Michel Foucault

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Inhaltsverzeichnis

Michel Foucault (*15. Oktober 1926 in Poitiers, † 25. Juni 1983, Paris) war ein französischer Philosoph, Soziologe, Historiker und Übersetzer.

Biografisches

Michel Foucault wurde am 15. Oktober 1926 in Poitiers geboren und besuchte die Jesuitenschule Saint-Stanislas. Nach dem zweiten Weltkrieg und dem Ende des Vichy-Regimes besuchte er ab 1946 die École Normale Supérieure in Paris. Dort befasste er sich u.a. mit Heidegger, Hegel und Marx und wurde von Merleau-Ponty und Louis Althusser unterrichtet (Stanford Encyclopedia, 2008). Sein Dissertationsvorhaben über die Geschichte des Wahnsinns wurde besonders von Georges Canguilhem unterstützt, der auch Foucaults spätere Arbeiten – besonders durch seine Texte über die Geschichte und Philosophie der Biologie – beeinflusste. Ab den 1960er Jahren hatte Foucault verschiedene Postitionen an mehreren französischen Universitäten inne und wurde schließlich 1969 am Collège de France als Professor der „Geschichte der Denksysteme“ angestellt, eine Professur, die er bis zu seinem Lebensende im Juni des Jahres 1984 innehatte (Stanford Encyclopedia, 2008). Nach seinem Tod gründete sein Lebensgefährte, Daniel Defert, die erste französische AIDS-Hilfsorganisation AIDES (Internetlexikon: 50 Klassiker der Soziologie, o.D.).

Mitwirkungen

Michel Foucault gründete 1971 die Groupe d'information sur les prisons (GIP), die sich zum Ziel gesetzt hatte, die Stimmen der Insassen des Gefängnissystems hörbar zu machen (Stanford Encyclopedia, 2008).


Toolbox[1]/Zentrale Begriffe

Hier ist vorauszuschicken, das Foucault auch zentrale Begriffe im Rahmen seines Werkes immer wieder neu definiert, schärft oder umarbeitet. Definitionen bestimmter Begriffe sind also u.U. in den verschiedenen Schaffensperioden Foucaults sehr unterschiedlich.

Diskurs

Diskurse sind Denksysteme, die aus Ideen, Aussagen, Einstellungen und Überzeugungen bestehen und nicht außerhalb dessen stehen, worüber sie sprechen, sondern die Subjekte und Welten, über die sie Aussagen treffen, systematisch auch konstruieren. Diskurse stehen immer in Beziehung zur Macht und können Machtinstrument und –effekt, Hindernis oder auch ein Ort des Widerstandes sein (vgl. Foucault, 1983: 100). Für Foucault sind diskursive Formationen ausdrücklich von Wissenschaften, Ideologien, Theorien oder Objektivitätsbereichen zu unterscheiden (Foucault, 1981: 58). Eine diskursanalytische Untersuchung im Sinne Foucaults versucht also die historische Bedingtheit bestimmter Aussagen zu analysieren, ihre Korrelationen mit anderen Aussagen zu finden, ihre Existenzbedingungen und Grenzen zu skizzieren und die Regeln ihres Erscheinens zu ergründen (Foucault, 1981:42-46).

Macht

Macht definiert Foucault – zumindest in seinen Werken nach Überwachen und Strafen – als dezentral und netzwerkförmig: Sie geht nicht von einem Souverän aus, sondern durchzieht alle zwischenmenschlichen Beziehungen. Sie ist also nicht nur verwaltend im Sinne einer Herstellung von Unterdrückung durch Verbote und Ausgrenzungen, sondern produziert – durch Mechanismen der Kategorisierung und Differenzierung (vgl. Seier, 2001: 95) – selbst Wissen, Erfahrungen und Identitäten (wie z.B. „den Homosexuellen“, „die Hysterische“, „das frühreife Kind“) und institutionalisiert das vermeintlich Deviante (z.B. in Krankenhaus, Psychiatrie, Sexualwissenschaft, Gefängnis, Bordell etc.). Auch deswegen entzieht sich der Foucault’sche Machtbegriff einer konkreten, statischen Definition und lebt vielmehr von der Prozesshaftigkeit der jeweiligen Machtausübungen (vgl. Seier, 2001: 91). In Sexualität und Wahrheit 1 beschreibt Foucault die Transformationen und Verschiebungen von Macht und Machtpraktiken anhand der Konstruktion der Sexualität im 19. und frühen 20. Jahrhundert: Seit dem 17. Jahrhundert gehe Macht nicht mehr – wie in der Feudalgesellschaft – primär von einem Souverän aus, der das Recht innehat, über Leben und Tod seiner Untertanen zu entscheiden (vgl. Foucault, 1983: 131), sondern wirke in Disziplinartechnologien, wie der Überwachung, „der normierenden Sanktion“, Kontrolle oder Prüfung und ziele auf die Körper der Individuen ab (vgl. Seier, 2001: 96f.). Macht im Foucault’schen Sinne produziert somit bestimmte Handlungsweisen, diszipliniert und formt gelehrige Körper (vgl. Seier, 2001: 96f.). Die Art von Machttechnologien, die auf die biologische Existenz bzw. das Leben selbst gerichtet sind, und sowohl die Bevölkerung regulieren als auch auf die Disziplinierung individueller Körper abzielen, bezeichnet Foucault als Biomacht. Ziel dieser Machtform ist es, eine möglichst lebensfähige und produktive Bevölkerung und gefügige Individuen zu generieren, z.B. über Geburtenkontrolle; gesundheitsfördernde Maßnahmen; Erziehung; Ressourcenverwaltung; Verbot des Sexes, der nicht der Fortpflanzung dient oder einer gesunden Bevölkerung nicht dienlich ist (vgl. Foucault, 1983: 132-136).

Gouvernementalität

In den Vorlesungen am Collège de France (1978/79) unternimmt Foucault eine Weiterentwicklung seiner Machtanalytik aus Überwachen und Strafen und Sexualität und Wahrheit. Diese zielte noch primär auf die Disziplinierung der Körper der Individuen und die Regulierung der Bevölkerung ab, das Konzept der Gouvernementalität hingegen bezieht auch die Problematik der Subjektivierung mit ein und beinhaltet vielfältige Regierungstechnologien bis hin zur Selbstführung (vgl. Lemke, 2001: 108). Gouvernementalität bezeichnet die Kunst des Regierens und Selbstregierens und beinhaltet die Gesamtheit aus Institutionen, Verfahren, Analysen, Reflexionen, Berechnungen und Taktiken, die eine Ausübung von Macht, die primär auf die Bevölkerung abzielt und deren Hauptwissensform die politische Ökonomie ist, ermöglichen. Die Gesellschaft, die unter dieser Regierungsform entsteht, ist für Foucault eine durch Sicherheitsdispositive kontrollierte Gesellschaft (vgl. Foucault, 2000: 64ff.). Gouvernementalität unterscheidet sich also deutlich von anderen Formen des Regierens, wie der Souveränität oder der Disziplin, da sie sich wesentlich auf die Bevölkerung stützt und sich auf die Instrumente ökonomischen Wissens beruft (vgl. Foucault, 2000: 64ff.). Das Aufkommen der liberalen Gouvernementalität setzt Foucault im 18. Jahrhundert an (Lemke, 2001: 114): Sie organisiere die Bedingungen, unter denen rationale Individuen „frei sein“ können, indem sie sowohl eine natürliche Freiheit wie auch deren permanente Gefährdung postuliere und zum Schutz dieser Freiheit diverse Sicherheitsmechanismen einsetze. Im frühen 20. Jahrhundert ändere sich allerdings das Verhältnis von Staat und Ökonomie zueinander, der Markt selbst werde zum organisierenden und regulierenden Mechanismus des Staates und aus der postulierten „natürlichen Freiheit“ werde eine „künstliche Freiheit“: Das „unternehmerische[…] Verhalten der ökonomisch-rationalen Individuen“ wird zum Grundprinzip rationalen Regierungshandelns (Lemke, 2001: 115). Diese „ökonomisch rationalen Individuen“ handeln auch in Sachen Selbstführung wie unternehmerische Subjekte. Der Begriff der Regierung beschreibt also ein Scharnier zwischen Macht und Subjektivität – zwischen dem Regieren eines Staates und der Selbstführung – und macht die Unterscheidung zwischen Macht und Herrschaft notwendig (vgl. Lemke, 2001: 109).

Wahrheit

Für Foucault ist Wahrheit das Ensemble der Regeln, nach denen „Wahres“ vom „Falschen“ unterschieden und das „Wahre“ mit Machtwirkungen ausgestattet wird. Wahrheit ist also eine Ansammlung von Verfahren für Produktion, Gesetz, Verteilung, Zirkulation und Wirkungsweise der Aussagen. Über die Wissensproduktion und -zirkulation in Diskursen werden hegemoniale Wissenssysteme konstruiert, die mit bestimmten Machtmechanismen eng verbunden sind (vgl. Foucault, 1978a: 51-53).

Dispositiv

In der foucaultschen Diskursanalyse beinhaltet ein Dispositiv strategische Verknüpfungen von Praktiken, Diskursen, Institutionen, Macht, Wissen, Gesetzen und architektonischen Einrichtungen – also von diskursiven und nicht-diskursiven Praktiken innerhalb des Macht-Wissenskomplexes. Die Verbindungen oder „das Netz“ zwischen diesen heterogenen Elementen des Dispositivs stellen das eigentliche Dispositiv dar, das eine strategische Funktion innehat, nämlich zu „einem gegebenen historischen Zeitpunkt […] auf einen Notstand zu antworten“ (vgl. Foucault, 1978b: 119f.).

Das Sexualitätsdispositiv

Unter dem Begriff des Sexualitätsdispositivs fasst Foucault alle diskursiven und institutionellen Technologien zusammen, welche die Sexualität im 19. und 20. Jahrhundert als Gegenstand des Wissens hervorbringen: „Mit der Schaffung dieses imaginären Elementes ‚Sex’ hat das Sexualitätsdispositiv eines seiner wesentlichsten inneren Funktionsprinzipien zustande gebracht: das Begehren nach Sex...“ (Foucault, 1983: 150). Somit funktioniert „der Sex als einziger Signifikant und als universales Signifikat“ (Foucault, 1982: 149) innerhalb des Dispositivs und fasst „anatomische Elemente, biologische Funktionen, Verhaltensweisen, Empfindungen und Lüste in einer künstlichen Einheit“ zusammen (Foucault, 1983: 148f). Das Sexualitätsdispositiv löst ein Allianzdispositiv ab, das die Gesellschaft nach Regeln der Verwandschaft, des Blutes oder Weitergabe des Namens strukturierte; die Gesellschaft des Sexualitätsdispositivs ist für Foucault eine des Sexes bzw. der Sexualität (vgl. Foucault, 1983: 105ff.), in der die Machtmechanismen auf Körper und Leben, auf Individuen und Gattung abzielen. Somit bildet der Sex ein Scharnier zwischen den zwei Hauptachsen politischen Lebens, nämlich der Disziplinierung der Körper der Individuen und der Regulierung der Bevölkerung. (vgl. Foucault, 1983: 140f.).

Taktisch wichtigstes Element des Sexualitätsdispositives ist für Foucault die (bürgerliche) Familie. Sie dient als Stützpunkt „für die großen ‚Manöver’ […], für die malthusianische Geburtenkontrolle, für die bevölkerungspolitischen Anreize, für die Medizinisierung des Sexes und die Psychiatrisierung seiner nicht-genitalen Formen.“ (Foucault, 1983: 100). Ihre Hauptbeziehungsachsen, Eltern-Kind und Mann-Frau bilden die Basis für die Entwicklung der grundlegenden Elemente des Sexualitätsdispositives: Den weiblichen Körper, die kindliche Frühreife, die Geburtenregelung und die „Klassierung der Perversen“ (vgl. Foucault, 1983: S.107).

Zu den Weiterentwicklungen des Sexualitätsdispositivs im ausgehenden 20. und frühen 21. Jahrhundert siehe z.B. Jasbir Puars Konzept der Terrorist Assemblages.

Normativität, Normation und Normalisierung

In seinen Vorlesungen zur Gouvernementalität unternimmt Foucault die Unterscheidung zwischen Normativität, Normation und Normalisierung (vgl. Lorey, 2007 und Foucault, 2004). Normativität, eine juridische, am Gesetz orientierte Denkweise, bezieht sich auf Gesetzessysteme, die mit Normensystemen in Beziehung stehen. Gesetze sind hier Kodifizierungen von Normen. Normation (bei Foucault auch „disziplinarische Normalisierung“ (vgl. Foucault, 2004: 90)) geht stets von einer Norm als Richtwert aus, um eine binäre Unterscheidung in das Normale und das Anormale treffen zu können und bleibt somit in der Logik von Gesetz und Norm verhaftet. Normalisierung hingegen passiert nicht ausgehend von der Norm, sondern läuft der Norm gelegentlich auch zuwider oder findet in den „Spielräumen“ von Normen- und Gesetzesordnungen statt. Normalisierung bedient sich Techniken wie der Statistik oder der Wahrscheinlichkeitsrechnung, um Normalitätskurven zu „orten“ und nutzt diese Normalitätsaufteilungen als Norm. Normalisierung funktioniert also nicht als „Top/Down“-Mechanismus, sondern im beständigen Wechselspiel sich gegenseitig in Gang setzender Normalitätskurven. Somit steht Normalisierung zwar in Beziehung zu Normativität oder Normation, ihre Effekte Prozeduren und Praktiken gehen aber weder in der Norm auf, noch können sie immer durch sie erfasst werden (vgl. Lorey 2007).

Archäologie und Genealogie

Archäologie und Genealogie sind die zwei zentralen diskursanalytischen Verfahren. Während eine Archäologie des Wissens nach den Regeln des Diskurses fragt, seine wahrheitskonstitutiven Gesetze entschlüsseln will und das dem Diskurs zugrundeliegende Regelsystem betrachtet, fragt die Genealogie nach den jeweiligen Praktiken und untersucht Diskurse und ihre Gegenstände als Machteffekte, ist also primär als eine Analyse der Macht und ihrer Wirkungsformen zu verstehen (Kleiner, 2001: 9).

Foucault-Rezeption in Gender Studies und Queer Theory

Michel Foucaults Theorien sind sowohl für die Gender Studies wie auch für die Queer Theory von großer Bedeutung. Eine diskursanalytisch-poststrukturalistische Zugangsweise ermöglicht es, sowohl Gender wie auch Sex und Sexualität als diskursiv produziert zu denken. Deswegen nutzen viele gender- und queertheoretische Arbeiten Foucaults Konzeptionen von Diskurs, Wahrheit, Wissen und Macht, um Geschlecht wie auch Sexualität zu entnaturalisieren (vgl. z.B. Butler 1990 und 1997 oder Fausto-Sterling 2000) oder die binäre Geschlechterordnung in ihrer historischen Gewordenheit zu untersuchen (vgl. z.B. Laqueur 1990 oder Honegger 1991). Weitere geschlechtertheoretische „Anwendungsgebiete“ von Foucaults Toolbox sind zum Beispiel Analysen normativer Geschlechtlichkeit oder die Produktion bestimmter Körperlichkeiten: So untersucht Susan Bordo Disziplinarmaßnahmen, die nicht nur Handlungsweisen bestimmen, sondern nützliche feminine Körper hervorbringen (Bordo 1995); Sandra Bartky betrachtet die Produktion gelehriger, sich selbst überwachender Körper und liest die Beherrschung der Praktiken der Femininität als identitätsstiftend (Bartky 1997); Sabine Maasen deutet Schönheitschirurgie als Technik flexiblen Selbstmanagements und nutzt somit Foucaults Konzept der Gouvernementalität (Maasen 2005). Auch für die historische Geschlechterforschung haben sich Foucaults Machtanalytik und Konzepte der Subjektivierung als nützlich erwiesen, so untersucht z.B. Andrea Bührmann sexuelle Normen, die im Rahmen der Sexualitätsdebatte der neuen Frauenbewegung entstanden (Bührmann 1995) und Claudia Bruns diskutiert anhand der Männerbundtheorien Hans Blühers die Verknüpfungen von Wissen, Macht und Subjektkonstitution und liest Sexualität und Männlichkeit als Scharnier zwischen Kollektiv und Einzelsubjekt (vgl. Bruns 2009).


Für die Queer Theory ist besonders Foucaults poststrukturalistische Historisierung der „Sexualität“ in Sexualität und Wahrheit 1 von Bedeutung, außerdem werden seine Konzeptionen von Macht und Diskurs häufig benutzt, da sie Diskursen einerseits identitätsstiftende Macht zuschreiben, andererseits aber betonen, dass es keinen Ort außerhalb der Macht und keinen intelligiblen Ort außerhalb des Diskurses geben kann. Somit befinden sich identitätspolitische Bewegungen immer auch innerhalb des Diskurses gegen den sie sich wenden und machen identitätskritische Herangehensweisen notwendig: So liest z.B. Jana Sawicki „Sexualität“ als Produkt machtgesättigter Diskurse und wendet sich gegen sexuelle Identitätspolitiken (Sawicki 1988); Beatriz Preciado stellt der „Sexualität“ das Konzept der Kontrasexualität entgegen (Preciado 2003); Ulrike Auga (Auga 2010) entwickelt in Anlehnung an die Konzepte der Biomacht und der Biopolitik eine queere kritische Biotheologie, die es erlaubt, die zentrale Stellung von Religion, Rasse und Geschlecht für biopolitische Eingriffe zu analysieren, kritisch zu hinterfragen und zu widerständigen Praktiken und Visionen beizutragen; und Jasbir Puar nutzt u.a. das Konzept der Biomacht, um die Beziehungsgeflechte zwischen us-amerikanischen War on Terror, neoliberalen Sexualpolitik(en), zeitgenössischen Sicherheitsdispositiven, Orientalismus, Terrorismus, Folter und der Artikulation muslimischer, arabischer, Sikh und südasiatischer Sexualitäten zu untersuchen und hinterfragt, warum und in welchen Diskursformationen an diesem historischen Kreuzungspunkt terroristische Körper produziert werden/können (Puar 2007).

Wichtigste Veröffentlichungen

  • Wahnsinn und Gesellschaft. [1961]: Die Geschichte des Wahnsinns; Untersuchung der Entwicklung vom Wahnsinn zur Geisteskrankheit; Exklusionspraktiken.
  • Die Geburt der Klinik. [1963]: Geschichte der Entwicklung der Disziplin der Medizin, mit Fokus auf den im 18./19.Jh. grundlegend neue Umgang mit Tod und Krankheit – nicht mehr als allg. Unheil, sondern als Netz von Symptomen, die der ärztliche Blick aufdeckt und entschlüsselt.
  • Die Ordnung der Dinge. [1966]: Ärchäologie der Humanwissenschaften; Konzentration auf sprachliche Kategorien und die elementaren Denkmuster (Wissensordnung); Untersuchung der grundlegenden Struktur des Diskurses; Episteme (epistemolog. Unterbewußtsein einer Epoche).
  • Archäologie des Wissens. [1969]/ Die Ordnung des Diskurses. [1970]: Theorie der Diskursanalyse; Diskurstheorie, Methodologie.
  • Überwachen und Strafen, [1975]: Analyse der Diziplinargesellschaft, Machttechniken und Wirkungen anhand d. Institution des Gefängnisses.
  • Sexualität und Wahrheit 1-3: Der Wille zum Wissen; Der Gebrauch der Lüste; Die Sorge um sich [Original: 1976-1984]: Analyse der polymorphen Techniken der Macht am Beispiel der Sexualität.
  • Geschichte der Gouvernementalität: Konzeption von Gouvernementalität; weitere Ausführungen zu Macht, Biomacht, Machtanalytik; Normalisierung etc.

Quellen

  • Auga, Ulrike (Auga 2010): An die Wurzeln biomächtiger Eingriffe: Dekonstruktion von Religion und Geschlecht durch eine Kritische Bio-Theologie. In: /Journal of the ESWTR/ 17 (2010, im Erscheinen)
  • Bartky, Sandra Lee (Bartky 1997): Foucault, Femininity, and the Modernization of Patriarchal Power. In: Conboy, Katie; Medina, Nadia; Stanbury, Sarah (Hg.): Writing on the Body: Female Embodiment and Feminist Theory. New York 1997, S. 129-151
  • Bordo, Susan (Bordo 1995): The Body and the Reproduction of Femininity. In: Bordo, S.: Unbearable Weight. Berkeley 1995, S. 165-184
  • Bührmann, Andrea (Bührmann 1995): Das authentische Geschlecht. Die Sexualitätsdebatte der Neuen Frauenbewegung und die Foucaultsche Machtanalyse. Münster 1995
  • Bruns, Claudia (Bruns 2009): Politik des Eros. Der Männerbund in Wissenschaft, Politik und Jugendkultur (1880–1934). Köln, Weimar, Wien 2009
  • Butler, Judith (Butler 1990): Gender Trouble. Feminism and the Subversion of Identity. New York 1990
  • Butler, Judith (Butler 1997): Körper von Gewicht. Frankfurt/M. 1997
  • Fausto-Sterling, Anne (Fausto-Sterling 2000): Sexing the Body. Gender Politics and the Construction of Sexuality. New York 2000
  • Foucault, Michel (Foucault 1978a): Wahrheit und Macht. Interview mit Michel Foucault von Alessandro Fontana und Pasquale Pasquino. In: Foucault, Michel: Dispositive der Macht. Michel Foucault über Sexualität, Wissen und Wahrheit, Berlin 1978, S. 21-54.
  • Foucault, Michel (Foucault 1978b): Ein Spiel um die Psychoanalyse. Gespräch mit Angehörigen des Departement de Psychanalyse der Universität Paris/Vincennes. In: Foucault, Michel: Dispositive der Macht. Michel Foucault über Sexualität, Wissen und Wahrheit, Berlin 1978, S. 118-175.
  • Foucault, Michel (Foucault 1981): Archäologie des Wissens, Frankfurt/M. 1981
  • Foucault, Michel (Foucault 1983): Der Wille zum Wissen. Sexualität und Wahrheit 1, Frankfurt/M. 1983
  • Foucault, Michel (Foucault 2000): Die Gouvernementalität. In: Bröckling, Ulrich; Krasmann, Susanne; Lemke, Thomas (Hg.): Gouvernementalität der Gegenwart. Studien zur Ökonomisierung des Sozialen. Frankfurt/M. 2000, S. 41-67
  • Foucault, Michel (Foucault 2004): Geschichte der Gouvernementalität I, Frankfurt/M. 2004
  • Honegger, Claudia (Honegger 1991): Die Ordnung der Geschlechter. Die Wissenschaften vom Menschen und das Weib 1750–1850. Frankfurt/M. 1991
  • Internetlexikon: 50 Klassiker der Soziologie (04.03.2010; 12:30)
  • Kleiner, Marcus S. (Kleiner 2001): Vorwort des Herausgebers. In: Kleiner, Marcus S. (Hg.), Michel Foucault: Eine Einführung in sein Denken. Frankfurt/M. 2001, S. 7-16
  • Laqueur, Thomas (Laqueur 1990): Making Sex. Body and Gender from the Greeks to Freud. Cambridge und London 1990
  • Lemke, Thomas (Lemke 2001): Gouvernementalität. In: Kleiner, Marcus S. (Hg.), Michel Foucault: Eine Einführung in sein Denken. Frankfurt/M. 2001, S. 108-122
  • Lorey, Isabell (Lorey 2007): Weißsein und Immunisierung. Zur Unterscheidung zwischen Norm und Normalisierung. (16.06.2010; 10:00)
  • Maasen, Sabine (Maasen 2005): Schönheitschirurgie. Schnittflächen flexiblen Selbstmanagements. In: Orland, Barbara (Hg.): Artifizielle Körper – Lebendige Technik. Zürich 2005, S. 239-260
  • Preciado, Beatriz (Preciado 2003): Kontrasexuelles Manifest. Berlin 2003
  • Puar, Jasbir K. (Puar 2007): Terrorist Assemblages: Homonationalism in Queer Times. London und Durham, 2007.
  • Sawicki, Jana (Sawicki 1988): Identity Politics and Sexual Freedom. In: Diamond, Irene; Quinby, Lee (Hg.): Feminism and Foucault. Reflections on Resistance. Boston 1988, S. 177-192
  • Seier, Andrea (Seier 2001): Macht. In: Kleiner, Marcus S. (Hg.), Michel Foucault: Eine Einführung in sein Denken. Frankfurt/M. 2001, S. 90-107
  • Stanford Encycopedia of Philosophy (Stanford Encyclopedia, 2008): Michel Foucault, 2008 (04.03.2010; 12:00)

Links

Literatur

  • Bublitz, Hannelore: Foucaults Archäologie des kulturellen Unbewußten. Zum Wissensarchiv und Wissensbegehren moderner Gesellschaften. Frankfurt/M.; New York 1999
  • Deleuze, Gilles: Foucault. Minneapolis 1988
  • Jäger, Siegfried: Kritische Diskursanalyse. Eine Einführung. Münster 2004
  • Kleiner, Marcus S. (Hg.): Michel Foucault: Eine Einführung in sein Denken. Frankfurt/M. 2001
  • Spargo, Tamsin: Foucault and Queer Theory. Reading 2000


Bibliografie (Auswahl)

Wo möglich sortiert nach dem Jahr des Erscheinens der französischen Originalausgabe

2005

  • Foucault, Michel: Analytik der Macht. Frankfurt/M. 2005

2004

  • Foucault, Michel: Geschichte der Gouvernementalität, 2 Bände. Frankfurt/M. 2004

2003

  • Foucault, Michel: Schriften zur Literatur. Frankfurt/M. 2003

1999

  • Foucault, Michel: Die Anormalen. Vorlesungen am Collège de France (1974- 1975). Frankfurt/M. 2003 [orig. Les Anormaux. Paris 1999]

1996

  • Foucault, Michel: In Verteidigung der Gesellschaft. Frankfurt/M. 1999 [orig. Il faut défendre la societé. Paris 1996]
  • Foucault, Michel: Diskurs und Wahrheit. Berkeley-Vorlesungen 1983. Berlin 1996

1994

  • Foucault, Michel: Schriften. Frankfurt/M. 2001 ff., 4 Bände [orig. Dits et Ecrits. Paris 1994]

1992

  • Foucault, Michel: Was ist Kritik? Berlin 1992

1987

  • Foucault, Michel: Von der Subversion des Wissens. Frankfurt/M. 1987

1984

  • Foucault, Michel: Der Gebrauch der Lüste. Sexualität und Wahrheit 2. Frankfurt/ M. 1989 [orig. Histoire de la sexualité, vol. 2. L´usage des plaisirs. Paris 1984]
  • Foucault, Michel: Die Sorge um sich. Sexualität und Wahrheit 3. Frankfurt/M. 1989 [orig. Histoire de la sexualité, vol. 3. Le souci de soi. Paris 1984]

1978

  • Foucault, Michel: Dispositive der Macht. Michel Foucault über Sexualität, Wissen und Wahrheit. Berlin 1978

1977

  • Foucault, Michel; Deleuze, Gilles: Der Faden ist gerissen. Berlin 1977

1976

  • Foucault, Michel: Der Wille zum Wissen. Sexualität und Wahrheit 1. Frankfurt/M. 1983 [orig. Histoire de la sexualité, vol. 1: La volonté de savoir. Paris 1976]

1975

  • Foucault, Michel: Überwachen und Strafen. Frankfurt/M. 1977 [orig. Surveiller et punir – la naissance de la prison. Paris 1975]

1971

  • Foucault, Michel: Die Ordnung des Diskurses. München 1974 [orig. L'ordre du discours. Paris 1971]

1969

  • Foucault, Michel: Archäologie des Wissens. Frankfurt/M. 1973 [orig. L'archéologie du savoir. Paris 1969]

1966

  • Foucault, Michel: Die Ordnung der Dinge. Frankfurt/M. 1974 [orig. Les mots et les choses – Une archéologie des sciences humaines. Paris 1966]

1963

  • Foucault, Michel: Die Geburt der Klinik. Eine Archäologie des ärztlichen Blicks. Frankfurt/M. 1988 [orig. Naissance de la clinique – une archéologie du regard médical. 1963]

1961

  • Foucault, Michel: Wahnsinn und Gesellschaft. Eine Geschichte des Wahns im Zeitalter der Vernunft. Frankfurt/M. 1993 [orig. Histoire de la folie à l'âge classique – Folie et déraison. 1961]

1954

  • Foucault, Michel: Psychologie und Geisteskrankheit. Frankfurt/M. 1968 [orig. Maladie mentale et Psychologie. Paris 1954]

Fußnoten

  1. Michel Foucault bezeichnete seine Werke als "Toolbox" oder Werkzeugkasten, dessen Inhalts sich die Leser_innen bedienen könnten, er schreibe also für Nutzer_innen, nicht für ein Publikum. (Michel Foucault: "Prisons et asiles dans le mécanisme du pouvoir", in: Dits et Ecrits, t. II., Paris 1994, S. 523f.).
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