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Gender
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Birgit Jürgenssen, Ballonschuh (1976)
Der Titel „Gnadenlos – Künstlerinnen und das Komische“, der zunächst plakativ klingt, macht nach dem Betreten der Schau schnell Sinn. Dann nämlich, wenn man bzw. frau feststellt, dass das Lachen, das Künstlerinnen hier evozieren, oft im Hals stecken bleibt, wenn es um das Ausstellen stereotyper Rollenbilder, Arbeitsteilung oder schlicht sexistischer Diskriminierung geht. So sind hier immer wieder Insignien vermeintlich weiblicher Lebensbereiche zu sehen, die sich zu grotesken Infunktionalitäten morphen: Rosemarie Trockels abgeknickte Herdplatte, Birgit Jürgenssens Raubvogelschuhe oder ihre berühmte Küchenschürze, Mona Hatoums riesige Küchenreibe, Meret Oppenheims Bierglas mit Eichhörnchen-Henkel.
Die Auswahl der Künstlerinnen von Eleanor Antin über Valie Export, Sylvie Fleury, Guerilla Girls, Maria Lassnig, Yoko Ono, Martha Rosler, Elaine Sturtevant u.v.a. liest und schaut sich wie eine beeindruckende Essenz eines feministischen Kunstkanons, der selten in einer solchen Konzentration vorgeführt wird. Auch die Präsentation in den Räumen des beeindruckenden worpswedischen Museumsgebäudes aus rundgezwirbelten Backsteinformationen (wenn es etwas so Essentialistisches wie eine weibliche Architektur gäbe, würde ich sie mir genauso vorstellen) ist gelungen: nicht zu viel und nicht zu wenig.
Neben (Wieder-)Entdeckungen wie der Heidelbergerin Hanna Nagel (1907-1975), die mit ihren eigenwilligen 20er-Jahre-Zeichnungen wie eine frühe Chronistin queerer Frauenfiguren wirkt oder dem Treffen mit alten Bekannten (viele der Pieces kennt die kunstinteressierte Feministin) ist das Highlight vor allem das Screening dreier Kurzfilme der Filmpionierin Alice Guy-Blaché (1873-1968), die auch schon in Missy gewürdigt wurde.
In „Madame a des envies“ rennt ein Ehemann mit Kinderwagen seiner hochschwangeren Frau hinterher, die sich nacheinander den Lolli eines kleinen Mädches, den Absinth eines Zeitungsleser, den Speck eines Bettlers und dann noch die Pfeife eines Händlers unter den Nagel reißt – um dann, deart berauscht, ihr Baby in einer Sturzgeburt auf ein Kohlblatt hinauszuploppen. Die seltene Möglichkeit, diese Filme auf einer größeren Leinwand anzusehen, sollten alle, die Gelegenheit dazu haben, unbedingt wahrnehmen.
Gnadenlos – Künstlerinnen und das Komische
Paula Modersohn-Becker Museum, Böttcherstr. 6-10, 28195 Bremen
noch bis zum 09. Juni
www.pmbm.de
„Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen. Man weiß nie, was man kriegt.“ Dieses Filmzitat stammt aus „Forrest Gump“ (1994) und ich finde es ziemlich treffend. Auch vereinen sich zwei meiner Leidenschaften darin: Film und Schokolade. Neben meinem weiteren Enthusiasmus für Literatur, Musik, wunderschöne Orte dieser Welt bereisen, Skifahren und London, studiere ich an der Universität Basel Medienwissenschaften und Gender Studies im 6. Semester. Herzlichst, eure Annie Hall.
Doch eigentlich beginnt sie gar nicht so. Sie beginnt mit zwei SchauspielerInnen, die immer wieder in Almodóvars Filmen zu sehen sind: Penélope Cruz („Volver“) und Antonio Banderas („Mujeres al borde de un ataque de nervios“). Erstgenannte sollte das Gepäck der Passagiere zum Flugzeug bringen, während Letzterer die Bremsklötze von den Rädern des Flugzeuges entfernen sollte. Und damit beginnt die Tragik der Komödie, da durch diese technische Panne (die Bremsklötze verhindern das Einfahren der Räder) der Film seinen ungewöhnlichen Verlauf nimmt. Da das Flugzeug nicht nach Mexiko fliegen kann, kreist es in Endlosschleifen über der spanischen Stadt Toledo und wartet auf eine Möglichkeit, eine gefährliche Notlandung ausführen zu können. Damit die Passagiere nicht in Unruhe geraten, machen sich die drei schwulen Flugbegleiter Benito, Joserra und Ulloa daran, die Reisenden der Business Class zu unterhalten, sei dies mit einem flotten Tänzchen, Alkohol oder Drogen. Und so sieht sich ein Haufen bunter, frecher und kurioser Leute einer unsicheren Landung entgegenfliegen.
Auffällig ist, dass die Charaktere der homosexuellen Flugbegleiter sehr klischiert gezeichnet wurden. Man hat das Gefühl, als ob sie alle fünf Minuten beweisen müssten, dass sie auch wirklich homosexuell sind. Zwei andere Szenen, die eher befremdend wirken, sind, als einer der Passagiere seine Freundin mit Pillen vollstopft, um danach mit ihr Sex zu haben. Die zweite Szene, als sich eine Passagierin an einem schlafenden Passagier vergreift und sich so selbst ihre Jungfräulichkeit nimmt. Und niemanden scheint dies groß zu stören.
Davon abgesehen hat Almodóvar seine Aufgabe filmtechnisch gut gelöst, beispielsweise die durch Schlafmittel in den Hintergrund rückenden Passagiere der Economyklasse, sowie auch am Ende des Filmes bei der Landung, als er gekonnt mit Bild- und Toneffekten spielt.
Beim Publikum im Kino gab es viele Lacher, die vielfach durch die Darbietung der homosexuellen Flugbegleiter ausgelöst wurden, aber nach dem Film gab es auch einige kritische Stimmen, die bemerkten, der Film habe zu wenig Tiefgang.
Mein Fazit: Die Komödie ist ebenso farbenfroh wie Almodovars frühere Werke und dies merkt man nicht nur an der Innengestaltung des Flugzeuges. Ich denke jedoch, dass der Film nicht an die früheren Meisterwerke anzuknüpfen vermag.
By Annie Hall
Neue Erscheinungen und Perlen der neueren Filmgeschichte werden von unseren Bloggerinnen auf Herz und Brüste geprüft. Wie wird Geschlechtlichkeit, Körperlichkeit und Rollenverteilung heute in bewegten Bildern festgehalten? Wir peitschen euch durch Tittfield, begleiten euch auf ein Dokfilmfestival, ermöglichen euch eine Mitgliedschaft im Mile High Club und sind die Muse, die euch einen saftigen Filmkuss verpasst.
Lehnt euch zurück und genießt einen orgasmischen Flug durch die trashige und reizvolle Filmlandschaft.
Störversuche von gewalttätigen Gegendemonstrant_innen konnten abgewehrt werden. Allerdings dürfte auch Glück im Spiel gewesen sein: Mitglieder der nationalistischen Swoboda-Partei kamen laut Live-Ticker in Queer.de 40 Minuten zu spät zum Start. Im Vorjahr musste die geplante Pride-Parade in letzter Minute abgesagt werden, nachdem knapp über 100 Aktivist_innen sich am vereinbarten Treffpunkt einer zehnfachen Übermacht gewaltbereiter Gegner_innen gegenüber sahen.
Heuer untersagten die Kiewer Behörden die Pride Parade, da sie Ausschreitungen und Zusammenstöße befürchteten, stellten dann aber doch Polizeikräfte zur Verfügung, um den kleinen Demonstrationszug zu schützen. Mehr über die heutigen Pride-Paraden in Kiew und Moskau in Queer.de.
Links: [www.queer.de] (Live-Ticker)
[www.youtube.com] (Video von der Pride Parade in Kiew, Associated Press)
[www.pinknews.co.uk]
[joemygod.blogspot.com]
[www.munichkievqueer.org]
https://www.facebook.com/media/set/?set=a.663394360343803.1073741835.304089532940956&type=1
„Auch wenn die TeilnehmerInnenzahl in diesem Jahr geringer ausgefallen ist als in den letzten drei Jahren, sind wir insgesamt zufrieden. Vor allem die Grußbotschaft des DGB Jugend und der Redebeitrag der Linksjugend aus Eisenach waren für uns wichtige Signale,“ so die Sprecherin des Bündnisses, Henriette Savasci. Seit Jahren sei es dem Bündnis ein Anliegen, auf eine Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Kräften in Eisenach hin zu wirken. „Obwohl wir viel positive Resonanz gekriegt haben für unsere linksradikale Demonstration, muss dahingehend noch viel mehr passieren“, so die Sprecherin weiter. Es sei wichtig, dass die zivilgesellschaftlichen Kräfte noch mehr eigene Akzente setzen und ihre Netzwerke mobilisieren können. Weiter in der Pressemitteilung lesen Erste Medienberichte gibts hier: linksunten.org |
Das BMZ hat unter Dirk Niebel eine Plakat- und Internetkampagne “The Big Five” über Afrika gestartet: Nashorn, Löwe, Elefant, Büffel, Leopard. Africavenir reagierte auf das kolonialrassistische Bild mit einer PM und einem feinen Gegenentwurf.
Katrin vergleicht auf Reizende Rundungen die Bademode in Deutschland gegenüber dem Ausland. Der eklatante Unterschied sticht ins Auge.
Erst sexy gemacht, und dann einen (halben) Rückzieher. Helga schreibt auf femgeeks über die Figur Merida und den Sexismus bei(m) Disney(Film).
Mein Hals krächzt „ich möchte eine anzeige machen“ „Worum geht‘s denn? Nur so‘n Stichwort.“ Nur ein Stichwort… Stichworte sind Randnotizen. Verstummt. [im Text: V*rg*w*lt*g*ng ausgeschrieben]
Warum „Die Preziöse“ ein neuer Stern am Zeitschriftenhimmel werden kann, steht in der Blattkritik von Different Needs.
Ein Hetenmann erklärt Feminist_innen was der Sex ist und was der Feminismus da machen muss. Bei berechtigten feministischen Kritiken kontert dieStandard auf Twitter mit der Unlust „einer gewissen theoretischen strömung“ U get it?
Ryuu stellt sich einen Tag ohne Heterosexismus vor. Eine Utopie. Schön.
Paula ist neun Jahre alt und will mehr Realitäten lesen, deshalb schreibt sie einen “offen Brief an deutsche Verleger”.
Jetzt bitte kurz anschnallen: Auf femgeeks folgt der größte Linkspam aller Zeiten.
Und während ich diese Blogschau machte und den Linkspam (s.o.) durchlas, hab ich mir Zeit gelassen, weil Tea-riffic zwei Grrrl Power Soundtracks angefertigt hat. Well Done.
Für eine bessere Vernetzung der feministischen Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!
Väterliche Fürsorge zahlt sich aus – generationsübergreifend. Mäuse, die als Jungtiere von ihren Vätern liebevoll umsorgt werden, werden später auch selbst fürsorgliche Väter.
Eine US-amerikanische Studie zeigt, dass Väter ähnlich wie Mütter das spätere Verhalten ihres Nachwuchses beeinflussen. Wie im Fachblatt “Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences” beschrieben, sei das Verhalten nicht direkt in den Genen festgeschrieben. Allerdings verändere es das Erbgut auf eine Weise, die ähnlich wie Gene an die Nachkommen weitergereicht werden könne.
Erin Gleason und Catherin Marler von der University of Wisconsin-Madison hatten das Verhalten der Mäuse-Väter experimentell verändert, indem sie einen Teil von ihnen nach der Geburt des Nachwuchses kastrierten. Dadurch sinkt der Testosteron-Spiegel der Väter und genau dieses Hormon steuert das fürsorgliche Verhalten maßgeblich. Dies bestätigten die anschließenden Beobachtungen der Forscher: Sie sahen, dass die kastrierten Väter ihre Kinder deutlich weniger umsorgten als die Vergleichsmäuse, die nur zum Schein operiert wurden. Sie kuschelten sich zum Beispiel seltener an die Kleinen und widmeten sich auch seltener der Fellpflege.
Das eigentliche Ergebnis ihrer Studie brachte der zweite Teil der Studie: Die Wissenschaftler stellten fest, dass die Söhne dieses nachlässigere Verhalten später auch bei ihrem eigenen Nachwuchs zeigten. Sie kümmerten sich weniger um ihre Kinder, wenn die Mutter abwesend war. Sie packten die Kleinen auch deutlich häufiger am Nacken und trugen sie im Käfig von einem Ort zum anderen. Früheren Studien zufolge gilt dieses Verhalten bei Mäusen als eher rau und scheint den Nachwuchs später aggressiver werden zu lassen. Umgekehrt waren Mäuse, die von einem nicht kastrierten – also fürsorglichen – Vater aufgezogen worden waren, später selbst fürsorglicher.
Die Forscher schreiben, dass das väterliche Verhalten auf epigenetischem Weg an den Nachwuchs weitergereicht werde. Die Epigenetik umschreibt Veränderungen des Erbgutes, die nicht direkt die Sequenz der DNA umfassen. Stattdessen wird die Aktivität bestimmter Gene verändert, indem das Erbgut chemisch modifiziert wird. Forscher glauben heute, dass auf diesem epigenetischen Weg Umwelteinflüsse das Erbgut verändern und damit auch nachfolgende Generationen beeinflussen.
Der britische Schauspieler pflegt seine Beziehung trotz vollen Terminplans und ist glücklich
Am Sonntag wird die Fotografie-Ausstellung "Europäerinnen" von Bettina Flitner im Frauenmuseum Hittisau eröffnet
Gilt allerdings nur für jugendliche Mitglieder - Monatelanger Streit vorerst beendet
Dieser Text ist eine Übersetzung des Blogposts “Back Off My Fat Body“, der kürzlich bei Dances with Fat erschienen ist. Wir danken der Autorin für die Erlaubnis zur Zweitverwertung! Ragen wollte immer eine fette Tänzerin sein und fand heraus, dass sie dazu erstmal Fat Activist werden musste. Jetzt tanzt sie nicht nur, sondern spricht und schreibt auch in Vollzeit über Selbstwertschätzung, Körperbilder und Gesundheit in jeder Größer und freut sich auf eine Welt, in der wir erkannt haben, dass jeder Körper großartig ist.
Eine Anmerkung zum Adjektiv “fett”: Das Wort wird in der Fat-Acceptance-Bewegung als Selbstbezeichnung und politischer Begriff verwendet – eine objektive Beschreibung dafür, was “dick” oder “dünn” ist, gibt es nicht.

Bild: Substantia Jones für adipositivity.com
Jeden Tag vernehme ich Botschaften aus der Gesellschaft über meinen fetten Körper. Mir wird mitgeteilt, dass er ein Zeichen moralischen Versagens ist, ein Zeichen von Faulheit, er ist unzulänglich, unattraktiv, bla bla bla – die negativen Botschaften kommen unablässig und sind allgegenwärtig.
Lange Zeit war ich dermaßen entschlossen meinen Körper dafür zu hassen, dem kulturellen Standard von Schönheit nicht zu genügen, dass ich ihn niemals wertschätzte für das, was er tat. Anstatt diesen fantastischen Körper zu verteidigen, der mir ermöglicht, all das zu tun, was ich jeden Tag, jeden Augenblick tue, fiel ich ein in den Chor der Missbilligung. Ich verriet meinen eigenen Körper, um einer willkürlichen Klischeevorstellung von Schönheit anzuhängen, versehen mit einem Quäntchen missgünstiger Billigung, das bestimmt war von meiner permanenten Selbstabwertung, so dass meine Kritiker_innen sich gar nicht erst darum kümmern mussten das zu tun.
Wenn ich eines gelernt habe auf meiner Reise weg von Selbsthass, gestörtem Essverhalten und zwanghafter sportlicher Betätigung, dann ist es, dass mein Körper nicht weniger verdient als meine bedingungslose Liebe und lautstarke Unterstützung. Deshalb sage ich allen, die meinen, mein Körper sei irgendetwas anderes als großartig:
Mein fetter Körper ist viel zu wertvoll, als dass er wie ein gebrauchtes Auto behandelt werden sollte, dessen Wert durch die eine oder andere Verschleißerscheinung reduziert ist. Er ist viel zu erstaunlich, um eine Metapher zu sein oder ein politisches Statement. Er ist viel zu komplex, um nach demselben Prinzip betrieben zu werden wie ein Rasenmäher. Er ist viel zu tiefgründig, um auf ein Verhältnis zwischen Gewicht und Größe reduziert zu werden. Und er ist viel zu großartig, um von irgendjemandem verurteilt zu werden.
Mein fetter Körper ist kein Abbild meines Versagens, meiner Sünden oder meiner Fehler. Mein fetter Körper ist kein Gradmesser für meinen Gesundheitszustand oder meine Fitness. Mein fetter Körper steht nicht zur Diskussion, öffentlichen Debatte oder Beurteilung. Mein fetter Körper ist kein Zeichen dafür, dass ich Hilfe brauche oder Hinweise benötige, um Entscheidungen über mein Leben oder meine Gesundheit zu treffen. Mein fetter Körper ist mein ständiger Begleiter, der mir dabei hilft, all das zu tun, was ich tagtäglich und jede Sekunde tue, und er verdient Respekt und Bewunderung.
Wenn du dich nicht in der Lage siehst, meinen Körper wertzuschätzen und ihm mit Respekt und Bewunderung zu begegnen, dann ist das dein Defizit, nicht meines; arbeite daran oder lass es bleiben, aber mich kümmert es nicht. Ebenso wenig bin ich interessiert daran, deine Meinung zu diesem Thema zu hören, also wenn du mit mir zusammen sein möchtest, bist du zu 100% verantwortlich dafür, zu tun was nötig ist, um diese Gedanken für dich zu behalten. Wenn du dazu nicht imstande bist, werde ich aufhören Zeit mit dir zu verbringen – ich verbringe meine Zeit mit Menschen, die mich angemessen behandeln.
Ich werde meinen wunderschönen fetten Körper handhaben wie eine Waffe. Ich werde ihn lieben, ich werde für ihn sorgen, ich werde ihn bewegen, ich werde ihn in der Öffentlichkeit zeigen, ich werde meinen Körper heftigst verteidigen gegen alle, die ihn als irgendetwas anderes einstufen wollen als großartig. Du bist gewarnt – lass mich gefälligst in Frieden.
Schulden im Kino, Transgender im Iran, Intersexualität im ega, Andrea Sawatzky im Rabenhof, Gender in Afrika, Soli-Party im FrauenCafé, Workshop in der Frauenhetz und Open House im Frauenzimmer
Ein Jahr bevor Prof. Dr. Hans Christian Naujoks (1892-1959, DGGG-Präsident 1951) in Köln zum ordentlicher Professor aufstieg, stellte er in Berlin an der 23. Jahresversammlung der "Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie" (die heutige DGGG) vom 11.-14. Oktober 1933 einmal mehr seinen sensationellen Fall "Über echte Zwitterbildung beim Menschen und ihre therapeutische Beeinflussung" ("Zeitschrift für Geburtshülfe und Gynäkologie" Nr. 109/2 1934, S. 135-161 >>> PDF 5 MB) vor.
Die Zuhörer waren angetan; Kollege Siebke aus Kiel fasste in der Diskussion zusammen:
"Der von Herrn Naujoks so sorgfältig beobachtete und erfolgreich operierte Fall erschien geradezu prädestiniert für quantitative Bestimmungen der sog. „weiblichen“ und „männlichen“ Sexualhormone: ein Zwitter, der bei ausgesprochen weiblicher Psyche zunächst eine männliche und eine weibliche Gonade hatte, dem später die männliche Gonade entfernt wurde, und der schließlich nach Follikelhormontherapie sogar noch eine Menstruation zeigte!" ("Archiv für Gynäkologie" Nr. 1156/1-2, 1934, S. 11-99, hier S. 99 >>> PDF 3 MB)
Da haben wir's mal wieder: Intersex-Genitalverstümmelungen als Treibstoff für "wissenschaftlichen Fortschritt und Karriere" – sogar "echten" Hermaphrodit ganz elegant und spurlos aus der Welt geschafft – Tausendsassa Prof. Dr. Naujoks in bester Gesellschaft: von James Marion Sims über Josef Mengele bis John Money, EuroD$D, Judith Butler usw.
>>>
NS-Diagnose "Intersexuelle Konstitution"
>>>
Intersex-Genitalverstümmelungen – eine Genealogie der
TäterInnen
>>>
Dokumentation "Intersex Genital Mutilations" (PDF, 2.4 MB) [
TRIGGER!!! ]
>>> Köln
1949-66: Zwitter für Forschung von "Kindereuthanasie"-Prof. verstümmelt u.
seziert
>>>
Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>>
Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und
Eingriffe
>>> 150 Jahre
Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen
Zwischengeschlecht.org hat sehr wichtig und richtig darauf hingewiesen, dass bezüglich der Behandlung von intergeschlechtlichen Menschen in der Nazi-Zeit bisher nicht geforscht wurde (Beitrag hier). Aus dem Blick blieb dabei auch, wie Mediziner und Medizinerinnen, die in der Nazi-Zeit Karriere gemacht hatten, diese oft nach 1945 fortsetzen konnten – selbst dann wenn sie direkt in Menschenversuche in Konzentrationslagern verstrickt waren oder in ihren Forschungen direkt von solchen Menschenversuchen profitierten. Zwischengeschlecht.org liefert dankenswerter Weise erste gute Ansätze – gerade auch Namen, auf die ein weiterer Blick lohnt, um tatsächlich den Anteil von ganz konkreten Medizinern und Medizinerinnen an Menschenversuchen in den Blick bekommen und die Biographien aufarbeiten zu können. Auch nach 1945 nahmen einige Medizinerinnen und Mediziner nicht nur schwere Komplikationen bei Geschlechtszuweisungen in Kauf, sondern auch häufige Todesfälle – direkt aufgrund von Infektionen und weiteren Komplikationen der Eingriffe oder solche durch Suizid, weil Menschen die Behandlungen nicht ertrugen. Wissenschaftliche Aufarbeitungen sind dringend nötig – vielen Dank Zwischengeschlecht.org und weitere Beteiligte für die ersten Recherchen!
(Das vielfach NS-Karrieren weitergingen und wie auch Menschenversuche stattfanden, lässt sich auch bzgl. Homosexualität zeigen: Hier wurden bspw. in der BRD der 1960er und 70er Jahre so genannte „stereotaktische Gehirnoperationen“ durchgeführt (vgl. dazu im Buch „Biologie & Homosexualität“) – auch hier stehen die Aufarbeitungen weitgehend noch aus, gibt es bspw. zu dem Göttinger Protagonisten Fritz Roeder noch keine Biographie.)
In diesem Sinne: Wer ein Thema für eine Diplom- oder Doktorarbeit sucht: Hier ist es dringend. Zumindest rückblickend könnte so eine Entnazifizierung von Wissenschaft betrieben werden.
Es sind einige neue Rezensionen des Buches „Biologie & Homosexualität“ erschienen – hier kurze Auszüge:
Ulrike Kümel rezensierte „Biologie & Homosexualität“ auf Queer.de und schreibt unter anderem: „In seinem Band ‚Biologie & Homosexualität‘ beschäftigt sich Heinz-Jürgen Voß mit der noch immer ergebnislosen Forschung nach der ‚Ursache‘ der gleichgeschlechtlichen Liebe. [… Das Buch] bietet für Wissenschaftler_innen eine gute Arbeitshilfe. Es ist dennoch für interessierte Laien leicht verständlich, weil es gut gegliedert und lesbar geschrieben ist; zudem befindet sich am Ende eine ‚zusammenfassende Darstellung der zentralen Studien zur Biologie männlicher (und weiblicher) Homosexualität‘.“ Queer.de, hier online;
Gundula Hase schreibt in ihrer Buchempfehlung auf Die andere Welt: „Heinz-Jürgen Voß […] stellt heraus, dass Homosexualität historisch ein neues Konstrukt ist – Jahrtausende lang dachten Menschen weder heteronormativ noch zweigeschlechtlich, so dass keine Bedarf an der Erfindung einer homosexuellen Identität bestand. Es ist ein kleines und sehr kompakt geschriebenes Buch.“ Die andere Welt, hier online;
Zoltan Carnowasch schreibt als Rezension bei Amazon unter anderem: „Außergewöhnlich gut wird in diesem schmalen Band das ganze (populär-)wissenschaftliche Geschwafel rund um die Ursachen von Homosexualität hinterfragt, kritisiert und enttarnt.“ Und Gebirgsziege schließt an gleichem Ort an: „Das Büchlein ist zwar klein, gibt aber den aus meiner Sicht bislang fundiertesten Einblick in die biologischen Forschungen zu Homosexualität. Und es zeigt auch immer wieder, wie aus den Forschungsergebnissen medizinische Versuche abgeleitet wurden: Menschen wurden noch in der Bundesrepublik in Zwangssituation dazu genötigt, Eingriffe am Gehirn vornehmen zu lassen!“
Eine Übersicht über die bisher erschienenen Besprechungen findet sich hier.
Informationen zum Buch finden sich hier.
Unterschriftensammlung gegen die Pläne der konservativen Regierung die Corridas zum nationalen Kulturerbe zu erklären
Die Firma "Afro Coffee" wirbt mit Bikini, Afrolook und sexistischen Sprüchen von vorgestern - Zitrone für "No Money no Ladies" und mehr
Die AK-Studie über Wiedereinstiegsprobleme nach der Karenz zieht eine politische Diskussion entlang bekannter Parteilinien nach sich
Das Angebot der beiden Sommeruniversitäten, die 5. internationale Ingenieurinnen-Sommeruni und das 16. internationale Sommerstudium Informatica Feminale, richtet sich an Studentinnen aller Hochschularten und aller Fächer sowie an Weiterbildung interessierte Frauen. Die Sommeruniversitäten umfassen 60 Kurse mit Fachinhalten der Ingenieurwissenschaften und der Informatik vom Studieneinstieg über Grundlagen bis zu Spezialthemen. Workshops zu Beruf und Karriere runden das Programm ab.
"Wiedereinstiegsmonitoring": Erwerbsunterbrechungen bringen Einkommensnachteile, die bis in die Pension wirken
Am Montag fand die vom Missy Magazine initiierte Diskussionsrunde zu #Aufschrei statt: “There is more to sexism than meets the eye“. Explizit sollten an diesem Abend Perspektiven Raum bekommen, die in der #Aufschrei-Debatte zu kurz gekommen sind, im Sinne von: Sexismus kann nie getrennt von anderen Unterdrückungen betrachtet werden und existiert immer in Verbindung mit z.B. Rassismus, Heteronormativität und Lookism. Eingeladen wurden Nana Adusei-Poku (Theoretikerin der Visual Culture & Postcolonial Studies), Angela McRobbie (Kulturtheoretikerin), Jasmin Mittag (Gründerin „Wer braucht Feminismus?“), Sookee (queere Rapperin) und Anne Wizorek (#aufschrei), moderiert hat Sonja Eismann (Missy Magazine-Herausgeberin).
Neugier, auch wie es nun nach #Aufschrei weitergehen kann, lockte die Besucher_innen ins Berliner Hau-Theater. Dieses war bis auf den letzten Platz ausverkauft. Vor dem Eingang gab es einige enttäuschte Gesichter, die keine Karte mehr ergattern konnten. Keine Frage: Es schien einer dieser feministischen ‘places-to-be’ zu sein an diesem Montagabend.
Angela McRobbie eröffnete die Veranstaltung mit ihrer Keynote. Sie beschrieb bilderreich, wie Sexismus durch krasse Schönheitsideale am Leben erhalten bleibt. Und wie sehr ein “ironischer” auf neoliberalen Logiken aufbauender Sexismus in den letzten Jahren boomte, einer der von Medienleuten zwar durchschaut, aber trotzdem gerne z.B. in der Werbung herangezogen wird – getreu dem Motto: anything goes. McRobbie wies auch auf neue Formen des Antifeminismus hin, die sich insbesondere durch Medien, Popkultur und die Zivilgesellschaft zeigen. Sie nannte populäre Aussagen wie etwa “Der Feminismus geht zu weit”, “das Ende des Mannes” und “die schlechten Leistungen der Jungs”, um feministische Forderungen zu entkräften. Weiter sprach sie von drei Aspekten, die Herausforderungen für heutige feministische Politik darstellen: 1.) Das durch Konsumkultur ständig aufrecht erhaltene, gewaltvolle “Gefangensein” im eigenen Körper bei gleichzeitiger Anrufung, nicht mehr das Opfer zu sein (oder sein zu wollen); 2.) der Aufschwung eines so genannten corporate feminism, der auf individuelle Erfolgsstories setzt und Misserfolge privatisiert (siehe: Sheryl Sandberg’s Buch “Lean In”, 2013) und 3.) die damit einhergehende Dethematisierung von sozialen Ungleichheiten und dem (meritokratischem) Mythos von weiblichem Erfolg allein durch Leistung.
Eine Frage aber drängte sich nach dem Vortrag auf: Warum wurde gerade diese Perspektive als Keynote gewählt? McRobbies Beitrag kritisierte zwar konsequent einen neoliberalen Individual-Feminismus, der sich perfekt in den Kapitalismus einbettet, liess aber an anderen Stellen Intersektionalität vermissen. Immer wieder machte sie eine Dichotomie zwischen “jungen Feminist_innen” und “alten Feminist_innen” auf – eine Perspektive, die gerade unterschiedliche Positionen unsichtbar macht. Zudem zielte McRobbies Kritik sehr auf die Sozialen Netzwerke ab, allen voran Facebook. Es fehlte aber eine differenzierte Betrachtung auch der Chancen dieser Medien, eben gerade für (feministischen) Aktivismus. Immerhin stand an diesem Tag die #Aufschrei-Aktion im Mittelpunkt, die ohne das soziale Netzwerk Twitter nicht hätte geschehen können.
Nach einer zehnmütigen Lufthol-Pause ging es mit der Podiumsdiskussion weiter. Wichtige Fragen an diesem Abend waren: Was ist von der #Aufschrei-Debatte übriggeblieben? Lag es an der Komplexitätsreduktion der Mainstreammedien, dass Sexismus häufig isoliert betrachtet und eindimensional auf “Männer vs. Frauen” runtergebrochen wurde oder fehlten feministische Inputs zu komplexer Sexismuskritik und Mehrfachdiskriminierung? Nana Adusei-Poku stellte gleich zu Anfang fest: “Intersektionalität war in der #Aufschrei-Debatte nicht wirklich vorhanden.” Anne Wizorek, die sich den Twitter-Hashtag zu #Aufschrei ausgedacht hatte, sieht den Fehler bei den Mainstream-Medien, denn die Aktion selbst sei vielfältiger gewesen, betonte sie. Angesprochen auf die Ironie, dass gerade sie das Gesicht dieses in den Massenmedien behandelten Feminismus wurde, beantwortete sie mit dem Verweis, dass die Mainstream-Medien die vielen Feminist_innen nicht sehen würde, die jeden Tag feministisch arbeiten. Es sei wie Alice Schwarzer reloaded.
Dass sich Sexismus auch im Gewand von rassistischen Stereotypen wie etwa der Exotisierung von schwarzen Frauen*/ of Color, Klassismus und heteronormativen Lebensweisen zeigt, wurde von Adusei-Poku angedeutet, indem sie auf die unterschiedliche Rezeption und Symboliken von Schwarzen und weißen Körpern einging. Dies wurde im Laufe der Podiumsdiskussion mit der Analyse zu #Aufschrei leider nicht verknüpft.
Gerade hier böten sich (selbst-)kritische Fragen an: Welche Unterdrückungserfahrungen wurden von den #Aufschrei-Aktivist_innen in ihren Tweets thematisiert, wieso bedurfte es überhaupt eines Extra-Hashtags für #queeraufschrei (der Erfahrungen unabhängig vom offiziellen #Aufschrei-Hashtag sammelte), wer kam zu Wort in massenmedialen Erzählungen zu #Aufschrei, wer saß auf Podien, in den Talkshows und gab Interviews? Über welche Erfahrungen wurde dann gesprochen, welche fielen hinten runter? Im Zuge von #Aufschrei wurde in letzter Zeit und auch auf der Podiumsdiskussion von Kompromissen gesprochen, die gemacht werden müssten, um den sexistischen Alltag zu beschreiben, so dass es auch nicht “zu kompliziert” werde (siehe O-Töne in der Berliner Zeitung von Anne Wizorek).
Statt weiter auf diese Problematiken einzugehen, war die erste Publikumsfrage eine, die oft in der “Sexismusdebatte” ™ gestellt wird: “Was kann getan werden, damit sich auch Männer für Feminismus interessieren?” Anne Wizorek resümierte, dass durch #Aufschrei Männer auch ein Bildungsangebot erhielten und viele dadurch erkannt hätten, dass Sexismus nach wie vor relevant sei. Adusei-Poku sah in der Fragestellung ein heteronormatives Moment. Denn genau darin liegen ihrer Meinung nach auch die Fallstricke der aktuellen #Aufschrei-Debatte, da sie zwar auf ein gesellschaftliches Problem hinweisen, aber auch selbst ein “Mann-Frau” Bild erzeugen und bestätigen. Die Mehrdimensionalität von Sexismus, die Adusei-Poku als “vielköpfige Hydra” bezeichnete, könne so nicht gut transportiert werden.
Dass ein Mitdenken von verschiedenen Machtverhältnissen schwierig sein kann, wenn mensch von ihnen nicht betroffen ist, ist nachvollziehbar. Aber letztendlich geht damit auch eine Nichtthematisierung bzw. ein Nichtmitdenken von Mehrfachdiskriminierung zu Lasten der Betroffenen einher. Solche Aspekte sprach die Moderatorin Sonja Eismann auf der Podiumsdiskussion an, sie wurden aber oftmals nicht weiterverfolgt bzw. zu einem Problem der Mainstreammedien gemacht. Dieser Punkt sollte allerdings eine zentrale Frage in der Auswertung der #Aufschrei-Debatte darstellen. Was wurde vom #Aufschrei gelernt, so dass vielleicht weniger die Frage nach “den Männern” oder der (Un)Möglichkeit des Flirtens im Vordergrund steht – was auch von einigen #Aufschrei-Initiatorinnen in der medialen Darstellung der Debatte kritisiert wurde – sondern die Frage in den Mittelpunkt gestellt wird, wie Mehrfachdiskriminierungen sichtbarer werden und gleichzeitig gesellschaftliche Veränderungen bewirkt werden können. Wie kann eine Debatte geführt werden, die eben die Vielschichtigkeit von Diskriminierung “einfach” benennen kann, so dass die Botschaft dennoch eine klare bleibt.
Es ist ein Erfolg der #Aufschrei/Sexismus-Debatte, dass die Antidiskriminierungsstelle einen erhöhten Zulauf von Betroffenen von Sexismus verzeichnet, die sich Hilfe suchen, wie Wizorek anmerkte. Doch wie kann und soll es nun weitergehen? Insgesamt ist unser Resüme zur Podiumsdiskussion durchwachsen: Ein paar Ideen wurden durchaus angesprochen; so plädiert Sookee für eine bessere und kritische Ausbildung von Pädagog_innen und McRobbie empfiehlt Feminist_innen den “langweiligen Marsch” durch die Bürokratie, um feministische Politiken voranzutreiben. Was von dem Abend bleibt, ist die Perspektive “Weitermachen”. Zu wenig wurde allerdings über konkrete Alternativen und Ideen gesprochen, wie feministischer (Online-)Aktivismus in Zukunft stärker komplexe Machtverhältnisse berücksichtigen kann. Auch da heißt es für uns alle: “Weitermachen”.
Den Text schrieben Sabine, Magda und Charlott.
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NS-Diagnose "Intersexuelle Konstitution"
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Intersex-Genitalverstümmelungen – eine Genealogie der TäterInnen
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Naujoks 1933: "Intersex-Genitalamputation prädestiniert für
Hormon-Forschung"
>>>
Dokumentation "Intersex Genital Mutilations" (PDF, 2.4 MB) [
TRIGGER!!! ]
>>> Öffentliche
Veranstaltungen heute in Köln (Flyer PDF)
Pressemitteilung von Zwischengeschlecht.org vom 23.05.2013:
Dass heute über konkrete
Verflechtungen
zwischen NS-Medizin und Intersex- "Genitalkorrekturen" in Kölner Kliniken mehr
bekannt ist als z.B. über solche in Berlin, liegt nicht zuletzt an der Fülle
der 2011 im "Online-Diskurs" des Deutschen Ethikrates öffentlich
gemachten relevanten Namen, Fakten und Auszügen aus Publikationen.
ETEKAR, eine Betroffene von kosmetischen "Genitalkorrekturen" im Kindesalter, hatte die Früchte jahrelanger Recherchen beigetragen:
• Zum Beispiel Carl Bennholdt-Thomsen (1903–1971), DGKJ-Präsident 1963 und Leiter der Kölner Universitäts-Kinderklinik:
"Woran starb Elvira Fr.?" Ein besonders verstörendes Kölner Beispiel betrifft eine Dissertation von 1966 unter der Leitung von Bennholdt-Thomsen, laut welcher 1949-1966 ein Drittel aller mit der Intersex-Diagnose "AGS/CAH" in Köln behandelten Kinder verstarben und z.T. anschließend für die Dissertation seziert wurden, obwohl AGS mit Salzverlust seit spätestens 1950 bekannterweise therapierbar ist.
Bennholdt-Thomsen war ein Meister im Vertuschen medizinischer Verbrechen: Erst lange nach seinem Tod wurde 2002 öffentlich bekannt, dass er in der "Kindereuthanasie" in "Böhmen und Mähren" eine zentrale Rolle inne hatte (vgl. Michal Simunek: „Getarnt – Verwischt – Vergessen. Die Lebensgänge von Prof. Dr. Franz Xaver Lucksch und von Prof. Dr. med. Carl Gottlieb Bennholdt-Thomsen im Kontext der auf dem Gebiet des Protektorates Böhmen und Mähren durchgeführten NS-Euthanasie.“ In: Bayer / Sparong / Woelk (Hrsg.): Universitäten und Hochschulen im Nationalsozialismus und in der frühen Nachkriegszeit, 2004, S. 125–146, hier S. 142-145)
Dem Deutschen Ethikrat war das Thema zu heiß: In einer Nacht- und Nebelaktion wurden praktisch alle Beiträge mit Quellen zum Thema gelöscht. O-Ton Ethikrat: Die "von besagtem Nutzer [ETEKAR] gezogene Verbindungslinie" von NS-Verbrechen an Zwittern "zur heute gängigen Praxis" sei "unzulässig". Weitere Kommentare wurden gar nicht mehr freigeschaltet, die Betroffene wurde faktisch gesperrt. >>> Alle gelöschten Kommentare sind seither auf Zwischengeschlecht.info dokumentiert.
“Der Intersex-Typus ( M a n n w e i b , S c h i z o i d ) (Abb. 863) ist körperlich und psychisch ausgedrückt. Es kommen auch sexuelle Zwischenstufen vor, wobei feminine Zeichen nur schwach ausgebildet sind. Die Behaarung ist übermäßig und atypisch, die Züge sind männlich, die Stimme ist tief. Die Pubertät tritt verzögert auf, es besteht Frigidität und eine herabgesetzte Fruchtbarkeit bei Hypoplasie der Keimdrüsen und Hyperfunktion der Hypophyse, manchmal ein eunuchoider Hochwuchs, ferner Störungen in der Funktion der Thyreoidea. Häufig wird Dysmenorrhöe beobachtet”
(Quelle: Gelöschter Kommentar auf Ethikrat-"Onlinediskurs", 24.6.11)Die >>> NS-Diagnose "Intersexuelle Konstitution" definiert Zwitter als "minderwertige Spezies" infolge von "Rassenvermischung", die unter "Juden" besonders häufig sei und mit "Geisteskrankheiten" korreliere, Betroffene müssten "vom Fortpflanzungsbetrieb sicher und endgültig ausgeschlossen" werden.
Vom Ethikrat zensierte Kommentare verweisen u.a. auf Quellen von Wilhelm Weibel (1876-1945), Josef Mengele (1911-1971), Otto Flößner (1895-1948), Fritz Lenz (1887-1976), Otmar Freiherr von Verschuer (1896-1969), Paul Mathes (1871-1923), Robert Stigler (1878-1975), Walther Stoeckel (1871-1961), Lothar Gottlieb Tirala (1866-1974), Adolf Butenandt (1903-1995), Otfried Butenandt und Luise Kimm.
Die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org freut sich sehr, dass – entgegen der Absicht des Deutschen Ethikrates – heute in Köln das Thema "NS-Medizin und Intersex-Genitalverstümmelungen" öffentlich zur Debatte steht an mehreren Veranstaltungen u.a. in Zusammenarbeit mit dem NS-Dokumentationszentrum und der Heinrich-Böll-Stiftung NRW.
Ebenso, dass Intersexuelle Menschen e.V., welche die Zensur-Aktion
des Ethikrates tatenlos und schweigend hinnahmen, das Thema heute ebenfalls als
relevant und wichtig erachtet.
Und hofft, dass zusätzlich zu den bereits bekannten Namen und Fakten heute weitere öffentlich aufgearbeitet werden.
• Zum Beispiel >>> Hans Christian Naujoks (1892-1959), DGGG-Präsident 1951, Leiter der Kölner Universitäts-Frauenklinik 1934-1945:
"Fortpflanzung dieses Wesens nicht allzu wünschenswert ... In die Vollwertigkeit dieser Nachkommenschaft müssen doch einige Zweifel gesetzt werden" (H. Naujoks: "Über echte Zwitterbildung beim Menschen und ihre Beeinflussung", 1934 >>> PDF (5 MB)
Naujoks' kosmetische "Klitorisamputation mit Stumpfbildung" (Dominik Leitsch) sowie "Hodenentfernung" an einem "Zwitterwesen" mit "besonders interessantem Genitalbefund" in Verbindung mit hormoneller "verweiblichender" Fertilisierungsbehandlung, letztere aus "eugenischen" Gründen rein zu Forschungszwecken, wurde noch 1996 ehrend erwähnt in der Kölner kinderchirurgischen Dissertation von Dominik Leitsch: "Die Intersexualität, Diagnostik und Therapie aus kinderchirurgischer Sicht".
Naujoks berief sich 1934 auf "die Lehre von der Intersexualität" und propagierte "Korrekturen am äußeren und inneren Genitale" mit "funktionalen" Ansprüchen und Begründungen, wie sie laut Ethikrat-Expertin Herta Richter-Appelt angeblich erst 1955 in Baltimore "erfunden" wurden.
In Köln war Naujoks 1934-1945 als Leiter der Universitäts-Frauenklinik an über 1'000 Zwangssterilisationen beteiligt. Er setzte aktiv ein für die "eugenische Indikation" zum Schwangerschaftsabbruch bei "erbkranken" Patientinnen. Als die Deutsche Ärztekammer 1972 Feten mit "Gefahr intersexueller Mißbildungen (Virilisierungen, Pseudohermaphroditismus)" bei "AGS/CAH" offiziell zur selektiven Spätabtreibung freigab (heute noch in Kraft), würdigte der Leitfaden ausdrücklich Naujoks' Vorarbeit vor und nach 1945.
Die internationale Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org fordert ein Verbot von kosmetischen Genitaloperationen an Kindern und Jugendlichen mit "atypischen" körperlichen Geschlechtsmerkmalen sowie "Menschenrechte auch für Zwitter!".
Betroffene sollen später selber darüber entscheiden, ob sie
Operationen wollen oder nicht, und wenn ja, welche.
Freundliche Grüße
n e l l a
Daniela Truffer
Gründungsmitglied Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org
Mobile +41 (0) 76 398 06 50
presse_at_zwischengeschlecht.info
http://zwischengeschlecht.org
Regelmäßige Updates: http://zwischengeschlecht.info
>>>
Solidarischer Post auf DasEndeDesSex. Danke!
>>>
Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>> 150 Jahre
Menschenversuche ohne Ethik und Gewissen
>>>
Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>>
UN-Sonderberichterstatter über Folter verurteilt "genitale
Zwangsoperationen"
Geht das überhaupt und ist es erstrebenswert? Vielleicht ist ja der ganze zwischenmenschliche Sex nur eine Bühne und wir alle bloße SpielerInnen, meint Nils Pickert
Vom 6. bis zum 16. Juni läuft in drei Wiener Kinos das queer Film Festival Identites 2013. Das Programm und nützliche Informationen gibt es online unter [www.identities.at] . Der Kartenverkauf beginnt am Freitag, dem 24. Mai um 17 Uhr im Filmcasino und im Top-Kino. Achtung, an den Vorverkaufskassen ist nur Barzahlung möglich! Karten für die Eröffnungsgala können ausschließlich im Identities Büro bestellt werden, Telefon: (01) 524 62 74 16. Gedruckte Programmhefte liegen an den Veranstaltungsorten auf und können über das Identites-Büro bestellt werden.
Identities 2013 - queer Film Festival
Wann: 6. bis 16. Juni 2013, Beginnzeiten laut Programm, Kartenvorverkauf ab 24.Mai.
Wo: Top-Kino (Rahlgasse 1, 1060 Wien), Filmcasino (Margaretenstraße 78, 1050 Wien), Gartenbaukino (Parkring 12, 1010 Wien)
Link: [www.identities.at]
Episch bedeutet ursprünglich: Erzählend. Die aus den Volksmärchen bekannte Geschichte von Gut und Böse, die in “Epic – Verborgenes Königreich” nochmals aufgerollt wird, erzählt leider nicht viel Neues. Die Handlung geht wie folgt: Das skeptische Mädchen Mary Catherine alias MK (gesprochen von Amanda Seyfried), Tochter eines ach so verrückten Wissenschaftlers, der eine winzige Hochkultur im Wald erforscht, wird von der sterbenden Königin eben dieses kuriosen Völkchens auf Käfergröße geschrumpft, um die bedrohte Miniwelt vor den Bösewichten zu retten, die den ganzen Wald der Fäulnis anheim geben wollen. Während der Weltrettung, die vor allem von General Ronin (Colin Farrell) und dem gutaussehenden Jüngling Nod (Josh Hatcherson) sowie von zwei Schnecken vorangetrieben wird, die die Protagonistin MK auf ihrer Reise begleiten, entsteht die vorhersehbare Liebesbeziehung zwischen dem Mädchen aus der großen und dem Jungen aus der kleinen Welt. Schlussendlich gibt’s das Happy End: Vati widmet sich weiterhin der Wissenschaft und forscht munter im Walde. Dank den emotionalen Bezügen und Beziehungen zur Waldwelt ist nun auch sein mittlerweile wieder auf Menschengröße gezaubertes Töchterchen zur Forscherin geworden.
Zur Unterhaltung dienen, neben den etlichen Flug- und Kampfszenen, die für das Genre typischen ulkigen Nebenfiguren, die das Geschehen mit ironischen Sprüchen auflockern. Die Schnecken Grub und Mub sowie der übergewichtige dreibeinige Mops von MKs Vater sorgen so mit ihrer tollpatschigen Art für die erwartbaren Lacher.
Eher enttäuschend als episch zeigt sich der Film im Bezug auf klischierte Geschlechterrollen. Obwohl die Hauptfigur Mary Catherine recht tough und clever wirkt, muss sie dennoch etliche Male von einem der “Leafmen”, den tapferen Mini-Kämpfern des Waldes, gerettet werden: Vor einer bösen Spitzmaus, deren Gefahr die Unbesonnene nicht erkennt, oder vor der aufgebrachten Horde Boggans, den fäulnisverbreitenden Bösewichten. Immerhin stiftet die junge Frau am Schluss die gute Idee bei, ihren Vater um Hilfe zu bitten bei der Rettung des Königreichs, und sie holt ihn ganz selbständig auch gleich herbei, damit er mit seinen technischen Geräten die bösen Fledermäuse der Boggans vertreiben kann. Dem Film kann jedoch zu Gute gehalten werden, dass immerhin das Kämpfen und Gewinnen nicht ganz den männlichen Waldbewohnern überlassen wird, so sind in den Truppen der Leafmen auch einige Leafwomen vertreten. Zudem wird das Königreich von einer starken Woman of Color regiert, die zur Selbstverteidigung und Rettung ihres Volkes auch mal ein paar Feinde von Pflanzenranken zerquetschen lässt. Die Stimme der heldenhaften Königin gehört übrigens Beyoncé, die auch gleich den Titelsong zum Film liefert.
Ein Thema des Films scheint die Beziehung zum Vater zu sein. So glaubt die Protagonistin zu Beginn noch, die Hochkultur im Wald sei nur eine Einbildung ihres Vaters, der sich mehr für die Wissenschaft als für sie interessiert. Dieser oberflächlich angedeutete Konflikt klärt sich jedoch rasch, als die geschrumpfte Tochter am eigenen Leib erfährt, dass ihr Vater immer recht hatte. Kurz zweifelt jener zwar im Verlauf der Geschichte noch an seinem egoistischer Wissenschaftlerlaufbahn, doch die Unsicherheit ist schnell verflogen und der Forscher- und Heldendrang überwiegt. MKs Begleiter und späterer Angebeteter Nod leidet hingegen unter der Abwesenheit seiner verstorbenen Vaters, den der väterliche General Ronin aber recht gut zu ersetzen scheint. Am Schluss tritt Nod in die obligatorischen Fussstapfen seines Vorfahren und wird selbst zum Kämpfer der “Leafmen”. Anders sieht’s bei den Bösewichten aus: Dort wird der Sohn des Häuptlings, noch während er seine Würdigkeit als Trohnnachfolger unter Beweis stellen will, von Leafman Ronin abgemurkst. Getötet und gekämpft wird überhaupt viel in “Epic”. Dadurch wird der märchenhafte Touch, den der Film durch das elfenhafte Volk, die sprechenden Blumen und Tiere, den Wald als Ort von verborgenen Kräften und Gefahren gewinnt, stets wieder neutralisiert und zudem durch humoristische Sprüche ironisiert. Fazit: Fantasievoll ist in “Epic” nur die Animation, eine spannende Geschichte, tiefe Charaktere und eine differenzierte Aushandlung von Moral muss mensch wohl ausserhalb des epischen Königreichs suchen gehen.
Von Rumpelstilzchen
Alimentationszahlungen sollen bei Berechnung der Wohnbeihilfe angerechnet werden - "Bündnis 8. März" warnt vor Armutsgefährdung
neulich war ich beim “kennenlernabend” einer partei. beginn: 19.30 uhr. ich kam so grade eben pünktlich, ca. 7 leute saßen schon da. ich dachte: nett, überschaubar. was ich nicht ahnte: dass alle paar minuten noch jemand eintraf. vielleicht bin ich ein bisschen spießig, aber mit der vorstellungsrunde selber begannen wir dann erst um acht.
gut, im normalfall ist das einfach nur ärgerlich. aber: ich war nachmittags bereits beim elterninfonachmittag der kita, in die minime ab sommer geht. minime selbst (der ist jetzt etwas über zwei jahre alt) ließ ich bei der babysitterin. abgelöst wurde die babysitterin nach zwei stunden von meiner schwester, damit ich anschließend auf besagten kennenlernabend gehen konnte.
zurück zum kennenlernabend: um acht begann die vorstellungsrunde, dann stellte eine die strukturen der partei auf kommunalpolitischer ebene vor. “und mittwochs trifft sich arbeitskreis xy, an jedem ersten dienstag dann die initiative zur weltrettung (setze hier beliebige initiative ein), der wahlkampf beginnt dann und dann und wir brauchen noch leute die dies und jenes machen. …” wow, dachte ich, um also irgendwie aktiv mitzumachen müsste ich sehr sehr viele abende hier verbringen. dabei bin ich ja schon in ‘privilegierter’ lage: der vater von minime ist generell genau so ein guter minime-aufpasser und ins-bett-bringer wie ich, hat aber auch schon mal jobs außerhalb der 9-17uhr. meine schwester ist regelmäßig da, um das kind abends oder am wochenende ein paar stündchen zu bespaßen (nicht nur mir zuliebe, sondern auch, weil sie ihn gerne sieht). eine babysitterin ginge zur not auch. aber alles eben nur ab und zu. zum beispiel, wenn ich mich mit anderen feministinnen der regionalliga treffe. oder mal mit einer freundin zum kaffee-kölsch-klönen, denn ja: zeit für mich selbst versuche ich auch irgendwo her zu nehmen.
um 22.20 uhr verließ ich die veranstaltung, bei der sich inzwischen scheinbar sehr grundlegende, wichtige politische debatten auftaten. was mir noch auffiel nach der vorstellungsrunde: die teilnehmenden waren in der regel sehr jung (abiturient_innen, studierende) oder schon weit über 50. fragen, anyone?
ich wollte mich parteipolitisch engagieren, weil mir bestimmte themen wichtig sind. aber wenn ich so sehe, wie parteipolitik – zumindest auf kommunaler ebene – aussieht, dann weiß ich auch, warum frauen- und familienpolitik grade so aussieht, wie sie ist: weil die, die es betrifft, mit anderen dingen beschäftigt sind. liebe angela mcrobbie, deine aufforderung, dass feministinnen sich in der POLITIK einmischen sollen, in allen ehren: wer passt dann auf mein kind auf?
(dass problem, keine zeit/kraft/energie für politisches engagement in parteien zu haben, tritt ja nicht nur im falle von kinderbetreuung auf. so wundert es zum beispiel auch nicht, dass die interessen von beschäftigten im prekären bereich wenig eingang in die arbeitsmarktpolitik finden. erst kommt das fressen, dann die moral (redewendung, nach b. brecht))
Saransh Dua hat vor zwei Jahren GotStared.at gegründet, um jungen Leuten zu vermitteln, dass sexuelle Belästigung und sexistische Witze nicht cool sind
Le Pen würdigt den Selbstmord als "zutiefst politische Geste" - Unterdessen feierten Tausende die Unterzeichnung bei einem Gratiskonzert
Die Auszeichnung für populäre Musik wird von der Bibliothek des US-Kongresses in Washington vergeben
Aus Protest gegen die Homo-Ehe hat sich ein Nazi in Frankreich öffentlich erschossen.
Die Empörung nimmt ab, der Rassismus nicht. Auf jetzt.de erzählen fünf Studierende von ihren alltäglichen Rassismuserfahrungen.
Auf Colorlines kritisiert Schauspielerin Lucy Liu die Rollenvergabe nach rassifizierten Kriterien. (englisch)
David Jay porträtiert auf The Scar Project Brustkrebs-Überlebende. (englisch)
In Wiesbaden lässt eine Schule eine Gedenkstätte für Sinti und Roma still und heimlich abbauen. Nach Protesten wird behauptet, sie habe nie existiert, schreibt die taz.
Unterstützer_innenInfo hat ein neues Heft herausgebracht. In “Kompass” geht es um Mythen und Realität im Bezug auf sexualisierte Gewalt.
DieStandard.at hat ein Interview mit Ina Praetorius zur Initiative für ein bedingungsloses Grundeinkommen geführt.
Sharon Dodua Otoo schreibt im Nachgang zum taz-Panel über Aktivismus und Ally sein. (englisch)
Die Süddeutsche hat Geschlechterforscherin Melanie Groß zu Geschlechterrollen, dem Barbie Dream House in Berlin und der Farbe Pink interviewt.
Red No. 3 nimmt sich der typischen Aussage an, die (auch) Feminist_innen oft als “Kritik” zu hören bekommen: “Du möchtest nur mit Menschen reden, mit denen du einer Meinung bist“. (englisch)
Nachdem eine Jobcenter-Mitarbeiterin einen Mann trotz schwerwiegender Herzerkrankung zur Arbeit gezwungen hatte und dieser daraufhin einen Herzstillstand erlitt, droht ihr nun eine Strafanzeige.
Neonazi-Experte Bernd Wagner bestätigt bei einem Gespräch anlässlich des NSU-Prozesses in der Heinrich-Böll-Stiftung: Rassismus ist in deutschen Behörden strukturell verankert.
Seit in München der NSU-Prozess läuft, sind mehrere Einrichtungen Zielscheibe von Einschüchterungsversuchen vermutlich aus der rechten Szene geworden. Besonders heftig traf es eine Rechtsanwaltskanzlei, die vor Gericht die Angehörige eines Mordopfers vertritt, so sueddeutsche.de.
Die EU-Grundrechteagentur veröffentlichte am vergangenen Freitag, dem Internationalen Tag gegen Homophobie und Transphobie Ergebnisse ihrer Online-Befragung, an der 93.000 Menschen teilnahmen: Gewalt, Isolation und Angst gehören zum Alltag vieler LGBT.
Raise Our Story teilt Erfahrungen von Menschen, die im Kindes- und Jugendlichenalter als sogenannte “undokumentierte Einwander_innen” in die USA einreisten.
In Irland soll die rigide Gesetzgebung über Abtreibungen reformiert werden. Frei entscheiden dürfen Schwangere weiterhin nicht, schreibt die Jungle World.
Nadine hat mit der taz über das Buch “queer_feminismus. label & lebensrealität” gesprochen, das sie zusammen mit Leah Bretz geschrieben hat.
Termine in Aachen, Berlin, Braunschweig, Düsseldorf, Hamburg, Kiel und Wien findet ihr nach dem Klick:
Düsseldorf: Falls ihr spontan seid: heute Abend findet im Linken Zentrum ein Filmabend zum Thema “Women in Punk – from 77 to Riot Grrrl” statt.
Aachen: Das L*dyfest Aachen veranstaltet eine Drag Party am 1. Juni.
Berlin: Auftritt von Prinzessin Paula am 9. Juni beim Soli-Café für die Kontakt- und Beratungsstelle für Flüchtlinge und MigrantInnen.
Die Emanzipatorische Antifaschistische Gruppe Berlin lädt zum Vorbereitungstreffen gegen den alljährlichen Marsch der fundamentalistischen AbtreibungsgegnerInnen. Los geht es am Freitag, 31.5., 18 Uhr in der Meuterei (Reichenbergerstraße 58).
Braunschweig: Drop the Thought hat eine ganze Reihe an Terminen zusammengestellt.
Hamburg (31. Mai) und Berlin (3. Juni): Veranstaltung “queer and the colony: conversation of nation, sex and home“ mit Kyla Pasha, Lahore/Pakistan & Ponni Arasu, Chennai/ India
Die Frauenstiftung filia informiert zusammen mit Menschenrechtsaktivistinnen aus der Slowakei jeweils am 13. und am 14. Juni über Zwangssterilisationen an Rroma-Frauen.
Kiel: In Kiel gibt es eine neue lesbische Gruppe für Ausflüge in und um Kiel.
Wien: Am 11. Juni diskutieren Philosophin Birge Krondorfer, die Politikwissenschafterinnen Alexandra Weiss und Niki Staritz und die Literaturwissenschafterin Ulli Koch in der Buchhandlung ChickLit von 19 bis 21 Uhr zu den Herausforderungen, mit denen sich feministische Theoretiker_innen und Aktivist_innen aktuell konfrontiert sehen.
1.
Zwitterdemo vor dem Landgericht Köln, 12.12.2007
>>> Nachtrag: Ministerin Schröder: "Akzeptanz ja –
Unversehrtheit kein Thema"
>>> Bericht von Peter Tauber (CDU/CSU):
"präventives Verbot obsolet?"
INHALT
1. Betroffene von "Genitalkorrekturen" im Kindesalter nicht
vertreten
2. Intersex-Fachkonferenz der Adenauer-Stiftung in Zahlen
3. Standpunkte, Fakten und Zitate geladener ExpertInnen
a) Prof. Dr. Gernot Sinnecker:
"Medizinisch nicht notwendig"
b) Lucie Veith: "Verbot kosmetischer
Genital-OPs bis 16 Jahre"
c) Prof. Dr. Herta Richer-Appelt:
"Hypospadie ist eine Krankheit"
d) Dr. Michael Wunder: "Kosmetische
Genitalkorrekturen O.K."
Die Konrad-Adenauer-Stiftung lädt heute ab 11 Uhr einer
"Fachkonferenz zum Thema Intersexualität" mit dem
scheinbar obligaten Titel "Leben zwischen den Geschlechtern".
Das Hauptthema der Betroffenen, kosmetische "Genitalkorrekturen" im Kindes- und Jugendalter, handelt die offizielle Ankündigung ausschließlich in Vergangenheitsform ab – die Hauptkritikpunkte der Betroffenen (Verlust der sexuellen Empfindungsfähigkeit, Verstoß gegen körperliche Unversehrtheit, Folgeschäden, Traumatisierungen) werden nicht oder höchstens indirekt erwähnt:
Betroffene von kosmetischen "Genitalkorrekturen" im Kindesalter sind einmal mehr nicht vertreten – MenschenrechtsexpertInnen ebenfalls nicht."So wurden Kinder mit uneindeutigen Geschlechtsmerkmalen häufig ohne Einwilligung der Eltern frühzeitig operiert, in der Annahme, das Geschlecht sei sozial konstruiert und man könne vermeintlichen gesellschaftlichen Komplikationen vorbeugen, was zu schwerwiegenden Komplikationen und Identitätskrisen führte." (Flyertext)
Ob Intersex-Genitalverstümmelungen unter diesen Vorzeichen angemessen angesprochen werden, oder mal wieder höchstens einige wenige und bevorzugt vergleichsweise seltene kosmetische Eingriffe konkret thematisiert werden, z.B. Kastrationen an "XY-Frauen"), wird sich zeigen – ebenso, wie transparent anschließend von der Stiftung über den Anlass informiert wird (oder eben nicht).
Anlass dazu bestünde nicht zuletzt durch der letzte Woche
einstimmig überwiesenen Intersex-Anträge im
Bundestag, die einmütig ein gesetzliches Verbot von
kosmetischen "Genitalkorrekturen" im Kindesalter sowie historische Aufarbeitung
einfordern.
6 PolitikerInnen und Ministerialbeamtinnen
"verschiedener Fachbereiche und über Parteigrenzen hinweg" (4
CDU/CSU, 1 FDP, 1 Grüne, 0 SPD, 0 Linke)
1 Mitglied des Deutschen Ethikrates, das
"geschlechtsverdeutlichende" kosmetische "Genitalkorrekturen" an
Kindern propagiert: Dr. Michael Wunder (Leiter der Ethikrat-AG
"Intersexualität")
1 Pädiater (Chefarzt) einer Kinderklinik, die bis
heute alle gängigen kosmetischen "Genitalkorrekturen" an Kindern anbietet und
durchführt (siehe unten 3a): Prof. Dr. Gernot H.G. Sinnecker
(Wolfsburg)
1 Sexologin aus einer Universitätsklinik, die
bis heute alle gängigen kosmetischen "Genitalkorrekturen" an Kindern anbietet
und durchführt: Prof. Dr. Hertha Richter-Appelt
(Hamburg-Eppendorf)
1 Betroffene einer kosmetischen "Genitalkorrektur" (Kastration) im
Erwachsenenalter: Lucie Veith (XY-Frauen, Intersexuelle Menschen e.V.)
(siehe unten 3b)
1 Mutter eines betroffenen Kindes (genitaloperiert): Julia
Marie Kriegler (XY-Frauen Eltengruppe)
0 Betroffene von kosmetischen "Genitalkorrekturen" im Kindesalter
0 Betroffene von kosmetischen "Genitalkorrekturen" im Jugendalter
0 Eltern eines unversehrten betroffenen Kindes
0 Sachverständige mit
Kernkompetenz Menschenrechte
Total:
3 VertreterInnen von Institutionen, die kosmetischen
"Genitalkorrekturen" an Kindern propagieren und/oder durchführen bzw.
durchführen lassen (Michael Wunder, Herta Richter-Appelt, Georg
Sinnecker)
1 "Alibi"-Vertreterin von Betroffenen von kosmetischen
"Genitalkorrekturen" (Lucie Veith)
a) Prof. Dr. Gernot Sinnecker (Chefarzt Klinik für Kinder-
und Jugendmedizin Wolfsburg): "Medizinisch nicht notwendig, nicht
evidenzbasiert, psychosozial indiziert wegen der Eltern, trotzdem weit
verbreiteter Standard" - Heute angeblich keine kosmetischen Eingriffe mehr -
Fakt: Sinneckers Klinik bietet ganze Bandbreite an
- Medizinisch nicht notwendig: „Klitorisreduktionsplastik“, „Neovagina“, Hodenentfernung [Kastration] (ausser Gonadendysgenesie bei Y-Chromosom)
"Eine verstümmelnde, also mit der Entfernung von Gewebe einhergehende Operation, z.B. „Klitorisreduktionsplastik“ oder z.B. die operative Bildung einer „Neovagina“ beim Säugling oder Kleinkind sind nicht medizinisch indiziert. Die häufig geäußerte Sorge, das Kind könnte z.B. von anderen Kindern gehänselt werden und dadurch psychischen Schaden nehmen ist wissenschaftlich nicht bewiesen und wäre meiner eigenen Einschätzung nach selbst dann kein hinreichender Grund, sich über das Selbstbestimmungsrecht des Kindes hinwegzusetzen und seine körperliche Integrität zu beschädigen." (Stellungnahme Ethikrat, S. 2)
- Nicht evidenzbasiert: "operative Korrektur einer Hypospadie"
- Heute angeblich keine kosmetischen "Genitalkorrekturen" mehr"Weitgehend unstrittig ist die operative Korrektur einer Hypospadie (Harnröhre endet an Penisunterseite oder am Damm oberhalb des Hodensacks) durch Verlängerung der Harnröhre bis zur Penisspitze. Im Allgemeinen wird dieser Eingriff gegen Ende des ersten Lebensjahres durchgeführt. Dies gilt als weit verbreiteter Standard, ist aber nicht evidenzbasiert. Letztlich ist dieser frühe Operationszeitpunkt auf die Vorstellung zurückzuführen, Kinder könnten in diesem Alter operative Eingriffe am Genitale psychisch besser verkraften als später, wenn sie den Eingriff bewusster erleben und „Kastrationsängste“ entwickeln könnten (nicht evidenzbasiert).
Tatsächlich ist die operative Technik aufgrund der kleinen Verhältnisse in diesem Alter eher schwieriger, narbige Verengungen der neugebildeten Harnröhren machen gelegentlich wiederholte Bougierungen (apparative Aufdehnungen) erforderlich, die langfristig zu einer narbigen, starren Harnröhre führen können mit entsprechenden Problemen im Erwachsenenalter. Es spricht daher viel dafür, diese Operationen erst dann durchzuführen, wenn der Penis größer geworden ist und die Betroffenen selbst entscheiden können, ob sie eine operative Korrektur wünschen." (Stellungnahme Ethikrat, S. 3)
"„Wir haben als Ärzte einen Lernprozess durchgemacht.“ Vor 20, 25 Jahren sei das gängige Therapieverfahren gewesen, Kleinkinder und Babys mit uneindeutigen Geschlechtssmerkmalen schnellstmöglich zu operieren, so der Professor. […] „Heute“, sagt Sinnecker, „steht die Selbstbestimmung des Kindes an oberster Stelle.“ […] „Jede Operation, die vermeidbar ist, wird verschoben auf den Zeitpunkt, an dem Betroffene selbst entscheiden können.“ Lediglich medizinisch notwendige Eingriffe würden vorgenommen." (Potsdamer Neueste Nachrichten)
- Fakt: Sinneckers Kinderklinik (u.v.a.m.) bieten nach wie vor
ganzes Spektrum kosmetischer "Genitalkorrekturen" an
Es gibt konkrete Zeugnisse, wonach Sinnecker tatsächlich nicht zu "Genitalkorrekturen" drängte, was auch seiner Klinik für Kinder- und Jugendmedizin Wolfsburg gut ansteht. Leider ist das bundesweit alles andere als die Regel. Es ist Sinnecker hoch anzurechnen, dass er dazu Klartext bringt: "Hypospadie-Korrekturen" an Kleinkindern SIND "weit verbreiteter Standard", und nicht alle Kollegen hätten genug Skrupel, eine „Klitorisreduktionsplastik“ oder z.B. die operative Bildung einer „Neovagina“ an einem Kleinkind NICHT durchzuführen. Enstprechend leider das Online-Angebot von Sinneckers Kinderklinik Wolfsburg:
"Kinder- und Jugendgynäkologie
• Diagnostik und Therapie von Genitalfehlbildungen und anderen Erkrankungen des Genitales
• In Zusammenarbeit mit der Frauenklinik und der Klinik für Urologie"
(Kinder- und Jugendklinik – Schwerpunkte)
"Rekonstruktive und plastische Operationen
• Behebung von angeborenen Fehlbildungen ([…]Hypospadien und Penisdeviation)"
(Klinik für Urologie – Schwerpunkte und Ausstattung)
- "Genitaloperationen müssen verboten werden"
- " Verstümmelung muss aufhören" (Tagesschau)
- "Verbot kosmetischer Genital OPs bis zum 16.
Lebensjahr" (Hermaphroditforum)
- "Menschenrechtsverletzungen ziehen sich durch die ganze Gruppe
der intersexuellen Menschen und reichen von Menschen mit AGS
bis zum echten Hermaphroditen, von Klinefelter-Menschen bis
zur Hypospadie" (Stellungnahme
Familienausschuss, S. 14)
- "Kein Recht der Eltern in solche Verstümmelungen
einzuwilligen" - "Kastration und Genitalbeschneidung
verletzen körperliche und seelische Unversehrtheit" (Bayerische
Staatszeitung)
c) Prof. Dr. Herta Richter-Appelt (Universitätsklinikum
Hamburg Eppendorf UKE): "unzureichende wissenschaftliche
Evidenz" - "Traumatisierungen erwiesen" - "Hypospadie eine
Krankheit, chirurgische Korrekturen medizinisch notwendig" -
"Klitorisreduktionen bei XX-Chromosomensatz zur Behebung von
Auffälligkeiten – bei Operierten mit XY Chromosomensatz Verminderung der
sexuellen Sensibilität" - Fakt: Recht auf Körperliche Unversehrtheit gilt
für alle Kinder, unabhängig vom "Chromosomensatz" - "Früher war's schlimm,
heute keine Operationen mehr" - Fakt: UKE und AKK bieten ganze Bandbreite
an, führen weiter "Genitalkorrekturen" durch
- "Unzureichende Evidenz, aber trotzdem behandeln"
- "Traumatisierungen erwiesen""Einleitend sei gesagt, dass für die meisten Behandlungsmaßnahmen nur unzureichende wissenschaftliche Evidenz vorliegt, was aber nicht bedeuten soll, dass man Personen mit Intersexualität nicht behandeln darf." (Stellungnahme Ethikrat, S. 1)
"Lange Zeit ist man davon ausgegangen, dass körperliche Eingriffe im Säuglingsalter keine negativen Auswirkungen auf die psychische Entwicklung des Kindes haben können. Dem zu Grunde lag die Annahme, dass es in dieser frühen Zeit keine Traumatisierungen gebe. Diese Auffassung ist jedoch durch die Traumaforschung der letzten Jahre widerlegt und wir wissen, dass bereits in der Embryonalzeit Stressbelastungen der Mutter sich auf die Entwicklung des Kindes auswirken können. V.a. gilt dies auch für die Konstruktion einer Neovagina, die regelmäßig gedehnt werden muss, um funktionsfähig zu bleiben. Gerade diese Erfahrung wurde wiederholt von betroffenen Personen als besonders belastend geschildert." (Stellungnahme Ethikrat, S. 1)
- "Hypospadie eine Krankheit, chirurgische Korrektur in jedem Fall medizinisch indiziert"
"Es gibt aber im Zusammenhang mit der Behandlung von Personen mit Intersexualität eine Reihe unterschiedlicher chirurgischer Maßnahmen, von denen bei einigen die medizinische Indikation in jedem Fall gegeben ist, da sonst eine funktionelle Beeinträchtigung besteht (z.B. bei Vorliegen einer Hypospadie), und/oder die gesundheitsgefährdend sein könnten." (Stellungnahme Ethikrat, S. 2)
- Fakt: "Hypospadie-Korrekturen" sind praktisch immer kosmetisch und werden aus "psychosozialen Gründen" an Kindern durchgeführt.
Eine medizinische Notwendigkeit besteht nur in sehr seltenen Fällen, wenn der Harnabfluss unoperiert behindert oder blockiert ist, oder bei Schmerzen. Ansonsten bestehen KEINE medizinischen Gründe, "Hypospadie-Korrekturen" uneingewilligt im Kindesalter aufzuzwingen – aber gute Gründe, damit zuzuwarten (was viele Ärzte auch offen zugeben, vgl. z.B. oben 3a) Gernot Sinnecker: "Nicht evidenzbasiert").
Sogar die aktuelle AWMF-Leitlinie 006/026 "Hypospadie" (Evidenzstufe 1 = niedrigste) spricht ausdrücklich von Indikationen "auch aus ästhetisch-psychologischen Gründen".
Auch in den Kinderkliniken UKE
und AKK von Richter-Appelts Universität Hamburg wird kein Hehl daraus
gemacht, dass frühe "Hypospadie-Korrekturen" NICHT aus medizinische Gründen
gemacht werden, sondern aus "psychologischen":
"Die Operation sollte zwischen dem 9. und 15. Lebensmonat oder zwischen dem 3. und 6. Lebensjahr durchgeführt werden („Psychologisches Fenster“)." (Prof. Dr. med. Margit Fisch und Dr. med. Silke Riechardt)
Ebenso z.B. das Universitätsklinikums Jena und die Asklepios-Kinderklinik St. Augustin unisono:
"Beschwerden liegen [im "unkorrigierten" Zustand] fast nie vor, auch die Harnentleerung bereitet nur in Ausnahmefällen Probleme" - Empfohlene "Therapie": "Korrektur zwischen dem 12. und 24. Lebensmonat." - "Begründung": "Bei späteren Eingriffen kann bereits das Selbstwertgefühl der Männer leiden." (Homepages der Klinken)
- "Klitorisreduktionen bei XX-Chromosomensatz zur Behebung von Auffälligkeiten – bei Operierten mit XY-Chromosomensatz Verminderung der sexuellen Sensibilität"
"Davon unterschieden werden müssen Operationen, bei denen es entweder um die Angleichung an das eine oder andere Geschlecht geht (dabei wird eine Entscheidung ob männlicher oder weiblicher Körper getroffen), oder um Operationen, die Auffälligkeiten im Rahmen einer Geschlechtszugehörigkeiten beheben sollen (d.h. Klitorisreduktion bei AGS mit einem weiblichen Chromosomensatz ist nicht gleichzusetzen mit „Klitoris“reduktion bei Personen mit einem XY Chromosomensatz im Rahmen einer Zuweisung zum weiblichen Geschlecht, da man in diesem Fall eigentlich von einer an das weibliche Geschlecht anpassende Verkleinerung des Mikro-Penis sprechen müsste)." (Stellungnahme Ethikrat, S. 3)
"Es geht hier nicht nur um eine schwerwiegende Gefahr sondern z.B. auch um die sexuelle Sensibilität, die unter den chirurgischen Eingriffen leiden kann. Nicht wenige erwachsene Personen mit einem XY Chromosomensatz, die einem weiblichem Körper zugewiesen wurden, leiden im Erwachsenenalter unter sexuellen Problemen. Die sexuelle Erregbarkeit, darf nicht ästhetischen Gesichtspunkten hinten angestellt werden." (Stellungnahme Ethikrat, S. 4)
- Fakt: Das Recht auf Körperliche Unversehrtheit gilt für alle Kinder, unabhängig "Chromosomensatz" und "Geschlechtszugehörigkeit"! - Auch die Unterscheidung zwischen "geschlechtszuweisenden" vs. "geschlechtsangleichenden" kosmetischen "Genitalkorrekturen" (die der Deutschen Ethikrat ebenfalls propagiert, vgl. unten 3d) widerspricht sämtlichen Menschenrechten:
"Die internationalen Gremien arbeiteten nicht mit der Unterscheidung zwischen geschlechtszuweisenden und geschlechtsangleichenden Operationen. Sie stellten auf die Auswirkungen für die betroffene Person, nämlich auf die Beeinträchtigung der körperlichen Unversehrtheit, ab." (Prof. Dr. Beate Rudolf, Deutsches Institut für Menschenrechte)
- Heute angeblich keine kosmetischen "Genitalkorrekturen" mehr: Richter-Appelt ist unter Betroffenen bekannt als eifrige Verbreiterin des Behandler-Märchens "Ja, früher war es vielleicht schlimm – aber heute ist alles gaaanz anders, sind wir ja alle sooo tolerant und es wird lääängst nicht mehr operiert."
- Fakt: Kinderkliniken von Richter-Appelts Uni (u.v.a.m.)
propagieren und praktizieren (fast) alle gängigen
"Genitalkorrekturen"
Richter-Appelt hat für einzelne Betroffenen(unter)gruppen punktuell viel getan, namentlich für "XY-Frauen" (einer ihrer Lieblingsbegriffe – passt auch so schön durch ihre frühere Brille als "Transsexuellen-Expertin" >>> Kritik im von Betroffenen im Hermaphroditforum >>> Kritik von Betroffenen in Kommentaren hier). Unzweifelhaft kommt Richter-Appelt hier ein entsprechender Verdienst zu, speziell betreffend künftiger Vermeidung medizinisch nicht notwendiger Kastrationen bei (XY-)CAIS-Menschen und in geringerem Masse auch betreffend "Klitorisreduktionen" bei (XY-)AIS.
Andrerseits gibt Richter-Appelt unzweifelhaft die ganz große Mehrzahl aller
Übrigen von kosmetischen "Genitalkorrekturen" Gefährdeten (u.a. "Hypospadie",
"AGS/CAH") ungerührt zum Abschuss frei (siehe oben); ebenso
ist ihre Teilhabe am "Dialog" nicht vorgesehen, folglich
werden sie von Richter-Appelt konsequent mit salbungsvollen Sprüchen
ausgegrenzt (>>>
Kritik 1 >>>
Kritik 2) – fast ein bisschen
wie beim Deutschen Ethikrat und bei der Konrad-Adenauer-Stiftung ...
Entsprechend bieten auch die Kinderkliniken UKE und AKK von
Richter-Appelts Universität Hamburg die ganze Bandbreite von
kosmetischen "Genitalkorrekturen" nach wie vor öffentlich an – und
führen erwiesenermaßen heute noch serienmäßig kosmetische "Genitalkorrekturen"
durch.
d) Dr. Michael Wunder (Deutscher Ethikrat, Sprecher "AG Intersexualität"):
- "geschlechtsverdeutlichende kosmetische Genitalkorrekturen an Kleinkindern zulässig"
- Fakt: Menschenrechte sind nicht teilbar, Recht auf körperliche Unversehrtheit gilt für alle betroffenen Kinder, Unterscheidung zwischen "geschlechtszuweisenden" vs. "geschlechtsangleichenden" kosmetischen "Genitalkorrekturen" verstößt gegen Grund- und Menschenrechte:"Die internationalen Gremien arbeiteten nicht mit der Unterscheidung zwischen geschlechtszuweisenden und geschlechtsangleichenden Operationen. Sie stellten auf die Auswirkungen für die betroffene Person, nämlich auf die Beeinträchtigung der körperlichen Unversehrtheit, ab." (Prof. Dr. Beate Rudolf, Deutsches Institut für Menschenrechte)
Weshalb der Deutsche Ethikrat und seine Stellungnahme vom
23.2.2012 auch einhellig von ALLEN Betroffenenorganisationen unmissverständlich
kritisiert wurde:
-
Zwischengeschlecht.org 29.07.2011 "Betroffene ausgegrenzt und
zensiert"
- Intersexuelle
Menschen e.V. 23.02.2012 "Genitaloperationen verbieten"
-
OII Deutschland (IVIM) 23.02.2012 "Nicht lebensnotwendige Eingriffe
unterbinden"
- Kosmetisch "genitalkorrigiertes" Kind als "wünschenswerten Regelfall" und "Beispiel für tolerable Erziehung"
- Fakten:
1.
Kosmetische "Genitalkorrekturen" sind unmenschlich (UN-SRT)
2. Betroffene
mundtot machen um unliebsame Themen auszublenden auch
3. Politische
Vereinnahmung von Betroffenen ist unfair!
Laut einer >>> Meldung der Konrad-Adenauer-Stiftung hat Familienministerin Dr. Kristina Schröder (CDU/CSU) an der Tagung "für eine größere Akzeptanz von intersexuellen Menschen und deren Recht auf Selbstbestimmung geworben."
Worunter Schröder offenbar ausschließlich Personenstandspolitik ("Geschlechtszuweisung") und Diskriminierung versteht ("Anrede"). Körperliche Unversehrtheit und Beendigung kosmetischer "Genitalkorrekturen" an Kindern erwähnt sie dagegen nicht einmal. Behauptet stattdessen, es seien mehrere "Betroffene" an der Tagung vertreten gewesen.
Fakt: Wie oben unter "2. Zahlen" aufgeschlüsselt, war in Berlin tatsächlich nur 1 "Alibi"-Betroffene vertreten (Lucie Veith) – dagegen 3 VertreterInnen von Institutionen, die kosmetischen "Genitalkorrekturen" an Kindern propagieren und/oder durchführen bzw. durchführen lassen (Michael Wunder, Herta Richter-Appelt, Georg Sinnecker).
>>> Tagungs-Bericht von Peter Tauber
(CDU/CSU): "präventives Verbot
obsolet?"
>>>
Thread zu Schröders Statement auf crossdresser-forum.de
Danke!
>>> Solidarischer Post und
Kommentare auf queer.de Danke!
>>>
Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>>
Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und
Eingriffe
>>>
UN-Sonderberichterstatter über Folter verurteilt "genitale
Zwangsoperationen"
„Als ich vor fünf Jahren Vater einer Tochter wurde, stand für mich außer Frage, dass ich meinen Beitrag an die Kinderbetreuung leisten wollte. Meine Partnerin und ich entschieden uns, die Erziehung zu teilen. Mindestens einen Tag pro Woche wollte ich zuhause zuständig sein und meine Tochter aufwachsen sehen. Auch für meinen Arbeitgeber, eine Bank, war ein Papa-Tag unproblematisch. Ich war nicht der erste im Team, der 80 Prozent arbeitete: Dass Präsenz auch von zu Hause aus funktioniert, musste ich niemandem mehr beweisen. So stand meinem Glück eigentlich nichts im Weg. Doch es kam alles anders.
Ari Byland – Teilzeitmann from Teilzeitmann on Vimeo.
>>> Interessante Sendung zum jetzt schon online vorhören – die allerdings trotz positiver Aspekte mal wieder hemmungslos körperliches Geschlecht, Geschlechtsidentität, sexuelle Orientierung, "Sexualität" usw. in bekannt vereinnahmender Manier wild vermischt.
Dies beginnt schon beim Titel: "Wir alle waren ursprünglich Zwitter - nämlich die ersten 7 Wochen im Mutterleib – danach die meisten von uns nicht mehr" müsste es korrekt heissen.
Weiter huldigt die Sendung kritiklos und unhinterfragt dem altbekannten Medizyner-Märchen "Ja, früher war es vielleicht schlimm – aber heute ist längst alles gaaanz anders, sind wir ja alle sooo tolerant."
Wozu also z.B. noch erwähnen, dass heute noch 90% aller Betroffenen ohne medizinische Notwendigkeit im Kindesalter genitalverstümmelt werden, und dass ohne ein gesetzliches Verbot der Verstümmelungen aller schönen Worte zum Trotz einfach weiteroperiert wird – Hauptsache Sand in die Augen und Schwamm drüber ...
Schade, schade, schade ...
>>>
Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>>
Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und
Eingriffe
Medienfrauen debattierten beim Weltkongress des Internationalen Presseinstituts - Expertinnen einig: Journalistinnen sollten auch in Krisengebieten eingesetzt werden
Gesetzesinitiative zum Gewaltschutz von Frauen von Islamisten vereitelt
NGOs protestieren gegen Kürzungen in der Entwicklungszusammenarbeit - Parlament soll Regierungsgesetz kippen
Während in der Schweiz in klassischen Industriebetrieben oft noch das gesetzlich Minimum von einem Tag Vaterschaftsurlaub gilt, gewähren Unternehmen heute schon zwischen zwei und vier Wochen. Nun will der Bundesrat das Thema aufnehmen.
Die Zeiten, da die Väter bei der Geburt ihres Kindes gerade Mal einen Tag bezahlten Urlaub bekommen haben, scheinen definitiv zu Ende zu gehen. Eine breit angelegte Umfrage des ‘Tages-Anzeigers’ unter 50 Arbeitgebern hat ergeben, dass davon nur noch drei (Georg Fischer, Ruag und Schindler) mit dem gesetzlichen Minimum von einem Tag operieren. Am oberen Ende der Skala bewegen sich Alternative Bank und Mobility mit je 20 Freitagen. Drei Wochen Vaterschaftsurlaub erhalten die Mitarbeiter bei Clariant, Raiffeisen oder der Stadt Bern. Mit zwei Wochen folgen BASF, die Bundesverwaltung, Ikea, McDonald’s, Migros, SRG, Stadt Zürich, Swiss Re, Swisscom und UBS in besagter Umfrage auf den weiteren Rängen.
Firmen, die die Wende hin zum freiwilligen Vaterschaftsurlaub noch nicht mitgemacht haben, geraten zunehmend unter Druck. So etwa die Post, die ihren werdenden Vätern nur zwei Tage gönnt. Genauso wie Denner. Nicht sonderlich gut schneidet in der Umfrage auch die Berner Kantonsverwaltung mit ihren zwei Tagen ab.
Vermutlich nach den Sommerfeiern diskutiert der Bundesrat darüber, ob er nach dem Mutterschaftsurlaub von heute vier bis sechs Monaten auch einen Vaterschaftsurlaub vorschreiben soll. Bei einem Vaterschaftsurlaub von drei Wochen rechnet man in der Landesregierung mit Mehrkosten von rund 200 Millionen Franken jährlich. Das Bundesamt für Sozialversicherungen erarbeitet derzeit einen Bericht, der verschiedene Modelle von Elternurlaub und deren Finanzierung aufzeigen soll.
Bei der Leserumfrage der Aargauer Zeitung sprachen sich 79 % der Befragten für eine Erhöhung der Vaterschaftstage und 21 % dagegen aus.
Wer_welche sich viel in feministischen Internetsphären aufhält, stolpert wohl früher oder später auch einmal über den Begriff “Maskulisten” oder “Männerrechtler” – oder erlebt diese gar in der Kommentarspalte des eigenen oder anderer Blogs.
Nun wird sich ein Radiofeature mit dem Namen “Maskuline Muskelspiele” mit diesem Phänomen auseinandersetzen. Die Sendung hat den folgenden Rahmen:
In der breiten Öffentlichkeit werden „Maskulisten“ hierzulande kaum wahrgenommen. Dabei sind die Anti-Feministen auch in Deutschland überaus aktiv. das ARD radiofeature beleuchtet ab 22. Mai, mit welchen Strategien sie in Deutschland gegen die angebliche Unterdrückung der Männer kämpfen. ARD-Autor Ralf Homann taucht ein in eine Szene, die sich vor allem im Internet konstituiert. Maskulisten stricken online aus rechtsextremen Verschwörungstheorien ihre Kampagnen. Die Parolen werden mitunter sogar von meinungsführenden Medien aufgegriffen. das ARD radiofeature fragt bei Experten, Verfassungsschützern und der Bundesregierung nach Ursachen und Maßnahmen gegen maskulistische Umtriebe.
Maskulisten agieren manchmal subversiv, oft aggressiv und von Hass erfüllt. Auch vor Morddrohungen gegen Andersdenkende schrecken sie nicht zurück. Selbst bei Anders Behring Breivik, der in Norwegen vor zwei Jahren 77 Menschen tötete, betonen skandinavische Terrorismusexperten dessen Anti-Feminismus. Auch in Deutschland hat Brevik Sympathisanten, die sich auf seine maskulistischen Positionen berufen – und gegen Grundlagen der Demokratie kämpfen, insbesondere den in der Verfassung verankerten Gleichheitsgrundsatz.
Konkret thematisiert wird unter anderem das Frauenbild von Breivik und die Rolle von “Hatespeech” für Maskulisten. Die Sendung könnt ihr ab morgen online nachhören oder aber direkt im Radio. Es stehen folgende Sendertermine an:
Queere Szene fürchtet angesichts des Hassverbrechens in Greenwich Village einen Anstieg von homophober Gewalt
…unter diesem Titel ist im April erstmals eine »Frauenflüchtlingskonferenz« in Deutschland selbstorganisiert worden. Die beteiligten Aktivist*innen hatten sich letztes Jahr auf dem BREAK ISOLATION Refugee Summer Camp kennengelernt. In einem speziellen Zelt wollten sie sich dort ursprünglich ein Wochenende lang über die Situation von geflüchteten Frauen* austauschen. Zentral war die Frage danach, weshalb die Beteiligung von Frauen* in dem selbstorganisierten Kampf von Geflüchteten und Migrant*innen so gering ist, obwohl gerade sie »die meiste Ausgrenzung, Erniedrigung und Ausbeutung in ihrem (Flüchtlings-) Alltag erleben«. Nach dem Wochenende war aber noch lange nicht alles gesagt; die Aktivist*innen beschlossen, das Zelt die kompletten zehn Tage lang aufgebaut zu lassen. In diesen zehn Tagen fiel der Entschluss, ein eigenes Camp zu organisieren. Das ist nun vom 19.04. – 21.04.2013 in Hamburg realisiert worden.
Der Aufruf zu der Konferenz (der in neun Sprachen übersetzt worden ist ist) beginnt mit den Worten:
Liebe Freundinnen und Schwestern,
jede von uns trägt den Schmerz der Vergangenheit. Wir haben Armut, Elend, Krieg, politische Verfolgung, sexuelle Gewalt und Erniedrigung erlebt. Wir sind einen langen, beschwerlichen Weg gegangen und gemeinsam befinden wir uns hier in der Migration im Exil. […]
Die Konferenz sollte Gemeinsamkeiten der Aktivist*innen aufzeigen, aber auch mögliche Formen der Solidarität. Der Austausch sollte dabei im Vordergrund stehen; sowohl über die Situationen in den Herkunftsländern der Frauen*, ihre individuellen Migrations- und Fluchtgründe wie auch ihr Leben in Deutschland, inklusive dem Einfluss der rassistischen, sexistischen und ausgrenzenden Gesetzgebungen. Letztenendes sollten Konzepte entwickelt werden, wie geflüchtete Frauen sich stärker organisieren und für ihr Recht auf politischen Widerstand eintreten können. Nun ist ein Video veröffentlicht worden, das einen Einblick in die dort geführten Diskussionen gewährt:
Es schließt mit dem Aufruf:
Wir sind in Lagern. Wir sind nicht sichtbar. Man hört uns nicht. Aber ihr Frauen, die organisiert seid, seid da. Bitte meldet euch, damit wir euren Weg finden. Damit wir zu euch kommen können. Oder kommt ihr zu uns.
Nach langjährigen Protesten wurde 2012 aus dem Genitalabschneider-Verband
"EuroDSD" zu Lübeck neu
"I-DSD" mit Zentrale in Schottland. An der Universität von
Glasgow propagiert das diesjährige "4th International DSD
Symposium" wie gehabt Intersex-Genitalverstümmelungen – ethische und
menschenrechtliche Aspekte stehen erneut nicht zur Debatte.
Zwischengeschlecht.org informiert vor Ort und organisiert
7 friedliche Proteste. >>>
alle
Termine
Helft mit, die TäterInnen daran zu erinnern, dass wehrlose Kinder zu
verstümmeln NICHT OK ist!
"The New Normal" will pädagogisch wertvoll sein und vor allem niemanden verschrecken – Das Ergebnis ist eine brave Sitcom
Am Freitag dem 24. Mai stellt Melica Bešlija in der Buchhandlung ChickLit ihren Debütroman "Sarajevo in der Geliebten" vor.
Sarajevon in der Geliebten - Buchpräsentation und Lesung
Wann: Freitag, 24. Mai 2013, 19 Uhr
Wo: ChickLit, Kleeblattgasse 7, 1010 Wien
Eintritt frei!
Über das Buch:
Bei einem Besuch in ihrer Heimatstadt Sarajevo begegnet die Liebhaberin ihrer Geliebten. Zurück in Wien erkennt sie, dass sich in ihrem Leben etwas Wesentliches verändert hat, ohne genau zu verstehen, was es ist, die Gefühle für ihre Heimat oder für eine Frau, die sie nur einen Abend lang gesehen hat. Immer wieder wird sie nun nach Sarajevo und zur Geliebten zurückkehren. Doch die Tabuisierung der gleichgeschlechtlichen Liebe im Versteckspiel mit der Öffentlichkeit und die Ehe der Geliebten machen eine Beziehung, wie sie es sich wünscht, unmöglich. So pendelt die Liebhaberin zwischen Wien und Sarajevo und entdeckt in ihrer Liebe zu einer Frau die Liebe zu ihrer Heimatstadt: Beide scheinen erreichbar, doch zu beiden wächst die Distanz.
Melica Bešlija, Sarajevo in der Geliebten, Roman, Wien, 2012, ISBN 978-3-902498-59-5
Über die Autorin:
Melica Bešlija, 1973 in Zenica, Bosnien und Herzegowina, geboren und in Sarajevo aufgewachsen; Studium der vergleichenden Literaturwissenschaft, Philosophie und Slawistik an der Universität Wien; arbeitete für die Edition Exil und bei der Dokumentationsstelle für ost- und mitteleuropäische Literatur.
Links: http://chicklit.at/veranstaltungen/freitag-24-mai-1900freitag-24-mai-1900/
[www.editionatelier.at]
[www.buchwien.at]
[www.editionatelier.at]
Frauensprecherin Martina Wurzer fordert gezielte Umbenennungen nach Berliner Vorbild
In der Öffentlichkeit werden Maskulisten hierzulande kaum wahrgenommen. Dabei sind die ‚Anti-Feministen‘ auch in Deutschland aktiv. Das ARD radiofeature ‚Maskuline Muskelspiele‘ beleuchtet, mit welchen Strategien sie in Deutschland gegen die angebliche Unterdrückung der Männer kämpfen.
ARD-Autor Ralf Homann taucht ein in eine Szene, die sich vor allem im Internet konstituiert. Maskulisten stricken online aus rechtsextremen Verschwörungstheorien ihre Kampagnen. Die Parolen werden mitunter sogar von meinungsführenden Medien aufgegriffen. Das ARD radiofeature fragt bei Experten, u.a. Regina Frey und Klaus Theweleit, Verfassungsschützern und der Bundesregierung nach Ursachen und Maßnahmen gegen maskulistische Umtriebe.
Maskulisten agieren manchmal subversiv, oft aggressiv und von Hass erfüllt. Auch vor Morddrohungen gegen Andersdenkende schrecken sie nicht zurück. Selbst bei Anders Behring Breivik, der in Norwegen vor zwei Jahren 77 Menschen tötete, betonen skandinavische Terrorismusexperten dessen Anti-Feminismus. Auch in Deutschland hat Brevik Sympathisanten, die sich auf seine maskulistischen Positionen berufen – und gegen Grundlagen der Demokratie kämpfen, insbesondere den in der Verfassung verankerten Gleichheitsgrundsatz.
Sendetermine:
Als Reaktion auf
die
Pressemitteilung von Zwischengeschlecht.org im Vorfeld der
Bundestagsdebatte über ein Verbot von Intersex-Genitalverstümmelungen
publizierte die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) einen
>>>
Blogpost "Deutscher Bundestag debattiert als weltweit erstes Parlament über
Verbot von Genitaloperationen bei Intersexualität".
Dieser Post bringt nicht nur unsere Pressemitteilung "allen seinen Mitgliedern und Interessierten zur Kenntnis", sondern nimmt darüber hinaus Bezug auf unseren letztjährigen Protest zur "DGE 2012" in Mannheim und den dabei überreichten Offenen Brief (PDF) sowie auf eine daraus resultierende öffentliche Auseinandersetzung der DGE mit der Stellungnahme des Deutschen Ethikrates. Danke!
Weiter wird darin festgehalten: "Der Beratung dieses äußert schwierigen, komplexen Themas durch die deutschen Volksvertreter sieht auch die deutsche Ärzteschaft mit größtem Interesse entgegen."
Aus der seinerzeitigen Auseinandersetzung mit der Ethikrat-Stellungnahme zitiert der Post folgendes:
Medizinische Behandlung bei Intersexualität
Beratung nur in interdisziplinären Kompetenzzentren
Regelmäßige Betreuung in unabhängigen Betreuungsstellen
Irreversible Maßnahmen sind Eingriffe in das Recht körperlicher Unversehrtheit:
- Höchstpersönliche Entscheidung daher grundsätzlich nur von entscheidungsfähigen Betroffenen
- Sonst nur nach unabweisbaren Gründen für das Kindeswohl, z.B. konkrete schwerwiegende Gefahr (erhöhtes Tumorrisiko)
Entscheidung für die Unterlassung von Eingriffen: Gleich hohe Anforderungen
Familiengericht einschalten bei widersprüchlichen Auffassungen
Pikantes Detail: In der DGE-Folien-Präsentation zur Ethikrat-Stellungnahme (PDF), auf die sich sowohl der aktuelle Post wie auch der vorherige im Anschluss an die DGE-Proteste letztlich beziehen, steht zuunterst nach einem Trennstrich weiter folgendes:
AGS-Betroffene: Geschlechtsangleichende Operationen nach Kindeswohl.
Bei Zweifel Entscheidungsfähigkeit der Betroffenen abwarten.
Sprich, die Interpretation der Ethikratstellungnahme als Lizenz zum "gendergerechten" ungehemmten Weiterverstümmeln in den allermeisten Fällen, wie sie u.a. von Ethikrat-Intersex-Sprecher Dr. Michael Wunder stets öffentlich propagiert wird, und auch von Intersex-Genitalverstümmlerinnen wiederholt dankbar aufgegriffen wurde, z.B. von Prof. Dr. Dagmar L'Allemand-Jander oder Prof. Dr. Wieland Kiess.
Und zwar, obwohl eine solche auf die "Geschlechtsidentität" und sonstige "geschlechtertheoretische" Thesen fixierte Betrachtungsweise bekanntlich sämtlichen Gund- und Menschenrechten spottet, worauf Zwischengeschlecht.org und andere Betroffenenorganisationen seit langem hinweisen. Und was neulich in einer Anhörung vor dem Bundestags-Familienausschuss auch >>> Prof. Dr. Beate Rudolf (Deutsches Institut für Menschenrechte) erneut unmissverständlich klarstellte:
Und auch die (im Gegensatz zu derjenigen des Deutschen Ethikrates) von Betroffenenorganisationen weltweit ausdrücklich begrüsste und unterstützte (und auch in den aktuellen Bundestag-Anträgen angeführte) >>> Stellungnahme der Nationalen Ethikkommission (NEK-CNE) stellte bekanntlich allein darauf ab, ob ein Eingriff auch wirklich medizinisch notwendig ist und damit zulässig – oder eben (wie in den allerallermeisten Fällen, was auch die Medizyner selbst oft genug einräumen) stattdessen psychosozial resp. kulturell indiziert und damit ein klarer Verstoss gegen die Menschenrechte der Betroffenen."Die internationalen Gremien arbeiteten nicht mit der Unterscheidung zwischen geschlechtszuweisenden und geschlechtsangleichenden Operationen. Sie stellten auf die Auswirkungen für die betroffene Person, nämlich auf die Beeinträchtigung der körperlichen Unversehrtheit, ab."
Meine 2 Cent: Bleibt zu hoffen, dass die taktische Zitat-Auswahl der DGE im diesjährigen Blogpost darauf schliessen lässt, dass zumindest unter den fortschrittlicheren Standesverbänden langsam ein Umdenken in die Gänge kommt.
Obwohl der Zeitpunkt dieser neuen Auswahl einmal mehr ein deutlicher Hinweis ist, dass die kosmetischen "Genitalkorrekturen" letztlich erst aufhören werden, wenn ein konkretes Verbot durchgesetzt ist – oder zumindest die Aussicht auf ein solches unübersehbar vor der Türe steht. Es ist noch ein weiter Weg ...
(Bild: Intersex-Protest + Offener Brief vor der DGE 2012 in Mannheim, 7.3.2012)
>>>
Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr Leben
>>>
Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und
Eingriffe
>>>
UN-Sonderberichterstatter über Folter verurteilt "genitale
Zwangsoperationen"
Die letzten 40 Jahre, in denen Spinnboden – Lesbenarchiv und Bibliothek e.V. neben Herstory in New York zum mittlerweile größten Lesbenarchiv der Welt angewachsen ist, waren mitunter turbulent: Am 25. Mai 1973 beschloss die Frauengruppe der „Homosexuellen Aktion Westberlin“ (HAW) ihre Protokolle, Flugblätter und Briefe zu sammeln und legte damit den Grundstein für das heutige Spinnboden-Archiv. In den kommenden Jahren wurden Spenden gesammelt, Fördergelder beantragt, ein Verein gegründet, Veranstaltungen organisiert, Stellen geschaffen und für deren Erhalt gekämpft (denn Kürzungen im Bereiche Frauen-Lesben-Trans*-Arbeit waren damals wie heute keine Seltenheit, wie gerade auch wieder bei der Lebensberatung Berlin e.V. zu beobachten ist).

Wie aus der Pressemitteilung (PDF) zu entnehmen ist, umfasst die Sammlung von Spinnboden verschiedene Dokumente über die Berliner „Freundinnenkultur“ der 20er Jahre und aus der Lesbenbewegung der 70er Jahre, private Sammlungen, wissenschaftliche Arbeiten, Belletristik und eine umfassende Filmsammlung. Die internationale Präsenzbibliothek und die Dokumentensammlung umfasst ca.10.000 Bücher, über 1600 Zeitschriftentitel, 1000 Plakate sowie Bild-und Tonträger zur Lesbengeschichte und –bewegung.
In diesem Monat wird also 40-jähriges Bestehen gefeiert. Einige Veranstaltungen haben bereits stattgefunden, z.B. eine öffentliche Kundgebung zum Gedenken an das Leid lesbischer Frauen im Nationalsozialismus. In der Pressemitteilung (PDF) findet ihr weitere Veranstaltungen. Am 25. Mai 2013 lädt der Spinnboden ein zur großen Jubiläumsfeier. Mit dabei sind: Coco Lorès, die Rapperin Sookee und Djane trust.the.girl.
Welche Bedeutung haben eigentlich Frauen in rechten Netzwerken? Wie bringen sie sich ein? Wie sind sie einzuschätzen? Und aus welchen Gründen werden sie oftmals übersehen, werden ihre Taten kleingeredet? Was gibt es zu rechtem Gedankengut und Geschlecht zu sagen? Mit diesen Fragen, und sicher noch einigen mehr, wollen wir uns ab heute in einer neuen Artikelserie “Gender und Rechtsextremismus” auseinandersetzen. Für diese Reihe haben wir uns für den Begriff Rechtsextremismus entschieden, um ein Einstellungsmuster zu bezeichnen, wie es hier bei “Netz gegen Nazis” beschrieben wird. Als anderer und oft synonym verstandener Begriff wird im allgemeinen auch “Rechtsradikalismus” genutzt, der unserer Meinung nach jedoch verkürzt ist. Nach besseren Begriffsalternativen wird noch gesucht. Kritisch anzumerken bleibt, dass “Rechtsextremismus” ein Begriff der Extremismustheorie ist, die unseren politischen Anliegen entgegenläuft und rechtes Gedankengut als “Randproblem”, das mit linker Politik und linken Utopien gleichgesetzt werden könne, strategisch verharmlost.
Seit dem 06. Mai läuft nun der sogenannte “NSU-Prozess” gegen Beate Zschäpe sowie André E., Holger G., Carsten S. und Ralf Wohlleben. (Zu den UnterstützerInnen hat die Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung Informationen zusammengetragen.) Mit dem Beginn des Prozesses ging selbstredend auch die Berichterstattung weiter, die Beate Zschäpe vor allem hinsichtlich ihres Aussehens kommentierte (“Ihr langes Haar glänzt. Vermutlich war sie noch gestern beim Gefängnisfriseur.” FOCUS) oder sie als “Nazi-Braut” bezeichnete (BILD).
Zwei Beispiele von vielen die zeigen, dass die mediale Wahrnehmung von rechten Frauen immernoch bestimmt ist durch klare sexistische Stereotype. Dabei ist die Forschung zu dieser Thematik seit Jahren weiter. So antwortet auch “Anna” vom Forschungsnetzwerk Frauen und Rechtsextremismus im Buch “Fantifa. Feministische Perspektiven auf anti-faschistische Politik” auf die Frage, ob sich denn in den letzten zwanzig Jahren die Wahrnehmung rechter Frauen geändert hätte:
Da würde ich unterscheiden: In den Kreisen, die Recherchearbeit machen, Forschung betreiben und publizieren zum Thema extreme Rechte, hat sich einiges getan. Hier werden Frauen- bzw. Geschlechterthemen überhaupt inzwischen deutlich häufiger berücksichtigt, so mein Eindruck. [...]
In der allgemeinen Öffentlichkeit allerdings ist das Bild häufig noch das der Frau als Mitläuferin, wenn überhaupt. Oftmals auch in sexualisierter Weise: Sie ist nur als “Freundin von…” vorstellbar. Das wurde recht gut sichtbar, als im November 2011 die Taten und das Kernpersonal der so genannten Zwickauer Terrorzelle des NSU (Nationalsozialistischer Untergrund) bekannt wurden. [...] Obwohl anfangs nichts klar war über die Beteiligung der einzelnen Mitglieder an der Mordserie des NSU, bezeichneten diverse Medien die Frau sofort als “Nazi-Braut” und “Betthäschen” der Mörder-Nazis.
Das Forschungsnetzwerk veröffentlichte so auch bereits im November 2011 einen offenen Brief an Medienschaffende und Wissenschaftler_innen durch solche Wortwahl nicht die Taten rechter Frauen zu verharmlosen. (Wir berichteten.) Auch zum diesjährigen Prozessbeginn äußerte sich das Forschungsnetzwerk in einem weiteren offenen Brief:
Entgegen aktueller wissenschaftlicher und empirischer Forschung und Erkenntnisse reproduzieren Medien und Behörden in ihren Berichten noch viel zu häufig Frauenbilder, die extrem rechte Akteurinnen, wenn überhaupt, als Mitläuferinnen, Freundinnen, Ehefrauen, harmlos, unpolitisch und unbedeutend darstellen. Beate Zschäpes Aktivitäten zeigen, dass diese Wahrnehmungen und Umdeutungen eine Sackgasse sind. Die Verharmlosung der Rolle von Frauen in der extremen Rechten spiegelt nicht nur sexistische Stereotype wider, sie verharmlost auch die rassistisch und antisemitisch motivierten Taten selbst.
Doch Mainstream-Medien und bundesdeutsche Behörden sind nicht allein im Nicht-Beachten rechter Frauen. Lange Zeit fiel auch einer kritischeren Forschung dieser Fokus schwer, denn zu erst musste es zu einer Auseinandersetzung mit der Möglichkeit von Täterinnenschaft kommen. Die Frage lautete: Können Frauen in einem patriarchalen System überhaupt Täterinnen sein?
Die Antwort muss ganz klar “Ja” lauten. Christina Thürmer-Rohr zeichnet in ihrem Aufsatz “Die unheilbare Pluralität der Welt – von Patriachatskritik zur Totalitarismusforschung” aus dem Jahr 1997 einige Entwicklungen dieser Debatte in Deutschland nach. (Mit dem gesamten Aufsatz hat sich Nadine hier schon einmal auseinandergesetzt.) Thürmer-Rohr beschreibt, wie Anfang der 1980-iger Jahre die These der Mittäterinnenschaft entstand:
Die Handlungen der Frauen sind demnach nicht nur aufgezwungene und ihre Handlungsbegrenzungen nicht nur durch Zwang verhinderte Handlungen, sondern sind auch selbstgewählte, oft selbstgewollte, vor allem aber dem System dienliche Handlungen. Frauen werden nicht nur verstrickt, verletzt und mißbraucht von einem schädigenden System, sondern sie steigen auch eigentätig ein, sie gewinnen auch etwas, sie ernten Privilegien und fragwürdige Anerkennungen, sie profitieren von ihren Rollen – sofern sie sie erfüllen.
In dem Begriff der Mittäterin soll gleichzeitig die Täterinnenschaft (zu meist rassistische Gewalt durch weiße Frauen), aber eben auch die Unterdrückung, die qua Geschlecht vorliegt, eingeschlossen sein. Der Begriff soll die ambivalente Positionierung deutlich machen.
Dass weiße Frauen aktiv als Täterinnen (und hier wurde meist dieser Begriff gewählt) an der Unterdrückung von PoC (mit)wirken, haben natürlich aber vor allem Schwarze Theoretiker_innen/ Aktivist_innen und Theoretiker_innen/ Aktivist_innen of Colour wie bell hooks, Angela Davis und Audre Lorde herausgearbeitet. Dabei schrieben und schreiben sie nicht nur zu Frauen, die konkret in rechte Zusammenhänge einzuordnen sind, sondern beispielsweise auch über weiße Feminist_innen.
Eines ist deutlich: In einem Gesellschaftssystem, welches von unterschiedlichen Machstrukturen durchzogen ist, wo Sexismus eben nicht das einzige ist, ist auch (Mit)Täterinnenschaft möglich und Frauen können von innerhalb des Systems von bestimmten Handlungen profitieren. Nach diesem Prinzip sind auch rechte Gruppierungen zu betrachten. Im zweiten Teil der Serie werde ich genau dies noch einmal intensiver tun und aufzeigen, welche Rollen rechte Frauen einnehmen.
Zur
Bundestagsdebatte über ein Verbot von Intersex-Genitalverstümmelungen
veröffentlichte die SPD-Arbeitsgruppe "Familie, Senioren, Frauen und Jugend" in
der Rubrik "Kinder"
>>>
eine Meldung (inkl. linksstehendem Bild von der ersten von
Zwischengeschlecht.org organisierten Demo zum Auftakt von
Christiane Völlings Zwitterprozess). Danke!
Ein Auszug:
In der Regel werden intersexuelle Menschen im Säuglings- und Kindesalter mehrfach Operationen unterzogen, damit sie zum Jungen oder zum Mädchen werden. Viele von ihnen leiden ihr ganzes Leben lang physisch und psychisch unter den Folgen dieser Operationen.
Menschenrechte von intersexuellen Menschen werden verletzt
[...] Intersexuelle Menschen dürfen nicht länger in ihren Menschen- und Bürgerrechten eingeschränkt und gesellschaftlich ausgegrenzt werden. Ihr Recht auf körperliche Unversehrtheit, auf Selbstbestimmung und Nicht-Diskriminierung darf nicht weiter verletzt werden. [...]
Geschlechtszuweisende Operationen nur wenn Betroffene einwilligen
Zentrale Forderung des Antrages ist ein Verbot geschlechtszuweisender und -anpassender Operationen, wenn die Betroffenen noch nicht einwilligungsfähig sind. Danach soll eine stellvertetende Einwilligung der Eltern in irreversible, geschlechtszuweisende Eingriffe nur noch in lebensbedrohlichen Notlagen oder durch eine medizinische Indikation zulässig sein.
>>>
Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr
Leben
>>>
Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen &
Eingriffe
Zur
Bundestagsdebatte über ein Verbot von Intersex-Genitalverstümmelungen hat
die Linksfraktion ihr >>> Positionspapier
"Intersexualität" aufdatiert. Danke!
Ein Auszug:
Mit dem Bericht des Deutschen Ethikrats im Februar 2012 und einer öffentliche Anhörung im Familienausschuss des Deutschen Bundestags im Juni 2012 wurde nochmals deutlich, dass viele intersexuelle Menschen ohne ihre Einwilligung im Kindealter operiert wurden, um sie einem Geschlecht zuzuordnen. Dies hatte erhebliche physische und psychische Folgen bis hin zu Suiziden. [...]
Die Fraktion DIE LINKE [...] fordert im Wesentlichen:
- eine umfassende Aufarbeitung der Menschenrechtsverletzung und eine Entschuldigung des Gesetzgebers für das erlittene Leid
- ein Verbot geschlechtsangleichender Operationen vor der Einwilligungsfähigkeit der Betroffenen sowie
- einen unbürokratischen Fonds, um die Betroffenen von frühkindlichen Operation finanziell zu unterstützen.
(Bild: Intersex-Protest + Offener Brief vor der Universitäts-Kinderklinik Dresden, 23.9.2012)
>>>
Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr
Leben
>>>
Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen &
Eingriffe
Geburtsfisteln führen in den ärmsten Ländern der Welt zu ungeheurem körperlichen Leid – Als wäre das nicht schon genug, werden die Betroffenen auch noch sozial ausgegrenzt
Die Zwitter Medien Offensive™ geht weiter!
>>> Gespräch mit yours truly im Morgenmagazin von Radio Dreyeckland über den ersten >>> "Welttag der genitalen Selbstbestimmung", die historische >>> US-Klage gegen Intersex-GenitalabschneidererInnen und die >>> Bundestagsdebatte über ein Verbot von kosmetischen Genitaloperationen an Kindern mit "atypischen" körperlichen Geschlechtsmerkmalen.
>>>
Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr
Leben
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Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen &
Eingriffe
Unverheiratete Väter dürfen künftig das volle Sorgerecht für ihre Kinder beantragen – auch gegen den Willen der Mutter. Nur, wenn das Wohl des Kindes beeinträchtigt wäre, kann das verwehrt werden. Eine entsprechende Gesetzesänderung ist in Kraft getreten.
Ein Beitrag von Kerstin Klein in der Tagesschau
Diejenigen von euch, die jetzt so langsam wieder aus der Eurovision-Song-Contest-Hölle auftauchen, müssen wahrscheinlich noch die Reste des Käseigels wegräumen und Sektgläser spülen, bevor sie dazu kommen, von ihrer Woche zu berichten. Alle anderen können ja schonmal loslegen – der Selbermachsonntag ist eröffnet! Wart ihr vielleicht gestern beim Bühnenwatchprotest anlässlich des Theatertreffens dabei? Habt anderweitig demonstriert, protestiert, euch engagiert? Spannende Texte geschrieben? Tolle neue Tipps für die Selbstfürsorge erprobt? Musiktipps um die ESC-verklebten Ohren freizuspülen? Her damit!
Gleichstellung und Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule können nicht über die weiter massiven Vorurteile gegen Homosexuelle hinwegtäuschen
Auf der Website von Ebow X gibt es ein besonderes Schmankerl, um mal einen Begriff aus der Musikerin Heimatregion zu bemühen: Und zwar ein 23minütiges Nonstop-Snippet-Video, eigentlich besser gesagt fast einen Kurzfilm zum inzwischen etwa ein Jahr alten Mixtape “Habibi’s Liebe & Kriege”. Eine Besprechung von Sookee könnt ihr in der Februar-Ausgabe der an.schläge lesen (und in verschiedenen Interviews mit Ebow u.a. warum sie den ständigen M.I.A.-Vergleich nicht so dolle findet), zum Audiostream geht’s hier, noch mehr gibt’s bei Ebows Soundcloud. Und eine Facebookseite hat die Künstlerin auch. Gerade auch weil ich mir bei Ebows Texten nicht immer zu 100% sicher bin, was ich davon halte(n sollte): ich bin gespannt auf das Album, das noch dieses Jahr erscheinen soll und freu mich sehr drauf.
Die für die Trauungen zuständigen Abteilungen in Rathäusern und Gemeindeämtern sind großteils vorbereitet. Der Bürgermeister des 3. Arrondissement in Paris, Pierre Aidenbaum, hat in seinem Bezirksrathaus die Öffnungszeiten des Standesamtes verlängert und hält insbesondere heute (Samstag) Nachmittag offen, damit heiratswillige Paare nicht warten müssen. Rund 30 Paare haben bereits ihr Interesse bekundet, im Rathaus des 3. Arrondissement zu heiraten, wird auf der Website verraten.
Da eine Trauung in Frankreich frühestens 10 Tage nach der Veröffentlichung des Aufgebots stattfinden kann, ist mit den ersten Hochzeiten in den letzten Maitagen zu rechnen. Unter den ersten Hochzeitern wird Vincent Autin, der Vorsitzende von LGP Montpellier (Lesbian and Gay Pride Montpellier) sein, der schon vor Monaten angekündigt hat, dass er seinen Partner Bruno ehelichen will. Die Trauung wird Montpelliers Bürgermeisterin Hélène Mandroux vornehmen, Frauenministerin Najat Vallaud-Belkacem wird unter den Hochzeitsgästen sein.
Die Gleichheitsgegner_innen lassen sich durch das Inkrafttreten des Gesetzes nicht beirren. Sie wollen es weiter bekämpfen und haben angekündigt, dass die für 26. Mai geplante Demonstration in Paris stattfinden wird. Außerdem sammeln sie Unterschriften, um ein Referendum über das Gesetz zu erzwingen.
Frankreich ist der neunte Staat in Europa und der 12. (13., 14., 16. - je nach Zählung) weltweit, in dem gleichgeschlechtliche Paare unter den gleichen Voraussetzungen wie verschiedengeschlechtliche Paare heiraten können. In Europa war das bisher schon in den Niederlanden, Belgien, Spanien, Portugal, Schweden, Norwegen, Island und Dänemark möglich, weltweit außerdem in Kanada, Südafrika, und Argentinien. In Uruguay wurde das Gesetz über die Öffnung der Ehe am 10. April beschlossen, es tritt 90 Tage nach der Publikation in Kraft. In Neuseeland wurde die Öffnung der Ehe ebenfalls im April beschlossen, die ersten Trauungen werden im August stattfinden können. Gleichgeschlechtliche Paare können außerdem in 12 US-Bundesstaaten und dem District of Columbia, in Mexico Stadt und zumindest 12 Bundesstaaten Brasiliens heiraten. Mexiko und Israel anerkennen anderswo gültig geschlossene gleichgeschlechtliche Ehen.
Links: [yagg.com]
[www.legifrance.gouv.fr]
[yagg.com]
[www.20minutes.fr]
[www.leparisien.fr]
[www.europe1.fr]
http://www.mairie3.paris.fr/mairie03/jsp/site/Portal.jsp?document_id=15683&portlet_id=853&comment=1¤t_page_id=442
[www.montpelliergay.com]
[en.wikipedia.org]
[en.wikipedia.org]
Die in Düsseldorf erscheinende ‚Rheinische Post‘ berichtet über entsprechende Pläne von CDU und CSU: „Junge Väter sollen sich nach der Geburt eines Kindes künftig noch länger um ihr Baby kümmern können. In der Union wächst die Zahl der Befürworter, die die Vätermonate ausdehnen wollen. Die CSU setzt auf eine Verlängerung der Elternzeit insgesamt. …
“Wir müssen den finanziellen Schonraum für die Babyzeit, der durch das Elterngeld auf ein Jahr verkürzt wurde, wieder ausweiten und dabei den Trend zur partnerschaftlichen Teilung der Elternzeit verstärken, wie das in den skandinavischen Ländern gang und gäbe ist”, sagte Bayerns Familienministerin Christine Haderthauer (CSU). “Der beste Schritt wäre, sobald wie möglich das Elterngeld von 14 auf 18 Monate zu verlängern und dabei vier statt zwei Partnermonate vorzusehen”, erklärte sie. Die CSU-Politikerin forderte auch, dieser Punkt gehöre ins gemeinsame Unionswahlprogramm, “wenn wir moderne Familienpolitik fortsetzen wollen”.
Auch Arbeitsministerin und CDU-Vize-Parteichefin Ursula von der Leyen, die als Familienministerin das Elterngeld und die Vätermonate eingeführt hatte, wünscht sich eine Reform. “Ich persönlich bin der Meinung, dass wir beim Elterngeld einen dritten Vatermonat brauchen”, sagte sie gestern bei einer Veranstaltung unter dem Titel “Spitzenfrauen fragen Spitzenkandidaten”. Die Bundesministerin sieht allerdings keinen finanziellen Spielraum, die Elternzeit insgesamt auszuweiten.
Die Ausweitung der Vätermonate beim Elterngeld, dessen Zahldauer aber nicht verlängert werden solle, könne Müttern helfen, früher in den Beruf zurückzukehren, sagte sie. Die Arbeitsministerin will die Erwerbstätigkeit von Frauen insgesamt steigern. Jede zweite Frau in Deutschland arbeite nur Teilzeit. Beim Arbeitsvolumen, das Frauen in Teilzeit leisteten, sei Deutschland mit nur 18 Wochenstunden im EU-Vergleich weit unten. Von der Leyen forderte daher neben dem dritten Vatermonat auch ein gesetzliches Rückkehrrecht von einem Teilzeit- auf einen Vollzeitjob. Diese Forderung werde in das CDU-Wahlprogramm einfließen.“
Was mich an den Begründungen stört ist, dass den Vätern auch weiterhin eine ‚Assistentenrolle‘ zugeschrieben wird. Die Wünsche von Männern nach einer partnerschaftlichen Aufteilung von Erwerbs- und Familienarbeit werden nicht thematisiert. Und Aussagen wie die folgende ‚nageln‘ gerade junge Väter im Beruf fest:
„Sogar Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) will es: eine Babypause einlegen, wenn im Sommer seine Frau Judy Witten ihr erstes Kind zur Welt bringt. Drei Wochen will sich der Minister gönnen und nicht ins Büro gehen, wie er der „Welt” sagte. Richtig Elternzeit könne er weder als Abgeordneter noch als Minister nehmen.
Vergangenen Sonntag war Muttertag. Katharina von Sich mit Worten bevorraten will nicht nur zu diesem Anlass mehr als Blumen. Auch Melanie ist kein Fan dieses Begängnisses, reflektiert aber zu diesem Anlass ihre Sicht auf Dankbarkeit für Mütter.
Gleich ein bunter Strauß an Berichten darüber, wie wenig mensch sich selbst in vermeintlich alternativen, emanzipatorischen Umfeldern auf Pausen vom *istischen Alltag verlassen kann:
Kotzwürg-Sexismus galore beim BarCamp Graz. Und mehr als genug Kackscheiße auch beim Workers Youth Festival in Dortmund. Das erfolgreiche Modelabel American Apparel geriert sich als hipper Awareness-Laden, kommt aber seit jeher nicht ohne Sexismus aus. An der Heidelberger Uni lacht man über NSU-Verharmlosung in Tateinheit mit Plumpsexismus von vorvorgestern. An der Düsseldorfer Uni soll ein antifeministisch dominiertes Männerreferat gegründet werden. Und angesichts der von großem Pressetamtam begleiteten Proteste gegen die “Barbie Dreamhouse Experience” konnte mensch sich auch nur noch an den Kopf packen.
Edward von Twidgeridoo! berichtet unter dem bitter sarkatischen Titel “Meine erste Internierung” über erfahrene(n) Rassismus und Polizeigewalt. Mehr (Grundlagenarbeit für) rassistische Kackscheiße ist zu erwarten bei der Innenminister*innenkonferenz (IMK), die vom 22.-24. Mai in Hannover stattfindet und wo auch Asyl- und Migrationspolitik auf dem Programm steht – Protest wird bereits organisiert.
Die ständige Erwartung, verfügbar zu sein – für Diskussionen, Erklärungen oder den Wohlfühlfaktor: Frau Dingens hat genug davon. A propos Erwartungshaltung: Seitdem ich auf meinem Profilbild Tatyana Fazlalizadehs Anti-Street-Harrassment-Shirt trage, wird immer wieder gefragt, wo es dieses großartige Shirt den gebe – und auch High on Clichés kennt den Ärger über die ständige Aufforderung “Lächel doch mal!”.
Die Brust-OP von Angelina Jolie ist nicht nur ein Knaller für die Boulevardmedien, sondern auch ein Politikum. Mel gibt Kontext und findet: “Well done, Angelina Jolie”. Merle Stöver möchte Jolie für ihre Entscheidung respektiert sehen – gerade von Feministinnen. Und weil (gerade auch Frauen*-)Gesundheit immer ein politisches Thema ist, berichtet my myself & child über ihren “Gebärmutterschnupfen” und lädt zur Vernetzung ein.
Und wo wir schon bei Körper und Selbstbestimmung sind: Grrrlghost hat anlässlich der Debatte um die “Pille danach” noch ein Video beizusteuern.
Shopping ist nicht für alle ein Vergnügen – die Suche nach passenden BHs auch nicht, wie Ryuu berichtet. Außerdem ist Ryuu aus Berlin – nach wie vor Sehnsuchtsort für viele – weggezogen und erzählt, warum. Und dass auch in anderen Städten mit B am Anfang ordentlich was los sein kann, lässt sich Helgas umfangreicher Terminliste für Braunschweig entnehmen.
Außerdem hat Helga ein Buch über Pionierinnen der Archäologie gelesen und rezensiert.
Ninia LaGrande interviewt Jasmin Mittag, Initiatorin der Kampagne “Wer braucht Feminismus?” in Deutschland.
Nele Tabler schaut die TV-Serie Call the Midwife (Ruf die Hebamme) und findet schwangere Heldinnen.
Anne Roth sammelt Beispiele von Fällen, bei denen feministischen Medien, Blogs, Zeitschriften, Fernseh- oder Radiosendungen von Zensur betroffen waren (oder sind).
Für eine bessere Vernetzung der feministischen Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!
Justizministerin Christine Taubira hatte bereits anlässlich der Abstimmung im Senat am 23. April versichert, dass die administrativen Vorbereitungen im Laufen sind und die ersten gleichgeschlechtlichen Trauungen bereits im Juni stattfinden können werden.
Links: http://www.conseil-constitutionnel.fr/conseil-constitutionnel/francais/les-decisions/acces-par-date/decisions-depuis-1959/2013/2013-669-dc/decision-n-2013-669-dc-du-17-mai-2013.137046.html (Die Entscheidung im Volltext, 46 Seiten)
http://yagg.com/2013/05/17/le-conseil-constitutionnel-valide-la-loi-ouvrant-le-mariage-et-ladoption-aux-couples-de-meme-sexe/
http://yagg.com/2013/05/17/mariage-pour-tous-apres-la-validation-du-conseil-constitutionnel-les-reactions/
[joemygod.blogspot.com]
http://www.lesechos.fr/economie-politique/politique/actu/0202771032922-la-loi-sur-le-mariage-pour-tous-validee-par-le-conseil-constitutionnel-567590.php
[www.tetu.com]
Christine Baur übernimmt die Agenden der von ihr stets kritisierten Landesrätin Zoller-Frischauf – "Kaffekränzchen-Sager" werde es bei ihr nicht geben

Half Girl by Daktari Lorenz. Ghostly Gwendo by Endai Hudl
Dort präsentieren nämlich Half Girl, Berlins unheimlichste Super Group, und Luise Pop ihre schaurig schöne Split-Single “Lemmy, I’m A Feminist ”. Dazu gibt es die Weltpremiere des Lemmy-Videos von Horrorfilmerlegende Jörg Buttgereeit und dem kongenialen Cutter und Musiker Frank Behnke (Ex-Mutter). Half Girl, das sind Julie Miess (Britta), Vera Kropf (Luise Pop), Anna-Leena Lutz (Die Heiterkeit) und Gwendolin Tägert (Mondo Fumatore). Damit dieser Tanz niemals endet, legen Jörg Buttgereit, Jens Friebe, Julia Wilton und das PET-DJ-Team noch Platten auf. Alle Kinder der Nacht sind eingeladen, das schwarze Fell zu bürsten, die Goldzähne zu wetzen und Luise Pop und Half Girl in die Dunkelheit zu folgen.
Leipzig: 17. Mai, 22 Uhr, Merseburger Straße 25, Leipzig

Westfälisches Dampfboot
Gerade ist ein Sammelband erschienen, der auch für viele Studierende und Lehrende unserer Gender Studies an der HU von Interesse sein kann:
Fink, Dagmar; Krondorfer, Birge; Prokop, Sabine; Brunner, Claudia (Hrsg.);
Prekarität und Freiheit?: feministische Wissenschaft, Kulturkritik und SelbstorganisationMünster : Westfälisches Dampfboot, 2013 – 281 Seiten – € 19,90 , ISBN: 978-3-89691-929-8
Worum geht es?
Prekarität und Freiheit? als begriffliche Klammer eines ebenso widersprüchlichen wie komplementären Verhältnisses wird in diesem Band von AutorInnen reflektiert, die großteils aus außeruniversitären Forschungs- und Theoriebildungsrändern kommen bzw. sich an Schnittstellen von Institutionen und Selbstorganisierung (flexibel natürlich!) bewegen. Marginalisierte Arbeits-, Wissens- und Organisationsverhältnisse sind somit nicht nur Gegenstand, sondern auch Grund und Motiv der Auseinandersetzungen. Die Texte spiegeln die unterschiedlichen kategorialen Rahmungen aus Philosophie, Soziologie, Geschichte, Kulturtheorie, Kunst, Literatur- und Sprachwissenschaft, aber auch jene aus politischen und kulturellen Praxen. Thematisiert werden prekäre Freiheiten anhand von Kollektivität, Öffentlichkeit, Frauenbewegungsgeschichte, Kultur/Arbeit, Ökonomie, Migration, Wissenschaft, Sexualität, Anerkennungsweisen, Bildung, Alter, Lebensführung.
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Das neue Sorgerecht gewährt den biologischen Vätern mehr Mitspracherechte bei der Erziehung ihrer Kinder als bisher. Und auch uneheliche Väter hatten es bislang schwer, Verantwortung für ihre Kinder zu übernehmen, wenn die Mütter das nicht wollten Doch was bedeutet es, wenn selbst der berühmte “One-night-stand” die aktive Vaterrolle einfordert, wenn zufriedene Patchwork-Familien plötzlich einen weiteren Erziehungsberechtigten integrieren sollen?
Das Kindeswohl soll dabei der Maßstab sein, aber was heißt das konkret? Und wie können Männer ihre Vaterrolle so gestalten, dass die Kinder davon wirklich profitieren?
In der NDR Info Redezeit am 16. Mai begrüßte Moderatorin Gabriele Heise als Gäste:
Hartmut Haas: Mitglied im Bundesvorstand des Vereins “Väteraufbruch”
Dr. Angelika Nake: Fachanwältin Familienrecht
Heinz Hilgers: Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes
Die Sendung können Sie hier nachhören.
Die EU-Grundrechteagentur liefert erschreckende Ergebnisse zum Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie
Die heutige “Feminismus im Recht”-Kolumne wird nicht von Maria beigesteuert, sondern von Kollegin Dr. Anja Schmidt, die am Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht und Rechtsphilosophie der Uni Leipzig arbeitet. Sie hat für uns netterweise einen Erfahrungsbericht zum Feministischen Juristinnentag verfasst.
Der 39. Feministische Juristinnentag (FJT) fand vom 3. bis zum 5. Mai in Berlin in Berlin statt. Besonders habe ich mich über die offene und konstruktive Atmosphäre gefreut, in der unterschiedliche feministische Positionen und geschlechterkritische Perspektiven Raum hatten.
Den Eröffnungsvortrag hielt Dr. Laura Adamietz von der Uni Bremen. Sie ließ die Rechtsprechung des Bundesverfassungsrechts zu den Rechten von Trans*-Personen Revue passieren, kritisch und unter Beleuchtung der Fortschritte, die sie für die Anerkennung des wirklichen Geschlechts dieser Menschen gebracht hat. Dass es im Bundestag bis zur im Herbst anstehenden Wahl wahrscheinlich nicht mehr gelingen wird, das eigentlich nur noch als Torso geltende “Gesetz über die Änderung der Vornamen und die Feststellung der Geschlechtszugehörigkeit in besonderen Fällen. Transsexuellengesetz” an die verfassungsrechtlichen Vorgaben anzupassen oder es besser neu zu ordnen, ist mehr als beschämend, zumal hierzu bereits seit der vorigen, 16. Wahlperiode verschiedene Gesetzesentwürfe eingebracht wurden.
Die nachfolgenden AG und Foren spiegelten die Bandbreite juristisch-feministischer Themen wieder, unter anderem ging es um Gewalt gegen Migrant_innen, die Strafverfolgung bei sexualisierter Gewalt, die Reform des Sorgerechts nicht miteinander verheirateter Eltern und die Rechtslage von intersexuellen Menschen. Ich besuchte die AG “Selbstbestimmungsrecht im Personenstandsgesetz? Ein Diskurs in INTER*-Realitäten”, geleitet von der Juristin Juana Remus (Uni Bremen) und von Lucie Veith, der zwangstransexualisiert wurde und der 1. Vorsitzender des Bundesverbandes Intersexuelle Menschen ist.
Juana Remus referierte sehr sorgfältig und pointiert zur Inter*-Personen betreffenden Rechtslage. Lucie Veith brachte sehr eindrücklich und kraftvoll die Erfahrungen und Perspektiven eines Inter*-Menschen ein und insistierte nachdrücklich darauf, dass das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit vollumfänglich auch für Inter*-Kinder realisiert werden muss. Diese Forderung ist in der aus der AG hervorgegangenen Fachstellungnahme ebenso enthalten, wie die Forderung, Eingriffe in die Geschlechtlichkeit des Kindes und die Entfernung hormonproduzierender Organe zu unterlassen, bis das Kind eigenverantwortlich entscheiden kann sowie die Forderung nach einem besonderen Schutz von intersexuellen Kindern in ihrer geschlechtlichen Selbstbestimmung und die Forderung nach der Abschaffung des Geschlechtseintrages im Personenstandsregister.
(genauer unter [www.feministischer-juristinnentag.de] ).
In dem anschließenden Forum “Verfügung über Kinderkörper: Kinderkörper und chirurgische Intim-Eingriffe” wurden die Perspektive von Inter*-Personen, die feministischen Positionen zur Genitalbeschneidung von Mädchen und Positionen zur religiös motivierten Beschneidung von Jungen in einem gemeinsamen Diskurs zusammengeführt. Ein sehr mutiges Unternehmen, da insbesondere die Diskussion um die Beschneidung von Jungen sehr emotionalisiert geführt wird und hinsichtlich der unterschiedlich motivierten Intimeingriffe an Kindern verschiedene feministische / geschlechterkritische Perspektiven aufeinanderprallen. Von Standpunkten, die sich gegen Diskriminierung aus religiösen Gründen wenden und die Beschneidung an Jungen verteidigen, bis hin zu Standpunkten, die sich aufgrund von Erfahrungen von Interesex*-Personen und von beschnittenen Frauen und Mädchen strikt gegen Eingriffe an den Genitalien von Kindern wenden.
Ich bin sehr froh, dass dieses Unterfangen gewagt wurde, auch wenn spürbar war, dass die Diskussion sehr heikel ist. Nicht zuletzt aufgrund der gut organisierten Moderation von Lucy Chebout ist es gelungen, alle Perspektiven zu Wort kommen zu lassen und zu verdeutlichen, dass dem Konflikt zwischen dem Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit des Kindes und dessen Recht auf negative und (!) positive Religionsfreiheit (sein Recht, nicht auf eine Religion festgelegt zu werden, und sein Recht, religiös eingebunden aufzuwachsen) nicht leicht beizukommen ist. Ich hatte den Eindruck, dass jedenfalls das Verstehen der jeweils anderen Position vertieft wurde und dass damit die Basis für sachliche Diskussionen, die noch nicht zu Ende geführt sind, gestärkt wurde.
Zur geschlechterkritischen Perspektive passend schloss der FJT mit einem Beschluss zur Einladungspolitik des FJT, wonach er “offen für alle Frauen, alle, die sich als Frauen fühlen, und alle, die sich keinem der herkömmlichen Geschlechter zuordnen können oder wollen” ist. Ich freue mich auf den Jubiläums-FJT Anfang Mai 2014 in Leipzig!
Luftballone zum Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie, Ausstellung im Refugee Protest Camp, Andrea Händler "naturtrüb", Lesung im ChickLit und ein leidenschaftlicher Konflikt im Tansquartier
Anlässlich von IDAHO 2013 sind in Podgorica Street Performances, Sportwettkämpfe, Workshops, Buchspenden an öffentliche Bibliotheken und Fundraising-Events geplant. Anlass zum Feiern ist auch der kürzlich von der Regierung Montenegros beschlossene Plan zur Verbesserung der Lebenssituation von LGBT Personen bis zum Jahr 2018.
Links: [lgbtprogres.me]
[lgbtprogres.me]
[lgbtprogres.me]
[lgbtprogres.me]
[de.wikipedia.org]

Bild: Kai Dieterich
Natürlich gibt es in Deutschland erfolgreiche Künstlerinnen. An deutschen Kunstakademien studieren auch oft ungleich viele Frauen. Einige Level höher jedoch, in der Starriege der Kunstwelt, haben sich die Reihen bereits dramatisch gelichtet. Kaum verwunderlich, ließ der Künstler Georg Baselitz vor Kurzem in einem Interview verlauten: „Frauen bestehen nun mal die Prüfung nicht.“ Welche Prüfung? „Die Marktprüfung, die Wertprüfung.“ Klassenprimus Baselitz, dessen Werke der Markt stets wohlwollend benotet, sieht da auch keinen Grund für strukturelle Kritik. Tatsächlich malen Frauen eben nicht so gut, was sonst? Eine solch hirnrissige Haltung kann aber leider nicht auf die kauzigen Ausreißer eines alternden Egomanen reduziert werden. Vielmehr zeigt der Erfolg, den Künstlerinnen mit einem feministischen Ansatz in anderen Ländern haben können, von Judy Chicago bis Sarah Lucas, dass der Diskurs in Deutschland einfach noch nicht an diesem Punkt angekommen ist. Der Chauvinismus an deutschen Akademien ist immer noch gegeben, durchdrängend, hartnäckig. Die Kunstwelt wirkt wie ein Spiel, an dem Frauen zwar seit einiger Zeit mitmachen dürfen, die Regeln ändern können sie jedoch nicht.
Die Gründerinnen der feministischen Künstlerinnengruppe f f wissen das nur allzu gut. Zwei von ihnen, Mathilde ter Heijne und Antje Majewski, lehren an Akademien in Kassel und Kiel, wohl alle f f Künstlerinnen, zum jetzigen Zeitpunkt etwa dreizehn, sehen sich in ihrer eigenen professionellen Arbeit mit männlich geprägten Strukturen konfrontiert. Es sei eine besonders inspirierend, so Mitgründerin Jen Ray, die übliche kompetitive und egozentrische Arbeitsweise mit dem unterstützenden Netz einer all-female Gruppe einzutauschen. Doch wie positioniert sich ein feministisches Netzwerk innerhalb der Kunstszene?
Im Rahmen der TAZ, der Temporären Autonomen Zone, möchte f f eine Art heterotopischen Raum erschaffen, in dem sich die Gruppe und die verschiedenen eingeladenen Künstlerinnen unabhängig und idealistisch entfalten können. Doch wie losgelöst und eigenständig kann ein solcher Raum sein? Natürlich mussten und müssen sich Frauen in den bildenden Künsten immer auf mehreren Ebenen emanzipieren. Nicht nur als Eindringlinge in eine patriarchische Tradition der väterlichen Genies, sondern auch als selbstbestimmte Objekte, die sich urplötzlich von ihrer historisch hindrapierten Position erheben und vor die Staffelei treten. Demnach stellt sich als Künstlerin natürlich immer auch die Frage: wie umgehen mit dem Vermächtnis des oftmals offen misogynen Gentlemen Clubs, das sich Kunstgeschichte nennt?
Im Anfangsbereich der aktuellen f f Collaborations Ausstellung in der Galerie im Neuköllner Körnerpark, bieten sich gleich zwei mögliche Ansätze an, den auschließenden und limitierenden Vorgaben eines tradierten Kunstdiskurses zu begegnen. „Die Ausgewählten“ zeigt die Portraits von neun „wichtigen und interessanten“ Frauen aus Neukölln, gewählt von Menschen in der unmittelbaren Nachbarschaft der Galerie. Bereits das Fragen, Erkennen und Auswählen weiblicher Protagonistinnen lässt hier ein autonomes Netzwerk entstehen, das keiner anderen Kriterien bedarf und daher zumindest in diesem Rahmen autark ist. Die „Wertprüfung“ wird hier vor einem anderen Komitee abgelegt.

“Die Ausgewählten”, Magdalena Bichler, Nine Budde, Julis Lazarus & Antje Majewski
Daneben eröffnet „Hans Holbein, We are Watching You“ den Dialog mit den alten Meistern so unverblümt wie ein Kreuzfeuer. Die „Upgrades“, welche die Künstlerinnen in Form von Sprechblasen, Kommentaren und Collagen den Coffee Table Books „großer Künstler“ verpasst haben, sind respektlos, leichtfüßig, scharfzüngig und erstaunlich befreiend. Beim Stöbern in diesem ebenso brillanten wie komischen Vatermord wird der Besucher schnell auf den Grundton der Ausstellung eingestimmt. Trotz der Vielfalt an unterschiedlichen Arbeiten lässt sich der besondere Entstehungskontext der Kollaborationen stets erkennen. Den Werken unterliegt kein alternatives, zaghaftes Versuchen, sondern ein nonchalantes Machen. Dieses hat aus seinen ganz eigenen Arbeitsdynamiken eine kräftige, spürbare Energie gewonnen, die sich bei vielen Arbeiten in Form eines augenzwinkernden Humors niederschlägt.

“Hans Holbein, We are Watching You!”, Charlotte Cullinan, Jeanine Richards & Katrin Plavcak
Der Betrachterin wird schnell klar, dass der Girls Club der f f Collaborations eine Menge Spaß hatte. Und in jedem Fall scheint Freude, oder zumindest das Teilen von Freude, für den Entstehungs- und Rezeptionsprozess einiger Arbeiten programmatisch gewesen zu sein. So wurde beispielsweise das Budget der Arbeit „Strommann“ in ein gemeinsames Picknick am Donauufer investiert, an dem Blumenkränze für das Flussopfer gebunden wurden. Auch andere Arbeiten verfolgen einen feierlichen, performativen Ansatz, bei dem die gemeinschaftliche rituelle Ausführung im Mittelpunkt steht. Auf Nachfrage erwidern Melissa Steckbauer und Jen Ray, dass die Arbeit in der Gruppe zwar oft schwierig sei, aber aus Reibungsenergie entstehe eben auch immer etwas Interessantes. Die Herausforderung, von der Arbeitsweise der individuellen Künstlerin zu einem demokratischen, non-hierarchischen Arbeitsprozess zu finden, werde dabei mit vereinter Unterstützung und geteilter Begeisterung belohnt. Die Solidarität der Gruppe wirkt dabei besonders beflügelnd, so Jen Ray: „Wenn eine von uns eine bestimmte Idee hat, erwidert die Gruppe grundsätzlich: Du willst das machen? OK, wir helfen dir dabei, es umzusetzen.“ Das klingt nach idealen Voraussetzungen für eine künstlerische Entfaltung fernab der Vorgaben und Vorlieben des Marktes. Ach ja, Georg Baselitz, der Maler der gerne über die schlechten Bedingungen für die Kunst schimpft und dem die geläufigen Spielregeln Millionen eingebracht haben, hat übrigens seit Neuestem eine Steuerfahndung am Hals.
Die ff Collaborations verfolgen einen Ansatz, der nicht den kleinsten gemeinsamen Nenner sucht, sondern die individuelle Entfaltung der einzelnen Protagonistinnen zum Ziel hat. Die Arbeiten sind alle feministisch in ihrer Betonung des Weiblichen und der weiblichen Kreativität und sind dabei aber viel unmittelbarer, konkreter und klar schaffender als die Mystifizierung irgendeines ewig weiblichen, mysteriös-sumpfigen Sosg. Es haftet ihnen auch kein limitierender Essentialismus an, wie sich an der stark performativen Komponente ablesen lässt. Zum „Strommann“ Picknick waren beispielsweise „weibliche Teilnehmerinnen geladen“ und das konnte ausdrücklich jeder und jede sein, die sich als solche bezeichnete. Zwar werden binäre Identifizierungen in den Werken nicht wirklich gebrochen, es wird jedoch eine starke weibliche Perspektive entwickelt. Interessant wird es auch dann, wenn das im Rahmen der Ausstellung entwickelte feministische Wertsystem wie eine autonome Semantik, wie ein nicht nur selbstbewusster, sondern selbstverständlich weiblicher Blick auf Andere gerichtet wird. Die Videoinstallation „Gentle Men“ zeigt Fotos von männlichen Testikeln, ganz nah, schutzlos und fragil. Die Offenlegung dieser eher weiblich konnotierten Rolle des kreativen Bewahrens, des Schützenswerten und Sensiblen, macht deutlich, wie dieser komplementäre Teil von Männlichkeit sonst buchstäblich von der dominanten Präsenz des Phallus überschattet wird.

“Gentle Men” Mathilde ter Heijne & Amy Patton
KünstlerInnengruppen sind an sich nichts Neues. Besonders ist jedoch die katalysierende Wechselwirkung zwischen der individuellen Energie jeder einzelnen Mitspielerin und einer unterstützenden, nährenden Gruppe. An die Stelle des einsamen, genialischen Künstlers tritt hier die Realisierung und Verstärkung einer wechselseitigen Abhängigkeit und einer ständigen, fruchtbaren Auseinandersetzung mit Anderen. Die Überführung des scheinbar autonomen, entfremdeten Subjekts in den Kontext der (teilenden und geteilten) Intersubjektivität ist eine der wichtigsten Denkfiguren der kontinentalen feministischen Theorie. Die f f Collaborations erzeugen diese Dynamik mit spielerischer Leichtigkeit. Die Ausstellung gewinnt dadurch die Anziehungskraft einer Form von utopischer Kunst, die sich scheinbar außerhalb der gesellschaftlichen Regeln befindet. Die nicht nur vorgibt, ihr eigener Wert zu sein, sondern tatsächlich auch in ihren Prozessen einer kompetitiven Marktlogik entgegen gesetzt ist. Eine Kunst, die allein durch sich selbst und aus ihrer eigenen, utopischen Autonomie heraus, echte Alternativen aufzeigt.
Temporary Autonomous Zone / 2 / ƒƒ / Galerie im Körnerpark, Berlin
ff Collaborations // Exhibition: April 27- May 19, 2013
SUNDAY MAY 19
All Day: Picnic
12.00: Costume Workshop
For children and adults. Make your own spring costume. Bring paper, fabrics, colors…
Organized by Antje Majewski /ƒƒ, Katrin Plavcak /ƒƒ , with Julia and Katie Majewski
14.00: Marionetten Workshop
Organized by Nina Prader /ƒƒ and Gianna Prein
16.00: Im Muschelgrund
Performance by Nina Prader /ƒƒ and Gianna Prein
17.00: Willkommen Flora
Organized by ƒƒ
For children and adults
Das Internet heizt sozialen Wandel an, ermöglicht neue soziale Bewegungen und ist damit auch eine Bedrohung für die herrschende Ordnung. Während Staaten, Sicherheitsapparate und Kapital immer konzentrierter versuchen, gesellschaftlichen Veränderungsdruck durch die Regulierung des Internets in den Griff zu bekommen, sind die sozialen Bewegungen gefordert, den Kampf um das offene Internet gemeinsam zu gewinnen.
Das war die These im Abstract zu der Diskussion über „Das kleine Digitale und das große Ganze“ auf der diesjährigen re:publica, die Anne Roth (@annalist), Hans Christian Voigt und ich am Dienstag bestritten haben — ohne dabei jedoch vordergründig kontrovers zu sein.
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Ich glaube aber, die Kontroverse steckt bei diesem Thema im Detail. Was heißt es eigentlich, im Rahmen der re:publica – und damit unter dem Banner von Sponsoren wie Daimler und Comdirect – darüber nachzudenken, was die politische Regulierung des Internets mit sozialen Kämpfen zu tun hat? Was heißt es, die keine Hoffnung in die Reformfähigkeit von Institutionen zu haben, sich also nicht auf change management zu verlassen? Was heißt es weiterzukämpfen unter den Bedingungen neoliberaler Kontrollregime? Was heißt es, die Apathie zu überwinden?
Es gab von unserer Seite aus keine knackige Lösung oder den ultimativen Aufruf zum Handeln. Die vielen Diskussionsbeiträge (im Vortrag ab Minute 38) aus dem Publikum zeigten mir aber, dass die angesprochenen Fragen viele umtreibt und die meisten re:publica-Besucher_innen das Netz nicht als Selbstzweck sehen.
Bei Anne gibt’s noch die von HC auf Storify gesammelten Reaktionen auf den Vortrag zu lesen. Falls ihr Lust auf mehr re:publica habt: Michael Kreil hat eine übersichtliche Visualisierung aller vorhandenen Mitschnitte gebaut.

Norah Noizze and Band (unrecords)
Neues auf die Ohren gefälltigst? Und am liebsten auch noch das Neuste aus der queeren Szene? Beim jungen Wiener Musiklabel Unrecords ist genau an der richtige Adresse, wer auf Experimental steht, Punk- und Rockmusik gern hat und ihre queer-feministischen Interpretationen zu schätzen weiß.
Seit 2012 produziert das vierköpfige Team des Labels Bands wie Norah Noizze and Band. Diese singen mit ihren Songs unverschämt vom queeren Sex und dem Leben allgemein, was sich auf ihrem neuen Album “Songs we can sell” mitunter gar nicht so allgemeinpublikumstauglich anhört, wie der Albumtitel vermuten lässt.
Songverse wie “I’m taking a shower at MasturBate’s Motel” aus dem Track “MasturBate’s Motel” oder auch besinnliche Reflexionen aus dem Lied “Sitting in a Hetero Bar” deuten das an, was man sich unter queer eben auch vorstellen darf: Norah Noizze and Band haben mehr als massentaugliche Mainstreammukke zu bieten, sie sind unangepasst, fest und sex-positive.
Außerdem mit im Programm von Unrecords sind die Bands ŽEN mit ihrer kroatischsprachigen LP “I onda je sve počelo” und MuttTricx mit ihrem Debütalbum ”MuttTricx s/t” (12inch Vinyl). Auch diese beiden Alben wurden im Mai 2013 – also ganz frisch – veröffentlicht.
Zehn Prozent der ÖsterreicherInnen haben bereits ästhetischen Eingriff in Erwägung gezogen
Ein knallpinkes begehbares Barbie-Haus, randvoll mit den anorektischen Puppen, lockte nicht nur Fans zur Eröffnung der "Barbie Dreamhouse Experience"
Das Hasso-Plattner-Institut (HPI) in Potsdam ruft zu Bewerbungen für das HPI-Schülerkolleg auf. Bis zum 31. Mai können sich interessierte und begabte Jugendliche der Klassen 7 bis 12 mit einem Motivationsschreiben und der Kopie ihres jüngsten Zeugnisses bewerben.
82 Prozent der über 50-jährigen ModeratorInnen in großen Rundfunkstationen in Großbritannien sind Männer
Bis zum 16. Juni 2013 können sich Schülerinnen der Klassen 8, 9 und 10 für das App Summer Camp in Hamburg bewerben. An vier Tagen, vom 16. - 19. Juli 2013 lernen die Schülerinnen in kleinen Teams ihre eigenen Apps zu entwickeln. Vorkenntnisse sind nicht nötig, also gleich bewerben!
Die Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit & Soziales hatte vor wenigen Wochen angekündigt, dass die Lesbenberatung Berlin e.V. und das Familienplanungszentrum Balance jeweils 15.000 Euro im laufenden Haushaltsjahr einsparen sollen, um damit ein neu entstehendes Projekt zur psychologischen Begleitung wohnungsloser Frauen mitzufinanzieren (wir berichteten).
Dass 15.000 Euro für keine psychosoziale Einrichtung wie die Lesbenberatung leicht zu stemmen sind – mehr noch – sich die Einsparungen empfindlich auf die Arbeit der Lesbenberatung auswirken werden und damit die Gesundheitsversorgung von lesbischen, bisexuellen Frauen und Trans* gefährden, haben Senatsverwaltung und Berliner Abgeordnetenhaus bei ihrem Beschluss offenbar nicht bedacht.
Anlässlich der geplanten Kürzungen soll nun am Freitag, dem Internationalen Tag gegen Homophobie und Transphobie vor der Senatsverwaltung demonstriert werden. Außerdem sollen die bereits gesammelten Unterschriften gegen das Kürzungsvorhaben übergeben werden. Los geht es um 11 Uhr in der Oranienstraße 106. Kommt zahlreich, zeigt euren Unmut und unterstützt die Arbeit der Lesbenberatung!
In seiner Sitzung am 15.05.2013 hat das Bundeskabinett den Berufsbildungsbericht 2013 beschlossen. Die Situation auf dem Ausbildungsmarkt ist weiterhin gut. Mit 551.272 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen war - insbesondere demografisch bedingt - ein leichter Rückgang um 3,2 Prozent zu verzeichnen. Dem stand allerdings die Rekordzahl von 33.275 noch offenen betrieblichen Ausbildungsplätzen gegenüber - und damit mehr als doppelt so vielen Ausbildungsplatzangeboten wie unversorgten Bewerbern (15.650). "Besonders erfreulich ist die sinkende Zahl von Altbewerbern sowie die Reduktion des Übergangsbereichs. Diese Entwicklung zeigt: Das duale System hat eine hohe Integrationskraft", erklärte die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Johanna Wanka.

Aus dem Musikvideo zu “No Return” von V (Screenshot).
TAINT ist englisch und steht für verderben und verunstalten. Das Motto des queeren Elektro-Live-Show Abends im Berliner Club Südblock kommt etwa dem Nahe, was schon Marilyn Manson 2001 mit seinem Cover des Soft-Cell Klassikers “Tainted Love” getan hat: Er deutete es von der braven Club Version in die subervise Obszönität um. Das TAINT-Spektakel bezieht sich laut eigenen Beschreibungen auf den Bereich des Körpers – zwischen After und Genital – der in der Anatomie als der Damm bezeichnet wird.
Die queeren VeranstalterInnen von TAINT, das Musik-Kollektiv Expatriarch, rufen alle Partygäste zu einem ungehaltenen Partyabend auf: “Gebt euren Keuschheitsgürtel an der Garderobe ab” und “feiert mit uns eine vierdimensionale Version unserer monatlichen Radioshow!” heißt es offiziell.
Angekündigt sind live on stage, die Bassistin und Sängerin V, unterstützt vom Duo Deep Shit. V, dessen Song “No Return” bei den Berlin Music Video Awards in der Kategorie “Best Lo-Fi-Video” nominiert war, hat zuletzt eine Tour durch die USA als Teil der Band Friends aus Brooklyn gemacht und ist nun zurück um im Südblock ihre erste Show in Berlin seit Januar zu spielen.
Das Synthiepop-Duo Dievondavon, das im letzten Jahr das “Queer Noises Festival” eröffnete, tritt außerdem live auf. Auch Stella Veloce wird mit Cello und Loops auf der Bühne improvisieren. Zwischen und nach den Shows verbreiten Klänge von Walter Crasshole (Resident DJ “Rock Bottom”) und D&G (Dario & Giorgiolina) eine tanztaugliche Atmosphäre.
Es wird die vorerst letzte Ausgabe von TAINT sein. Das Kollektiv Expatriarch macht eine kleine Pause und meldet sich ab Juni zurück, dann mit einem Live-Konzert mit SSION, gefolgt von Cakes Da Killa im Juli – beides in Berlin.
Expatriarch präsentiert “TAINT”, Freitag, 17. Mai, ab 22 Uhr im Südblock, Admiralstr. 1-2, Berlin
Der Gesundheitsausschuss des Bundestags hat gestern beschlossen, dass die sogenannte “Pille danach” auch weiterhin in Deutschland nur auf Rezept erhältlich sein wird. Das bedeutet: Wer Notfallverhütung braucht, muss sich dafür in eine (Notfall-)Praxis, am Wochenende oder abends ggf. in ein Krankenhaus begeben und nicht selten eine Untersuchung über sich ergehen lassen, deren Notwendigkeit mehr als zweifelhaft ist. Erst danach kann das Rezept – wenn es denn ausgestellt wird – in einer Apotheke vorgelegt und das Medikament erworben werden – jedenfalls sofern sich die_der Apothekerin nicht aus obskuren “ethischen” Gründen weigert, es rauszugeben, was auch schon vorgekommen sein soll. Meiner Erfahrung nach werden da mindestens um die 20 Euro fällig, wenigstens kommt seit Anfang des Jahres keine Praxisgebühr mehr dazu.
Damit stellt sich der Bundestag gegen die Empfehlung verschiedener Expert_innengremien, unter anderem der Weltgesundheitsorganisation WHO. Die Begründung ist natürlich wieder mal in patriarchalisch-paternalistischer Manier der Schutz der Patient_in – fiele die Rezeptpflicht weg, so das Argument, sei es ja quasi vorprogrammiert, dass wir alle uns das Zeug wie Smarties reinpfeifen, leichtsinnig und uninformiert wie wir sind. Und was da nicht alles passieren kann… Komischerweise kriegen es potentiell von Schwangerschaft betroffene Menschen in anderen Teilen der Welt offenbar dennoch hin, ihren “Pille danach”-Konsum halbwegs verantwortlich zu managen (und Mediziner_innen finden trotzdem ein Auskommen): In insgesamt 79 Ländern sind Notfallverhütungspräparate frei erhältlich, darunter sämtliche EU-Staaten außer Italien, Polen und eben Deutschland.
Wie es praktisch so laufen kann, wenn mensch sich in der Lage sieht, die “Pille danach” zu benötigen, beschrieb vor wenigen Tagen Nicole von Horst – und stellt die Idee in den Raum, auf einer online einsehbaren Karte zu verzeichnen, bei welchen Krankenhäusern und Ärzt_innen der Versuch, die Pille danach zu bekommen, mit Problemen verbunden war. Tolle Idee – Unterstützung wanted! (Persönlich könnte ich zwei Stellen beisteuern, wo es damals außer den Kosten keine Probleme, auch keine Untersuchung gab, zum Glück.)
Eigentlich verhüte ich nie. Ich mag die Existenzpanik und Überforderung, potenziell schwanger zu sein. & die süße #Pilledanach #wiesmarties
— Mina Dingens. (@miinaaa) 15. Mai 2013
Charlott hat vor nicht allzu langer Zeit schon einmal die Problematik analysiert und stellt die wichtigen Fragen:
Es braucht also (mal wieder) eine großangelegte Kampagne zu reproduktiven Rechten, denn letzten Endes hängen all die in diesem Rahmen debatierten Probleme zusammen. Wir müssen uns fragen, wer_welche entscheidet über Zugänge zu Verhütung (und in dem Rahmen auch Notfallverhütung)? Wer_welche hat überhaupt Zugang? Welche Personen werden bei diesen Diskussionen häufg übersehen (zum Beispiel Trans*-Personen, denn nicht nur Cis-Frauen können schwanger werden)? Über wessen Sexualität wird in diesen Debatten ständig gerichtet?
Es bleibt bei dem Fazit, welches accalmie kürzlich schon hier gezogen hat: Reproduktive Rechte sind, auch in Deutschland, alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Wie restriktiv die Lage bereits ist und ohne kontinuierliche Kämpfe möglicherweise noch werden könnte, sollte nicht unterschätzt werden.
++++++++++++++++++++++++++++
Update: So schnell kann’s gehen, hurra – die interaktive Karte findet ihr hier, bestückt sie fleißig!
Ina Praetorius vermisst in der Schweizer Grundeinkommen-Debatte das Thema Sorgearbeit – Nun wurde auch eine Schweizer TV-Sendung für ihre einseitige Darstellung gerügt
mit Kyla Pasha, Lahore/Pakistan & Ponni Arasu, Chennai/ Indien
in Hamburg: Freitag, den 31. Mai 2013, 19.00 Uhr, Universität Hamburg, Hörsaal C, VMP 6 (eine Veranstaltung der AG Queer Studies )
in Berlin: Montag, 3. Juni 2013, 20.30 Uhr im Südblock, Admiralstr. 1-2, 10999 Berlin
Die queer-feministischen Aktivistinnen Ponni Arasu aus Indien und Kyla Pasha aus Pakistan unterhalten sich darüber, was es bedeutet queer zu sein und was es bedeutet zuhause zu sein. Zuhause sein als Feministinnen im globalen Süden, in Interaktion mit dem globalen Norden, getrennt durch vielfältige Grenzen. Was bedeutet das für Allianzen und grenzüberschreitende Feminismen?
Ponni führt Kylas Ein-Personen-Stück Dost (Freund_in) auf, Kyla trägt Gedichte vor und beide unterhalten sich mit Urmila Goel darüber, was das Ganze mit Deutschland zu tun haben könnte. Sie sprechen dabei Englisch und im Theaterstück auch Urdu (mit englischen Unter/Übertiteln).
Mehr Informationen auf: [www.urmila.de]
Facebook: [https:]]
GESCHLECHT UND WISSEN(SCHAFT) IN OSTMITTELEUROPA–CALL FOR PAPERS
Jahrestagung der Leibniz Graduate School for Cultures of Knowledge in Central European Transnational Contexts in Kooperation mit der Professur „Europäische Zeitgeschichte seit 1945“ der Universität Siegen am 12./13. Dezember 2013
Veranstaltungsort: Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung – Institut der Leibniz-Gemeinschaft,
Gisonenweg 5-7, 35037 Marburg
Organisation: Prof. Dr. Claudia Kraft, Prof. Dr. Peter Haslinger, Ina Alber, M.A., Stanislava Kolková, M.A., Kinga Kuligowska, M.A.
Geschlechtergeschichte ebenso wie Wissens- und Wissenschaftsgeschichte gehören in den letzten Jahren zum etablierten Repertoire des breiten Feldes historischer und kulturwissenschaftlicher Forschung. Dabei bleiben jedoch vorwiegend nationale Perspektiven und die Fokussierung auf Geschlecht ODER Wissen(schaft) vorherrschend. Die Jahrestagung der Leibniz Graduate School for Cultures of Knowledge in Central European Transnational Contexts lädt dazu ein, die unterschiedlichen Aspekte von Wissen, Wissenschaft und Geschlecht unter historischer, wissenssoziologischer und gendertheoretischer Perspektive zu diskutieren und dabei die Regionen des östlichen Europas in die aktuellen Forschungsdiskussionen miteinzubeziehen.
Dabei geht es besonders um die Analyse der prozesshaften Herstellung der Kategorien Wissen und Geschlecht, der knowledge production und des doing gender, sowie um ihre gegenseitigen Verknüpfungen. Die Geschlechterkategorie muss stets im Spannungsverhältnis von Macht und Wissen und vice versa die Wissenskategorie im Spannungsverhältnis von Macht und Geschlecht gedacht werden, um nicht nur die „Frauenfrage“ in die Wissen(schaft)sgeschichte einzubringen, sondern die komplexen Interdependenzen der Kategorien Wissen, Geschlecht und Macht zu analysieren und Wissenschaft ebenso wie Zweigeschlechtlichkeit kritisch zu denken. Der Institution Wissenschaft kommt dabei eine besondere Rolle zu, da die Wissensproduktion über Geschlecht sich im historischen Wandel je unterschiedlich in ihr manifestiert. Es wird deutlich, dass sich dabei verschiedene ExpertInnen- und Wissenskulturen, travelling concepts – wandernde Konzepte der Geschlechterkonstruktion sowie Wege und Methoden des Wissenstransfers in Ostmitteleuropa rekonstruieren lassen. Die Jahrestagung soll ein Forum bieten, um diese Interdependenzen des Schaffens von Wissen und Geschlecht in historischer Perspektive zu untersuchen und anhand unterschiedlicher empirischer, methodischer und theoretischer Beiträge zu diskutieren. Der Schwerpunkt liegt auf der Zeit zwischen dem 18. Jahrhundert bis heute, Beiträge aus anderen Epochen sind aber ebenfalls willkommen. Der räumliche Fokus liegt auf Ostmitteleuropa, vergleichende Perspektiven aus anderen geographisch-politischen Zusammenhängen sind sehr erwünscht.
Als Keynote-Speaker eingeladen sind:
Prof. Dr. Theresa Wobbe (Universität Potsdam)
Prof. Dr. Bożena Chołuj (Europa-Universität Viadrina, Frankfurt/Oder)
Für die weiteren thematischen Sektionen sind Interessierte aufgefordert, Vorschläge für einen ca. 20-minütigen Vortrag einzureichen.
Mögliche thematische Fragestellungen lauten:
- Geschlechtsspezifische Wissenskulturen und Wissensproduktion
o Welche Konsequenzen hat die geschlechtliche Codierung von Räumen und Praktiken für die Wissensproduktion
o Welche Arten von Wissen (Professionswissen, Medizinwissen, Alltagwissen) sind in welchen Epochen auf welche Weise geschlechterkodiert?
o Welche Rolle spielen die Kategorien Geschlecht und Emotion bei der Wissensproduktion?
o Über welche Medien/ Wege wurde Wissen über Geschlecht in spezifischen historischen Kontexten produziert?
- Wissenschaftliche Werdegänge und Geschlecht
o Wie änderten sich die Zugangsberechtigungen zu Universitäten und anderen Stätten der Wissensproduktion?
o Welche genderspezifischen Unterschiede zeigen sich zwischen natur- und geisteswissenschaftlichen Disziplinen?
o Welche Rolle spielt die Kategorie Geschlecht beim Wissenstransfer innerhalb von ExpertInnenkulturen?
o Welche Bedeutung spielt geschlechtsspezifische Migration beim Transfer von Wissen und Konzepten?
- Intersektionalität der Kategorien Geschlecht, Ethnizität, Klasse, Religion und die Wissensordnungen Ostmitteleuropas
o Wie lassen sich politische Bewegungen (Emanzipationsbewegung, Nationalitätsbewegungen) in Ostmitteleuropa unter gender- und wissensspezifischer Perspektive analysieren?
o Welche Verknüpfungen ergeben sich zwischen den Kategorien Geschlecht, Wissen und Nation in Ostmitteleuropa?
o Welche Rolle spielen Religion und Konfession dabei?
o Wie wandelt sich die politische und arbeitsmarktrelevante Stellung von Frauen und Männern in verschiedenen Epochen und welche Auswirkungen hatten dabei die unterschiedlichen Wissensbestände über Geschlecht?
Beiträge können auf Deutsch oder Englisch eingereicht werden, die Tagung soll zweisprachig sein; es findet keine Simultanübersetzung statt. Die Organisierenden gehen davon aus, dass die Vorträge in der jeweils anderen Sprache verfolgt werden können. Für die Vortragenden werden Reise- und Unterkunftskosten übernommen.
Bitte senden Sie Ihr Abstract (von maximal 4.000 Zeichen) sowie einen kurzen Lebenslauf mit Angaben zu ihren aktuellen Forschungsschwerpunkten und aktuellen Publikationen bis zum 17.6.13 an Ina Alber (ina.alber@herder-institut.de). Im Falle einer Annahme werden die Abstracts an die Teilnehmenden aushändigt. Eine Rückmeldung erfolgt bis zum 31.8.13.
Für weitere Rückfragen steht Ihnen die Geschäftsführerin der Leibniz Graduate School, Ina Alber, gerne zur Verfügung.
Kontakt:
Ina Alber M.A.
Herder-Institut für historische Ostmitteleuropaforschung -Institut der Leibniz-Gemeinschaft
Gisonenweg 5-7, 35037 Marburg, GERMANY
Tel: +49 6421 184-122
Fax: +49 6421 184-194
Mail: ina.alber@herder-institut.de
[www.herder-institut.de]
[www.facebook.com]
CfP Geschlecht und Wissen(schaft)_ Gender and Knowledge_end
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Veranstaltungs-Ankündigung
Rosas Salon geht in die nächste Runde!
Am Montag, den 17. Juni findet ab 18 Uhr Rosas Salon #7 statt:
Aus der Norm gefallen: Dis_ability – Körper und Geschlecht zwischen Ausgrenzung und Ermächtigung
Behinderungen und Erkrankungen – ob sichtbar oder unsichtbar – passen nicht in das neoliberale Bild einer Gesellschaft der „Leistungsträger“. Im Gegenteil: Normative Biographien sind gefragt. Gesundheit wird zum Selbstmanagement-Projekt. Gefordert wird der „potente“ Körper und Geist. Eingeleitet durch eine interaktive Annäherung an das Thema wollen wir intersektionelle Ansätze in Bezug auf Behinderung als soziokulturelle Praxis diskutieren.Dazu haben wir uns die Queer-Forscherin Heike Raab eingeladen, mit der wir uns gemeinsam dem Thema annähern und einzelne Dimensionen durchqueren wollen.
Wir freuen uns auf Euer Kommen!
—————
Wann & Wo:
MONTAG, 17. Juni 2013 | Magnus-Haus Berlin | Am Kupfergraben 7 / 10117 Berlin
18-20 Uhr, danach Salongespräche bei Imbiss und Wein
Der Eintritt ist frei! Für die Planung des Catering bitten wir um Anmeldung.
Kontakt & Anmeldung:
Eva Schäfer
Telefon: (030) 44310-133
Fax: (030) 44310-222
Email: schaefer@rosalux.de
Infos zur Referentin:
Heike Raab, Dr. phil., hat Politik, Soziologie, Geschichte und Erziehungswissenschaft in Giessen und Frankfurt (BRD) studiert. Promotion an der Universität Wien (Österreich) im Bereich Queer Studies. Sie forscht und lehrt derzeit an der Universität Innsbruck (Österreich) zu feministischen und queeren Disability Studies. Lehrbeauftragte an verschiedenen Universitäten in BRD und Österreich zu Themen der Gender-, Queer- und Disability Studies.
Liebe KollegInnen, FreundInnen, Bekannte, Frauen, Männer!
Ich suche ja sonst nicht oder extrem selten auf diesem Wege, aber dieses Mal finde ich einfach keine Frauen, die offen vor der Kamera über ihre ganz alltägliche Sexismus-Erfahrungen sprechen wollen…Die AUFBRUCH Frauen suchen auch schon für mich, da ist das Problem dass die meisten von ihnen nicht in Berlin leben…
Es sollen keine spektakulären Einzelfälle sein, die kurzen Interviews sollen eben genau dazu dienen, zu belegen, dass Sexismus jeder passieren kann, egal wie alt, wie jung und zwar überall, im Freundeskreis, beim Studium bei der Arbeit.
Das Ganze ist für das Wissenschaftsmagazin nano, 3sat, und ein Beitrag zur “Sexismusforschung”, die Forschung steht im Vordergrund. Ich drehe entweder am 17.05. oder am 21.05 in Berlin.
Die Interviews würden maximal 30 Minuten dauern, eher weniger, da sie draußen stattfinden sollen.
Ich freue mich über jede und jeden, der das weiterleitet oder vielleicht eine Frau kennt, die sich traut!
Danke schon mal und liebe Grüße an alle, die ich länger nicht gesehen habe!
Laszlo Hartmann
030-68830834
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Liebe Interessierten,
die Frauenbeauftragte der Alice Salomon Hochschule Berlin sucht für das Frauenbildungsprogramm 2014 Weiterbildungsangebote in verschiedenen Formaten.
Wir freuen uns über Ihr bereits mitgeteiltes Interesse und über Ihre Bewerbung bis zum 15.06.2013 (Ausschlussfrist) per Email: frauenbeauftragte@ash-berlin.eu.
Wenn Sie persönlich kein Interesse haben, aber jemanden kennen, freuen wir uns, wenn Sie diese Email weiter leiten.
Herzliche Grüße
Bewerbungsformular_Frauenbildungsprogramm
Ausschreibung ASH Frauenbildungsprogramm 2014
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Feminisms and Marxisms: Connecting Struggles, Rethinking Limits
[feminismsandmarxisms.wordpress.com]
Posted on May 6, 2013
Call for Papers within the framework of the 10th Historical Materialism Conference, Making the World Working Class.
7-10 November 2013, London, SOAS.
Deadline: May 21
Our present poses enormous political and analytical challenges to those committed to the struggle against the oppression and exploitation of women. It demands the creation of spaces for the development of an oppositional culture able to confront new forms of domination, rethink its own assumptions and foster serious political responses. One year ago Historical Materialism launched a call for papers on Feminisms and Marxisms with the aim to provide a space for a dialogue between Feminist and Marxist critiques of capitalism in their various articulations. The response to the call went beyond our most optimistic expectations, demonstrating the vitality and wealth of new research inspired by Marxist-Feminist approaches. This call aims to build on last year’s discussions, giving voice to a new generation of anti-capitalist feminists and continuing a collective reflection about how Feminisms and Marxisms can together contribute to criticising and transforming the present. At this year’s conference, we aim to think beyond the issue of the compatibilities or tensions between Feminism and Marxism as separate traditions, and explore the way in which they provide the tools to intervene in contemporary debates about labour, oppression and power. We also hope to foster new approaches to old debates, from social reproduction to patriarchy, and advance the understanding of the historic limits and contemporary potentials of Marxist-Feminist theorisations of capitalism.
We welcome papers that address (but are not confined to) the following themes:
Marxist-Feminism in the 21st century
Social Reproduction Feminism and Intersectionality Theory
The Political Economy of Sex Work and Sex Workers’ Struggle
Class/Gender Intersections: Masculinities, LGBTQ, Queer Studies and Trans Politics.
Homophobia and Heteronormativity
Gendered Labour Exploitation
Feminist and Marxist critiques of Racism and Islamophobia
Marxist Feminism and Materialist Feminism
Securitization and Carceral Detention
Theories of Sexuality, Bodies, Embodiment
Feminisms, Marxisms and Art Theory
Gender, International Migration and the Political Economy of Care
Feminist-Marxist Critique of Sexual Violence
Diaspora, Indigeneity, and Solidarity in Marxisms and Feminisms
Inclusive Theories of Class and Resistance
Marxist-Feminist critiques of historical and 21st-century fascism
Feminism and Autonomist Marxism: Understanding the legacy
Marxism and Feminist economics
We welcome and encourage people to submit panel proposals. When you do so, please send an abstract of the general theme of the panel together with the abstracts of the individual papers in the panel. For individual paper proposals, it is helpful, although it is not necessary, to indicate the theme (above) to which your paper could contribute. This will help us to compose the panels. Panels and individual papers should be submitted to: http://www.historicalmaterialism.org/conferences/annual10/submit
NEUERSCHEINUNG:
Claudia Brunner/Josefine Scherling (Hg.): Bildung, Menschenrechte, Universität. Menschenrechtsbildung an Hochschulen im Wandel als gesellschaftliche Herausforderung. Klagenfurt: Drava 2012
mag. dr. claudia brunner
universitätsstrasse 65-67, a-9020 klagenfurt
tel 0043 463 2700 8652, fax 0043 463 2700 99 8652 [www.uni-klu.ac.at]
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CfP Themenschwerpunkt der Zeitschrift GENDER
Karrieren und Lebenswelten – Dynamiken, Kämpfe, Inszenierungen
Mit dem Schwerpunktheft zu „Karrieren und Lebenswelten – Dynamiken, Kämpfe, Inszenierungen“ werden Auf- und Abstiege in Bildung, Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Kultur in den Blick genommen. Dabei geht es um den Verlauf von Karrieren, um hemmende und förderliche Aspekte sowie vielfältige Fragen, die sich in diesem Zusammenhang auftun: Inwiefern sind Karriereverläufe weiterhin „gendered“? Wodurch gelingen Karrieren und welche Faktoren begünstigen Karrierebrüche? Welche geschlechtsdifferenten Erfahrungen machen Frauen und Männer? Ist Macht erotisch und macht Karriere „sexy“? Wie wird Karriere medial inszeniert? Wie steht es um Elite, Führung, Karriere und Gender?
Wir bitten um die Einreichung eines ein- bis zweiseitigen Abstracts bis zum 08.09.2013.
CfP Special Topic Journal GENDER
Careers and Lifeworlds – Dynamics, Conflicts, Stagings
The special issue on “Careers and Lifeworlds – Dynamics, Conflicts, Stagings” will look at upward and downward mobility in education, academia, business, politics and culture. It will address career paths, aspects that are conducive and unconducive to careers, as well as diverse questions that arise in this context: To what extent are career paths still gendered? What are the keys to a successful career and what factors contribute to someone dropping out? What are the gender-differentiated experiences of women and men? Is power erotic and does having a career make you sexy? How is the issue staged by the media? And what about elites, leadership, careers and gender?
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Stellenausschreibungen für das Institut für Diversitätsforschung:
An dem in Gründung befindlichen Institut für Diversitätsforschung der Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Georg-August Universität Göttingen sind zum nächstmöglichen Zeitpunkt folgende Stellen zu besetzten:
wissenschaftliche Koordinatorin oder wissenschaftlicher Koordinator
- Entgeltgruppe 13 TV-L-
mit der regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit von zzt. 39,8 Stunden. Die Stelle ist grundsätzlich teilbar.
Aufgaben: Zu den Aufgaben der Stelleninhaberin/des Stelleninhabers gehört die forschungsbasierte Beratung der Universität Göttingen bei der Entwicklung eines Diversity Management Konzepts und dessen Implementierung.
Weitere Aufgaben sind u.a.
die Förderung des Wissenstransfers und der wissenschaftlichen Kommunikation, insbes. die Gestaltung der Öffentlichkeitsarbeit des Instituts sowie die Erstellung von Informationsmate-rialien und die Organisation von Tagungen, Vortragsreihen und Workshops,
der Ausbau bestehender Kooperationen mit inneruniversitären, regionalen, nationalen und internationalen Einrichtungen,
die Beteiligung an und Unterstützung der Institutsleitung bei der Einwerbung von inter- und transdisziplinären Forschungsprojekten im Bereich der Diversitätsforschung,
und die organisatorische und konzeptionelle Weiterentwicklung der Diversitätsforschung und die Organisation der administrativen Abläufe des Instituts sowie die Koordination des in-ternationalen Beirats.
Anforderungen: Sie verfügen über einen überdurchschnittlichen wissenschaftlichen Hochschulab-schluss, vorzugsweise entweder in einem sozial- oder wirtschaftswissenschaftlichen Fach. For-schungserfahrungen (ausgewiesen z.B. durch eine Promotion), sowie Berufserfahrung im Feld der Diversitätsforschung und des Diversitätsmanagements sollen vorliegen. Sie bringen Erfahrungen und Fachkenntnisse aus der Organisationsentwicklung und in der Mitarbeiterführung mit und weisen einschlägige Erfahrungen in der Projektakquisition und dem Projektmanagement nach. Sie arbeiten selbständig, strukturiert und teamorientiert, besitzen Organisationtalent und Durchsetzungsvermö-gen. Sie sind es gewohnt, konzeptionelles Denken mit Kreativität und zielorientierten Handeln zu verbinden. Sehr gute Kenntnisse der englischen Sprache und der sichere Umgang mit Informations-technologien werden vorausgesetzt.
Wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in
- Entgeltgruppe 13 TV-L -
mit 50% der regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit von zzt. 19, 9 Stunden zunächst befristet für Dauer von drei Jahren; mit der Möglichkeit der Verlängerung um weitere zwei Jahre.
Aufgaben: Zu den Aufgaben der Stelleninhaberin/des Stelleninhabers gehört die forschungsbasierte Beratung der Universität Göttingen insbesondere zu Fragen der Evaluation von Diversity Manage-
ment Konzepten, sowie die Erarbeitung von Projektanträgen im Bereich der Diversitätsforschung. Es besteht die Möglichkeit zur Promotion in diesem Bereich.
Anforderungen: Sie verfügen über einen überdurchschnittlichen wissenschaftlichen Hochschulab-schluss und haben Forschungserfahrungen im Feld der Diversitäts- und/oder Organisationsforschung, insbesondere auf dem Gebiet der quantitativen Sozialforschung. Sie bringen erste Erfahrungen und Fachkenntnisse in der Projektakquisition und dem Projektmanagement mit. Universitäre Abläufe und Strukturen sind ihnen vertraut. Sie arbeiten selbständig, strukturiert und teamorientiert, besitzen Organisationstalent und Durchsetzungsvermögen. Sie sind es gewohnt, konzeptionelles Denken mit Kreativität und zielorientiertem Handeln zu verbinden. Sehr gute Kenntnisse der englischen Sprache und der sichere Umgang mit Informationstechnologie, insb. Office-Anwendungen werden vorausge-setzt.
Die Universität Göttingen strebt in den Bereichen, in denen Frauen unterrepräsentiert sind, die Erhö-hung des Frauenanteils an und fordert daher qualifizierte Frauen nachdrücklich zur Bewerbung auf. Schwerbehinderte Menschen werden bei entsprechender Eignung bevorzugt berücksichtigt.
Ihre schriftliche Bewerbung richten Sie bitte unter Angabe der Stellenbezeichnung bis zum 05.06.2013 an die Sozialwissenschaftliche Fakultät der Georg-August-Universität Göttingen; Institut für Soziologie; z.Hd. Prof. Dr. Andrea D. Bührmann; Platz der Göttinger Sieben 3; 37073 Göttingen
Hinweis:
Bitte reichen Sie Ihre Bewerbungsunterlagen nur in Kopie ein; sie werden für die Dauer von fünf Mo-naten aufbewahrt und danach vernichtet. Eine Rücksendung erfolgt nur, wenn Sie einen frankierten und adressierten rückumschlag beifügen. Bewerbungskosten können nicht erstattet oder übernom-men werden.
Prof. Dr. Andrea D. Bührmann
Universität Göttingen
Institut für Soziologie
Platz der Göttinger Sieben 3
37073 Göttingen
Telefon: +49 (0)551 39-20253
Fax: +49 (0)551 39-7692
Raum: Oec 0.118
Email: andrea.buehrmann@uni-goettingen.de
Ausschreibung Diversitätsforschung_Koord u WissM_2013-04-25
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Das DFG-GK 1599/1 „Dynamiken von Raum und Geschlecht: entdecken – erobern – erfinden – erzählen“ schreibt zum 01.10.2013 14 Wissenschaftliche Mitarbeiter/innen (Doktoranden) EG 13 TV-H/TV-L aus.
Teilzeit, mit 65% der regelmäßigen Arbeitszeit einer/eines Vollbeschäftigten. Die Beschäftigung erfolgt im Rahmen des DFG-Projektes „Dynamiken von Raum und Geschlecht: entdecken – erobern – erfinden – erzählen“ und ist zunächst für 1,5 Jahre mit der Möglichkeit der Verlängerung um weitere 18 Monate befristet (§ 2 Abs. 1 WissZeitVG).
Ausschreibungstext Doktorandenstellen 2 Kohorte
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Da es noch einige freie Plätze für unser Wochenendseminar gibt, möchten wir Sie und Ihre Kolleginnen und Freundinnen zu dieser spannenden Veranstaltungen einladen:
1001 Nein – Frauen setzen Grenzen
“Eine freie Frau sagt Nein und Ja zu ihrer Zeit.” (Luisa Francia)
Wollen Sie auch:
… öfter mal Nein sagen?
… Ihre eigenen Prioritäten (durch-)setzen?
… mehr Zeit für die die wirklich wichtigen Dinge im Leben haben?
Das Seminar unterstützt Frauen in allen Facetten ihres Lebens (wieder) deutliche Grenzen zu setzen. Der Weg führt über die Reflektion der eigenen Muster, das Bewusstmachen der verfügbaren Kompetenzen, ihre Wertschätzung und gegenseitige Unterstützung. Ausgehend vom Wahr- und Ernstnehmen der eigenen Bedürfnisse werden Prioritäten gesetzt, Verantwortung für die eigenen Ziele übernommen und der hilfreiche Umgang mit inneren und äußeren Widerständen geübt. Ein weiterführender Austausch ist geplant.
Termin:
Fr, 31.05.13 von 18 Uhr – 21 Uhr
Sa, 01.06.13 von 11 Uhr – 18 Uhr
So, 02.06.13 von 10 Uhr – 16 Uhr
Leitung:
Antje Prinz (M.A. Social Work, Psychodramatikerin, Arbeitskreis Frauenpolitische Bildung im Bildungswerk)
Katrin Nicolaus (Dipl.-Psychologin, Trainerin, Therapeutin, Arbeitskreis Frauenpolitische Bildung im Bildungswerk)
Teilnehmerinnen: Frauen ab 18 Jahre
Kosten:
100,- Euro/ ermäßigt 50,- Euro (ALG II + Studierende, nur mit Nachweis)
Eine Anmeldung unter Angabe Ihrer Adresse und Telefonnummer ist erforderlich.
Informationen und Anmeldung im Bildungswerk: Birgit Guth, guth@bildungswerk-boell.de
Veranstalter: Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung
Veranstaltungsort: Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung
Raum: Seminarraum, 4.Stock
10967 Berlin, Kottbusser Damm 72,
Nähe U-Bahnhof Hermannplatz
Anmeldung: guth@bildungswerk-boell.de oder 030.61128967
Die Veranstaltung wird realisiert mit Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin.
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MOVEMENT! aims to show different ways in which contemporary artists use music and sound in combination with dance and other body practices in order to investigate and express queer identification or dis-identification.
We will show 10 different works by artists who identify as queer, trans* and feminist, each of them working with different points of departure such as race, class, and gender. However, all approaches explore the intersection of the individual and the community, combining a critique towards the normalizing institutions of modern capitalistic society with utopian spirit and practice. The evening’s program ranges from short documentaries and music videos to recordings of live performances. Most of the projects were created and released within the last two years and will be screened with the kind permission of the artists.
We’re especially proud to present the Europe premiere of “Free Jazz” by Oakland-based musician and choreographer Brontez Purnell and his dance company, as well as an excerpt of Bombay-based artist Tejal Shah’s beautiful “Between the Waves” installation which she created for last year’s dOCUMENTA 13.
The program will offer the rare opportunity to see an excerpt of Peaches’ performance in the opera production “L’Orfeo” (directed by Daniel Cremer) at HAU in 2012 and the short film “POSH!” by Simon Paetau about Berlin-based artist Ronique XXX aka POSH! The Prince which premiered earlier this year.
MOVEMENT! is presented by the queer art and culture blog Catch Fire (www.catch-fire.com) in celebration of it’s 4th birthday this spring and curated by Catch Fire editor Hanno Stecher.
Facebook event: [www.facebook.com]
Event on Catch Fire: [www.catch-fire.com]
☞ Artists admission: 3-5 Euro
▶▶ Featuring:
Brontez Purnell Dance Company: Free Jazz, 2013
Go! Push Pops: BoomBoxBoy and Bulimic Flow, 2012
Margaret V. Haines / Dan Bodan: Nudity & Atrocity, 2011
Simon Paetau: POSH!, 2012
Peaches / Daniel Cremer: L’Orfeo (excerpt), 2012
Liz Rosenfeld/Dylan Mira: Sagitanus, 2005
Tejal Shah: Between The Waves – Landfill Dance, 2012
Chris E. Vargas: Cry Boy Cry, 2012
and more…
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Wir berichteten letzte Woche über den trans*feindlichen Werbespot von Bionade. Durch eure vielen Beschwerden reagierte Bionade mit einem Statement (Facebook-Link), welches weder eine Auseinandersetzung mit den Kritiken, noch eine Entschuldigung beinhaltet (sondern sogar behauptet, bei Bionade gäbe es gar keine Diskriminierung!). Falls ihr noch die Kraft habt, lasst Bionade weiterhin wissen, dass Diskriminierung kein Verkaufsschlager sein darf. Für die Zukunft kann folgendes gelten: Das schöne an (trans*feindlicher) Bionade – mensch kann sie auch weglassen!
In dem Band “Aufstand aus der Küche” von Silvia Federici wird neben zwei neuen Beiträgen auch die bereits 1974 verfasste feministisch-marxistische Ökonomiekritik „Counter-Planning from the Kitchen“ erstmals in deutscher Sprache veröffentlicht.
Die US-amerikanische Satirezeitschrift The Onion ist mal wieder vorn mit dabei, was sexistische Gewalt angeht. (englisch)
The New Yorker berichtet über einen Fall in Cleveland, nach dem drei Frauen, die ein Jahrzehnt als vermisst galten und zum Teil bereits für tot erklärt wurden, aus dem Haus, in dem sie festgehalten worden waren, befreit werden konnten. Ein Mann hatte eine der Frauen dabei beobachtet, wie sie vergeblich versuchte, die Tür von innen aufzubrechen. Er ordnete das Gesehene sofort als häusliche Gewalt ein und half ihr die Tür zu zerstören. (englisch)
Bei Shakesville erklärt Melissa McEwan noch einmal, was es mit feministischer “Humorlosigkeit” bezüglich *istischer “Comedy” auf sich hat (englisch).
CosmoTV berichtet über einen Dokumentarfilm von Mirza Odabaşi zum rassistischen Brandanschlag auf ein Solinger Wohnhaus vor 20 Jahren, bei dem fünf Menschen getötet worden sind. Der Film wird Ende Mai in Solingen uraufgeführt.
DieStandard.at würdigt die kürzlich verstorbene Frauenrechtlerin Hannelore Mabry.
The feminist wire analysiert die Karrieren und Selbst_Repräsentationen von Beyoncé und Lauryn Hill und entdeckt trotz der Unterschiede nicht wenige Gemeinsamkeiten. (englisch)
Ms.Magazine veröffentlicht einen Nachruf auf Brustkrebsaktivistin Barbara Brenner (englisch)
Angelina Jolie hat sich angesichts ihres genetisch stark erhöhten Brustkrebsrisikos für eine präventive Mastektomie entschieden. In der NY Times berichtet sie darüber – politisch brisante Punkte wie die Debatte um körperliche Selbstbestimmung, Gesundheitsrisiken, Gesundheitsindustrie und damit in Verbindung stehende finanzielle Faktoren werden zwar lediglich angerissen, dennoch ist das Öffentlichmachen dieser Entscheidung per se bereits als politischer Akt zu werten. (englisch)
der verein xart splitta gestaltet raum_rahmen für trans_x_ende, trans_xend empowernde kreative anwesende konkrete visionäre künstlxsche aktionen_ideen_politiken. aktuell gibt es zwei aufrufe für spoken word, kurzfilme, performances, tanz, musikstücke,… für einen performanceabend sowie fotos, gemaltes, collagen, gezeichnetes, geschriebenes … für ein printprojekt.
La Voix du Yemen interviewt Alaa Al-Eryani, die kürzlich die Initiative The Yemeni Feminist Movement startete.
with WINGS and ROOTS, ein Dokumentarfilmprojekt, das die Geschichten und Visionen fünf junger Menschen in Berlin und in New York erzählt, braucht eure Unterstützung!
Rassistischer Polizei-Alltag in Deutschland: Weil eine Frau, die auf offener Straße zusammengebrochen war, sich nicht ausweisen konnte und kein für die Beamten verständliches Deutsch sprach, wurde sie in Gewahrsam genommen, anstatt notärztliche Versorgung einzuleiten. Erst als ihr Mann sie als vermisst meldete und wenig später schließlich vor Ort war, reagierte die Polizei.
Der aktuelle Löschantrag für den Begriff “Femizid” heizt die Debatte über die Macht der Maskulisten auf der Wissensplattform an, schreibt dieStandard.at.
Termine in Berlin, Bochum, Göttingen, Braunschweig und deutschlandweit anlässlich des Internationalen Tages gegen Homophobie und Transphobie gibt es nach dem Klick!
Anlässlich des Internationalen Tages gegen Homo- und Transphobie (IDAHOT) demonstriert die Lesbenberatung Berlin am Freitag vor der Senatsverwaltung für Gesundheit & Soziales gegen die geplanten Kürzungen. Mehr Infos auf der Webseite oder auf Facebook.
Auf lesben.org gibt es eine Liste mit Veranstaltungen anlässlich des Internationalen Tages gegen Homophobie und Transphobie am 17. Mai.
Am Sonntag findet in Bochum das Queer Beat Festival statt.
Canim Kreuzberg, ein Dokumentarfilm über das Leben der Aktivistin Kiymet Özdemir, die sich für die Rechte der türkischen Gastarbeiter_innen, für diskriminierungsfreie Bildung und gegen Rassismus in Deutschland einsetzte, feiert am 23. Mai im Berliner Moviemento Premiere.
Feministische Mai-Termine in Göttingen wurden zusammengestellt von [femKo], einer queer-feministischen Gruppe in Göttingen.
Am 29. Mai in Braunschweig: Jenseits der Norm – Wie kann das Studium der Ingenieurwissenschaften attraktiver werden? mit Helga Hansen

Blue Nikita (links) und Carmel Jacobs (rechts) am Boden. (Foto: Max Krause)
Wie zwei Löwinnen umkreisen sie sich: The Daredevil Blue Nikita und Carmel Jacobs. „Let’s go Niki!“ Die Sitzbänke erbeben in Schlachtrufen, der Bretterboden im Ring ächzt. Blicke als Waffen, entsichert. Nikita durchbricht die Stille mit einem tiefen Schrei. Ihr dunkelblaues Kostüm glitzert im Scheinwerferlicht. Sie packt die Engländerin Carmel zwischen den Oberschenkeln und hievt sie hoch. Carmel zappelt pathetisch mit den Beinen und kneift ihre ausufernd türkis geschminkten Augen zusammen, als sie mit einem dumpfen Schlag auf den Rücken geschmettert wird. „Let’s go Niki!“ Doch Carmel ist blitzschnell wieder bereit, rammt ihre Schulter in Nikitas Bauchnabelpiercing und drängt sie an einen mit schwarzem Gummi überzogenen Pfosten.
„Ich gehe raus mit dem Gedanken, dass ich unbesiegbar bin.“ Angst hat Nikita (31) nur vor einem: wenn die Reaktion vom Publikum ausbleibt. Der dunkle Teint und die dichten, schwarzen Haare, die sie bei Kämpfen gerne durch die Luft sausen lässt, verweisen auf ihre griechischen Wurzeln. Sie hat eine sichere Stimme; sie weiß, was sie will. Sie ist keine Diva. So werden Wrestlerinnen bei der WWE genannt, der weltberühmten Amerikanischen Wrestling Liga, wo Fake Programm und Frauen sexy Pausenhäppchen sind. Nicoletta Iosifidou trainiert seit 14 Jahren bei der German Wrestling Federation (GWF) in Berlin. Hier ist sie Blue Nikita, ihr Gimmick. Auch im Training, wo japanische („KampfKampfKampf“), amerikanische („ShowShowShow“) und mexikanische Wrestling-Stile vermischt werden. „Bei uns sind die Kämpfe echt. Man braucht immer einen gewissen Unterhaltungswert, aber es gibt keine Choreografie oder so.“
Und trotzdem blitzen letzte Zweifel bei den ZuschauerInnen immer wieder auf, eine schwankende Illusion, die den Reiz am Wrestling ausmacht. Auf YouTube kursiert ein vielzitiertes Video, in dem ein Fan unter Tränen ruft: „It’s still real to me, dammit!“ Auf dem Weg vom Ostbahnhof zum Zirkuszelt „Shake“ werben Crazy Sexy Mike, Pascal Spalter und Tarkan Aslan auf Plakaten an einer morschen Bretterwand mit bärenstarken Gesten für die 13. Berlin Wrestling Night. Die findet monatlich statt und war in letzter Zeit immer ausverkauft. In dieser Nacht werden im „Shake“ Extrabänke aufgestellt. Doch nicht nur Alltags-Hulk-Holgans, sondern auch Männer mit Rastas, Frauen mit bunten Federn, Kinder mit bemalten Gesichtern und experimentierfreudige StudentInnen nehmen darauf Platz. Überspitzte Charaktere und großspurige Gesten im Ring – da ist auch übertriebenes Fansein erlaubt. Man kann Wrestling geil finden, ohne es gut zu finden.
Sicher ist es auch die Rückbesinnung auf die amerikanische Popkultur der 80er und 90er Jahre, die populärste Zeit des Wrestling. Wrestling war nie tot, aber zumindest ganz schön out. Wie Pamela Anderson oder Knight Rider. Heute haben sie Kultstatus. In Deutschland werden im Moment immer mehr neue Vereine und Ligen gegründet. Vor allem in Mexiko boomt Wrestling. Auch Frauenwrestling ist dort viel verbreiteter als in Europa. In den bunten Lucha Libre Masken erkämpfen sich viele Frauen einen Nebenverdienst und Selbstbewusstsein. Das große Geld holen sich jedoch nach wie vor die Männer.
Schon als kleines Kind hat Nikita im Fernsehen die großen Wrestler bewundert und ihre Leidenschaft entdeckt. „Ich wollte auch im Ring stehen und das Publikum um mich rum haben.“ Ihre Eltern haben ihren Traum am Anfang nicht unterstützt, es gab oft Streit. „Meine Mutter hat mir mal gesagt, dass sie Angst hat, dass ich im Rollstuhl lande. Mittlerweile haben sich meine Eltern aber damit angefreundet.“ Nikita kann heute vom Wrestling leben.
Der Boden im Ring ist wirklich hart. Zwei Jungs haben ihn vor Showbeginn mit kleinen Fäusten getestet. Unter den über 350 BesucherInnen an diesen Abend sind viele Kinder. Verstehen sie, dass Wrestling mehr Spiel als Ernst sein soll? „Pass auf, hinter dir,“ schreit ein kleiner Junge mitten in einem Kampf. Wie verarbeiten sie die teilweise grenzwertigen Zwischenrufe aus dem Publikum, wie „Ich will Blut sehen“ oder „Hau ihr die Schminke aus dem Gesicht!“? Die Gimmicks sind Projektionsflächen für gemeine Chefs, gute FreundInnen oder hinterhältige FeindInnen. Emotionale Extreme als Mitmach-Spektakel. Irgendwo zwischen Performance und Massenunterhaltung geht es um gut oder böse, stark oder schwach. Hinter den Kulissen aber können Schwächen zu Stärken werden.
„Wir sind hier im Moment 30 Leute und jeder hat eine andere Persönlichkeit, wir versuchen aus jedem das Besondere raus zu holen,“ erzählt Nikitas Manager Crazy Sexy Mike vor dem Training, das in einer Turnhalle in Neukölln stattfindet. Er trägt eine Kopfbedeckung aus elastischem Stoff und Vans mit Totenköpfen. Einer der beliebtesten Wrestler der GWF ist Matze Danger. Im Training ist er ein zarter, schmächtiger Junge. Im Ring ist er der David gegen Goliath, schwingt bedrohlich seine hüftlangen Haare, fährt mit einem Lowbike in die Arena, wird angefeuert – ein Held. Nikita überlegt schnaufend, wenn sie nach dem Unterschied zwischen sich und ihrem Gimmick gefragt wird. „Im Ring wirke ich sehr arrogant, das bin ich nicht.“
Ob Boxen, Kung-Fu oder Wrestling – inszenierte Gewalt lockt die Menschen. Warum? Es geht um urmenschliche Neigungen und emotionale Extreme. Es geht um das Ausloten der körperlichen Belastbarkeit. Nikita kann sich mit einem Kick aus Carmels Griff befreien, greift sie am linken Arm, dreht ihre Hand um. Carmel verzieht das Gesicht, Nikita schreit gewinnsicher. „Im Ring selber hatte ich teilweise so viel Adrenalin, ich habe mir mal das Knie zwei mal verdreht und bis zum Schluss weiter gekämpft. Wenn ich etwas anfange, ziehe ich das durch“.
Keiner hat sein erstes Training bei der GWF überstanden, ohne sich zu übergeben. Auch für Frauen gibt es nicht weniger Turbo-Rumpfbeugen, Bodyslams oder Backbraker. Das ist sicher ein Grund, warum es so wenig Wrestlerinnen gibt. Bei der GWF sind es im Moment zwei. Auch wenn Frauen hier gleich behandelt werden wie Männer, „es war harte Arbeit, den Respekt von den anderen Wrestlern für Nikita zu bekommen“, erinnert sich Mike. Das Publikum mag Frauenmatches, zu viele sollen es dann aber doch bitte nicht sein. Auch mit frauenfeindlichen Publikumsrufen muss Nikita klarkommen. Für Nikita ist die GWF wie eine zweite Familie, eine feste Kette: „Ich habe viele große Brüder – und eine Schwester“. Es gibt viele verschiedene Religionen in dieser Familie, die Wrestler kommen aus Deutschland, Jugoslawien oder der Türkei. Mike, mit bürgerlichem Namen Hussein Chair, ist Moslem: „Mich hat der Islam dazu gebracht, mehr auf Menschen einzugehen. Als Trainer war es wichtig, mich mit den verschiedenen Religionen auszukennen, damit es in der Gruppe funktioniert“. Im Ring geht es um Arroganz und Feindschaft – Backstage um Toleranz und Freundschaft.
„Drei!-Zwei!-Zwei!—Zwei!–Eins!—Null!“ – Submission. Nikita hat sich eine halbe Sekunde zu lange auf den Boden drücken lassen und hat verloren. Während Carmel mit dem Ladies-Title-Gürtel prahlt, ist Nikita die Enttäuschung anzusehen. Doch bald wird sie wieder im Ring stehen. „Ich kann keine Ruhe vertragen, sonst werde ich verrückt.“ Dass sie mit vollem Körpereinsatz für ihre Träume kämpft, hat sie zu einer der besten Wrestlerinnen Europas gemacht. Obwohl sich Wrestling oft dem Vorwurf der Gewaltverherrlichung stellen muss, gibt es doch kaum eine andere Sportart, in der Haß und Freundschaft so nahe beieinander liegen.
The Daredevil Blue Nikita kämpft das nächste Mal am 01. Juni zur 17. Berlin Wrestling Night im „shake“- Zelt am Ostbahnhof (Am Postbahnhof 1, 10243 Berlin).
Im Folgenden ist die Pressemitteilung von Zwischengeschlecht.org vom 15. Mai dokumentiert:
Zwischengeschlecht.org
Menschenrechte auch für Zwitter!
P R E S S E M I T T E I L U N G
Gestern Dienstag reichten in South Carolina die Eltern des mittlerweile 8-jährigen Inters*x-Kindes M.C. Klage ein u.a. gegen die Medical University of South Carolina und individuelle ÄrztInnen wegen Durchführung irreversibler und medizinisch nicht notwendiger Genitaloperationen. Dies ist nach dem „Zwitterprozess“ von Christiane Völling von 2007 und dem kommenden Prozess in Erlangen weltweit die 3. Klage gegen Inters*x-GenitalverstümmlerInnen.
Morgen Donnerstag debattiert der Deutsche Bundestag in seiner 240. Sitzung als weltweit erstes Parlament in erster Beratung über 3 Anträge, die ein explizites Verbot von Inters*x-Genitalverstümmelungen fordern sowie eine umfassende Aufarbeitung der menschenrechtswidrigen aktuellen Praxis (TOP 19 a-c).
--> Ausführliche Informationen + Quellen via Weblog Zwischengeschlecht.info
Die Eltern Mark und Pam Crawford reichten die Klage im Namen von M.C. am 14. Mai 2013 nach über 2-jähriger Vorbereitung ein.
Das von den VerstümmlerInnen als „echter Hermaphrodit“ klassifizierte Kind M.C. war im Alter von 16 Monaten sog. „feminisierenden Genitalkorrekturen“ unterworfen worden, während es sich in staatlicher Pflegeunterbringung befand. Dabei wurde wie üblich gesundes Genitalgewebe ohne medizinische Notwendigkeit weggeschnitten und in den Mülleimer geworfen (Penisentfernung/“Klitorisverkleinerung“ plus Entfernung von Hodengewebe). M.C. lebt inzwischen als Knabe.
Die Klage auf Verstoß gegen die US-Verfassung sowie auf Verletzung der medizinischen Berufspflicht wurde gleichzeitig auf Staates- und auf Bundesebene eingereicht.
Die Beklagten haben laut Klage gegen die „Due Process“-Klausel der US-Verfassung verstoßen, in dem sie M.C. „einer medizinisch nicht notwendigen Operation unterwarfen, die M.C.s Körper veränderte und und seine Fortpflanzungsfähigkeit dauerhaft verminderte ohne Mitteilung oder einer Anhörung um sicherzustellen, dass die Behandlung in M.C.s bestem Interesse war“.
Es sei nicht ordnungsgemäß über die erheblichen Risiken der Operation aufgeklärt worden oder über die Möglichkeit, darauf zu verzichten. Schlimmer noch, es sei „nicht einmal darüber aufgeklärt worden, dass der Eingriff medizinisch gar nicht notwendig war“. M.C. sei durch die Operation „möglicherweise sterilisiert worden und seine s*xuelle Empfindungsfähigkeit in hohem Maße vermindert, wenn nicht gar gänzlich zerstört worden“ .
M.C.s Mutter Pam Crawford: „Indem sie diese nicht notwendige Operation durchführten, sagten der Staat und die Ärzte M.C., so wie er auf die Welt kam, er sei nicht akzeptabel und liebenswert. Sie entstellten ihn, weil sie ihn nicht akzeptieren konten, wie er war – nicht, weil er Operationen gebraucht hätte. M.C. ist ein liebreizendes, bezauberndes und widerstandsfähiges Kind. Wir werden nicht aufhören, bis wir Gerechtigkeit erlangen für unseren Sohn.“
Die Menschenrechtsgruppe Zwischengeschlecht.org fordert ein Verbot von kosmetischen Genitaloperationen an Kindern und Jugendlichen mit „atypischen“ körperlichen Geschlechtsmerkmalen sowie „Menschenrechte auch für Zwitter!“.
Betroffene sollen später selber darüber entscheiden, ob sie Operationen wollen oder nicht, und wenn ja, welche.
Freundliche Grüße
n e l l a
Daniela Truffer
presse@zwischengeschlecht.info
Was gehen uns ihre Brüste an? Die Schauspielerin verletzt damit ihr Image der "Über-Frau"
Das Urteil des Kölner Landgerichts zur Beschneidung vom 7. Mai 2012 hat eine gesellschaftliche Auseinandersetzung zu diesem Thema in Gang gesetzt. Mit der Bundestagsentscheidung vom 12. Dezember 2012 gibt es zwar wieder Rechtssicherheit für die Religionsgemeinschaften, die Debatte über die Beschneidung geht aber weiter.
Dabei erleben wir, wie Juristen, Mediziner_innen, Kinderrechtlerinnen und Religionsvertreter aneinander vorbeireden, weil sie jeweils die eigene Perspektive für die wichtigste halten und die Positionen der anderen nicht wahrnehmen.
Das Bundesforum Männer will mit dieser ersten Dialogveranstaltung einen Prozess anstoßen, in den Religionsgemeinschaften ebenso wie bei den Beschneidungsgegnern, und die jeweiligen Positionen nachvollziehbar machen.
Wir knüpfen dabei an die Äußerungen von Stephan Kramer (Generalsekretär des Zentralrats der Juden) an: „Ich finde, wir können, ja wir müssen über vieles reden. Insofern könnte man der Debatte sogar etwas Positives abgewinnen, weil noch nie so viel über das Thema Beschneidung – auch in der jüdischen Gemeinschaft – gesprochen wurde. Aber wir kommen ja gar nicht dazu, darüber in Ruhe miteinander zu diskutieren …“ (ZEIT-Interview im Oktober 2012)
Dialog ist für uns eine Form des Gesprächs, in dem nicht nur Argumente ausgetauscht, sondern in erster Linie Horizonte eröffnet werden. Ein Dialog bietet die Chance, Neues zu entdecken – keine Garantie, Altes zu bewahren. Folgende Kompetenzen unterstützen diesen Prozess:
Eine Lernende Haltung: Nicht als Wissende auftreten und Interesse an neuen Sichtweisen zeigen, die tradierte Denkmuster in Frage stellen. Radikaler Respekt: Die Gesprächs-partner_innen in ihrem ‚So-sein‘ akzeptieren und versuchen, sie aus ihrer Perspektive zu sehen. Von Herzen sprechen: Das sagen, was mir wirklich wichtig ist und auf Belehrungen verzichten. Aktiv und empathisch zuhören: Durch innere Teilnahme einen Raum schaffen, in dem die oder der Sprechende sich entdecken kann. Reaktionen in der Schwebe halten: Sich die eigenen Annahmen und Bewertungen bewusst machen und von Beobachtungen unterscheiden.
Ablauf der Veranstaltung
10:30 Ankommen und Registrieren.
11:00 Begrüßung
Hans-Georg Nelles, Interims-Geschäftsführer Bundesforum Männer
11:10 Einstimmung in den Tag durch die Moderatoren
Willibald Walter, Mediator und Ausbilder BM, Geschäftsführer inmedio Berlin
Stefan Beier, Vorstand Agentur für Männer
11:25 Akteure und Diskurse – Blick auf die Debatte seit dem Kölner Urteil
Martin Rosowski, Geschäftsführer der Männerarbeit der EKD / Vorsitzender Bundesforum Männer.
Ansichten: Authentische Positionen von Pro und Contra.
11:55 Impulsvortrag: Sinn und Essenz der Beschneidung im Judentum
Dr. Edna Brocke, Judaistin, ehemalige Leiterin der Alten Synagoge Essen.
12:15 Impulsvortrag: Beschneidung ist ein genitales Trauma
Prof. Matthias Franz, Psychotherapeut, Universität Düsseldorf.
12:35 Werkstattgespräch
Serdar Arslan, Abiturient, Muslim aus Kassel, Alexander Bachl, Betroffener, MOGiS e.V., sowie Dr. Edna Brocke u. Prof. Matthias Franz.
13:25 Kurzer Austausch in Publikum.
13:40 Mittagspause.
14:40 Dialogischer Perspektivwechsel
Aus der Sicht der ‚Anderen’ – Publikum und Expert_innen in Interaktion.
Einsichten: Entstehungsgeschichte des Rituals und die Konstruktion von Männlichkeit.
15:30 Kleines ‚Fishbowl’-Gespräch
Michael Ingber, Judaist, Lehrbeauftragter an diversen Universitäten, Hans-Joachim Lenz, Sozialwissenschaftler und Männlichkeitsforscher, Forsche Männer & Frauen, Freiburg i. Br., Dr. Andreas Ruffing, Leiter der Kirchlichen Arbeitsstelle für Männerseelsorge und Männerarbeit in den deutschen Diözesen.
16:10 Großes ‚Fishbowl’-Gespräch
Vertiefung und Erforschung neuer Pfade – Expert_innen im Dialog mit dem Publikum.
17:00 Dialogorientierte Zusammenführung zum Abschluss der Tagung.
18:00 Ende der Veranstaltung
Bitte melden Sie sich bis spätestens 10. Juni 2013 per Mail an info@bundesforum-maenner.de
mit folgenden Angaben an: Vorname, Name, Institution und Anschrift. Sie erhalten eine Anmeldebestätigung. Die Teilnahmegebühren in Höhe von 30 Euro enthalten die Kosten für Getränke und Mittagessen und sind am Tagungsort zu bezahlen.
"Europa geht anders" mahnt eine Kehrtwende der EU-Politik ein und fordert Regierung auf, gegen den geplanten Wettbewerbspakt zu stimmen
Die Initiative von IBM, Queer Business Women und den austrian gay professionals hat zum Ziel mit Personalverantwortlichen, Unternehmer_innen und Führungs-kräften zu erarbeiten, welchen Nutzen die Implementierung von Diversity Management in Unternehmen haben kann.
Hintergrund für den Fokus auf LGBT – lesbian, gay, bisexual und transgender – Personen ist die Überzeugung, dass Mitarbeiter_innen ihr volles Leistungspotenzial für das Unternehmen einbringen können, wenn sie ihre Identität nicht verleugnen müssen.
Die Teilnahme am LGBT Business Forum ist kostenlos.
Anmeldung unter ATLGBTBF@at.ibm.com bis 6.6.2013 (begrenzte Teilnehmer_innen-Anzahl). Bitte geben Sie bei der Anmeldung bekannt, an welcher Break Out Sessions Sie teilnehmen! (siehe Infos im Download)
Downloads:
Einladung zum LGBT Business Forum
Pressemitteilung zum LGBT Business Forum
Logo des LGBT Business Forum
Was haben Ameisen mit Computern zu tun und wie aus Mischgrün Energie gewinnen? Solche und andere spannenden Fragen beantworteten die Teilnehmerinnen des ersten Women MINT- Slams an der Universität Bremen und zeigten: MINT slamt und begeistert!. Die Geschäftsstelle Nationaler Pakt für Frauen in MINT-Berufen „Komm, mach MINT.“ hat den Women-MINT-Slam ins Leben gerufen. Im Women-MINT-Slam geben MINT- Frauen auf unterhaltsame und ungewöhnliche Weise einen praxisnahen Einblick in die MINT-Berufswelt.
Lesben- und Schwulen-VertreterInnen zeigen massiven Anstieg an Gewalttaten auf - Konservative Kräfte radikalisieren sich
Am nächsten Mittwoch den 15.05.2013 um 18 Uhr findet die Ringvorlesung “g_ende_r*: Strategien der Textualisierung und Visualisierung von gender” des Graduiertenkollegs Geschlecht als Wissenskategorie zum Thema “Überschwemmt von Geschlechtshormonen. Zur Geschichte des endokrinologischen Modells der Schwangerschaft” von Lisa Malich statt.
Die Ringvorlesung des Graduiertenkollegs “Geschlecht als Wissenskategorie” geht in ihre letzte Runde. Das bedeutet aber keineswegs ein Ende von gender als kritischem Analysewerkzeug. Wenn selbst in den Universitäten die Chancengleichheit immer noch weit entfernt von ihrer Verwirklichung ist und Mainstream-Wissenschaft unverändert Geschlechternormen reproduziert, sind kritische Studien und wegweisende Perspektiven notwendig.
Wie Geschlechterwissen permanent hergestellt und modifiziert wird, wie es in Machtstrukturen eingebettet ist, wie sich Geschlecht und Sexualität mit Rassifizierung, Klassenverhältnissen, Gesundheits- und Altersnormen und anderen Kategorien verschränken, und wie subversive Durchquerungen möglich sind, das sind Fragen, die die Vorlesungsreihe des Graduiertenkollegs über die Jahre verfolgt hat.
Die Referent_innen der Ringvorlesung im Sommersemester 2013 führen diese Diskussionen hinsichtlich Strategien der Textualisierung und Visualisierung von Geschlecht und Sexualität fort. Sie analysieren heterogene Schrift- und Bildkulturen, die von Zeitungsdebatten und medizinischen Diskursen über Dichtung und religiöse Texte bis hin zu filmischen und fotografischen Werken reichen. Die Vorträge geben einen Einblick in Forschungsarbeiten der Kollegiat_innen und bieten Impulse für eine kritische Gender- und Queer-Forschung über das Ende des Graduiertenkollegs hinaus.
Die Ringvorlesung findet statt im Wechsel mit der Ringvorlesung “Geschlecht gestalten” des Clusters Bild-Wissen-Gestaltung (Basisprojekt Gender und Gestaltung)
Konzeption: Prof. Dr. Claudia Bruns, Prof. Dr. Wolfgang Schäffner, Prof. Dr. Bettina Uppenkamp
Mittwochs, 18:00 – 20:00
Humboldt-Universität zu Berlin
Dorotheenstr. 26, 10117 Berlin
Hörsaal 208
Nächste Termine:
22.05.2013
Uta Schirmer (Göttingen): “Ein anderer ‘Sinn für das Spiel’? Überlegungen zur Gestaltbarkeit geschlechtlicher Habitus in kollektiven trans*-queer Praxen”
29.05.2013
Kathleen Heft: “Die ostdeutsche Kindsmörderin. Verschiebungen im medialen Kindsmorddiskurs”
06.06.2013
Barbara Vinken (München): “Was die Mode streng geteilt: Die Investitur des Unterschieds”
12.06.2013
Christina Petterson: “Pestis Reipublicae & Ecclesiae. Radical Pietism, Afterlife and Social Change in 18th Century Saxony” (english)
19.06.2013
Luciana Parisi (London): “Abstraction and Sex” (english)
26.06.2013
Marietta Kesting: “Affektive Politik mit (dokumentarischen) Bildern. Dokumentierte Tränen und melodramatische Beweismaterialien”
03.07.2013
Sabine Pollak (Linz): “Boudoir, Playboy’s Apartment und Vorstadthaus. Repräsentationen, Konstruktionen und Verkörperungen von Geschlecht im Raum”
10.07.2013
Katrin Köppert: “Cut and Paste. Queere Schnitt-Muster der Selbst-Verletzung in Fotografie und Performance”
Kontakt:
koordination-gk-berlin@gmx.de
bildwissengestaltung@hu-berlin.de
Homepage:
www.geschlecht-als-wissenskategorie.de
www.interdisciplinary-laboratory.hu-berlin.de
Wissen wir immer was wir sagen? Welche Normalitäten stellt unsere Sprache her…
…und wie kann jede_r Einzelne diese verändern?
Welche_r tagtäglich versucht, sich selbst solche Fragen zu stellen, nach Möglichkeit vielleicht sogar Antworten zu finden und sie auch Kindern nahe zu bringen, sieht sich oft vor Herausforderungen. Ich bin daher sicher, dass sich viele Kinder-Bezugspersonen begierig auf Bücher wie machtWORTE!, das “gesellschaftskritische ABC-Buch für Kinder”, stürzen – so wie auch ich es getan habe.

Buchcover, Quelle: machtWORTE!-Website
Das Ende 2012 im Berliner Jaja Verlag erschienene Buch machtWORTE! 26 und mehr Anregungen Sprache immer wieder neu zu erleben ist hervor gegangen aus einem Uni-Seminar zu sprachlichen Diskriminierungen. Dort hatten sich die Autorinnen Cindy Ballaschk, Maria Elsner, Claudia Johann und Elisabeth Weber kennengelernt und gemeinsam mit Illustratorin Ka Schmitz ihr Buchprojekt auf den Weg gebracht. Das Buch, zu dem es auch eine informative Website gibt, ist folgendermaßen aufgebaut:
Wir kombinieren zu jedem Buchstaben des deutschen Alphabets Worte und Illustrationen, in der Art und Weise, dass Alternativen zum vermeintlich Normalen lesbar und sichtbar werden. So folgen die Bilder den ver_rückten Assoziationsketten und lösen viele verschiedene Gedanken aus.
Damit eröffnet sich die Möglichkeit, den eigenen Sprachgebrauch zu überdenken und als machtvolle Handlung bewusst zu machen. Es soll ermutigen, aktiv am Wortschöpfungsprozess teilzunehmen.
Ohne ausgewiesene Kinderbuchexpertin™ zu sein, lehne ich mich wohl nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte: machtWORTE! ist kein “Standard-Kinderbuch”. Das finde ich toll. Gleichzeitig machen seine Besonderheiten für mich eine angemessene Würdigung ehrlich gesagt etwas heikel.
Eine differenzierte und ausführliche Besprechung findet sich bei kritisch-lesen.de. Ich finde diese Rezension größtenteils (bis auf einige Bemerkungen im Abschnitt “Sprachphilosophische Voraussetzungen”, die mich doch arg an Haupt- und Nebenwiderspruchsdebatten erinnern) nachvollziehbar, daher mache ich es mir an dieser Stelle einfach und verweise für eine umfänglichere Analyse einfach mal auf sie. Ihr Fazit, dass das Buch einen “Ansatz, der die Bedürfnisse der jungen Leser_innen in den Mittelpunkt stellt” verfolgt, teile ich allerdings nur bedingt.
Ich freue mich wie Bolle über jedes deutschsprachige Kinderbuch, das Normen über Bord wirft. Ich kenne kein anderes Buch wie machtWORTE! und möchte es daher ausdrücklich empfehlen. Auch wenn ich leider sagen muss: Für das konkrete Setting “ich und das Kind, mit dem ich das Buch angeschaut und vorgelesen habe”, hat das Konzept nicht funktioniert. Die Hinweise am Ende des Buches, die zu jeder Buchseite Anregungen zur Auseinandersetzung geben, habe ich allerdings erst später entdeckt.
Einerseits enthält das Buch recht wenig Text und mutet insgesamt eher Bilderbuch-haft an, andererseits erwies sich der vorhandene Text teilweise als zu voraussetzungsvoll und zu wenig bezogen auf des Kindes Erlebniswelt, um zu fesseln und ein wirkliches Vorlesevergnügen zu erzeugen. Das Kind konnte mit vorgelesenen Sätzen wie “Entsteht be_Hinderung durch betroffene Blick_e_winkel?” oder “Ist ich Intimität?” oder “Die Nächstenliebe des Norm_Aals macht den Nixer normal” spontan einfach recht wenig anfangen und wollte meistens relativ schnell zum nächsten Buchstaben weiter blättern. Ich hatte nicht den Eindruck, dass das Kind sich durch die Lektüre angeregt fühlte: Eher erschien es mir etwas ratlos angesichts der teilweise doch ziemlich ambitionierten bis abstrakten Sprachspiele. An denen ich widerum zuweilen meine Freude hatte, doch ich sah mich nicht dazu in der Lage, sie dem Kind zu vermitteln oder mit ihm zu teilen.
Die Crux des Vermittlungsbedarfs sehe ich allerdings nicht exklusiv bei Büchern wie machtWORTE! – vielmehr ist die Idee, Lektüre mit Kindern ausführlich zu besprechen, zumal parallel zum Vorleseprozess, meiner Erfahrung nach nicht immer sonderlich erfolgversprechend. Meine ganz persönliche Erfahrung: Wenn das bereits erwähnte Kind ein Buch vorgelesen haben möchte, dann möchte es nicht mit mir konferieren, sondern es möchte eine fesselnde Geschichte hören – möglichst ohne Unterbrechungen oder Zwischenbemerkungen meinerseits. Diese Geschichte kann ruhig “bizarr” sein, ein Comic mit Sprechblasen sein oder anderweitig außergewöhnlich erzählt – aber damit das Kind sich in diese Geschichte versenken, das vielzitierte Kopfkino anwerfen, sich dem Erzählfluss hingeben kann, funktioniert es nicht, wenn ich ständig unterbreche, um irgend etwas zu erklären, zu fragen, zu kommunizieren, zu diskutieren… Das gilt übrigens auch für Sachbücher. Dem Kind macht das schlicht und ergreifend kein Vergnügen, es stellt von sich aus auch nur wenige Fragen während des Vorlesens, geschweigedenn Fragen, die vom unmittelbaren Text weg zu kritisch-philisophischen Betrachtungen oder zu vertieften Auseinandersetzungen mit der vorlesenden Person führen würden, und wird bei ausführlichen Anmerkungen meinserseits ungeduldig. Verständlich.
Das eben geschilderte ist übrigens ein ganz entscheidender Punkt, warum ich auch aus der Perspektive der weißen Kinderbuchvorleserin das gebetsmühlenartig vorgetragene Argument, man könne Kindern Rassismus in Kinderbüchern doch erklären (und damit dann auch gleich magischerweise irgendwie beseitigen), gelinde gesagt skeptisch betrachte.
Es ist natürlich gut möglich, dass mir einfach eine ordentliche Portion Kreativität, Einfühlungsvermogen und/oder Vermittlungsfähigkeit fehlt. Oder dass machtWORTE! völlig unabhängig von irgendwelchen konzeptionellen Erwägungen schlicht und ergreifend nicht den Geschmack besagten Kindes traf. Genauso gut kann es sein, dass dieses Kind von der gemeinsamen Lektüre mit jemand anderem als mir durchaus viel gehabt hätte. Oder zu einem anderen Zeitpunkt haben wird. So bleibt für mich erstmal der Eindruck, dass machtWORTE! ein ambitioniertes, liebe- und gedankenvoll gemachtes, poetisches, kritisches und extravagantes Buch ist – für Erwachsene oder besser gesagt für Menschen, die bestimmte Voraussetzungen zum Umgang mit (subversiver) Sprache mitbringen. Was natürlich kein Schaden ist, denn auch von derartigen Büchern kann es nie genug geben. Antinormativität ist ja kein Genre an sich. Und umso mehr es davon gibt, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass tatsächlich für jeden Geschmack etwas dabei ist!
Emel Zeynelabidin hat dreißig Jahre ein Kopftuch getragen – Heute steht sie der Verhüllung als religiöse Praktik kritisch gegenüber
Voraussetzung ist (wie bisher), dass die genetische Vaterschaft eines der Männer feststeht. Der Antrag kann gestellt werden, sobald das Kind sich in Israel befindet. Der Co-Vater kann bereits vor Abschluss des Verfahrens die Obsorge für das Kind bekommen. Die Anordnung von Generalstaatsanwalt Yehuda Weinstein erfolgte im Zusammenhang mit mehreren gerichtsanhängigen Verfahren schwuler Paare, die mit Hilfe von Leihmüttern im Ausland Väter wurden. Sie soll interimistisch gelten, bis die Gesetze entsprechend angepasst wurden. In Kraft treten wird die Anordnung ein Monat nach der Verlautbarung. Bis dahin sollen auch noch Details geklärt werden.
Betroffene Männer zeigten sich erfreut, wiesen aber darauf hin, dass das Verfahren in den USA noch viel einfacher verläuft: "Der Gynäkologe hat dem Gericht eine Erklärung geschickt und wir ebenfalls. Das Gericht erließ daraufhin sofort einen Beschluss, dass wir die Eltern sind und das wurde in der Geburtsurkunde eingetragen - ohne Vaterschaftstest und ohne Sozialarbeiter_innen," berichtet Gal Wagner Kolsiko, der gemeinsam mit seinem Mann Micki vor einem halben Jahr Vater von Zwillingen geworden ist.
In Israel selbst ist ein Vertrag mit einer Leihmutter ausschließlich heterosexuellen Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch seit über 15 Jahren erlaubt. Die Ausdehnung auf gleichgeschlechtliche Paare und Einzelpersonen mit Kinderwunsch wird seit dem Vorjahr diskutiert. Eine von der Regierung eingerichtete Ethik-Kommission hat sie unter der Bedingung empfohlen, dass die Leihmutter aus altruistischen Motiven handelt, also eine Freudin oder Verwandte der zukünftigen Väter ist.
Links: http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-4379069,00.html
http://yagg.com/2013/05/13/israel-simplifie-le-processus-dadoption-denfants-ne-e-s-par-gpa/
[www.jpost.com]
http://www.haaretz.com/news/national/israel-to-ease-rules-of-overseas-surrogacy.premium-1.523640
http://yagg.com/2012/05/23/israel-reflechit-a-ouvrir-la-gpa-aux-couples-de-meme-sexe/
>>> Pressemitteilung zum Thema von Zwischengeschlecht.org vom 15.05.2013
Am Dienstag, den 14. Mai 2013 reichten in South Carolina die Eltern Mark und Pam Crawford im Namen ihres mittlerweile 8-jährigen Intersex-Adoptivkindes M.C. Klage ein gegen das South Carolina Department of Social Services, das Greenville Hospital System, die Medical University of South Carolina und einzelne MedizynerInnen und SozialarbeiterInnen wegen Durchführung irreversibler und medizinisch nicht notwendiger Genitaloperationen.
Das von den VerstümmlerInnen als "echter Hermaphrodit" klassifizierte Kind M.C. war im Alter von 16 Monaten sog. "feminisierenden Genitalkorrekturen" unterworfen worden, während es sich in staatlicher Pflegeunterbringung befand. Dabei wurde wie üblich gesundes Genitalgewebe ohne medizinische Notwendigkeit weggeschnitten und in den Mülleimer geworfen (Penisentfernung/"Klitorisverkleinerung" plus Entfernung von Hodengewebe). M.C. lebt inzwischen als Knabe.
Die Klage auf Verstoss gegen die US-Verfassung sowie auf Verletzung der medizinischen Berufspflicht wurde gleichzeitig auf Staates- und auf Bundesebene eingereicht.
Die Beklagten haben laut Klage gegen die "Due Process"-Klausel der US-Verfassung verstossen, in dem sie M.C. "einer medizinisch nicht notwendigen Operation unterwarfen, die M.C.s Körper veränderte und und seine Fortpflanzungsfähigkeit dauerhaft verminderte ohne Mitteilung oder einer Anhörung um sicherzustellen, dass die Behandlung in M.C.s bestem Interesse war".
Es sei nicht ordnungsgemäss über die erheblichen Risiken der Operation aufgeklärt worden oder über die Möglichkeit, darauf zu verzichten. Schlimmer noch, es sei "nicht einmal darüber aufgeklärt worden, dass der Eingriff medizinisch gar nicht notwendig war". M.C. sei durch die Operation "möglicherweise sterilisiert worden und seine sexuelle Empfindungsfähigkeit in hohem Masse vermindert, wenn nicht gar gänzlich zerstört worden" .
M.C.s Mutter Pam Crawford: "Indem sie diese nicht notwendige Operation durchführten, sagten der Staat und die Ärzte M.C., so wie er auf die Welt kam, sei er nicht akzeptabel und liebenswert. Sie entstellten ihn, weil sie ihn nicht akzeptieren konnten, wie er war – nicht, weil er Operationen gebraucht hätte. M.C. ist ein liebreizendes, bezauberndes und widerstandsfähiges Kind. Wir werden nicht aufhören, bis wir Gerechtigkeit erlangen für unseren Sohn."
M.C.s Vater Mark Crawford: "Dies war ein
fahrlässiges und rücksichtsloses Vorgehen. Indem wir die Verantwortlichen
verklagen, hoffen wir andere Ärzte, Kliniken und staatliche Stellen davon in
Kenntnis zu setzen, dass sie nicht Kinder verstümmeln können, ohne dafür zur
Verantwortung gezogen zu werden."
Die Crawfords werden bei der Klage unterstützt durch die US-Zwitter-Lobbyorganisation Advocates for Informed Choice (AIC), das Southern Poverty Law Center (SPLC) und 2 pro bono arbeitenden privaten Anwaltskanzleien.
Anne Tamar-Mattis (Advocates for Informed Choice): "In diesem Fall geht um Sicherheit für alle Kinder, die keine Stimme haben. Niemand setzte sich ein für M.C.s Rechte, als diese Entscheidung getroffen wurde, während der Staat für seine Sicherheit und sein Wohlbefinden verantwortlich war. Es ist an der Zeit, dass alle Beteiligten für das Leid, das sie M.C. zufügten, geradestehen müssen."
Alesdair H. Ittelson (Southern Poverty Law Center): "Gott schuf M.C. so, wie er ist, aber mit einer unnötigen Operation hat ihn der Staat South Carolina irreparabel geschädigt. Der Staat hat eine Entscheidung getroffen, die ihn ihn seiner Freiheit beraubte, zu entscheiden was mit seinem Körper geschehen soll. Es ist Zeit, dass der Staat und alle übrigen Beteiligten dafür zur Verantwortung gezogen werden."
Dieser Blog wünscht den mutigen Eltern Mark und Pam Crawford und M.C. sowie ihren Unterstützer_innen alles Gute – und den Verklagten einen lehrreichen und hoffentlich teuren Denkzettel!
Möge diese Klage allen sebstherrlichen Intersex-GenitalabschneiderInnen und ihren HelfershelferInnen weltweit, die nach wie vor unbeirrbar täglich weiterverstümmeln, die Freude an ihrem blutigen "Handwerk" gründlichst vermiesen!
Diese Klage ist nach dem "Zwitter-Prozess von Christiane Völling von 2007 und nach dem kommenden Prozess in Erlangen weltweit die 3. Klage gegen Intersex-GenitalverstümmlerInnen. Es ist das 1. Mal, dass nebst individuellen TäterInnen und (wie auch in Erlangen) einer Universitätsklinik gleichzeitig weitere staatliche Stellen belangt werden, und das 1. Mal, dass zusätzlich auf Verfassungsebene geklagt wird.
(Bild: Heidi Walcutt an einer Protestaktion von "Hermaphrodites with Attitude", NYC 1997)
>>>
Pressemitteilung Advocates for Informed Choice (AIC) (PDF)
>>>
Meldung Southern Poverty Law Center (SPLC)
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Video der PK auf wltx.com
>>>
Video der PK auf wsfa.com
>>> YouTube-Interview
mit den Eltern Mark und Pam Crawford
>>>
Unterschriftensammlung von AIC
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Artikel von Alice Dreger auf theatlantic.com
>>>
Artikel auf USA Today
>>>
Artikel auf Wyff4.com
>>>
Artikel auf U.S. News
>>>
Reuters-Agenturmeldung
>>>
Blogpost auf Advocates for Informed Choice
>>>
Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr
Leben
>>>
Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
>>>
UN-Sonderberichterstatter über Folter verurteilt "genitale
Zwangsoperationen"
Genitalabschneider, wir kriegen euch! Zwangsoperateure, passt bloss auf!
Inwiefern Reproduktionsarbeit in den Wertbildungsprozess eingeht, war ein wesentlicher Streitpunkt in der sogenannten Hausarbeitsdebatte: die Diskussion um den „richtigen“ Anschluss an die Marxsche Theorie. Die in den 1960er Jahren gestellte Frage hat auch heute nichts an Aktualität eingebüßt und wird derzeit wieder aus unterschiedlichen Perspektiven und theoretischen Zugängen diskutiert. Meine Studie „Hausarbeitsdebatte Revisited. Zur Arbeitswerttheorie von Haus- und Reproduktionsarbeit“ widmet sich der Hausarbeitsdebatte und stellt verschiedene Antworten auf die oben gestellte Frage dar. Im Folgenden Artikel möchte ich jedoch weniger auf die unterschiedlichen Perspektiven eingehen, sondern ein Schlaglicht auf diese Frage im Anschluss an die Marxsche Werttheorie skizzieren.
Im Wesentlichen bezieht sich der marxistische Begriff der Reproduktion der Arbeitskraft auf menschliche Tätigkeiten, die außerhalb der Lohnarbeit verrichtet werden, die dem Erhalt und der Wiederherstellung der individuellen Arbeitsfähigkeit dienen. Er bezieht sich auf die generative Reproduktion sowie auf Tätigkeiten, welche die Erziehung und Bildung von künftigen Arbeitskräften zum Gegenstand haben. Dieser relativ allgemeine Begriff von Reproduktionsarbeit wird von den Protagonist_innen der Hausarbeitsdebatte im Wesentlichen getragen. Allerdings konnten die Schlussfolgerungen kaum unterschiedlicher sein. Anfang der 1980er Jahre hat dies zu der Reflexion geführt, dass die Hausarbeitsdebatte als gescheitert, als „unvollendete Aufgabe einer marxistischen Fassung der Frauenfrage“ (Dietrich 1984) sowie als eine „unglückliche Ehe von Marxismus und Feminismus“ (Hartmann 1979) betitelt wurde. Dennoch möchte ich einen Blick auf die Thesen von Gardiner/Himmelweit/Mackintosh (1975) und Seccombe (1975) werfen, da diese mir geeignet erscheinen die oben gestellte Frage aus marxistischer Perspektive zu beleuchten. Diese Thesen besagen, dass Hausarbeit Bestandteil der relativen Wertform der Arbeitskraft ist und dass Hausarbeit den Wert der Arbeitskraft senkt. Im Folgenden möchte ich mit Bezug auf die Marxsche Arbeitswerttheorie diese Thesen erläutern und bewerten:
Aufgrund des kapitalistischen Herrschaftssystems verkaufen Lohnabhängige ihre Arbeitskraft und erhalten dafür das, was zur Reproduktion ihrer Arbeitskraft erforderlich ist. Der Lohn erscheint als Bezahlung für den gesamten Arbeitstag. Dabei zerfällt der Arbeitstag in zwei Teile: In die notwendige Arbeit, die Lohnabhängige leisten, um ihr Lohnäquivalent zu produzieren, und in die darüber hinaus gratis geleistete Mehrarbeit, um den Mehrwert zu produzieren:

Der Erwerbsarbeitstag
Eine kapitalistische Wirtschaftsform ist rational nur sinnvoll, wenn in der von Lohnabhängigen erschaffenen Ware ein Wert verbleibt, der größer ist als die Reproduktionskosten der Ware Arbeitskraft. Damit die Reproduktion des Kapitalkreislaufs profitabel ist und am Ende eines Zyklus mehr Wert verbleibt, als investiert wurde, müssen die Arbeitskräfte den Waren mehr Wert zusetzen als sie selbst wert sind. Durch diese Logik wird den direkt Lohnabhängigen ein Lohn unterhalb des eigentlichen Subsistenzniveaus gezahlt. Reproduktionsarbeit hilft auf das Niveau der Subsistenz zu gelangen und den Wert, der zum Lebensunterhalt benötigt wird, zu verkleinern bzw. den Mehrwert zu vergrößern. Die Analyse von Reproduktionsarbeit muss daher unter diesem Blickwinkel die Aufteilung der gesamtgesellschaftlich notwendigen Arbeit auf den Ebenen der absoluten versus der relativen Mehrwertproduktion berücksichtigen (vgl. MEW 23: 331ff):

Absolute versus relative Mehrwertproduktion
Die Höhe der Mehrarbeit variiert zwischen Gesellschaftsformation, Entwicklungsniveau der Produktivkräfte und Arbeitsproduktivität. Je höher die Arbeitsproduktivität desto größer die Mehrarbeit, desto höher der private Reichtum, der durch die Besitzer_innen der Produktionsmittel angeeignet wird. Um den Anteil der Mehrarbeit an dem gesamten Arbeitstag zu vergrößern, kann die Verlängerung des Arbeitstages erhöht werden:

Absolute Mehrwertproduktion
Die notwendige Arbeitszeit zur Erwirtschaftung des Lohnäquivalents zur Reproduktion bleibt konstant. Diese Form der Mehrwertproduktion wird von Marx als absolute Mehrwertproduktion bezeichnet, da der Arbeitstag im Vergleich zur Ausgangssituation absolut verlängert wird.
Weil die absolute Mehrwertproduktion eine natürliche Schranke – 24 Stunden Arbeitstag, Vernutzung der Arbeitskraft bis zum Tod – besitzt, kann kein maximaler Profit durch absolute Mehrwertproduktion akkumuliert werden. Daher ist die kapitalistische Akkumulationsdynamik auf die Regulation der absoluten Mehrwertproduktion angewiesen und die Mehrwertproduktion kann nur relativ sein. Das heißt, die absolute Mehrwertproduktion und die Verlängerung der täglichen Arbeitszeit besitzen biologische und in der bürgerlichen Gesellschaft ethische bzw. klassenkämpferische Grenzen, die in der gesetzlichen Regelung der Länge des Arbeitstages sowie in der physischen und psychischen Regeneration der Ware Arbeitskraft münden (vgl. MEW 23: 192-330). Das bedeutet, bei der relativen Mehrwertproduktion bleibt die gesamte tägliche Arbeitszeit von 8 Stunden konstant, während sich der Anteil der notwendigen Arbeitszeit bezogen auf die tägliche Arbeitszeit absolut und relativ reduziert:

Relative Mehrwertproduktion
Die Verdichtung vollzieht sich einerseits durch Kooperation, Arbeitsteilung, Maschinerie und Geschicklichkeit der Lohnabhängigen. Andererseits kann die Produktivität der Arbeitskraft sich steigern, wenn die Lohnabhängigen gesund und ausgeruht sind und die nötige Disziplin bzw. Selbstverantwortung besitzen, sodass Lohnabhängige in kürzerer Zeit den Gegenwert ihres Arbeitslohnes produzieren können. Dadurch wird die Spanne der Mehrarbeit ohne Verlängerung des Arbeitstages vergrößert und die Spanne für die notwendige Lohnarbeit verkürzt.
Ein Rückgang der notwendigen Arbeit wird über die Minimierung der Reproduktionskosten der Arbeitskraft realisiert. Relative Mehrwerterhöhung bezieht sich auf eine Verbindung der Produktions- und Reproduktionssektoren, indem eine Verbesserung der Maschinerie und eine Steigerung der Produktivität in der Konsumgüterindustrie, hergestellt sowie durch unentgeltliche Reproduktionsarbeiten ein Produktivitätszuwachs durch Verkürzung der für die Reproduktion der Arbeitskräfte notwendigen Arbeitszeit realisiert wird. Dadurch sinkt der relative Anteil der notwendigen Arbeit an der Gesamtarbeitszeit. Analog steigt der absolute und relative Anteil der unbezahlt angeeigneten Mehrarbeit (vgl. MEW 23: 542-552):

Reproduktionsarbeit und Mehrwert
Zusammenfassend bedeutet das, dass Reproduktionsarbeit zwar keine wertproduzierende Arbeit ist und keinen Profit produziert, aber Lohnarbeit durch Reproduktionsarbeit produktiver wird. Anders gesagt, trägt unbezahlte Reproduktionsarbeit zur Minderung der Kosten zur Realisation des Mehrwerts bei, weil Reproduktionsarbeiten die Kosten der Reproduktion der Arbeitskraft verbilligen. Deshalb wird den Lohnabhängigen auch ein Lohn unterhalb des eigentlichen Subsistenzniveaus gezahlt. Folglich sind Reproduktionsarbeiten für „die Wiederherstellung der geschundenen Arbeitskraft und als spezifische Ausbildung zukünftiger Arbeitskräfte Voraussetzung für die Produktion relativen Mehrwerts“ (Redaktionskollektiv Autonomie 1985: 208). Abschließend lassen sich unbezahlte Reproduktionsarbeiten im Anschluss an die Marxsche Werttheorie insofern bestimmen, dass sie in den Wertbildungsprozess eingehen.
Literatur
Ich verschlinge türkische, Schweizer und russische Märchen und überhaupt jegliche Literatur aller Epochen und Kulturen, die sich mit dem Wunderbaren auseinandersetzt. Diese ausgeprägte Begeisterung für Zaubergeschichten und Feenerzählungen kann unter anderem auf einen übermässigen Märchengenuss in frühster Kindheit zurückgeführt werden. Bereits in jungen Jahren wurden mir fantastische Erzählungen in rauen Mengen zu Gemüte geführt, zuerst durch Vorlesen, dann durch das schnell erlernte eigenständige Lesen fabelhafter Geschichten. Der moralische Aspekt der Märchen schien mir dabei stets nebensächlich zu sein. Viel spannender als die Tatsache, dass die böse Hexe am Schluss verbrannt wird, war für mich das Bild des lecker duftenden Lebkuchenhäuschens im Walde. Bei Rotkäppchen interessierte mich vor allem der sprechende Wolf und die Vorstellung, dieses struppige Tier in den rüschenbedeckten Kleidern der Grossmutter zu sehen. Mich faszinierten die gruseligen Gestalten, die magischen Reiche unter der Erde voller kurioser Wesen, die Zauberschlösser in den Wolken.
Dabei blieben die Märchen in meiner Kindheit nicht in den Büchern. Ich trug sie mit in meine Alltagswelt, meine Wirklichkeit, die in Folge der Lektüre kontinuierlich durch verzauberte Orte und Figuren erweitert wurde. So küsste ich als Kind jahrelang nicht nur Frösche, sondern auch hingebungsvoll Kröten und Kriechtiere jeglicher Art, bis hin zu den zugegebenermaßen nicht sehr attraktiven Nacktschnecken. Ich baute etliche kleine Wurzelhäuschen mit Moosgärten für die schüchternen Zwerginnen und Zwerge, die ich in den verwunschenen Ecken des Waldes zu erkennen glaubte. Auch erhielten die leider nur sehr langsam wachsenden Bohnenranken im Garten meiner Großeltern eine besondere Bedeutung, da ich sie stets mit der Hoffnung betrachtete, sie eines Tages bis hoch in den Himmel schießen zu sehen. Wenn dieser Moment gekommen war, wollte ich furchtlos an ihnen emporsteigen, um glorreich die Gans zu ergattern, die goldene Eier legt und mich für immer reich machen würde.
Natürlich ging der Märchenzauber meiner Kindheit mit der Zeit verloren. Geblieben sind jedoch die Märchenbücher und literarischen Zauberwerke, die ich immer noch mit großem Eifer und Genuss lese. Dabei konstruieren fantastische Erzählungen nicht nur eine Welt für sich, in die wir eintauchen und uns von der Realität entgrenzen können. Vielmehr bilden sie stets eine weitere Version der Wirklichkeit ab, die die Realität fantasievoll repräsentiert und reflektiert. Märchen helfen uns dabei, über die Wirklichkeit hinaus zu denken und die reale Welt nach einem Ausflug ins Zauberreich mit frischer Fantasie und neuen Ideen so umzugestalten, dass wir wunderbar in ihr leben können, bis ans Ende unserer Tage.
Rumpelstilzchen
*Femina Politica*
*Zeitschrift für feministische Politikwissenschaft*
Call for Papers für das Heft 2/2013
*Frauenbewegungen revisited. Partizipationsstrategien und -strukturen in sich verändernden nationalen und transnationalen Handlungsräumen*
Frauenbewegungen handeln heute oft nicht nur in ihrem nationalen Kontext, sondern agieren längst über nationale Grenzen hinaus in transnationalen Koalitionen und Netzwerken. Transnationalität wird vielfach im Sinne eines Partizipationspostulats als eine automatische Erweiterung der Partizipationschancen von Frauenbewegungen diskutiert und als Möglichkeit, über transnationale Handlungsräume und in Kooperation mit internationalen Institutionen nationale Geschlechtergerechtigkeit zu erwirken. Gleichzeitig münden Impulse und Strategien von internationalen oder nationalen Frauenbewegungen andernorts in Protestwellen und werden lokal von Frauenbewegungen integriert, angepasst oder kreativ erweitert. Die jüngste Konstituierung der europäischen Frauenbewegung FEMEN verdeutlicht beispielsweise den über nationale Grenzen hinausgehenden transnational dynamisierenden Charakter der Frauenbewegung.
Während transnationale Handlungsräume, auch durch die zunehmende mediale Vernetzung, mittlerweile zur selbstverständlichen Folie des Handelns von AktivistInnen geworden sind, jedoch lokal unterschiedlich Referenz auf dieses Handeln genommen wird, variiert die Relevanz und das Ausmaß der Transnationalität. Transnationale Strategien und Strukturen von Frauenbewegungen werden somit von lokalen Bedingungen und Handlungsräumen mit beeinflusst. So kann im Zeitalter globaler Vernetzung durch Transnationalität eine Öffnung von Handlungsräumen für AktivistInnen ebenso stattfinden wie eine Vereinnahmung von Frauenbewegungen durch andere staatliche und nicht-staatliche Akteure, die eher zu einer Schließung denn zu einer Öffnung der Geschlechterverhältnisse führt. Zugleich kann der transnationale Raum keine oder nur eine geringe Bedeutung für das Engagement der Frauenbewegungen einnehmen. Damit verbunden steht auch das transnationale Partizipationspostulat in Frage. Ein genauerer Blick auf die nationalen und transnationalen Partizipationsstrategien und -strukturen von Frauenbewegungen ist somit erforderlich. Mit dem geplanten Schwerpunktheft möchten wir die Vielfalt der Frauenbewegungen, ihre variierenden Strategien und Strukturen in den folgenden Bereichen diskutieren.
*Strategien und Aktionsformen von Frauenbewegungen in nationalen Handlungsräumen *
Während strukturelle Benachteiligung oft zum Anlass wird für die Formierung von Frauenbewegungen, strukturieren politische Handlungsräume ihre Aktivitäten. Policies und Institutionen sowie institutionalisierte und nicht-institutionalisierte Schnittstellen zwischen Staat und Zivilgesellschaft unterstützen oder schränken dabei die Frauenbewegungen in ihrem Engagement hin zu einer geschlechtergerechten Gesellschaft ein. Zugleich drückt sich in den Aktions- und Protestformen von Frauenbewegungen ihre Auffassung von Staatlichkeit aus. Variierende Positionen zu Staatlichkeit als auch diverse Strategien von Frauenbewegungen führen nicht zuletzt zu unterschiedlichen Protestformen — von konfrontativen bis hin zu kooperativen Protesten gegenüber dem Staat.Strukturell verweist auch das Binnengefüge auf restringierende Faktoren von Frauenbewegungen: Während für manche Frauenbewegungen eine basisdemokratische Partizipation nicht nur zum gesellschaftlichen Zielhorizont, sondern zur Folie für das bewegungsinterne Handeln wird, geraten andere in den Verruf mangelnder Repräsentativität und Exklusion. Horizontale Formen der Interaktion und Mobilisierung stehen somit vertikalen Mustern gegenüber.
*Transnationale Verflechtungen: Ein Versprechen für mehr Partizipation und erweiterte politische Handlungsräume? *
Zunehmende transnationale staatliche und zivilgesellschaftliche Verfechtungen verändern die Handlungsräume für Frauenbewegungen. Mit den UN-Weltfrauenkonferenzen sowie zahlreichen anderen transnationalen Plattformen sind nicht allein transnationale Räume für Frauenbewegungen entstanden, vielmehr agieren Frauenbewegungen selbst zunehmend transnational und bilden Netzwerke und Koalitionen oder nehmen Impulse von Frauenbewegungen aus anderen Teilen der Welt in ihre Strategien auf. Diese transnationalen Aktivitäten wiederum wirken auf lokale Strukturen, Strategien und Partizipationschancen von Frauenbewegungen zurück und können diese erweitern, verändern als auch restringieren.
Insgesamt gilt es erneut darüber zu diskutieren, welche Rolle nationale und transnationale Handlungsräume und Impulse für das Handeln von lokalen (nationalen) Frauenbewegungen einnehmen, und welchen Einfluss diese ggf. auf die Strategien und Strukturen von Frauenbewegungen haben. Mit dem Call laden wir Beiträge ein, die in Einzelfallanalysen oder vergleichend Frauenbewegungen auf der lokalen und/oder transnationalen Ebene zu beleuchten. Damit verbunden ist auf analytischer Ebene die theoretische Reflektion des bisherigen Instrumentariums der Bewegungsforschung zur Fassung der Frauenbewegungen zwischen Schließung und Öffnung bzw. zu nationalen und transnationalen Handlungsräumen. Wir erhoffen uns nicht nur empirisch dichte Beiträge, sondern auch neue theoretische Rückschlüsse in der Reflexion der Bewegungsforschung.
*Abstracts und Kontakt *
Der Schwerpunkt wird inhaltlich von Antje Daniel (Gastherausgeberin) und Dr. Patricia Graf betreut. Wir bitten um ein- bis zweiseitige Abstracts (per E-Mail) bis zum *15. Juni 2013 *an graf@TU-Cottbus.de oder antje.daniel@uni-bayreuth.de oder die Redaktion redaktion@femina-politica.de. Die Femina Politica versteht sich als feministische Fachzeitschrift und fördert Frauen in der Wissenschaft. Deshalb werden inhaltlich qualifizierte Abstracts von Frauen bevorzugt.
*Abgabetermin der Beiträge *
Die Herausgeberinnen wählen auf der Basis der eingereichten Vorschläge Beiträge aus. Der Abgabetermin für die fertigen Beiträge im Umfang von 25.000 bis max. 30.000 Zeichen (inklusive Leerzeichen) ist der *30. September 2013*.
*Offene Rubrik “Forum”*
Neben dem Schwerpunktthema bietet unsere Rubrik “Forum” die Gelegenheit zur Publikation von Originalmanuskripten aus dem Bereich geschlechtersensibler Politikwissenschaft (Beiträge im Umfang von max. 20.000 Zeichen), die zentrale Forschungsergebnisse zugänglich machen oder wissenschaftliche Kontroversen anstoßen. Vorschläge in Form von ein- bis zweiseitigen *Exposés* erbitten wir an die Redaktionsadresse redaktion@femina-politica.de bis zum *30. September 2013*. Die endgültige Entscheidung wird auf der Basis des Gesamttextes getroffen.
Sehr geehrtes Fachpublikum, liebe Kolleg_innen, Mitstreiter_innen und Interessierte,
wir möchten Sie nochmals an unsere Fachtagung am 23. Mai 2013 (9 – 17 Uhr) erinnern. In diesem Jahr widmen wir uns dem Thema „Inklusion in sozialen Einrichtungen – ein Hürdenlauf mit Perspektive?!“. Stattfinden wird diese bei uns im Familienplanungszentrum – BALANCE.
Unsere Fachtagung soll Expert_innen aus sozialen Einrichtungen und Interessierte zum Austausch anregen, um das WIE zur Zielerreichung von INKLUSION zu diskutieren und konkrete Handlungsansätze im Alltag von Beratungsstellen zu eruieren. Dabei ist zu bemerken, dass wir Inklusion als umfassenderes Prinzip im Sinne des Bestrebens, alle Menschen einzubeziehen, die von sozialer Benachteiligung betroffen sind oder sein können, verstehen.
Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und einen regen Austausch mit Anregungen für die tägliche Praxis. Weitere Informationen und die Anmeldemodalitäten entnehmen Sie bitte der Einladungskarte (PDF-Datei): FPZ-Einladungskarte Fachtag Inklusion
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Drastische Mittelkürzungen beim Familienplanungszentrum – BALANCE gefährden Versorgung von Kindern und Jugendlichen, Behinderten und Migrantinnen in Berlin
Dem Familienplanungszentrum – BALANCE (FPZ) drohen dauerhafte Mittelkürzungen in Höhe von 15.000 Euro pro Jahr, rückwirkend zum 1. Januar 2013 – also eine Kürzung im laufenden Etat ohne Ankündigung und Planungssicherheit!
Bedroht sind ab sofort:
· Sexualaufklärungen von Schulklassen
· Gynäkologische Behandlungen von behinderten und genitalverstümmelten Frauen
· Muttersprachliche Schwangeren- und Elternkurse
Das Familienplanungszentrum als interdisziplinäre Einrichtung fungiert als eine wichtige Schnittstelle zu psycho-sozialen und gesundheitlichen Versorgungsstrukturen in der Stadt.
Hier werden insbesondere Klient_innen, die keinen Zugang zu Beratungs- und Behandlungsleistungen haben bzw. diese anderswo wenig bis gar nicht in Anspruch nehmen, versorgt oder an geeignete, adäquate Einrichtungen weiter verwiesen. Diese Niedrigschwelligkeit und Brückenfunktion ist in dieser Form und für dieses Themenfeld in Berlin einzigartig und aktuell bedroht, insbesondere in der Kombination mit dem zielgruppenoffenen Ansatz des Familienplanungszentrum.
Alle Angebote sind für jede Person, unabhängig von Alter, Herkunft, religiöser Ausrichtung, Status, Beeinträchtigung, Geschlechtsidentität und sexueller Orientierung.
Bitte beachten Sie diesbezüglich unsere aktuelle Pressemitteilung und die Hintergrundinformationen. Wir freuen uns über die uns entgegengebrachte Solidarität und Unterstützung und bitten um Ihre Unterschrift auf hinterlegter Unterstützerliste (13-05-13_Unterstützer_innenliste), die von Institutionen und Privatpersonen unterzeichnet werden kann, oder senden Sie eine Email an merchan@fpz-berlin.de.
Ihr Familienplanungszentrum – BALANCE
Sybill Schulz - Geschäftsführung
TIPP: Aktuelle Fortbildungen & Workshops des Berliner Familienplanungszentrum - BALANCE hier
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Sybill Schulz
Geschäftsführung / Fachliche Leitung
Familienplanungszentrum Berlin – BALANCE
Mauritiuskirchstraße 3
10365 Berlin
sybill.schulz@fpz-berlin.de
www.fpz-berlin.de
Liebe, Sexualität, Partnerschaft - kompetente Hilfe für alle bei BALANCE.
Ihre Spende unterstützt unsere Beratungs- und Aufklärungsarbeit
Spendenkonto:
Bank für Sozialwirtschaft
Konto-Nr. 331 44 00
BLZ 100 205 00
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,
mit dieser Mail möchte ich Sie auf eine Veranstaltung hinweisen, die ich gemeinsam mit ausgewählten Studierenden unseres Master-Studiengangs “Anglistik: British and American Studies” organisiere, und die vielleicht auch für Studierende und Doktorand_innen aus dem Umfeld Ihres Zentrums von Interesse sein könnte.
Ende Juni (28.-29.) findet in Bielefeld eine Konferenz von und für Studierende (MA, PhD) zum Thema “Masculinities and British Popular Music” statt. Den Eröffnungsvortrag wird Prof. John Storey (University of Sunderland) halten, Autor maßgeblicher Beiträge zu Cultural Studies und Populärkultur.
Ich möchte Sie herzlich bitten, den angehängten Call for Papers und das Poster an womöglich interessierte Studierende im MA-Studiengang und/oder Doktorand_innen oder Mitarbeiter_innen weiterzuleiten. Wenn Sie Personen außerhalb Ihres Fachs kennen, die sich für das Thema interessieren könnten, wäre ich Ihnen für eine entsprechende Weiterleitung ebenfalls sehr dankbar! (Fortgeschrittene BA-Studierende sind natürlich auch willkommen!)
BSCBS_Call_for_Papers
BSCBS_Conference_Poster
Die wichtigen Informationen zur Tagung finden sich auch unter
www.uni-bielefeld.de/lili/projekte/BSCBS
Mit herzlichem Dank und freundlichen Grüßen,
Ralf Schneider
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Prof. Dr. Ralf Schneider
Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft
Literatur und Kultur Großbritanniens
Universität Bielefeld
Postfach 10 01 31
33501 Bielefeld
ralf.schneider@uni-bielefeld.de
Prof. Dr. Ralf Schneider
Faculty of Linguistics and Literary Studies
British Literary and Cultural Studies
Bielefeld University
P.O. Box 10 01 31
D-33501 Bielefeld
Germany
ralf.schneider@uni-bielefeld.de
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Umgang mit Zwangsprostituierten im zweiten Weltkrieg ist seit Jahren ein Streitpunkt in Japan, China und Korea
Wie jedes ganz neue Forum sieht es noch etwas leer aus, aber das könnte sich schon sehr bald ändern.
Etwas zurückhaltender fällt die Zustimmung bei der Adoption aus: diese sehen nur 55 Prozent der Befragten als positiv an, 17 Prozent sind dagegen, 27 Prozent strikt dagegen.
Der im Wahlkampf 2009 angekündigte und im Herbst 2010 eingebrachte Gesetzesentwurf für die Öffnung von Ehe und Adoption liegt nach einer sehr langen Begutachtungsphase derzeit im Justizausschuss. Zeitungsmeldungen zufolge soll noch vor dem Sommer darüber abgestimmt werden.
Links: [www.tuckenalarm.com]
[www.wort.lu]
[en.wikipedia.org]
[www.queernews.at]
Einladung zu unserem nächsten Netzwerktreffen am 14.06.2013, 19.00 Uhr
QBW-Zelt am Pride Village, Heldenplatz, 1010 Wien (Erreichbarkeit: D, 1, 2)
Sich gegenseitig kennen lernen, vernetzen und aktuelle Themen diskutieren - wir freuen uns darauf, Dich/Sie kennen zu lernen oder wieder zu sehen!
Women only!
Eintritt frei. Anmeldung bitte unter: netzwerk@queer-business-women.at

Sind Homosexualität und Christentum miteinander vereinbar oder gibt es unüberwindbare Differenzen zwischen beiden? In der Podiumsdiskussion „Homosexualität und Christentum“, die am 15. Mai um 18 Uhr in der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek (Bibliotheksplatz 1) im Rahmen des IDAHOT* Jena stattfindet, soll die Rolle von Glauben, Religion und Kirche für Menschenrechte von Minderheitengruppen, insbesondere Homosexuellen, beleuchtet werden.
Auf dem Podium begrüßen werden dabei unter anderem erwartet:
Natürlich ist auch das Publikum gefragt, sich mit Beiträgen zu beteiligen und es wird eine spannende Diskussion erwartet.
Unter dem Namen “IDAHOT* Jena 2013″ beteiligen sich bereits zum fünften Mal mehrere Jenaer Gruppen und Einzelpersonen am Internationalen Tag gegen Homophobie und Transphobie. Der Gedenktag erinnert an die Entscheidung der Weltgesundheitsorganisation, die 1990 Homosexualität aus dem Katalog der psychischen Erkrankungen gestrichen hatte.
Infos & komplettes Programm des IDAHOT* Jena: www.idahot-jena.de
Inhaltsquelle: (c) Kirsten Stiebler, idahot*
[lightgrey_box]Folgendes ist inhaltlich ähnlich:
Minnesota ist ein Beispiel dafür, wie rasch die öffentliche Meinung sich mit dem gleichberechtigten Zugang zur Ehe angefreundet hat und auch ein Beispiel für eine erfolgreiche Kampagne der Gleichstellungsaktivist_innen. Noch 2011 erhielt dort eine Verfassungsnovelle, die gleichgeschlechtliche Ehen verhindern sollte, eine parlamentarische Mehrheit. Bei der Volksabstimmung im November 2012 erteilten die Wähler_innen nach intensiver Überzeugungsarbeit auf beiden Seiten der geplanten Diskriminierung eine Abfuhr. Die Aktivist_innen von Minnesota United und anderen Gruppen nützten den Auftrieb, um gleich den nächsten Schritt einzuleiten und waren damit erfolgreich.
Innerhalb von wenigen Wochen haben drei US-Bundesstaaten (Rhode Island, Delaware und Minnesota) die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet. Illinois könnte bald als vierter dazu kommen. Je nach Ausgang des beim Supreme Court anhängigen Verfahrens könnte Kalifornien noch vor der Sommerpause folgen. Als weitere aussichtsreiche Kandidaten werden New Jersey, Oregon, Hawaii und New Mexico diskutiert. In Nevada läuft derzeit der Versuch, das im Jahr 2002 in Kraft getretene verfassungsgesetzliche Verbot aufzuheben. Der Weg ist bis dorthin is allerdings noch lang: es sind Beschlüsse in beiden Häusern des Parlaments in zwei aufeinaderfolgenden Legislaturperioden und danach eine Volksabstimmung nötig.
Links: [www.ggg.at]
[www.nytimes.com]
[abcnews.go.com]
http://www.huffingtonpost.com/2013/05/13/minnesota-senate-gay-marriage_n_3266722.html
[joemygod.blogspot.com]
Sie ist die erste schwarze Frau auf dieser Liste, die nach 9/11 erstellt wurde. Als Belohnung für Informationen, die zu Assata Shakurs Festnahme führen, dafür gibt es zwei Millionen Dollar. Am 2. Mai 2013 gibt das FBI auf einer Pressekonferenz bekannt, dass Shakur auf der “Top 10 Terror List” steht.
“An eben diesem Tag vor 40 Jahren wurde ein Auto, in dem Assata Shakur saß, angehalten. Es entwickelte sich eine Schießerei, in welcher zwei Personen starben und Shakur angeschossen wurde (unter anderem in den Rücken). Sie wurde schließlich für den Mord am Polizisten Werner Forester von einer vollständig weißen Jury zu lebenslanger Haft verurteilt.” (mehr zum Hintergrund bei Charlott: “Wanted: Assata Shakur”)
Die Rekonstruktion des Vorfalls am besagten 2. Mai 1973 und die Tat, welche Assata Shakur begangen haben soll, sind eingebettet in eine Zeit, in welcher das FBI den Krieg gegen schwarze Führungspersonen wie Malcolm X, Angela Davis, Stokley Carmichael, Martin Luther King* und die Black Panther Bewegung erklärt hat und rassistische Polizeigewalt an der Tagesordnung stand (Bsp. 1992, L.A., Rodney King).
Shakur gelingt die Flucht aus dem Gefängnis. Dass ausgerechnet Kuba der Revolutionärin seit 1984 politisches Asyl gewährt, ist eine Ohrfeige für die USA. Erst vor kurzem war auch noch Jay-Z mit Beyoncé dort auf honey moon und zog mit seinem “Offen Brief“ das Embargo der USA gegen Kuba ins Lächerliche. Und dann sind da die Bosten-Attentate, welche die Bundesbehörde unter Druck setzen. Lächerlich will das FBI nicht wirken, auch vierzig Jahre später ein Zeichen setzen und die schwarze Protestbewegung nicht anerkennen. Jahre später keine Aussöhnung, sondern eine Fortführung und Abschreckung.
Audre Lorde (*1934- †1992), eine der wichtigsten Frauen feministischer Gegenwartsgeschichte, hat im Jahr 1977 auch ein Zeichen gesetzt, und ein Gedicht für Assata geschrieben. Ein Gedicht, dass unter die Haut geht, einer Aussichtslosigkeit innere Kraft und dem Begriff der Freiheit wieder eine Bedeutung schenkt, die Sinn ergibt.
For Assata
New Brunswick Prison, 1977
In this new picture your smile has been to war
you are almost obscured by other faces
on the pages
those shadows are sisters
who have not yet spoken
your face is in shadow
obscured by the half-dark
by the thick bars running across your eyes
like sentinels
all the baby fat has been burned away
like a luxury your body let go
reluctantly
the corners of your mouth turn down
I cannot look into your eyes
who are all those others
behind you
the shadows are growing lighter
and more confusing.I dream of your freedom
as my victory
and the victory of all dark women
who forego the vanities of silence
who war and weep
rather than our enemies
something against our selves
in each other
rather than our enemies
falsehoods
Assata my sister warrior
Joan of Arc and Yaa Asentewa
embrace
at the back of your cell.- Audre Lorde
Eine deutsche Übersetzung des Gedichts “For Assata” von Charlott Schönwetter findet ihr hier. Es handelt sich nicht um eine literarische Übersetzung, sagt Charlott, ich finde sie sehr gelungen. Danke dafür.
New Brunswick Gefängnis, 1977
Auf diesem neuen Bild ist dein Lächeln im Krieg gewesen
Du bist fast verdeckt von anderen Gesichtern
Auf den Seiten
Diese Schatten sind Schwestern
Die jetzt noch nicht gesprochen haben
Dein Gesicht ist im Schatten
Verdeckt durch die Halb-Dunkelheit
Der dicken Balken, die über deine Augen gehen
Wie Wachposten
All der Babyspeck ist verbrannt
Wie ein Luxus, den der Körper hergab
Widerstrebend
Deine Mundwinkel nach unten
Ich kann nicht in deine Augen schauen
Wer sind all die anderen
Hinter dir
Die Schatten werden heller
Und verwirrender.Ich träume von deiner Freiheit
Als mein Sieg
Und der Sieg aller dunklen Frauen
Welche auf die Eitelkeiten der Stille verzichten
Welche kämpfen und weinen
Eher als unsere Feinde
Manches gegen uns selbst
In uns
Eher als unsere Feinde
Falschheiten
Assata meine Schwester Kämpferin
Joan of Arc und Yaa Asantewa
Umarme
Im hinteren Teil deiner Zelle.- Audre Lorde
Eine Leseempfehlung zu Assata Shakur ist ihr offener Brief aus dem Jahr 1998.
* Martin Luther King stand ebenfalls unter FBI-Beobachtung und galt als ein Wackelkandidat, denn solange er “weißen, liberalen Werten” “gehorsam” war, war er sicher, falls nicht, so wäre er eine sicherheitspolitische Bedrohung, ein “Messiah”, geworden. Für die taktische Kriegsführung war damals das geheime Programm “COINTELPRO” (= Counterintelligence Program) der US-Bundespolizei zuständig.
“2. Prevent the RISE OF A “MESSIAH” who could unify, and
electrify, the militant black nationalist movement. Malcolm X might have
been such a “messiah;” he is the martyr of the movement today. Martin
Luther King, Stokely Carmichael and Elijah Muhammed all aspire to this
position. Elijah Muhammed is less of a threat because of his age. King
could be a very real contender for this position should he abandon his
supposed “obedience” to “white, liberal doctrines” (nonviolence) and embrace
black nationalism. Carmichael has the necessary charisma to be a real
threat in this way.” (Quelle: COINTELPRO)
Weil sie ein Risiko-Gen für Brustkrebs in sich trägt - Schauspielerin will andere Frauen von ihrer Erfahrung profitieren lassen
Mütter nehmen den Wandel der Vaterrollen nicht nur wahr, sie gestalten ihn aktiv mit. Besonders gegenseitige Unterstützung in allen Lebensbereichen durch partnerschaftliches Handeln steht dabei im Mittelpunkt. Das hat eine Online-Befragung der Besser Betreut GmbH und der Väter gGmbH unter mehr als 1.000 Müttern ergeben.
„Verantwortung übernehmen, Partnerschaftlichkeit und Emotionalität: Das macht einen modernen Vater aus“, fasst Manuel Nothelfer, Geschäftsführer der Besser Betreut GmbH, einen Teil der Ergebnisse zusammen. Mehr als die Hälfte aller Befragten nannten mindestens eine dieser Eigenschaften.
Vor allem in Lebensbereichen, die vor einigen Jahren noch reinen Geschlechtsklischees entsprachen, wird der Wandel deutlich: Väter sehen sich nicht mehr ausschließlich als Ernährer, sondern wollen auch eine aktive Rolle in der Kindererziehung spielen. Mütter hingegen wollen nicht mehr nur für Haus und Kinder verantwortlich sein, sondern die Familie auch finanziell unterstützen. Mütter und Väter stellen sich den Aufgaben, das Familienleben ihren Bedürfnissen entsprechend zu gestalten und suchen gemeinsam nach Lösungswegen.
Gerade die modernen Väter brauchen dabei die Unterstützung der Mütter. Und sie erhalten diese auch. Kompromissbereitschaft, Freude und Teamgeist im gemeinsamen Zusammenleben sowie das Akzeptieren eigener Lösungswege bei der Kindererziehung sind laut der Studie die Grundpfeiler für eine moderne Partnerschaft. Nur lässt sich dies nach wie vor schwer auf den wirtschaftlichen Bereich übertragen: 42 % der befragten berufstätigen Mütter geben an, in Teilzeit zu arbeiten und bestätigen damit den allgemeinen Trend in der Bundesrepublik. In mehr als der Hälfte aller Partnerschaften gehen lediglich die Mütter in Elternzeit.
Darüber hinaus suchen die meisten Paare Alternativen, um Beruf und Familie zu vereinbaren. Während für 45 % die partnerschaftliche Aufteilung von familiären Aufgaben am wichtigsten ist, können immerhin 36 % auf jobbezogene Lösungen wie flexible Arbeitszeiten oder Homeoffice zurückgreifen. Ein Viertel der befragten Mütter engagiert zusätzlich externe Dienstleistungen wie Babysitter oder Haushaltshilfen.
Die Wünsche der Väter werden auch von den Müttern wahrgenommen. Dies zeigt die hohe Bedeutung partnerschaftlicher Werte. Und diese Werte werden in Zukunft auch die Kulturen in Unternehmen prägen. Wirtschaft und Politik scheinen noch nicht auf den Wandel eingestellt: Zu sehr setzen Sie noch auf die alleinige Unterstützung der Frauen und Mütter, die Bedürfnisse der Väter werden zu selten in eine ganzheitliche Veränderung der Unternehmenskultur mit einbezogen. Jedoch sollte die Reichweite dieser Entwicklung nicht unterschätzt werden. Die heutigen Eltern wollen beides: Familie und Karriere.
Die Frage, die die Autoren der Studie „Väter zwischen Karriere und Familie – Teil 2: Die Sicht der Mütter“ fast umgehauen hat „Wie wichtig ist Ihnen der Berufliche Erfolg Ihres Partners?“ wurde diesmal nicht gestellt, schade. Es waren übrigens 90 % der Mütter, denen dies wichtig bzw. sehr wichtig war.
Christiane Rösinger erzählt in "Berlin - Baku" von einem nicht besonders aufregenden Road-Trip zum Song Contest nach Aserbaidschan
Sehr geehrte Damen und Herren,
anbei sende ich Ihnen unsere Stellenausschreibungen zur Kenntnis und mit der Bitte um Weiterleitung.
Ausschreibungstext Doktorandenstellen 2 Kohorte
Ausschreibung Postdoc 2 Kohorte
Mit freundlichen Grüßen
Simone Täger
–
Simone Täger, M.A.
Wissenschaftliche Koordinatorin
DFG-GK 1599 “Dynamiken von Raum und Geschlecht”/ DFG Graduate School “Dynamics of Space and Gender”
Heinrich-Düker-Weg 10
D – 37073 Göttingen
Untere Königsstr. 86
D – 34117 Kassel
raum-geschlecht@uni-kassel.de
www.raum-geschlecht.gwdg.de
CfP Themenschwerpunkt der Zeitschrift GENDER
Karrieren und Lebenswelten Dynamiken, Kämpfe, Inszenierungen
Mit dem Schwerpunktheft zu Karrieren und Lebenswelten Dynamiken, Kämpfe, Inszenierungen werden Auf- und Abstiege in Bildung, Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Kultur in den Blick genommen. Dabei geht es um den Verlauf von Karrieren, um hemmende und förderliche Aspekte sowie vielfältige Fragen, die sich in diesem Zusammenhang auftun: Inwiefern sind Karriereverläufe weiterhin gendered? Wodurch gelingen Karrieren und welche Faktoren begünstigen Karrierebrüche? Welche geschlechtsdifferenten Erfahrungen machen Frauen und Männer? Ist Macht erotisch und macht Karriere sexy? Wie wird Karriere medial inszeniert? Wie steht es um Elite, Führung, Karriere und Gender?
Wir bitten um die Einreichung eines ein- bis zweiseitigen Abstracts bis zum 08.09.2013.
CfP (PDF-Datei): CfP_Karriere
CfP Special Topic Journal GENDER
Careers and Lifeworlds Dynamics, Conflicts, Stagings
The special issue on Careers and Lifeworlds Dynamics, Conflicts, Stagings will look at upward and downward mobility in education, academia, business, politics and culture. It will address career paths, aspects that are conducive and unconducive to careers, as well as diverse questions that arise in this context: To what extent are career paths still gendered? What are the keys to a successful career and what factors contribute to someone dropping out? What are the gender-differentiated experiences of women and men? Is power erotic and does having a career make you sexy? How is the issue staged by the media? And what about elites, leadership, careers and gender?
Please submit your one- to two-page abstract by 8 September 2013.
CfP (pdf-file): CfP_Careers_en
GENDER. Zeitschrift für Geschlecht, Kultur und Gesellschaft
Netzwerk Frauen- und Geschlechterforschung NRW
Dr. Beate Kortendiek
Universität Duisburg-Essen
Berliner Platz 6-8
45127 Essen
beate.kortendiek@netzwerk-fgf.nrw.de
redaktion@gender-zeitschrift.de
www.gender-zeitschrift.de
www.netzwerk-fgf.nrw.de
2nd CFP: Traveling Whiteness: Interchanges in the Study of Whiteness
October 18-19, 2013
University of Turku, Finland
Keynote Speakers
Dr. Mike Hill (University at Albany-SUNY)
Dr. Philomena Essed (Antioch University)
The study of Whiteness emerged in the United States as a field of inquiry into the historical, social, and cultural aspects of Whiteness as a source of identity formation and socio-historical power relations. During the past three decades, the notion of Whiteness has been studied from a number of inter/disciplinary, theoretical, and geographic perspectives. As the study of Whiteness has traveled across geographic locations and scholarly contexts, it has become a subject of heated debates regarding its epistemological conceptualization, theoretical delineation, and methodological applicability.
“Traveling Whiteness” calls attention to the various geographic, socio-historical, and cultural contexts within which the study of Whiteness emerges. In particular, we are seeking to explore the following questions: Where does the study of Whiteness appear? How does the notion of Whiteness transform in its multiple locations? How does it shape our understanding of race/racism? What epistemological, theoretical, and methodological challenges does traveling bring with it? How does Whiteness transform within specific inter/national, socio-historical, and political contexts? What possibilities and prospects does traveling entail?
Possible topics for paper presentations, complete panels, and thematic workshops may include:
• Social Constructions of Whiteness
• Identity Formation and Whiteness
• Race, (Anti-)Racism, and Whiteness
• Ideologies and Discourses of Whiteness
• Class, Social Inequalities and Whiteness
• Gender, Sexuality, and Whiteness
• Spaces/Places of Whiteness
• Representational Whiteness
• Legislation and Whiteness
• Sporting Whiteness
Please email abstracts of 250 words for either 20-minute paper presentations or complete panels or thematic workshops, together with a max. 150-word bio, including name, institutional affiliation and position, phone number and postal and email addresses, to travelingwhiteness@gmail.com.
Abstract Deadline: June 15, 2013. Participants will receive notifications of acceptance by July 15, 2013.
For further information, please visit the conference website at: www.utu.fi/traveling-whiteness/
For general inquiries, please contact the Conference Coordinator Aleksi Huhta, email: aleksi.huhta@utu.fi.
The Organizing Committee at the University of Turku:
Dr. Benita Heiskanen (Turku Institute for Advanced Studies and Cultural History)
Ph.D. Candidate Aleksi Huhta (General History)
Dr. Suvi Keskinen (Sociology)
Dr. Lotta Kähkönen (Gender Studies)
Dr. Johanna Leinonen (Turku Institute for Advanced Studies and General History).
Wir laden ein zum ersten Vortrag der Reihe
*Family Affairs. Transformationen von Familie und Gender in der Gegenwart*
Veranstaltungsreihe in Kooperation zwischen dem Interdisziplinären Zentrum Geschlechterforschung der Freien Universität Berlin, dem Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien der Humboldt-Universität zu Berlin und dem Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung der Technischen Universität Berlin*
Teil I:
*Queering the Family*
Montag, 13. Mai 2013, 18 – 20 Uhr
Ort: Technische Universität Berlin, ZIFG,
Marchstraße 23, 10587 Berlin
Raum: MAR 2013
Im Anschluss laden wir zu einem kleinen Umtrunk mit Wein und Brezel
Flyer zur Veranstaltung (PDF-Dateien):
Family_Affairs_Flyer_final-1
Family_Affairs_A4_final-1
Sabine Hark
–
Achtung: Ab 11.12.2012 in neuen Räumen:
TU Berlin
Zentrum Interdisziplinäre
Frauen- und Geschlechterforschung (ZIFG)
Prof. Dr. Sabine Hark
Sek MAR 2-4
Marchstraße 23
10587 Berlin
Email: sabine.hark@tu-berlin.de
Homepage: www.zifg.tu-berlin.de
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1. Sprecherin der
Fachgesellschaft Geschlechterstudien
Gender e. V.
Homepage: www.fg-gender.de
1. Sprecherin der
Arbeitsgemeinschaft der Berliner
Frauen- und Geschlechterforschungseinrichtungen (afg)
Homepage: www.afg-berliner-hochschulen.de/
Forschungsverbund (DFG, SNF, FWF)
Entrepreneurial University und Genderchange:
Arbeit, Organisation, Wissen
www. genderchange-academia. eu
Forschungsverbung (BMBF, ESF)
genderDynamiken. Fachkulturen und
Forschungsorganisationen in der Physik
www.genderdynamiken.de
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»BürgerIn sein oder gerade geworden sein bedeutet, nicht bloß ein Recht auf Anerkennung, sondern auch das Recht zur Mitsprache in Bezug auf die Bedingungen dieser Anerkennung zu haben.« (Tariq Modood)
Liebe Kolleginnen,
die „Feministischen Studien“ sind 30 geworden! Dies wollen wir im Clubhaus der FU am 14. Juni 2013 feiern! Im Namen der Redaktion und mit besten Grüßen auch von Sabine Hark und Claudia Gather lade ich Euch/Sie herzlich dazu ein! Weitere Informationen und Anmeldemodalitäten auf der beigefügten Einladungskarte!
Mit feministischen Grüßen
Anne Fleig
Prof. Dr. Anne Fleig
FU Berlin
Institut für deutsche und niederländische Philologie
Habelschwerdter Allee 45
14195 Berlin
anne.fleig@fu-berlin.de
Oliver Böni / Japhet Johnstone / Esteban Sanchino Martinez
24.07.2013-26.07.2013, Münster, Festsaal, Schlossplatz 5, WWU, Münster
Der sexualpathologische Diskurs eroberte die Kultur der Moderne fast ebenso schnell wie er sich als wissenschaftliche Disziplin zu etablieren begann. Von Anfang an – darauf verweisen namhafte Sexualpathologen in ihren Standardwerken immer wieder – gehen Wissenschaft und Kultur dabei ein enges Bündnis ein. Da es zunächst an empirischem und statistischem Material mangelt, sehen sich die Wissenschaftler genötigt, ihre Systematisierungen sexueller Devianzen auf der Basis von literarischen Fallgeschichten zu konstruieren.
Die für den sexualpathologischen Diskurs typische Verbindung von ‘sex and crime’ trieb die wissenschaftliche wie auch populäre Rezeption von Texten Richard Krafft-Ebings, Magnus Hirschfeld oder Erich Wulffen maßgeblich voran. Sexuelle Devianz hat sich zu einem prominenten Ableger des sozial Anderen entwickelt, da sie per definitionem das Andere von dem repräsentiert, was gesellschaftlich akzeptiert, legitimiert und institutionalisiert ist. Devianz ist Abweichung von einem kulturell konstruierten ‘Normalen’ und wird als Bruch mit der sozialen Ordnung und damit als Verbrechen wahrgenommen. Die Virulenz von sexueller Devianz belegen exemplarisch etwa die Debatten über den § 175 des deutschen StGB, der den gleichgeschlechtlichen Verkehr verbot. Der Paragraph rückt gesellschaftlich und kulturell bereits sanktioniertes Sexualverhalten in den Bereich der Rechtsprechung und Strafverfolgung. Die neue Wahrnehmung sexueller Devianz (wissenschaftlich und juridisch) betrifft auch Reflexionen über Geschlechterrollen – und das heißt vor allem über ‘das Weibliche’ -, die nunmehr ausgehend von sexualpathologischem Wissen erfolgen.
Die Tagung Crimes of Passion widmet sich aus einer historischen und kulturwissenschaftlichen Perspektive ganz der Trias Sexualität – Kriminologie – Literatur im frühen 20. Jahrhundert und versucht sich an einer fundierten Zusammenschau.
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24. Juli (Mittwoch)
14:00 Registrierung / Registration
15:00 Begrüßung / Welcome & Keynote
Keynote: Dr. Anna Katharina Schaffner (Canterbury): “Sexology and
Literature: On the Uses and Abuses of Fiction”
17: 00 Panel I: “Eine Art Einleitung”
Stephan Karschay (Passau): “An Epidemic of Perversions: Normativity and
Deviance in Richard von Krafft-Ebing’s Psychopathia Sexualis”
Noëmi Willemen (Louvain): “The social and scientific construction of a
concept: an argumentative analysis of paedophilia”
Linda Leskau (Bochum): “Sadismus/Masochismus. Eine Analyse von Alfred
Döblins Der schwarze Vorhang”
Dr. Kirsten Leng (Chicago): “Permutations of the Third Sex: Feminism,
Sexology, and Abnormal Subjectivities at the turn of the 20th Century”
19:00 Abendessen / Dinner
25. Juli (Donnerstag)
10:00 Panel II: Policies of Perversion
Dr. Norman Domeier (Stuttgart/Cambridge): “Dialektik von Repression und
Liberalisierung: Die Politisierung der Homosexualität vor dem Ersten
Weltkrieg”
Maurice Cottier (Bern): “Erzählen vor Gericht. Narrative und Praxis der
Sexualverbrechen in Bern 1861-1944″
Janet Weston (London): “‘Prison will not cure a sexual perversion’:
medical treatment for sexual offences in interwar Britain”
Haimo Stiemer (Münster): “‘Dieser Trieb hatte etwas vom ewigen Juden’:
Sexualpathologien in der Prager deutschen Literatur”
12:00 Mittagspause / Lunch break
14:00 Panel III: Kippfiguren
Japhet Johnstone (Münster): “Inverted Worlds, Perverted Desires,
Criminal Identities”
Dr. Arne Höcker (New York): “Das Drama des Falls: Wedekinds Lulu”
Sara Jackson (Ann Arbor): “The Sex and Character of Elektra:
Hofmannsthal, Weininger and Eysoldt”
Esteban Sanchino Martinez (Münster): “Georges Batailles Ökonomie der
Verschwendung als Umkehrung sexualpathologischer Konventionen”
16:15 Panel IV: Crime Scenes
Dr. Irina Gradinari (Trier): “Sexualmord und Fotografie: Zur Entstehung
des Tatorts als Wissensraum”
Dr. Ole Fischer (Salt Lake City): “‘All art is erotic’- Adolf Loos,
Henry van de Velde, Ornament and Crime”
Christina Templin (Göttingen): “Die Lust zu stehlen. Kleptomane Akte um
1900″
Prof. Dr. Robert Tobin (Worcester): “Die Darstellung der Sodomie in den
Kolonien: Recht, Medizin und das Selbst”
18:30 Keynote
Prof. Dr. Scott Spector (Ann Arbor): “Passionate Crimes, Bodies of
Knowledge: Lustmörder and Sensual Women at the Fin de Siècle”
19:30 Empfang /Reception
26. Juli (Freitag)
09:00 Panel V: Transgressive Textuality
Dr. Christiane Hansen (Freiburg): “Analysen transgressiver Sexualität in
Klabunds Mythen”
Oliver Böni (Münster): “‘Mord als eine schöne Kunst betrachtet’. Der
Lustmörder als poetologische Figur”
Ina Linge (Cambridge): “Hospitable Reading – An Approach to Narrative
Accounts of Bodily and Sexual Deviance”
Teresa Hiergeist (Erlangen): “Der perverse Leser. Zum
Partizpationspotenzial von ‘À la recherche du temps perdu’”
11:15 Schlussdiskussion / Concluding discussion
12:30 Gemeinsamer Ausflug in Münster / Group outing in Münster
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Oliver Böni
Japhet Johnstone
Esteban Sanchino Martinez
crimesofpassionconference@gmail.com
URL zur Zitation dieses Beitrages
< [hsozkult.geschichte.hu-berlin.de]
E I N L A D U N G
StreitWert – Politik im Dialog
30 Stunden Erwerbsarbeit sind genug!?
Datum: Dienstag, 28. Mai 2013, 19.00 Uhr
Ort: Heinrich Böll Stiftung, Schumannstraße 8, 10117 Berlin
Mit:
Prof. em. Mohssen Massarrat, Initiator Aufruf zur Arbeitszeitverkürzung
Astrid Rothe-Beinlich, Bundesvorstand Bündnis 90/Die Grünen
Dr. Christian Ramthun, WirtschaftsWoche
Bernadette La Hengst, Musikerin, Regisseurin, Publikumschor-Leitung
Ottheinrich von Weitershausen, Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände
Moderation: Ulrike Baureithel (Wochenzeitung der Freitag)
Im Februar dieses Jahres forderte eine Initiative die Reduzierung der Arbeitszeit auf 30 Stunden pro Woche bei vollem Lohnausgleich. Die sei der einzige Weg zu Vollbeschäftigung und nicht zuletzt Grundlage für Vereinbarkeit und Gleichstellung. Aus der Wirtschaft schallte es zurück: Weltfremd!
Wohin führt die Forderung nach Arbeitszeitverkürzung: Zurück in die 80er oder in eine geschlechtergerechte Zukunft? Wie lassen sich wirtschafts- und gleichstellungspolitische Ziele verbinden: Mit kleiner Vollzeit für alle oder doch nur mehr Flexibilität für Eltern? Lässt sich die Arbeitsgesellschaft grundlegend verändern? Wollen Beschäftigte nicht sogar mehr arbeiten – oder für wen stimmt die Song-Zeile: „Wir brauchen keine Arbeit, wir haben immer was zu tun!“ (La Hengst)
Was ist der StreitWert?
Die Veranstaltung wird per Livestream übertragen unter
www.Gunda-Werner-Institut.de
Fachkontakt: Susanne Diehr, Email diehr@boell.de
Besuchen Sie uns auch unter [facebook.com]
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, der Eintritt ist frei.
StreitWert findet dreimal im Jahr statt. Aktuelle politische Debatten werden leichtgängig aufgegriffen und mit einer geschlechterpolitischen Perspektive quer gebürstet.
In Medienpartnerschaft mit der Wochenzeitung „Freitag“
Hinweis:
Im Rahmen dieser Veranstaltung können Foto-/Ton-und Filmaufnahmen von TV-Sendern sowie für (nicht)-öffentliche Zwecke gemacht werden.
In Wolgograd starb ein Russe nach einer homophoben Attacke (Triggerwarnung).
Nach einem tödlichen Angriff auf einen homosexuellen Mann in Russland am Sonntag haben die Behörden zwei Verdächtige festgenommen. Die Nachrichtenagentur RIA Novosti meldete unter Berufung auf die Behörden in der südlichen Stadt Wolgograd am Montag, dass einer der Verdächtigen eingeräumt habe, das 23-jährige Opfer schikaniert zu haben.
Leider nein: Die neueste Kampagne des Limo-Herstellers ist alles andere als "erfrischend anders"
Mit tiefer Bestürzung haben wir die Nachricht vernommen, dass unser Autor und guter Freund Tim Stüttgen gestern verstorben ist. Wir stehen unter Schock ob dieses schrecklichen Verlustes und können nicht mit Worten beschreiben, wie sehr wir Tim vermissen. Tim war nicht nur ein unglaublich produktiver Autor und Denker, der auch in unserer aktuellen Ausgabe geschrieben hat, sondern vor allem ein enger Freund des Hauses. Wir werden an dieser Stelle Tims Leben und Werk ausführlich würdigen, aber zu diesem Zeitpunkt bleibt uns vorerst nur die Trauer und das Unvermögen, das Entsetzliche zu begreifen.
Der Anfangspost zu Bloggerinnen-Arbeitsgewohnheiten von Isabella Donnerhall zieht grad durch`s Internet: “This is how i work” heißt die Generalanfrage, und es haben sich schon einige zu ihrer ganz persönlichen Art- und Weise der Bloggens geäußert. Zum Beispiel Anke Gröner, oder auch das nuf.
Die Idee ist so charmant und auch aufschlussreich (und außerdem: generisches Feminimum FTW, ja!), dass auch wir nochmal zum mitmachen aufrufen: Einfach den Fragenkatalog bei Frau Donnerhall checken, beantworten und dann auf Eurem Blog veröffentlichen.
Und dann natürlich wieder auf Isabella verlinken, weil sie für den ständigen Überblick sorgt.
Liebe AbonnentInnen,
Wir haben bereits alles Nötige in die Wege geleitet und hoffen, dass die neue Ausgabe ganz bald bei allen im Briefkasten landet.
Sorry und hoffentlich nur noch ein ganz kleines bisschen Geduld.
Eure Missy Redaktion
PS. Bis dahin, lest doch schon mal die drei Heft-Texte auf dem Blog. Hier und hier und hier.
„Nein, der passt auch nicht“, schmollte Cinderella und warf den Schuh genervt auf den Stapel, der sich in der letzten halben Stunde gebildet hatte. Bisher wollte keiner der unzähligen Schuhe richtig an ihre Füße passen, weder die Pumps noch die Sandaletten, mittlerweile war sie bei den Ballerinas angelangt. Sie seufzte und warf einen Blick auf die Einkaufstüte, in der das Eis sicher längst geschmolzen war – immerhin waren die Linsen noch gut, sonst würde sie von ihrer Stiefmutter mal etwas zu hören kriegen. „Wer macht bloß eine Linsendiät?“, murmelte Cinderella, da sie immer kiloweise von den braunen Hülsenfrüchten nach Hause tragen musste.
„Was meintest du?“, murrte ihre Stiefschwester Casey, die eben mit dem letzten Paar Schuhe in Cinderellas Größe hinzugetreten war. Charlene, ihr Zwilling, folgte ihr wie immer auf dem Fuss und blickte ebenso gelangweilt in die Weltgeschichte.
„Ach nichts“, antwortete Cinderella und nahm die Pumps von ihrer Stiefschwester entgegen. Während sie die Schuhe anprobierte und ihren Verdacht bestätigt sah, dass auch diese nicht passten, lamentierte Charlene: „Ich sehe einfach nicht ein, wieso wir mit dir Schuhe für den Abschlussball kaufen müssen, Cindy. Und das nur weil Paps nicht will, dass du total peinlich ausschaust.“
Casey wandte sich ihrer Schwester zu und erklärte: „Ach weißt du, selbst bringt sie das halt nicht fertig, es ist ja nicht so, als hätte sie eine Ahnung, wie sich ein Mädchen anzieht.“ Mit einem bedeutungsvollen Blick auf Cinderellas alte Stiefel, ihren karierten Rock und die große Brille fügte sie hinzu: „Sie ist ein totaler Nerd.“
Obwohl sie jedes Wort gehört hatte, ignorierte Cinderella die Sticheleien ihrer Stiefschwestern so gut sie konnte und kämpfte weiter mit den auf Hochglanz polierten Lackschühchen, welche sie sich eher an den Füssen einer Dame am Strassenrand vorstellen konnte als an ihren eigenen. Jedoch schien Casey noch nicht fertig zu sein, denn sie fuhr unbeirrt fort: „Ich mache mit dir eine Wette: Wenn Cindy morgen Abend am Ball nicht alleine nach Hause geht, werde ich freiwillig einen Monat lang die Linsen für Mom einkaufen. Wer im Garten ein Bäumchen für die tote Mutter pflanzt, jeden Tag darunter sitzt und in einem Buch liest, ist doch nicht attraktiv.“
„Da halte ich nichts dagegen, die kriegt sowieso nie einen Mann ab“, antwortete Charlene grinsend. „Vielleicht ist sie ja eine Lesbe?“
Wütend warf Cinderella die Schuhe auf den Stapel und fuhr ihre Stiefschwester an: „Na und, haste ein Problem damit? Immerhin bringe ich gute Noten nach Hause, ihr nur den neusten Klatsch!“ Genervt stand sie auf, zog ihre alten Stiefel an und murmelte im Davonschreiten: „Blöde Zicken.“
Etwas trotzig und unsicher stand Cinderella in dem grossen Mehrzwecksaal, der für den Abschlussball aufwändig dekoriert worden war. Sie hatte am Ende doch ihre alten Stiefel angezogen – einerseits, weil sie keine anderen Schuhe gefunden hatte und andererseits, weil sie die Geduld mit ihren lästernden Stiefschwestern, die überall auf der High School Gerüchte über sie verbreiteten, verloren hatte. Sie hatte sich nicht einmal ein Ballkleid angezogen, sondern war gleich in ihren normalen Klamotten aufgetaucht. Jetzt stand sie abseits und beobachtete die tanzenden und flirtenden Teenager, die in ihrer unbeholfenen pubertären Art so zu tun versuchten, als ob sie das Leben wirklich verstanden: Die Mädchen trugen möglichst kurze Kleider und die Jungs rochen derart stark nach Deodorant, dass Cinderella dachte, sie müsste sich jeden Moment übergeben. „Das ist kein Abschlussball, sondern eine einzige riesige Performance“, murmelte sie so, dass sie bei der lauten Musik niemand hören konnte. Nein, sie hatte kein Date gefunden, doch von nun an konnte es ihr egal sein was die anderen von ihr dachten, denn sie würde nie mehr auf diese Schule gehen müssen. Ihr Blick fiel auf ihre beiden Stiefschwestern, die mit ihren Dates, beides mittelmässige Jungs aus kleinbürgerlichen Familien, tanzten und sie wollte eben einen sarkastischen Kommentar vor sich hin flüstern, als ihr jemand auf die Schulter tippte. Cinderella schrak zusammen und fuhr herum. Im von den flackernden Disco-Lichtern erhellten Halbdunkel konnte sie die letzte Person erkennen, von der sie erwartet hätte, angesprochen zu werden. Ashley war die Königin der Cheerleader, ein grosses, blondes, schlankes Mädchen, das bei allen beliebt zu sein schien und den Ruf hatte, auf jede Party eingeladen zu werden – der Traum jedes Jungen an dieser Schule. „Was?“, fragte Cinderella verwirrt, um über die laute Musik gehört zu werden. Obwohl sie nie besonders viel mit Ashley zu tun gehabt hatte, machte sie sich bereits auf einen verbalen Tiefschlag gefasst. Sie hatte in den letzten Jahren gelernt, dass es selten gut für sie ausging, wenn zwei Welten kollidierten.
„Mir gefallen deine Schuhe“, rief Ashley und nickte in die Richtung ihrer Füsse.
„Komm schon, mach deinen Witz und lass mich in Ruhe“, murrte Cinderella lustlos.
„Nein, wirklich“, gab Ashley zurück und fügte nach einer kurzen Pause hinzu: „Du scheinst die einzige vernünftige Person hier im Raum zu sein. Und du bleibst dir selbst treu.“
Cinderella wusste nicht genau, was sie antworten sollte, doch Ashley fuhr auf ihren fragenden Blick hin fort: „Glaubst du, dass du die einzige bist, die nicht als gelangweilte Hausfrau in einer der todlangweiligen Vorstädte enden will? Auf dieser Schule hatte ich keine echten Freunde, bloss Neider.“
„Okay“, antwortete Cinderella gedehnt und etwas unsicher, bevor sie sich erkundigte: „Aber was willst du von mir?“
„Ich habe gehört, dass du auch am MIT studieren wirst und ich möchte wenn ich aufs College gehe endlich echte Freunde haben. Ich kenne dich zwar nicht gut, aber bisher hast du am sympathischsten gewirkt. Möchtest du mit mir befreundet sein?“
Ungläubig blickte Cinderella auf und erwiderte zögernd: „Klar, wieso nicht?“
„Cool“, rief Ashley aus und fragte dann: „Wollen wir von hier verschwinden? Die Leute sind langweilig.“
Für einen Augenblick stellte sich Cinderella die Eifersucht ihrer Stiefschwestern und der anderen lästernden Zicken an dieser Schule vor, dass sie nun mit dem populärsten Mädchen befreundet war und dies bloss wegen ihrer verspotteten Schuhe! Doch dann überlegte sie es sich anders – es spielte keine Rolle, dass Ashley Status hatte, sondern bloss, dass sie eine neue interessante Freundin gefunden hatte. Manchmal waren Schuhe einfach nur Schuhe.
Wer hat Angst vor der großen, bösen Prinzessin? Von Königinnen über Gänsemägde bis hin zu Hexenjagden wird sich unsere Gruppe mit den Fabeln unserer VorfahrInnen befassen, die die heutige Popkultur genauso prägen wie sie uns Geschlechterbilder vermitteln und immer wieder einschreiben.
Dass die Medien Märchenstoffe immer von neuem aufgreifen, umschreiben, neu deuten oder wieder verwenden, beweist, wie aktuell Debatten um die darin vermittelten Bilder sind. Wir analysieren, deuten und hinterfragen Märchen im Kontext der aktuellen Geschlechterdiskussion. Wir schreiben um, fragen nach, denken weiter. Wir tauchen ein in Fantasy-Welten und versuchen so, unser Verständnis von Realität und Fiktion zu hinterfragen und in neuen Blickwinkeln zu erkennen. Und wenn wir nicht gestorben sind, dann publizieren wir bald Texte.
Eure Märchentanten
Rumpelstilzchen (Sophie), Großmutter aka der böse Wolf (Sarah), Rübezahl (Martina), Grinsekatze (Tony
Ein weiterer Nickname fehlt noch
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Wir stellen hier einige der Autorinnen vor: Gestatten, Sarah
Sarah, welche hier als „Rotkäppchen aka der Wolf“ ihre Texte verfasst, lebt in Zürich, studiert Kunstgeschichte und Gender Studies, arbeitet als Webdesignerin und publiziert als freie Autorin Kurzgeschichten auf dem Blog „Clue Writing“.
Angeführt von Präsidententochter - Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Paaren gefordert
Die berühmteste Puppe der Welt zieht dort in ein riesengroßes Haus, das ihr eine Wiener Agentur errichtet hat
Fast zwei Jahre nach dem offiziellen Ende des Projekts ‚Mit Vätern rechnen‘ äußern sich der Personalleiter der Bielefelder Stadtwerke Volker Wilde und der Leiter der Rechtsabteilung, Martin Uekmann im Interview mit dem Deutschlandradio zu den Wirkungen des Projekts.
„Die Väter haben sich zum Beispiel gewünscht, mit ihren Kindern einfach auch mal einen Nachmittag zu Hause zu erleben. Dass man mit seinem Vorgesetzten klarmachen kann, ich gehe am Mittwochnachmittag schon um zwei und nicht erst um sechs, weil da ich da einen Familientermin habe. Und das der sagt: „toll”, und nicht sagt: „Wie? Das gibt’s doch gar nicht.”"
In erster Linie geht es um Anerkennung und Wertschätzung für Väter und einen Kultuwandel im Unternehmen. Deshalb bieten die Bielefelder Stadtwerke zwei Mal im Jahr Tages-Workshops für Führungskräfte an, um sie für das Thema zu sensibilisieren. Denn die Führungskräfte sind es, die genau auf diese flexible Arbeitsweise eingehen und sie an die Mitarbeiter weitergeben müssen. Und dabei steht der eigene Nutzen für das Unternehmen ganz klar mit im Vordergrund.
“Das Projekt ist nicht nur Sozial-Klimbim, weil für uns dabei herausspringt, dass Mitarbeiter sich über die Maßen engagieren. Wir kriegen ganz viel zurück dabei. Denn der Vater, der auch mal einen Nachmittag freigestellt wird, ist gerne auch mal bereit einen Abend länger zu bleiben, wenn er betrieblich benötigt wird.”
Martin Uekmann ist selbst Vater von zwei kleinen Kindern, er leitet die Rechtsabteilung bei den Stadtwerken. Aus dem Väterprojekt zieht er klare Vorteile.
“Durch ein Vatersein ändert sich das Leben komplett. Es ist eine wichtige Hilfestellung, die wir hier bekommen; wenn es um Kinderbetreuung, Kindergartenplätze etc. geht. Oder es wird niemandem angekreidet, dass er eben nicht immer bis 19 Uhr hier ist, sondern eine Flexibilität den Mitarbeitern zu ermöglichen.
Auch Väter können in Elternzeit gehen und sie tun es. Von diesem neuen Verständnis profitiert für Martin Uekmann die ganze Familie.
Sie hätten sich durch die sexuelle Orientierung des Bekannten in ihren patriotischen Gefühlen gestört gefühlt, gab einer der Täter gegenüber der Polizei an. Die beiden schlugen und traten auf ihn ein, vergewaltigten ihn mit einer Bierflasche und fügten ihm zahlreiche Verletzungen mit einem Messer zu. Dann ließen sie den Bewusstlosen liegen und legten einen Karton darüber, den sie anzündeten. Nachdem sie bereits vom Tatort geflüchtet waren, kehrten sie noch einmal zurück und schlugen dem Opfer mit einem schweren Stein den Schädel ein.
Eine Sprecherin der Ermittlungsbehörden gab an, dass das Motiv der Tat offenbar Hass auf Schwule sei. Die Täter seien auch früher schon durch homophob motivierte Tätlichkeiten aufgefallen. Sie werden den Mordes angeklagt.
Links: [www.queer.de]
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/23-jaehriger-offenbar-aus-schwulenhass-zu-tode-gefoltert-a-899363.html
http://www.rferl.org/content/article/24983812.html
http://inewp.com/?p=15223
http://www.themoscowtimes.com/news/article/homophobic-killing-sparks-outrage/479794.html
[www.gaystarnews.com]
[de.wikipedia.org]
Die kürzlich verstorbene Frauenrechtlerin Hannelore Mabry schied als Mitgründerin der Neuen Frauenbewegung in Deutschland die feministischen Geister. Eine Würdigung
Der Kinderwunsch von Arbeitnehmern ist auch heute oft noch ein Tabuthema in einem Unternehmen sein. Das gilt insbesondere für Führungskräfte. Fälklt es Unternehmen schon schwer Väter und Mütter in Elternzeit noch ins Unternehmensgeschehen einzubeziehen, denken noch weniger Arbeitgeber daran, Väter in Elternzeit zu strategischen Meetings einzuladen. Damit könnten sie aber signalisieren, „wir hätten dich gerne dabei, weil dein Weitblick und deine Erfahrung auch in Zukunft für uns wichtig sein wird“.
Einer der Gründe dafür sei, dass viele Arbeitgeber Familienzuwachs vielmehr als Bedrohung denn als Bereicherung für das Unternehmen sehen. „Es herrscht die Meinung vor, dass die Führungskraft dann weniger Zeit für das Unternehmen hat, weniger Überstunden macht und weniger leistungsfähig ist“, glaubt Unternehmensberater Spieß von Ideas Consulting.
Dabei werde übersehen, dass weibliche wie männliche Führungskräfte mit der neuen Rolle als Elternteil viel bereicherter in ihrem Leben seien. Arbeitgeber sollten wahrnehmen, dass diese Beschäftigten vielleicht eine größere Kreativität an den Tag legen, vielleicht einen größeren Weitblick entwickeln und gewisse Dinge, die sie sonst sehr verbohrt und steif gesehen haben, problemlos lösen können.
Es ist für die Karriere ein Pluspunkt, Familie zu haben. Kinder bereichern das Leben von Arbeitnehmern und haben damit auch unmittelbaren Einfluss auf den Erfolg jedes Unternehmens. Der Idealfall sei es, wenn beide Seiten keine Scheu mehr beim Thema Kinder kriegen zeigen. Mitarbeiter sollen offen aussprechen dürfen: Ich werde Mutter oder ich werde Vater. „Sagen Sie dem Arbeitgeber ganz klar, ich möchte, dass meine Ehe glücklich ist. Ich kann in den nächsten zwei Jahren nicht zwanzig Überstunden pro Woche machen. Wie können wir das lösen?“.
Der Experte rät aber auch, sich genau zu informieren, wen man vor sich hat. „Manche Arbeitgeber sind einfach noch nicht bereit dafür. Die nächste Generation aber wird es sein.“
Kostenbeteiligung an Produktionstätten macht Arbeitsplätze sicherer - Regierung kündigt höheren Mindestlohn an
Die Texte aus der vierten Ausgabe des Grrlzines „Wolverette“ gibt’s nun stückchenweise auch online, angefangen mit einem Text, der schön die Reaktionen beschreibt, die frau (auch heute noch!) bekommt, wenn sie sich allein in der Öffentlichkeit bewegt:
I bet all women have sooner or later heard the classic scentence „What is a pretty lady like you doing here, all on her own?“ or at least the one or other version of this stupidity.
It seems to be absolutely NUTS to identify as female and be alone in a public space – not being ditched, not waiting for someone.
Inzwischen hat nun wirklich jede_r von dem „Barbie Dreamhouse“ in Berlin mitgekriegt. Und von dem Protest dagegen. Und natürlich von den erwartungsgemäß auftretenden Nörglern, die den Prostest überzogen finden.
Aber wieso eigentlich? Es kommt daher als ein Protest der Erwachsenen, die sich über Grundsatzfragen wie Lookismus, Geschlechterrollen und kapitalistisches Marketing streiten.

in Berlin wird Barbie so wohl nicht auftreten
Dabei wird immer mehr übersehen, daß das „Barbie Dreamhouse“ ja eigentlich auf die Kinder, insbesondere die weiblichen*, abzielt. Wegen denen steht das Ding da.
Es geht dabei also nicht um eine theoretische Grundsatzdebatte, sondern um die ganz deutliche und praktisch orientierte Frage: ist diese rosa Monstrosität mit allem, was sie repräsentiert, wirklich das, was man seinem Kind mitgeben will?
Silke Burmester bringt es auf den Punkt:
Sie haben das Haus gar nicht für Erwachsene errichtet, sondern für Mädchen. Die sollen dort träumen lernen von einem Leben zwischen Kosmetik, Ken und Cupcake-Küche. Gerade so, wie Barbie es lebt. Um in Barbie, ähnlich wie in Heidi Klum, ein Vorbild zu finden, das die jungen Dinger in ein Leben einführt, in dem sich alles einzig und allein um die Frage dreht: „Sehe ich gut aus?“ und in der der Körper zur Währung wird.
Und mal ehrlich: wollen wir wirklich, daß sich die nachfolgenden Generationen in so einer Welt wiederfinden? Ist es das, was wir ihnen zu bieten haben? Das haben sie nun wahrlich nicht verdient!
Wenn die NPD immer mehr BDM-artige Ferienlager organisiert, wird auch protestiert. Zu Recht. Weil man es nicht gut findet, wenn Kinder mit Werten indoktriniert werden, die man – gelinde gesagt – zutiefst mißbilligt. Weil man keine folgende Generation will, die sich in eine derart verkehrte Richtung entwickelt.
Und da trifft man mit seinem Protest auch auf breites Verständnis.
Aber wenn gegen das „Barbie Dreamhouse“ protestiert wird, gilt das als übertrieben. Die übliche Beschwichtigung „ist doch nur nicht ernstzunehmender Spaß“ taucht unvermeidbar auf. Und der immer noch allerorts tief verankerte Sexismus tut sein übriges (denn „ist doch auch wirklich so, daß alle Frauen/Mädchen von einem begehbaren Kleiderschrank und einer unendlichen Schuhsammlung träumen“ usw.,… Danke Mario Barth…).
Aber trotzdem (oder gerade deswegen!) sollte sich jede_r ehrlich fragen: wollen wir unsere Kinder, unsere zukünftige Generation wirklich so haben?
Das ist nicht nur so ne „linke Feminismus-Frage“: auch die Herren und Damen Maskulist_innen sollten sich doch eigetnlich fragen: will ich wirklich, daß die Träume meiner Töchter sich darauf beschränken, einen Barbie-Kleiderständer-Körper zu bekommen, Cupcakes zu backen und hunderte Schuhe zu horten?
Wäre es nicht irgendwie wertvoller für den Nachwuchs, wenn man ihm stattdessen beibringt, oberflächlichen Äußerlichkeiten im Leben nicht so viel Wert beizumessen (was ja nun wirklich konträr zur „Barbie-Dreamhouse“-Welt verläuft). Sollte man seine Kindern nicht eben gerade vermitteln, daß diese ganze Fashion/Beauty/Auftakel-Nummer nichts ist, worüber sie sich identifizieren müssen? Wer will denn eigentlich schon, daß sich sein Kind zu einem schuhbesessenen, hohlen Fashion Victim entwickelt, dessen ultimativer Lebenstraum ist, sich von Heidi Klum in Fernsehen schikanieren zu lassen?
Es sollte doch egentlich für jede_n selbstverständlich sein, warum so viele Menschen gegen dieses „Barbie Dreamhouse“ Strum laufen- hier werden unseren Kindern Werte vermittelt, die einfach nicht okay gehen. Denen Kinder nicht ausgesetzt sein sollten. Auf den ganzen Rattenschwanz hinweisen, der an dem vermeintlich harmlosen Barbie-Spaß dranhängt.
Silke Burmester richtet klare Worte an Christoph Rahofer, den Erbauer der pinken Monstrosität:
Das „Barbie Dreamhouse“ vermittle ein unrealistisches und verkitschtes Rollenbild sagen seine Kritiker, die ihr Kommen zur Eröffnung am 16. Mai in Berlin angekündigt haben. Spaßbremsen und Spielverderber, ganz klar. Aber ich frage Sie, Herr Rahofer, wie viele Männer, die eben nicht ein richtiger Mann sind wie Sie, ließen sich nicht doch von solchen Worten einschüchtern? Sie aber, Herr Rahofer, lassen sich von Ihrem Barbie-Traum nicht abbringen. Sie bauen Ihr Haus! Und zwar so, dass Sie es auch noch in anderen Städten aufstellen können. Sie, Vater von zwei Töchtern, halten die Kritik für „total unnötig“.
Dass sich in Deutschland laut einer Studie der Universität Bielefeld im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation WHO (2012) jedes zweite 15-jährige Mädchen zu dick fühlt, 16 Prozent aller Elfjährigen bereits eine Diät hinter sich haben und jede Vierte im Alter von 11 bis 17 Jahren das Geschenk einer Schönheits-OP annähme (Dr.-Sommer-Studie, 2009) und bereits Achtjährige wegen Magersucht in eine Klinik müssen, das liegt ja nicht in der Verantwortung einer Plastikpuppe oder in der von Heidi Klum.
Auf Anfrage des Lokalblattes "Le Dauphine" höhnte Mariton, wo denn die 8000 Teilnehmer_innen geblieben sind, die die Veranstalter_innen angekündigt hätten, nahm aber sonst nicht Stellung. Den Wunsch der Pride-Organisator_innen, den berühmten Burgturm der Stadt mit einer Regenbogenfahne zu schmücken, konnte oder wollte er nicht erfüllen. "Ich kann mir dort keine andere Fahne als die französische Nationalflagge vorstellen," sage er gegenüber Le Dauphine.
Die Kolleg_innen von yagg kündigen für "sehr bald" eine Video-Reportage von der gestrigen Pride in Crest an.
Links: [www.ledauphine.com]
[www.ledauphine.com]
http://yagg.com/2013/05/12/gros-succes-pour-la-premiere-gay-pride-a-crest-le-fief-dherve-mariton/
[www.yagg.com]
Es sind zwei weitere Rezensionen erschienen, eine zu „Interventionen gegen die deutsche „Beschneidungsdebatte“ in der Zeitschrift der Österreichischen HochschülerInnenschaft unique und eine zu „Intersexualität – Intersex: Eine Intervention“ in Querelles-net – Rezensionszeitschrift für Frauen- und Geschlechterforschung:
Hagen Blix schreibt in der unique (4/2013): „Im ersten Teil des Buches zeigen Zülfukar Çetin und Salih Alexander Wolter auf, dass das Verschmelzen von antimuslimischem Ressentiment und Antisemitismus in der Debatte kein Zufall ist. Die Grundstruktur der vorgebrachten Kritik ist von Argumentationsmustern einer protestantischen ‚Zivilisierungsmission‘ durchdrungen. […] Im zweiten Teil stellt der kritische Biologe Heinz-Jürgen Voß der ‚Wissenschaftlichkeit‘ der Beschneidungsgegner_innen eine Übersicht über medizinische Untersuchungen zur Beschneidung entgegen. Diese zeigen, dass deren Behauptungen so unhaltbar sind wie Vergleiche mit der Zwangsoperation Intersexueller oder weiblicher Genitalverstümmelung unangebracht und misogyn.“ zur vollständigen Rezension
Simone Emmert schreibt: „Die Intervention zu Intersexualität – Intersex erweist sich als ein kleines, aber feines Buch, das einen gelungenen Einstieg in die aktuelle politische Debatte gibt. Als besonders wertvoll lassen sich der Überblick und die Diskussion um die Ergebnisse der sogenannten Outcome-Studien ansehen; hieraus wird deutlich abgeleitet, dass geschlechtszuweisende chirurgische und/oder hormonelle Eingriffe intersexen Menschen eher schaden als nützen. Voß gibt damit eine der ersten wenigen publizierten kritischen Stellungnahmen aus wissenschaftlicher Aktivensicht ab. Das Buch ist flüssig und leicht verständlich geschrieben und macht Lust, sich weiter in das noch immer sehr konfliktbeladene und emotionale Thema um den Kampf auf Selbstbestimmung sowie um Respekt, Toleranz und Anerkennung von Vielfalt und Verschiedenheit einzulesen.“ Querelles-net (2/2013), zur vollständigen Rezension
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"Die Financial Times Deutschland, die Westfälische Rundschau und die dapd Nachrichtenagentur sind Geschichte, die Frankfurter Rundschau ist pleite; überall in Europa sind Zeitungshäuser akut bedroht. So wie Amazon den Einzelhandel überrollt, entzieht das Internet vielen Verlagen die Geschäftsgrundlage. Damit nicht genug: Die US-Journalismusforscherin Emily Bell prophezeite zu Beginn der Konferenz ein Massensterben in der Medienindustrie."Ein Interview mit Emily Bell gibt es hier zu lesen. Gleichzeitig traf sich in Berlin die Internet-Gemeinde zur re:publica. Die kulturellen Unterschiede sind so groß, dass Christian Jakubetz, der zwar nicht zwischen Berlin und Wien, aber doch zwischen Berlin und Leipzig hin und her shuttelte, vom "Leben in den medialen Paralleluniversen" schrieb.
Zwischen Macht und Ohnmacht des Mutterseins: Geschlechterforscherin Petra Unger plädiert für eine feministische Aneignung des Muttertags
Die Rolle der Väter – früher vor allem als Oberhaupt und Ernährer der Familie definiert – scheint für die Entwicklung der Kinder doch eine viel wichtigere zu spielen, als bisher angenommen. Nicht nur Mütter prägen ihren Nachwuchs, auch die Beziehung zum Vater wirkt sich maßgeblich aus. Welche Anforderungen an Väter gestellt werden und wie sie ihren Aufgaben gerecht werden, wollen wir rechtzeitig zum Vatertag unter anderem von Michael und seinem 21-jährigen Sohn erfahren. Auch Philipp, Mitte 30, erzählt, wie er seine Rolle als Vater des vierjährigen Jakob sieht.
Der Beitrag ist heute bei MonaLisa um 18:00 Uhr im ZDF zu sehen.
Franz Xaver Roths Krimi "Der falsche Mann" dreht sich Inhaltsbeschreibungen nach um ein Intersex-Kind, das in den 1960er Jahren in Bayern als Knabe aufwächst und Opfer von sexualiserter Gewalt durch einen Geistlichen wird. In der Gegenwart kehrt der Hermaphrodit als Frau aus Brasilien zurück und wird ermordet. Gleichzeitig verarbeitet der Roman die Legende der heiligen Kümmernis.
Auf den 8. November 2013 war anlässlich der Aichacher Büchertage eine Autorenlesung aus dem Roman im Aichacher Bürgerzentrum geplant. Wie einem >>> Offenen Brief von Franz Xaver Roth zu entnehmen ist, war das allerdings für den Aichacher Kirchenrat und den Stadtpfarrer offenbar zuviel, weshalb sie die Lesung kurzerhand untersagten:
"Nach Beendigung der Lektüre stellten wir fest, dass das Thema (Hermaphrodit und Missbrauch durch den Dorfpfarrer) hier leider nicht zu vertreten ist. Der Kirchenrat und unser Stadtpfarrer sind mit der Präsentation nicht einverstanden."
Bleibt zu hoffen, dass das Buch durch dieses Verbot vom Streisand-Effekt profitiert und erst recht bekannt wird – und ebenso das sonderbare Verhalten von Kirchenrat und Stadtpfarrer Aichach, das erst recht die Frage aufwirft, weshalb diese sich durch die fiktive Geschichte offenbar persönlich betupft fühlen (wie übrigens seinerzeit auch das Kinderspital Luzern vom letztjährigen, Aufsehen erregenden Intersex-Tatort "Skalpell").
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Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr
Leben
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Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
Die Bionade: Jetzt nicht nur in der Plastikflasche, sondern auch transphob. Und deswegen auch bei Helga in der Liste diverser Vermeidungsprodukte.
Textprodüksiyon.net sammelt auf Ihrer Facebook-Präsenz Links zum NSU-Prozess.
Nach schlecht verhohlenem Lob für den Lichtenhagen-Pogrom nun ein opferbeschuldigender NSU-Entlastungsversuch: Publikative.org nimmt sich den Kommentar des FAZ-Redakteurs Jasper von Altenbockum vor.
“Ich sehe, wie in grellem Scheinwerferlicht, zehnfach vergrößert, die täglichen Details meiner Unterdrückung, die täglichen Details des Schmerzes anderer Frauen. Ich habe keine Abwehr mehr dagegen, keine Scheuklappen, ich sitze mittendrin wie ein Muscheltier ohne Schale.” Viruletta mit einem Zitat von Anja Meulenbelt aus dem Jahre 1976.
Charlott hat “Americanah”, den neusten Roman von Chimamanda Ngozi Adichie, rezensiert.
Vatertag, Geschlechterklischees und andere Schwierigkeiten bezüglich Bollerwagen und Trinkritual: mutterseelenalleinerziehend und Me, Myself and Child erklären nochmal, warum es da eigentlich nix zu feiern gibt.
Keine Diät/Ernährungsumstellung/Bauch-Beine-Po – Geschichten mehr! Fordert Identitätskritik. Und eine passende Anti-Diät gibt es auch noch, und zwar von der Arge Dicke Weiber.
Neuer Podcast bei heiter scheitern, u. a. zur Trans*-Tagung Gießen und zum The Knife-Konzert.
Ein Interview mit Miss Temple von “Some girls are bigger than others” könnt Ihr hier lesen.
Noch bis heute findet in Würzburg der evangelikale Kongress der Akademie für Psychotherapie und Seelsorge statt. Das Bündnis „Kein Raum für Sexismus, Homophobie und religösen Fundamentalismus“ hat nun einen Blog, der diesen Kongress kritisch aufarbeitet und zum Beispiel Reader zur Verfügung stellt und Protest organisiert.
In Wien gibt es seit vorgestern eine feministische Hausbesetzung.
Für eine bessere Vernetzung der feministischen Blogosphäre listen wir jede Woche auf, was unsere Kolleg_innen über die Woche so melden und tun. Haben wir etwas vergessen oder übersehen? Kennen wir dein brilliantes Blog etwa noch gar nicht? Dann sag uns bitte Bescheid!
Ultraorthodoxe störten die Frauen beim Gebet - Das Gericht erlaubte den Frauen jedoch ihr religiöses Ritual
Der erste mit einem Mann verheiratete österreichische Politiker, wie "Österreich" das zunächste gemeldet hatte, ist er damit übrigens nicht, sondern nur der erste, der sich in Österreich verpartnert hat. Bundesrat Marco Schreuder hat seinen Mann schon 2005 in Amsterdam geheiratet.
Links: [steiermark.orf.at]
http://kurier.at/politik/inland/gerald-grosz-heiratete-seinen-lebensgefaehrten/11.985.930
[www.thinkoutsideyourbox.net] (am ausführlichsten)
[www.kleinezeitung.at]
[www.krone.at]
https://twitter.com/marcoschreuder/statuses/332822735107547136
https://twitter.com/marcoschreuder/status/332734143249145857
http://www.österreich.at/nachrichten/Erster-Politiker-heiratet-einen-Mann/103645340
http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/1400534/Gerald-Grosz-heiratet-seinen-Lebensgefaehrten
http://www.bzoe-steiermark.at/
Fünfeinhalb Jahre Haft für Beamten, der Sita Rai vergewaltigte - Anwalt und Familie des Opfers von Urteil enttäuscht
Demokratische Republik Kongo: UN-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay will Verantwortliche zur Rechenschaft ziehen
Ab Juni gibt es ein neues regelmäßiges Angebot in der rosalila Villa. Der Lila Abend am ersten Freitag jedes Monats soll ein offener Abend für Frauen, Lesben, Inter- und Trans* Personen werden und Gelegenheit zum Kontakte Knüpfen, Plaudern und gemeinsam Ausgehen bieten. Eine Anmeldung ist nicht nötig. Anfragen und Newsletter unter lila.abend(at)yahoo.com.
Lila Abend
Wann: Freitag, 7. Juni 2013, ab 20 Uhr und jeden ersten Freitag im Monat
Wo: Lila Tipp, Rosa Lila Villa, Linke Wienzeile 102, 1060 Wien
… kommentierte Facebook-User_in Yori Gagarim unter einem vor wenigen Tagen veröffentlichten Posting auf der Facebook-Seite der Bionade GmbH, mit dem die Firma ganz stolz ihren neuen Werbespot anpries. Beworben werden soll die neue Bionade Cola. Was folgt ist ein Video, in dem eine Person wahrscheinlich gerade eine Bühne verlässt, in den Backstage-Bereich geht und angeklebte Fingernägel und Wimpern, Perücke und Ohrringe abnimmt und das Make-Up vom Gesicht abwischt. Kommentiert wird dies so: ”Das Schöne an künstlichen Zusätzen: Man kann sie auch weglassen. Rein natürlich. Weniger süß. Typisch Bionade.”
Wenn es hier lediglich um ein Getränk ginge, dass ohne künstliche Zusatzstoffe verkauft werden soll, könnte es mir ja egal sein. In dem Werbespot wird aber eine ganz bestimmte, sehr problematische Geschichte erzählt. So nehmen die Verantwortlichen des Werbespots an genau zu wissen, welche Geschlechterperformances “natürlich” und welche “künstlich” seien. Im Werbespot wird “Künstlichkeit” gleichgesetzt mit der Geschlechterperformance eines als Mann gelesenen Menschen, der Ohrringe, Perücke und Make-Up trägt. Erst als er_sie diese Accessoires abnimmt, wird das Auftreten der Person als “natürlich” eingeordnet und durchweg positiv dargestellt, denn das Motto lautet ja: “Das Schöne an künstlichen Zusätzen: Man kann sie auch weglassen.”
Die Zuschauer_innen lernen also: Als Männer gelesene Menschen wirken in ihrer Geschlechtsidentität erst dann “natürlich”, wenn sie das, was von den Werbemacher_innen als Verkleidung dargestellt wird, ablegen. Das heisst, dass Menschen, die (oftmals sogar falsch!) als “Männer” gelesen werden, genau dann als “unnatürlich” und “künstlich” gelten, wenn sie Make-Up und eine Perücke tragen. Die Botschaft: “Natürliche” (oder wohl eher: unhinterfragte und hegemoniale) Männlichkeit verträgt sich halt nicht mit funkelnden Ohrringen, denn das ist ja weiblich konnotiert. Muss also Verkleidung sein. Für eine komplexe Idee von Geschlecht und Geschlechtsidentitäten jenseits von heteronormativer Zweigeschlechtlichkeit fehlt dementsprechend die Vorstellungskraft.
Fazit: Herausgekommen ist ein trans*feindlicher, heteronormativer Werbespot, der glücklicherweise bereits eine Menge kritischer Kommentare generierte, die es lohnt durchzulesen. Kritiker_innen fordern die Absetzung des Werbespots und eine selbst_kritische Auseinandersetzung mit dessen trans*feindlichen Botschaften.
Auch ihr könnt Bionade eure Meinung sagen: Auf Facebook, Twitter, via E-Mail: info@bionade.de oder im Kontaktformular.
Und für den nächsten Einkauf seid daran erinnert: Das schöne an (trans*feindlicher) Bionade – mensch kann sie auch weglassen!
Wie unterschiedlich Mann den Vatertag begehen kann, macht der Beitrag ‚Väter unter sich‘ in der gestrigen Aktuellen Stunde im WDR deutlich.
Lesbian Speed Dating, Kulturfrauenballett, Frauennachlässe, Ethno-Filmfest und neue Formen der Liebessprache zum Durchschmökern
Minnesota ist damit nach Rhode Island und Delaware der dritte US-Bundesstaat innerhalb von drei Wochen, der lesbischen und schwulen Paaren die Ehe erlaubt. Bisher können gleichgeschlechtliche Paare in Connecticut, Iowa, Maine, Maryland, Massachusets, New Hampshire, New York, Vermont, Washington und im District of Columbia heiraten. Minnesota ist nach Iowa außerdem der zweite Staat des mittleren Westen der die Ehe öffnet und der erste, der dies auf legislativem Weg tut. Noch im Vorjahr versuchten konservative Gruppen und Abgeordnete, in der Verfassung eine Einschränkung der Ehedefinition auf eine Verbindung ausschließlich von Mann und Frau zu verankern. Diese Verfassungsänderung erhielt bei der Volksabstimmung im November 2012 keine Mehrheit.
Links: http://www.latimes.com/news/nation/nationnow/la-na-nn-minnesota-marriage-20130509,0,7251540.story
http://www.nydailynews.com/news/politics/minnesota-house-approves-gay-marriage-article-1.1339717
http://www.huffingtonpost.com/2013/05/09/minnesota-house-gay-marriage_n_3247769.html
[usnews.nbcnews.com]
[minnesota.cbslocal.com]
http://www.minnesotansforequality.com/
[www.freedomtomarry.org]
Seit 2005 wird am 17. Mai der "Internationale Tag gegen Homophobie" begangen
("IDAHO = International Day Against Homophobia").
Das Datum erinnert an den 17. Mai 1990, den Tag, an dem die
Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschloss, Homosexualität aus ihrem
Diagnoseschlüssel zu streichen.
Im letzten Jahr gingen in Deutschland einige regionale Veranstalter_innen (z.B. in Jena) dazu über, zusätzlich ein T und einen * anzuhängen (IDAHOT*), um explizit sichtbar zu machen, dass auch Transphobie und phobisches Verhalten gegen weitere Gruppen bekämpft werden soll.
Dieses Jahr fällt der 17.5. in Deutschland zufällig auf den Folgetag, nachdem am 16.5. im Bundestag zum allerersten Mal über ein explizites gesetzliches Verbot von Intersex-Genitalverstümmelungen debattiert wird.
Passend dazu macht Leipzig 2013 als erster Veranstaltungsort den bemerkenswerten Schritt, auch Intersexe explizit mit einzubeziehen, und änderte deshalb das Akronym für die diesjährige Veranstaltung zu "IDAHIT*".
Gleichzeitig heisst es auf dem IDAHIT* 2013-Flyer und in der Forderungsliste explizit:
[...] Auch Intergeschlechtlichkeit, also das Aufweisen körperlicher Merkmale beider Geschlechter bzw. eine uneindeutige Geschlechtlichkeit, wird heute noch pathologisiert und von der Medizin als „Sexualdifferenzierungsstörung“ bezeichnet und meist ohne medizinische Notwendigkeit „behandelt“. [...]
Die Pathologisierung von Intergeschlechtlichkeit und damit einhergehend der Zwang zur Zweigeschlechtlichkeit hat zur Folge, dass Kinder mit uneindeutigen Genitalien in der Regel kurze Zeit nach der Geburt geschlechtsangleichenden Operationen (z.B. Kastration, Klitorisverkleinerung, Anlegen einer Neovagina) unterzogen werden, die in vielen Fällen mit Komplikationen verbunden sind und oft lebenslange Hormontherapien nach sich ziehen. Von vielen Betroffenen wird dies im Nachhinein als äußerst traumatisierend beschrieben. [...]
Was wir wollen!
[...] Pathologisierung von [...] Intersexualität sowie Operationen ohne die Einwilligung der Betroffenen an intergeschlechtlichen Menschen müssen aufhören!
Wir fordern ein gesetzliches Verbot medizinischer Eingriffe sowie den sofortigen Stopp der gängigen medizinischen Praxis an Intersexen. [...]
Dafür von diesem Blog an alle Beteiligten ein ganz herzliches Danke!
Diese explizite Unterstützung im Kampf um die Beendigung der Intersex-Genitalverstümmelung ist umso bemerkenswerter, als auch die Leipziger Universitäts-Kinderklinik immer noch entsprechende kosmetische "Genitalkorrekturen" im Angebot hat, und kürzlich ein Uni-Kinderarzt auf Radio Mephisto "Genitalkorrekturen" rechtfertigte, aber gleichzeitig der Uni-Kinderklinikdirektor in der Öffentlichkeit so tut, als wäre dies alles gar nicht der Fall.
Bezeichnender noch, kürzlich wollte die Universitätsklinik Leipzig (nicht als erste) Zwischengeschlecht.info verbieten, öffentlich darauf hinzuweisen, dass die Universitäts-Kinderklinik solche kosmetische Intersex-"Genitalkorrekturen" auch 2013 unverändert online anbietet, und dass Überlebende diese Eingriffe seit mindestens 17 Jahren explizit als "Genitalverstümmelung" erfahren und kritisieren – und droht dazu einer Überlebenden von Intersex-Genitalverstümmelungen, die für den Blog gar nicht verantwortlich ist, mit einem Prozess ...
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Offener Brief an Universitäts-Kinderklinik
Leipzig
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Beitrag Radio Mephisto
>>> Intersex-Bericht
& Interview im Kreuzer
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Zwangsoperierte Zwitter über sich selbst und ihr
Leben
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Intersex-Genitalverstümmelungen: Typische Diagnosen und Eingriffe
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UN-Sonderberichterstatter über Folter verurteilt "genitale
Zwangsoperationen"
Vor einer Woche verkündete das FBI, dass die Aktivistin Assata Shakur auf die FBI Most Wanted Terrorist Liste aufgenommen wird. Für ihre Erfassung bietet das FBI nun 1 Million Dollar und die New Jersey State Police legt noch einmal 1 Million dazu. Die Verkündung dieser Fakten fand nicht an irgendeinem zufälligen Datum statt, sondern am 2. Mai. An eben diesem Tag vor 40 Jahren wurde ein Auto, in dem Assata Shakur saß, angehalten. Es entwickelte sich eine Schießerei, in welcher zwei Personen starben und Shakur angeschossen wurde (unter anderem in den Rücken). Sie wurde schließlich für den Mord am Polizisten Werner Forester von einer vollständig weißen Jury zu lebenslanger Haft verurteilt. Zwei Jahre später gelang ihr die Flucht aus dem Gefängnis und einige Jahre nach dieser tauchte sie in Kuba auf, wo sie bis heute lebt und Asyl bewilligt bekommen hat.
Jamilah King schreibt bei Colorlines [Anmerkung: Alle zitierten Texte in diesem Blogpost sind englischsprachig. Alle Übersetzungen sind von mir]:
Shakur betont weiterhin ihre Unschuld und merkt an, dass selbst die Ermittlungen der bundesstaatlichen Polizei feststellten, dass sie keine Schießpulver-Rückstände an ihren Händen bei der Verhaftung gehabt habe. Sie bleibt weiterhin eine offene Kritikerin an Rassismus in den USA und ist ein ikonisches Symbol für viele in der racial justice community geworden. Ihr Buch “Assata: An Autobiography” ist nur ein Teil des immensen kulturellen Einfluss, den sie hatte.
King zeigt in ihrem Artikel auch die Geschichte der FBI Most Wanted Listen auf und in welchen Zusammenhängen diese mit Schwarzen Protestbewegungen stehen. Die ursprüngliche Most Wanted Liste wurde 1950 veröffentlicht. In den 1970igern fanden sich dann immer mehr und mehr Schwarze Aktivist_innen auf der Liste wieder. King schreibt:
Shakur ist die letzte auf einer langen Liste Schwarzer Revolutionäre, die für das FBI zu denen am meisten gesuchten kriminiellen Verdächtigen gehörten. Angela Davis schaffte es bekannterweise 1970 auf die Liste, H. Rap Brown kam ein Jahr später 1971 drauf; Twymon Myers von der Black Liberation Army kam 1973 auf die Liste, bevor er von der Polizei erschossen wurde; und Mutulu Shakur von der BLA wurde 1982 hinzugefügt bis er 1986 gefasst wurde. [...] “Die Black Panther Partei ist ohne Frage die größte Gefahr für die interne Sicherheit des Landes”, sagte FBI Direktor J. Edgar Hoover 1969 seine Verachtung für radikale Schwarze Aktivist_innen unterstreichend.
Shakur aber ist nicht auf der gleichen Liste zu finden, wie die bisher genannten. Sie ist die erste Frau, die Eingang fand auf die nach dem 11. September eingerichtete “Most Wanted Terrorist“-Liste. Eine Liste, auf der nach King neben Shakur nur eine andere Person steht, die in den USA geboren ist und wo auffälliger Weise keine der etwa 1000 weißen “hate groups” aufgeführt wird, welche in den gesammten USA agieren. Am letzten Freitag sprach Angela Davis zu dem spezifischen Terrorismus-Aspekt und was dieser auch mit race zu tun hat:
Und ich finde es wirklich interessant, dass das FBI entschieden hat sich besonders auf Schwarze Frauen zu konzentrieren, weil sie irgendwie befürchteten, so scheint es mir, dass die Bewegung weiterhin wachsen und sich entwickeln würde, insbesondere unter der Führung und mit dem Involviertsein von Schwarzen Frauen. Ich wurde zu einem Ziel, einem ideologischen Ziel, gemacht, auf die gleiche Art und Weise wie Assata Shakur die “Mutter Henne” der Black Liberation Army genannt wurde. Die Art, wie sie dargestellt wurde, wurde eine Einladung für alle Rassist_innen und jede_n, der dem unterdrückenden Verhalten der U.S.-Regierung zustimmte, sich fast ausschließlich auf sie zu konzentrierten, ihren Hass, ihre Vendetten auf sie zu konzentrieren. Und ich finde es wirklich befremdlich, dass nun wo sich die Enkelkinder jener, die in den späten 60igern und frühen 70igern aktiv waren, an ähnlichen Bewegungen beteiligen, dass es nun dieses Bestreben gibt wieder junge Menschen zu “terrorisieren”, in dem so eine wichtige Figur wie Assata Shakur als Terroristin repräsentiert wird.
Und lass mich auch sagen, dass es mich ziemlich befremded, wie in der Zeit nach dem Anschlag beim Boston Marathon, bevor die Tsarnaev Brüder als vermeintliche Täter aufgedeckt wurden, es den Versuch gab, die Person, die die Bomben gelegt hat, als Schwarzer Mann oder Mann mit dunklerer Hautfarbe und Hoodie darzustellen. Ich glaube diese racialization von dem, was als Terrorismus dargestellt wird, ist ein Versuch den old-school Rassismus ins Gespräch zu bringen mit den Unterdrückungs-Methoden des 21. Jahrhunderts zu verbinden.
Ähnlich schreibt auch Jordannah Elizbath beim Bitch Magazine, wo sie außerdem noch argumentiert, dass gerade auch Feminist_innen sich für das Thema interessieren sollten. Sie stellt heraus:
Das Thema hier ist nicht, ob Shakur schuldig ist oder nicht. Das ist unmöglich zu wissen, vor allem den Rassismus des Justizsystems und des FBIs in dieser Zeit eingerechnet. [...] Was wir aber mit Sicherheit wissen ist, dass ihre Platzierung auf die Most Wanted Liste des FBIs in diesem Monat zeigt, dass auch wenn wir die 1970iger hinter uns gelassen haben, die rassistischen Politiken dieser Zeiten weiterhin Effekte haben.
[...]
Assata Shakur, eine mächtige Unterstützerin des Civil Rights Movements, eine inländische Terroristin zu nennen ist eine Abschreckungstaktik. Sie lehnt sich auf gegen eine Regierung, welche scheinbar darauf abzielt weiterhin amerikanische Minderheiten und Frauen zu unterdrücken.
Weiter schauen, hören und lesen:
Das gesamte Gespräch von Angela Davis mit Lennox Hinds, dem langjährigen Anwalt Shakurs, sowie Amy Goodman und Juan González findet sich auf der Seite von Democracy Now. Dort gibt es auch ein Transkript auf Englisch.
Ebenfalls bei Democracy Now findet sich eine seltene Ton-Aufnahme von Shakur selbst.
Mychael Denzel Smith argumentiert bei The Nation, dass Shakur keine Terroristin sei und fordert: “Hands off Assata, now and forever.”
Auf Eyes of the Rainbow könnt ihr die Dokumentation gleichen Namens über Shakur kostenfrei runterladen.
An Himmelfahrt, der als Vater- oder Herrentag begangen wird, gibt es für deutsche Männer eher Alkohol statt Geschenke. Damit stehen sie international ziemlich alleine da. Anderswo feiern sich die Väter und Männer nicht nur an einem anderen Tag im Jahr, sondern auch mit anderen Bräuchen. Ein paar Beispiele:
USA: Die Vereinigten Staaten gelten als Erfinder des Vatertags – auch der Muttertag ist schließlich made in USA. Die Amerikaner feiern ihre Väter am dritten Sonntag im Juni, das haben viele andere Länder übernommen. Die Idee kam schon im frühen 20. Jahrhundert auf, setzte sich aber lange nicht durch. Zusätzlich zum Mutter- auch einen Vatertag einzuführen, begeisterte zunächst vor allem die Hersteller typischer Geschenke für «Dads». Zum nationalen Feiertag machte den dritten Juni-Sonntag schließlich Präsident Nixon 1972.
FRANKREICH: In Frankreich ersann ein Feuerzeug-Herstellter den Vatertag 1952 zu Marketingzwecken. Die Regierung schloss sich an und führte den Vatertag offiziell ein. Gefeiert wird er, wie in den USA, am dritten Sonntag im Juni. Meist schenken Kinder Selbstgebasteltes oder malen ein Bild. Feuerzeuge haben sich nicht durchgesetzt – anders, als der Erfinder sich das wohl erhofft hatte.
NIEDERLANDE: Bei unseren Nachbarn läuft der idealtypische «Vaderdag» so ab, wie sich viele Mütter den Muttertag wünschen würden: Frühstück ans Bett, Geschenke (Krawatten, Zigarren oder Ähnliches). Gefeiert wird auch hier am dritten Sonntag im Juni.
RUSSLAND: In Russland wird am 23. Februar gefeiert, dem «Tag des Vaterlandsverteidigers». Tag des Mannes ist er nur inoffiziell, gefeiert wird trotzdem. Manchmal gibt es für die Herren kleine Geschenke von den Chefs, oder man(n) zieht mit den Kollegen los.
TAIWAN: Den Vatertag feiern die Menschen in Taiwan am 8. August. Denn das ist der achte Tag des achten Monats, der ba-ba ausgesprochen wird – und das heißt auf Chinesisch auch Vater. Fast wie das deutsche Papa.
AUSTRALIEN und NEUSEELAND: Down Under begehen die Väter ihren Tag am ersten Sonntag im September. Vorteil: Auf der Südhalbkugel beginnt dann der Frühling. Vatertag ist Familientag, häufig gehen Eltern und Kinder zusammen frühstücken oder machen einen Ausflug.
THAILAND: Am 5. Dezember hat König Bhumibol Adulyadej Geburtstag, an diesem Tag feiern die Menschen den «Vater der Nation» und allgemein Vatertag. Traditionell übergeben die Thailänder ihrem Vater an diesem Tag eine bestimmte Blume, die in Deutschland Blumenrohr heißt.
ITALIEN: Nach römisch-katholischer Tradition feiert man in Italien den Vatertag am Josefstag, also dem Tag des Ziehvaters Jesu. «Festa di San Giuseppe» ist am 19. März. Gefeiert wird gern in der Familie mit gutem Essen, Kinder basteln kleine Geschenke für die Papas. In SPANIEN läuft es ähnlich.
NEPAL: Abhängig vom Mondkalender feiern Nepalesen Vatertag Ende August oder Anfang September. Um die verstorbenen Väter zu ehren, geht man am Neumondtag zum Tempel. Kinder zeigen ihre Dankbarkeit durch kleine Geschenke an die Familienväter.
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Der aktuelle Löschantrag für den Begriff "Femizid" heizt die Debatte über die Macht der Maskulisten auf der Wissensplattform an
Liebe Kolleginnen,
die „Feministischen Studien“ sind 30 geworden! Dies wollen wir im Clubhaus der FU am 14. Juni 2013 feiern! Im Namen der Redaktion und mit besten Grüßen auch von Sabine Hark und Claudia Gather lade ich Euch/Sie herzlich dazu ein! Weitere Informationen und Anmeldemodalitäten auf der beigefügten Einladungskarte!
Mit feministischen Grüßen
Anne Fleig
Ähnliche Beiträge
…schrieb die High-Heel-Antifa, denn heute ist der achte Mai, also Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus, und des Endes der Shoah. Für Antifaschist_innen war schon immer klar, dass der Tag der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands Befreiung bedeutet(e); Eingang in einen breiteren gesellschaftlichen Diskurs fand die Idee der Befreiung vom Nationalsozialismus (und nicht einer zu betrauernden nationalkollektiven Niederlage) allerdings erst mit der Rede des damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker im Jahr 1985. Die Mädchenmannschaft feiert mit und wünscht allen einen kämpferischen achten Mai – alerta, alerta, antifascista!
FACHGESELLSCHAFT GESCHLECHERTERSTUDIEN /
GENDER STUDIES ASSOCIATION (GENDER E. V.)
Rundbrief Mai 2013
Liebe Mitglieder,
der Vorstand freut sich, mitteilen zu können, dass das Zentrum für Geschlechterstudien/ Gender Studies der Universität Paderborn die Jahrestagung der Fachgesellschaft vom 14. bis 15. Februar 2014 ausrichten wird.
Nach intensiven Diskussionen zwischen Vorstand und den Kolleg_innen in Paderborn (namentlich Prof. Birgit Riegraf, Prof. Barbara Rendtorff) haben wir uns auf das Thema Erkenntnis, Wissen, Interventionen geschlechterwissenschaftliche Perspektiven verständigt. Anders als bei den vorherigen Tagungen rücken wir damit bewusst eine selbstreflexive Dimension in den Vordergrund und hoffen, damit auch zur weiteren Klärung des Selbstverständnisses der Fachgesellschaft beizutragen.
Wir freuen uns daher über (zahlreiche) Einsendungen, die die Fragen des Calls kontrovers aufnehmen und weiterdenken.
Die zahlreichen Anregungen auf der MV in Frankfurt/Main zur Gestaltung der Jahrestagungen werden wir versuchen, aufzunehmen. Wie in jedem Jahr wird die Jahrestagung auch in 2014 in Verbindung mit der KEGTagung stattfinden. Genaueres dazu dann in Bälde sicher von den KEGSprecher_innen.
Wie bekannt, wird in 2014 auch ein neuer Vorstand gewählt. Aus dem bisherigen Vorstand scheiden satzungsgemäß Paula Villa, Susanne Baer und Sabine Hark aus. Wir ersuchen statusübergreifend alle Mitglieder, über eine Kandidatur nachzudenken.
Mit herzlichen Grüßen im Namen des gesamten Vorstand
Sabine Hark, 1. Sprecher_in
TU Berlin
Zentrum Interdisziplinäre Frauen- und
Geschlechterforschung (ZIFG)
Geschäftsstelle Gender e. V.
Sek MAR 2-4
Marchstraße 23
10587 Berlin
e-mail: mail@fg-gender.de
Web: www.fg-gender.de
Oliver Böni / Japhet Johnstone / Esteban Sanchino Martinez
24.07.2013-26.07.2013, Münster, Festsaal, Schlossplatz 5, WWU, Münster
Der sexualpathologische Diskurs eroberte die Kultur der Moderne fast ebenso schnell wie er sich als wissenschaftliche Disziplin zu etablieren begann. Von Anfang an – darauf verweisen namhafte Sexualpathologen in
ihren Standardwerken immer wieder – gehen Wissenschaft und Kultur dabei ein enges Bündnis ein. Da es zunächst an empirischem und statistischem Material mangelt, sehen sich die Wissenschaftler genötigt, ihre Systematisierungen sexueller Devianzen auf der Basis von literarischen Fallgeschichten zu konstruieren.
Die für den sexualpathologischen Diskurs typische Verbindung von ‘sex and crime’ trieb die wissenschaftliche wie auch populäre Rezeption von Texten Richard Krafft-Ebings, Magnus Hirschfeld oder Erich Wulffen maßgeblich voran. Sexuelle Devianz hat sich zu einem prominenten Ableger des sozial Anderen entwickelt, da sie per definitionem das Andere von dem repräsentiert, was gesellschaftlich akzeptiert, legitimiert und institutionalisiert ist. Devianz ist Abweichung von einem kulturell konstruierten ‘Normalen’ und wird als Bruch mit der sozialen Ordnung und damit als Verbrechen wahrgenommen. Die Virulenz von sexueller Devianz
belegen exemplarisch etwa die Debatten über den § 175 des deutschen StGB, der den gleichgeschlechtlichen Verkehr verbot. Der Paragraph rückt gesellschaftlich und kulturell bereits sanktioniertes Sexualverhalten in den Bereich der Rechtsprechung und Strafverfolgung. Die neue Wahrnehmung
sexueller Devianz (wissenschaftlich und juridisch) betrifft auch Reflexionen über Geschlechterrollen – und das heißt vor allem über ‘das Weibliche’ -, die nunmehr ausgehend von sexualpathologischem Wissen erfolgen.
Die Tagung Crimes of Passion widmet sich aus einer historischen und kulturwissenschaftlichen Perspektive ganz der Trias Sexualität – Kriminologie – Literatur im frühen 20. Jahrhundert und versucht sich an einer fundierten Zusammenschau.
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24. Juli (Mittwoch)
14:00 Registrierung / Registration
15:00 Begrüßung / Welcome & Keynote
Keynote: Dr. Anna Katharina Schaffner (Canterbury): “Sexology and Literature: On the Uses and Abuses of Fiction”
17: 00 Panel I: “Eine Art Einleitung”
Stephan Karschay (Passau): “An Epidemic of Perversions: Normativity and Deviance in Richard von Krafft-Ebing’s Psychopathia Sexualis” Noëmi Willemen (Louvain): “The social and scientific construction of a concept: an argumentative analysis of paedophilia”
Linda Leskau (Bochum): “Sadismus/Masochismus. Eine Analyse von Alfred Döblins Der schwarze Vorhang”
Dr. Kirsten Leng (Chicago): “Permutations of the Third Sex: Feminism, Sexology, and Abnormal Subjectivities at the turn of the 20th Century”
19:00 Abendessen / Dinner
25. Juli (Donnerstag)
10:00 Panel II: Policies of Perversion
Dr. Norman Domeier (Stuttgart/Cambridge): “Dialektik von Repression und Liberalisierung: Die Politisierung der Homosexualität vor dem Ersten Weltkrieg”
Maurice Cottier (Bern): “Erzählen vor Gericht. Narrative und Praxis der Sexualverbrechen in Bern 1861-1944″
Janet Weston (London): “‘Prison will not cure a sexual perversion’: medical treatment for sexual offences in interwar Britain”
Haimo Stiemer (Münster): “‘Dieser Trieb hatte etwas vom ewigen Juden’: Sexualpathologien in der Prager deutschen Literatur”
12:00 Mittagspause / Lunch break
14:00 Panel III: Kippfiguren
Japhet Johnstone (Münster): “Inverted Worlds, Perverted Desires,Criminal Identities”
Dr. Arne Höcker (New York): “Das Drama des Falls: Wedekinds Lulu”
Sara Jackson (Ann Arbor): “The Sex and Character of Elektra: Hofmannsthal, Weininger and Eysoldt”
Esteban Sanchino Martinez (Münster): “Georges Batailles Ökonomie der Verschwendung als Umkehrung sexualpathologischer Konventionen”
16:15 Panel IV: Crime Scenes
Dr. Irina Gradinari (Trier): “Sexualmord und Fotografie: Zur Entstehungdes Tatorts als Wissensraum”
Dr. Ole Fischer (Salt Lake City): “‘All art is erotic’- Adolf Loos, Henry van de Velde, Ornament and Crime”
Christina Templin (Göttingen): “Die Lust zu stehlen. Kleptomane Akte um 1900″
Prof. Dr. Robert Tobin (Worcester): “Die Darstellung der Sodomie in den Kolonien: Recht, Medizin und das Selbst”
18:30 Keynote
Prof. Dr. Scott Spector (Ann Arbor): “Passionate Crimes, Bodies of Knowledge: Lustmörder and Sensual Women at the Fin de Siècle”
19:30 Empfang /Reception
26. Juli (Freitag)
09:00 Panel V: Transgressive Textuality
Dr. Christiane Hansen (Freiburg): “Analysen transgressiver Sexualität in Klabunds Mythen”
Oliver Böni (Münster): “‘Mord als eine schöne Kunst betrachtet’. Der Lustmörder als poetologische Figur”
Ina Linge (Cambridge): “Hospitable Reading – An Approach to Narrative Accounts of Bodily and Sexual Deviance”
Teresa Hiergeist (Erlangen): “Der perverse Leser. Zum Partizpationspotenzial von ‘À la recherche du temps perdu’”
11:15 Schlussdiskussion / Concluding discussion
12:30 Gemeinsamer Ausflug in Münster / Group outing in Münster
Oliver Böni
Japhet Johnstone
Esteban Sanchino Martinez
crimesofpassionconference@gmail.com
Die deutsche Bundeskanzlerin lud rund 100 Spitzenmanagerinnen ins Kanzleramt, um über Frauenquoten und Berufschancen zu diskutieren - Opposition spricht von Wahlkampfmanöver
Als elfter US-Bundesstaat - Urteil des Supreme Court über Ehe-Öffnung für Juni erwartet
Wenn es um Frauen in Führungspositionen geht, besteht noch großer Verbesserungsbedarf in Deutschland. Darin war sich Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den hundert Frauen einig, die sie am 07.05.2013 zu einem Meinungsaustausch ins Kanzleramt eingeladen hatte. Dabei waren auch elf Nachwuchskräfte aus Paktunternehmen und -organisationen und Dr. Ulrike Struwe, Leiterin des Nationalen Pakts für Frauen in MINT-Berufen.
Die Beziehungen von Vätern zu ihren Kindern im Teenageralter sind offenbar stark von der Art ihres früheren Kinderwunsches geprägt: Je bewusster dieser ausfiel, desto stärker engagieren sich die Väter im Alltag für ihre Kinder. Zu diesem Schluss kommt eine Studie des Zentrums Gender Studies der Universität Basel. Erstmals wurden dabei die Sichtweisen von Vätern und Teenagern auf ihre Beziehung untersucht.
Für ihre Untersuchung hat die Soziologin Dr. Diana Baumgarten längere Interviews mit acht Vätern zwischen 46 und 58 Jahren sowie acht Kindern zwischen 16 und 21 Jahren im Detail ausgewertet. Die Befragten leben jeweils in einem gemeinsamen Haushalt in der Deutschschweiz. Die Fragen an die Männer konzentrierten sich auf Einstellungen zur Vaterschaft, die Alltagsgestaltung und die Beziehung zu den Jugendlichen; auch diese hatten über ihren Alltag und ihr Verhältnis zu ihrem Vater zu berichten.
Ein Resultat der Studie: Für die Beziehung zu ihren Kindern scheint der frühere Kinderwunsch der Väter eine massgebliche Rolle zu spielen. Je bewusster sich dieser damals geäussert hat, desto klarer haben die Väter heute eine Vorstellung von ihrem Verhältnis zum Kind.
Solche «äquivalenten Väter» nehmen dabei auch eher damit verbundene Mühen und Einschränkungen auf sich, zum Beispiel eine langsamere Karriereentwicklung. Zudem sehen sie die Teenager stärker als individuelles Gegenüber als etwa die von der Autorin ebenfalls beschriebenen «supplementären Väter» und «Satellitenväter».
In der Beziehung zwischen Vätern zu ihren jugendlichen Kindern ist die Autorin auf die sogenannte «Aktivitätsnorm» gestossen: Besonders Väter, die weniger im Alltag ihrer Kinder präsent sind, haben den Anspruch, mit dem Nachwuchs möglichst viel zu unternehmen. Während Mütter ihre Beziehung zum Kind eher im Alltag leben, unterliegen Väter der Norm, sich immer wieder besondere und ausseralltägliche Unternehmungen einfallen zu lassen.
Ein weiteres bemerkenswertes Resultat ist der grosse Wert, welcher der Kommunikation und dem gegenseitigen Meinungsaustausch zukommt. Bisherige Studien haben diesen Punkt vor allem innerhalb der Mutter-Kind-Beziehung betont und dabei die kommunikative Leistung von Vätern nicht beachtet.
Mütterlichkeit stelle noch immer das Modell elterlicher Fürsorge dar, an der Väterlichkeit stets gemessen werde, so die Autorin aufgrund der Interviews mit Vätern und Jugendlichen weiter. Doch in ihrer Studie kommen auch eigenständige Vorstelllungen von Vaterschaft zum Ausdruck: Fürsorglichkeit und Emotionalität würden zunehmend zu wichtigen Elementen von Väterlichkeit – und damit auch von Männlichkeit überhaupt.
Quelle
Präsident Obama fordert Konsequenzen: "Ich toleriere so etwas nicht"
Am Montag begann der so genannte NSU-Prozess. Aus diesem Anlass veröffentlichte das Migazin einen Ausschnitt aus dem Buch “Schmerzliche Heimat. Deutschland und der Mord an meinem Vater” von Semiya Şimşek, Tochter des erste Opfers (Enver Şimşek) der NSU-Mordserie.
Ein weiteres Beispiel für die bisherige furchtbare “Ermittlungs”arbeit zu den NSU-Morden hat die taz beschrieben. Bei der Gazelle gab es außerdem ein Interview mit Mehmet Daimagüler, der die Familien zweier Opfer als Nebenkläger vertritt.
In der Sendung “Insight Germany” der Deutschen Welle ist Grada Kilomba, Schriftstellerin und Professorin für Gender Studies an der Humboldt-Universität zu Berlin, zu Gast. Kilomba spricht zum Beispiel über ihr Buch “Plantation Memories. Episodes of Everyday Racism”. [Englisch]
Bei der Heinrich-Böll-Stiftung schreibt Pasquale Virginie Rotter über ihr Konzept von “Empowerment in Motion“.
Im IANYAN Magazine wird die Dokumentation “My Grandmother’s Tattoos” besprochen. [Englisch]
Wie die Abbildung zweier Frauen auf einem Werbeplakat perfekt in männlich-heterosexuelle Blicke passt, nimmt Sociological Images auseinander. [Englisch]
In der letzten Woche hatten wir schon einmal aufmerksam auf die neue an.schläge-Ausgabe gemacht. Jetzt ein spezifischerer online Lesetipp: Vier Stimmen zu Psychologie/Psychatrie aus feministischer Perspektive.
Noch mehr Lesestoff: For Harriet stellt siebzehn Schwarze Blog_gerinnen vor.
Für das quEAR-Festival werden noch bis zum 30.06 Einreichungen gesucht!
Termine in Bochum und Hamburg… nach dem Link:
10. Mai in Hamburg: Vortrag und Diskussion mit Silvia Federici, feministisch-marxistische Theoretikerin, zum Thema “Aufstand aus der Küche”
Die AG Queer Weimar hat ein tolles Programm zum Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie auf die Beine gestellt. Ab dem 16. Mai geht’s los.
19. Mai in Bochum: Queer Beat Festival (FB-Link)
In der Demokratischen Republik Kongo ist es am gefährlichsten, schwanger zu werden und ein Kind zur Welt zu bringen - Österreich auf Platz elf
Ulrike Halbritter arbeitete viele Jahre in der Filmbranche, bevor sie im Coaching ihren Traumjob fand. Heute macht sie Menschen unabhängiger