Genderanalysen
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Beschreibung
Eine Genderanalyse ist eine Analyse die eingesetzt wird, um die Anzahl und das Verhältnis von Menschen weiblichen und männlichen Geschlechts in bestimmten Bereichen aufzuzeigen, um somit geschlechterhierarchische Strukturen und davon abhängige Lebens- und Arbeits-Bedingungen sichtbar zu machen. Durch die Analyse der gesammelten Daten soll festgestellt werden, welche geschlechtsspezifischen Strukturen überhaupt dazu führen, dass sich entsprechende Hierarchien und daraus folgende Benachteiligungen immer wieder einstellen können und welchen Zusammenhang es zwischen den Zahlen und den Machtverhätnissen überhaupt gibt, bzw. welche Rolle diese in bestimmten Bereichen überhaupt spielen.
Zielsetzung
In der Praxis ist das Verfahren einer solchen Analyse in verschiedene Arbeitsschritte unterteilt und auf den zu erarbeitenden Bereich zugeschnitten, so dass aufgrund einer fundierten Analyse auch adäquate Maßnahmen zur Chancengleichheit und Herstellung der Geschlechterdemokratie entwickelt werden können. Dieses Verfahren dient auch der Sichtbarmachung bestimmter politischer und gesellschaftlicher Prozesse und Abhängigkeiten. So können beispielsweise die Einstellungschancen für Frauen im Beruf über die Quotenregelung verändert werden und die daraus resultierenden Entwicklungen durch Datenerhebung erfasst und analysiert werden.
Verfahren
1. Sammlung und Darstellung der Daten
Als erstes erfolgt eine möglichst ausdifferenzierte geschlechtsspezifische Datensammlung bzw. statistische Datenerhebung. Die erhobenen Daten werden anschließend in Bezug auf Zeitverläufe, Alter und der zu untersuchenden Fragestellung gesetzt. Anschließend muss eine Selektion der Indikatoren stattfinden, welche tatsächlich die geschlechtsspezifisch unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten ausmachen, damit diese eindeutig formuliert werden können.
2. Formulierung der Problemstellungen und Erstellen einer Ursachenanalyse
In diesen nächsten Schritten muss mit Hilfe der Daten herausgestellt und formuliert werden, welche geschlechterrelevanten Problemstellungen vorhanden sind und wie und wodurch bestimmte Differenzen und Hierarchien entstanden sind. Die Ursachenanalyse soll des weiteren aufdecken, durch welche Prozesse Benachteiligungen aufrecht erhalten werden und mit welchen Methoden dagegen vorgegangen werden kann.
3. Formulierung von Handlungsstrategien
Um die Konsequenzen der Analyse formulieren zu können, muss ein Abgleich der erhobenen Ergebnisse mit der geschlechterpolitischen Zielsetzung stattfinden. Daraufhin erst, kann die Erörterung von Handlungsstrategien und -möglichkeiten stattfinden, um den Handlungsprozess in die Wege zu leiten. Die Fragestellung vor Beginn der Datensammlung und die gewählte Methode impliziert somit schon einen Teil der Lösungsverfahren und der Handlungsvielfalt.
Methoden und Lösungsverfahren
Methoden
Der Einsatz unterschiedlicher Datenerhebungsmethoden ist möglich. Für umfassendere Analysen können diese durchaus kombiniert werden.
--> Datenreanalyse vorhandener statistischer Daten nach Gendergesichtspunkten
--> Quantitative (schriftliche und telefonische) Erhebungen, bspw. Unternehmensbefragungen
--> Qualitative (leitfadengestützte) Befragungen und Experteninterviews
--> Gruppendiskussionen
Lösungsverfahren
Darunter wird der Einsatz bestimmter Instrumente der Implementierung von Strategien und Lösungen verstanden. Diese können sein:
--> Gender Beratung
--> Präsentationen
--> Workshops
--> Einzel- und Gruppenberatung
Zielgruppen
--> Politische Entscheidungsträger
--> Öffentliche Verwaltung
--> Unternehmen
--> Vertreter aus dem Bildungsbereich
--> Therapeuten/Therapeutinnen
--> Arbeitsgruppen
Problematik
Der Einsatz einer Genderanalyse dient der Erfassung und Analyse bestimmter geschlechterbezogener Fragestellungen und derer Beweisführung. Zu beachten ist aber die Gefahr der Vereinfachung von Geschlechterdifferenz im Sinne einer Datenerhebung, also eines einfachen "sex countings“, welches hier die Darstellung der Geschlechtervielfalt als Zweigeschlechtlichkeit reproduziert. Denn die Bestimmung der Quantität sagt nicht gleichzeitig etwas über die einfache unabhängige Machtverteilung in einem bestimmten Geschlechterbereich aus. In der Fragestellung und in der Analyse zur Erarbeitung von Handlungsstrategien, müssen kulturelle und historische Hintergründe mit einfließen, sowie auch weitere Interdependenzen mit berücksichtigt werden, um eine Komplexität in der Umsetzung auch zu ermöglichen. Die Thematik der Genderanalysen ist bislang leider nur begrenzt dokumentiert worden. Eine weitere Erarbeitung wäre wünschenswert.
Literatur
Erhard, A.: Gender Mainstreaming – wo es herkommt, was es will und wie es geht, in: Jansen, M.M./Röming A./Rohde M.(Hg.) Gender Mainstreaming: Herausforderung für den Dialog der Geschlechter.Olzog, München, 2003.
Klinzing, L. (Hg.):GEW Genderreport 2004, Daten zur Entwicklung in Bildung und Wissenschaft, Frankfurt a.M., 2004.
Weblinks
http://www.basis-institut.de/arbeitsbereiche/gender/index3.html
http://www.genderkompetenz.info
http://www.gender.verdi.de/projekte/aufgaben/genderkompetenz/
http://gender.verdi.de/genderservice/gm_glossar/#genderanalysen

