopmag.com]
[www.queerty.com]
[www.youtube.com] (Französisch)
[www.youtube.com] (Englisch)
[www.queer.de]
[de.wikipedia.org]
[en.wikipedia.org]
Karsten und seine Ex-Frau waren jung, als sie ein Paar wurden. Er (23) arbeitete im Außendienst, sie (19) steckte mitten in der Ausbildung. Als die Ehe zerbrach, entbrannte ein erbitterter Streit um die damals sieben-jährige Tochter Franziska. In erster Instanz wurde das Sorgerecht der Mutter zugesprochen. Dann zog ihr Vater erneut vor Gericht. Dieses Mal mit mehr Erfolg: Das Gericht entschied, dass Franziska künftig bei ihrem Vater leben sollte. Ein Jahr später, es war 2007, tauchte die Mutter unter - und nahm Tochter Franziska mit.
Die Polizei wurde eingeschaltet, suchte aber erfolglos nach Mutter und Tochter. Für Vater Karsten begann eine nervenaufreibende Zeit des ständigen Bangens und Hoffens. Er schaltete private Ermittler ein, um nach Franziska zu suchen. Irgendwann fanden diese sogar ein Mädchen, was seiner Tochter täuschend ähnlich sieht. Davon war Karsten jedenfalls überzeugt, auch wenn das Video, das die Fahnder aufgenommen hatten, verwackelt und unscharf ist. Bei der Gegenüberstellung musste Karsten dann feststellen, dass die Spur in die falsche Richtung geführt hatte - und die Suche begann erneut.
Die „37 Grad”-Autorinnen Britta Marks und Bea Schallenberg hatten früh von der leidvollen Suche des Vaters nach seiner Tochter erfahren und konnten so die Suche mit der Kamera dokumentieren und weiterverfolgen.
Nach aufwändigen und langen Recherchen gelang es tatsächlich, die untergetauchte Mutter und ihre Tochter ausfindig zu machen - mit einem überraschenden Ergebnis. Dieser Film beschreibt die investigative Suche nach einem vermissten Kind - eine traurige Familiengeschichte mitten in Deutschland.
Sendetermin: Dienstag, 2. Oktober 2012, von 22:15 bis 22:45 Uhr, Wiederholung am Mittwoch, 3. Oktober 2012, um 3:35 Uhr.
Aus
Anlass der "DGKJ
2012"-Proteste in Hamburg wurde auf der AG Queerstudies-Homepage nun der
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Podcast dieses gelungenen Vortrags von Anfang Jahr
freigeschaltet.
Allen Beteiligten ein herzliches Dankeschön!
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Offener Brief an Hamburger Universitätskinderkliniken UKE und AKK
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"Aufarbeitung tut not!" Klitorisamputationen u.a. "Genitalkorrekturen" an
Kindern
Im PAPAladen qualmen wieder die Reifen. In der 2. Berliner Herbstferienwoche vom 8. bis zum 14.Oktober 2012 findet der inzwischen „5. Große Preis vom Prenzlauer Berg“ unter dem Motto die „total verrückte Rennwoche“ statt. Auf einer 27 Meter langen vierspurigen Carrera-Rennstrecke wird auch dieses Jahr wieder Gas und Gummi gegeben. Im den letzten Jahren waren hunderte Zuschauer und Rennfahrer begeistert von dem Spektakel. Einen achtminütigen Film über das Event gibt es auf YouTube zu sehen.
Das „freie Training“ findet im „Papaladen“ des Väterzentrums vom 8.10. bis 12.10. täglich von 11 bis 18 Uhr statt. Am 13. und 14. Oktober von 13 bis 19 Uhr heißt es dann: Finale um den „großen Preis vom Prenzlauer Berg“. Für die Renntage empfehlen die Veranstalter dringend zur Anmeldung, da das Teilnehmerfeld begrenzt sein wird. Das Startgeld beträgt fünf Euro pro Erwachsenen-Kind-Team. Gefahren wird jeweils in Zweier-Teams, die aus Vater/ Mutter und einem Kind bestehen.
Großzügig gesponsert wird die Veranstaltung von Stadlbauer - Carrera. So gibt es an jedem Renntag eine komplette Carrera-Rennbahn zu gewinnen!
ein ganzer blog ist einfach verloren gegangen, so aufgeregt war die regisseurin, wegen all dem premierenzeug, dass sie vergaß publish zu drücken. in der zwischenzeit ist viel passiert. das kapital der tränen ist rausgeploppt auf die bühne und schwupps wird es auch schon mit lorbeeren überschüttet. eine lorbeere heisst friedrich luft preis nominierung. die ist besonders unglaublich. aber warum soll frau sich nicht freuen dürfen. kommt vorbei leute, die ihr das lest. wir spielen noch bis mittwoch. und die gastblogzeit geht morgen zu ende. es ist die vorletzte möglichkeit es euch zu sagen.heul…