Frauenbewegung in Südafrika
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Die Frauenbewegung/en sind Teil unterschiedlicher sozialer Bewegungen in Südafrika. Auffällig ist, dass sich die Frauenbewegung nach 1994 in der Postapartheid Ära in viele unterschiedliche Bewegungen unterteilt. Während das Apartheidregime versuchte sämtliche Frauenbewegungen zu unterdrücken (z. Bsp. Anti Pass Campaign), sind heute viele Frauen in den zahlreichen Bewegungen unter dem dach von großen Verbänden wie der Women’s National Coalition auf den unterschiedlichsten politischen Ebenen aktiv. Dabei fällt auf, dass Frauen vor allem an der Basis arbeiten. Frauen sind häufiger Mitglieder als Führungskräfte. Dies gilt auch für die politischen Parteien Südafrikas. Feminist Africa widmete 2005 ihre vierte Ausgabe dem Thema „Women Mobilised“. In ihr werden Mobilisierung und Widerstandsgeschichten afrikanischer Feministinnen theoretisiert. Shireen Hassim unterteilt in ihrem Beitrag „Terms of Engagement: South African Challenges“ die Frauenbewegung in Südafrika in drei Wirkungsbereiche: (1) national policy advocacy, (2) national and regional networks and coalitions und (3) community-based organisations . Am wenigsten sichtbar, aber zahlreich vertreten sind die Frauenorganisationen, die auf kommunaler Ebene arbeiten, wie zum Beispiel Suppenküchen für HIV/AIDS Waisen, Gemüsegärten, Kleiderkammern etc. Es gibt viele unterschiedliche Bewegungen, die auf diesen drei Ebenen agieren. Masimanyane Women’s Support Centre in East London ist ein Beispiel für eine Organisation, die auf nationaler und regionaler Ebene agiert, aber auch auf kommunaler Ebene Graswurzelarbeit betreibt. Die Grenzen zwischen den von Shireen Hassim aufgestellten Ebenen sind also fließend. Das Orange Farm Water Crisis Commitee ist dem dritten Wirkungsbereich zuzuordnen.
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Ziele und Forderungen (Auswahl)
(1) gleichberechtigte politische Teilhabe Frauenbewegungen brauchen den Zugang zur politischen Macht, um ihre Interessen effektiv zu vertreten und Bündnispartner innerhalb der Parteien zu finden. (2) Netzwerke schaffen Sinnvolle und effektive Mobilisierung der Frauen durch Allianzen mit anderen sozialen Bewegungen wie zum Beispiel der Armenbewegung. Wissenstransfer mit anderen Organisationen. (3) Kampf gegen Armut Der Hauptteil der Arbeit von Frauenbewegungen betrifft alltägliche Dinge. Wichtigstes Ziel ist der uneingeschränkte Zugang zu Basisleistungen und Ressourcen wie Zugang zu Strom und Wasser, Bildung und Gesundheitswesen, Wohnen. Die Frauen übernehmen den größten Teil der täglichen Arbeit – somit erfahren hauptsächlich sie die negativen Auswirkungen der südafrikanischen Politik. (4) Kampf gegen HIV/AIDS Südafrika hat weltweit die größten Probleme mit HIV/AIDS. Am meisten betroffen sind vor allem Mädchen und Frauen. Die Ursachen hierfür sind vielfältig. Geschlechtsspezifische Gewalt gegen Mädchen und Frauen ist für die rasante Zunahme von HIV-Infektionen die Hauptursache. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die geringe Bildung, d.h. mangelnde HIV/AIDS Aufklärung. Vor allem in den ländlichen Regionen Südafrikas ist eine adäquate ärztliche Versorgung von HIV/AIDS Patient_innen nicht bzw. nur gering gewährleistet.
Problematiken
In Südafrika gibt es auch heute 14 Jahre nach dem Ende der Apartheid sehr große soziale Unterschiede. Obwohl es mittlerweile eine gut verdienende schwarze Mittelschicht gibt, exisitieren noch immer gravierende Unterschiede zwischen der Schwarzen, Coloured und Weißen Bevölkerung, die gekennzeichnet sind durch strukturelle Ungleichheiten. Auch in den sozialen Bewegungen machen sich diese Dichotomien bemerkbar. Urbane, häufig Weiße Organisationen haben einen besseren Zugang zu Informationen, Geld (Funding) etc. als kleine ländliche Organisationen, denen es häufig an Erfahrungen und Geld mangelt. Viele kleine Basisorganisationen sind von zu weit von den gesetzgebenden Organen entfernt, so dass der Weg der Information zu lang ist. Bevor Gesetzesänderungen etc. bekannt werden, vergeht eine zu lange Zeit, bevor es die Frauen erreicht, die davon betroffen sind.
Quellen
Hassim, Shireen: „Terms of Engagement: South African Challenges“ In: Feminist Africa, 2005, 4. http://www.feministafrica.org/index.php?page=issue_four (11.03.08)
Kuumba, M. Bahati: „"You've Struck a Rock": Comparing Gender, Social Movements, and Transformation in the United States and South Africa“ In: Gender Society, 2002, 16, S. 504-520.
Naidoo, Prishani: „Wider die Kommerzialisierung des täglichen Lebens“ In: Afrika Süd, Zeitschrift zum südlichen Afrika, 36. Jg., Nr. 4, Juli/August 2007, S.22-25.
Waylen, Georgina: „Women´s Mobilization and Gender Outcomes in Transitions to Democracy. The case of South Africa“ In: Comparative Political Studies, Jg. 40, Nr. 5, 2007, S.521-546.
Weblinks
Feminist Africa http://www.feministafrica.org
African Gender Institute http://web.uct.ac.za/org/agi/
Council for the Developement for Social Research in Africa http://www.codesria.org/
Gender and Women’s Studies for Africa’s Transformation http://www.gwsafrica.org/

