Gender@Wiki:Projekte/2007/Magistravortragsreihe
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Der Gender@Wiki e.V. und die Genderbibliothek des ZtG laden zu neuen Magistraarbeitsvorträgen
11. Juli 2007 im Relais (Berlin-Mitte, Monbijoustr. 3)
Kerstin Piepenstock stellt um 18.00 Uhr folgende Arbeit vor:„Frauen als Täterinnen“ - Konzeptualisierung von Macht und Identitäten in einer feministischen Debatte um sexuellen Missbrauch
Sexueller Missbrauch wird im hegemonialen feministischen Diskurs als Form patriarchaler Gewalt interpretiert und es werden primär Männer als Täter identifiziert. Seit den 1990er Jahren steht zur Disposition, ob Frauen, die Kinder sexuell missbrauchen, einen zu vernachlässigenden „Einzelfall“ darstellen: „Frauen als Täterinnen“ rücken ins Zentrum einer feministischen Debatte. Welche Konzepte von Macht und gesellschaftlichen Machtverhältnissen werden in dieser Debatte entworfen? Wie werden die Kategorien „Frauen“ und „Täterinnen“ konzeptualisiert? Inwiefern werden Machtverhältnisse und Identitäten als interdependent gefasst? Diesen Fragen nähere ich mich aus einer diskursanalytischen Perspektive an und veranschauliche sie exemplarisch anhand sprachlicher Konstruktionsprozesse.
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23. Mai 2007 im Relais (Berlin-Mitte, Monbijoustr. 3)
Anne Kohl stellte folgende Arbeit vor:
Performativität – Geschlecht – Singstimme: Operngesang als performative Geschlechtskonstitution
"Judith Butler spricht davon, dass ‚der’ Körper unausweichlich in einen oder ihren Körper überführt wird, wir den Körper also überhaupt nur über seine geschlechtsspezifische Erscheinung kennen; daran anschließend ließe sich formulieren, dass wir ‚die’ Stimme stets als seine oder ihre Stimme wahrnehmen. Somit käme der Wahrnehmung eine konstitutive Rolle in der Hervorbringung der geschlechtsspezifischen Stimme zu, Geschlecht als Effekt performativer Handlungen anstatt als essentielles Datum verstehend. Entsprechend verstörend wirken diejenigen Körper bzw. Stimmen, die sich einer eindeutigen Zuordnung und Wahrnehmung entziehen. Auch die ‚männliche’ oder ‚weibliche’ Singstimme ist nicht als biologisch determinierte Größe zu verstehen, sondern als gemeinschaftliche Konstitutionsleistung von Akteur/innen und Rezipient/innen, von geschlechtsspezifischen En- und Decodierungen stimmlicher Klangcharakteristiken und Singstilen. Anhand ausgewählter Passagen aus den theoretischen Schriften der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sehr einflussreichen Gesangspädagogin Franziska Martienssen-Lohmann soll exemplarisch andiskutiert werden, wie bestimmte Charakteristiken der ausgebildeten Opernstimme geschlechtsspezifisch en- und decodiert werden."

