Bahamas Crisis Centre

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Inhaltsverzeichnis

The Bahamas Crisis Centre

Geschichte

Das Bahamas Crisis Centre (Bahamesische Krisenzentrum) ist eine gemeinnützige Organisation in Nassau, Bahamas. Es wurde 1982 von Dr. Sandra Dean Patterson, die die dringende Notwendigkeit für eine solche Einrichtung erkannte, gegründet.

Durch ihre Arbeit als Psychologin in Nassau stellte Dr. Patterson fest, dass es kaum Hilfe für Frauen und Kinder, die Opfer von Vergewaltigungen oder häuslicher Gewalt wurden, in Nassau gab. Weitere Gründungsmitglieder waren Dr. Susan Fairclough und Salomie Gibson. Es wurde Women's Crisis Centre (Frauen Krisenzentrum) benannt und sollte dazu dienen, erstens den Opfern zu helfen und auch dazu beizutragen, dass neue Gesetze geschaffen werden und vermehrte Aufklärung in der Bevölkerung stattfindet. Alle Dienste wurden von ehrenamtlichen Helferinnen umsonst zur Verfügung gestellt.

Am Anfang fand das Women's Crisis Centre (WCC) Unterstützung vom „Psychiatric Social Work Department“ (die Abteilung für psychiatrische Sozialarbeit) und dem „Community Health Centre“ (Gemeindegesundheitszentrum), die einen Raum in ihrem Gebäude, das sich neben dem Princess Margaret Krankenhaus befand, zur Verfügung stellten. Hier konnten sich die Opfer zweimal wöchentlich umsonst behandeln lassen, und an einem Abend in der Woche wurde professionnelle Beratung angeboten. Bei diesen Leistungen, die alle kostenlos waren, handelte es sich um Ehe und Familienberatung, akute Notfallberatung, Gruppentherapie und Rechtsbeihilfe. Ursprünglich war eine sechsmonatige Probezeit geplant, aber es war sofort erkennbar, dass diese Dienste dringend notwendig waren und das WCC wurde eine permanente Einrichtung. 1988 erhielt das WCC die erste finanzielle Unterstützung für die Weiterführung und Erweiterung ihrer Programme durch die „Lyford Cay Foundation.“

1995 wurde das WCC offiziell in das Crisis Centre (CC) umbenannt. Man wollte damit auch Männer in den Prozess der Minderung der Gewalttaten gegenüber Frauen und Kindern einbeziehen. Es fanden sich immer mehr Männer, die zum Krisenzentrum kamen, entweder als Opfer von sexueller oder häuslicher Gewalt oder solche die Hilfe für ihr aggressives Verhalten suchten. Durch die Namensänderung war es dann auch möglich weitere Schwerpunkte festzulegen: vor allem vermehrte Aufklärung in der Öffentlichkeit und damit verbunden die Verminderung der Gewaltakte. Vorwiegend wollte man es durch erweiterte Programme in Schulen für Kinder und Jugendliche und durch Seminaren für Sozialarbeitern, Lehrer, Richter, Ärtzte, usw. erreichen.


Ehrenamtliche Mitglieder

Viele Funktionen des CC werden von ehrenamtlichen Mitgliedern übernommen. Einzig eine Büroleiterin ist fest angestellt und ein Teil der Beratungen (speziell tagsüber) wird von Angestellten der Abteilung für Sozialarbeit ausgeführt. Die ersten Helfer waren fast ausschließlich Psychologen, Psychiater und Sozialarbeiter, die ihre Dienste umsonst im CC anboten. Als sich das CC weiterentwickelte, fanden sich auch andere Freiwillige Helfer aus anderen Berufsgruppen, die helfen wollten. So mussten spezielle Trainingskurse eingerichtet werden, in denen die sehr spezifischen und sensiblen Themen wie Vergewaltigung, häusliche Gewalt, Kindesmisshandlung, Inzest, Depression, Geschlechtskrankheiten, usw. aufzugreifen. Das erste Trainingsprogramm wurde von Doreen Levy geleitet, mit Unterstützung von Mitarbeitern des St. Luke's Hospital Rape Crisis Center in New York. Seitdem haben über 500 Ehrenamtliche dieses Programm mitgemacht und circa 120 sind aktive in CC.

Wo die ehrenamtlichen Mitglieder helfen:

  • 24 Hour Hotline: Ehrenamtliche Mitglieder helfen mit der 24 Stunden Hotline, die telefonische Nothilfe, vor allem während der Nacht, an Samstagen und Sonntagen, sowie an Feiertagen.
  • Rape Advocacy: Die Betreuung und Unterstützung von Vergewaltigungen und deren Familienmitgliedern in der Notaufnahme während der Nacht.
  • Courtwatch: Anwesenheit bei Gerichtsverhandlungen
  • Beratung: Kostenlose Hilfe durch Psychologen, Psychiater, Sozialhelfer und Rechtsanwälte.
  • Schulungsprogramme: Weiterbildung von Schülern und Lehrkräften.
  • Verschiedene Ausstellungen: zur weiteren Aufklaerung der Bevölkerung
  • Friedliche Demonstrationen, um auf Missstände aufmerksam zu machen.
  • Crisis Center Month: November ist CC Monat, in dem verstärkt auf die verschiedenen Themen, die das BCC anspricht, hingewiesen wird. Sonderausgabe in der Zeitung, viele Aktivitäten für die Aufklärung der Bevölkerung.

Die Ehrenamtlichen treffen sich einmal monatlich um die Ziele festzulegen. Häufig werden auch Gastredner zu diesen Treffen eingeladen, um neues Wissen zu vermitteln.


Gesetzeshebung

Das CC war maßgebend an 3 Gesetzesänderungen beteiligt.

  1. The Domestic Violence and Sexual Offenders Act of 1991 - Hier wurde eine sehr viel breitere Basis für Vergewaltigung festgelegt, nicht nur die vaginale Penetration, wie es im alten Gesetz war. Auch sind seither Personen wie Lehrer, Ärzte, Arbeitgeber und auch Familienangehörige gesetzlich dazu verpflichtet, Missbrauch oder jede andere Form der sexuellen Nötigung zu offenbaren. Das Gesetz findet man bei: [1]
  2. Child Protection Act of 2006 - Hier werden die Rechte der Kinder festgelegt und auch die Strafmaßnahmen für die Nichtbeibehaltung. Das Gesetz findet man bei: [2]
  3. The Domestic Violence (Protection Orders) Act of March 2007 - Hier ist eine Erweiterung des Gesetzes von 1991, das nun auch „Common law marriages“ und Jugendliche in „boyfriend/girlfriend“ Beziehungen hinzufügt.


Anerkennungen

Dem CC wurden für ihre Arbeit zur Verbesserung der Situation für Frauen, Männer und Kinder, die Opfer von Gewalttaten wurden, zahlreiche Ehrungen zugesprochen.

  • 1994 - Bahamian Ministry of Housing: ehrt die Arbeit des CC und fügt es zu ihrer Liste von Wohltätigkeitsvereinen.
  • 1997 - Commonwealth Health Secretariat: erkannt der CC als Modell für außergewöhnliche Frauen Gesundheitsfürsorge an.
  • 1998 - United Nations: Das CC bekommt als erste bahamesiche Organisation Berater Status.


Die angestrebten Ziele des Crisis Centre (laut Dr. Patterson)

  • Opfern von Gewalttaten beizustehen und zu helfen
  • Neue ehrenamtliche Mitglieder zu rekruieren und alte ehrenamtliche Mitglieder weiter zu trainieren und unterstützen.
  • Aufklärung in Schulen und in der Bevölkerung
  • Spendenaktionen

Informationen über das CC findet sich auf der Website: http://www.bahamascrisiscentre.org


Literaturliste:
Patterson, Dr. Sandra Dean (2007, April 15). Personal Interview.
Website of the Bahamas Crisis Centre. (2007). [Online]. http://www.bahamascrisiscentre.org [2007, April 17].
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