Olympe: Feministische Arbeitshefte zur Politik
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Geschichte
Die Zeitschrift «OLYMPE, Feministische Arbeitshefte zur Politik» besteht seit 1994. Der Name des Hefts nimmt Bezug auf die französische Revolutionärin Olympe de Gouges, die 1791 mit ihrer Forderung, die Lebensbedingungen der Frauen in den politischen Diskurs einzubeziehen, Sichtweise und Herrschaftsanspruch der Männer grundlegend in Frage stellte. Ihr Engagement und ihren Mut bezahlte sie mit dem Tod unter der Guillotine, wodurch ihre legendäre Erkenntnis «Die Frau hat das Recht, das Schafott zu besteigen, ohne gleiche Rechte zu besitzen», von der politischen Praxis der Männer grausam bestätigt wurde.
Was will Olympe?
Wenn sich auch mittlerweile die Frauen viele ihrer Rechte auf dem Papier erkämpft haben, weist die herrschende Alltagspraxis noch viele Umsetzungslücken auf: gleicher Lohn für gleiche Arbeit, Chancengleichheit in Beruf und Politik, Kinderbetreuung, Umverteilung der gesellschaftlich notwendigen Arbeit etc. Die Zeitschrift OLYMPE hat es sich zum Ziele gesetzt, den aus feministischer Sicht gesellschaftspolitisch dringend notwendigen Handlungsbedarf aufzeigen sowie ein Forum für Debatten zu bilden, in dem unterschiedliche feministische Interessen, Standpunkte, Vorgehensweisen und Ziele diskutiert und dokumentiert werden. Jede Ausgabe weist einen Themenschwerpunkt auf, wie z.B. Frauenrechte sind Menschenrechte, Feministische Ökonomie, Migration, Gesundheit, Architektur/Raumplanung, Frauen im Staat, Nationalismus, Pädagogik, Recht usw.
Die OLYMPE versteht sich als ein eigenständiges feministisches Arbeitsheft, das dem gewählten Thema theoretischen und praktischen Raum bietet und durch Tagungsberichte, Dokumentationen und Buchbesprechungen ergänzt wird. Kontroversen und Widersprüche in den Artikeln verstehen wir als Teil einer lebendigen und kreativen Auseinandersetzung mit den Lebensrealitäten von Frauen. Neben der schweizerischen Debatte soll auch die internationale Diskussion einbezogen werden. Tagesaktuelle Fragen greifen wir auf, sofern sie Bestandteil einer frauenspezifischen Politik sind oder Impulse für eine längerfristige politische Auseinandersetzung geben. Den grossen Vorteil der Schweiz, ihre Mehrsprachigkeit, wollen wir nutzen und die Texte in französischer und italienischer Sprache belassen.
Da sich die Frauen der Redaktion bezüglich beruflicher Herkunft und Arbeitsbereiche sowie in ihren feministischen Standpunkten unterscheiden, können und wollen wir keine einhellige Meinung vertreten. Als Kernredaktion legen wir Themen fest, suchen je nach Schwerpunkt Kontakt zu entsprechenden Gruppen und Einzelfrauen und koordinieren die Zusammenarbeit. Impulse und (punktuelle) Mitarbeit sind uns immer willkommen. Die OLYMPE richtet sich an politisch bewegte und interessierte Frauen in erster Linie in der Schweiz, sie wird aber auch in Deutschland und Österreich gelesen.
Die Redaktion
Herausgeber_innen
Jael Bueno, Lise Cyrenne, Luisa Grünenfelder, Barbara Gavaz, Verena Hillmann, Elisabeth Joris, Sandra Meier, Michèle Spieler, Silvia Staub-Bernasconi, Esther Quetting, Marina Widmer, Susi Wiederkehr
Redaktionelles
Die Zeitschrift OLYMPE, erscheint (möglichst) zweimal im Jahr mit einem Umfang von ca. 144 Seiten (bei einmaligen Erscheinen als Doppelnummer mit ca. 288 Seiten).
Ausgaben
Heft 1 (1/94): Frauenrechte sind Menschenrechte
Heft 2 (2/95): Wirtschaftspolitik – Konflikte um Definitionsmacht
Heft 3 (3/95): Sozialpolitik – Arena des Geschlechterkampfes
Heft 4 (4/95): Wir leben hier – Frauen in der Fremde
Heft 5 (5/96): Der verwertete Körper. Selektiert. Reproduziert. Transplantiert. Heft 6 (6/96): Architektur – Der verplante Raum
Heft 7 (7/97): Typisch atypisch – Frauenarbeit in der Deregulierung
Heft 8 (8/98): 1848–1998: Frauen im Staat – Mehr Pflichten als Rechte
Heft 9 (9/98): Einfluss nehmen auf Makroökonomie!
Heft 10 (10/99): Gesundheit!!! Standortbestimmung in Forschung, Praxis,Politik
Heft 11 (11/99): Aufbruch im Widerspruch: Feminismen und die Sozialdemokratie in Europa
Heft 12 (12/00): Männer-Gewalt gegen Frauen: gesellschaftlich, grenzenlos, grauenhaft
Heft 13 (13/01): Marche mondiale des femmes. Exploration – ein Mosaik
Heft 14 (14/01): Nationalismus: Verführung und Katastrophe
Heft 15 (15/01): Freiwilligenarbeit: wie frei – wie willig?
Heft 16 (16/02): Ordnung muss sein! Pädagogische Inszenierungen
Heft 17 (17/02): kreativ – skeptisch – innovativ, Frauen formen Recht
Heft 18 (18/03): draussen – drinnen – dazwischen. Women of Black Heritage
Heft 19 (19/03): Dispersion. Kunstpraktiken und ihre Vernetzungen
Heft 20 (20/04): Provokation. Personen, Debatten, Fakten
Heft 21: Sportlerinnen. Spitzenleistungen vor leeren Rängen?
Heft 22: Secondas – sichtbar vielfältig
Heft 23: Elternschaft – die neue Geschlechterdiferenz?
Heft 24: Sexuelle Gewalt – Präventionsansätze in transnationalen Räumen
Heft 25: erscheint im Juni 07

