Genderplanet http://www.genderwiki.de/genderplanet/ Genderplanet Gregarius 0.6.1 en Maedchenmannschaft: Jungen und Schule http://maedchenmannschaft.net/jungen-und-schule/ Thu, 12 Feb 2009 15:07:48 +0100 http://maedchenmannschaft.net/jungen-und-schule/ Katrin Meine Meinung

Eine neue Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) sorgt für Wirbel: Männliche Lehrkräfte benachteiligen Jungen in der Schule genauso, wie weibliche - manche sogar mehr als diese. Das widerspricht eklatant dem Weltbild, mit dem Kinderpsychologe Wolfgang Bergmann seit einigen Jahren hausieren geht.

Die Süddeutsche Zeitung berichtet über die KFN-Studie:

“”Mehr Männer in die Grundschulen zu holen, wird nichts helfen”, warnt dagegen Christian Pfeiffer. [KFN-Leiter / Anm. der Autorin] Nach seinen Ergebnissen müsse man sogar befürchten, dass dann das Bildungssystem noch mehr Ungerechtigkeiten für Jungen produziere. Pfeiffer hält es für notwendig, dass alle Pädagogen, egal welchen Geschlechts, mehr Sensibilität für Jungen entwickeln und stärker auf sie zugehen. Offenbar würden Jungen von Frauen wie Männern vernachlässigt: in der Annahme, sie hätten als das “starke” und lange dominierende Geschlecht keine besondere Aufmerksamkeit nötig und würden sich schon durchsetzen.”

Es ist seit gut zehn Jahren auf dem Tableau der wissenschaftlichen Erkenntnisse angekommen, dass Jungen in der Schule schlechter sind, als Mädchen. Seitdem ereigneten sich eine Menge Panik-Artikel und unterirdische Berichterstattungen. Nicht selten mit dem Ziel, das weibliche Personal der Schulen einseitig für diese Tatsachen verantwortlich zu machen. Die “harten Jungs” kämen mit den “weichen Lehrerinnen” und deren Pädagogik halt nicht zurecht, so propagierte auch Bergmann stets und stetig. Die Feminisierung der Schulen hielt als Erklärung für die Ursache allen Übels her.

Kritische Stimmen gingen in diesem Paniksumpf völlig unter, wenn sie anmerkten: Dass Jungen schlechter in der Schule seien als Mädchen, sei kein neues, sondern nur ein neu aufgebauschtes Phänomen, das es aber schon seit den Sechzigern gibt - nämlich seit Mädchen tatsächlich genauso selbstverständlich die Schule besuchen, wie Jungen und nicht mehr strikt von ihnen getrennt werden.

Feminisierung des Lehrerberufes, zu wenig „männliche Härte“ in den Schulen, (aktive) Benachteiligung von Jungen durch weibliche Lehrkräfte – der Empörungssturm war enorm. Viel mühsame Arbeit wurde durch VertreterInnen aus Wissenschaft und Forschung investiert, um in Büchern wie „Jungen – die neuen Verlierer“* oder auch in „Doing Gender im heutigen Schulalltag“** eine differenzierte Betrachtung dieses Phänomens „Schwache Jungen“ zu ermöglichen***. Mit der KFN-Studie könnte ein weiterer Schritt für einen sachlicheren und wirklich lösungsorientierten Dialog geschafft worden sein.

Literatur:

* Schmauch,Ulrike/Rose, Lotte (Hg.): „Jungen - die neuen Verlierer? : auf den Spuren eines öffentlichen Stimmungswechsels“- Königstein/Taunus: Helmer, 2005.

** Faulstich-Wieland, Hannelore: „Doing Gender im heutigen Schulalltag – empirische Studien zur sozialen Konstruktion von Geschlecht in schulischen Interaktionen“; Weinheim 2004

*** Siehe hierzu: Tagungsbericht zur Veranstaltung “Jungen: Die starken Schwachen?” der Heinrich-Böll-Stiftung, 2008

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Maedchenmannschaft: Die Trümmerfrauen der Finanzkrise http://maedchenmannschaft.net/die-trummerfrauen-der-finanzkrise/ Thu, 12 Feb 2009 15:02:59 +0100 http://maedchenmannschaft.net/die-trummerfrauen-der-finanzkrise/ Susanne Laut Financial Times Deutschland sind Frauen die Gewinner der Krise. Weil sie die besseren Finanzexperten seien, kämen sie nun als Trümmerfrauen in die Schaltstellen der Wirtschaft:

(…) Nicht nur, weil Frauen ihrem Gegenüber zuhörten, statt ihm Zahlenkolonnen und Besserwissereien um die Ohren zu hauen. Der Umgang mit Geld sei ein ganz anderer: “Frauen wollen mit Geld die Welt positiv gestalten und sehen seinen Wert weniger als Statussymbol”, sagt Kazemieh. An den Börsen agierten sie gelassener: “Sie haben ein viel besseres Gespür für Risiko.”

Dieses Gespür ist gefragt. Konzepte wie “Financial Wellness”, ein wohldosiertes Risiko, mit dem es sich noch gut schlafen lässt, nicht mehr nur höchstmögliche Rendite. Das passt in die Zeit.

(…)

Jetzt, wo die Finanzwelt in Trümmern liegt, geht es um Krisenmanagement. “Und da”, sagt Schulz-Strelow, “sollten Frauen eine wichtige Rolle spielen”. Wo harte Reformen bevorstehen, sei weibliches Führungspersonal eine gute Wahl. “Sie müssen die Verunsicherung rausnehmen und wieder Akzeptanz herstellen.” Dafür bräuchte es neben Fachwissen auch Sensibilität und Motivationskünste - über beides verfügten Frauen überdurchschnittlich.

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i heart digital life: Achtlinge http://www.iheartdigitallife.de/achtlinge/ Thu, 12 Feb 2009 14:34:12 +0100 http://www.iheartdigitallife.de/achtlinge/ ihdl Die Kaliforniern Nadya Suleman hat mit Hilfe künstlicher Befruchtung Achtlinge zur Welt gebracht. Sechs Kinder hatte sie schon. Die jetzt 14-fache Mutter ist unverheiratet, ohne Job und befindet sich im Privatkonkurs. Ihre Mutter gibt zu Protokoll: “The truth is, Nadya’s not capable of raising 14 children.”

Die Sensationsgeburt hatte in den USA zunächst Begeisterung ausgelöst. Als jedoch bekannt wurde, dass die allein stehende Mutter bereits sechs kleine Kinder hatte, schlug der Jubel in Empörung um. (dieStandard)

In geregelten Verhältnissen, also mit Ehemann und ausreichender finanzieller Ausstattung, wäre die Geburt der Achtlinge als wunderbare Erfolgsgeschichte der modernen Medizin gefeiert worden. In Nadya Sulemans Fall ist die Empörung groß und die Medien stürzen sich auf die Geschichte. Frau Suleman, die übrigens Angelina Jolie nicht unähnlich sieht, wird als eine von Kindern besessene und verantwortungslose Person dargestellt, und ihren Ärzten wird vorgeworfen, die Behandlung durchgezogen zu haben.

Das Selbstbestimmungsrecht der Frau über ihren eigenen Körper ist ein zentraler feministischer Wert. Dieses Recht wird immer wieder im Namen von Moral, Nation, “Rasse” oder Gesellschaft eingeschränkt. Abtreibungsverbote, Zwangssterilisierungen und der Ausschluss von nicht-heterosexuell lebenden oder alleinstehender Frauen von Reproduktionstechnolgien sind die Folge. In den USA wird diskutiert, ob Apotheker das Recht haben, aus Glaubensgründen keine Verhütungsmittel und die Pille danach verkaufen zu müssen. In kleineren Gemeinden könnte das zur Folge haben, dass diese Produkte vor Ort nicht mehr zugänglich sind. Vor diesem Hintergrund wundert es mich zunächst nicht, dass Feministinnen sich auf die Seite Nadya Sulemans schlagen:

I’ve been on the side of Nadya Suleman ever since the story broke that the octoplet-baring woman was single, jobless, and already had 6 kids to take care of. Yes, it is irresponsible for her to have so many children that she can’t provide for. Yes, it may have been irresponsible of the Fertility Doc to implant 6 embryos. But I don’t like the idea of a fertility doctor making decisions about how many babies a woman should have — no matter what her circumstances. (Bust Blog)

Ich finde diese Position zwar nachvollziehbar, aber gleichzeitig stört mich der Hyper-Individualismus. Während die Entscheidung über den eigenen Körper letztlich Sache des Individuums ist, stelle ich es mir merkwürdig vor, wenn Ärzte und Ärztinnen vor einem individuellen Recht auf Privatheit und eigene Entscheidungen nichts mehr sagen können, was über die medizinischen Aspekte hinausgehen könnte. Das dazugehörige Konzept von Gesellschaft als Ansammlung autonomer Subjekte, deren Verbindungen vor allem aus ökonomischen Tauschbeziehungen bestehen, behagt mir nicht.

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Zwischengeschlecht.info: "Transsgender und Intersexuelle sind insofern veschieden von schwulen, lesbischen und bisexuellen Gemeinschaften, dass T und I gewöhnlich medizinische Eingriffe benötigen ..." http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2009/02/12/Transsgender-und-Intersexuelle-sind-insofern-veschieden-von-schwulen-lesbischen-und-bisexuellen-Gemeinschaften-dass-T-und-I-gewohnlich-medizinische-Eingriffe-benotigen Thu, 12 Feb 2009 14:33:00 +0100 http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2009/02/12/Transsgender-und-Intersexuelle-sind-insofern-veschieden-von-schwulen-lesbischen-und-bisexuellen-Gemeinschaften-dass-T-und-I-gewohnlich-medizinische-Eingriffe-benotigen seelenlos

Bei LGBT "mitgemeint" und die Folgen a.k.a. trans = inter ??!! Teil 8'735'291'732 a.k.a. "neue Erkenntnisse" aus (ausgerechnet) Australien zum Thema "Der Sinn hinter der GLBTQI Buchstabensuppe" (englischer Original-Artikel auf starobserver.com.au):

"Transsgender und Intersexuelle sind insofern veschieden von schwulen, lesbischen und bisexuellen Gemeinschaften, dass T und I gewöhnlich medizinische Eingriffe benötigen, die wiederum eine Reihe von Türhütern erfordern, die Geschlechtsidentität entsprechend den medizinischen und juristischen Begriffen definieren", erklärte eine Sprecherin des Gender Zentrums.

Kommentar: Gegenseitige Solidarität wär ja ne feine Sache – Vereinnahmung hingegen stinkt ... Passt hervorragend auch zu den Bestrebungen auch in Deutschland, die Zwitter klammheimlich in die TSG-Reform a.k.a. "Transgendergesetz (TrGG)" zu integrieren (eins / zwei / drei)...

(Gefunden via Intersex-Feed)

Siehe auch:
- Australien erwägt 3. Geschlecht "Intersex" - für Transsexuelle und Transgender, nicht für Zwitter
- Dem OP-Tisch ist es egal, ob du Zwitter bist oder Trans - Dir wenn du draufgeschnallt wirst nicht!

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dieStandard.at: Aussagen über Homosexualität - Entschuldigung von Feldkircher Bischof http://dieStandard.at/?url=/?id=1234370668493 Thu, 12 Feb 2009 12:47:47 +0100 http://dieStandard.at/?url=/?id=1234370668493 dieStandard.at: Lesben und Schwule - Lesbische und schwule "Massenküsserei" http://dieStandard.at/?url=/?id=1234370663989 Thu, 12 Feb 2009 12:19:00 +0100 http://dieStandard.at/?url=/?id=1234370663989 dieStandard.at: Frauen und Religion - 281 stimmten für Bischöfinnen http://dieStandard.at/?url=/?id=1234370660089 Thu, 12 Feb 2009 11:47:00 +0100 http://dieStandard.at/?url=/?id=1234370660089 dieStandard.at: 81. Oscar-Verleihung - Kate Winslet oder Meryl Streep? http://dieStandard.at/?url=/?id=1234370652495 Thu, 12 Feb 2009 11:17:06 +0100 http://dieStandard.at/?url=/?id=1234370652495 dieStandard.at: Carla Sarkozy - "Mein Mann kann sich ja nicht um alles kümmern" http://dieStandard.at/?url=/?id=1234370647668 Thu, 12 Feb 2009 10:22:36 +0100 http://dieStandard.at/?url=/?id=1234370647668 Maedchenmannschaft: Konservative Frauen für Quoten? http://maedchenmannschaft.net/konservative-frauen-fur-quoten/ Thu, 12 Feb 2009 10:20:44 +0100 http://maedchenmannschaft.net/konservative-frauen-fur-quoten/ Susanne In der Süddeutschen Zeitung versteckte sich Anfang der Woche eine kleine, aber hochinteressante Meldung:

Frauen für Gleichstellung

Frauen aus CDU und CSU im Bundestag wollen erstmals einen Beschluss ihrer Fraktion zur Gleichstellungspolitik durchsetzen. Sie verlangen in einem Thesenpapier, dass mehr Frauen in die Vorstände und Aufsichtsräte von Unternehmen aufrücken. Außerdem sollen Firmen verpflichtet werden, ihren Frauenanteil in Führungspositionen zu veröffentlichen. Das Papier, das der Süddeutschen Zeitung vorliegt, wird in dieser Woche von den Mitgliedern der Unions-Arbeitsgruppe “Familie und Frauen” in die Fraktion eingebracht.

Mein erster Gedanke war ja zugegebenermaßen: Was ist denn mit denen los? Mein zweiter aber: Hoffentlich meinen die “mehr Frauen in die Vorstände und Aufsichtsräte” nicht wie ihre Kanzlerin nur appelativ, sondern als politisches Vorhaben, zu dem die Unternehmen verpflichtet werden. Sollte es so sein: Sehr gut, ich drücke ihnen die Daumen, dass sie damit durchkommen.

Denn die letzten Jahre haben ja bewiesen, dass konservative Politikerinnen leichter Gleichstellungsvorhaben umsetzen können als ihre Kolleginnen und Kollegen aus der SPD, bei den Grünen oder der Linken. Was bei Renate Schmidt noch als durchgeknallte, sozialistisch angehauchte Familienpolitik galt - nämlich mehr Kinderbetreuung, auch schon ab 0 Jahren - wurde bei Ursula von der Leyen nach einigem Widerstand doch hingenommen.

Eine Quote für Aufsichtsräte und das Offenlegen von Zahlen über den Frauenanteil im Management werden beispielsweise von den Grünen schon länger gefordert, gelten aber in der Regierung als radikale Forderungen, die von einer breiten Masse nicht unterstützt werden würden. Was wohl im Klartext heißt: Die Unternehmen, die die Große Koalition lieber nicht gegen sich aufbringen will, haben keinen Bock darauf, sich kritische Fragen wegen ihres Frauenanteils stellen zu lassen, geschweige denn vorschreiben zu lassen, wie viele Frauen in die obersten Etagen sollen. Kriegten die Grünen nun Unterstützung von konservativer Seite, könnte sich ja in Sachen Frauenanteil in den Führungsebenen wirklich etwas tun. Wie gesagt, ich drücke die Daumen.

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