GELD & GESCHLECHTERVERHÄLTNISSE
Aus Gender@Wiki
Liebes Geld und schnöder Mammon
Geld und Geschlechterverhältnisse Teil I
Veranstaltungsreihe
April – Juni 2007
Liebe Frauen und Frauinnen!
Der Jahresschwerpunkt der Frauen_innenhetz ist 2007 dem ganz simplen wie höchst komplizierten Thema Geld gewidmet – den geschlechtlichen Kodierungen und dem geschlechtsspezifischen Umgang mit Scheinen und Münzen, Konten und virtuellen Zahlungssystemen. Als Tauschmittel zunächst ohne Wert ist das Geld einerseits in ein Verhältnis zu setzen zu Formen des Austausches von Gaben, Geschenken, Realien oder Anerkennung und andererseits zum System des Frauentausches. Ob "lieb" oder "schmutzig", Geld und Geldverkehr sind emotional und libidinös besetzt, ihnen werden magische und sakrale gleich wie profanste Dimensionen beigegeben, die die Geschlechter/un/ordnung imaginär und faktisch mit hervorbringen und Kompensationen in mehrerlei Richtungen erlauben. Das komplementär gedachte Verhältnis von "wahrer Liebe" und käuflicher Liebe oder auch die Warenförmigkeit von Geld selbst. Dem realen Machtgefälle, das sich in Lohnkonten und Geldbörsen manifestiert, vorausgesetzt, sind Symbolisierungen des Geldes, das als Tauschmittel Beziehungen und soziale Platzierungen strukturiert. Thema sind also kulturgeschichtliche Dimensionen, die Analyse von Märchen und (Alltags)Mythen, Redeweisen rund um Geld, MäuseInnen, Kohle oder KrötInnen, aber auch signifikante Auslassungen des als "schnöde" erachteten Mammons. Thema ist sozusagen dieser kulturelle Verschiebebahnhof für ökonomische und politische Verhältnisse; Anstandsdiskurse um Bescheidenheit und Sparsamkeit, Tabuisierungen von Meßbarem und auch Strategien des Verdeckens der Realität weiblicher Armut werden uns beschäftigen. Dies auch mit dem Anspruch, selbstkritisch eigenen Bewertungen zu begegnen, mit Haben und Nicht-Haben klarzukommen und den Reichtum von Frauen mit oder ohne Geld sehen zu können – um flüssig werden zu können! Daran wird auch der zweite Teil des Programmschwerpunktes im Herbst dieses Jahres anknüpfen, wo wir uns mit alternativen, auch geldlosen, Formen des Wirtschaftens auseinandersetzen wollen.
Wir freuen uns auf Ihren/Euren/Innen Besuch!
Hier soll bald mehr zum Thema folgen!

