Neo - Individualliberalismus
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Neo - Individualliberalismus benennt ein aktuell hegemoniales Dispositiv (N.I.L.). Diese ideologische Formation stellt sich als paradoxe Re-Artikulation klassisch liberaler Autonomiekonzepte mit (post)modernen Kontingenzsystemen dar. Sinnstiftende Konsenskraft kommt der idealisierten Verknüpfung subjektiver Gestaltungsfreiheiten mit marktförmig selbstregulierenden Tauschsystemen zu. Regierungspolitiken legitimieren sich als rationale bis disziplinarische Sachverwaltung eines Ensembles zivilgesellschaftlich-ökonomischer Selbstentfaltungskräfte. Politik als Aushandlungsraum kollektiver Kräfteverhältnisse, die individuelle Freiheit mit sozial gerechter Partizipation und Anerkennung durch Gleichbehandlungspolitiken artikuliert, ist verschoben auf körperpolitische Exklusionsmechanismen: Aus einer weiß-westlichen, neo-individualliberalen Perspektive, die jegliche Einbettung in kollektive Wahrnehmungsmuster verleugnet, kann diese Reproduktion struktureller Diskriminierungen unsichtbar werden. Anhand eines lokalen Wahlplakates von Bündnis90/DieGrünen kann dieses Dispositiv konkretisiert werden. Die Verknüpfung mit den Phänomenen Queere Rassifizierung wie Queere Rassifizierungspolitiken - Beispielanalyse taz zeigt die globale Relevanz dieser Assemblage (vgl. Jasbir Puar ) von Wahrnehmungsmustern, Denk- und Handlungsweisen an.
Inhaltsverzeichnis |
Bildkörper
Bildkörpersinn
Visualisierungen sind als Abbilder kollektiver Wahrnehmungsmuster und dominanter Verhaltensweisen von zentraler Bedeutung für die Aushandlung soziopolitischer Kräfterelationen (Gopinath 2006). Sichtbarmachung und Benennung stellen machtvolle Praxen im Ringen um Partizipation und Anerkennung dar. Da Übersetzungen entlang der Serie Verhalten-Sehen-Sprechen-Sinn stets überdeterminiert sind, lässt sich eine vom hegemonialen Konsens abweichende Lesart schnell als subjektive Befindlichkeit betroffener Personen abtun. Ein sich solchermaßen als 'aufgeklärt' verstehender Dogmatismus des Undogmatischen verkennt jedoch den Sinn von Text und Bild für das Politische als Aushandlungsraum, in dem um Grenzen und Möglichkeiten des Zusammenlebens aus antagonistischen Perspektiven und asymmetrischen Positionen gerungen werden muss (Hall 1989, 1994, 2000). Das in der westlichen Postmoderne ausgerufene Ende der großen, expliziten Erzählungen stellt sich angesichts der Konsenskraft stillschweigender Performativität affektgeladener Selbst- und Fremdbilder als Verschiebung der kollektiven Konsensstiftung auf implizite, nonverbale Ebenen der politisch-medialen Reproduktion des Immergleichen dar (Butler 2006). Typisch für den Neo-Individualliberalismus ist die implizite Produktion eines unmarkierten Zentrums der Normalität freier Individuen über die explizite Wiederholung faszinierend schrecklicher Gegenbilder queer-terroristischer Kollektivkörper (Puar 2007).
Die Globalisierung verstanden als Urbanisierung des globalen Territoriums und als prozesshafte Raum-Zeit-Verdichtungen geht mit einer Vervielfältigung der Gleichzeitigkeit von Subjektivierungsweisen in personaler Kohärenz einher (Foucault 2006). Gewinn von subjektiven Gestaltungsfreiheiten stehen dabei in Widerspruch zu hohen Reflexivitäts- und Flexibilitätsanforderungen (Zizek 2001). Individualität als persönlicher Standortvorteil im Konkurrenzparadigma macht die Einbettung in kollektiv-ritualisierte Wahrnehmungsmuster zum aggressionsbehafteten Distinktionsnachteil (Bourdieu 1987, Lerner/West 1995). Gleichwohl basieren Kommunikations- und Verhaltensgemeinschaften auf konsensuellen Prämissen, auf Ähnlichkeitsrelationen, die erst einen Raum der Differenzierungsrelationen zu öffnen vermögen (Benjamin 1991, Müller 2008). Wird der herrschende Konsens im Zeichen des Konkurrenzparadigmas als unhintergehbare Selbstverständlichkeit unaussprechbar, folgt die Hegemonie leerer, exotistischer Differenzproduktion in der Formel Diversität minus Differenz (Ha 2006, Bhabha 2007). Als Re-Artikulation des Aufklärungsrassismus steht dieses formalistische Diversitätsregiment in Koinzidenz mit klassisch liberalen Modellen der Autonomie, obgleich der dominante Individualisierungsmodus Zivilisiertheit mit Weißsein nun im Modus apokalyptisch-krisenhaft kontingenter Verwundbarkeit erfährt (Farr 2005, Piesche 2005, Schnurbein 2001, Wennerscheid 2008). Macht manifestiert sich in Form von Schweigekonsensen und aggressivem Abwehrverhalten, so das Selbstbild der All-Inclusiveness durch Benennung als Stabilitätsanker fungierender Kollektiv-Fremdbilder explizit fragwürdig zu werden droht (Schwarzbach-Apithy 2005).
Hermetisch und extrem gewaltträchtig wird der hegemoniale Diskurs, wenn im Gestus alltagspraktischer Beobachtungsempirie und gesunden Volksempfindens eines Es-muss-doch-mal-gesagt-werden die durch dominante Wahrnehmungs-, Denk- und Verhaltensweisen strukturierte Realität glokalen Zusammenlebens als wahres Abbild des So-Seins von Welt, Mensch und Dingen behauptet wird (vgl. Queere Rassifizierung, Objektivitätskritik, feministische, Donna Haraway und Sarrazin 2009: hier unter 'Quellenmaterialien'). In dieser Missachtung allseits bekannter Grundregeln im Umgang mit Sichtbarkeiten und Erfahrungstatsachen wird deutlich, dass es hier nicht um Vorurteilsproblematiken geht, sondern um die Konstitution eines kollektiven Normalitätsraumes, der über die Sichtbarmachung 'primitiver Bildkörper' affektökonomische Bereicherung und damit 'Realitätssinn' auf intersubjektiver Ebene gewinnt: Nah-Distanz-Zirkulation der erotisch-terroristischen Bildkörper im kollektiven Affekthaushalt ist keine Verkennung, sondern Sinn (hooks 1991, Ahmed 2006).
queere, rassifizierte Bildkörper
Der Diskursivierung von 'Schönheit' als Realitätssinn statt als ästhetisch-politischem Aushandlungsraum kommt dabei eine zentrale Funktion zu (Burckhardt 2006 / Wulf 2005 / Fischer-Lichte 2004): Paradoxerweise resultiert die explizite Überdeterminierung einer allegorisch-reflexiven Wahrnehmungshaltung in einer Produktion symbolisch-mimetischer Bildkörper statt beide dem Ästhetischen inhärente Ebenen in Spannung zueinander zu begreifen und in deren Relation Beurteilungskriterien für den je konkretisierten Bildsinn zu gewinnen (Bhabha 2007, Taussig 1997).
Der Kreisverband Kaarst in Nordrhein-Westfalen von Bündnis90/DieGrünen produzierte für den Kommunalwahlkampf im August 2009 mit Hilfe der Düsseldorfer Designagentur Ocean8 ein Wahlplakat, das ein Abbild hegemonialer Wahrnehmungskonstellationen lieferte. Aus politischer Perspektive erschreckend war die fehlende politisch-mediale Sprache für strukturelle Diskriminierungen und Gleichbehandlungspolitiken gerade angesichts der einsetzenden Kritik, die bezeichnenderweise in erster Linie von der zentral betroffenen Gruppe Schwarzer Deutscher artikuliert wurde (vgl. hier 'Links'). Insbesondere die Funktionalisierung von 'schönen Queers' in der Reproduktion von Rassismus und Sexismus im Bildkörper diente wohl als Beweis eines 'avantgardistischen Anti-Rassismus' - so jedenfalls ist es aus den Statements auf der Website der Kaarster Grünen zu schließen. Nach massiver Kritik wurde das Plakat offensichtlich zudem nach Interventionen des Landesverbandes NRW zurückgezogen: Die Kaarster Grünen fühlten sich missverstanden - ja 'zensiert' (vgl. hier 'Links'). Unbefriedigend für alle, die sich mit strukturellen Diskriminierungen auseinandersetzen, sind allerdings auch die bis heute letzten Statements seitens des Landesverbandes NRW - die Ereignisse in Mannheim und fehlende Bereitschaft auf Bundesebene, eine verantwortliche öffentliche Diskussion zur Erarbeitung einer politisch-medialen Sprache für strukturelle Diskriminierungen in Gang zu setzen, sprechen für die Dringlichkeit (vgl. hier unter 'Links'):
Die Entschuldigung dafür, dass sich Menschen durch das Plakatmotiv, das geeignet sei, rassistische und sexistische "Assoziationen" zu wecken, diskriminiert "gefühlt" hätten, und die gleichzeitige Zurückweisung jeglichen Sexismus und Rassismus seitens der Partei mit Verweis auf das Grundsatzprogramm, sind die letzten Statements (vgl. hier unter 'Links').
Wie ist dann die objektive Reproduktion rassifizierter und sexistischer Wahrnehmungsmuster mit der Funktionalisierung von Queers im Bildkörper zu erfassen? Wie kann ein Aushandlungsraum eröffnet werden, der ein Verhalten dazu ermöglicht? Gegen den neo-individualliberalen Konsens ist festzuhalten, dass eine Reproduktion von Diskriminierung unabhängig von der persönlich-bewussten Intention vollzogen werden kann. Um diese zur Aushandlung zu öffnen und ein Verhalten dazu zu ermöglichen, ist es notwendig in das Spannungsfeld zwischen persönlicher und kollektiver Ebene zu investieren, ohne dass diese Dimensionen jedoch vollständig zu lösen wären. Wenn aber die Diskussion auf der Ebene persönlicher Schuld und narzisstischer Kränkung verbleibt, wird es nicht möglich sein, den Kreislauf von Schweigen und Aggression zu durchbrechen. So ist selbstverständlich auch die folgende Beschreibung des plakatierten Bildkörpers als eine gewaltvolle Reproduktion zu betrachten (vgl. Kilomba 2008, Krämer 2007). Da jedoch die auch im Alltag relevanten Wahrnehmungsmuster nicht durch Schweigen verschwinden - ganz im Gegenteil - steht zu hoffen, dass durch Beschreibung und Benennung auf Mechanismen der Reproduktion und gewaltvolle Wirkungen aufmerksam gemacht werden kann und der neo-individualliberale Konsens als weiße, ideologische Formation erkennbar wird. Was war der plakatierte Bildkörper? Als Blickfang fungierte die nackte Rückenpartie - mit dem Hintern im Zentrum - eines schwarzen, jugendlich-weiblichen Körpers, der - wie aus dem Nichts - von aus dem Bildhintergrund auftauchenden zartgliedrig-weiblichen, rotlackierten weißen Händen erfasst wurde. Darüber stand auf grünem Hintergrund zu lesen: DER EINZIGE GRUND, SCHWARZ ZU WÄHLEN - daneben kleiner: Zeit für Grün.
Körperpolitiken
Der plakatierte Bildkörper re-artikuliert ein ganzes Arsenal ritualisierter Verknüpfungen von Bild- und Wortvorstellungen - mit der Kraft historischer Tiefe und synchroner Breitenwirkung. Ausgehend von eingefleischten Sehgewohnheiten fällt so die Übersetzung nicht schwer:
Körperliche Nacktheit als vieldeutig-tiefgründige Wahrheitsoberfläche fungiert dabei als Zeichen ästhetischer Präsenz und als Symbol 'aufklärerischen' Transparenzversprechens. Diese klassisch-moderne, 'abendländische', körperpolitische Grundprämisse verdichtet die Serie Sehen-Wissen mit einem Sexualität-Macht-Dispositiv (Armour u.a 2006, Foucault 1978): Die nackte Körperoberfläche als bloße Existenz und Objekt des lustvoll-wissenden Blicks. Das Blick-Begehren heftet sich an Oberflächen wie zugleich auf deren Überschreitung und lässt so das Objekt in queerer Nah-Distanz-Oszillation zwischen Identifikation und Projektion im Affekthaushalt zirkulieren (Ahmed 2006, vgl. weiter Jacques Lacan).
Die queere Oszillation gestaltet sich jedoch bei diesem gegenderten und rassifizierten Bildkörper in Wiederholung von spezifischen soziopolitischen Subjektpositionierungen höchst asymmetrisch. Auf diese Weise werden hierarchisierte Räume für Betrachter_innen adressiert, die völlig ungebrochen alltagspraktisch wirksame hegemoniale Dispositive wiederholen:
Die Verknüpfung von Nacktheit mit Weiblichkeit re-inszeniert die sexistische Urszene (vgl. Gender, Sexismus, Sexuelle Gewalt), die Verknüpfung mit schwarzer Körperlichkeit die kolonialrassistische und privilegiert so eine weiße, männliche Betrachterposition als frei-unfixiertes Imaginationszentrum. Während allerdings der aktive Gestus des Ergreifens den zartgliedrig-weiblich weißen Händen vorbehalten wird und so die Figuration weißer Weiblichkeit ins unsichtbare Zentrum aufgenommen wird, erscheint der schwarze Rückentorso in aufnahmebreiter Passivität. Wenn diese gewaltvolle Hierarchisierungs- und Visualisierungsstrategie noch mit der entsprechenden Plakatüberschrift verbunden wird, so bleiben exotistische Einverleibung im Zeichen 'avantgardistisch' weißen Differenzkonsums mit der aggressiven Gleichung Schwarz = Primitive Körperlichkeit (hooks 1992, Stoler 1995, Cruz-Malavé u.a. 2002, Henderson u.a. 2005). Auf diese Weise wird Bildkörper und Subjektposition nackten, bloßen Lebens frei von soziosymbolischer Anerkennung produziert, das zugleich projektiv mit Symbolisierungskraft überdeterminiert wird (Mbembe 2003, vgl. weiter 'sozialer Tod', Gewalt).
Die Hierarchisierung weißer und schwarzer Weiblichkeit im Bildkörper macht auf die komplexe Verwobenheit identitätspolitischer Zuschreibungsmuster aufmerksam und verdeutlicht, dass sich Solidarität nicht einfach von selbst ergibt, sondern ein politisches Projekt darstellt - zumal hier noch die Interdependenz mit einer queeren Interaktionsebene inszeniert wird (vgl. Eggers u.a. 2005, Henderson u.a 2005, Walgenbach u.a. 2007 Queer Theory, Intersektionalität):
Die Interaktion zweier weiblicher Körper blendete wohl die Initatoren der Plakatkampagne. Offensichtlich wird hier eine hochaktuelle Wahrnehmungskonstellation sichtbar, die mit einer Funktionalisierung von Lesben/Queers in der Reproduktion eines rassifizierten und sexistischen Dispositivs einher geht. In der Gleichung Homosexualität=Gleichheit=avantgardistisch fortschrittliche Zivilisation wird Sexualität als grenzüberschreitend reduzierend fixiert, aggressiv in konstruierte Frontstellung positioniert und dabei sämtliche Interdependenz mit soziopolitischen Hierarchisierungen negiert (Mergl September 2009 s. hier unter 'Links'). In Umkehrung der Blickperspektive stellt sich abschließend die Frage: Welches Zentrum wird mit diesem Bildkörper produziert?
Neo-individualliberaler Konsens
Auf der stillschweigenden Performativität des neo-individualliberalen Konsenses konstitituiert sich ein unmarkiertes Kollektiv explizit de-zentrierter Subjekte. Implizit erfolgt eine Zentrierung über die ritualisierte Re-Artikulation tradierter körperpolitischer Exklusions- und Hierarchisierungsbilder primitiv-kollektivistischer Anderer (Eggers u.a. 2005, Puar 2007). Dabei zentriert sich eine androgyn-verletzlich imaginierte Zivilisations-Sphäre, die weiß-männlich dominiert Weiblichkeit-Homosexualität-Körperlichkeit in Richtung Peripherie hierarchisiert (s.o.). Sexualität wird dabei in klassisch-kolonialrassistischer Manier gesplittet und verdoppelt auf zivilisiert-avantgardistische Praxen und triebhaft-primitive Aggressivkörperlichkeit (Stoler 1995, Puar 2007). Die dominante Subjektivierungsweise krisenhaft-apokalyptischer Individualität greift dabei auf Krisen-Diskurse der Klassischen Moderne wie auf christliche Erlöserkonfigurationen zurück (Schnurbein 2001, Glawion u.a 2006). Die imaginiert-ritualisierte Wahrnehmung des Nationalen als homogene Einheit von Raum, Zeit, Kultur, Bevölkerung und Politik favorisiert die Subjektivierungsweise als Mensch schlechthin und extrapoliert die Interdependenz glokaler, soziopolitischer Räume nach Außen (Anderson 2005, Yuval Davies 2001, Heitmeyer 2005, Ha u.a. 2007, Cruz-Malavé u.a. 2002, Collins 2000). In Komplizität des Konkurrenzparadigmas mit den Mechanismen affektökonomischer Zugehörigkeitsregulation geht eine Entpolitisierung des öffentlichen Raumes einher (Ahmed 2006, Mouffe 2007, Böhmelt u.a. 2009). Die Analyse des Bildkörpers (s.o.) zeigt jedoch die damit einhergehenden naturalisierten Hierarchien an. Nicht jede ist hier gleichermaßen ihres Glückes Schmied, so wie die Trennung zwischen Privatem und Öffentlichem ein Privileg darstellt. Selbstbestimmte Freiheiten bedürfen des ständigen Aushandlungsprozesses mit Gleichheit aller in Würde (Balibar 2006).
Vielfach wird der Wunsch nach einer 'farbenblinden' Gesellschaft artikuliert ('siegessäule Wahl 09' hier unter 'Quellenmaterialen'). Doch zugleich fehlt eine politisch-mediale Sprache für Gleichbehandlungspolitiken. Die Schweigemechanismen angesichts struktureller Diskriminierungen können als Hinweis darauf verstanden werden, dass es sich hier um ungelöste Ambivalenzen der Moderne, wie das Gewaltproblem und soziale Gerechtigkeit, handelt (vgl. Judy Gummich / Christiane Howe GenderLectures23.11.2009 ). Angesichts der dominanten Diversitätsregime, die hinter exotistischen Vielfaltsdispositiven nicht nur Differenzkategorien reproduzieren, sondern im Impetus des lestungsbereiten Individuums soziopolitische Exklusionsregime verdecken, sind verstärkt Strategien gefragt, die in der Lage sind Ausschlüsse zu politisieren (vgl. Antke Engel GenderLectures7.12.2009). Ausgehend von der Analyse einer Siegessäule-Titelstory vom November 2009 ('Wehrt Euch!' vgl. hier unter 'Quellenmaterialien') zeigt sich die ganze Problematik von Minderheitenpolitiken, da sie Gefahr laufen, im Diskurs gegen Gewalt und Verletzung vom aktuell dominanten Sicherheitsdiskurs und dessen disziplinarischen Anti-Terror-Regimen absorbiert zu werden (Jin Haritaworn GenderLectures14.12.2009).
Links
August 2009
- www.derbraunemob.de Ausführliche Dokumentation und blog-Diskussion zum Wahlplakat vom August 2009 "Der einzige Grund, schwarz zu wählen" (Bündnis90/DieGrünen-Kreisverband Kaarst/NRW) html
- Verleihung der Braunen Karte an Bündnis90/DieGrünen Kreisverband Kaarst und Landesverband NRW html
- GrüneNRW Statements / Diskussionen:Stellungnahme Landesvorsitzende GrüneNRW/ twitterblog I/ twitterblog II
- Stellungnahme GrüneKaarst: Plakat 'Zensiert': html
- Sezgin, Hilal, "Die Kritik am 'Popoposter' der Grünen war berechtigt und keine Zensur", taz, 26.08.2005 html
September 2009
- Mergl, Matthias: "Nicht unsichtbar. Bildkörper, Körperpolitiken und soziale Gerechtigkeit: Die Grünen ignorieren ihren Rassismus im Wahlkampf", Tageszeitung Junge Welt, Berlin, 12.09.2009, S.13. html oder Bild:M.Mergl._Nicht_unsichtbar._jungewelt.12.u.13.09.2009.S.13.jpg
- DerSchwarzeBlog: derbraunemob - media watch organisation Die Grünen: Kein Ende der Ignoranz (Ereignisse in Mannheim und "Reaktionen" auf grüner Bundesebene) html
Oktober 2009
- Unrast-Blog - Mergl, Matthias: Kritische Weißseinsforschung und neo-individualliberaler Konsens I - ... html
November 2009
- Initiative Grüner-Rassismus-Nein-Danke! - Aufruf zu Protestaktionen gegen Grünen Schweigekonsens: html / vgl. Statement von Maria K. in Junge Welt: online
Dezember 2009
- Müller, Wolfgang: "Terror der Selbstverständlichkeit. Neo-Individualliberalismus. Jahresrückblick 2009", Spex-Magazin für Popkultultur #324,1-2 2010, Berlin, Dez. 2009 GAYS-AGAINST-GUIDO / N.I.L. / Isländische Übersetz.: Hrafnkell Brynjarson
Januar 2010
- Müller, Wolfgang: "Weißer Terror", Tageszeitung Junge Welt, Berlin, 2.01.2010, S.13: html oder via kunst-blog.com
Februar 2010
- Was sagt N.I.L. zum May-Ayim-Ufer in Berlin? Wei(s)se Freiheit der Meinung im neoindividualliberalen Konsens und Gegen-Stimmen zu Hetz-Artikel in FAZ und BerlinerZeitung: blog.derbraunemob
- May-Ayim-Ufer ab 27.02.2010: blog.derbraunemob / 125 Jahre Berliner Afrika-Konferenz: ErinnernAufarbeitenWiedergutmachen
- Queer gegen N.I.L. und Gays-against-Guido-Buttons: "Der Künstler Wolfgang Müller über Westerwelle und die 'Gays against Guido' Kampagne." Interview Hans-Hermann Kotte, Frankfurter Rundschau, 17.02.10, S.23 fr-online // vgl.: sz-online / mädchenblog / Demandez le pin's "Gays against Guido"! / Campanhas "Gays contra Guido" atacam "neo-individual-liberalismo" / Button goes 3satKulturzeit (Mai2010) // Wo gibt es den Button? A) Direktkauf: Links auf dem unrast-blog - B) Postversand: www.martin-schmitz-verlag.de // Kritik: gaywest / taz
März 2010
- Queerfeministische Ökonomiekritik: Who Cares? 4.-6.März
- Queer im Neo-Indi: Gays-Against-Guido-Kampagne, Ökonomie und Diskussion um einen schwulen Außenminister: 'Kunst kann mehr sein als teuer' Ein Button geht um in der Bundesrepublik. Gespräch mit dem Künstler Wolfgang Müller von Sybille Fuchs, Junge Welt, 15.3.10 // 'Verbrüdert, Verbandelt, Verreist' Spiegel-Online / 'Im Schutze des Tabus' zeitonline / 'Der Egonaut' faz / 'Sexuelle Orientierung als Pseudo-Problem' Süddeutsche // Weißer Neo-Indi: "Andererseits hatte es auch sein Gutes, dass der Minister selbst Latino-Machos und religiöse Fundamentalisten mit seiner sexuellen Orientierung konfrontierte" Ralph Bollmann, taz-Kommentar 15.3.10
- Aktionstag gegen Rassismus - Berlin 21.3.2010: Programm via Unrast-Blog // Aktionstag gegen Rassismus 21.3. II: Erklärung Interkultureller Rat via braunermob
April 2010
- Neue Initiative mit Internetportal: "Integration? Nein Danke!" via schwarzerblog
- Die Farbe der Klischees: "Ein deutsches Casting" via schwarzerblog
- Verleihung Braune Karte 2010 durch derbraunemob an Hamburger Theater Kampnagel und "Performance III" - Öffentlich gefördertes Theaterprojekt mit Ursprüngen in der links-alternativen Bewegung re-produziert rassistisches Blackface-Szenario: via derschwarzeblog
- Residenzpflicht in liberaler, humaner und weltoffener Gesellschaft? Birgit Rommelspacher via schwarzerblog
- In memoriam Oury Jalloh Staged Reading/Play von Amy Evans am 27. April: "The Most Unsatisfied Town" via schwarzerblog
- Unzumutbare Zustände: Offener Brief von Flüchtlingen aus Sammelunterkunft: via schwarzerblog
Mai 2010
- Phoenix e.v. Preisträger Aachener Friedenspreis 2010: Infos via schwarzerblog
- Vorsicht! Rassifizierter Integrationsdiskurs zum soundsovielten ...: Schockierende Bildpolitik der 'Deutschlandstiftung Integration' via schwarzerblog
- Button (vgl. 'Februar 2010') goes 3satKulturzeit: Gays-against-Guido-Buttons
- Trauer um Emeka Okoronkwe: ... oder wer wird betrauert und wer nicht: via schwarzerblog
- Mensch=Deutsch=Weiß?: Weißer Menschenrechtsdiskurs via schwarzerblog / Weiße Fouls an Boateng via schwarzerblog
Juni 2010
- "White is not a color": Interview with Grada Kilomba by Stefanie Hirsbrunner, The African Times, A monthly newspaper from Germany, June 2010
- Judith Butler lehnt Berlin-CSD-Preis für Zivilcourage ab wegen Rassifizierungspolitiken im Vorfeld der Veranstaltung und schlägt Weitergabe an Suspect, LesMigras, Gladt, ReachOut, TransgenialenCSD vor: No Homonationalism! SUSPECT/L-Talk: Abschrift der Butler-Rede/youtubeButler-Rede / JungeWelt: Nein sagen! Warum ich den Preis nicht annehme - von Judith Butler / 3sat: Eklat beim CSD / Presse-Erklärung SUSPECT/LesMigras/Statement GLADT / ReachOut/Presse TransgenialerCSD / Stellungnahme Berlin CSD e.V. // queer.de / JungeWelt: Normalität ist eine Illusion - von Martin Dannecker // Diskussion: youtube: Angela Davis on Butler's Refusal / Jasbir Puar: Celebrating Refusal. The Complexities of Saying No / mädchenmannschaft: Judith Butler und die schwul lesbische Dekonstruktion / mädchenblog: Interview mit Judith Butler über soziale Gerechtigkeit sowie high und happy in den Straßen feiern / queer-o-mat: Judith Butler und die radikale Demokratisierung (des CSDs) / genderblog: Auch ein schwuler Chor kann irren / theater.blogsport: judith butler in der volksbühne - tagesspiegel: Hass bekämpfen. Butler in der Volksbühne / siegessäule: Butler nimmt Preis nicht an / kopfkompass: Politisch ist Anders! // Kurzüberblick mit Literatur: Genderini HU Berlin // Mainstream-Medien fokussieren auf Kommerzialisierung: frankfurterrundschauonline/ spiegelonline/ dietageszeitung: Judith Butler drückt auf die Spassbremse/dietageszeitung: Pro und Contra Preis-Verweigerung/ dietageszeitung: Als Frau Butler ablehnte /tagesspiegel/BerlinerZeitung / dietageszeitung: Ismus muss weg / dietageszeitung: Karneval des linken Milieus // vgl. unten 'Juli 2010' und die GenderWiki-Artikel: Queere Rassifizierung und Queere Rassifizierungspolitiken - Beispielanalyse taz
- Rassifizierte Gewalt in Deutschland - Aktuelle Dokumentationen via DerBrauneMob: Prozessanalyse: Struktureller Mord an Oury Jalloh durch Polizei Dessau / Bundesdeutsche Flüchtlingspolitik und ihre tödlichen Folgen 1993 - 2009 / UN-Breichterstatter und Deutsches Institut für Menschenrechte: Kritik an unzureichendem deutschen Rassismusverständnis / Report of the UN Rapporteur on racism in Germany
Juli 2010
- Judith Butler: "Über soziale Gerechtigkeit" - Interview über Hintergründe der Preisverweigerung: dietageszeitung, Berlin, 1.7.2010 - Raum offenhalten: nohomonationalismblogspot: Where now? From Pride Scandal to Transnational Movement - Tülin Duman (GLADT) Kommentar / vgl. Müller, Wolfgang: Hüpfende Trockenerbsen. Baudrillard und die Massen als Tod des Sozialen, jungeWelt, Berlin, 3.7.10, S.12 / nohomonationalismblogspot: Nach dem Rassismus-Outing: Queer of Colour Kritik kann nicht mehr ignoriert werden, doch bleiben wir mit der Arbeit allein? / Judith Butler: "In diesem Kampf gibt es keinen Platz für Rassismus." Interview Katharina Haman. Jungle World, 29.7.2010 // Kämpf, Katrin: "Ein Korb für den Berliner CSD. Judith Butler lehnte den Zivilcouragepreis des Berliner CSD öffentlich mit dem Verweis auf Rassismus in dessen Umfeld ab und erntete damit sehr unterschiedliche Reaktionen", L.Mag. Magazin für Lesben, September/Oktober 2010, S.22f.
- Fußball verbindet... und trennt - Weißer Kannibalismus im Kontext der WM gesammelt von SchwarzerBlog: Im Zuge der WM ... / Was sagen Sie zu Ghana, Herr Löw ... ---- Politische Korrekturen: Magazin: Reconnect Africa
August 2010
- Empirische Forschung, Auswahlgruppen, Repräsentativität ... : Studie problematisiert globale Anwendung von Forschungsergebnissen in Bezug auf Untersuchungsgruppen Weird People (Western Educated Industrialized Rich Democratic)- psychologische Studien mit Scheuklappen via SchwarzerBlog
- 4 Jahre AGG: Forderung nach Aktionsplan
- Sarrazins Kampf (Neuauflage 2010): Weißes, deutsches Produktivitätskollektiv schluckt Artikel 1 bis 3 des Grundgesetzes (Unantastbarkeit der Würde des Menschen / Freie Entfaltung der Persönlichkeit / Gleichberechtigung): / Stellungnahme Deutsches Institut für Menschenrechte / Demokratie statt Integration / Christian Geyer, Sarrazins Thesen, FAZ, 26.08.2010 / Protestschreiben gegen Buchvorstellung Sarrazins im HausderKulturenderWelt Berlin via SchwarzerBlog / Kritik-Positionen: Sammlung via SchwarzerBlog / Robert Misik: The Joy of Despising Others / Wolfgang Müller: Man wird ja wohl nochmal sagen dürfen... berlinergazette // Mainstream-Medien auf Suche nach "Wahrheit hinter polemischer Zuspitzung": Spiegel-Online / heute.de // Online Reader vom Unrast-Blog: Der Fall Sarrazin // Zu Sarrazins Kampf 2009 siehe hier unter Quellenmaterialien ... Sarrazin, Thilo: Klasse statt Masse ...
Organisationen und Info-Materialien
- black.in.nrw. - direkt zum Eintrag/Links jw-die-grunen-ignorieren-ihren-rassismus-im-wahlkampf
- Gleichbehandlungsrecht: Info-u.Materialsammung von HU-Lehrstuhl Baer, Susanne
- www.tbb-berlin.de: Antidiskriminierungsreport 2006-2008
- Initiative Schwarze Menschen in Deutschland
- LesMigraS (Hg.): Plädoyer für die Bekämpfung von Diskriminierung unter Diskriminierten. 2008 - html
- Mehrfachdiskriminierung GenderKompetenzZentrum / Vortragsreihe: GenderLectures
- Kilomba, Grada: Essays online
- www.gladt.de - mit Infomaterialien zu 'Gewalt' etc. direkt: www.hej-berlin.de
- www.reachoutberlin.de - Beratungsstelle für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt
- Kritische Weißseinsforschung / GenderQueer / Ost-West-Konstruktionen: Urmila Goel
- refrat.hu-berlin.de (Hg.): HUch! Sonderausgabe Rassismus - Winter 2008/2009: pdf 7,7MB
- Rassismus, Wissen(schaft) und Universität (Berlin, Juni 2009) Konferenzbericht von Nadja Ofuatey-Rahal mit weiteren Links auf unrast-blog
- Migrationsrat Berlin Brandenburg (Hg.):"Fügsamkeit und die Regulierung des Subjekts" (Jasbir Puar im Interview mit Deniz Utlu), "Ganz normal: Die Geschichte des Homonationalismus in Deutschland" (SUSPECT), "Es sollte nicht nur um Homo-Politik gehen, sondern um soziale Gerechtigkeit" (Interview zwischen SUSPECT und einem Aktivist of Color), pdf: Homophobie und Rassissmus, Leben nach Migration: Special Dezember 2010
Literatur
- Adorno, Theodor W. / Horkheimer, Max: Dialektik der Aufklärung. Philosophische Fragmente. Frankfurt am Main 2006.
- AG gegen Rassismus in den Lebenswissenschaften (Hg.): Gemachte Differenz. Kontinuitäten biologischer 'Rasse'-Konzepte. Münster 2009. Infos/Rez. / Interview: Rassifizierung ohne 'Rasse'
- AG Queer Studies (Hg.): Verqueerte Verhältnisse. Intersektionale, ökonomiekritische und strategische Interventionen. Hamburg 2009.
- Agamben, Giorgio: Homo sacer. Die souveräne Macht und das nackte Leben. Frankfurt am Main 2002.
- Agamben, Giorgio: Die Beamten des Himmels. Über Engel. Frankfurt am Main 2007.
- Ahmed, Sara: Queer Phenomenology. Objects, Orientations, Others. Durham 2006.
- Aikins, Joshua Kwesi: Wer mit dem Feuer spielt... Aneignung und Widerstand - Schwarze Musik/Kulturen in Deutschlands weißem Mainstream, in: Eggers u.a. 2005. S. 283-300.
- Anderson, Benedict: Die Erfindung der Nation. Zur Karriere eines folgenreichen Konzepts. Frankfurt am Main 2005.
- AntiDiskriminierungsBüro Köln / cyberNomads (Hg.): TheBlackBook. Deutschlands Häutungen. Frankfurt am Main 2004.
- Armour, Ellen T. / St.Ville, Susan M. (Hg.): Bodily Citations. Religion and Judith Butler. New York 2006.
- Arndt, Susan / Hornscheidt, Antje (Hg.): Afrika und die deutsche Sprache. Ein kritisches Nachschlagewerk. Münster 2004.
- Arndt, Susan / Ofuatey-Alazard, Nadja (Hg.): Wie Rassismus aus Wörtern spricht. Kerben des Kolonialismus im Wissensarchiv deutsche Sprache. Ein kritisches Nachschlagewerk. Unrast 2011. info
- Auga, Ulrike / Braun, Christina von (Hg.): Gender in Conflicts. Palestine-Israel-Germany. Berlin 2006.
- Baer, Susanne: "Europäische Richtlinien gegen Diskriminierung", ZESAR 5-6, 2004, S. 204-207.
- Balibar, Étienne: Der Schauplatz des Anderen. Formen der Gewalt und Grenzen der Zivilität. Hamburg 2006.
- Barad, Karen: Meeting the Universe halfways. Quantum Physics and the Entanglement of Matter and Meaning. Durham 2007. Intro zu Barads Agential Realism
- Barnard, Ian: Queer Race. New York 2004.
- Barron, Stephanie / Eckmann, Sabine (Hg.): Art of Two Germanys Cold War Cultures. Ausstellungskatalog Los Angeles County Museum (LACMA). New York 2009.
- Bauer, Stéphane / Kunstraum Kreuzberg Bethanien (Hg.): Bild, Macht, Rezeption. Kunst im Regelwerk der Medien. Berlin 2006.
- Benjamin, Walter: Zur Kritik der Gewalt, in: Tiedemann, Rolf / Schweppenhäuser, Hermann (Hg.): Walter Benjamin. Gesammelte Schriften II.1. Frankfurt am Main 1991. 179-203.
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- Wer repräsentiert, wer wird repräsentiert? KritischeWeißseinsforschung/Perspektivenumkehr / Weiße Pädagogik
- Zum Blogspot Critical Whiteness: criticalwitness.blogspot.com

