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[[1]] genanet – Leitstelle Gender | Umwelt | Nachhaltigkeit

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

genanet, die Koordinations- und Servicestelle für den Themenbereich Geschlechtergerechtigkeit (Gender), Umwelt und Nachhaltigkeit, ist aus einem bestehenden Netzwerk von Frauen hervorgegangen, die sich als Wissenschaftlerinnen und Praktikerinnen mit Geschlechterverhältnissen in Umwelt- und Nachhaltigkeitskonzepten befassen. Langjährige Zusammenarbeit ließ in uns den Wunsch entstehen, die Strukturen zu professionalisieren und das Netz zu verbreitern. Seit Juli 2003 ist genanet bundesweite Koordinations- und Servicestelle für Gender, Umwelt und Nachhaltigkeit.

Inhalte

Umwelt- und Nachhaltigkeitspolitik sind nicht geschlechtsneutral. So schlicht diese Aussage ist, so heftige Widerstände ruft sie immer noch hervor. Dabei sprechen die Fakten eine deutliche Sprache: Umweltbewusstsein und Umweltverhalten sind ebenso wie Konsum- und Ernährungsverhalten bei Männern und Frauen unterschiedlich -ausgeprägt, viele Umweltchemikalien reichern sich in unterschiedlichem Ausmaß in männlichen und weiblichen Körpern an, die Wahrnehmung von Umweltrisiken ist von erheblichen Geschlechterunterschieden geprägt – um nur einige Beispiele zu nennen. Generell können umweltpolitische Entscheidungen und Planungen in allen Themenbereiche, ob im Naturschutz oder in der Energiepolitik, bei der Biodiversität oder dem Klimaschutz, unterschiedliche Auswirkungen auf Männer und Frauen haben. Doch bisher finden Geschlechteraspekte in Umweltpolitik, -wissenschaft und -praxis nicht die ihnen gebührende Aufmerksamkeit. Daher sind Initiative, Engagement, Forschung und Vernetzung gefragt, um Widerständen zu begegnen und positive Ansätze zu unterstützen.

Gründe für die Geschlechterunterschiede liegen in den gesellschaftlichen Rollenzuschreibungen ebenso wie in den damit verknüpften Machtverhältnissen. Der geringe Anteil von Frauen in Entscheidungspositionen auch im Umweltbereich, die ungleiche Vertretung von Männern und Frauen in beratenden Gremien, wie beispielsweise dem Rat für nachhaltige Entwicklung oder dem Sachverständigenrat für Umweltfragen, sind Folgen davon. Die Versorgungsökonomie als frauendominiertes Arbeitsfeld erhält in unserer erwerbsökonomisch orientierten Gesellschaft wenig Wertschätzung. Das spiegelt sich bei genauerem Hinsehen in vielen politischen Konzepten und Umweltschutzmaßnahmen wider.

Geschlechterunterschiede werden in den ärmeren und weniger entwickelten Regionen der Welt zunehmend wahrgenommen und entsprechend von Entwicklungsorganisationen, den Vereinten Nationen oder Nichtregierungsorganisationen in ihrer Arbeit berücksichtigt. In Industrieländern finden sie dagegen meistens nicht die ihnen gebührende Aufmerksamkeit. Das ist in Deutschland nicht anders als in den anderen Ländern der Europäischen Union, in den USA nicht anders als in Osteuropa. Um Geschlechtergerechtigkeit in Umwelt und nachhaltiger Entwicklung im industrialisierten „Norden“ der Welt zu thematisieren, um sich für deren Integration in Forschung, Politik oder in die alltägliche Arbeit der Umweltverbände einzusetzen, wurde genanet, die Leitstelle Geschlechtergerechtigkeit und Nachhaltigkeit eingerichtet.

Genderaspekte spielen in umwelt- und nachhaltigkeitsorientierten Organisationen und Verbänden, aber auch in den entsprechenden politischen Institutionen bisher keine oder bestenfalls eine untergeordnete Rolle. Die Erfahrungen zeigen, dass es schwierig ist, diese querschnittsorientierte Thematik in die Arbeit und Inhalte bestehender Organisationen und deren Strukturen zu integrieren. Das gilt sowohl für die inhaltliche als auch für die strategische Ebene. Genderinteressierte Personen finden innerhalb der Organisationen keinen Raum, neue Konzepte zu entwickeln und zu diskutieren, sie scheitern an der Nicht-Wahrnehmung der geschlechterspezifischen Aspekte in Umwelt- und Nachhaltigkeitskonzepten. So findet „Gender“ bisher noch vorwiegend in der Freizeit statt, ohne finanzielle und personelle Ressourcen.

Arbeitsweise und Ziele

Informieren, koordinieren, Impulse geben, Stellung beziehen – diese Arbeit leistet genanet, das Ziel ist umfassender: neue Konzepte und Ideen zu entwickeln, wie Genderaspekte in den Bereich „Umwelt und Nachhaltigkeit“ erfolgreich integriert werden können. genanet ist das Herzstück eines Netzwerks an Expertinnen und Experten aus Deutschland und Europa. Durch die Bündelung an Fachwissen gelingt es genanet, mit seinem anspruchsvollen Themenfeld in Politik, Wissenschaft und Öffentlichkeit präsent zu sein und gesellschaftlich Einfluss zu nehmen: mit Stellungnahmen und Positionspapieren, Vorträgen, Tagungen und Publikationen. Im Fokus stehen dabei Institutionen, Organisationen und Verbände aus dem Bereich Umwelt und Nachhaltigkeit, die Gender Mainstreaming in ihre Arbeit und Organisationsstruktur einführen. genanet bietet ihnen Informationen, ein Pool an Referentinnen und Referenten sowie Beratung und Training.

genanet soll die Themen einer geschlechtergerechten Umwelt- und Nachhaltigkeitspolitik aber auch einer breiteren Öffentlichkeit näher bringen, den Blick für Verbindungen zwischen den Themen öffnen und zum Weiterdenken und Mitmachen anregen. genanet versteht sich als Koordinations- und Servicestelle für die unterschiedlichen Aktivitäten zur Förderung der Geschlechtergerechtigkeit in Umweltpolitik und nachhaltiger Entwicklung und greift dabei Impulse von außen auf, setzt aber ebenso eigene Schwerpunkte bei der politischen Einflussnahme oder der Festlegung prioritär zu bearbeitender Themen. Zur Kommunikation wird der elektronische Newsletter genanews und die Webseite eingesetzt.

Strukturen

Begleitet wird genanet von einem Lenkungsausschuss, in dem arbeiten Genderexpertinnen unterschiedlicher Fachrichtungen und Organisationen als „Vordenkerinnen“ und „Richtungsgeberinnen“ zusammenarbeiten. Während der dreijährigen Aufbauphase gab es darüber hinaus einen Beirat, der zur Verstetigung der Arbeit von genanet beigetragen hat.

Einsteigen und mitmachen

Wir freuen uns über Beiträge für den Newsletter und über Hinweise oder Anregungen für den Informations-Pool. Auf unseren Tagungen und Workshops gibt es immer wieder gute Möglichkeiten, in das Thema einzusteigen und mit uns und anderen Interessierten in Kontakt zu kommen. Ideen zur Verbesserung der Vernetzung, zu inhaltlichen Schwerpunkten oder dem strategischen Vorgehen sind uns immer willkommen!

Service

Wichtige Arbeitsschwerpunkte von genanet sind die Vernetzung von GenderexpertInnen, die Unterstützung von Institutionen und Organisationen, die sich die Integration von Geschlechteraspekten in ihre Facharbeit zur Aufgabe machen wollen, aber auch die Vermittlung von ReferentInnen oder BeraterInnen zum Gender Mainstreaming in Umwelt und nachhaltiger Entwicklung allgemein oder in einzelnen Fachthemen.

Hierfür bietet genanet als Service:

  • einen Infopool mit Forschungsergebnissen, Literatur, ExpertInnen, Hintergrundinformationen, Argumentationsgrundlagen, Positionspapieren
  • Seminare und Tagungen zu aktuellen Themen
  • genanews, den Rundbrief mit neuesten Informationen zu Forschungsprojekten, Tagungen, politischen Entwicklungen, Initiativen und Aktionen
  • Diskussionsforen und Arbeitsgruppen, die nach Bedarf langfristig arbeiten oder sich aus aktuellem Anlass zusammen finden
  • Beratung und Hilfestellung bei der Entwicklung von Strategien zur Umsetzung des Gender Mainstreaming oder der Integration von Geschlechteraspekten in ein spezielles Umweltthema
  • Pressearbeit und einen Pool an am Thema interessierten JournalistInnen



Kontaktperson/Ansprechpartnerin

Ulrike Röhr, Anja Wirsing

http://www.genanet.de

genanet – Leitstelle Gender | Umwelt | Nachhaltigkeit

LIFE e.V.

Dircksenstr. 47

D-10178 Berlin

Fon 030.308798-31/35

Fax 030.308798-20

mail: leitstelle(at)genanet.de

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