Antike
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Für die griechisch-römische Antike gilt, daß diejenigen Grenzen, die das Erlaubte und Unerlaubte definieren weniger auf den Unterschied weiblich männlich, als vielmehr auf den Unterschied männlich-nichtmännlich abzielen. Männlich ist, wer penetriert, nichtmännlich, wer penetriert wird. Männer sind dabei alle freien Bürger "männlichen Geschlechts", während in die Gruppe der Nicht-Männer alle Personen "weiblichen Geschlechts" sowie Nichtfreie, also Sklaven, aber auch Personen "männlichen Geschlechts" vor ihrer Geschlechtsreife, wobei der Bartwuchs ausschlaggebendes Kriterium ist. Unerlaubt/unschicklich/schändlich sind sexuelle Handlungen, bei denen ein Mann penetriert wird (wer das freiwillig mit sich machen läßt, heißt kinaidos [in etwa mit "Schwuchtel" zu übersetzen]), oder bei denen einE Nicht-Mann penetriert oder sich sonstwie in eine aktive Rolle begibt (auch "Reiterstellung" gilt als unschicklich).
Literatur: Dover, Kenneth J.: Homosexualität in der griechischen Antike, München 1983. Siems, Andreas K. (Hg.): Sexualität und Erotik in der Antike,Wege der Forschung Bd. 605, Darmstadt 1988. Foucault, Michel: Sexualität und Wahrheit, Bd. II: Der Gebrauch der Lüste, Frankfurt a. M.

