10795 items (10760 unread) in 75 feeds
Gender
(10760 unread)
An dieser Stelle dokumentieren wir einen Aufruf aus Münster:
Für den selbstbestimmten Umgang mit dem eigenen Körper – Für das Recht auf Schwangerschaftsabbruch!
Zum wiederholten Mal wollen am 13. März 2010 christlich-fundamentalistische Abtreibungsgegner_innen ab 15:30Uhr unter dem Motto „1000Kreuze für das Leben“ vom Domplatz aus durch Münsters Innenstadt ziehen. Sie selbst geben als ihr Hauptanliegen an, ein „Zeichen zum Gedenken der 1000 Kinder, die an einem gewöhnlichen Werktag in Deutschland getötet werden,“ setzen zu wollen (übrigens eine Zahl, die laut des statistischen Bundesamtes weit übertrieben ist). Bereits im letzten Jahr organisierte sich vielfältiger Protest gegen diese Prozession und auch in diesem Jahr soll jene aus den folgenden Gründen reaktionäre Position nicht unwidersprochen bleiben.
Schwangerschaftsabbruch ist Frauenrecht – §§ 218 und 219 abschaffen!
Die Behauptungen Schwangerschaftsabbruch sei Mord und bei den abgetriebenen Föten handle es sich bereits um Kinder, ist gezielt manipulativ um moralischen Druck auf schwangere Frauen aufzubauen und gesellschaftliche Empörung zu schüren. Die Vorstellung, dass man ungewollt schwangere Frauen mit voller moralischer Legitimation dazu zwingen könnte körperliche Eingriffe zu unterlassen und sie in den Dienst der „Lebensrettung“ eines Fötus zu stellen, basiert auf sexistischen, althergebrachten Vorstellungen eines Zugriffsrechts der Gemeinschaft auf den Körper von Frauen und ihrer Fähigkeit Kinder zu bekommen. Niemand käme auf die Idee Menschen, die Organ-oder Blutspenden verweigern, als Mörder_innen zu bezeichnen, da in diesem Fall die Entscheidung über den eigenen Körper als grundlegendes Menschenrecht zugestanden wird.
Entgegen der landläufigen Meinung ist Schwangerschaftsabbruch in der BRD weiterhin nicht legal. Die Strafverfolgung wird lediglich unter bestimmten Voraussetzungen ausgesetzt. Wir fordern das uneingeschränkte Selbstbestimmungsrecht!
Heterosexismus, Rassismus, Holocaustrelativierung, Zwangskollektiv
Es ist kein Zufall, dass die selbsternannten „Lebensschützer_innen“ den Zugriff auf den weiblichen Körper verlangen. Ebenso wie gegen Schwangerschaftsabbruch, wenden sie sich gegen Homosexualität, da sie nicht in „Gottes Plan“ vorgesehen sei. Dazu gesellt sich ein „von Gott gegebenes“ Geschlechterrollenbild, welches die Gedanken an die soziale Konstruktion von Geschlecht überhaupt nicht zulässt.
Homosexualität und Schwangerschaftsabbruch würden zum anderen zum Aussterben des „europäischen Volkes“ führen. Diese Anschauung offenbart die Anschlussfähigkeit an rassistische Denkmuster und erklärt, warum sich beispielsweise in München jedes Jahr Neonazis dem Aufzug anschließen. Diese dürften besonders der den Holocaust relativierenden Aussage zustimmen, Schwangerschaftsabbrüche seien mindestens genau so schlimm, wie der im Nationalsozialismus begangene Massenmord an Jüdinnen und Juden.
Diese Verkettung von Anschauungen zeigt, dass die Teilnehmer_innen des Aufzuges auf ein Zwangskollektiv hinsteuern, in dem jede_r Einzelne sich einer halluzinierten Religion bzw. denen, die sie diktieren (Kirche) unterzuordnen hat.
Deswegen rufen wir dazu auf, dem Kreuzzug laut und kreativ zu begegnen und entschlossenen Protest zu äußern!
…für ein selbstbestimmtes Leben!
Und Mädchenblog berichtet, dass u.a. ein „Homo-Flashmob“ geplant ist
der gleichgeschlechtliche Paare auffordert, sich unter die Christ_innen mischen und ordentlich rumknutschen. Dazu gibt es eine Studi-VZ-Gruppe“Homo-Knutsch-Flashmob 13.3.10″.
Im District of Columbia ist vorige Woche das Gesetz in Kraft getreten, das es lesbischen und schwulen Paaren ermöglicht, wie heterosexuelle Paare zu heiraten. Für Keith und Andreas ist es bereits die zweite Hochzeit. Sie hatten 2004 in San Francisco geheiratet, aber diese Ehe wurden später für ungültig erklärt, da es keine Rechtsgrundlage für sie gab. Die beiden sind seit elf Jahren zusammen und haben 2 1/2 jährige Zwillinge, die sich sicher auch sehr über die Eiscrème gefreut haben.
Ben & Jerry's hat bereits im Vorjahr eine nette Geste gesetzt, als die Firma anlässlich der Öffnung der Ehe in Vermont die beliebte Eissorte Hubby Chubby in Hubby Hubby umbenannte und mit einem Männerpaar bewarb. Am 1. September 2009, dem Tag des Inkrafttretens des Gesetzes fuhr ein als Hochzeitswagen dekorierter Kühlwagen von Ben & Jerry's durch Vermont und verteilte Gratiseis. Süßes gab es auch für die ersten 200 Paare, die vorige Woche in Washington um eine Heiratslizenz ansuchten: ihnen spendete David Catania Cupcakes. Quelle: dcist.com vom 9. März 2010
Links: http://dcist.com/2010/03/gay_couple_to_get_married_at_ben_je.php
http://www.benjerry.com/georgetown/
http://www.benjerry.com/hubbyhubby/
http://www.washingtonexaminer.com/local/ap/benjerrys-georgetown-shop-to-host-dc-gay-wedding-87309417.html
http://blog.georgetownvoice.com/2010/03/11/gay-couple-to-wed-today-in-georgetowns-ben-jerrys/
http://www.nbcwashington.com/around-town/events/Peace-Love-Ice-Cream-and-Gay-Marriage-87226147.html
http://www.nbcwashington.com/around-town/food-drink/The-Gay-Marriage-Cupcake.html
http://www.hellocupcakeonline.com/
http://en.wikipedia.org/wiki/Georgetown,_Washington,_D.C.
Grafik: Business Wire
Ein schneller Tipp für alle in Hannover: Im Künstlerhaus veranstalten die Grünen Niedersachsen einen Abend zum Thema “Schöne neue Frauenwelt: Von Hosenanzug-Jobs und Minirock-Karrieren”. Es geht ab 18 Uhr um Äußerlichkeiten im Berufsleben, darum, ob weiblicher Erfolg vor allem an Körperfragen festgemacht wird anstatt an beruflichen Siegen. Zeit Online berichtete am Montag schon vorab.
Ich werde zum Einstieg einen kurzen Vortrag halten und anschließend mit Gitti Henschel vom Gunda-Werner-Institut der Heinrich-Böll-Stiftung, mit Tanja Kühne, der Landesvorsitzenden des Verbandes deutscher Unternehmerinnen e.V. und mit Monika Wendel, Redakteurin bei der Deutschen Presseagentur diskutieren, anschließend dann auch mit dem Publikum.
Ich freu mich, wenn wir uns dort sehen. Einlass ist ab 17 Uhr 30, im Künstlerhaus in Hannover, Sophienstraße 2.
Das hier ist, erstens, ein kleiner musikalischer Schubser für den Vormittag. Und, zweitens, eine Aufforderung.
Lady Gaga wird in den nächsten Jahren vermutlich reichlich Seminar- und Magistra-Arbeiten in den Kulturwissenschaften befruchten, und allein dieses Video zu Telephone reicht sicher schon allein für eine eigene Abschlußarbeit.
Ich würde aber gerne jetzt schon gerne eine artikellange Analyse oder kritische Auseinandersetzung lesen, die gender- wie sexismussensibel ist, ein wenig medien- und filmhistorisches Wissen zeigt und all das in einen lesbaren Text zusammenbringt. Schafft das jemand? Es muß nicht viel sein, eine gut gefüllte Seite würde mir reichen.
Und als kleinen Anreiz lobe ich für den schönsten Text, der bei mir eingeht (admin@genderblog.de) einen kleinen Preis mit Lady-Gaga-Bezug aus. (Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, bei hinreichend vielen guten Texten wird die Entscheidung über die/den Gewinner_in der geneigten Leser_innenschaft überantwortet.)
Hier ist das Video:
Update: In manchen Ländern funktioniert vielleicht auch der Youtube-Player:
Und sonst gibt’s das Video auch noch bei Gawker. (via)
Vielen Dank fürs Abonnieren dieses Feeds. (Digital Fingerprint:
Antworten auf die zahlreich gestellten Fragen nach z.B. anderen Formen des Wirtschaftens und Nicht-Kapital-orientierten-Wertschöpfens wurden hingegen sicherlich nicht in einem solchen Maße gegeben, dass mensch nunmehr wüsste, wie sich bestimmte Lücken im System antikapitalistisch und dabei immer geschlechtergerecht füllen ließen, um anschließend die Weltrevolution zu verkünden. Vielmehr wurde vor allem im Rahmen des sich etwas anstrengend gestaltenden Fishbowl-Formats zum Thema „Deconstruct Capitalism? Reclaim Economy?“ betont, dass alle Teil des Systems sind und sich kaum mensch auf einer Insel befindet, die nicht auch im Austausch mit hegemoniebefördernden Verhältnissen steht.
Queer-o-mat war in Berlin auf dem Who Cares?-Event zu queer-feministischer Ökonomiekritik und formuliert unter anderem Eindrücke zu unserer Diskussion “Deconstruct Capitalism? Reclaim Economy?” Ein gutes Event, ein Auftakt, und vieles bleibt erstmal unklar. So würde ich das vergangene Wochenende zusammenfassen, und einen ähnlichen Stimmungseindruck vermitteln mir Queer-O-Mat und viele Leute, mit denen ich gesprochen habe.
Das Geld ist unschuldig, es wird missbraucht und wenn es fehlt, ist die Krise viel größer als wir selbst. So meint zumindest Angela Richter in ihrem aktuellen Stück “Vive La Crise!”, das sie derzeit am Garage X-Theater in Wien inszeniert. Eva Morocutti hat die Regisseurin zum Krisengespräch getroffen.
Wie kam es zu „Vive la Crise“?
Ali Abdullah und Harald Posch, die künstlerischen Leiter des Garage-X-Theaters, riefen mich kurzfristig an, ob ich nicht ein Stück zur Krise machen will. Meine erste Reaktion war: Oh Gott, bloß nicht, das geht ja gar nicht. Ich musste dann aber ein anderes Stück absagen und habe gedacht: Ich krieg Depressionen, wenn ich da so eine Lücke habe. Also habe ich spontan doch zugesagt und mir gedacht, irgendwas wird mir schon einfallen.
Das Stück besteht aus unterschiedlichen Versatzstücken, zum Beispiel aus Texten von Rainald Goetz.
Am Anfang ist eine kurze Passage von Rainald Goetz drin (aus „Loslabern“, Anm.). Das meiste haben wir aber während der Probenphase selbst zusammen gebastelt. Wir haben sehr viel gelesen und angeschaut. Aber irgendwann habe ich mir gedacht, es bringt nichts, den Leuten das Wissen zu präsentieren. Die können ja selbst lesen und googeln, das hat nichts mit Theater zu tun. Man muss irgendwie am Schauspielerkörper die Krise ausagieren. Deswegen gibt es immer wieder diese Stellen, wo die Schauspieler sagen „Ich hab die Krise“, „Ich hab die großen Depressionen“. Die endgültige Fassung haben wir dann in einer Nacht zusammen gestellt, so zehn Tage vor der Premiere.
Du hast dich auch aus den Biographien deiner SchauspielerInnen bedient.
Ich hab ihnen während der Proben die Aufgabe gestellt, mir ihre jeweils eigene finanzielle Biografie zu erzählen. Wir haben dann gleich bei den ersten beiden festgestellt, dass das sehr persönlich ist, weil man die finanzielle Biografie gar nicht von der sonstigen trennen kann. Am Ende blieben zwei Biografien, von denen ich gesagt habe: Wenn ihr euch bereit erklärt, das würde mich interessieren. Das waren die von Eva Löbau und Melanie Kretschmann. Ihre Geschichten haben wir dann für die Bühne fiktionalisiert, aber es ist nichts erfunden. Es wirkt nicht unbedingt echt. Das war auch nicht die Aufgabe. Ich finde es erstaunlich, wie das funktioniert, dass man etwas auf der Bühne macht und es so verkünstlicht, dass die Leute denken: das ist ausgedacht.
Das Stück funktioniert nach dem „Rauswähl“-Prinzip wie man es aus TV-Formaten kennt. Die SchauspielerInnen befinden sich in einem so genannten Erschöpfungsmarathon und wer auf dem Boden landet, scheidet aus und bekommt keine Gage. Worum ging es dir dabei?
In den 30er Jahren gab es diese Tanzmarathons. Die waren die Idee für das Stück. Ich habe nach etwas gesucht , das man theatral verwerten kann. Und ich dachte: „Moment mal, das war damals ja schon so etwas wie die erste Castingshow, bei der es nicht wirklich um den Sieger ging, sondern darum, dass die Leute sich zerrütten und man sich in eben dieser Zerrüttung, der Erschöpfung, suhlt.“ Diese Parallele kann man nicht ignorieren. Aber es gibt dennoch einen großen Unterschied zwischen Castingshows und dem, was wir gemacht haben: Wir wollten nicht damit punkten, dass wir die Schauspieler wirklich zwölf Stunden lang tanzen lassen. Dieses echte, authentische Zerfleischen, von dem diese Sendungen leben, finde ich wahnsinnig obszön, das hat im Theater nichts verloren. Die Leute, die daran teilnehmen, haben ja eigentlich auch keine Skills. Bei uns gab es dann diese Entscheidung „Ihr habt ja Skills! Ihr seid Schauspieler.“ Der eigentliche Erschöpfungsmarathon ist dann gar nicht das Tanzen, sondern das Schauspiel ist der eigentliche Wettbewerb.
Melanie Kretschmann und Eva Löbau tragen in dem Stück Ballkleider im 50er-Jahre-Stil.
Nein, die sehen zwar aus wie Petticoats. Das sind aber echte Tanzkleider aus den 80ern. Die haben unten eine wahnsinnige Menge an Rüschen und Drähten, damit sie sich da drin auch richtig gut bewegen können. Heute bekommt man diese Teile nicht mehr, weil sie ein bisschen altmodisch anmuten und auch etwas Übertriebenes haben. Aber ich wollte gerade ein Kostüm, das ein bisschen wie ein eigenes Bühnenbild ist.
Dein Mann, der Künstler Daniel Richter, hat das Bühnenbild gestaltet. Wie kam es dazu?
Ich wollte eigentlich Kathrin Brack haben, aber die konnte nicht, also hab ich Daniel gefragt. Da er sowieso in Wien ist, er ist hier Professor, und die Familie dann zusammen sein kann, dachte ich, wir können ja mal schauen, ob das noch funktioniert. Er hat während seines Studiums öfter Bühnenbilder für mich gemacht. Wir haben aber seitdem nicht mehr zusammen gearbeitet. Ich habe dann noch ein paar Änderungen gemacht, so dass wir am Ende nicht mehr genau wussten, wer was gemacht hat, aber das spielt auch keine Rolle.
Im Stück geht es darum, wie das Theater mit der Krise umgeht. Bist du jetzt krisensicherer?
Die Frage ist ein bisschen gemein. Ich bin überhaupt nicht krisensicherer. Ich finde es wahnsinnig schwer, Leute zu belehren. Das war für mich das größte Problem. Wir haben wirklich viel gelesen und Filme angeschaut wie „The Corporation“ und „The Ascent of Money“ und was es so gibt, von links bis neoliberal, und waren so voll gepumpt mit dem ganzen Wissen und hinterher denkt man sich: „So, und jetzt sich da hinstellen und das auf die Leute ablassen, das geht irgendwie nicht.“ Ich glaube auch nicht an Dokumentartheater, das ist nicht, was ich suche. Ich suche eher eine Wahrhaftigkeit. Es ist extrem schwer, diesen Anspruch, den man hat „nicht zu langweilen, nicht zu belehren und keine Klischees zu bedienen“ hinzukriegen. Hinterher sieht es so leicht aus, aber in Wirklichkeit ist es einfach wahnsinnig anstrengend.
Deine Diplominszenierung aus dem Jahr 2001 hast du nach einer Romanvorlage der französischen Autorin Marie Darrieussecq gestaltet. Welche Autorinnen oder Dramatikerinnen scheinen dir derzeit interessant?
Ich bin generell auf der Suche nach zeitgenössischen Autorinnen. Im Moment gibt es viel auf dem Romansektor. Ein Buch, das ich noch nicht gelesen habe, aber lesen will, ist das von Helene Hegemann. Und bei Theater, na gut, die ewige Jelinek natürlich. Dann gibt’s die Grether-Schwestern, die mal für die Spex gearbeitet haben. Die beackere ich schon seit zwei Jahren, dass sie ein Stück schreiben sollen. Sie haben jetzt gesagt, dass sie dabei sind.
Regiearbeit scheint immer noch eine Männerdomäne zu sein. Was würdest du jungen Frauen raten, die Regisseurin werden wollen?
Einfach machen. Es ist nicht mehr so eine Männerdomäne, wie das mal war. An der Regieschule, an der ich war, waren wir in meiner Klasse zu siebt und hatten nur zwei Typen. Ich glaube, dass sich das gerade umdreht.
Wie bist du zum Theater und dann zur Regie gekommen?
Ich fand Theater schon immer toll, und habe dann in der Schule, wie wahrscheinlich alle, die beim Theater sind, „Theater-AG“ gemacht. Für kurze Zeit dachte ich, ich will Schauspielerin werden. Das hat sich dann relativ schnell als Irrtum erwiesen. Ich mochte das Intensive, dieses sich wochenlang nur mit einer Sache beschäftigen und die ganze Welt vergessen können. Man macht die Post nicht mehr auf, ist für niemanden mehr ansprechbar, man kann das ganze Unangenehme, das einen so belästigt, mit gutem Grund aussperren. Das ist eine Utopie von Freiheit für mich. Und dann hab ich überlegt: gut, wenn’s nicht Schauspiel ist, was dann. Ich habe dann angefangen zu hospitieren und darüber habe ich gemerkt, dass es Regie ist.
Du hast ein Kind. Wie gestaltet sich bei dir die Vereinbarkeit zwischen Berufs- und Familienleben?
Schwer. Ich meine, es funktioniert natürlich, aber ich habe sehr oft ein schlechtes Gewissen. Gleichzeitig krieg ich’s ganz gut hin. Wenn ich jetzt vergleiche, wie viel Zeit meine Eltern mit mir verbracht haben und wie viel ich heute mit meinem Kind, glaube ich, dass unsere Generation mit sich viel strenger ist. Ich war ganz oft bei meinen Verwandten in Kroatien geparkt, schon als kleines Kind. Das Gute bei meinem Mann (Daniel Richter, Anm.) und mir ist, dass wir beide Künstler sind. Wenn ich arbeite, nimmt er das Kind komplett und wenn er richtig aktiv eine Ausstellung plant, bin hauptsächlich ich da. Trotzdem sind wir beide immer anwesend. Wir haben halt keinen „9 to 5“-Job, das ist ein Vorteil und dann ist es einfach eine Frage von Organisation. Wir haben früher hauptsächlich nachts gearbeitet, jetzt zwingen wir uns, früh aufzustehen und das zu machen, was man halt machen muss, wenn man ein Kind hat. Es ist anstrengend und es war leichter, aber natürlich hat man jetzt auch viel mehr Spaß auf einer anderen Ebene.
Du hast ein eigenes Off-Theater, das Fleetstreet-Theater in Hamburg gegründet. Warum?
Weil es mir angeboten wurde. Erst dache ich: Oh Gott, nein, weil ich so schlecht im Organisieren bin. Aber es war einfach ein tolles Angebot von Jochen Waltz, der mir den Raum praktisch mietfrei gegeben hat. Dadurch fällt schon mal dieser Stress weg, dass man Geld für die Miete erspielen muss. Dann habe ich auch ein relativ gutes Netzwerk von Leuten und dachte: ist doch toll, dann kann man alles in einem Raum vereinen. In Berlin gibt es total viele Experimentalräume, in jeder Garage ungefähr, und in Hamburg eben nicht wegen der krassen Mieten. Ich dachte also, das muss man zumindest mal versuchen. Es ist allerdings doch viel mehr Arbeit als ich gedacht habe. (lacht)
Im Sommer bist du beim „Young Directors Project“ der Salzburger Festspiele dabei: mit einer Inszenierung von Jon Fosses Stück „Tod in Theben“.
Ich freue mich schon richtig drauf, dass ich endlich mal einen Text habe, den ich gut finde und nicht noch selber Texte schreiben muss. Natürlich stellt einen das wieder vor ganz andere Probleme.
Interview: Eva Morocutti. Foto Richter: Pitt Sauerwein. Foto Vive La Crise: Yasmina Haddad.
Vive la Crise läuft am 20. März 2010 am Garage X-Theater in Wien – zum vorerst letzten Mal. Weitere Informationen hier im Netz.
Wir wurden darauf hingewiesen, dass am kommenden Samstag (13.03.) wieder Abtreibungsgegner_innen aus der christlich-fundamentalen Ecke in Münster aufmarschieren wollen. Letztes Jahr wurde ein Weiterziehen des „Kreuzzuges“ über mehrere Stunden behindert. Auch dieses Jahr sind Gegenaktivitäten geplant – u.a. auch ein „Homo-Flashmob“, der gleichgeschlechtliche Paare auffordert, sich unter die Christ_innen mischen und ordentlich rumknutschen. Dazu gibt es eine Studi-VZ-Gruppe“Homo-Knutsch-Flashmob 13.3.10″.
Fight Back NY hat sich zum Ziel gesetzt, jene Mitglieder des Senats von New York abzuwählen, die im Dezember gegen die Öffnung der Ehe gestimmt haben und dafür zu sorgen, dass faire und menschenrechtsbewusste Politiker_innen an ihre Stelle treten. Die erste Gelegenheit wird sich schon bei Zwischenwahlen am 16. März ergeben. Da wird über die Wiederwahl von Senator Hiram Monserrate entschieden, der im Februar nach einer Verurteilung wegen Misshandlung seiner Freundin seines Amtes enthoben worden war.
In der Folge wollen die Aktivist_innen ihre Kräfte strategisch einsetzen, um einen homo-feindlichen Politiker nach dem anderen abwählen zu lassen. LGBT-freundliche Politiker_innen sollen unterstützt werden. Fight Back New York sieht sich nicht als dauerhafte Menschenrechtsorganisation, sondern will sich auflösen, sobald das Ziel der Gleichberechtigung von Lesben und Schwulen erreicht ist.
Links: [fightbackpac.com]
[www.goodasyou.org]
[www.ontopmag.com]
[www.looktothestars.org]
http://www.huffingtonpost.com/cynthia-nixon/its-a-helluva-state_b_380268.html
die mädchenmannschaft rezensiert „Queere Tracks, Subversive Strategien in der Rock- und Popmusik“ von Doris Leibetseder.
Zu den Äußerungen des ehemaligen Schalke-Managers Rudi Assauer zur Situation von Homosexuellen im Profi-Fußball erklärt Axel Hochrein, Sprecher des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD):
Wir sind erschüttert über die feigen Kommentare von Rudi Assauer. Die Empfehlung, schwule Fußballspieler sollten sich einen anderen Job suchen, kommt einer Kapitulation gegenüber der grassierenden Homophobie im
Profi-Fußball gleich. Welcher anständige Mensch kann den Zustand einfach achselzuckend hinnehmen, dass – wie Aussauer sagt – Homosexuelle "von ihren Mitspielern und von den Leuten im Stadion" "plattgemacht"“ würden? Geht es beim Fußball nicht eigentlich um Teamarbeit, Leistung und Fairness?
Statt sich der Herausforderung homosexuellenfeindlicher Fans und Spieler zu stellen, unterstützt Assauer die verdruckste und verkorkste Art vieler Fußballfunktionäre. Dem ist klar zu widersprechen: Kampf gegen
Homophobie und Unterstützung für schwule Fußballer heißt das Gebot der Stunde: Die permanente Verdrängung und Vertuschung fördert Demagogie, üble Nachrede und Intrigen.
Herr Assauer ist der typische Vertreter einer gestrigen Fußball-Manager-Generation. In vielen Bundesliga-Stadien sind heute ganz selbstverständlich auch die 15 existierenden schwulen Fan-Clubs der jeweiligen Mannschaft willkommen und Teil der Fan-Gemeinde.
Der männliche Fußball sollte sich ein Beispiel an den Frauen nehmen. Dort ist der Umgang mit Homosexualität deutlich lockerer. Offenbar mit Erfolg: die Frauen-Elf ist seit 2003 ungeschlagen Fußballweltmeister und gilt
auch für 2011 als klarer Favorit. Quelle: Newsletter des LSVD vom 11. März 2010
Link: http://www.lsvd.de
Zu den Aussagen von Rudi Assauer auch: http://www.queer.de/detail.php?article_id=11874
http://www.op-online.de/sport/fussball/assauer-ueber-homosexualitiaet-667001.html
http://www.tagesanzeiger.ch/sport/fussball/Schwule-sollen-nicht-Fussballer-werden/story/10616432
Und ein Gespräch mit Tatjana Eggling http://sport.t-online.de/fussball-schwule-fussballer-fuehren-oft-scheinbeziehungen-/id_41034920/index
Entdeck das Mädchen in dir – spon-artikel über die emo-jugendkultur
„Emo ist die erste Jugendkultur, in der sich die Jungs an die Mädchen anpassen. Die Emos stellen das Rollenmodell auf den Kopf“
selbstverständlich gibt es dazu eine sammlung hasstriefender maskulinisten-kommentare in dem dazugehörigen forum-thread..
Mittwoch, 14. April 2010, 19.00 Uhr
(more…)
Ach die Piratenpartei. Diese Partei scheint so Postgender zu sein, dass sie es sich leisten kann, Gender als unnötig abzustempeln.
So der Bundeschef der Partei, Jens Seipenbusch.
„Wir haben kein Gleichberechtigungsproblem und das wird auch sicherlich nicht Thema in der Piratenpartei werden“
Vielleicht wurde Herr Seipenbusch ja auf einem anderen Planeten sozialisiert. Für alle Erdbewohner_innen wird die Genderdebatte, aber weiterhin ein wichtiges Thema bleiben, da sich niemand außerhalb der Gesellschaft, welche leider sexistisch ist, sehen kann. Wir alle haben Sexismen irgendwie verinnerlicht und um diese zu erkennen braucht es Debatten und Reflexion. Auch für Pirat_innen!
..im Fußball funktioniert das leider nicht. Diese Weisheit gab Rudi Assauer in einem Interview zum Besten.
„Man sieht ja an dem jetzigen Skandal, was passiert: Herr Amerell kann sich nicht mehr auf die Straße trauen, Herr Kempter wird wohl nie mehr ein Spiel pfeifen, und der vormals exzellente Ruf des DFB ist schwer beschädigt“
Statt Homophobie zu bekämpfen und ein Outing im Fußball zu ermöglichen, sollen die Betroffenen lieber schweigen und dem DFB, eine Auseinandersetzung mit dem Thema ersparen.
Zu einfach Herr Assauer! Wünschenswert wäre eher eine Welt, in der nicht nur Heteros offen über ihre Sexualität sprechen dürfen, sondern alle Menschen.
Von Herrn Assauer, dem Klischee des „richtigen Mannes“, dürfte aber soviel Einsicht so schnell nicht zu erwarten sein.
Sie war die erste Frauenministerin Österreichs und eine Ikone der Frauenbewegung - Johanna Dohnal wurde 71 Jahre alt
Die ehemalige SPÖ-Frauenministerin und eines der prominentesten Aushängeschilder der österreichischen Frauenbewegung Johanna Dohnal ist am 20. Februar im Alter von 71 Jahren verstorben. Dohnal war eine außergewöhnliche Frau mit einer starken Persönlichkeit und starken Überzeugungen. Ihre wichtigsten Anliegen waren die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, die Existenzsicherung aller Frauen und die Besserstellung von Frauen in der Arbeitswelt. Die unerschrockene Vorkämpferin für Frauenrechte mischte auf allen Ebenen mit. Sie nahm kein Blatt vor den Mund und diskutierte auch Tabuthemen wie Gewalt an Kindern und Frauen oder sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz in der Öffentlichkeit. Dohnal scheute keinen Konflikt und hatte genügend Biss, sich gegen den harten Widerstand und die Kritik auch aus der eigenen Partei durchzusetzen. Ihre Arbeit trug Früchte. 1993 konnte sie den Grundsatz vom gleichen Lohn für gleiche Arbeit im österreichischen Gesetz verankern und ermöglichte es Männern, in Erziehungsurlaub zu gehen.
Wir erinnern an sie am liebsten mit ihren eigenen Worten:
„Ich denke, es ist Zeit, daran zu erinnern: Die Vision des Feminismus ist nicht eine ‚weibliche Zukunft‘. Es ist eine menschliche Zukunft. Ohne Rollenzwänge, ohne Macht- und Gewaltverhältnisse, ohne Männerbündelei und Weiblichkeitswahn.”
Johanna Dohnal zusammen mit der Schauspielerin Elisabeth Orth (stehend). Foto: Manfred Werner / Tsui. CC Share Alike 3.0
Start Slide Show with PicLens Lite
am 12./13.März an der Akademie der bildenden Künste Wien
(more…)
Das ist ein Thema, das weder gute Einschaltquoten verspricht noch aufregende Schlagzeilen - zumindest, solange sich nicht der erste Bundesliga-Spieler outet. Der DSF-Autor Aljoscha Pause hat dieses weitgehend verborgene Thema dennoch über zwei Jahre intensiv und nachdrücklich verfolgt, hat darüber zwei Filme gedreht, die nicht reißerisch sind oder sensationssüchtig, sondern die eher das Gegenteil sind – manchmal sogar sehr leise und im Grunde in vielerlei Hinsicht traurig. ... Pause sucht in diesem Sujet nicht die Sensation, er jagt keinem Outing hinterher. Seine beiden Filme sind im besten Sinne aufklärerisch. Im ersten Film, "Das große Tabu", zeigt er einen Missstand; im zweiten - "Tabubruch" - beschreibt er, wie versucht wird, diesen Misstand zu beheben. Das ist von einer Hartnäckigkeit und Beharrlichkeit, die vorbildlich ist für den gesamten Sportjournalismus im Fernsehen.
Die Preisverleihung wird am 26. März erfolgen. Der Adolf Grimme Preis ist nach dem ersten Generaldirektor des Nordwestdeutschen Rundfunks, Adolf Grimme (1889-1963) benannt. Er wird seit 1964 in verschiedenen Kategorien vergeben.
Die Fernsehdokumentation "Tabubruch - Der neue Weg von Homusexualität im Fußball" wird diesen Donnerstag um 19 Uhr im Deutschen Sportfernsehen ausgestrahlt. Wie aktuell das Thema ist, zeigt ein heutiger Artikel in queer.de, der sich mit Aussgen des ehemaligen Schalke 04 Managers Rudi Assauer beschäftigt. Dieser findet, offen schwule Spieler hätten im Fußball nichts verloren. Auch einem Masseur, der schwul gewesen sein soll, habe er gesagt: "Junge, tu mir einen Gefallen - such dir einen neuen Job."
Links: [www.grimme-institut.de]
http://www.grimme-institut.de/html/index.php?id=1041
http://www.grimme-institut.de/html/index.php?id=1058
http://www.blu.fm/subsites/detail.php?kat=gesellschaft&id=3646 (mit Video-Ausschnitt)
http://www.queernews.at/archives/911
http://www.general-anzeiger-bonn.de/index.php?k=loka&itemid=10003&detailid=711060
http://de.wikipedia.org/wiki/Adolf-Grimme-Preis
http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,682776,00.html
http://www.queer.de/detail.php?article_id=11874
http://www.welt.de/die-welt/sport/article6711335/Das-Fussballstadion-ist-das-letzte-Reservat-echter-Maennlichkeit.html
"Zweimal Hausaufgaben nicht gemacht, Kindergeld um 50 Prozent gekürzt."Nachzulesen ist das unter anderem bei Spiegel Online. Na, die Idee nach dem Prinzip "Eltern haften für ihre Kinder" finde ich doch so richtig prima und schlage gleich mal erweiterte Anwendungen nach dem Verantwortungsprinzip vor:
von Mag.a Surur Abdul-Hussain, MSc
Montag, 22. März 2010, 18:30 – 20:00 Uhr
ab 20:00 Uhr: Netzwerken mit Fingerfood-Buffet
(more…)
Chefredakteurin Apphia Kumar. Foto: Keith
Dass Vergewaltigungen nichts mit Sex und alles mit Macht und Kontrolle zu tun haben, ist seit langer Zeit bekannt. Trotzdem kommen in jeder Diskussion zu diesem Thema die immer gleichen Argumente. Klar, Vergewaltiger seien schuld, aber *irgendwie* hätte frau es doch verhindern können, wenn sie denn…
Amanda Hess, die für das Washington City Paper als The Sexist bloggt, hat sich in einer Artikelserie dieser Entschuldigungen und Ausreden angenommen. So etwa dem vielzitierten Vergleich, schließlich sei man auch schuld, wenn man durch eine bekanntermaßen gefährliche Gegend renne und überfallen werde. Dabei wird gerne übersehen, dass die wenigsten zum Spaß durch „kriminelle” Stadtteile laufen, sondern weil sie es sich nicht leisten können, in „bessere” Gegenden zu ziehen.
The person that compares sexual assault to getting mugged after “walking in a bad neighborhood” does not consider the mugging victim who lives in that bad neighborhood because he can’t afford a place with less street crime. He does not consider the mugging victim who works late into the night so that he can pay his rent. He does not consider the mugging victim who does not have the means to fastidiously avoid his life circumstances.
Zu Deutsch: Die Person, die sexuelle Übergriffe mit Raubüberfallen in „schlechten Stadtteilen” vergleicht, berücksichtigt nicht das überfallene Opfer, das in diesem Stadtteil wohnt, weil es sich keine weniger gefährdete Gegend leisten kann. Die Person berücksichtigt nicht das überfallene Opfer, das nachts arbeitet, um seine Miete bezahlen zu können. Die Person berücksichtigt nicht das überfallene Opfer, das nicht die Möglichkeit zu wählen hat, seine Lebensumstände zu vermeiden.
Gern wird auch angenommen Frauen in kurzen Röcken, mit tiefen Ausschnitten oder viel Make-Up wollten Sex haben und müssten damit rechnen, vergewaltigt zu werden. Gegenüber der überwältigenden Mehrheit an Männern, die all diesen Signalen zum Trotz ihre Selbstkontrolle behalten, ist dies einerseits nur peinlich, andererseits falsch.
In reality, “sexual willingness” is exactly the opposite of the signal that rapists are looking out for. If rapists zeroed in on sex partners who appeared to be “sexually willing,” then they would abandon their advances when the woman in the short skirt said “no,” or struggled to fight him off, or tried to escape. Instead, sexual rejection only fuels the hateful activity.
In Wirklichkeit ist „sexuelle Bereitschaft” das Gegenteil dessen, was ein_e Vergewaltiger_in sucht. Wenn Vergewaltiger_innen nur nach Sex-Partner_innen suchten, die „sexuelle Bereitschaft” zeigen, dann würden sie von Frauen ablassen, die „Nein” sagen oder versuchen sich zu wehren oder zu flüchten. Stattdessen befeuert sexuelle Ablehnung diese hasserfüllte Aktivität.
Ob die Entschuldigungen und Ausreden nun erzählt werden, weil frau glaubt, so Vergewaltigungen verhindern zu können oder man sich des Risikos einer Vergewaltigung nicht tagtäglich bewußt ist, auf eines läuft es immer hinaus:
When you say that women who wear too-short skirts, or too-high heels, or too much make up are not sufficiently protecting themselves against rape, what you are really saying is that women who act too much like women deserve to be raped. When you say that women who drink with the boys, or have casual sex like the boys, or walk alone like the boys are not sufficiently protecting themselves against rape, what you are really saying is that women who don’t act enough like women deserve to be raped. And what you are really saying is that women deserve to be raped because they’re women.
Wenn du sagst, dass Frauen mit zu kurzen Röcken oder zu hohen Schuhen oder zuviel Make-Up sich nicht genug gegen eine Vergewaltigung wappnen, dann sagst du in Wirklichkeit, dass Frauen, die sich zu sehr wie Frauen benehmen es verdienen, vergewaltigt zu werden. Wenn du sagst, dass Frauen, die mit den Jungs trinken oder unverbindlichen Sex haben wie die Jungs oder alleine gehen wie die Jungs, sich nicht genug gegen eine Vergewaltigung wappnen, dann sagst du in Wirklichkeit, dass Frauen, die sich nicht genug wie Frauen benehmen, es verdienen, vergewaltigt zu werden. Und was du wirklich sagst ist, dass Frauen es verdienen vergewaltigt zu werden, weil sie Frauen sind.
xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx
E I N L A D U N G
xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx
Deutschland sucht den “Super-Papa”. Impulse für eine moderne Väterpolitik – Fachtagung in der Fachhochschule Köln
Datum: Fr/Sa, 23./24. April 2010
Ort: Fachhochschule Köln, Ubierring 48, 50678 Köln
u.a. mit Dr. Cornelia Behnke, Cornelia Benninghoven, Andreas Borter, Wibke Boysen, Michael Braun, Kazim Erdogan, Prof. Dr. Harry Friebel, Jens Gerdes, Dr. Thomas Gesterkamp, Frauke Greven, Angelika Knoop, Mekonnen Mesghena, Prof. Dr. Michael Meuser, Hans Georg Nelles, Jürgen Reimann, Ansgar Röhrbein, PD Dr. Sylka Scholz, Michael Tunc, Martin Verlinden
In den letzten Jahren kreiste die Mediendebatte über Väter um die Einführung von “Papamonaten” im Elternzeitgesetz. Gleichzeitig fokussieren die geschlechter- und gleichstellungspolitischen Aktivitäten der letzten und auch der neuen Bundesregierung immer mehr auf familienpolitische Aspekte, während feministische und geschlechterpolitische Themen oder Gender Mainstreaming zunehmend ausgeblendet werden.
Passend zum modernisierten Familienbild der CDU rücken nun Jungen und Väter in den Blick, das Elternzeitgesetz soll geändert und die so genannten “Vätermonate” erweitert werden.
Wer sich vor Ort umschaut, weiß, dass geschlechterpolitische Fragen oder Gender Mainstreaming noch lange nicht ausreichend an der politischen Basis und in den Strukturen von Politik und Verwaltung angekommen und in die Politik vor Ort integriert sind. Daher sind hier noch viel politische Unterstützung sowie ausreichend finanzielle und personelle Ressourcen notwendig.
Die Fachtagung setzt vor allem auf der kommunalen Ebene an und wird mit Vorträgen und anregenden Workshops vielfältige Impulse für eine politische und Verwaltungspraxis geben, die Väter mehr und anders als bisher in den Blick nimmt.
Eine Veranstaltung des Gunda-Werner-Instituts für Feminismus und Geschlechterdemokratie in der Heinrich-Böll-Stiftung (www.gunda-werner-institut.de) und dem Sozialpädagogischen Institut NRW der Fachhochschule Köln in Kooperation mit dem Forum Männer in Theorie und Praxis der Geschlechterverhältnisse, Berlin und dem Männer-Väter-Forum-Köln
Weitere Informationen unter http://gwi-boell.de/de/nav/22_2291.htm
Teilnahmegebühren: 30,-€/15,-€(ermäßigt) inkl. Verpflegung
Anmeldung bis 15. April unter
http://www.boell.de/calendar/VA-genform-de.aspx?evtid=7768
Kontakt:
Henning von Bargen (Leitung Gunda-Werner-Institut) vonbargen@boell.de
Martin Verlinden (SPI, Fachhochschule Köln) martin.verlinden@fh-koeln.de
Ähnliche Beiträge
Als im November vergangenen Jahres die Kunde von einem neuen Sade-Album durchsickerte, regte sich bei den Fans wohlige Vorfreude: wie würde sie klingen, die erste Platte nach fast zehn Jahren Veröffentlichungspause? Wird die bühnenscheue Engländerin mit nigerianischen Wurzeln an Hits wie „Smooth Operator“ und „Is It A Crime?“ anknüpfen oder etwas Neues wagen?
Mit der mittlerweile 51-jährigen Sade kehrt nach Grace Jones und Whitney Houston nun die dritte große schwarze Diva der Achtziger ins Popgeschäft zurück und was soll man sagen? „Soldier of Love“ ist keine Neuerfindung (schon Albumtitel und -cover sind very very eighties), sondern führt die gleiche musikalische Linie weiter, mit der das Debüt „Diamond Life“ den achtziger Jahren Stil und Eleganz verlieh: reservierte Emotionalität, eingebettet in ein wohltemperiertes Barjazz-Soul-Gewand aus dezenten Bläsern, Streichern und Percussion, darüber Sades heisere Stimme voller Traurigkeit und Sehnsucht.
Und so klingen Sade und ihre Band auch heute, stünde im Booklet von „Soldier of Love“ nicht das Produktionsdatum 2010, könnte man nicht sagen, aus welchem Jahr Songs wie „Be That Easy“ und „Bring Me Home“ stammen – die angedeuteten HipHop-Beats im Titeltrack oder Reggaegrooves bei „Babyfather“ sind nur minimale Variationen des bewährten Sade-Sounds, der, wäre er eine Weinsorte, ein gut gelagerter Burgunder wäre. Etwas ganz Edles also, auch wenn der Geschmack nicht mehr wirklich überrascht.
:::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::
Christina Mohr arbeitet beim Campus Verlag in Frankfurt. Nach Feierabend ist sie Musikredakteurin des Online-Kulturmagazins satt.org, rezensiert Platten und Bücher, gelegentlich auch für andere Websites wie melodiva.de, titel-magazin.de und Zeitschriften wie Missy Magazine. Der hier veröffentlichte Text erschien zuerst auf der Seite von satt.org, wir danken ganz herzlich für die Erlaubnis zur Zweitveröffentlichung!
:::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::
verQueert - Clubbing mit Lady Lavanda
Wann: Samstag, 10. April, Einlass ab 20 Uhr
Wo: ((stereo))club, Viktringer Ring 37-39, 9020 Klagenfurt
Eintritt: 5 Euro
Music by: LADY LAVANDA (www.myspace.com/ladylavanda | Shag Club |
Regenbogenparade | Vienna) und DJaneDoe (allmixedup/Klagenfurt)
Mit einem Highlight der Extraklasse, neuer Location und frischem Elan
eröffnet FemmeGoesQueer die Veranstaltungsserie 2010. Fans,
Freund_Innen, wie natürlich (Erst)Besucher_Innen des einzig queeren
Clubbings in Kärnten dürfen gespannt sein, denn ab 10. April ist die
Klagenfurter Queer-Szene um ein Paar High Heels reicher: Im Rahmen des
verQueert wird die glänzende Perle der Queer-Auster, Lady Lavanda,
nicht nur an den Turntables eine gute Figur machen, sondern auch hier
und da eine flotte Sohle aufs Parkett des ((stereo)) legen.
Lady Lavanda - das Alter-Ego von DJ Hennesy del Prado - ist von Events wie der Regenbogenparade, HOMO, Heaven, RoSy und aus dem Shag Club in Wien schon lange nicht mehr wegzudenken. Nun beehrt die schillernde Drag Queen das schöne Klagenfurt und wird allen Besucher_innen zeigen, was "Drag with Effect" wirklich bedeutet.
Unterstützt wird die Wiener Grande Dame von der allseits beliebten DJaneDoe aus Klagenfurt, die sich mit ihrem musikalischen Mix aus Alternative und Pop sowie ihrem mitreißenden Hüftschwung im Rhythmus der Plattenteller schon längst in die Herzen vieler verQueert- und Frauenfest-Besucher_innen geshaked hat.
Links: [www.femmegoesqueer.at]
[www.myspace.com]
[www.stereoclub.at]
Kurt Zernig von den Rosalila PantherInnen rechnet mit rund 70 bis 80 eingetragenen Partnerschafen pro Jahr in der Steiermark, "Völkerwanderungen" dürfe man sich nicht erwarten, die EP sei ein Hauptstadtphänomen. Außerdem seien viele noch bezüglich der rechtlichen Folgen der EP verunsichert. Dass der Trauungssaal für gleichgeschlechtliche Paare weiter geschlossen bleibt, zeichne Graz aber dennoch als unglaubliche Provinzstadt aus, so Zernig. Quelle: ORF Steiermark v. 6. März 2010
Der ORF dürfte die Zeile "Bislang wenig Interesse an Homo-Ehe" als Template gespeichert haben, lautet der Titel doch bei fast allen Meldungen über die eingetragenen Partnerschaften in den Bundesländern gleich, auch wenn die Zahlen das Gegenteil beweisen. 18 Paare in zwei Monaten sind deutlich mehr als ein Sechstel der pro Jahr prognostizieren 70 bis 80 Paare, wobei man noch berücksichtigen muss, dass Jänner und Februar keine klassischen Hochzeitsmonate sind und dass die kleineren Bezirkshauptmannschaften Anfang Jänner zum Teil noch nicht einmal dazu in der Lage waren, Auskünfte über die Eintragungsvoraussetzungen und den Ablauf zu geben.
Gaywien.at wirft dem ORF daher zu Recht "Suggestiv-Journalismus" vor und bemerkt, dass der ORF bereits am 6. Jänner, also dem zweiten Tag, an dem die Eintragung überhaupt möglich war, von "wenig Interesse" schrieb. Gaywien.at rechnet vor, dass die im Jänner und Februar in der Steiermark geschlossenen EP etwa 6,5% der im gleichen Zeitraum der Jahre 2007 und 2008 (neuer Zahlen liegen nicht vor) geschlossenen Ehen und somit dem angenommenen Anteil an Homosexuellen in der Gesamtbevölkerung entspricht. In ganz Österreich wurden im Jänner 76 eingetragene Partnerschaften geschlossen, die Zahlen für Februar liegen noch nicht vor.
Szenen wie in manchen Städten der USA, wo heiratswillige gleichgeschlechtliche Paare in der Nacht bei eisiger Kälte Schlange standen, um ja unter den ersten zu sein, welche die begehrte Ehe-Lizenz zu erhalten (mit der man dann erst die eigentliche Trauung vornehmen lassen kann), sind in Österreich kaum zu erwarten. Die eingetragene Partnerschaft ist in der derzeitigen Form wegen der kleinen aber ärgerlichen eingebauten Diskriminierungen gegenüber der Ehe unbefriedigend. Daher und wegen der noch bestehenden Unsicherheiten in manchen Rechtsfolgen und auch in den gesellschaftlichen Folgen raten die Homosexuellen-Organisationen ihren Mitgliedern und Ratsuchenden noch zum Abwarten. Auch heterosexuelle Europäer_innen heiraten später und nicht so oft wie Amerikaner_innen. Und nicht zuletzt wird die standesamtliche Ehe in Europa großteils nüchterner gesehen als in den USA.
Links: [steiermark.orf.at]
[www.graz.at]
[www.gaywien.at]
[en.wikipedia.org]
http://www.queernews.at/archives/1204
Seit dem Beginn organisierter
Zwitterbewegungen in den 1990ern beginnt das Zwittertabu langsam zu bröckeln –
nicht zuletzt dank verschiedenenen politischen, völkerrechtlichen und
juristischen Aktionen, gekoppelt mit Öffentlichkeitsarbeit und entsprechendem
Niederschlag bis in die Mainstreammedien.
Die Kehrseite: Das gesteigerte öffentliche Interesse ruft verstärkt
diverse TrittbrettfahrerInnen auf den Plan. Seit Anfang dieses Jahres scheinen
diese in der Öffentlichkeit langsam aber sicher die Oberhand zu gewinnen
...
INHALT:
1990-2009: Das Zwittertabu beginnt zu wanken
2002: Der Kulturbetrieb zieht nach
2010: Die Rückkehr der Freakshow
a) Jake Yuzna: "Open"
Transsexuelle, Fetisch und, ähm, "authentische Hermaphroditen"b) "The Hermaphrodites: Living In Two Worlds"
Klassischer Marmor-Zwitterporno im LGBT-Gewandc) Jutta Schubert u. Horst Emrichs: "Rostige Rosen"
"Zweigeschlechtliche" Kuriosität auf der BühneKommentar
1990-2009: Das Zwittertabu beginnt zu wanken
Am 26.10.1996 demonstrierten organsierte Zwitter von ISNA und "Bodies like ours" zum allererstenmal öffentlich: Vor dem Jahreskongress der "American Academy of Pediatrics" in Boston (USA) protestierten sie dagegen, dass diese Medizynervereinigung ihren Tagungen das Thema Zwangsoperationen an Zwittern "behandelt", aber Betroffenen das Wort an ihren Veranstaltungen verbot. Dieses Datum wird heute jedes Jahr in vielen Ländern mit dem von der Intersex Initative (englisch) ins Leben gerufenen "Intersex Awareness Day" begangen.
1997 wurde John Moneys angeblicher "Beweis" für die "Wirksamkeit" klinisch nie getesteten Zwangsbehandlungen, das unsägliche "John/Joan-Zwillingsexperiment", öffentlich als wissenschaftliche Fälschung entlarvt. (Trotzdem wurde Money zeitlebends nie dafür zur Verantwortung gezogen, sondern im Gegenteil unreflektierterweise u.a. mit der Magnus-Hirschfeld-Medaille geehrt.)
1999 schränkte Kolumbien als erster und nach wie vor einziger Staat weltweit kosmetische Genitaloperationen an Kindern zumindest teilweise ein (englisch).
Ab 2001 versuchte Michel Reiter in München über 2 Instanzen vergeblich, sich das Recht auf einen Geschlechtseintrag "zwittrig" auf gerichtlichem Wege einzufordern.
2003 bezog mit Hanny Lightfoot-Klein zum ersten Mal eine prominente Gegenerin der weiblichen Genitalverstümmelung unmissverständlich Stellung auch gegen die Genitalverstümmelungen an Zwittern.
>>>
Mahnwache UNO Genf 26.1.09
(Bild: Ärger)
Vor allem in deutschsprachigen Medien wurden in den letzten gut 2 Jahren die menschenrechtswidrigen Genitalverstümmelungen und sonstigen uneingewilligten kosmetischen Zwangseingriffe an Zwittern in noch nie dagewesenem Masse öffentlich bekanntgemacht und kristisiert:
2007 gelang es der "zwangskastrierten Intersexuellen" Christiane Völling, als allererste und immer noch einzige Zwangsoperierte überhaupt, in Köln ihren ehemaligen Zwangsoperateur gerichtlich zu verklagen. 2 Jahre lang zog sich der von einer kontiniuierlichen Öffentlichkeitsarbeit und zahllosen Medienberichten begleitete "Zwitterprozess" über 3 Instanzen, bis sich der Zwangsoperateur nach dem 3 Schuldspruch in Folge geschlagen gab. Zum allerersten Mal wurde ein Medizyner für einen medizinisch nicht notwendigen Zwangseingriff wenigstens zivilgerichtlich beurteilt. Mit klarem Resultat – O-Ton OLG: "Der Chirurg hatte die Patientin vor der Operation nicht hinreichend aufgeklärt und sie daher mangels wirksamer Einwilligung schuldhaft in ihrer Gesundheit und ihrem Selbstbestimmungsrecht verletzt."
2009 kritisierte mit dem CEDAW-Ausschuss zum ersten Mal ein UN-Komitee die menschenrechtswidrigen Zwangseingriffe an Zwitterkindern. Vor der Hamburgischen Bürgerschaft kam es zu einer historischen Anhörung sowie ebensolchen politischen Vorstössen. In der Schweiz wurde zum ersten Mal überhaupt ein politischer Vorstoss zu Gunsten von Zwittern eingereicht.
Auch im Sport wurde die Diskriminierung "intersexueller" Sportlerinnen vermehrt Thema. Der Fall der als Zwitter gemobbten Tennisspielerin Sarah Gronert führte zu öffentlicher Kritik. Die niederträchtigen und menschenrechtswidrige öffentlichen Zwitter-Vorwürfe an Mokgadi Caster Semenya durch die internationalen Sportverbände nach ihrem glanzvollem Sieg an der Athletik-Weltmeisterschaft 2009 brachte eine bisher noch nie dagewesene globale Medienschmutzkampagne, aber auch zahlreiche kritische Stimmen und Solidaritätserklärungen von Zwittern. Vor dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) gab es eine Demonstration, bei der auch an die geschädigten Sportlerinnen María José Martínez-Patiño und Santhi Soundarajan erinnert wurde. Nach dem Ausschluss von Betroffenen an einem skandalösen IOC-Medizynersymposium gab es weitere Proteste sowie eine Online-Petition.
2010 fordern in Amerika 35 EthikerInnen sowie 11 zwangsoperierte Erwachsene
und mehrere Zwitter-Lobbyorgansisationen eine
Untersuchung der experimentellen kosmetischen Hormonzwangstherapien an
Ungeborenen auf blossen "Verdacht" hin. Wie auch alle übrigen kosmetischen
Zwangseingriffe wird auch diese experimentelle "Therapie" unkontrolliert
serienmässig angewendet und obendrein von Medizynern weltweit rechtswidrig als
"erprobt" und "sicher" angepriesen.
2002: Der Kulturbetrieb zieht nach
Auch international und in der Kultur gewann bekam das Jahrhundert lange Zwittertabu zunehmend Risse, wurden Zwitter und auch die an ihnen systematisch begangenen medizynischen Verbrechen mehr und mehr Thema, mittlerweile sogar in mindestens einem halben Dutzend Fernsehserien.
Mit dem Pulitzerpreis 2003 für seinen im Vorjahr publizierten Roman "Middlesex" erreichten Zwitter und Zwangsoperationen zumindest als Nebenthema den Mainstream. 2005 verpackte Ralf Isau das Thema in den spannenden Thriller "Galerie der Lügen". 2008 erschien der Roman "The Sinkings" der australischen Schriftstellerin Amanda Curtin (englisches Interview).
2005 machte die zwischengeschlechtlich geborene Regisseurin Lisa Barcellos
mit
"Both" den ersten Spielfilm zum Thema Zwitter und Zwangsoperationen. 2008
feierte Lucía Puenzo mit ihrem sensiblen Erstling "XXY" weltweit
Erfolge und bewies, dass sich mit dem Thema durchaus auch Filmpreise abräumen
lassen.
2010: Die Rückkehr der Freakshow
Das öffentliche Bekanntwerden der real existierenden Zwitter und der an ihnen begangenen Verbrechen gegen die Menschlichkeit ruft zunehmend Gegenmassnahmen seitens der Medizyner sowie die üblichen Trittbrettfahrer auf den Plan. Im neuen Jahr schafften diese es in Deutschland, der Zwitterbewegung zum ersten Mal seit über 2 Jahren die Medienhoheit zu entreissen – ein Faktum, das sich bereits letztes Jahr abzuzeichnete.
Seit Juni 2009 bis heute führt Lady Gaga weltweit vor, wie sich das "neue Reizthema Zwitter" als blosser PR-Gag weltweit inszenieren lässt – unter Ausklammerungen der Anliegen der realen Zwitter.
Zeitgleich begann sich das mehr oder minder organiserte Sexgewerbe ebenfalls das Thema vermehrt auszubeuten.
Auch im Zusammenhang mit der Berichterstattung um den "Fall" Caster Semenya durften Medizyner endlich wieder allenthalben Zwangsoperationen etc. unwidersprochen als angeblich notwendige "Heilmittel" propagieren, tatkräftig unterstützt von den internationalen Sportverbänden. Das IOC selbst legte dann mit seiner im Januar beschlossenen Pflicht zu Zwangsbehandlungen noch einen drauf. Während der Winterolympiade in Vancouver schaffte es das IOC zudem, das leidige Thema "Zwitter im Sport" erfolgreich unter Verschluss zu halten.
Im Stern erschienen im Januar 2010 zwei unter Beihilfe der Medizynerlobby verfasste, sehr einseitige Artikel, die in der Öffentlichkeit weitgehend unwidersprochen blieben (Artikel 1 / Artikel 2 / Diskussion auf dem Hermaphroditforum). Darin wurden beide Male nicht nur medizinisch nicht notwendige, menschenrechtswidrige Zwangseingriffe hemmungslos propagiert, sondern auch die übliche Nebelwand hochgefahren durch Vermischung mit "Transsexualität", "Geschlechtsidentitätsstörungen", "sexueller Orientierung", "Abweichungen" usw.
In dieselbe Kerbe hauten mehrere Artikel um die Münchner Trans-, äh, "Intersexuelle" JJ Eichmann, u.a. in der Süddeutschen.
Auch der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD), der 2009 noch durch nicht-vereinnahmende, solidarische Statements zu Gunsten von Zwittern Positives bewirkt hatte, macht nunmehr – zusammen mit der SPD und den wohl unverbesserlich vereinnahmenden Bundestags-Grünen – 3 Schritte zurück und setzt im Zusammenhang mit verschiedenen Anläufen zur Aufnahme eines expliziten Schutzes von "sexuelle Identität" (an und für sich schon ein vereinnahmendes Konstrukt) nunmehr wieder voll auf die altbekannte Vereinnahmungsschiene (Anlauf 1 / Anlauf 2).
Auch auf der kulturellen Ebene schlägt im neuen Jahr das Pendel massiv
zurück, wie drei aktuelle Beispiele zeigen:
a) Jake Yuzna: "Open"
Transsexuelle, Fetisch und, ähm, "authentische
Hermaphroditen"
(Bild: Gaea Gaddy als "authentischer
Hermaphrodit")
In der offiziellen Berlinale-Ankündigung (PDF) heisst's zum Film:
Ein queeres Roadmovie und gleichzeitig eine transsexuelle Romanze – in seinem Spielfilmdebüt kombiniert Regisseur Jake Yuzna auf spektakuläre Weise Ausprägungen des Gender Crossings.
Da gibt es zum einen den jungen Hermaphroditen Cynthia. [...]
Hormonbehandlung und Chirurgie: In OPEN offenbart sich der Neue Mensch. Pioniere einer neuen menschlichen Erfahrung – authentische Hermaphroditen und Transsexuelle – präsentieren auf der Leinwand die neu entstehenden Möglichkeiten der Menschheit am Beginn eines noch jungen Jahrhunderts.
Eine Rezension in "Junge Welt" mit dem bezeichnenden Titel "Selbstbestimmt aussehen" vermischt ebenfalls unreflektiert "Intersexualität", "Geschlechterverwirrung", "Sichtbarmachen einer selbst konstruierten Identität", "sexuelles Begehren", "Eintritt in das Zeitalter der Cyborgs" usw. Der Artikel endet:
Voyeurismus? Das zur Schaustellen von Fleisch jedenfalls ist Yuznas Talent. Die Spritze, die das Testosteron in den haarigen Oberschenkel spritzt. Das noch blutige Steak, dessen Fasern mit Messer und Gabel auseinander gezogen werden. Die Narben nach der Schönheitsoperation. »Open« lebt von diesen eindrucksvollen Bildern mehr als von der erzählten Geschichte.
Prompt gewann der offensichtlich vereinnahmende Streifen den Jurypreis des
"Teddy Adward", des "offiziellen queeren Filmpreis[es] der Berlinale",
mit folgender Begründung:
"um einem mutigen Debütfilm Anerkennung zu zollen, der ein weites Spektrum
von Transgender-Liebe und Transgender-Beziehungen
darstellt."
b) "The Hermaphrodites: Living In Two Worlds"
Klassischer Marmor-Zwitterporno im
LGBT-Gewand
(Bild: Tip Toland: "Tender
Flood", Detail)
"Hermaphroditen: Leben in zwei Welten" (englisch) ist eine thematische Gruppenausstellung mit keramischen Arbeiten, die derzeit in Amerika gezeigt wird.
Ein Portfolio mit sämtlichen Exponaten findet sich hier.
Die Ausstellung will "die wörtliche Definition von Zwittern verkörpern, die beide Geschlechter umfassen. Solche Kunstwerke finden sich manchmal in frühen Gesellschaften, jedoch selten in der zeitgenössischen Kunst."
Wenig überraschend wurde in der queeren Öffentlichkeit vor allem das auch hier abgebildete Exponat von Tip Toland prominent ins Zentrum gerückt, so etwa auf diesem Blog (englisch).
Die Skulptur ist offensichtlich eine enge Anlehnung an klassische Vorbilder. Statt des bekannten androgynen Jünglings mit Brüsten wurde hier jedoch von einem weiblichen "Butch"-Vorbild ausgegangen, diesem ein paar zusätzliche Körperhaare angefügt sowie ein Penis samt Hoden.
Die klassischen Statuen werden heute noch häufig themenbezogen als
Illustration verwendet, auch von Medizynern. Von Betroffenen wurde die
unreflektierte Verwendung solcher Plastiken wiederholt als "Porno"
kritisiert.
c) Jutta Schubert u. Horst Emrichs: "Rostige Rosen"
"Zweigeschlechtliche" Kuriosität auf der
Bühne
(Bild: Publicity-Foto auf
Kulturwerkstatt.de)
Auf dem Flyer zum Stück (PDF) heisst es:
Es gibt Männer und Frauen. Und alles Mögliche dazwischen. Oder: Dazwischen ist alles möglich. Den hundertprozentigen Mann, die hundertprozentige Frau gibt es nicht. Weder genetisch noch hormonell noch psychologisch oder sexuell. Das Stück mit Texten von Horst Emrich, Jutta Schubert und Tschuang Tse spielt mit Gender-Phänomenen, Lebensweisen, Schicksalen, GrenzgängerInnen, Identitätssuchern, mit Zweigeschlechtlichkeit, Sexualität und Sinnsuche. Außerdem tritt auch ein merkwürdiger Zeitgenosse auf, ein Freund, ein Seelenverwandter, ein Clown, ein Gott, ein Schamane? Ist es einer, der alles weiß oder nichts zu wissen braucht? Gespielt wird mit Texten und Musik, Figur und Tanz.
Die Ankündigungen auf der Theaterhomepage sowie bei der Autorin lauten jeweils leicht anders, wenn auch nicht weniger verwirrlich, so u.a.:
Ausgangspunkt: Es gibt Männer und Frauen. Und alles Mögliche dazwischen. Oder: Dazwischen ist alles möglich.
Inspiriert von Virginia Woolfs “Orlando”-Figur: Jemand reist durch die Zeiten, mal als Mann, mal als Frau, probiert Lebensweisen aus, überschreitet gesellschaftliche Grenzen, provoziert und ist dabei natürlich auf der Suche nach sich selbst, der eigenen Identität, der eigenen Sexualität.
Allen Ankündigungen gemeinsam ist ein ähnliches Pressefoto (siehe oben).
Offensichtlich feiert im Stück ein weiterer historischer Charakter seine
unreflektierte Auferstehung: Der (Fake-)Freakshow-Zwitter, wie er als
Jahrmarktsattraktion zum Teil noch bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts
gang und gäbe war. Ein (nachinszeniertes) Beispiel dazu fand sich in der 2.
Season der Serie "Carnivale", hier zur Illustration ein kurzer Ausschnitt daraus auf
Youtube.
Kommentar:
Die Aufbrechung des Zwittertabus wird auch weiterhin von verschiedenen Gesellschaftsschichten und Interessengruppen auf ihre Weise gespiegelt und benutzt werden. Dies ist unvermeidlich. Ein kleiner Trost: Noch die dümmsten Vereinnahmungen können bis zu einem gewissen Grad etwas zur Beendigung des Tabus beitragen, rein indem sie auf die Existenz von Zwittern hinweisen und die verschiedenen Bezeichnungen dafür im Umlauf halten.
Trotzdem bleibt Vereinnahmung Vereinnahmung, und allen, die sich dem Thema womöglich mit den besten Vorsätzen näherten, würde ein reflekterterer Umgang damit gut anstehen.
Sowie jedesmal auch unmissverständliche Hinweise auf die realen Leiden der realen Zwitter an den immer noch täglich andauernden Zwangseingriffen, oder gar eine konkrete Solidarisierung mit der Bewegung zur Beendigung dieser kosmetischen, menschenrechtswidrigen, experimentellen und uneingewilligten Zwangseingriffe an zumeist wehrlosen Zwitterkindern!
Heute, 10. März wird in den USA der „National Day of Appreciation for Abortion Providers“ gefeiert.
Today is also the anniversary of the 1993 assassination of Dr. David Gunn, the first abortion provider killed in the U.S. because of his job. This past year we lost another provider, Dr. George Tiller, to antiabortion violence. The threat of violence is constant for many providers and, in a year when a provider was assassinated for the first time in over a decade, that threat is on everyone’s minds. Yet doctors, nurses, therapists, and other clinic staff keep going to work, because they know the legal right to abortion means nothing if everyone is too afraid to perform the procedure.
Super Sache. Wir sollten daraus den „INTERnational Day of Appreciation for Abortion Providers“ machen!
Also vielen Dank an alle Ärzt_innen, Pfleger_innen und Krankenschwestern, die sich täglich dafür einsetzen, dass Frauen ihr Recht auf einen Schwangerschaftsabbruch wahrnehmen können!
via feministing
In Washington DC haben gestern Sinjoyla Townsend und Angelisa Young ihre zwölf Jahre Partnerschaft gefeiert und als erstes gleichgeschlechtliches Paar geheiratet. Ergreifender als in jedem Hollywoodfilm, also schon mal die Taschentücher auspacken:
Der studierte Kommunikations- und Politikwissenschafter arbeitete seit zehn Jahren als Redakteur, Moderator und Produzent für verschiedene Nachrichtenformate von Schweizer Radio DRS. Nächsten Montag soll er zum ersten Mal um 18 Uhr die "Tagesschau" des Schweizer Fernsehens moderieren.
Die Schweizer Schwulenorganisation Pink Cross möchte Grossniklaus als Werbeträger einspannen: "Grossniklaus weiss, was er will und wohin er will. Er versprüht genau das, was die Öffentlichkeit von einem prominenten Schwulen erwartet," sagte Pink Cross Vorsitzender Uwe Splittdorf gegeüber der Boulevardzeitung "Blick". Das könnte leider an den strengen Richtlinien des Schweizer Fernsehens scheitern, die den Moderator_innen die Unterstützung politischer Kampagnen untersagen.
Links: [www.display-magazin.ch]
[www.blick.ch]
[www.blick.ch]
[www.happytimes.ch]
http://www.pinkcross.ch/
Frauen in der Raumfahrt? Na gut aber nur wenn sie verheiratet sind. Dies ist die Voraussetzung für chinesische Taikonautinnen. Die Begründung:
„weil wir glauben, dass verheiratete Frauen körperlich und psychisch reifer sind“.
verkündete der der frühere Vize-Chef des Programms für bemannte Raumfahrt, Zhang Jiangi. Das nächste biologistische Hammerargument.
„Frauen hätten theoretisch Vorteile gegenüber ihren männlichen Gegenübern hinsichtlich Geduld und Umsicht“
Na dann ein Hoch auf die befraute Raumfahrt.
Hannah Maynard (Kerry Fox) ist der Appetit schon lange vergangen, nur Schokolade knabbern ist noch drin. Das erklärt sie auch Alen (Kresimir Mikic), der als Zeuge gegen den serbischen Kriegsberbrecher Duric vor dem UNO-Tribunal in Den Haag aussagen soll. Alen fängt die Oberstaatsänwältin und Anklägerin in einer Verhandlungspause ab: „Das Gebet hilft, wenn sie Aufgaben vor sich haben, die ihre ganze Kraft benötigen.“, erklärt er ihr. „Ich halte es mehr mit Schokolade.“, erwidert sie. Kurz darauf kommt heraus, dass Alen falsch ausgesagt hat, der Prozess droht zu kippen, Hannah macht ihm heftige Vorwürfe, dann bringt Alen sich um.
So fängt der Film Sturm von Hans-Christian Schmid an, der sich für Hannahs persönlichen Motive, die Brüche, die Stärken und für ihre Integrität interessiert. Sie plagt sich moralisch und emotional mit dem Selbstmord Alens herum und begibt sich auf Spurensuche ins ehemalige Jugoslawien, stößt aber in der Republik Srpska, die im serbischen Teil Bosnien-Herzegowinas liegt, auf verschiedene Widerstände. Einerseits findet sie verkrustete, kaum aufgearbeitete Strukturen vor, die nach wie vor Gewalt ausüben und einer politische Mafia gleichen. Andererseits sind die demokratischen Kräfte an einer Integration in die EU interessiert, dafür wollen und müssen sie die Vergangenheit hinter sich lassen.
In Serbien trifft Hannah auf Alens Schwester Mira (Anamaria Marinca), die das erlebt hat, was ihr Bruder vor Gericht nicht bezeugen konnte. Sie überredet Mira in Den Haag auszusagen und dort von den Geschehnisse im Krieg und von ihren Vergewaltigungen zu berichten.
Doch als Mira endlich in Den Haag ankommt, ist bereits ein juristischer Deal vereinbart worden und sie darf in der Verhandlung nur über einen kleinen Teil ihrer Erlebnisse aussagen. Die eigentlichen Vergewaltigungen werden im Prozess ausgespart. Neben der offensichtlichen Ungerechtigkeit, wird ihr die hart erkämpfte Chance der Karthasis versagt.
Anlässlich des Internationalen Frauentags hatte die Eiszeit Kino-Betreiberin Suzan Beerman am Montag, den 9. März 2010 den Film Sturm nochmals aufgeführt und außerdem den Regisseur Hans-Christian Schmid und die Produzentin Britta Knöller zum Gespräch eingeladen. Der Film war im Herbst 2009 in den Kinos gelaufen, kurz nur, wie das meistens so mit den kleinen Filmen ist, aber damals hatte ich ihn verpasst. Sehr schade, denn Sturm ist ein großartiger Film, der trotz seines juristischen Thrillerplots nicht die Frage nach einem Schuldigen stellt oder nach einer Auflösung verlangt.
Im Grunde geht es vor allem um die Frage: Wie geht es diesen beiden unterschiedlichen Frauen Hannah und Mira, welchen Schritt gehen sie als nächstes? Den Haag und die Konflikte im ehemaligen Jugoslawien bestimmen zwar den Hintergrund und einige der zeitlichen Plotabläufe, vor allem aber müssen sich die beiden Frauen mit widrigen Umständen, Erlebnissen, Konsequenzen und persönlichen Entscheidungen herumschlagen.
Auf Alens Trauerfeier, als Hannah das erste Mal auf Mira trifft, zeigt diese auf ein Rocky-Filmplakat, das Alen in der Wohnung aufgehängt hat und fragt: „Schauen sie sich solche Filme an? Wo das Gute am Ende immer gewinnt? Das hat er sich gewünscht.“ Damit hat der Film seine eigene Programmatik vorweggenommen: Weder Mira noch Hannah werden einfache Antworten finden und wo die Wahrheit auftritt, muss sie sich oft als Lüge verkleiden, denn der Film erzählt auch von den grundsätzlichen Problemen des Strafrechts und von den spezifischen des ICTY in Den Haag, wo Gerechtigkeit und Recht nicht zwangsläufig so deckungsgleich sind, wie sich das von einer Öffentlichkeit gewünscht wird.
Das ist nicht nur Miras Problem, die sich zur Aussage durchringt und dann abgewiesen wird, sondern das erkennt man auch am Gesicht der Schauspielerin Kerry Fox, die Hannah spielt, und permanent versucht eine Waage zu finden, zwischen der Empathie gegenüber dem Opfer und der Distanz der Rechtsausübung.

Die Figur der Hannah ist der Oberstaatsanwältin Hildegard Uertz-Retzlaff nachempfunden mit der sich Hans-Christian Schmid im Vorfeld oft getroffen hat und die das Team auch beim Drehbuch beraten hat. Hildegard Uertz-Retzlaff ist mittlerweile Anklägerin im Fall Radovan Karadzic, der 2008 verhaftet wurde. In Den Haag hat sie derzeit mit ähnlichen Problemen zu kämpfen wie die fiktive Hannah: Sie versucht die Vergewaltigungen in der sowieso schon zu langen Anklageschrift unterzubringen und rennt genau wie die Juristen im Film gegen die Zeit an, die Verfahren sollen nämlich kürzer und „schlanker“ werden.
Im Buch zum Film, herausgegeben von Schmid und dem Drehbuchautor Bernd Lange, findet man, neben anderen interessanten Interviews, ein spannendes Gespräch mit Uertz-Retzlaff. Überhaupt ist das Buch eine gute Überbrückung bis der Film endlich mal wieder irgendwo aufgeführt wird.
Bild via
Start Slide Show with PicLens Lite
Servicemembers United, die größte Vereinigung von les-bi-schwulen Soldat_innen und Veteran_innen und deren Verbündeten, hat sich nicht täuschen lassen, sondern die von Donnelly genannte Liste genauer untersucht und dabei Interessantes herausgefunden: das Durchschnittsalter der bisher überprüften 200 Unterzeichner liegt bei 74 Jahren, der älteste noch lebende Unterzeichner ist 99 Jahre alt. Zumindest ein "Unterzeichner" war zum Zeitpunkt der Unterschrift bereits tod und einige weitere sind mittlerweile verstorben. Einige weitere konnten sich auf Anfrage nicht mehr erinnern, unterschrieben zu haben oder überhaupt gefragt worden zu sein. Ein Großteil der Unterzeichner hat seine militärische Laufbahn beendet, bevor Don't Ask, Don't Tell in Kraft trat.
Das Ergebnis der Untersuchungen von Servicemembers United wurde am 5. März veröffentlicht und wird laufend ergänzt.
Links: http://servicemembersunited.org/?p=2152
http://www.boxturtlebulletin.com/2010/03/09/20949
[cmrlink.org]
http://www.towleroad.com/2009/03/elaine-donnelly-steps-up-crusade-against-gays-in-the-military.html
Praktikumsangebot an der Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften Referat Information und Kommunikation Koordination Jahresthema 2009|2010: Evolution in Natur, Technik und Kultur Birte Bogatz Jägerstraße 22/23 10117 Berlin Tel: +49 (0)30 20 370 537 Fax: +49 (0)30 20 370 366 Email: jahresthema@bbaw.de [jahresthema.bbaw.de]Ähnliche Beiträge
In Berlin haben sich einige feministische und anitfaschistische Gruppen zusammengefunden, um – den 8. März als Anlass nehmend –, eine Veranstaltungsreihe mit dem Titel „Reclaim Feminism!“ zu organisieren. Die Themen sind vielfältig, wenn auch keineswegs vollständig. Es wird Veranstaltungen zu feministischer Globalisierungskritik, Pornos, Homophobie im HipHop oder Maskulismus geben. Anspruch ist explizit, linken Feminismus zu thematisieren:
Wir möchten den 8. März zum Anlass nehmen, um die Fragen nach einem linken Feminismus wieder zum Thema zu machen. Diese stellen sich heute wie damals als schwierig dar, auch wenn auf den ersten Blick ›Feminismus‹ und ›Gleichberechtigung‹ in aller Munde zu sein scheinen. Denn von konservativen Feuilletonist_innen bis zu linksliberalen Kulturschaffenden: Zu Feminismus hatte in letzter Zeit jede_r etwas beizutragen. Dabei variierten die Vorstellungen zwischen einem konservativen Feminismus à la von der Leyen zu einem liberalen Karrierefeminismus, der in Thea Dorns F-Klasse seinen Ausdruck fand, bis hin zu traditionellen Vorstellungen von Familie und Geschlechterrollen bei Eva Herrman. Auch die Alphamädchen trugen mit ihrer individualistischen ›Feminismus-Version‹ etwas zu der Entpolitisierung des Begriffs bei. Ein Feminismus, der nichts kennt als den Kampf um formale Gleichheit in den bestehenden beschissenen Verhältnissen, ist nicht unser Feminismus. Auch einen Feminismus, der sich nicht mit der Verschränkung verschiedener Herrschaftsstrukturen, wie Rassismus, Kapitalismus und Geschlechterverhältnissen auseinandersetzt und sich nur um die Belange einer weißen Mittelschicht bemüht, weisen wir zurück. Unsere Reihe ist als Suchbewegung zu verstehen, die schlaglichtartig einige uns wichtig erscheinende Topics aufgreift und zur Diskussion stellt. Gemeinsamer Ausgangspunkt ist, dass ein linker Feminismus die Systemfrage stellen und als radikale Gesellschaftskritik alle Verhältnisse in den Blick nehmen muss. Dazu gehört, das System der Zweigeschlechtlichkeit und damit zusammenhängend Formen identitärer Politik ebenso zu kritisieren wie Kapitalismus, Nation und Rassismus.
Infos zu den einzelnen Veranstaltungen gibt es hier: [reclaimfeminism.blogsport.de]
Gesehen auf der FrauenLesbenTrans*-Kampftag-Demo in Wien:

via diestandard
PhD Student for “Organizational Networks, Diversity and Innovation” (1,0 fte)
Nijmegen School of Management
Vacancy number: 27.03.10
Closing date: 20 March 2010
Job description
The research project “Organizational Networks, Diversity and Innovation” is partly funded by Technology Foundation STW, whose main aim is to facilitate knowledge transfer between technical sciences and users by bringing scientific researchers and potential users together and by funding top-flight research in the technical and applied sciences.
You will examine the relation between networks and diversity in STW- projects. Successful projects produce scientific as well as technological and societal yields. To achieve success in this field, multiple stakeholders are required that come from various backgrounds. Networks entail formal and informal organizational processes as network relations are formed in opportunity structures (e.g. collaborations) but are also subject to choice (e.g. preference for certain network contacts).
Research has shown a relation between diversity and networks as people prefer social interactions with like-minded people. Therefore, networks play an important part in the development of inequalities. To come to a better understanding of inclusion and exclusion processes in networks, this research examines how the various stakeholders function in networks. The project will pay attention to a wide variety of social categories (gender, ethnicity, age, class, physical ability) and their intersections in networks.
You will use social network analysis (SNA) to map the network structures of selected projects as well as qualitative research (interviews and observations) to examine how stakeholders build, use and maintain these networks.
Requirements
You must have a Master’s degree in Management or Social Sciences and should be interested in both organizational network research and issues of gender and diversity. You should have excellent skills in research, planning, writing and presentation, and a firm grasp of Dutch and English language. Experience with qualitative as well as quantitative research methods is recommendable.
Organization
You will be appointed to the Chair of Strategic Human Resource Management at the Institute for Management Research. You will be part of the Business Administration research programme ‘Relational Enterprise’ which examines how social processes and relationships determine the ways in which organizations perform.
Relational Enterprise is one of the core themes of the Institute for Management Research (IMR) which conducts fundamental and applied research on the development, design and effectiveness of the public and private structures that regulate, govern and manage human interaction. These structures exist at various levels, ranging from societies to urban networks and from macro-economic systems to individual organizations and businesses.
Website: [www.ru.nl]
Conditions of employment
Employment: 1,0 fte
PhD Scale. The gross starting salary is € 2,024 per month and will increase to € 2,612 (fourth year).
Additional conditions of employment
You will be conditionally appointed as a PhD student (1.0 FTE) for a period of 18 months. Your performance will be evaluated after a year. If the evaluation is positive, the contract will be extended by 2,5 years.
Additional Information
Prof.dr. Y.W.M. Benschop
Telephone: + 31 24 3613007
E-mail: Y.Benschop@fm.ru.nl
Application
You can apply for the job (mention the vacancy number 27.03.10) before 20 March 2010 by sending your application -preferably by email- to:
Radboud University Nijmegen, Dienst P&O
Postbus 7005, 6503 GM Nijmegen
The Netherlands
Ähnliche Beiträge
GENDER COUNTS
26.März, 10.30 Uhr, Tagungszentrum Neue Mälzerei, Friedenstraße 91, Berlin-Friedrichshain
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,
anlässlich des zehnten Jahrestages der UN-Resolution 1325 zu Frauen, Frieden und Sicherheit möchte Sie OWEN – Mobile Akademie für Geschlechterdemokratie und Friedensförderung e.V. herzlich zu einer internationalen Konferenz einladen. Die Konferenz “GENDER COUNTS – 10 Jahre UN-Resolution 1325, Bilanz, Herausforderungen und Perspektiven” findet vom 24.-26. März im Tagungszentrum der Neuen Mälzerei, Friedenstraße 91, Berlin-Friedrichshain statt.
Am Freitag, den 26. März, beginnt dort um 10.30 Uhr eine abschließende Pressekonferenz. Es werden sprechen:
Der politische Hintergrund: In diesem Jahr begeht der UN-Sicherheitsrat den 10. Jahrestag seiner Resolution 1325 zu Frauen, Frieden und Sicherheit. Diese völkerrechtlich verbindliche Resolution hat in der internationalen Friedens- und Sicherheitspolitik eine wachsende Bedeutung. Ihr Gehalt kann in drei „P“ zusammengefasst werden:
Auch die Bundesregierung ist im Jubiläumsjahr damit beschäftigt, einen Bericht an die UNO über ihre Aktivitäten zur Umsetzung der Resolution zu schreiben. Den deutschen Wortlaut der Resolution sowie zwei ältere Umsetzungsberichte der Bundesregierung finden Sie unter www.un1325.de.
Die Konferenz findet in Kooperation mit dem Frauensicherheitsrat (www.frauensicherheitsrat.de) und dem Forum Ziviler Friedensdienst (www.forumZFD.de) statt. Es geht dabei um die Analyse verschiedener Erfahrungen bei der Umsetzung der UN-Resolution 1325 sowie um die Bedürfnisse lokaler Akteurinnen und Akteure
Die Tagung wird unterschiedliche Sichtweisen bündeln:
Die Konferenzsprachen sind Deutsch, Englisch und Russisch, es wird simultan gedolmetscht. Die Konferenz wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.
Anreise mit der U5 bis Straußberger Platz oder Tram M5, M6 oder M8 bis Platz der Vereinten Nationen.
Wenn Sie zur Konferenz bzw. Pressekonferenz kommen möchten, bitten wir unter Angabe Ihres Namens und Ihrer Redaktion um eine kurze Vorab-Mitteilung an konferenz1325@owen-berlin.de
Falls Sie darüber hinaus Einzelinterviews mit internationalen Gästen führen möchten, wenden Sie sich bitte ebenfalls an uns.
Mit freundlichen Grüßen,
Ihr OWEN-Team
OWEN – Mobile Akademie für Geschlechterdemokratie und Friedensförderung e.V.
Anklamer Str. 38, 10115 Berlin
Tel. 030-280 85 41, Fax 030-283 22 52
Weitere Informationen unter www.owen-berlin.de
Ähnliche Beiträge
In dieser Kolumne werden die politischen Aktivitäten der Bundesregierung rund um das Reizthema “Frauenpolitik” kritisch betrachtet, das sich zumeist hinter der Familienpolitik verstecken muss.
Was an der Sache mit dem Elterngeld erfreulich ist, ist an der Sache mit dem Betreuungsgeld unerfreulich. Dieses Geld, das unsere Bundesregierung ab 2013 einführen will, ist eine monatliche Unterstützung von 150 Euro für Eltern, die ihr unter dreijähriges Kind zuhause betreuen möchten.
Zwei aktuelle Studien belegen, dass diese Betreuungsgeld-Idee in eine Sackgasse führt: Zum einen zeigt das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im Auftrag des Bundesfinanzministeriums, dass sich die meisten Mütter nach Einführung des Betreuungsgelds genauso verhalten werden wie ohne: In der ZEW-Studie heißt das “Mitnahmeeffekt” – Mama wollte eh beim Kind bleiben und kriegt jetzt noch 150 Euro zusätzlich.
Dann ist da noch die Studie der Bertelsmann-Stiftung. Hier wird deutlich, dass das Betreuungsgeld gerade sozial schwache Familien und solche, die einen Migrationshintergrund haben, ermuntert, ihre Kinder daheim zu betreuen. Da aber erwiesen ist, dass gerade Kinder aus diesen Familien von Fremdbetreuung viel profitieren, spricht der Vorstand der Bertelsmann Stiftung zu Recht von einem “bildungspolitischen Schildbürgerstreich”.
Neben den Studien gibt es dann noch den In-echt-Versuch: In Thüringen wurde das Betreuungsgeld, das “Thüringer Erziehungsgeld” Mitte 2006 eingeführt. Was zur Folge hatte, dass einkommensschwache Familien ihre Kinder aus der Kita genommen haben und bis zum Kindergartenalter zuhause lassen, wie das Statistische Landesamt Thüringen ermittelt hat. 150 Euro mehr in der Haushaltskasse sind für manche Familien viel Geld; viele verstanden das Thüringer Erziehungsgeld als finanziellen Anschluss an das bundesweit ausgezahlte Elterngeld.
Vorgängerin Ursula von der Leyen war gegen das Betreuungsgeld, hat die Entscheidung darüber ausgesessen. Kristina Schröder hingegen verteidigt fast schon trotzig diese total unzeitgemäße, zu Recht “Herdprämie” genannte Kohle. Sie nennt es ein ihr wichtiges Anliegen, und eiert gemeinsam mit den Parteigenossen herum, diskutiert eifrig, ob der staatliche Rubel in Form von Gutscheinen oder bar auf die Hand rollen soll. Und das, obwohl sie sich selbst als “Vertreterin der jungen Generation” bezeichnet. Aber nie “Feministin” genannt werden wollte, heißt es in einem Interview, das sie der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung gegeben hat. Nie Feministin, weil Kristina Schröder nie jemand werden wollte, der die Interessen der Frauen gegen die der Männer ausspielt.
Ach, Frau Schröder, da haben sie aber was nicht verstanden.

time. / photocase.com
Die Gleichstellung der Geschlechter sei in Deutschland noch nicht erreicht. Das liege auch an den Frauen selbst, schreibt Tina Groll zum Weltfrauentag in der Zeit. Der Aufbruch der jungen Väter könne daran etwas ändern und Frauen sollten auf diese Väter setzen.
Nach dem dann in den Artikeln zum Frauentag üblichen Lamento, was sich in den letzten 100 Jahren noch nicht aber in den nächsten Jahren auf jeden Fall ändern müsste, kommt Groll dann zur Sache:
‘Die Geschlechterstereotypen sind so manifest, dass sie auch auf die Partnerwahl durchschlagen. Männer suchen Frauen, die zwar erwerbstätig und unabhängig sein sollen, aber die ihnen nicht überlegen sind. Frauen suchen Männer, die zumindest für eine kurze Zeit die Rolle als Ernährer erfüllen können. Weil die Strukturen der Arbeitsgesellschaft so angelegt sind, dass Kinderbetreuung und Vollzeit-Erwerbsarbeit in den ersten Lebensjahren eines Kindes nur schwer möglich sind, ist es am Ende eine private und ganz wirtschaftliche Entscheidung: Sie steigt eine Weile aus oder reduziert die Arbeitszeit im Job, weil er mehr verdient und sich das Paar das Projekt Familie anders nicht leisten kann. …
Die Frauenbewegung tritt aber auch auf der Stelle, weil die Männer zu zaghaft sind. Natürlich gibt es sie, die Männer in Frauenberufen, die Väter, die ihren Kinder zuliebe auf die Karriere verzichten. Das Elterngeld, durchgesetzt und eingeführt von einer Kanzlerin und einer Familienministerin, hat dazu einen Beitrag geleistet. Die Zahl der Männer in Elternzeit ist seit Einführung auf 20 Prozent angestiegen.
Die jungen Väter suchen eine neue Rolle – als Mann und als Vater. Sie sind die neuen Vorbilder. Sie erobern sich Teilhabe an den weiblichen Bereichen der Gesellschaft. Von diesen Vorbildern gibt es jedoch noch viel zu wenig. Solange die Männer sich nicht auf den Weg machen, werden die Frauen mühsam auf der Stelle treten.’
Ich denke (auch) umgekehrt wird ein Schuh draus. Solange Frauen Partner suchen, die bereit sind die alleinige finanzielle Verantwortung für das Projekt Familie zu übernehmen und selbst von dieser Anstrengung Abstand nehmen zu können, wird sich an den bestehenden Karrieremustern und Erwartungen der Wirtschaft nichts ändern. Die ‚Nomaden’ wie Familienministerin Schröder sie genannt hat, ziehen mit der Karawane weiter.
Frauen sollten also nicht alljährlich das beklagen, was sie selbst mitverantworten oder zumindest mittragen, sondern die Berufe und Positionen erobern, die eine partnerschaftliche Aufteilung der Erwerbs- und Familienarbeit erlauben. Wie es geht und welche Vorbilder es dafür gibt, um dies zu kommunizieren werden in verschiedenen Kampagnen und Mentoringprogrammen jährlich Millionen Euro ausgegeben.
Wenn das Territorium dann wirklich erobert ist, können die Bedingungen gemeinsam verändert werden und die Nomaden können sesshaft werden.
Potenzial-Assessment-Verfahren haben sich als wirkungsvolles Instrument der Orientierung und Ermutigung durch die Ermittlung von Kompetenzen erwiesen. Um dieses Verfahren gezielt für die MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) einsetzen zu können, entwickeln und erproben LIFE e.V. und das Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V. gemeinsam mit den durchführenden Hochschulen, der RWTH Aachen, der FU Berlin, der TU Dresden und der HAW Hamburg seit Anfang 2008 das Potenzial-Assessment-Verfahren tasteMINT. Unter dem Motto „Probieren vor dem Studieren“ können Abiturientinnen unter fachkundiger Beobachtung von speziell geschulten Assessorinnen/Assessoren ihre Potenziale für den MINT-Bereich ausprobieren und sich auf dieser Basis für ein Studienfach entscheiden. Jetzt hat die Transferphase begonnen und interessierte Hochschulen sind aufgerufen, tasteMINT für ihre Studierendengewinnung einzusetzen.
Neulich las ich im Missy Magazine in einer Filmkritik das Stichwort Camp. Tiefes Wühlen in meinem popkulturellen Gedächtnis: 60er Jahre, Andy Warhol, Susan Sontag fielen mir ein. Nicht besonders viel. Doris Leibetseder weiß da mehr. In „Queere Tracks. Subversive Strategien in der Rock- und Popmusik“ folgt die Gender-Wissenschaftlerin queeren Spuren in der Rock- und Popmusik, die mit Ironie, Mimikry oder eben auch mit Camp Pfade jenseits der heterosexuellen Orientierung schaffen.
Dabei setzt die Autorin den Ansatz voraus, dass queere Elemente in der Rock- und Popmusik kaum existieren und wenn, dann im Mainstream oft aus medial aufmerksamkeitsgenerierendem Interesse eingesetzt werden. Leibetseder will aber Beispiele nennen, in denen queere Elemente politische Relevanz besitzen.
Da Leibetseder ihre Untersuchungen als Dissertation veröffentlicht, ist die Lektüre entsprechend weniger unterhaltungs- als analyseorientiert. Die Österreicherin bedient sich sowohl der Methoden der gender als auch cultural studies und bröselt ihre Vorgehensweise in etymologische und philosophisch-kulturelle Bedeutungszusammenhänge auf. Damit folgt sie unter anderem Judith Halberstams Methodik der „queeren Methodologie“. Popkulturell interessierte LeserInnen, denen das Editorial in der Spex schon zu bedeutungsschwanger erscheint, werden in „Queere Tracks“ keine unterhaltende Befriedigung finden.
Mit einem bisschen Ausdauer aber ist Leibetseders Arbeit ein absolut lesenswertes, höchst informatives Werk. Weniger, weil sie anhand Peaches oder Angie Reed queere Strategien nachweist, sondern in der Art, wie sie ihre Erkenntnisse herleitet. Ironie, Parodie, Camp, Maske, Mimesis, Cyborg, Transsexualität und Dildo sind die Mittel, anhand derer heterosexuelle Normen und das binäre Geschlechtersystem aufgebrochen werden. Jedes Kapitel beginnt mit der begriffsgeschichtlichen Untersuchung der einzelnen Strategie: „Historisches, Definition, Erkennung“ dienen der Einführung und Hinterfragen des subversiven Potentials. Wir erfahren um die Ambiguität der Ironie und wie wir sie decodieren können, über ihre zahmere Schwester, die Parodie, die sich durch Nachahmung statt unterschwelligen Spott auszeichnet. Aber folgen auch der Diskussion, wo die Parodie Gefahr läuft als Mittel des Widerstands missverstanden zu werden. Zum Beispiel im Kontext des drag, in der durch Aneignung der Stereotype die Performanz geschlechtscharakteristischer Zuschreibung noch verstärkt zu werden droht.
Und ja, auch dem androgynitätsstiftendem Camp, der „dandyistische Perspektive auf die Welt“ kommt ein eigenes Kapitel zu Gute. Einschließlich der genauen Auseinandersetzung mit Susan Sontags wegbereitendem Essay „Notes on Camp“. Camp, so heißt es, habe eine große Ähnlichkeit mit queer, gehe es doch bei beiden um die Aufdeckung und Instabiliserung von Kategorisierungen.
So wie Leibetseder sich für Camp an Sontags Ausführungen orientiert, dient ihr für die Parodie Judith Butlers Thesen des nicht vorhandenen Originalgeschlechts und die durch Wiederholung vermeintlich geschlechtstypischen Verhaltens, doing gender, belebte Vorstellung stereotyper Charakterzuschreibungen. Im Kapitel zum Dildo legt sie Michel Foucaults These von Sexualität als konstituierendes Konstrukt zugrunde. Zur Belohnung aller Theorie folgt jeweils die Überprüfung am lebenden Objekt, der Rock- und Popmusikerin. Ob Madonna, Angie Reed, Björk, Peaches oder Annie Lennox, die Autorin nennt und zeigt Beispiele, in denen die zuvor analysierten queeren Strategien praktisch umgesetzt werden, um heteronormative und zweigeschlechtliche Performanzsysteme zu untergraben.
Egal, ob Peaches mit Dildo posiert, Courtney Love den Gebrauch des Babydoll-Kleides ironisiert oder Grace Jones mit der Androgynität des Camp auftritt – hier informiert sich der_ie Leser_in für den nächsten Youtube-Besuch.
Ich muss zugeben, bei 300 Seiten anspruchsvoller Lektüre bin ich bisher nicht über ein Drittel und dort über Nietzsches Beschäftigung mit Masken, der Masquerade, nicht hinaus gekommen. Leibetseders universale Rundumschläge in Etymologie, Psychologie, Philosophie und so weiter setzen eine Menge Wissen voraus und müssen oft mit Nachschlagen hier- und dorthin unterstützt werden. Obwohl die Autorin einem gut strukturierten Aufbau folgt, sich klar ausdrückt und es schafft, auch komplizierteste Thesen und Widersprüche der Gender Studies verständlich zu machen, enthält „Queere Tracks“ ein ordentliches Wissenspensum, das auch über die Lektüre hinaus zum Diskutieren anregt. Wer sich deshalb nicht direkt an die ganze Platte rantraut, kann entweder Track für Track verinnerlichen oder auf das sehr gut zusammen fassende Schlusswort zurückgreifen.
So oder so: „Queere Tracks“ ist ein absolut taugliches Buch für die feministischen Bibliothekscharts.
ANZEIGE:
Das Buch über diesen Link zu bestellen, unterstützt die Mädchenmannschaft.
Queere Tracks jetzt bestellen
Die meisten Frauen wollen Erwerbs- und Familienarbeit vereinbaren. Stellt sich Nachwuchs ein und wird die Erwerbsarbeit zugunsten der Familie unterbrochen, wird jedoch der Wiedereinstieg in den Beruf fuer Frauen oft zum Problem. Die IAB-Infoplattform bietet Literatur zu den Determinanten der beruflichen Reintegration von Frauen und zu den arbeitsmarkt- und sozialpolitischen Erfolgsfaktoren und Handlungsbedarfen beim Thema Wiedereinstieg.
Eine nicht näher bezeichnete muslimische Gruppe aus Mombasa hat Schwule und das Mikrobiologie-Forschungsinstitut KEMRI offen mit Gewalt bedroht:
"Homosexuals are not human beings and should be treated as such..... The KEMRI-UW research centre has been given 7 Days to close or we shall attack it on Friday next week"
Dies ist Teil eines Statements, das vorigen Freitag nach dem Abendgebet Journalisten gegenüber verlesen wurde. Um 19 Uhr wurde es über den lokalen religiösen Radiosender Baraka FM verbreitet und anschließend in einigen Nachrichtensendungen darüber berichtet.
LGBT-Menschenrechtsgruppen in Kenia nehmen die Drohung ernst, da es nicht der erste Angriff ist, der in dieser Weise angekündigt wurde. Es gibt Gerüchte, dass eine muslimische Gruppe im Mtwapa (15 km nördlich von Mombasa) ein Exempel statuieren will "they are vowing not to take anyone to the police this time", was wohl als gefährliche Drohung zu verstehen ist.
Das Kenia Medical Research Institute (KEMRI) gehört zu den weltweit führenden Forschungsinstituten auf dem Gebiet der AIDS/HiV-Forschung. Das KEMRI-UW Research Center ist eine Kooperation zwischen KEMRI und der University of Washington. Quelle: GayUganda vom 8. März 2010
Links: http://gayuganda.blogspot.com/2010/03/new-threats-in-mombasa-kenya.html
Die Fachtagung am 23. und 24. April 2010 in der Fachhochschule Köln, eine Gemeinschaftsveranstaltung des Männer Väter Forums in Köln, des Forums Männer, des Gunda Werner Instituts und des SPI an der Fachhochschule möchte Impulse für eine moderne Väterpolitik setzen.
Auf den zahlreicher gewordenen öffentlichen Veranstaltungen der letzten Jahre zum Thema Väter stand die Suche nach den Impulsen für die professionelle Arbeit mit Vätern im Vordergrund. Wie sich die Träger von Betreuungs-, Beratungs- und Bildungsangeboten auf die wachsende Präsenz einer neuen Zielgruppe einstellen, ist sicher ein wichtiges Thema.
Vernachlässigt werden bisher aber sowohl die Rolle und politische Bedeutung der bisherigen Väterforschung als auch die Frage nach den wünschenswerten Zielen einer „Väterpolitik“. Diese greift als integratives Moment auch in der kommunalen Politik, Bedürfnisse und Interessen von Vätern auf und gibt Anregungen und Impulse für eine emanzipatorische (Verwaltungs-)Arbeit und politische Praxis.
Auf kommunaler Ebene sind politische Entscheidungen an der Tagesordnung, die nachhaltig die Geschlechterverhältnisse, den Umgang zwischen Männern und Frauen, Mädchen und Jungen beeinflussen. Nicht nur im Jugendhilfeausschuss kann die Frage sinnvoll sein, in welchem Ausmaß jeweils Mädchen und Jungen, Mütter und Väter hierbei von den Entscheidungen profitieren und ob Jungen, Männer oder Väter dabei angemessen berücksichtigt oder auf eine aktive Vaterrolle orientiert werden.
Die geplante Fachtagung setzt insbesondere auf dieser Ebene an und soll vielfältige Impulse geben für eine politische und Verwaltungspraxis, die Väter mehr und anders als bisher in den Blick nimmt. Sie richtet sich an:
Nähere Informationen zum Programm sowie eine Anmeldemöglichkeit gibt es hier.
Bischof Iby gibt zu, dass die Kirche "damals noch ein bißchen ungeschickt im Umgang mit diesen Dingen" gewesen sei. Heute sehe man sie anders. Der betreffende Pfarrer ist geständig, es tut ihm leid und er gibt an, dass es seither zu keinen weiteren Fällen gekommen sei, er sei "clean". Im Gespräch mit dem Falter sagt der Pfarrer heute: "Leider, leider, man kann es nicht mehr rückgängig machen. Ich mache Wiedergutmachung, ich finanziere Studenten. Und seit zwanzig Jahren ist null, null, null. Wohlgemerkt, wenn Sie mit denjenigen in Kontakt treten: Es tut mir wirklich leid. Lassen Sie sie von mir lieb grüßen." Falter-Autorin Gerlinde Pölsler zweifelt allerdings, ob er sich der Tragweite seines Tuns bewusst ist. Quelle: Vorabmeldung des Falter vom 9. März 2010
Links: [www.ots.at]
[www.falter.at]
Der 55jährige Vater von vier Kindern tat das vor einem lokalen Radiosender in aller Deutlichkeit: Ja, er sei schwul, sagte er den Radiohörer_innen. Mit seiner Alkoholfahrt habe er das Gesetz gebrochen und Menschen gefährdet. Warum er als schwuler Abgeordneter und später Senator in alle den Jahren regelmäßig gegen Schwulen- und Lesbeninteressen gestimmt hat, begründete er ganz einfach: Die konservativen Wähler_innen in seinem Wahlkreis hätten das von ihm erwartet.
Kommentator_innen in amerikanischen LGBT-Blogs sind mit seiner Erklärung nicht zufrieden. Sie werfen ihm vor, dass er als Privatmann jene Vorteile und Errungenschaften der lesbisch-schwulen Community genießt, die er als Politiker bekämpft.
Links: [www.ggg.at]
http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/amerika/Coming-Out-eines-republikanischen-Senators/story/20653598
[www.boxturtlebulletin.com]
[www.gaypolitics.com]
Eigentlich ist es mir wirklich zu doof, mich noch über Stern Titelbilder aufzuregen. Weswegen ich zwar am Kiosk doch immer wieder den Kopf darüber schüttele, wie mal wieder egal-welches-Thema mit nackten Brüsten (meistens weiblich), Popos (männlich und weiblich), Bäuchen (ich glaube, eher weiblich) … verknüpft wird, das aber meistens bis ich daheim bin dann auch schon wieder vergessen habe.
So ging es mir auch beim aktuellen Titel, der so aussieht:

Aktuelles Titelblatt des Stern (Bild über stern.de)
Dann las ich aber eben dieses Interview mit Andreas Petzold und Thomas Osterkorn (den beiden Chefredakteuren) in der taz. Da geht es eigentlich um andere Themen, aber auch kurz um besagtes Titelbild und wie das mit dem Selbstverständnis des Stern zusammen geht:
Petzold: [...] der Stern ist ein wöchentlich erscheinendes, aktuelles Magazin, das relevante Themen aufgreift. Man kann auch gern sagen: Illustrierte – ich hab überhaupt nichts gegen dieses Wort. Aber die Inhalte von Stern und Bunte sind grundverschieden. Wir konkurrieren mit Focus und Spiegel – auch mit solchen Enthüllungsgeschichten.
Gut, dass Sie selbst auf die aktuelle Ausgabe zu sprechen kommen: Wie passt das Bild einer nackten Frau bei der Selbstbefriedigung, der ein Stethoskop über die Brüste baumelt, zu dem eben formulierten Anspruch?
Petzold: Henri Nannen hat immer gesagt: “Man muss die Kirche erst voll machen und dann predigen.” Und genau das machen wir. Wenn Sie sich die Inhalte der aktuellen Ausgabe anschauen, ist dem nichts hinzuzufügen. Die fängt an mit einer aktuellen Reportage aus Griechenland, die das bekannte Problem mit einer guten Recherche, einer exzellent geschriebenen Geschichte aufgreift…
… die sich aber nur mit einem kleinen Textankündiger auf dem Titel wiederfindet.
Petzold: Wo ist das Problem? Es geht doch um die Inhalte im Heft.
Aber es muss doch wohl die Frage erlaubt sein, wie Sie diese vorne präsentieren.
Osterkorn: Wir versuchen mit einem durchaus erotischen Bild, das wollen wir gar nicht in Abrede stellen, Interesse zu wecken für ein schwieriges Thema: Vorsorgeuntersuchungen und Früherkennungsdiagnostik. Was bitte will man da sonst zeigen? Eine Darmspiegelung? Ein Titelbild ist ja immer auch ein Werbeplakat für uns.
Und deswegen zeigen Sie so häufig Nackte?
Petzold: Im ganzen Jahr 2009 finden Sie bei 53 Ausgaben nur eine einzige Barbusige auf dem Titel.
Osterkorn: Da sind Sie Opfer Ihres Vorurteils, aber das kennen wir schon. Ich räume ein: In den 80ern war jeder zweite Titel so freizügig. Heute machen wir das höchstens zweimal im Jahr, und es bleibt trotzdem in den Köpfen hängen.
Ich seh die Redaktion des Stern richtig vor mir, wie sie sich seit Stunden die Köpfe heiß reden:
„Leute, der Titel über Früherkennung, also wir haben nur exakt zwei Möglichkeiten, das zu illustrieren: Nackte Frau oder Darmspiegelung. Eine andere Alterntive gibt es nicht. Wir stimmen jetzt einfach ab: Wer ist für die nackte Frau? …“
Lieber Stern, unter diesen Umständen verstehe ich das natürlich, dass Ihr Euch für die Nackte entschieden habt. Ihr hattet wirklich keine andere Wahl!
Geht man nach einschlägigen Rankings, sind es vor allem Männer, die »relevante« Inhalte im Netz produzieren. Wir in der Redaktion sowie eine ganze Reihe bloggende Frauen mögen das nicht glauben. Schließlich bloggen und twittern auch Frauen äußerst sichtbar über Politik, Mode, Technik oder Feminismus. In der aktuellen Ausgabe von Missy (seit dem 22. Februar am Kiosk), stellt Verena Reygers, selbst Bloggerin auf maedchenmannschaft.net, mal ihre persönliche Relevanzliste vor: sechs deutsche Bloggerinnen, die ihr kennen und lesen solltet. Aus aktuellem Anlass, denn Anfang April findet in Berlin wieder die Web-2.0-Konferenz re:publica statt – auf der sich in den vergangenen Jahren nicht eben viele Ladies tummelten. Hier könnt ihr den Beitrag jetzt auch online lesen.

v.l.n.r.: Barbara Mürdter, Anne Roth, Franziska Bluhm, Nicole Simon, Mary Scherpe, Birte Goldt. Illustration: Anja Stiehler.
Start Slide Show with PicLens Lite
Weil es auch innerhalb dieser Reihe und parallel zu ihr oft zu diesen bzw. ähnlichen Fragen kam, soll auf die aktuelle Disko der jungle world hingewiesen werden: Es geht um die oft (zurecht?) als konträr verhandelten Konzepte des „Patriachts“ und der „heteronormativen Matrix“. Dabei übernimmt der Antifaschistischen Frauenblock Leipzig (siehe auch „Macker“) den Part “Kampf dem strukturellen Patriarchat!”. Die Gegenrede zum “Kampf der heteronormativen Matrix!” wird von Hannah Holme vertreten.
Die Blick-Entscheidung des OLG Graz bezieht sich laut Standard auf Entscheidungen deutscher Höchstgerichte, die auch vom OGH schon zitiert wurden: Ehebruch sei keine Beleidigung der Ehefrau hieß es dort und die Behauptung, der Sohn sei homosexuell, sei keine Beleidigung des Vaters. Haider war "eine Person des öffentlichen Lebens", betonte das OLG Graz. Auch nach seinem Tod bestehe, "insbesondere wegen der konkreten Umstände seines Todes und die Zeit unmittelbar davor, noch heftiges mediales Interesse, wie nicht zuletzt die hier anhängige Klage zeigt." Fazit: Das Informationsbedürfnis laut Europäischer Menschenrechtskonvention wiege hier schwerer als die von der Konvention ebenfalls garantierte Privatsphäre Claudia Haiders.
Anders sah das OLG Wien eine ähnliche Frage. Die Berichterstattung habe postmortale Persönlichkeitsrechte Jörg Haiders verletzt und Witwe Claudia Haider sei berechtigt, diese Eingriffe zu ahnden erkannte es im Verfahren gegen News Networld, welche die ursprüngliche "Bild" Story über einen angeblichen Sexualpartner Haiders in ihren Medien ausführlich zitiert hatte. Die Frage nach der Verletzung von Persönlichkeitsrechten der Witwe stand in dem Wiener Verfahren nicht zur Debatte. Beim OLG Wien sind weitere Verfahren zur Haider-Berichterstattung noch anhängig, auch das Hauptverfahren in Graz ist noch nicht abgeschlossen. Es wird daher noch einige Zeit dauern, bis die Entscheidung beim Obersten Gerichtshof landet. Dass sie dort landet, steht angesichts des Interesses der beteiligten Medien an Rechtssicherheit so gut wie fest. Quelle: Der Standard vom 4. März 2010
Links: http://derstandard.at/1267132247860/Gericht-erlaubt-Text-ueber-Haiders-Sex
http://www.ggg.at/index.php?id=62&tx_ttnews[tt_news]=2910&cHash=f235cd48c4d8aff5212f5888eb0abb6e
http://www.kleinezeitung.at/steiermark/graz/graz/2306234/oberlandesgericht-graz-erlaubt-mediale-enthuellungen-ueber-haider.story
Zum gestrigen internationalen Frauentag hatte ich die Ehre, dass mein Text Netzpolitik und soziale Gerechtigkeit, erschienen beim Feministischen Institut Hamburg, auf Netzpolitik.org verlinkt wurde. In den Kommentaren meldeten sich gleich einige antifeministische Stimmen zu Wort, und schon geht es um Männergesundheit und angeblich nicht existente Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern. Die viel gehörten und widerlegten Ausführungen einiger Kommentatoren werden in vielen feministischen Blogs gar nicht mehr diskutiert, denn es ist bekannt, woher der Wind weht. Die TAZ hat über den Kampf für “Die Männerrechte” gestern einen informativen Artikel veröffentlicht. Das Feld der Männerrechtler ist heterogen, bisweilen aber deutlich rechtskonservativ positioniert. Dass sich bei Netzpolitik.org viele Kommentatoren die Mühe machen, diesem Unsinn etwas entgegensetzen, freut mich trotzdem sehr. Zu den wenigen Beiträgen, die auf meinen Text Bezug nehmen, gehört dieser hier:
“Kann mir mal jemand erklären, was das erste verlinkte Epische-Fremdwort-Schwangere-Werk uns sagen will? (…)
Den Bereich Netzpolitik als Trojanisches Pferd für Partikularinteressen zu nutzen, finde ich bedenklich… Wenn dies jetzt jede der von ihr aufgezählten Interessengruppen versucht wird es am Ende für alle sehr viel schwerer eine breite Bevölkerungsgruppe für das eigentliche Ziel mobilisieren.”
Okay. Das nächste Mal gebe ich mir Mühe und versuche, nur noch Fremdwörter zu benutzen, die normale Menschen verstehen. TCP/IP und so… Damit, dass netzpolitische Themen mit anderen politischen Anliegen verknüpft werden, hat auch ein anderer Kommentator ein Problem:
“Danke für Beitrag, damit ist endgültig klar, aus welcher politisch korrekten Ecke der Wind in diesem Blog weht.
Zum Kotzen, wie der Kampf gegen die staatlich vorangetriebene Totalüberwachung, von links-linken Gruppierungen für sich vereinnahmt wird und man bei der Gelegenheit das ganze auch noch mit anderen, vollkommen sachfremden Themen vermengt.”
Was für die einen vollkommen sachfremde Themen oder Partikularinteressen sind, ist die Lebensrealität der anderen. Da frage ich mich schon, wer die “breite Bevölkerungsgruppe” und das “eigentliche Thema” sind, und warum eine Verknüpfung von netzpolitischen und bürgerrechtlichen Forderungen mit vermeintlichen Partikularinteressen Leute abschrecken sollte. Um welche Konfliktlinien geht es hier?
Natürlich ist die Rede, die Kristina Schröder vergangene Woche anläßlich des gestrigen Weltfrauentages im Bundestag gehalten hat, primär politische Rhetorik. Das heißt, sie dient ein wenig der Positionsbestimmung, der Abgrenzung vom politischen Gegenüber und der Selbstspreizung. Irritierend ist aber doch, wie sehr sich gelegentlich die Ministerin in ihrer argumentativen Struktur an Guido Westerwelles jüngste Hartz-IV-Schoten anschmiegt, indem sie nämlich längst Bestehendes fordert und schon lange Diskutiertes als neue, gar eigene Position präsentiert.
Und nicht weniger irritierend ist, daß ich bei Westerwelle geneigt bin, solches Gehabe für Provokation, Randale und womöglich gar Strategie zu halten, bei Schröder aber (und ich bin wohl nicht der einzige) dazu neige, solche rhetorischen Strukturen eher einer vermuteten Ahnungslosigkeit zuzuschlagen. Das hat womöglich mit ihrem Alter zu tun und dem Umstand, daß sie in den Bereichen Familie, Gleichstellung & Cie. bisher nicht besonders aufgefallen war. Aber das wäre Stoff für einen anderen Blogeintrag.
Am Anfang ihrer Rede fragt Schröder:
Wir kritisieren zu Recht, dass Frauen immer noch deutlich weniger verdienen als Männer. Wir kritisieren zu Recht, dass auf höheren Hierarchieebenen, in Führungspositionen, insbesondere in Vorständen und Aufsichtsräten sehr wenige Frauen vertreten sind. Aber warum reden wir so wenig über die kulturellen und strukturellen Ursachen in der Arbeitswelt, die diesen Beobachtungen zugrunde liegen?
Ja, warum? Bzw.: Warum nimmt Frau Schröder nicht zur Kenntnis, was seit nicht nur gefühlten Jahrzehnten dazu gesprochen, geschrieben, diskutiert wird? Leider ist der Blick der Ministerin auf “kulturelle und strukturelle Ursachen” allerdings ein recht eingeschränkter. Denn in ihren kulturellen und strukturellen Kontexten ist offenbar nicht vorgesehen, daß das Konzept der freien Willensentscheidung für eine bestimmte Lebensweise zumindest problematisch ist.
Berufstätige Männer nehmen oft zwei, drei Karrierestufen auf einmal, während berufstätige Frauen meist zwei, drei Jobs auf einmal machen, nämlich Beruf, Kindererziehung und Haushalt.
Das hat wenig mit individuellen Denk- und Verhaltensmustern zu tun. Wenn Paare sich freiwillig für dieses Modell entscheiden, dann ist das ihre Privatsache. Aber in vielen Fällen ist es nicht so. Viele Paare heute wünschen sich eine gleichberechtigte Partnerschaft.
Es ist eine beliebte rhetorische Figur konservativer (Familien-)Politiker, auf diese Form der “freien Willensentscheidung” zu verweisen. Danach entscheiden sich die Frauen eben für ein Leben, das sich primär an den Kindern (und am Haushalt, etc.) ausrichtet, sie wollen gar keine Karriere machen, sondern lieber halbtags arbeiten, während die Männer eben nicht zu Hause bleiben wollen oder in extremeren Wahrnehmungen (Eva Herman et al.) Kindererziehung und Haushalt gar nicht können. Die Wahrheit hinter diesem Willen ist natürlich etwas komplexer, und Jana Hensel hat das vor einigen Wochen im Zeit-Magazin anhand von Zahlen – ausgerechnet! – des Bundesfamilienministeriums aufgezeigt:
Eine bereits im August im Auftrag des Familienministeriums erschienene Evaluationsstudie über die Auswirkungen des Elterngeldes auf die Erwerbstätigkeit und die »Vereinbarkeitsplanung« [...] belegt: Fast 90 Prozent aller Väter nehmen die alte Arbeit uneingeschränkt wieder auf. Damit wird die männliche Beschäftigungsquote vor der Geburt auch hinterher wieder erreicht.
Das Leben der Mütter unterdessen wurde binnen eines Jahres auf den Kopf gestellt. Während 55 Prozent von ihnen vor dem ersten Kind in Vollzeit beschäftigt waren, rutscht die Quote danach in den Keller. Nur 14 Prozent kehren in die Vollbeschäftigung zurück; nach zwei Kindern sind es nur noch 6 Prozent.
[...] Wobei wahrscheinlich jeder dieser Väter seinen Schritt mit persönlichen Gründen belegen kann. Wobei wahrscheinlich jede Mutter glaubt, sich ganz individuell für das Kind und gegen die Karriere entschieden zu haben. Alle werden bestreiten, nach traditionellen Mustern gehandelt zu haben, obwohl die Zahlen nichts anderes als deren Fortwirken belegen.
Mit anderen Worten: Eine strukturelle Veränderung ist hier nicht auffindbar. Wenn nach der Geburt eines Kindes die bisher vollbeschäftigten Männer dies weiterhin bleiben, von den Frauen aber wenig mehr als ein Zehntel, dann ist das nicht zwar vielleicht subjektiv freier Wille, dahinter stehen aber strukturelle, wirtschaftliche und kulturelle Faktoren, die jede freie Willensentscheidung mindestens durchdringen und beeinflußen.
Natürlich hat Schröder recht, daß diese Benachteiligung mindestens auch etwas damit zu tun hat, wer sich um “Fürsorgeaufgaben” (man nennt es auch Reproduktionsarbeit) kümmert:
Meine These ist, dass Strukturen und Kulturen in der Arbeitswelt nicht nur Frauen benachteiligen, sondern zu einer Benachteiligung von Menschen, von Männern und Frauen, führen, wenn sie Fürsorgeaufgaben in der Familie übernehmen.
Und natürlich muß man ihr zustimmen, daß hier die staatliche Förderung auch mehr auf jene Rücksicht nehmen sollte, die alte Menschen pflegen – auch das sind meist die Frauen. Aber all das ist nicht erst seit gestern so, diese Erkenntnisse sind nicht neu, und ob Schröder das ändern will, ist ungewiß; man müßte mal ein tiefergehendes Interview zu ihrem Geschlechterverständnis mit ihr lesen (oder führen), um ihre Äußerung “Männer und Frauen haben im Schnitt unterschiedliche Vorlieben und Fähigkeiten” im Interview mit der FAZ richtig zu deuten und vor allem auf ihre politische Bedeutung abklopfen zu können.
So steht in der Rede letztlich nichts von wirklichem Belang – sie will sich eben doch, “Grundsatzrede” hin oder her, noch nicht richtig festlegen; “Quotenregelungen” seien falsch, eine “Mindestanteilsregelung” könne sie sich hingegen feststellen. Wo auch immer da nun der Unterschied sein mag.
Interessant bleiben aber doch die Leerstellen im Text – Schröder glaubt nicht an “schenkelklopfende Diskriminierung” und hat doch außer dem Verweis auf einen Artikel in der Wirtschaftswoche kein rechtes Konzept, wie es denn dann zu den strukturellen De-Facto-Unterschieden kommt, die sie selbst ja beschreibt. Und irgendwann wird sie sich einmal darüber klar werden müssen, wie das eigentlich funktioniert mit den nach Geschlechtern gar nicht so hübsch geordneten Entscheidungsmöglichkeiten für einen bestimmten Lebensentwurf.
(Weitere Kommentare dazu in der taz und im Mädchenblog.)
Vielen Dank fürs Abonnieren dieses Feeds. (Digital Fingerprint:
In einem Gastkommentar der Frankfurter Rundschau, lässt Alice Schwarzer die Welt wissen, dass sie den Weltfrauentag am liebsten abgeschafft sehen würde. „Schaffen wir ihn also endlich ab, diesen gönnerhaften 8. März! Und machen wir aus dem einen Frauentag im Jahr 365 Tage für Menschen, Frauen wie Männer“. Weiter kritisiert sie, dass dieser Tag eine „sozialistische Erfindung“ sei.
„Doch gerade die Frauenbewegung entstand bekanntermaßen Anfang der 1970er Jahre im Westen nicht zuletzt aus Protest gegen die Linke. Eine Linke, die zwar noch die letzten bolivianischen Bauern befreien wollte, die eigenen Frauen und Freundinnen aber weiter Kaffee kochen, Flugblätter tippen und Kinder versorgen ließ.“
Die realsozialistischen Länder seien in den obersten Etagen bekanntermaßen auch frauenfrei gewesen. Unter diesen Vorzeichen ist die Übernahme des sozialistischen Muttertags als ,unser Frauentag‘ für Feministinnen, gelinde gesagt, der reinste Hohn.“
Harte Worte sowohl für den Weltfrauentag, als auch für den Sozialismus. Leider muss mensch zugeben, dass die Kritik am Sozialismus gerechtfertigt ist, den dieser verpasste es im letzten Jahrhundert die wirkliche Gleichstellung der Frau in der Gesellschaft als auch in der Partei durchzusetzen.
Jedoch muss mensch dem Sozialismus zu gute halten, dass dieser schon vor 100 Jahren erkannte, dass Frauen Menschen mit Rechten sind.
Eine Weltanschauung von der die neoliberale-konservative Front noch heute weit entfernt ist. So ist es umso verwundernswerter, dass Frau Schwarzer zusammen mit der Bild-Eignerin Frida Springer, der ehemaligen TV-Talkerin Sabine Christiansen und anderen konservativen High-Society Ladies vor der vorletzten Bundestagswahl den Wahlverein „Mehr für Merkel“ gegründet hat. Ich halte zwar überhaupt nichts von einem Alice-Schwarzer-Bashing, (die Feministin in mir zollt Bewunderung für vergangene Taten), aber sich als Frauenrechtlerin mit dem konservativen Lager einzulassen kann als suizidal angesehen werden. Denn von dieser Seite wird NIE eine progressive Frauen/Genderpolitik ausgehen. Diejenigen die, die Debatte um Frauenbefreiung und Menschenrechte weiterführen werden und für gleiche Rechte kämpfen, werden wahrscheinlich auch in diesem Jahrhundert linke Gesellschaftsschichten sein. Also hatte Frau Schwarzer vielleicht doch recht, Gleichberechtigung ist eine sozialistische/linke Erfindung.
We are aiming to do it ourselves – to be able to live from our journalism!Das meint Professor Roy Greenslade von der Birmingham City Universität, der damit betont, dass es ihr Ziel sei, vom Journalismus leben zu können. Der Text bietet praktische Hintergrundinfos und Erfahrungsberichte.
Als größten Erfolg werteten es die Veranstalter, dass man den Menschen draußen verdeutlichen konnte, dass Homosexualität noch immer in 70 Ländern der Welt illegal, in 7 Ländern mit der Todesstrafe bedroht ist. Aber auch die schwulen und lesbischen Sportler_innen, für die das Pride House in erster Linie gemacht war, nahmen das Angebot dankbar an. Viele wollen freilich namentlich nicht erwähnt werden.
Anschließend an die olympischen Spiele fand in Whistler die Winter Pride statt, bei der das Pride House als Registrierugnsbüro für die ankommenden Gäste diente. Im Anschluß daran konnte man im Pride House Kunstausstellungen besuchen oder in der Lounge mit Freunden und Freundinnen zusammentreffen. Es soll als ständige Einrichtung auch für zukünftige Winter Pride Wochen erhalten bleiben. Quelle: TomOnTour
Links: http://www.tomontour.com/index.php?option=com_content&view=article&id=421%3Aquns-laeuft-immer-noch-ein-schauer-ueber-den-rueckenq&catid=40%3Anews&Itemid=58&lang=dee
http://www.gaywhistler.com/
http://www.pridehouse.ca/
Welche Hürden genau die neue Frauenministerin Kristina Köhler den Studentinnen technischer Fächer aus dem Weg räumen will, hat sie nicht gesagt. Dass die 50%-Frauenanteil immer so utopisch klingen hängt sicher noch am alten Vorurteil „Frauen und Technik”. Dass es sich dabei um ein Vorurteil handelt, beweist ein ums andere Mal der Blick in andere Länder.
In Malaysia etwa hält man Programmieren für Frauensache – „ richtige Männer” dort arbeiten im Freien und nicht vor einem Bildschirm. Frauen dagegen sollten möglichst in Gebäuden arbeiten. Bereits der Umgang mit Elektronik war in Frauenhänden, so dass die heutigen Informatik-Studentinnen weibliche Vorbilder haben. Inzwischen stellen sie über die Hälfte der Beschäftigten und auch in den höheren Managementstufen sind sie immer häufiger zu finden. Mehr dazu in den Gender News der Standford University.
Auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten sieht man die Möglichkeit „in sauberen Bürogebäuden als Frau zu arbeiten” als einen Grund, warum Informatik besonders für Frauen geeignet sei. Besonders in der Verwaltung und in Banken sind IT-Projektleiterinnen auf dem Vormarsch und bereits an den Universitäten schreiben sich mehr Frauen für entsprechende Studiengänge ein, so ITP.net.
Ein kurzer Lesetipp (besonders geeignet als Standardlink in entsprechend ausufernden Diskussionen): Antje Schrupp hat “Drei verbreitete Irrtümer zum Feminismus” zusammengestellt und erläutert, warum es sich um Irrtümer handelt.
Indien will Frauenquote im Parlament einführen.
Die Lesbenberatung Berlin, sucht ab sofort eine_n Praktikant_in im Bereich Lobby und Öffentlichkeitsarbeit
Mögliche Aufgabengebiete:
Voraussetzungen:
Wir bieten flexible Arbeitszeiten, persönliche Betreuung, individuelle Lehr- und Lernzielvereinbarungen, ein nettes Team und die Möglichkeit, praktisch-politisch Einfluss zu nehmen.
Es wäre schön wenn Du mindestens 18 Stunden/Woche Zeit mitbringen könntest.
Wir möchten ganz besonders LBT of Color, Schwarze LBT und LBT- Migrant_innen zu einer Bewerbung ermutigen.
Bitte sendet Eure Bewerbungsunterlagen per Mail an:
claudiaapfelbacher@lesbenberatung-berlin.de
Ansprechpartnerin ist Claudia Apfelbacher
Ähnliche Beiträge
In ihrer ersten Gleichstellungsrede macht die CDU-Frauenministerin Kristina Schröder (ehemalige Köhler) laut der taz deutlich, was sie von Quoten hält: so wenig wie von Cortison.
Die Debatten um die fortbestehenden geschlechterspezifischen Ungleichheiten in der Gesellschaft werden von zwei Begriffen geprägt, die scheinbar in einem Konkurrenzverhältnis zueinander stehen: “Patriarchat” und “heteronormative Matrix”. In der Jungle World kann man zwei Positionen nachlesen: “Kampf dem strukturellen Patriarchat!” und “Kampf der heteronormativen Matrix!”
Das bis dahin nach dem brandenburgischen Kolonialherren Otto Friedrich von der Groeben benannte Gröbenufer im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg wurde in May-Ayim-Ufer umgenannt. May Ayim war eine Dichterin und Aktivistin der afrodeutschen Bewegung.Auf DieStandard.at wird von einer Studie aus der kolumbianischen Hauptstadt Bogota berichtet, die ergab, dass sich 21% der Freier in die Prostituierte verlieben, mit der sie sich eingelassen haben und 23% immer wieder diese eine Frau aufsuchen. Umgekehrt gaben 50% der Prostituierten an, sie hätten sich bereits einmal in einen Freier verliebt.
Auf Sociological Images werden gerade Stereotype thematisiert, die in vielen (westlichen) Ländern über asiatische Frauen (als vermeintlich kulturell homogene Gruppe) herrschen: “The Submissive Asian Sterotype“.
Der Spiegel berichtet: Im Skandal um den sexuellen Missbrauch von Kindern in katholischen Einrichtungen gibt es jetzt auch Vorwürfe gegen ein Kinderheim der Berliner Hedwigschwestern. Ein Opfer sagte im ZDF: “Man hört immer nur von den Priestern, dabei waren’s doch die Nonnen genauso.” Im Selbermach-Sonntag verlinkte Ben das zugehörige ZDF-Video.
Seit Donnerstag können in Mexiko-City gleichgeschlechtliche Paare den Bund fürs Leben schließen, so die Washington Post. Die Stadt kann ihre eigenen Gesetze erlassen und hat im ansonsten streng katholischen Mexiko mit liberalen Entscheidungen für Kontroversen gesorgt. So wurden Abtreibungen im ersten Trimester erlaubt und die Scheidung ohne Schuldfrage eingeführt. Mit 50% der Einwohner_innen sind die Befürworter_innen der gleichgeschlechtlichen Ehe auch deutlich mehr als die Gegner_innen (38%). Bisher waren nur eingetragene Partnerschaften erlaubt.
Eine britische DJane rockt gerade die französische Party-Szene: Ruth Flowers ist 69 Jahre alt!
Im britischen TV lässt die Repräsentation von Frauen zu wünschen übrig. Der Guardian berichtete von einer Studie, nach der Männer 65% aller Auftritte auf den Kanälen bestreiten. In Soap Operas ist das Verhältnis noch ausgeglichen, in den Nachrichtensendungen sind dagegen deutlich weniger Frauen zu sehen. Und wenn, dann meist zu den „weichen” Themen Gesundheit oder Kultur.
Auf broadsheet@salon schreibt Judy Mandelbaum über polnische Abtreibungsgegner_innen, die Abtreibung mit Faschismus gleichsetzen. In Poznan steht auf einem riesigen Plakat neben dem Gesicht von Hitler zu lesen: “Abtreibung für polnische Frauen wurde am 9. März 1943 von Hitler eingeführt.”
Die nunmehrigen Kläger, Dietmar Holzapfel und Josef Sattler, Inhaber des bekannten Münchener Schwulenhotels "Deutsche Eiche", wollten im August 2006 gemeinsam mit der Zeitschrift Sergej mit einem als "Papamobil" dekorierten und gekennzeichneten LKW am Umzug zum Christopher Streat Day teilnehmen. Mit auf dem "Papamobil" eine Papstpuppe und Poster mit Fotomontagen von einem geschminkten Benedikt XVI, der Kondome über den Fingern trägt. Dem Papst zugeschriebene Aussagen wie "Homosexuelle Beziehungen sind zutiefst unmoralisch. Homosexualität ist eine schwere Sünde!" Homosexuellen ist "mit Achtung, Mitleid und Takt zu begegnen!" Homosexuelle sind "gerufen, ein keusches Leben zu führen", ergänzten die Dekoration.
Einem Münchner Pfarrer, der die Crew beim Aufbauen der Wagen sah, missfiel diese Art der Auseinandersetzung mit katholischen Grundsätzen. Er rief die Polizei, welche die Veranstalter zum Abbau der LKW-Dekoration aufforderte, da sie darin eine Beleidigung eines ausländischen Staatsoberhauptes sah. Das Strafverfahren wurde rasch eingestellt, aber die Klage gegen die Polizeiverfügung zog sich. Das Verwaltungsgericht gab der Polizei recht und ließ keine Berufung zu. So landete der Fall beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof. "Es ist schon schwierig für die Polizei", Entscheidungen in Eile zu treffen, räumte der Vorsitzende des Senats Andres Dohm ein. "Aber die Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut." Die satirische Verfremdung der Bilder des Papstes sei so deutlich zu erkennen, dass ein unvoreingenommenes
und verständiges Publikum nicht zu der irrigen Einschätzung gelangen könne, der Papst sei homosexuell oder empfehle homosexuellen Personen den Gebrauch von Kondomen, erkannte der Verwaltungsgerichtshof.. Daher setze sich im vorliegenden Fall die Meinungsfreiheit der Kläger gegen das Persönlichkeitsrecht des Papstes durch. Quelle: Pressemitteilung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs vom 8. März 2010
Aktenzeichen: Bayer. Verwaltungsgerichtshof, Urteile vom 8.3.2010. Az 10 B 09.1102 und 10 B 09.1837. Die schriftlichen Entscheidungsgründe werden erst in einigen Wochen vorliegen.
Links: http://www.vgh.bayern.de/BayVGH/documents/PM-20100308.pdf (Pressemitteilung)
http://www.vgh.bayern.de/BayVGH/
http://www.sueddeutsche.de/muenchen/151/505352/text/5/
[www.queer.de]
Da ist ganz schön was passiert in den letzten Jahrzehnten. Frauenemanzipation, Globalisierung, Wirtschaftskrise - und mit all dem müssen Männer auf ihre eigene Weise zurecht kommen. Ute Scheub sagt: Durch Verlust von Jobs und Privilegien fühlen diese sich in ihrer männlichen Identität bedroht. Und oft reagieren sie in ihrer Hilflosigkeit gekränkt oder sogar gewalttätig. Warum das bedrohlich werden kann und warum Männer selbst ein ureigenes Interesse an Geschlechtergerichtigkeit haben sollten, beschreibt das Buch "Heldendämmerung". "Das Patriarchat schadet der männlichen Gesundheit, verkürzt das Lebensalter und versaut das Lebensglück von Männern," weiß die Autorin Ute Scheub.
Die Journalistin und Autorin sammelte Interviews, Porträts und Fakten und hat ein Buch darüber geschrieben, weshalb die Krise der Männer und der Männlichkeit gefährlich ist. Dem Verlag Randomhouse beantwortete sie wichtige Fragen dazu. Wir haben freundlicherweise die Genehmigung zur Veröffentlichung erhalten.
:::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::
Frau Scheub, Sie widmen sich in Ihrem Buch einem Krisengebiet, das so zentral und fundamental ist, dass man sich wundern muss, dass darüber so wenig gesprochen wird: die Krise der Männer. Wie äußert sich diese Krise?

Diese Krise reicht rund um den Globus und quer durch alle Bevölkerungsschichten. Die männliche Identität ist fragiler als die weibliche – aus verschiedenen Gründen, die ich in dem Buch näher erläutere. Wenn Männern Jobs und Posten durch Globalisierung und Wirtschaftskrise wegbrechen, sehen sich viele von Identitätsverlust bedroht. Männliche Identität kriselt heutzutage ganz oben und ganz unten, unter Bankmanagern genauso wie unter erwerbslosen Slumbewohnern, unter weißen US-Amerikanern genauso wie bei den Taliban. Die weltweite Vorherrschaft des weißen Mannes ist definitiv gebrochen, und nun streiten sich etliche um den frei werdenden Posten des Vorstandsvorsitzenden der Welt AG.

Frauen kämpfen seit vielen Jahrzehnten für Emanzipation und Gleichberechtigung. Ist diese Krise der Männer also eine gute Nachricht für Frauen?

Nein. Sie ist auch für Frauen bedrohlich, weil in ihrer Identität bedrohte Männer häufig zu Gewalt greifen, um ihre vermeintliche oder tatsächliche Herrschaftsposition zurückzuerobern. »Ich fühlte mich gut, ich fühlte mich endlich wieder als Mann«, sagte ein Erwerbsloser, nachdem er seine Freundin verprügelt hatte. Das ist symptomatisch: vermeintliche Selbstermannung oder Selbstermächtigung durch Gewalt gegen Schwächere.

Manche Symptome dieser Krise, zum Beispiel die Selbstinszenierung einiger Staatsmänner als echte Kerle – man denke nur an den angelnden und Tiger erlegenden Putin – sind ärgerlich,zuweilen auch lächerlich. In anderen Teilen der Welt nimmt diese männliche Identitätskrise aber noch größere, ja bedrohliche Ausmaße an. Was beobachten Sie?

Auch der Tiger jagende Ministerpräsident ist durchaus bedrohlich. Hierzulande fiel es bloß niemandem auf, dass Putin das riesige sibirische Viech just in dem Moment mit einem Betäubungsgewehr niederstreckte, als der Kaukasuskrieg beendet war. Putins heimisches Publikum aber verstand sofort: Mit dem Tiger war der georgische Präsident Michail Saakaschwili gemeint. Um »wehrhafte« Männlichkeit zu beweisen, ziehen verunsicherte Männer im Extremfall in den Krieg – wie in Georgien, Ex-Jugoslawien, Afghanistan und vielen anderen Regionen geschehen. Aufgehetzt von skrupellosen Anführern, sehen solche Männer im Töten derer, die sie als Bedrohung empfi nden, den Ausweg aus ihrer Identitätskrise. Sie werden zu Tätern, aber sie sind auch Opfer einer verselbstständigten Pathosmaschinerie. Die Männer stecken in Zirkelschlüssen fest: Sie glauben, Krieg führen zu müssen, weil erst der Krieg sie zu »richtigen Männern« macht.

Untersuchungen zeigen, dass es allen Mitgliedern einer Gesellschaft – Männern, Frauen und Kindern – besser geht, wenn die Geschlechter möglichst
gleichberechtigt sind. Sollte man die Männer nicht an Bord holen, wenn es darum geht, Demokratie und Gleichberechtigung in unseren Gesellschaften durchzusetzen?
Männer sollten in ihrem ureigenen Interesse an Bord des Dampfers klettern, der Richtung Geschlechtergleichheit geht. Zum Glück gibt es eine weltweit wachsende Bewegung engagierter Männer, die genau das tun – in meinem Buch berichte ich darüber. Zahlreiche Studien belegen: Das Patriarchat schadet der männlichen Gesundheit, verkürzt das Lebensalter und versaut das Lebensglück von Männern. Denn entgegen dem Tunnelblick mancher Feministin ist die Mehrheit der Opfer der zahlreichen Formen männlicher Gewalt ebenfalls männlich. Umgekehrt aber gilt: Staaten mit vergleichsweise hoher Gleichberechtigung sind innen und außenpolitisch deutlich friedlicher als patriarchalische Staaten, die Menschen dort sind wohlhabender und glücklicher, sie leben länger und zufriedener. Mich hat bei meinen Nachforschungen selbst überrascht, dass »Gedöns«, wie Ex-Bundeskanzler Schröder Geschlechterpolitik einmal nannte, einen so sagenhaft hohen positiven Wirkungsgrad hat – und zwar auch für Männer!
Zum Glück, gibt es das Audioarchiv.
Radio Island aus Leipzig hat ein Feature über Phänomene »männlichen Theorie- und Aktionsmackertums« in der sog. linken Szene gemacht. Zu Wort kommen Menschen aller Geschlechter, darunter auch – mit sehr interessanten Überlegungen – Bini Adamczak. Download (15 MB)
Ort: "belladonna", Kultur-, Kommunikations- und Bildungszentrum für Frauen e.V., Sonnenstraße 8 , 28203 Bremen
Von Michel Reiter auf auf seiner Homepage und im Hermaphroditforum gepostete Ankündigung:
Talkrunde
[...]
Weder Frau noch Mann
Intersexuelle Menschen zwischen Medizin und Menschenrecht
in Kooperation mit der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Bremen
Die Existenz von Menschen, die sich biologisch nicht eindeutig in die Kategorie „Frau“ oder „Mann“ einordnen lassen, wird in der Öffentlichkeit meist gar nicht wahrgenommen. So genannte Intersexuelle, Hermaphroditen oder auch Zwitter werden schon als Kleinkinder medikamentös oder operativ behandelt mit dem Ziel, ihnen ein „eindeutiges“ Geschlecht zuzuweisen. Meist geschieht das, bevor sie alt genug sind mitzuentscheiden. Sie geraten in die Mühlen der Medizin und leiden unter den Folgen der Behandlung oft ihr ganzes Leben lang. Der Eingriff in die sexuelle Selbstbestimmung führt häufig zu Depressionen, nicht selten auch zu Suiziden. Angehörige werden häufig nicht umfassend aufgeklärt und beraten. Sie fühlen sich massiv unter Druck gesetzt.
„Warum und wieso kann es nicht einfach akzeptiert werden, dass es ein `drittes Geschlecht´ gibt? Es ist die unbeschreibliche Ohnmacht, die einen überfällt wenn man einmal mehr als NICHT EXISTENT bezeichnet wird.“ (Auszug aus einem online-Tagebuch eines Betroffenen).
Impulsreferat von Michel Reiter: „Hermaphroditen: das unaussprechlich Reale?“
Er kämpft seit Jahren für die Anerkennung einer dritten Geschlechterkategorie in Deutschland.
In der Talkrunde:
Lucie Veith, Gruppe Intersexueller Menschen e.V., Hamburg
Prof. Dr. Konstanze Plett, Professorin für Rechtswissenschaften und Gender Law, Universität Bremen
Moderation: Björn Fecker, MdBB, stellv. Fraktionsvorsitzender Bündnis 90/DIE GRÜNEN
Die Diskussionsveranstaltung ist für Frauen und Männer
Kommentar: Die Formulierung "Für Frauen und Männer" ist, wie schon im Hermaphroditforum festgehalten wurde, Standard bei vielen Frauenprojekten, wenn zu einer Veranstaltung nicht ausschliesslich Frauen zugelassen sind, und folglich nicht böse gemeint, wenn auch im vorliegenden Fall zumindest formell unsensibel.
In der Sache selbst scheint diese Veranstaltung, in löblichem Gegensatz z.B. zum sog. "Fachgespräch" der Bundestags-Grünen vom letzten Jahr, endlich gewillt, die Leiden der Zwangsoperierten Ernst zu nehmen und auf sie zu hören. Danke! Bleibt zu hoffen, dass als nächster Schritt konkrete politische Aktionen folgen, um die kosmetischen Zwangseingriffe endlich zu stoppen!
Allein in Deutschland wird etwa JEDEN TAG ein Zwitterkind genitalverstümmelt, in der Schweiz und in Österreich etwa JEDE WOCHE JE EINES! Wie lange noch?
Siehe auch:
-
"Medizinische Intervention als Folter" - Michel Reiter 30.6.2000
-
Rede 5. Treffen Netzwerk Intersexualität Kiel 6.9.2008
-
Weg weisende Kampagne gegen pränatale Dexamethason-Zwangsbehandlungen
-
Euro-DSD: Lübecker Zwitterstudie frisiert
-
Zwangskastrierte Zwitter müssen Ersatzhormone selber bezahlen
-
Wie das "Netzwerk Intersexualität/DSD" seine Versprechen bricht
-
Intersexuelle Menschen e.V. distanziert sich stillschweigend vom "Netzwerk
DSD"
-
Netzwerk DSD/Intersexualität und wir Intersexuellen - Mitsprache geht
anders
-
Wie das "Netzwerk DSD" die "Lübecker Studie" frisiert
-
Ersatzhormone für Zwangskastrierte auf Kasse! "Netzwerk DSD" zum Handeln
aufgefordert
Dieser Ansicht ist Christian Füller, taz Redakteur und Vater von zwei Söhnen, der den Titelbeitrag der 12 Sonderseiten ‚Männer’ der taz zum internationealen Frauentag, geschrieben hat. Vorher hat er dem Vorhaben, Männer zu ‚Feministen’ zu erklären eine klare Absage erteilt. Das sei ein Widerspruch in sich und Männer müssten ihre neue Rolle schon selbst beschreiben.
Als Leitplanken dazu definiert Füller sieben Thesen.
‘… 4. Wir möchten ein neues Verhältnis zur Erwerbsarbeit definieren. Diejenigen, die den emanzipierten Frauen im Wege stehen, behindern ja auch uns: Die Chefs und Betriebskulturen, die eine Babypause bei Frauen nicht wertschätzen und eine Elternzeit von Männern schlicht ablehnen. Nein wir laufen vor Arbeit und Karriere nicht davon, nur lassen wir uns nicht mehr von ihnen übermannen. …
5. Wir wollen unseren Kindern beim Aufwachsen helfen. Zu einer neuen Arbeitsteilung gehört, dass Frauen Kinder nicht mehr als ihr Eigentum betrachten und sie den Männern entziehen. …
6. Pinguinmänner vor! … Wenn die Rollen nicht mehr fixiert sind, dann wird es eher komplizierter. … Zu glauben, die moderne Frau wisse scho, wie das neue Modell auszusehen habe, ist naiv. Erstens weiß sie es nicht. Zweitens müssen wir Männer die eigene Rolle entdecken und ausgestalten – weil es sie erst in Ansätzen gibt. …’
Es ist - zumindest in Europa - Männern oder Burschen nicht verboten, beim Wandern im Sommer das T-Shirt oder Hemd abzulegen, nicht einmal auf Schulausflügen. Kaum jemand käme auf die Idee, einen Mann mit Freizeithose und Schuhen, aber ohne Hemd als "halb nackt" zu bezeichnen. Es ist auch nicht verboten, auf einem Schulausflug zu sagen: "Stellts euch bitte zusammen, ich mach ein Foto", außer das "ermuntern" passierte in einer Weise, die der Nötigung oder Ausnützung einer Autoritätsstellung nahe kommt. Dafür gibt es in den Berichten aber bisher keinen Anhaltspunkt.
Abbildungen von Männern oder männlichen Jugendlichen mit entblößtem Oberkörper sind nicht pornopgraphisch, auch nicht nach den strengsten Auslegungen. Es ist nicht verboten, solche Fotos zu machen oder zu besitzen. Es kann eine Verletzung von Persönlichkeitsrechten vorliegen, wenn man Fotos ohne Genehmigung der darauf Abgebildeten veröffentlicht, besonders wenn die Veröffentlichung in einem Zusammenhang geschieht, der den oder die Abgebildeten in ein schiefes Licht stellt.
Hier kommen die "Homosexuellen-Seiten" ins Spiel, auf denen der Pater die Fotos veröffentlicht haben soll. Was genau soll damit ausgedrückt werden und was ändert sich dadurch gegenüber einer Veröffentlichung auf Flickr, Facebook oder sonstwo außerhalb eines Berichts über den Wandertag auf der Schulwebsite? Wer auf Schwulenportalen fremde Fotos hochlädt, begeht neben der oben erwähnten Verletzung des Rechts auf das eigene Bild eine Verletzung der Boardregeln, die von den Admins üblicherweise mit einer kürzeren oder längeren Sperre geahndet wird, wenn sie bemerkt wird. Darum geht es den Autor_innen der Artikel aber ganz sicher nicht und auch nicht darum, dass Schwulenseiten nur von einem kleinen Prozentsatz der Bevölkerung regelmäßig besucht werden und die Fotos daher vermutlich von weniger Menschen gesehen wurden, als beispielsweise bei Flickr oder Facebook. Soll damit angedeutet werden, dass der Pater schwul ist? Ja, und wenn?
In der Schlagzeile der "Zeit" wird aus "Homosexuellen-Seiten" "Sex-Seiten". Das kann einerseits ein Hinweis darauf sein, dass es sich um eine ganz bestimmte Teilmenge von Schwulenseiten handelte, nämlich um solche, wo es in erster Linie um Sex geht (sei das in Form von Kleinanzeigen, Datings oder Foto/Videosammlungen). Andererseits klingt es aber auch verdächtig nach einer pauschalen Gleichsetzung von "Homosexualität" und "Sex" und zwar nach verwerflichem oder anrüchigem Sex. In welchem Jahrhundert leben wir?
Sehr geehrte Redakteurinnen und Redakteure von DPA, Zeit, Abendblatt & Co: Wenn Sie wissen oder sicher vermuten, dass die Schülerfotos in einem pornographischen oder ausbeuterischen Zusammenhang entstanden sind oder veröffentlicht wurden, dann schreiben Sie das bitte, aber unterlassen Sie Andeutungen, durch die Schwule pauschal mit Schmuddelsex oder Pädophilie in Verbindung gebracht werden. Wenn es Hinweise auf den Missbrauch von Kindern oder Jugendlichen gibt, soll man sie melden, damit ihnen professionell nachgegangen werden kann und dann die Polizei ermitteln lassen und die Ergebnisse abwarten. In - möglicherweise völlig harmlose - Fotos von einem Schulausflug sexuellen Missbrauch hinein zu interpretieren schadet genauso wie das jahre- oder jahrzehntelange Ignorieren von Gewalt und sexuellem Missbrauch, die sich als Erziehungsmaßnahmen tarnten.
Links: http://www.zeit.de/newsticker/2010/3/5/iptc-hfk-20100305-66-24120556xml
http://www.welt.de/vermischtes/article6658365/Pater-stellte-Fotos-von-nackten-Schuelern-ins-Netz.html
http://www.abendblatt.de/vermischtes/article1409202/Pater-stellt-Bilder-halb-nackter-Schueler-auf-Sex-Seiten-ins-Netz.html
Anlässlich zum Internationalen Frauentag schreibt Alice Schwarzer: “Schafft den 8. März ab!” Mit gewohnt spitzer Feder geht sie der Geschichte des Frauentages auf den Grund und konstatiert, dass dieser in einer frauenfeindlichen Tradition stehe – und deshalb abgeschafft werden sollte.
Der 8. März ist eine sozialistische Erfindung, die auf einen Streik von tapferen Textilarbeiterinnen zurück geht und 1910 auf der 2. Sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen in aller Form beschlossen wurde. „Genossinnen! Arbeitende Frauen und Mädchen!“ schrieb Clara Zetkin 1911 in der (k)Gleichheit, „der 19. März (der später zum 8. März wurde, Anm.d.Red.) ist euer Tag. Er gilt eurem Recht!“
Doch gerade die Frauenbewegung entstand bekanntermaßen Anfang der 1970er Jahre im Westen nicht zuletzt aus Protest gegen die Linke. Eine Linke, die zwar noch die letzten bolivianischen Bauern befreien wollte, die eigenen Frauen und Freundinnen aber weiter Kaffee kochen, Flugblätter tippen und Kinder versorgen ließ. Und die realsozialistischen Länder waren in den obersten Etagen bekanntermaßen auch frauenfrei. Unter diesen Vorzeichen ist die Übernahme des sozialistischen Muttertags als „unser Frauentag“ für Feministinnen, gelinde gesagt, der reinste Hohn.
Schaffen wir ihn also endlich ab, diesen gönnerhaften 8. März! Und machen wir aus dem einen Frauentag im Jahr 365 Tage für Menschen, Frauen wie Männer.
Was denkt ihr? Ist die von Schwarzer konstatierte frauenfeindliche Tradition ein Grund, diesen abzuschaffen oder ist es wichtig, einen Internationalen Frauentag als Symbol für den Kampf um die Gleichberechtigung zu behalten?
In der Rubrik “Grundsatzfragen” diskutieren wir Grundsätzliches zum Feminismus. Wenn ihr Vorschläge für Grundsatzfragen habt, dann mailt sie an mannschaftspost(at)web.de.
Ich habe es ja schon angekündigt: Gestern Nacht wurden zum 82. mal die Oscars verliehen und es war wirklich ein wenig anders als sonst. Ich kann mich gar nicht erinnern, wann mich die Academy Awards überhaupt mal richtig interessiert hätten und wenn ich ganz ehrlich bin, hab ich in den letzten Jahren mehr Zeit damit verbracht, die Kleider auf dem roten Teppich zu studieren als die Nominierungen.
Und genau dort konnte man schon die erste Veränderung ablesen: Der Gang in die Verleihung war ein modisches Schnarchfest. Alles, was in den letzten fünf, sechs Jahren an langweiligen Schnitten und Farben gegeben hatte, war nochmals vertreten. Ich habe heute morgen die eine oder andere andere Seite auf der Suche nach einem interessanten Outfit durchstöbert, aber nichts gefunden.
Meinen Preis für die witzigste Äußerung auf dem roten Teppich, den die letzten Jahre immer Tina Fey (30 Rock) abgestaubt hat, bekommt Gabby Sidibe. Die sagte zu ihrem Kleid: “If Fashion Was Porn, This Dress Would Be The Money Shot.“ Das nährt meine Hoffnung, dass man die Hauptdarstellerin aus Precious bald im Comedyfach wiederfinden kann, die war nämlich in den Interviews zu ihrem Film Precious durch ihre Schlagfertigigkeit und klugen Statements aufgefallen.

Moderiert wurde die Verleihung von Steve Martin und Alec Baldwin, aber eröffnet hat sie der großartige, scheinbar unfehlbare Neil Patrick Harris (How I Met Your Mother, Dr. Horrible’s Sing-Along Blog) mit einer erneuten Musicalnummer. Die Videoqualität ist leider sehr schlecht, aber die ganze Awesomeness seines Auftritts lässt sich trotz Wackelbilder locker erkennen. (siehe unten)
Dann bekommt Christoph Waltz seinen Oscar als bester Nebendarsteller für seine Rolle als Hans Landa in Tarantinos Inglorious Basterds. Das ist keine sonderlich große Überraschung und auch verdient, wie ich finde. Allerdings hat mich Bert Rebhandels Kritik, die er gestern auf der Cargo-Seite formulierte, doch zum Nachdenken gebracht.
Darin schreibt er über den Widerspruch in Waltz Performance:
„es ist dieser Aspekt an der Rolle, den Christoph Waltz mit seiner Deadpan-Virtuosität besonders genießbar macht: dass da einer auf der falschen Seite und zugleich über den Dingen stehen kann. Das geht nun aber eben nur dadurch, dass die Figur des Hans Landa tatsächlich vor laufender Kamera ständig entnazifiziert wird: vom Klischee des kultivierten Mörders, eine Figur, die vor allem Heinrich Himmler sehr angelegen war, bleibt bei Landa nur der kultivierte Snob, der sich mit den lächerlichen Spitzennazis von INGLORIOUS BASTERDS niemals gemein machen würde. Nebenbei ist Landa auch das: ein Subalterner, der seine Funktion des “kleinen Rädchens“ durch Stil kompensiert.“
Ich sage trotzdem: Herzlichen Glückwunsch! Und denke weiter.
In der Kategorie der animierten Filme gewinnt Up! und nicht Coraline, nach einer Geschichte von Neil Gaiman, den ich lieber hätte gewinnen sehen. Aber nun gut. Ich bin ja leider nicht die Jury. ( DAS würde mir allerdings sehr gut gefallen.)
Dann aber mein erster großer Woohoo-Moment: Mark Boal gewinnt den Oscar für Best Original Screenplay. Der erste Preis für The Hurt Locker!
Sogar das Rahmenprogramm ist gar nicht mal so schlecht: Das John Hughes-Tribute ist so rührend wie es sein sollte. Es ist ja auch am besten, wenn einem die Schmalztränen zu einem Regisseur, den man mag in die Augen schießen, als, sagen wir mal, zu einem Til-Schweiger-Einspieler. Sowas könnte einem beim Schauen der Bambi-Verleihung ja durchaus passieren.
Damit muss ich mich aber glücklicherweise nicht lange aufhalten, denn die Verleihung beschert mir schon meinen zweiten Jubel-Moment. Die Comedienne Mo‘Nique bekommt für ihre Rolle als Precious Mutter Mary den Oscar als beste Nebendarstellerin. Den hat sie sich nun wirklich verdient. Ihre Performance als misshandelnde, lieblose und verwahrloste Mutter im Harlem der 80er Jahre war so eindringlich und so brutal, dass ich mitunter Probleme hatte, ihr zu zuschauen und dabei vollkommen vergessen habe, dass Mo‘Nique eigentlich sehr lustige Stand Up-Programme macht.
Den Oscar als beste Darsteller gewinnen Jeff Bridges und Sandra Bullock. Das hätte schlimmer kommen können, aber natürlich auch viel besser: Wenn nämlich Meryl Streep, Gabby Sidibe, Helen Mirren und George Clooney gewonnen hätten. Aber ich bin ja immer noch nicht die Jury.
Das spielt aber in den letzten Minuten keine Rolle mehr, denn die hat offensichtlich so abgestimmt, wie ich das auch getan hätte: Kathryn Bigelow und The Hurt Locker gewinnen beste Regie und bester Film! Hurra!
Es ist also tatsächlich eingetroffen. Es haben wirklich die beste Regisseurin, der beste Film und die erste Filmemacherin die Oscars gewonnen! Insgesamt 6 Oscars für The Hurt Locker! Das ist ein echter Grund zum Feiern.
Noch ein paar weitere Gedanken zum Oscar:
- Ben Stiller als Avatar-Schlumpf? Großartig. Goldig.
-Die Preise, die James Camerons Avatar mit nach Hause nimmt, sind verdient, denn er hat nicht den besten Film gedreht, aber seine Ingenieur-Leistung ist beachtenswert. Und genau die Oscars hat er auch bekommen.
-Dieses Tote-Leute-Tribute könnten sie mal weglassen. Das hat gar keinen honorige, sondern nur eine erbärmliche Wirkung. Da fühle ich mich dabei immer wie in einer Jugendzimmercollage eines besonders unheimlichen Menschen.
-Michael Haneke hat wohlverdient keinen Oscar mit nach Hause genommen. Besserwisserisches, vermeintlich allmächtiges Regietum ist wohlverdient nicht ausgezeichnet worden. Noch mal: Hurra!
-Zum ersten Mal wurde das Horror-Genre mit einem eigenen Einspieler gewürdigt. Angekündigt wurde das Video zwar von den Twilight-Schauspielern, weil jemand wohl fälschlicherweise die schwülstigen Blutsauger mit richtigen Schockern in Verbindung gebracht hatte. Ein Grund zum Freuen ist das aber allemal. (Das Video ist leider auch schon nicht mehr verfügbar.)
-Es waren wirklich noch nie so viele gute Filme, Filmemacher und Schauspieler nominiert, denen ich den Preis auch gegönnt hätte. Für Lee Daniels mit Precious, Neill Blomkamp mit District 9 und Quentin Tarantino mit Inglorious Basterds hätte ich unter anderen Umständen gefiebert. Aber es war defintiv eine gute Einscheidung, dass das erste Mal zehn Filme nominiert wurden. Das hat sowohl die Spannung als auch die Vielfalt erhöht.
-Ich habe allerdings ein bißchen Angst, dass die Diskussion The Hurt Locker vs Avatar in den nächsten Tagen auch die überholte Diskussion Indie vs Mainstream neu befeuert. Unter allen möglichen Maßstäben in denen man die Unterschiedlichkeit der Filme debattieren kann, wäre das die blödeste.
So, damit geht meine Oscar-Aufregung der letzten Woche also zu Ende. Ich sage Happy Women‘s Day, herzlichen Glückwunsch liebe Kathryn und suche mir einen neuen Hype.
Hier noch das Video zur Eröffnung:
Bild von Gabby Sidibe via.
Start Slide Show with PicLens Lite
Rezension in Gigi – Zeitschrift für sexuelle Emanzipation 66 als Volltext: direkt zur Rezension (pdf-Datei, ca. 2Mb)
Besprechung bei femorantipole: direkt zur Besprechung
"Es ist viel passiert, aber nicht so viel, wie es der Klugheit und Kompetenz der Frauen von heute angemessen wäre."Mittlerweile gibt es zwar in fast allen Medien mehr Volontärinnen als Volontäre, doch in den oberen Führungsetagen fehlt das X-Chromosom dann doch allzu häufig, wie auch jüngst in der Geschichte über "Chefs" im DJV-eigenen Magazin "journalist". In der Fotostrecke gab es nur Männerkonterfeis. Insbesondere nach der Babypause erleben Frauen im Journalismus häufig einen endgültigen Karriereknick, weil sich 12-Stundentage, die als Ausdruck des Arbeitsethos und nicht etwa als Ergebnis mieser Organisation gesehen werden, eben nicht mit den Zeiten der Kinderkrippe vertragen. (Und die Rollenvorstellungen in den Partnerschaften auch nicht. Doch davon ein andermal.) Frauen werden auch hier, wie in anderen Branchen, im Schnitt schlechter bezahlt. Die Mit-Herausgeberin des "Missy Magazine", Chris Köver vertrat daher die Devise:
"Wir brauchen keinen neuen Feminismus. Sondern wir brauchen nach wie vor Feminismus."Und entsprechend kämpferisch hieß es am Ende in der Resolution des Journalistinnentages:
"Wir Journalistinnen im Deutschen Journalisten-Verband fordern daher die Verleger, Intendanten und Geschäftsführer von Medienunternehmen auf, unverzüglich gleiche Bezahlung, gleiche Arbeitsbedingungen und gleiche Karrieremöglichkeiten in den Redaktionen und im Umgang mit Freien zu schaffen.
Alles andere ist unwürdig für ein Mediensystem, das der Wahrung der demokratischen Grundsätze verpflichtet ist und sich selbst als Wächter im demokratischen Gemeinwesen sieht und versteht."So einig sind sich Journalistinnen nicht immer. In den Diskussionen war auch die Rede von "Stutenbissigkeit", Kolleginnen, "die es geschafft haben" und nun andere Frauen nicht mehr unterstützen und von Ressortleiterinnen, die kein Interesse an Frauenthemen haben. Marlies Hesse, Geschäftsführerin des Journalistinnenbundes warb deshalb für eine "Kultur der Anerkennung" unter Frauen - Anerkennung von Leistung, Erfolg und Schwierigkeiten. Netzwerke und echte Solidarität wurden von vielen Stimmen gefordert - mit Geben und Nehmen. Frauen müssten das "Quid pro Quo verinnerlichen", so die ehemalige Hamburger DJV-Vorsitzende Annegret Witt-Barthel. Und auch dafür gab es Beispiele beim Abschluss-"Talk im Kreis": zum Beispiel die Chefin, die ihren Mitarbeitern auch mal eine Gehaltserhöhung anbietet ohne dass die danach fragen - einfach, weil sie es verdient haben (und der männliche Kollege schon längst danach verlangt hat).
"Es ist viel passiert, aber nicht so viel, wie es der Klugheit und Kompetenz der Frauen von heute angemessen wäre."Mittlerweile gibt es zwar in fast allen Medien mehr Volontärinnen als Volontäre, doch in den oberen Führungsetagen fehlt das X-Chromosom dann doch allzu häufig, wie auch jüngst in der Geschichte über "Chefs" im DJV-eigenen Magazin "journalist". In der Fotostrecke gab es nur Männerkonterfeis. Insbesondere nach der Babypause erleben Frauen im Journalismus häufig einen endgültigen Karriereknick, weil sich 12-Stundentage, die als Ausdruck des Arbeitsethos und nicht etwa als Ergebnis mieser Organisation gesehen werden, eben nicht mit den Zeiten der Kinderkrippe vertragen. (Und die Rollenvorstellungen in den Partnerschaften auch nicht. Doch davon ein andermal.) Frauen werden auch hier, wie in anderen Branchen, im Schnitt schlechter bezahlt. Die Mit-Herausgeberin des "Missy Magazine", Chris Köver vertrat daher die Devise:
"Wir brauchen keinen neuen Feminismus. Sondern wir brauchen nach wie vor Feminismus."Und entsprechend kämpferisch hieß es am Ende in der Resolution des Journalistinnentages:
"Wir Journalistinnen im Deutschen Journalisten-Verband fordern daher die Verleger, Intendanten und Geschäftsführer von Medienunternehmen auf, unverzüglich gleiche Bezahlung, gleiche Arbeitsbedingungen und gleiche Karrieremöglichkeiten in den Redaktionen und im Umgang mit Freien zu schaffen.
Alles andere ist unwürdig für ein Mediensystem, das der Wahrung der demokratischen Grundsätze verpflichtet ist und sich selbst als Wächter im demokratischen Gemeinwesen sieht und versteht."So einig sind sich Journalistinnen nicht immer. In den Diskussionen war auch die Rede von "Stutenbissigkeit", Kolleginnen, "die es geschafft haben" und nun andere Frauen nicht mehr unterstützen und von Ressortleiterinnen, die kein Interesse an Frauenthemen haben. Marlies Hesse, Geschäftsführerin des Journalistinnenbundes warb deshalb für eine "Kultur der Anerkennung" unter Frauen - Anerkennung von Leistung, Erfolg und Schwierigkeiten. Netzwerke und echte Solidarität wurden von vielen Stimmen gefordert - mit Geben und Nehmen. Frauen müssten das "Quid pro Quo verinnerlichen", so die ehemalige Hamburger DJV-Vorsitzende Annegret Witt-Barthel. Und auch dafür gab es Beispiele beim Abschluss-"Talk im Kreis": zum Beispiel die Chefin, die ihren Mitarbeitern auch mal eine Gehaltserhöhung anbietet ohne dass die danach fragen - einfach, weil sie es verdient haben (und der männliche Kollege schon längst danach verlangt hat).
Aus dem Inhalt:
Rebecka Sheffield, Marcel Barriault: Note from the Guest Editors
K.J. Rawson: Accessing Transgender // Desiring Queer(er?) Archival Logics
Patrizia Gentile: Resisted Access? National Security, the Access to Information Act, and Queer(ing) Archives
Steven Maynard: Police/Archives
Lyle Dick: The 1942 Same-sex Trials in Edmonton: On the State’s Repression of Sexual Minorities, Archives, and Human Rights in Canada
Marcel Barriault: Hard to Dismiss: The Archival Value of Gay Male Erotica and Pornography
Elise Chenies: Hidden from Historians: Preserving Lesbian Oral History in Canada
Ajamu X, Topher Campbell, Mary Stevens: Love and Lubrication in the Archives, or rukus!: A Black Queer Archive for the United Kingdom
Notes and Communications
Jacques Prince: Du placard à l’institution : l’histoire des Archives gaies du Québec (AGQ)
Kate Zieman: Youth Outreach Initiatives at the Canadian Lesbian and Gay Archives
Book Reviews
Susyn Stryker, Transgender History, besprochen von Carrie Schmidt
Marcia M. Gallo, Different Daughters: A History of the Daughters of Bilitis and the Rise of the Lesbian Rights Movement, besprochen von Kate Zieman
Pierre Borhan, Man to Man: A History of Gay Photography, besprochen von John Ibson
Ian Young, Out in Paperback: A Visual History of Gay Pulps, besprochen von Nick Nguyen
“Where is Queer?” Museums and Social Issues, vol. 3, no. 1, besprochen von Greg Bak
Exhibition Reviews
Histoire de nos vies : les gais et lesbiennes au Québec de 1648 à aujourd’hui. EXPOSITION VIRTUELLE PERMANENTE SUR LE SITE WEB DES ARCHIVES GAIES DU QUÉBEC (AGQ), besprochen von Martin Gagné
Link: [archivists.ca]
Im Rahmen der Reihe "Kunst - Forschung - Geschlecht. Gender in der Populärkultur"trägt am Mittwoch, dem 10. März Hanna Hacker über "It's a femme!" Lesbian Gender(s) vor und nach dem Queer Turn in den Cultural Studies vor.
"It's a femme!" - Vortrag von Hanna Hacker
Wann: Mittwoch, 10. März 2010, 18 Uhr
Wo: Roter Lichthof, Universität für angewandte Kunst Wien, Oskar Kokoschka-Platz 2, 1010 Wien
Mehr über den Vortrag: [www1.uni-ak.ac.at] und mehr über die Reihe unter [www1.uni-ak.ac.at]
Vorschau auf April: 14.04.2010 Sven Grampp: "Yeah, Buffy, what are we gonna do now?" Gender und die Entropie der Form in der TV-Serie Buffy the Vampire Slayer
Gestern Nacht hat Kathryn Bigelow als erste Frau in der Geschichte der Academy Awards einen Oscar für die beste Regie gewonnen – ihr bemerkenswerter Film The Hurt Locker wurde zugleich mit fünf weiteren Oscars prämiert, unter anderem als bester Film.
Jezebel hat ein Video mit der Vergabe von Barbra Streisand und der Dankesrede von Bigelow, die Mädchenmannschaft verweist auf ein Interview mit ihr; Thorsten schließlich kommentiert den Preis. critic.de hat eine von vielen hymnischen Besprechungen des Films.
Vielen Dank fürs Abonnieren dieses Feeds. (Digital Fingerprint:
Die heutige Presseaussendung der SoHo im Volltext:
"Wir müssen die Bemühungen und Anstrengungen von Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek und Sozialminister Rudolf Hundstorfer zur Gleichstellung von Frauen massiv unterstützen. Appelle an die Wirtschaft und maßgebliche konservative Politikerinnen haben nichts gebracht. Eine völlige Gleichstellung liegt bis dato
nicht vor, im internationalen Vergleich schneidet Österreich schlecht ab", sagte Peter Traschkowitsch, Bundes- und Wiener Landesvorsitzender der SoHo (Sozialdemokratie und Homosexualität) zum
Internationalen Frauentag.
"Fortschritte wird es bei den Regenbogenfamilien geben müssen. Die Einstellung der ÖVP ist auch zu diesem Thema mehr als antiquiert und von der tatsächlichen Realität weit entfernt", betont Ortrun Gauper, SoHo-Sprecherin für Belange der Lesben. "Es geht um eine bessere rechtliche Absicherungen für Regenbogenfamilien. Daher fordern wir die ÖVP auf, ihre Einstellung zur Fremd- und Stiefkindadoption zu ändern und endlich den Schritt ins 21. Jahrhundert zu tun."
"Für eine größere Chancengleichheit müssen wir uns auch der speziellen Problemlage bei Migrantinnen annehmen und neue Voraussetzungen schaffen. Lesbische Migrantinnen werden oftmals aus ihren Familien und dem sozialen Umfeld ausgegrenzt, ja ausgestoßen", so Senay Öztürk, Sprecherin für Migrantinnen in der SoHo. "Eine Gleichberechtigung mit männlichen Familienmitgliedern ist in den meisten Fällen nicht vorhanden, daher müssen wir Frauen und speziell lesbische Frauen noch mehr stärken."
"Die SoHo gratuliert allen Frauen zum heutigen Internationalen Frauentag. Jede Frau hat das Recht auf ein selbstbestimmtes und gleichberechtigtes Leben. Die Politik muss dieses Recht mit allen Mitteln schützen und verteidigen", bekräftigte Traschkowitsch. Quelle: Presseaussendung der SoHo vom 8. März 2010
Link: [www.soho.or.at]
Zum Weltfrauentag auch ein Blick in die weibliche digitale Welt. Lantzschi greift eine Idee von Annina auf und eröffnet auf Medienelite.de eine Liste der
100 must-read deutschsprachigen Bloggerinnen
Sie startet mit
(1) Mädchenmannschaft (merci!)
(2) Antje Schrupp
(3) I Heart Digital Life
(4) Liz
(5) Happy Schnitzel
(6) Tessa
Eine super Idee, die auf Ergänzung wartet. Von uns schon mal zwölf weitere Lieblingsbloggerinnen:
(7) Anne Roth
(8) Kaltmamsell
(9) Mädchenblog
(10) Side-Glance
(11) Stadtpiratin
(12) Medienelite
(13) Frl. Zucker
(14) Frau Liebe
(15) Julia Seeliger
(16) Franziskript
(17) Bubi Zitrone
(18) Denkwerkstatt
Die Liste ließe sich jetzt schon um dreißig, vierzig weitere tolle Bloggerinnen ergänzen. Aber ihr sollt ja auch noch was zu tun haben. Also ab mit euren Nummern (19) bis (100) in die Kommentare hier oder dort oder dort!
Und weil es wirklich viele viele viele tolle Bloggerinnen zu entdecken gibt, hat Annina auch gleich eine Webseite gestartet, auf der man in Zukunft all die super Bloggerinnen kennenlernen kann:
DieStandard.at wird zehn Jahre alt (herzlichen Glückwunsch, bitte macht weiter so), Kathryn Bigelow gewinnt als erste Frau den Regie-Oscar (herzlichen Glückwunsch, bitte mach weiter so). Wenn wir heute am Internationalen Frauentag die ökonomischen, politischen und sozialen Verdienste von Frauen in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft feiern, so gibt es dazu ein paar ziemlich gute Anlässe.
Mehr über die Geschichte des Weltfrauentages erfahrt ihr hier auf der Webseite der.
Und jetzt geht und feiert euch ein bisschen. Wir sind schon weit gekommen. Den Rest der Hälfte vom Himmel bekommen wir auch noch.
Start Slide Show with PicLens Lite
zum Beispiel mit Luise Pop, Feminist Terrorists!
Schönen Tag!
Liebe Interessierte. Schlechte Nachricht: die erste (und aktuelle) Ausgabe der outside the box ist ausverkauft! Zugegebenermaßen sind das ziemlich good bad news. Wenn Ihr doch noch ein Printexemplar der ersten Ausgabe erstehen wollt, kontaktiert die Verkaufsstellen, die Ihr auf diesem Blog unter ‚outside kaufen‘ findet.
Die nächste outside-Ausgabe beschäftigt sich mit dem Schwerpunktthema ‚Form‘ und erscheint im Sommer 2010.
Anlässlich des 100. Geburtstages des Internationalen Frauentages,
laden der Frauenbeirat & das Frauennetz & die Gleichstellungsbeauftragte des Bezirksamtes Marzahn-Hellersdorf zu einer Wanderausstellung ein, die unter dem Motto
100 Jahre Internationaler Frauentag – 100 Jahre meine Geschichte steht.
Frauen aus Marzahn-Hellersdorf haben über ein Jahrhundert Frauenleben an individueller Familiengeschichte abgebildet. Sie lassen anlässlich des 100. Internationalen Frauentages ihre eigenen Eindrücke aus kritisch-weiblicher Sicht auf Gleichberechtigung, Gleichstellung und Geschlechterdemokratie am Leben der Frauen in ihrer Familie Revue passieren.
Konzipiert als Wanderausstellung, werden die Fotografien und Collagen 12 Monate bis zum 8. März 2011 an unterschiedlichen Orten in den Berliner Bezirken zu sehen sein.
Der erste Ausstellun
gsort ist im
KulturGut Marzahn, das mittlerweile selbst zum Kunstwerk geworden ist. Das “Dorf” Marzahn ist als Dorfeinheit baulich erhalten geblieben- umrahmt mit den Hochhäusern der “sozialistischen” Bauweise der 70-er Jahre. Im Dorf selbst leben einige Alt-EinwohnerInnen, haben sich Kleinbetriebe angesiedelt sowie das KulturGut Marzahn, Alt Marzahn 23, dass die Ausstellung bis zum 7. April 2010 beherbergen wird. Die Ausstellung kann jeweils Montag bis Donnerstag von 10.00 Uhr – 17.00 Uhr im KulturGut besichtigt werden.
In Folge wandert die Ausstellung in das Senioren – Domizil – Lichtenberg, Rhinstr. 105, und kann ab dem 8. April bis zum 7. Mai 2010, täglich von Montag – Sonntag, in der Zeit von 10.00 – 20.00 Uhr besichtigt werden. Der Eintritt ist an beiden Ausstellungsorten frei.
———–
Snezana Sever M.A.
Dienstsitz:
Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf
Gleichstellungsbeauftragte
Alice – Salomon – Platz 3
D-12627 Berlin
Tel.: +49 (0) 30 / 90 293 2050
E-Mail: snezana.sever@ba-mh.verwalt-berlin.de
Ähnliche Beiträge
InterGender: Swedish-International Research School in
Interdisciplinary Gender Studies
The School is funded by The Swedish Research Council (Vetenskapsrådet). It is organized as a joint venture between Gender Studies Units and doctoral programmes at Linköping University (host university) and at eight other Swedish Universities: Blekinge Institute of Technology, Göteborg University, Lund University, Luleå Technical University, Stockholm University, Uppsala University, Umeå University, Örebro University and at three international partner institutions: Graduate Gender Programme at Utrecht University (The Netherlands), The Finnish National Doctoral School of Women’s and Gender Studies (Helsinki University, Finland) and Center for Transdisciplinary Gender Studies, Humboldt-Universität zu Berlin (Germany)
Thematic Workshop: The Praxis of Antiracist, Transnational Feminisms
Teacher:
Chandra Talpade Mohanty, Professor of Women’s and Gender Studies
Dean’s Professor of the Humanities, Syracuse University, USA
Dates: May 19-21, 2010
Location: Centre for Gender Studies, Lund University, Sweden.
Deadline for application: March 22, 2010
Maximum numbers of participants: 10
Course Coordinators:
Prof. Tiina Rosenberg, Lund University, in collaboration with InterGender Research School Director Nina Lykke, Linköping University.
Organization: The course is organized by InterGender (Swedish-International Research School in Interdisciplinary Gender Studies) and Centre for Gender Studies, Lund University.
Course Description:
Over the last three decades antiracist, comparative feminist studies and transnational feminist movements have had a significant impact on academic and activist projects in the Global North and South. Feminists everywhere have variously and successfully transformed lives, communities and institutions of rule. Nevertheless, questions of economic and social justice, identity and self determination, psychic and social decolonization, and solidarity and alliance building across class, race, national, and sexual borders remain at the heart of feminist knowledge projects. This course develops transnational feminist frameworks that challenge the legacies of Eurocentric feminist theory to address questions of old/new racisms, postcolonial/subaltern studies, and capitalist/nationalist projects. The politics of knowledge and questions of voice, agency, and representation anchored in multiple histories of struggle provide the conceptual anchor for the course.
Applications:
Deadline for applications: March 22
Applications should be sent to InterGender Academic Coordinator Dr. Mette Bryld (mbry@galnet.dk)
Applications should be written in English and include
* name, affiliation, full address, e-mail, phone, fax
* name and affiliation of PhD supervisor
* brief CV
* description of PhD project (1-2 pages)
* motivation: why do you want to participate in the course (1-2 pages)
* please, indicate if you are in the first/middle/last phase of your PhD research
(see: www.intergender.net/?q=node/8)
Literature and programme: www.intergender.net/?q=node/116
Admission and grants: www.intergender.net/?q=node/61
Applications should be sent to Mette Bryld (mbry@galnet.dk) no later than March 22, 2010.
Ähnliche Beiträge
NOI♀SE Summer School 2010 Performing European Feminist Futures: 1968 & 1989
17 August – 28 August, University of Granada, Spain
Please check [www.genderstudies.nl] for more information, registration and regular updates.
· Have you always wondered how the time and place in which you live affects your identity?
· Would you like to situate specific spatio-temporalities in academic, artistic, and activist terms?
· Do you want to use cutting-edge feminist theories to interrogate the connections between major historical and geo-political events?
Then join the 2010 Summer School!
Performing European Feminist Futures: 1968 & 1989
The 2010 edition of the NOISE Summer School goes back to the future. It revisits events that structured European feminist historiographies in a future-oriented way. Having recently celebrated the 40th anniversary of the events that shook the world in May ’68 and the 20th anniversary of the fall of the Berlin Wall on November 9, 1989, it is time to reflect upon these events and their relation to each other, and to the here and now from a European feminist perspective. How did these events shape European feminist futures? How did they affect the notions of (former) East and (former) West in Europe? How are they represented in our current-day feminist academic, artistic, and activist projects?
These questions require an interdisciplinary approach, central to the NOISE Summer School tradition. A selection of European theorists, scholars, artists, curators, and activists will be asked to reflect upon the events from their disciplinary, political, and personal perspectives in the series of lectures, seminars, and workshops provided. The school will build upon the different national histories of the events, inviting students to bring in their own experiences and/or those of their family. How did May ’68 and November 1989 shape feminist futures in the different European countries and regions? How were they brought to us back then and has their mediated character changed now? How are those events generational, that is, how do they make themselves felt amongst second- and third-wave feminists? Other events (such as the death of Franco on November 20, 1975, the attacks on September 11, 2001 in the U.S., March 11, 2004 in Spain, and July 7, 2005 in London, and the Yugoslav War in the 1990s) will be examined as seminal to current generations of feminists.
The 2010 Summer School will draw upon recent texts about 1968 and 1989, historical texts from that period, and also upon materials that the students will be invited to bring from their home countries (media coverage, family journals, visual art, literary texts, music).
First Cluster: 1968 – Feminist Historiography between Generation and Nation
Feminist historiography not only refers to the activity of describing feminisms of the past. It also reflects upon beneficial ways of capturing past feminisms, and upon their connection to the present and the future. In this cluster we will revisit feminist ways of writing ‘herstories’ by concentrating on the performance of feminist futures in 1968.
1968 has affected an entire generation of feminists, the baby boomers were defined by the revolutionary events of the era and got to produce new academic spaces (women’s studies, black studies), artistic products (music, new experimental ways of novel writing, art), and grassroots activism (women’s lib, student revolts). How have these events been written about and documented in other ways? How did said events, which mainly took place in Western Europe and the U.S., affect future generations, and has what happened in other nations and outside of the big cities around the same time? What kind of feminism was constructed around 1968, and to what extent can we say that ‘1968’ has become, next to an endless source of inspiration, an origin story that is generally told in an un-situated manner?
By applying recent insights from feminist historiography to the case of 1968, this cluster will not only situate 1968, but also study the generational, and (inter)national politics of the epistemic practices of gender studies in general. The consequences of our different historiographical choices have a direct bearing on how we do our scholarly work today.
Second Cluster: 1989 – Feminist Imaginations and the Politics of the Visual
Feminist visual studies have always aimed to critique visual regimes of domination and regulation, the laws of inclusion and exclusion, and issues of normativity and canonization in the visual sphere. In this cluster, we engage with the field of artistic practice, curating, media coverage, and other representational strategies to map out the meanings of events around 1989 and their consequences for the public imaginary. Prompted by the need for reflection surrounding the 20th anniversary of the fall of the Berlin Wall, we will also interrogate how these events helped to form art, philosophy, critical thinking, as well as shaping the understanding of terms such as feminism, liberal democracy, migration, sovereignty, and nation state, both at the level of representation, and as political formations.
The goal of this cluster, therefore, is to apply the tools and concepts of feminist critique to the representational structures of specific historical, and geo-political events in (former) Eastern and (former) Western Europe, as well as on a global scale (the Tiananmen Square massacre in China, or the death of Ayatollah Khomeini in Iran). Moreover, in this cluster we hope to create concepts and practices that offer an adequate response also to today’s realities: global warfare, structural injustice, racism, and gender inequality. Nowadays, there is no way for us to separate the material reality of such realms from the representational regimes it generates, and through which it operates.
Aims
This advanced training course offers a diversified, but coherent programme of study from an interdisciplinary perspective. This summer school is meant for MA and PhD students and special, separate seminars for these two groups will be provided.
Formula
· Two lectures in the morning
· Separate MA- and PhD-seminars in the afternoon
· Social programme
· Students prepare before NOISE by reading and collecting material for assignments (approximately 70 hours of work). After the school has ended, participants who fulfilled all requirements (preparation of assignments and reading, active participation, and final essay of 10-15 pages) receive the NOISE Certificate for 210 hours of work, equaling 7,5 ECTS
· All students are expected to participate in the entire programme for the duration of two weeks
Please check [www.genderstudies.nl] for more information, registration and regular updates.
Accommodation for students
Accommodation is arranged by the NOI♀SE coordination. For information on prices and payment, please contact the NOI♀SE organization.
Tuition Fees
The tuition fee is €550,- for students from non-NOI♀SE partners. This includes reading materials, but excludes accommodation, subsistence costs (i.e. evening meals, drinks etc) and possible excursions. Students from NOISE partner universities are exempt from tuition fees.
A NOI♀SE grant is available for two students (EU-citizens only) from every NOI♀SE partner university. This grant covers tuition, accommodation fees, and partly reimburses travel expenses. If you want to apply for this grant from your university, please check with your local contact person about the application procedure.
Teachers in the course
The first week of the Summer School is coordinated by Dr. Iris van der Tuin (Utrecht University, the Netherlands) and Prof. Maria Serena Sapegno (Universita di Roma 1 ‘La Sapienza’, Italy). The second week is coordinated by Dr. Marta Zarzycka (Utrecht University, the Netherlands) and Prof. Adelina Sanchez Espinosa (University of Granada, Spain). Several renowned professors and scholars from various disciplines will be teaching at the Summer School. Their names will be forthcoming announced on the website.
For more information:
NOI♀SE Central Coordination
Graduate Gender Programme
Utrecht University
Prof. Dr. Rosemarie Buikema
Muntstraat 2a
3512 EV Utrecht
The Netherlands
E-mail: noise@uu.nl
Tel: +31-30-2536001
Fax: +31-30-2536134
Registration:
Please note that you can only register online (before May 1st) at this address:
http://www.genderstudies.nl/summerschool2010 (registration open March 1st , 2010)
Ähnliche Beiträge
Louise du Toit beschäftigt sich mit den Voraussetzungen und den Folgen von Vergewaltigung. Ausgehend vom Schweigen über die massenhafte sexuelle Gewalt zur Zeit der südafrikanischen Apartheid bis heute widmet sie sich den „westlichen symbolischen Systemen“, die Vergewaltigung in ihrer zerstörerischen Wirkung erst ermöglichen und zu jenem tödlichen Instrument werden lassen, welches weibliche Subjektivität und agency gleichermaßen auslöscht. Vor der Folie der hegelschen Phänomenologie ist ihr Buch über weite Strecken eine theoretisch inspirierte Auseinandersetzung mit Philosophien des weiblichen Ichs von Jacques Derrida bis Lucie Irigaray. Louise du Toit beendet ihr Buch mit praktischen Hinweisen zur Aufhebung jener symbolischen Ordnung, in der Hoffnung, Vergewaltigung zukünftig zu erschweren oder gar zu verunmöglichen.
… an Kathryn Bigelow, die gestern Nacht nach 82 Jahren Academy Awards als erste Frau überhaupt den Oscar für die beste Regie gewonnen hat. Hier ein älteres Interview mit der Regisseurin zu ihrem Kriegsdrama “The Hurt Locker”
Heute, anlässlich des internationalen Frauentags, hat die taz eine ganze Palette Artikel zum Thema Männer im Angebot:
- ein Artikel über einen Teil der Männerrechtsbewegung, die manchmal in fragwürdige Kreise hinein reicht: “Die Männer-Rechte”
- der Artikel “Özdemir ist Feminist” betrachtet kurz das Verhältnis prominenter Männer zur Gleichberechtigung.
- Frauen, die aus dem Ausland stammen, erzählen ihre Sicht auf hiesige Männer in “Der deutsche Mann kann sehr schüchtern sein”
Weitere interessante Artikel in der Sondertaz zum Thema Männer finden sich in der Printausgabe der taz. Unter anderem: “Der neue Mann, das scheue Reh”; “Darth Vader sitzt nicht in den Genen” und “Männer, keine Tiere”. Ein Artikel über eine Kita voller männlicher Erzieher und ob und wie manche grünen Väter ihre Kindersorge zu politischem Kapital machen können.
Viel guter und wie ich finde sauber recherchierter Diskussionsstoff – bei dem die Männerdebatte auch endlich einmal differenziert und von vielen Seiten betrachtet wird. Ist ja selten, heutzutage.
[www.taz.de] F08%2Fa0059&cHash=5505f009b0Der
Bist du eine Musikerin und suchst einen Verstärker für deine E-Gitarre? Tja, dann ist der Engl Thunder 50 Combo wohl nichts für dich. Wenn du bei Thomann einkaufen willst, musst du schon mindestens ein cooler, männlicher und heterosexueller Rockstar sein.
Achtung: Sexismus und Heteronormativität Deluxe.
Combo oder Topteil? Bei dieser Fragestellung driften die Meinungen der verschiedenen Lager weit auseinander und für nicht wenige Gitarristen wird sie zur Glaubensangelegenheit. Der coole Rockstar vor seinem turmhohen Fullstack wird den Combo-Spieler entweder zum Anfänger, Mucker oder schlimmstenfalls Jazzer degradieren. Der aber wiedrum hält sich für ziemlich clever, denn während der Fullstack Spieler nach dem Gig die Stagehands mühsam überreden muss, ihm beim Verfrachten seiner Anlage in den Leihbus zu helfen – ein PKW ist definitiv zu klein – sitzt Mr.Combo bereits beim zweiten Bier an der Theke und schäkert mit den Damen aus der ersten Reihe. Er hat relativ gemütlich sein Equipment selbst abtransportiert: die Gitarre im Gigbag auf dem Rücken, das Effektboard in der linken und den Combo in der rechten Hand. Dass dieser Mann bei seinen Mitmusikern häufig der Beliebtere ist, das versteht sich von selbst.
Thomann freut sich bestimmt über E-Mails unter info@thomann.de.
Danke @Tinitus für den Link.
Zur Feier des Frauentages fragen wir uns:
Wo liegen eurer Meinung nach noch die größten Problemfelder in unserer Gesellschaft, was das Thema Gleichberechtigung anbelangt? Welche Themen sind auf dem Weg in eine geschlechtergerechte Zukunft wichtig und wofür lohnt es sich zu kämpfen?
Unter allen Kommentator_innen verlosen wir unsere letzte Angela Davis-Tasche. Der oder die Gewinner_in wird in einer Woche am 15. März gekürt.
Wie immer gilt: Bescheidenheit stinkt. Man darf doch wohl mal träumen dürfen! Und:
“Frauen, die nichts fordern, werden beim Wort genommen: Sie bekommen nichts” - Simone de Beauvoir
Sarah Diehl, Regisseurin des Filmes „Abortion Democracy“, sprach anlässlich des XXIV. Black International Cinema 2009 über den Einfluss von Staat, Kirche und Gesellschaft auf Abtreibungsgesetze und den Umgang von Frauen mit dem Thema.
Part 1
Part 2
Manchen steht das Lebensmotto im eigenen Namen geschrieben - Frau Kraft beispielsweise, die SPD-Chefin in Nordrhein-Westfalen. Denn Kraft braucht die gute Frau angesichts der bevorstehenden Wahlen und der Ansichten, wie sie sie im Spiegel formulierte. Quintessenz: Langzeitarbeitslose sollen eine Perspektive auf dem Markt der Arbeit erhalten, um ihnen ein würdevolles und gesellschaftlich akzeptiertes Leben zu garantieren. Ihnen sollen vornehmlich gemeinnützige Tätigkeiten angeboten werden, dafür sollen sie mehr als 1 Euro pro Stunde Bezahlung erhalten, Sozialbeiträge leisten können - und: Sie sollen keine bestehenden Arbeitsplätze gefährden bzw. dazu in Konkurrenz treten. Liebe Frau Kraft - einen Spagat zu machen, dürfte nur im ersten Moment den wenigsten schwer fallen. Vor allem, wenn der nötige Schwung dahinter steckt. Aber können Sie diesen Spagat auch halten? Da wäre zum Beispiel der Kampf um den Mindestlohn. Sowohl Kommunen als auch die Privatwirtschaft werden ab sofort Mindestlöhne zahlen und einen Teufel tun, eben jene Löhne an angestellte Mitarbeiter zu zahlen, deren Arbeit können doch die Langzeitarbeitslosen leisten. Denn wie durch ein Wunder wird sich die Gemeinnützigkeit als roter Faden durch alle Arbeitswelten schlängeln.
Sagt Ihnen die Zahl "1325" etwas? Wenn ja, dann fühlen Sie sich hiermit virtuell bewundert. Dass gerade im Vorfeld des 100-jährigen Bestehens des Internationalen Frauentages diese Zahl wie ein geheimer Code durch unsere Alltagswelten defilierte, ist der Tatsache geschuldet, dass hinter dieser Zahl eine UN-Resolution steckt. Es geht um die Sicherheitsresolution der Vereinten Nationen zu Frauen, Frieden und Sicherheit. Wie wichtig diese Resolution und ihre tatsächliche Umsetzung ist, lässt sich an den Verlautbarungen zweier vollkommen verschiedener Institutionen erkennen. Zum einen der Bundesregierung und hier insbesondere dem Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, abgekürzt Herr Niebel. Und zum anderen Frau Svensson, schwedische Leiterin der Gleichstellungskommission des EU-Parlaments. Während Herr Niebel, bekannt für seine knackig liberale Offenheit, den Frauen auch weiterhin seine breite Unterstützung zusichert und im Zusammenhang mit dem 3. Milleniumsziel des Bundesministeriums die Resolution 1325 erwähnt, spricht Frau Sevensson vom "Gipfel der Ernüchterung" - und meint die Abschlusserklärung des tatsächlich noch laufenden Treffens der UN-Frauenrechtskommission. Darin wird- ebenso knackig und offen- in wohlmeinende Formulierungen eingekleidet, was man als Außenstehender als Stagnation bzw. Rückschritt der Gleichstellung der Frauen in der Welt bewerten könnte. Ach, übrigens: Ausgangspunkt des Gipfels war die Revision der Umsetzung der Resolution 1325.
Auch wenn es der einen oder dem anderen aus dem Halse hängen sollte: Eine Frau ist Bundeskanzlerin in Deutschland. Und das ist erstmal gut so. Was die Bundeskanzlerin und der schwule Bürgermeister Berlins gemeinsam haben, ist die Kritik an ihrem Führungsstil. Während aber den einen die scheinbar überbordenden Testosterone plagen, kämpft Angela Merkel mit dem niederschmetternden Image der Abduckerin. Zwar sind ihre Meidbewegungen in Koalition und Partei mittlerweile sagenumworben. Nichtsdestotrotz würden die schreibende Öffentlichkeit und die tätige Bevölkerung es lieber sehen, wenn die Bundeskanzlerin das Versteckspielen den Abgeordnetenkindern im Bundestagskindergarten überlassen würde. Orientierungslosigkeit, Konzeptlosigkeit, handwerkliche Fehler. Die Liste sollte nicht länger werden, sonst verliert die CDU neben dem Sponsoring auch noch die Spendengelder ihrer Klientel. Zwar zeigten sich die Wirtschaftsvertreter aufgeschlossen gegenüber der Selbstkritik der Kanzlerin. Aber das machen die Vorstände in den Fußballvereinen auch immer so - bevor sie den Trainer dann doch entlassen.
In dieser Nacht könnte sich Historisches anbahnen. "The Oscar goes to . . . " wird es wieder heißen, und eine Regisseurin könnte erstmals in der 82-jährigen Geschichte Film-Hollywoods die wohl am meisten ersehnte und gehasste Trophäe der Neuzeit überreicht bekommen. Kathryn Bigelow heißt vielleicht die Glückliche. Der künstlerische Wettstreit, den sich die Nominierungen eigentlich mit den Ergebnissen ihrer Arbeiten liefern sollen, könnte nicht nur aufgrund der möglichen Preisträgerin ein Politikum werden. Ihr Film "The Hurt Locker" ist sowohl in der Thematik als auch in der filmischen Umsetzung ein Statement, das das politische Hollywood der Bush-Administration schon vor einem Jahr gern entgegen geschleudert hätte. Dass Frau Bigelow mit ihrem Film gegen den neuen Kassenerfolg ihres Ex-Ehemannes James Cameron antritt, sollte also nicht darüber hinwegtäuschen, dass es hier um ein Stückchen Vergangenheitsbewältigung geht - oder um die artifizielle Flucht vor derselben.
Morgen ist es soweit. Der internationale Weltfrauentag steht an. In einigen Ländern darunter Russland, Kuba, Vietnam und Burkina Faso ist der Tag ein gesetzlicher Feiertag. Festliche Veranstaltungen und Demos wird es aber überall zahlreich geben. Die Mädchenmannschaft hat vorab schon mal eine kleine Zusammenfassung für den deutschsprachigen Raum gestartet.
Und dieStandard.at deckt die Geschichte des Tages auf.
Der erste Internationale Frauentag fand am 19. März 1911 statt. In Berlin gab es 40 Veranstaltungen und 45.000 TeilnehmerInnen. Ähnliche Veranstaltungen gab es in Österreich, der Schweiz, Dänemark und den USA. Insgesamt beteiligten sich Millionen Frauen, zentrale Forderungen betrafen das Wahlrecht, Mindestlöhne und die gleiche Bezahlung von gleichwertiger Arbeit.
Beschlossen wurde der Tag auf Initiative der deutschen Feministin und Sozialistin Clara Zetkin bei der II. Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen 1910. […]
In Westdeutschland war das Interesse am Frauentag, der anfangs im Zeichen von Friedensdemonstrationen stand, zunächst verschwindend gering. Erst in den späten 1960er Jahren wurde der 8. März von der jungen Frauengeneration wiederbelebt. Die Frauenbewegung kämpfte unter anderem für den straffreien Schwangerschaftsabbruch und die Einrichtung von Selbsthilfeprojekten.Die Grundforderungen sind seit den Anfängen erhalten geblieben: gleicher Lohn für gleiche Arbeit, gleiche Bildungs- und Ausbildungschancen, soziale Sicherung von Frauen, politische Gleichberechtigung und Frieden.
In diesem Sinne einen schönen und kämpferischen Weltfrauentag!
Die Komplette Auflage der dritten As.ism-Broschüre ist mittlerweile vergriffen und deswegen leider nicht mehr über uns bestellbar. Wir freuen uns natürlich über die große Nachfrage. Ob es einen Nachdruck geben wird, ist noch unklar, das eine oder andere Exemplar ist aber sicher noch bei einem Infoladen in eurer Nähe zu haben.
Zum Zeitpunkt der Verhaftung hatte Ashburn 1,4 Promille Alkohol im Blut. Einem Polizisten war die unsichere Fahrweise aufgefallen. Nach der Freilassung gab Ashburn am Mittwoch Nachmittag eine Erklärung heraus, dass er seine Handlungen zutiefst bedaure und die Verantwortung dafür übernehme. Er entschuldigte sich bei allen, auf die der Vorfall Auswirkungen haben wird: seine Familie, seine Wähler_innen, Freund_innen und Kolleg_innen im Senat.
"I am deeply sorry for my actions and offer no excuse for my poor judgment. I accept complete responsibility for my conduct and am prepared to accept the consequences for what I did. I am also truly sorry for the impact this incident will have on those who support and trust me – my family, my constituents, my friends, and my colleagues in the Senate."
Der 56jährige römisch-katholische Roy Ashburn ist geschieden und hat vier Töchter. Vor seiner Zeit als Senator war er sechs Jahre lang Abgeordneter des kalifornischen Parlaments. Er hat in seiner Amtszeit gegen jedes LGBT-freundliche Gesetz gestimmt, sei es die Anerkennung von auswärts geschlossenen gleichgeschlechtlichen Ehen, die Ausdehnung der Antidiskriminierungsrichtlinien auf die Versicherungsbranche oder die Einführung eines Harvey Milk Gedenktages. 2005 war Ashburn Mitorganisator einer Demonstration "für die traditionelle Familie". Auf den Vorwurf, dass er als schwuler Politiker gegen die Interessen von Schwulen und Lesben agiere, soll er gesagt haben, dass er die Interessen seiner Wählerschaft vertriete Ob Ashburn vor seiner alkoholisierten Autofahrt wirklich im "Faces" war, steht nicht fest. Die Geschäftsführerin des Lokals gab an, dass an diesem Abend eine "Latin Night" stattgefunden habe und sie den Senator nicht unter den wenigen weißen Gästen gesehen habe.
Gerüchte und Bermerkungen über die sexuelle Orientierung des konservartiven Politikers hatte es schon länger gegeben. Unter Journalist_innen war sie, wie es so schön heißt, ein offenes Geheimnis. Vor einigen Monaten hatte der offen schwule Bürgermeister von West Sacramento Christopher Cabaldon in seinem Facebook-Account angemerkt, es würde ihn nicht so stören, Roy Ashburn mit einem jungen Mann im (Schwulenclub) Badlands zu sehen, wenn er nicht immer gegen Schwule abstimmen würde. In der kalifornischen Online-Zeitung Bakersfield wird daher die Frage gestellt, ob die Angst vor einem Outing das Abstimmungsverhalten Ashburns beeinflusst haben könnte.
Links: http://www.ggg.at/index.php?id=320&tx_ttnews[tt_news]=2906&cHash=3adb1a0f252c464a39effefd2df669ba
http://www.queer.de/detail.php?article_id=11855
http://www.pride1radio.com/index.php/pride1aktuell/1077-homophober-us-senator-knuepft-kontakte-in-schwulenbar
http://cbs13.com/local/ashburn.arrest.dui.2.1534505.html
http://www.votesmart.org/voting_category.php?can_id=9694&category=13 (Abstimmungsverhalten bei Menschen- und Bürgerrechtsfragen)
http://www.votesmart.org/voting_category.php?can_id=9694 (Abstimmungsverhalten generell)
http://www.boxturtlebulletin.com/2010/03/04/20784
http://en.wikipedia.org/wiki/Roy_Ashburn
http://tpmmuckraker.talkingpointsmemo.com/roy_ashburn/
http://www.bakersfield.com/news_alerts/x379808761/Report-Sen-Roy-Ashburn-arrested-on-DUI-charges
http://www.bakersfield.com/news_alerts/x379808761/Report-Sen-Roy-Ashburn-arrested-on-DUI-charges
http://www.bakersfield.com/news/local/x1543187751/Why-we-report-facts-not-rumors
http://www.bakersfield.com/news/columnist/price/x1543187747/Nightclubbing-with-Roy-Story-has-gone-global
http://www.salon.com/comics/boll/2007/10/25/boll/
http://www.bakersfield.com/news/local/x379809007/Report-ignites-debate-over-Ashburns-orientation-gay-rights-voting-record
http://www.bakersfield.com/news/local/x379809049/LOIS-HENRY-Ashburn-dodges-gay-question
Die traditionelle Aussprache des Bundestags zur Situation der Gleichstellung in Deutschland nutzte die für das Thema zuständige Bundesministerin um ‚ein paar grundsätzliche Bemerkungen zur Chancengerechtigkeit von Frauen und Männern, Vätern und Müttern in der beruflichen Entwicklung’ zu machen. Dabei herausgekommen sind Gedanken, die den seit langem in einer Sackgasse befindlichen Dialog neu befruchten können.
‚Meine These ist, dass Strukturen und Kulturen in der Arbeitswelt nicht nur Frauen benachteiligen, sondern zu einer Benachteiligung von Menschen, von Männern und Frauen, führen, wenn sie Fürsorgeaufgaben in der Familie übernehmen. Deshalb sehe ich mich hier sowohl als Familienministerin als auch als Gleichstellungsministerin in der Pflicht.
Wir kritisieren zu Recht, dass Frauen immer noch deutlich weniger verdienen als Männer. Wir kritisieren zu Recht, dass auf höheren Hierarchieebenen, in Führungspositionen, insbesondere in Vorständen und Aufsichtsräten sehr wenige Frauen vertreten sind. Aber warum reden wir so wenig über die kulturellen und strukturellen Ursachen in der Arbeitswelt, die diesen Beobachtungen zugrunde liegen? Ich glaube nicht, dass Gehaltsunterschiede und die fehlende Präsenz von Frauen in den Führungsetagen immer noch das Ergebnis bewusster, schenkelklopfender Diskriminierung ist. Vielmehr glaube ich, dass wir es mit kulturellen und strukturellen Ursachen zu tun haben. …
Das hat wenig mit individuellen Denk- und Verhaltensmustern zu tun. Wenn Paare sich freiwillig für dieses Modell entscheiden, dann ist das ihre Privatsache. Aber in vielen Fällen ist es nicht so. Viele Paare heute wünschen sich eine gleichberechtigte Partnerschaft. In den Führungsetagen vieler Unternehmen gibt es eine strukturell familienfeindliche Kultur, die diese häusliche Arbeitsteilung zementiert. Ich glaube, dass genau das das Problem ist. Diese Arbeitskultur ist von einer Leistungselite geprägt, die sich deshalb so kompromisslos ihrer Karriere widmen kann, weil sie die Zuständigkeit für Kinder und Küche weitgehend outgesourct hat. Dazu lasse ich gern einen Mann zu Wort kommen. Ich zitiere aus einem Artikel über Managerehen, der schon vor einiger Zeit in der Wirtschaftswoche erschienen ist. Der moderne Manager sei ein “familienferner Lebensnomade,” …
“Seine Firma verlangt den ganzen Mann, rund um die Uhr und rund um den Globus, dafür wird er schließlich bezahlt, und nicht nur er, auch seine Frau und seine Kinder stehen auf der Gehaltsliste der Firma, als entfernte Angestellte gewissermaßen, weil auch sie ihr Leben dem Job unterordnen, ganz klar, … ”
Ich glaube, die Luft für Frauen in den Führungspositionen ist auch deshalb so dünn, weil sie keine familienfernen Lebensnomaden sein wollen.
Dies wird aber in vielen Unternehmen unausgesprochen erwartet, und auch die Arbeitszeit in vielen Führungspositionen lässt es überhaupt nicht anders zu. Das meine ich mit den Kulturen und Strukturen, die ich als die Ursache für die Benachteiligung von Frauen in der Arbeitswelt genannt habe. …
Von fairen Chancen für Frauen in der Arbeitswelt kann keine Rede sein, solange familiäre Aufgaben dort als Handicap gelten. Dies gilt übrigens genauso für Männer, die bereit sind, mehr familiäre Verantwortung zu übernehmen. Denn auch sie disqualifizieren sich häufig für höhere Aufgaben in einer von familienfernen Lebensnomaden geprägten Welt, in der sich Kulturen und Strukturen nur sehr langsam verändern. …’
Jetzt müssen den Worten ‚nur’ noch Taten folgen. Die Zeit der Symbolpolitik ist auf jeden Fall vorbei.
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
die Zeilen für den 8. März 2010 schreibe ich am Samstag, dem 6., und so ist es wenig verwunderlich, wenn sich in die beginnende Feierstimmung auch Trauer und Traurigkeit mischen: die wohl bekannteste österreichische Frauenpolitikerin wurde heute Nachmittag auf dem Wiener Zentralfriedhof beigesetzt. Johanna Dohnal war am 20. Februar 2010 verstorben.
Jedes Jahr sind in Deutschland allein 230.000 Kinder von der Trennung und Scheidung ihrer Eltern betroffen.
Zerbricht eine Beziehung und verlieren Kinder den Zusammenhalt ihrer Eltern, dann bricht für sie eine Welt in ungeahntem Ausmaß zusammen. Sie müssen sich mit extremen Gefühlen und Verlustängsten, mit vermeintlichen Schuldgefühlen und vielem mehr auseinandersetzen.
Auch für Väter gibt es bislang nur wenige Unterstützungsangebote. Aus diesem Grund hat der „Väteraufbruch für Kinder Leipzig e.V.“ einen umfassenden Ratgeber für Väter herausgegeben, der nun in einer zweiten überarbeiteten Auflage erschienen ist.
Der Väterkompass wendet sich an Väter, die sich in der Situation vor, in oder nach einer Trennung befinden und der diesen dabei helfen soll, den Kontakt zu ihren Kindern zu bewahren und auszubauen. Dabei beschäftigt sich der Ratgeber nicht nur mit juristischen Punkten, sondern auch mit Fragen neben Jugendamt und Gericht und berücksichtigt die seit dem 01. September 2009 durch das neue FamFG geänderte Familienrechtsprechung.
Die beiden Autoren, der Rechtsanwalt Hans-Thomas Leib und Martin Eschenburg, greifen in der 155-seitigen Publikation die Problemlage der zwar sorgevollen, aber längst nicht immer sorgeberechtigten, oftmals auch ausgegrenzten Väter auf. Ebenso wird auf Missstände eingegangen, die dadurch entstehen, dass Mütter und Väter in Deutschland noch immer juristisch ungleich behandelt werden. Der „Väterkompass“ gibt Hinweise und Ratschläge für den richtigen Umgang mit einer solchen Situation unter vorrangiger Beachtung der Kinder.
Es wird das gesamte Spektrum vom Beginn einer Partnerschaft bis zu einer eventuellen Trennung beleuchtet auf Grundlage der aktuellen Rechtslage sowie juristischer, anwaltlicher und persönlicher Erfahrungen der Autoren. Ergänzt wird die Darstellung durch Zitate betroffener Väter.
Auf der Homepage www.vaeter-kompass.de wird der „Väterkompass“ vorgestellt und der Ratgeber zum Preis von 9,80 € bestellt werden.
Wie können Männer und Frauen schon im Studium die Weichen für ein gleichberechtigtes Leben stellen? Darüber streiten die ZEIT CAMPUS-Autoren Inge Kutter und Justus Bender.
Eigentlich können Frauen und Männer heute alles haben: Eine hervorragende Bildung, Erfolg im Beruf und ein Familienleben – doch wie sieht die Realität aus? Ist das nur eine Wunschvorstellung? Muss letztlich immer einer zurückstecken? Die ZEIT CAMPUS-Autoren Inge Kutter und Justus Bender streiten über die aktuelle Titelgeschichte “Frauen sind besser, aber Männer kriegen die Jobs”.
Um junge Frauen vor ungewollten Schwangerschaften zu beschützen, hat eine amerikanische Kampagne (sexreally.com) auf ihrer Website ein Video veröffentlicht, in dem gezeigt wird, wie Männer „wirklich“ sind: verdorben, sexgeil und hormongesteuert. Im Grunde sagt das Video, dass Männer immer nur an Sex denken und lässt die Darsteller sagen, dass Frauen in knappen Kleider doch selber schuld sind wenn sie nur als „Objekt“ gesehen werden und all die anderen Klischees.

(C) Eva Hillreiner, www.evahillreiner.de
Abgesehen davon, dass ich nicht glaube, dass so auch nur eine ungewollte Schwangerschaft verhindert wird, wundere ich mich mal wieder über die Art und Weise wie hier a) mit dem Thema Sex und b) mit der Rollenverteilung zwischen Mann und Frau umgegangen wird. Ich kann es nicht nachvollziehen, warum Sex immer noch so verklemmt besprochen werden muss. Nachdem ich in den letzten Wochen alle fünf Staffeln „Six Feet Under“ gesehen habe, stelle ich wieder einmal fest, dass im (amerikanischen) Fernsehen eher gezeigt wird, wie zwei Brüste mit einem Schwert abgeschnitten werden, als das sie geküsst werden. Es gab wirklich viele Sexszenen aber in jeder hatte die Frau beim Sex einen BH an. Sex ist was Schönes – wenn beide bzw. alle Beteiligten es wollen. Ja, ich habe gerne Sex, ich kenne aber auch sehr viele Frauen, die sehr gerne Sex haben. Aber ich kann auch noch an andere Sachen denken, sogar mehrere Stunden am Stück.
Nicht falsch verstehen, ich bin für Safer-Sex und für Aufklärung – aber nur den Männern die Schuld in die Schuhe zu schieben, wenn mal was nicht so läuft, wie es geplant war, muss zwangsläufig in die Hose gehen. Wer junge Menschen vor ungewollten Schwangerschaften oder vor Geschlechtskrankheiten schützen will, muss ehrlich mit diesem Thema umgehen. Da wird es nicht helfen, die eine Seite nur zu verteufeln und die andere nur zu verherrlichen. Auch Frauen werden geil und auch Frauen kommen in Situationen, in denen sie eher handeln als denken … junge Menschen müssen lernen, genau dann richtig zu handeln – und zwar alle Beteiligten.
Es darf doch nicht sein, dass die Frau nur die Wahl zwischen dem naiven Dummchen oder der sexgeilen Schlampe hat und dem Mann am Ende noch nicht mal die Wahl gelassen wird. Menschen sind so unterschiedlich – egal ob Mann oder Frau. Und Sex ist nichts Abnormales. Wie er gestaltet wird müssen aber die Regeln, die involviert sind, den anderen geht das erst mal nichts an.
Auswertung der Netzeitung am 10. November 2009 Foto: Wulf-Frick"Nur 23 Prozent aller Personen, über die in den deutschen Nachrichten berichtet wird, sind Frauen. Ihr Anteil stieg von 22 auf 23 Prozent, also um ein Prozent gegenüber der letzten Stichtagserhebung im Jahr 2005. Auch international lässt sich nur eine Steigerung um ein Prozent (von 23 auf 24 Prozent) verzeichnen, so das vorläufige Ergebnis des Global Media Monitorin Projekt (GMMP) 2010."
"Für Deutschland übernahm wie in den Vorjahren der Journalistinnenbund (JB) die Koordination der qualitatitven Erhebung. (...) In 384 Beiträgen wurde über 839 männliche und 256 weibliche Personen berichtet."
"Regierungsmitglieder, Politikerinnen und Politiker wurden in den Nachrichten am häufigsten erwähnt. An erster Stelle war das Kanzlerin Angela Merkel, dennoch waren nur 23 Prozent dieser Berufsgruppe weiblich. Ein einflussreiches Amt allein reicht nicht aus, um als Frau in den Nachrichten bewusst wahrgenommen zu werden. Das ranghöchste Amt wird beachtet, unabhängig davon, ob es von einem Mann oder einen Frau besetzt ist."
Die Wirtschaftskammer hat ein Informationsblatt zu den arbeits- und sozialrechtlichen Aspekten der eingetragenen Partnerschaft erarbeitet. Die Informationen werden laufend ergänzt und sind jeweils aktuell auf der Homepage der Wirtschaftskammer abrufbar.
Nähere Information: Wirtschaftskammer Wien (Link)
Die Männeremanzipation stockt leider immer noch, denn es fehlen Männlichkeitsbilder der Zukunft. Sind alleinerziehende Mütter und Grundschullehrerinnen schuld?

(C) Frl. Zucker - fraeuleinzucker.blogspot.com/
Die Debatte um die armen Jungen, aus denen später die armen Männer werden, reißt nicht ab. WissenschaftlerInnen zeigten immer wieder, dass es vor allem allein erzogene Jungen hart treffe, da diese noch Jahrzehnte später ein erhöhtes Depressionsrisiko hätten, weil sie vaterlos aufwuchsen. So berichtete auch Jens Lubbadeh auf Spiegel Online vor drei Tagen. Lubbadeh war auf dem Männerkongress 2010, der in Düsseldorf stattgefunden hat. Dort hörte er sich offenbar einige Vorträge über die Männer und ihre Probleme an – und über Jungen, vaterlose. Daraus entstand der Artikel mit dem Titel „Frau muss man sein!“
Vaterlose Jungen wurden unter anderem von Professor Matthias Franz unter die Lupe genommen. Dazu zog er eine Langzeitstudie heran, die Kriegskinder der Jahrgänge 1935 und 1945 untersuchte. Langzeitstudien haben immer einen Vorteil: Man gerät nicht in Gefahr, überstürzte Urteile zu fällen, man betrachtet ein Phänomen und seine Entwicklung über Jahre – und kennt dadurch auch Langzeiteffekte von negativen Einflüssen auf Menschen. Langzeitstudien mit Menschen, die 1935 und 1945 geboren wurden, haben aus heutiger Sicht aber auch einen entscheidenden Nachteil: Sie lassen sich nur sehr schwer auf Menschen übertragen, die 60 oder 70 Jahre später geboren wurden. Kann man einen Jungen, dessen Vater im Krieg starb und dessen Mutter ihn darum allein erzog, wirklich mit einem Jungen vergleichen, dessen Vater einfach nur eine „Neue“ hat oder dessen Mutter nicht mehr mit dem Vater klar kam? Und wurden Jungen der Jahrgänge 1935 und 1945 nicht noch viel mehr zu „Männlichkeit“ erzogen und mussten sie als Männer nicht viel „männlicher“ sein (durchsetzungsstark, hart, mutig, Gefühle an Frauen delegierend), als heute, wo wir beobachten können, dass sich andere Männlichkeitsbilder zu entwickeln beginnen?
Alleinerzogen, ohne Schaden
Ich meine: Franz und somit Lubbadeh – aber auch altbekannte Autoren wie Hurrelmann und Arne Hoffmann argumentieren immer, den Jungen ginge es so schlecht und sie würden depressiv, weil ihnen das „männliche Vorbild“ fehle – und weil Mütter dieses nicht ersetzen könnten. Hat schon einmal jemand untersucht, warum es dann auch Männer gibt, die nur von einer Frau großgezogen wurden und die keinerlei Schaden davon trugen (ich kenne da einige persönlich)? Was haben deren Mütter denn – rein wissenschaftlich gesehen – „falsch“ gemacht? Oder sind sie nicht vielmehr der Beweis, dass der arme vaterlose Junge kein Muss ist, sondern ein gesellschaftliches Phänomen, das aufgrund mehrerer Einflussfaktoren entstand? Und wer fragt eigentlich, warum es heute immer noch vor allem die Frauen sind, die nach der Scheidung alleine mit den Kindern dastehen?
Es tut sich Gott sei Dank sehr viel in der Debatte. Ein erster und großer Erfolg war das Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte, das Vätern mehr Mitsprache bei der Sorge um ihre Kinder zusprach. Denn es ist für beide Parteien und insbesondere für die Kinder, einfach unerträglich, dass hierzulande der Wertekonsens dahin zu gehen scheint, dass Väter bei der Kindersorge nicht mitreden dürften und müssten. Keine Rechte, kaum Pflichten. Auf der einen Seite stehen Frauen, die beklagen, dass ihre Männer keinen Unterhalt zahlen, auf der anderen Seite die Männer, die entrechtete Väter geworden waren. Und dazwischen viele Richter, die immer noch meinten, das Beste für das Kind seien ausschließlich die Mütter. Dieses Bild bröckelt.
Auch andere Bilder bröckeln: Seit den 70er Jahren haben sich Frauen kontinuierlich verändert. Zum großen Leid von Frauen wie Eva Herman haben sie sich emanzipiert, haben ihr Leben in die Hand genommen und sind heute erfolgreich in Schule und Beruf. Das ist gut so! Und es wäre wohl nicht so weit gekommen, wenn es keine Frauenbewegung und in der Politik keine gezielte Frauenförderung gegeben hätte. Der ungleiche Lohn, ungleiche Karrierechancen und die immer noch Familien- und damit Mütter-unfreundliche Arbeitswelt (da beißt sich die Katze in den Schwanz), die ungleiche Beteiligung von Frauen in der Politik und auf der sogenannten „Weltbühne“ – all das sind Hinweise darauf, dass es mit der Emanzipation der Frau noch nicht zum Abschluss gekommen sein kann. Trotzdem schreibt Lubbadeh in seinem anderen Artikel, man müsse Frau sein – dann ginge es einem ja viel besser.
Wo sind die Vorbilder?
Was fehlt denn noch? Genau: Die Emanzipation der Männer. Sie ist überfällig und Kongresse wie der in Düsseldorf, die in ihrem Titel die Frage stellen, ob neue Männer sein müssen (oder nicht?) und wie Männer mit Gefühlen umgehen, zeigen nur, dass die Männer ratlos sind. Was für ein Bild von Männlichkeit soll man heute leben? Wer soll das Vorbild dafür sein? Und alle stellen sich leise die Frage: Müssen Männer heute noch aggressiver, stärker, härter, gefühlsärmer und derartige Arbeitstiere sein, wie das früher selbstverständlich war? Ist das ihre testosterongesteuerte Natur? Solche Fragen und ihre Beantwortung mit einem Ja führen dann zu solch absurden Diskussionen, wie der über die Feminisierung der Erziehungsberufe.
Das Wort Feminisierung erhält dann fast eine Konnotation wie „Nazifizierung“ und impliziert etwas Böses. Die ganze Erziehung ist „feminisiert“ – natürlich ist das allein die Schuld der Frauen. Und dass aus den Jungen dann nichts wird, natürlich auch. Aber auch hier wird die Debatte manchmal in die richtige Richtung geführt, wenn von Aufwertung der momentan vor allem „weiblichen“ Berufe ErzieherIn und GrundschullehrerIn geredet wird. Wenn man zugleich von Gendergerechtigkeit in der Kita und Schule spricht und Methoden entwickelt werden, die ErzieherInnen dazu befähigen, ihre eigenen Vorurteile gegenüber den Geschlechtern zu reflektieren und aktiv dagegen zu wirken.
All diese Entwicklungen sind Anfänge. Anfänge, die auch dazu führen können, dass die ins Stocken geratene Frauenbewegung neuen Schwung aufnehmen kann. Denn seien wir ehrlich: Es ist immer noch mit sehr vielen Nachteilen verbunden, eine Frau zu sein – auch wenn darüber nicht mehr so viel geredet wird, wie über arme Jungen. Und es ist gerade die fehlende Emanzipation der Männer, die uns einen nötigen Schub verpassen könnte. Vorausgesetzt, man schafft es die Debatte so zu führen, dass das eine nicht gegen das andere ausgespielt wird.
(Dieser Text erschien ursprünglich als Kolumne auf Freitag.de)
Ergänzend zu meinen Ausführung wird die These von der “bösen” Feminisierung der Schulen mittlerweile auch durch Studien widerlegt – wie Spiegel Online berichtet.
Letzte Woche leider durch die Lappen gegangen, aber absolut lesenswert: “Die Pille danach – ein Erlebnisbericht” auf dem mädchenblog. Auch things that hurt berichtet von ihren Erfahrungen mit der Pille danach.
Auf drei hälften konstatiert die Autorin: Der Feminismus ist tot! Anhand von verschiedenen Beispielen zählt sie auf, warum der Feminismus dennoch dringend gebraucht wird.
Die Zahlenzauberin ärgert sich über ihren Arzt, der sie wegen einer Grippe untersuchen soll und wegen ihres Gewichts ermahnt - “aber in zwanzig Jahren…” Dabei ist ihr Selbstbewusstsein in jahrelanger Arbeit erkämpft.
Antje Schrupp fragt auf twitter: “Maskulinisten kündigen an, einen Vortrag von mir per Flashmob zu stören. Was würdet Ihr machen?”
In Großbritannien wird demnächst einer der letzten Unterschiede zwischen Ehe und gleichgeschlechtlichen eingetragenen Partnerschaften fallen, denn am Dienstag beschloss das House Lords mit 95 zu 21 Stimmen die “Equality Bill” – queernews berichtete.
Auf zwischengeschlecht gibt es einen Verweis auf die Petition der Organisation Intersex International (OII) gegen Diskriminierung von Zwittern durch das Internationale Olympische Komitee (IOC).
Auf Aviva Berlin wird das Buch “Migration als Ressource. Zur Pendelmigration polnischer Frauen in Privathaushalte der Bundesrepublik” von Sigrid Metz-Göckel, Dobrochna Kalwa und Senganata Münst besprochen.
Zusammen mit anderen Kolleginnen aus der Mädchenarbeit entstand die Idee, im August mit einem Vernetzungstreffen in Marburg den Grundstein für einen bundesweiten Austausch junger feministischer Sozialpädagoginnen zu legen, wie auf beziehungsweise weiterdenken berichtet wird.
Für eine bessere Vernetzung der (weiblichen) Websphäre listen wir jede Woche auf, was unsere deutschsprachigen Kolleginnen und Kollegen über die Woche so melden und tun. Wenn du selbst ein Blog zu Gender- und Feminismusthemen hast, sag unter mannschaftspost(at)web.de Bescheid.
Nachtrag: Der Verfassungsartikel wurde mit über 77% Ja-Stimmen
angenommen!
In
der Schweiz wird am kommenden Wochenende über einen Verfassungsartikel
abgestimmt, der den Bund beauftragt, Forschung am Menschen landesweit mittels
Vorschriften zu reglementieren, da bisher nur teilweise kantonale,
uneinheitliche und lückenhafte Vorschriften bestehen. Da die meisten Parteien
und auch die betroffenen medizinischen Standesorganisationen die Vorlage
befürworten, hat sie gute Chancen.
Obwohl u.a. die Pflicht zur Kontrolle von Menschenversuchen im
Verfassungsartikel leider nur mangelhaft verankert wurde, könnte die
Zwitterbewegung in ihrem Kampf gegen die experimentellen kosmetischen
Zwangseingriffe an Kindern mit "uneindeutigen" körperlichen
Geschlechtsmerkmalen von einer Annahme des Verfassungsartikels klar
profitieren.
Bezüglich einer verbindlichen und transparenten Kontrolle sämtlicher
Menschenversuche besteht jedoch aus der Sicht der Menschenrechtsgruppe
Zwischengeschlecht.org dringend zusätzlicher
Handlungsbedarf.
Seit den 1920ern:
Serienweise uneingewilligte und unkontrollierte Menschenversuche an
Zwittern
Seit über 90 Jahren werden kosmetische Genitaloperationen, Zwangskastrationen, Zwangshormon"therapien" und weitere, nicht eingewilligte, medizinisch nicht notwendige Zwangseingriffe an Zwittern von den SerientäterInnen ausschliesslich experimentell durchgeführt, d.h. es wurde weltweit nirgends und nie klinisch getestet, ob die "Behandlungen" für die Zwangsbehandelten überhaupt eine "Verbesserung" bringen, und wie es im Gegenzug mit den "Nebenwirkungen" ausschaut (sog. "mangelnde bzw. fehlende Evidenz").
Die insbesondere nach Zwangskastrationen lebenslangen Zwangshormon"therapien" wurden ebenfalls nie klinisch geprüft, die verwendeten Medikamente für diese Anwendungen weltweit nirgends und nie von einer Arzneimittelbehörde geprüft und folglich auch nicht freigegeben (sog. unkontrollierter "Off-Label Use"). Dasselbe gilt auch für die seit Ende der 1970er ebenfalls seriell durchgeführten pränatalen Zwangshormontherapien.
Schlimmer noch, obwohl diese medizinisch nicht notwendigen, uneingewilligten experimentellen Zwangsbehandlungen seit den 1950ern – also seit deutlich über einem halben Jahrhundert! – an allen entdeckten neugeborenen und erwachsenen Zwittern systematisch vollzogen werden, haben die TäterInnen sich bisher um klinische Tests oder nur schon systematische Nachuntersuchungen (sog. "Follow-Ups") stets foutiert, nicht zuletzt, da solche einen zentralen Aspekt der "Therapien" in Frage stellen würden, nämlich das Verschweigen der Eingriffe und des wahren Geschlechts den misshandelten "PatientInnen" gegenüber.
Alle Zwangsbehandlungen an Zwittern erfolgen demzufolge seit jeher als unkontrollierte medizinische Menschenexperimente bzw. als unkontrollierte Feldversuche.
Der einzige angebliche "Beweis" für die Zwangsbehandlungen,
John Moneys infames "John/Joan"-Zwillingsexperiment,
wurde bereits 1997 als krasse wissenschaftliche Fälschung
entlarvt. Trotzdem tun die Medizyner in der Regel heute noch so, als
ob es sich bei diesen Zwangsbehandlungen um einen erprobten medizinischen
Standard handle, und preisen die Zwangsbehandlungen vor allem
den in der Regel überforderten Eltern gegenüber seit Jahrzehnten
widerrechtlich als "sicher" und "erprobt" an – obwohl
sehr viele Fälle unzufriedener Erwachsener publik sind,
auch in offiziellen Studien.
2010: Was könnte der neue Verfassungsartikel für Zwitter bringen?
Allen gegenteiligen Lippenbekenntnissen von Medizynern zum Trotz werden die experimentellen, medizinisch nicht notwendigen, nicht eingewilligten Zwangsbehandlungen an Zwittern auch in der Schweiz weiterhin systematisch praktiziert. Zwischengeschlechtlich geborene Menschen sind wohl die Bevölkerungsgruppe, die widerrechtlichen medizynischen Menschenversuchen am schutzlosesten ausgeliefert sind.
Unter diesen Umständen können Zwitter von einer evtl. auch nicht ganz perfekten Reglementierung von Menschenversuchen auf Bundesebene, wie sie der Verfassungsartikel vorsieht, praktisch nur profitieren. Auch die als Folge des Verfassungsartikels folgende politische und öffentliche Diskussion um konkrete Gesetzesvorschriften stellt eine grosse Chance dar, die menschenrechtswidrigen experimentellen Zwangsbehandungen an Zwittern öffentlich anzuprangern.
(Auch wenn eine öffentliche Diskussion selbst bei Annahme des
Verfassungsartikels grosse konkrete Anstrengungen erfordern wird, da,
wie andernorts bereits festgestellt, schon der Verfassungsartikel im
Vergleich mit den übrigen Abstimmungsvorlagen weitgehend unter dem Radar der
Öffentlichkeit blieb.)
Schwachpunkt: Mangelnde Transparenz und Kontrolle
Aus Sicht der Zwitterbewegung stellt der schwerwiegendste Makel des Verfassungsartikels die nur ungenügend vorgeschriebene Erfassung und Kontrolle von medizinischen Humanexperimenten dar. Die im Verfassungsartikel verankerte "unabhängige Überprüfung" (Art. 118b Abs. 2 b.) "von einer unabhängigen Stelle (z.B. einer Ethikkommission)" (Erläuterungen des Bundesrats, Abstimmungsbroschüre (PDF) S. 8) ist klar zu wenig verbindlich, um unkontrollierte Menschenversuche, wie sie an Zwittern seit über 90 Jahren serienweise sowie seit bald 60 Jahren systematisch praktiziert werden, erfolgreich einzudämmen. Hier besteht bei der späteren Ausformulierung konkreter Gesetzesvorschriften dringender Handlungsbedarf.
Wie etwa das Beispiel der letzten Monat in Amerika erfolgreich angelaufenen
Initiative zur Überprüfung der experimentellen pränatalen
Zwangshormontherapien zeigt, braucht es verbindliche Regelungen,
damit medizinische Menschenexperimente ohne Registrierung und kontinuierliche,
transparente Kontrolle durch entsprechende Kontrollstellen nicht durchgeführt
werden dürfen, sofern der vom Verfassungsartikel propagierte Schutz
vor unethischen und gar schädlichen Humanexerimenten ganz nach dem Belieben der
ExperimentatorInnen nicht ein blosser Papiertiger bleiben soll, sowohl für
Zwitter wie auch für alle anderen, zum Zeitpunkt der Experimente nicht
einwilligungsfähigen menschlichen "Versuchsobjekte".
Die Menschenrechtsgruppe
Zwischengeschlecht.org fordert ein Verbot von kosmetischen
Zwangsoperationen an Kindern und "Menschenrechte auch für Zwitter!". Betroffene
sollen später selber darüber entscheiden, ob sie Operationen wollen oder nicht,
und wenn ja, welche.
Lauren Graham is back! Yeah!
Wer jetzt kurz überlegen muss, wer Lauren Graham ist: Sie hat 7 Staffeln lang die Lorelei in der Serie Gilmore Girls gespielt. Dienstag, also am 02. März 2010 lief auf dem amerikanischen Sender NBC die Pilotfolge ihrer neuen Serie Parenthood. Graham spielt Sarah Braverman, eine alleinerziehende Mutter, die mit ihren zwei pubertierenden Kindern wieder bei den Eltern einzieht und dort nicht nur mit dem eigenen Pleite sein, sondern auch mit ihren drei Geschwistern, deren Familien und einigen Gespenstern aus der Vergangenheit konfrontiert wird.
Wer jetzt eine zweite Lorelei Gilmore erwartet, wird leider enttäuscht werden. Das kann man positiv deuten, denn Lauren Graham ist offensichtlich eine so talentierte Schauspielerin, dass man gleich in der ersten Sekunde vergessen hat, dass sie jemals die Mutter von Rory Gilmore (Alexis Bledel) gespielt hat. So ganz kann ich meine Erwartungen aber nicht gleich runterschrauben und bin schon ein wenig enttäuscht, dass der Serie die Ironie, der Sprachwitz und die Dynamik so vollkommen abgehen. Aber wie heißt es so schön: Ein Pilot macht noch keine Serie und das Verhältnis Misslungenes und Gelungenes hält sich so sehr die Waage, dass ich wenigstens noch die nächsten zwei Folgen anschauen werde.

(Achtung: Spoiler!)
Sarahs älterer Bruder Adam (Peter Krause, bekannt aus Six Feed Under) erfährt, dass sein Sohn autistisch ist, ihre Schwester Julia (Erika Christensen) schlägt sich damit herum, dass ihre kleine Tochter fixierter auf ihren Mann ist als auf sie und der kleinste Bruder Crosby (Dax Shepard!) will weder Vater noch erwachsen werden. Zumindest ersteres passiert dann schneller als erwartet.
(Ende: Spoiler!)
Wem das alles übrigens bekannt vorkommt: Der Pilot von Parenthood spielt den gleichnamigen Spielfilm von Regisseur Ron Howard (The Da Vinci Code) unter aktualisierten Vorzeichen noch mal durch. 1989 spielte dort die wunderbare Dianne Wiest, die derzeit einfach großartig die Psychoanalytikerin Gina in der HBO-Serie In Treatment spielt, Lauren Grahams Rolle. Steve Martin und Keanu Reeves waren auch mit dabei. Nur dass die Familie damals noch Buckman hieß. Eine Serie mit dem Titel gab es übrigens auch schon. In der spielte Leonardo di Caprio eine seiner ersten Rollen, die Show floppte aber bald.

NBC springt mit Parenthood aktuell auf einen erfolgreichen Zug auf, denn Patchwork-Familienserien, die aus Sicht der Eltern erzählen, sind im Trend.
Modern Family zum Beispiel ist eine Mockumentary-Serie, die sich um das Leben der Familie Pritchett dreht. Jay Pritchett (Ed O‘Neill aka Al Bundy!) ist in zweiter Ehe mit Gloria verheiratet, sein Sohn Mitchell und dessen Mann Cameron haben gerade eine Tochter adoptiert und seine Tochter Claire lebt mit ihren drei Kindern und einem unglaublich blöden Ehemann im Einfamilienhaus. Ich habe es schon mal gesagt, das Witzigste an dieser Serie sind die Kinder.
Auch Cougar Town hat sich in dieser Richtung entwickelt und vielleicht sollte man diese Serie langsam umbenennen, denn meine Anfangsbefürchtungen haben sich nicht bestätigt. Von dem Klischee einer Vierzigjährigen, die hauptsächlich irgendwelchen Typen hinterher rennt, hat sich die Comedyshow zu einer witzigen Serie über eine chaotische Familie bestehend aus Freunden, Nachbarn, Expartnern, Kindern und Kollegen eingependelt bei denen ständig alles, aber wirklich alles aus dem Ruder läuft.
Im Gegensatz zu Modern Family geht es bei Cougar Town sehr selten um klebrige Familienzusammenführungen. Ich verstehe sowieso nicht wieso Comedys, die kritisch mit Rollenbilder verfahren, am Ende die ganze glückliche Familie an einem Tisch versammeln müssen. Das war ja auch die schöne Message der Gilmore Girls: Liebe und Geborgenheit bedeuteten in Stars Hollow nicht, dass sich am Ende jeder Folge alle in die Arme fallen mussten. Am Besten zu Geigenmusik. Im Gegenteil: Mit einer Emily Gilmore in der Familie war das sogar unmöglich. Und auch sonst passierte zu viel Leben.
Aber es ist wohl ungerecht von Lauren Graham zu verlangen für den Rest ihres Lebens Lorelei Gilomore zu sein und es ist auch unrealistisch, dass so eine Serie wie Gilmore Girls jemals wieder geschrieben werden wird, deswegen gebe ich mich optimistisch und hoffe, dass trotz des „We are one family“-Kitsches, den es auch in der ersten Folge von Parenthood gab, die Serie in den erzählten Geschichten eine andere erzählerische Ausfahrt nimmt. Mehr Chaos, weniger Geigen, das wäre schön. Das Potential ist da.
Bilder: Parenthood 2010 via, Parenthood 1989 via.
Start Slide Show with PicLens Lite
… versucht Thomas Gesterkamp, Journalist und Autor im Interview mit der Zeitschrift ‚Der Standard’ zu erklären.
‚derStandard.at: Welche Schwierigkeiten haben Männer in Deutschland, die nach der Geburt des Kindes in Karenz gehen wollen?
Gesterkamp: Bei uns heißt das Elternzeit. Die Zahl der Männer ist in den letzten drei Jahren von dreieinhalb auf 21 % gestiegen, der Anteil der Männer bei den Antragstellern hat sich versiebenfacht. Da sehe ich einen großen Fortschritt. Zwei Drittel der Männer nehmen zwei Monate in Anspruch. Die Monate würden verfallen, wenn sie nicht in Anspruch genommen werden. Immerhin ein Drittel geht auch länger als zwei Monate in Elternzeit.
Was die zwei Monate betrifft, wird das in den Firmen relativ problemlos durchgewunken. Wenn Väter danach aber sagen, sie wollen längerfristig die Stundenzahl reduzieren, gibt es viele Unternehmen, die das nicht zulassen. Hier gibt es noch weiter Bedarf, das zu ändern. …
derStandard.at: Sie sagen, für Männer sei es schwieriger, Familien- und Privatleben unter einen Hut zu bekommen, als für Frauen. Warum?
Gesterkamp: Schwieriger ist es dann, wenn sie stärker in die Erwerbswelt integriert sind als Frauen. Und das ist in der Regel noch immer der Fall. In Deutschland ist es großteils so, dass Frauen die Zuverdienerinnen sind. Sie arbeiten Teilzeit oder geringfügig oder sind Hausfrauen. Väter haben insofern ein Problem, weil sie Geld verdienen, gleichzeitig auch gute Väter sein sollen. …
Die Erwerbswelt ragt wie eine Krake ins Privatleben der Menschen hinein. Arbeit und Freizeit vermischen sich in gewissen Berufen immer mehr. Auch durch die neuen Kommunikationsmittel, man ruft zuhause seine Mails ab und steht immer in Bereitschaft. Das sind alles enorme Herausforderungen für die Familie und für die Beziehung zwischen Männern und Frauen. …
derStandard.at: Treten Sie dafür ein, dass Männer verstärkt zuhause bleiben?
Gesterkamp: Ich halte wenig davon, dass sie Hausmänner werden. Ich trete aber für eine neue Balance von Arbeit und Liebe ein. Beide Geschlechter sollen in der Lage sein, sich um die Kinder zu kümmern, auch um pflegebedürftige Angehörige. Das ist auch ein Thema, das auf uns zukommt. Trotzdem soll man auch in der Arbeitswelt mitmischen können, das soll sich nicht gegenseitig ausschließen. Es ist aber schwierig, weil es zwei verschiedene Welten sind.’
Ob die Frauenpolitik in Deutschland je aus den Kindesschuhen gewachsen ist, sei nun mal dahin gestellt. Mit Kristina Köhler, ähh neuerdings Schröder (jaja die Ehe), als „Frauen“-Minsterin wird sie allerdings endgültig zu Grabe getragen .
Denn die neue, alte deutsche Frauenpolitik heißt jetzt Familienpolitik. Also Reproduktionsorgane auf Vorderfrau bringen, Ladies.
„Die Strukturen und Kulturen benachteiligen nicht nur Frauen, sondern Menschen, die Fürsorgeaufgaben in der Familie übernehmen.“
Die Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen sowie die mangelnde Präsenz von Frauen auf Führungsposten „ist nicht das Ergebnis bewusster, schenkelklopfender Diskriminierung“, sagte Schröder. Sondern es sei in den Vorstandsetagen eine „familienfeindliche Kultur zementiert“. Dies aber mit der „Brechstange“ einer Quotenregelung anzugehen, sei „wie Cortison – die Symptome verschwinden, die Ursachen bleiben“.
(taz)
Mit ihrem fanatischen Festhalten an traditionellen Familie- und Rollenbildern, ist Schröder die Personifikation des „Backlash“, welcher durch neokonservative Weltanschauung versucht die gesellschaftlichen Errungenschaften des 20ten Jahrhunderts zu revidieren. Darunter fällt auch ein Frauenbild fernab vom „Mutter sein“.
Eine Frauenpolitik, die sich für reproduktive Rechte und wirkliche Gleichstellung einsetzt wird dadurch unmöglich.
Es ist zwar nicht verwundernd, dass Deutschland unter schwarz-gelb in der Frauenpolitik diese Wende einschlägt, aber trotzdem erschreckend. Vor allem wenn man bedenkt, dass Deutschland in Sachen Frauenrechten (europaweit) hinterher hinkt: die Pille danach ist nicht rezeptfrei, Gesetze zum Schwangerschaftsabbruch werden nicht liberalisiert sondern verschärft, Einkommensschere, Frauendomäne Teilzeit, Armutsrisiko alleinerziehende Mutter, Gewalt gegen Frauen, Quotenparanoia etc.
Auch von der Gleichstellung homosexueller Partnerschaften will Schröder nichts wissen.
Es gäbe also was zu tun, derzeit wird Frau Schröder aber dafür bezahlt Kindergärten aufzufordern mehr Ritterburgen für die Jungs zu malen und nicht nur weiblich anmutende Schmetterlinge, oder auch dafür die angeblich grassierende „Deutschenfeindlichkeit“ zu stoppen.
I agree that human behavior is evolved, but I believe that we evolved into humans. If we still had the hierarchies and behaviors of apes on the savannah, we’d be apes on the savannah. (Also, even apes are often more complex than Kanazawa assumes.) It’s like saying “dolphins are descended from land creatures with legs, therefore dolphins have legs.” And the idea that men are harem-keeping sperm machines and women are antler-contest-judging baby machines is some serious dolphin legs. Morality, creativity, abstraction, empathy—these are our flippers.
Mal wieder The Pervocracy (und mal wieder via figleaf)
Die Welt des Studierens und Arbeitens ist durch das digitale Zeitalter kräftig ins Rotieren geraten. Das Internet und die damit verbundenen Möglichkeiten geben heute bei Kommunikation und Informationsgewinnung den Ton an. Was im privaten Umfeld funktioniert, nutzen Kundschaft und Bürger/innen vermehrt, um direkt an Produktentwicklungen und Entscheidungen mitzuwirken. Wie sich dies auf die Anforderungen in einem MINT-Studium und im technischen Arbeitsumfeld auswirkt, dazu gaben Initiative D21, VDE, VDE-YoungNet und der Nationale Pakt für Frauen in MINT-Berufen heute auf der CeBIT MINT-Studierenden eine Möglichkeit zur Orientierung.
The Institute of Gender in Medicine (GiM) in Berlin, Charité-Universitätsmedizin, is proud to announce its first Summer School on Gender Medicine to be organised together with all partners of our EUGIM (European Curriculum Gender In Medicine) project. This includes the universities in Budapest, Innsbruck, Maastricht, Nijmegen, Sassari and Stockholm.
We cordially invite you, your friends and students to participate in this summer school. We would be greatly pleased to welcome you in Berlin. For more information please refer to our website
[gender.charite.de] .
With the very best regards,
Vera Regitz-Zagrosek
Prof. Dr. V. Regitz-Zagrosek
Director Berlin Institute of Gender in Medicine (GiM)
President International Society of Gender Medicine (IGM)
Center for Cardiovascular Research (CCR)
Charité Campus Mitte
Hessische Str. 3-4
10115 Berlin
Phone: +49-30-450-525 172
Fax: +49-30-450-7 525 288
E-mail: vera.regitz-zagrosek@charite.de
Internet: [gender.charite.de ]
pp Beate Wenzke – GiM-Office
Institute of Gender in Medicine (GiM)
Charité – Universitaetsmedizin Berlin
Luisenstr. 65, D-10117 Berlin, Germany
Tel: +49 30 450 539 109
Fax: +49 30 450 539 989
email: gim-office@charite.de
Ähnliche Beiträge
Berlin Femme Mafia presents: The FEMME SHOW BERLIN -a subversive queer experience- (German below) Your attendance is requested at the first FEMME SHOW BERLIN on March 6th @ the L.U.X: a large mixed showcase of queer feminine gender performance, media art, cup cakes, a kissing booth, party w/ DJs, and so much more!! Performances by: Goldie Dartmouth, Juli Saragosa & Halley Murry, Mimi Monstroe, Poe, Alexander, Katinka Kraft|CayaTe|Margret Steenblock, Fifi Bonlady, Mademoiselle Kla, Sir La Muse, and Paula Varjack! DJs will include: DJ Draufgänger und DJ Sarah Adorable When: 06.März 2010 Where: L.U.X. / Schlesische Straße 41 / 10997 Berlin Doors: 22:00 / Show: 23:00 / DJs & Dancing: 24:30 Cost: 4 Euro before 1:00, 3 Euro after The FEMME SHOW BERLIN is presented by the Berlin Femme Mafia which is a new group of femme and queer feminine presenting or identified queers, formed in response to the lack of visibility and value given to feminine gender expression in the Berlin queer scene. The Femme Mafia is here to shake things up and show how radical, subversive, smart, tough, genderqueer, diy, and fucking sexy femme gender really is!!! (For further information go to: berlinfemmemafia.blogspot.com or find them on facebook). -------------------------------------------------------------------------------- Berlin Femme Mafia präsentiert: The FEMME SHOW BERLIN -queer und subversiv- Wir werden sichtbar – Spot on für die erste FEMME SHOW BERLIN. Euch erwartet ein exquisiter Showblock mit queer-femininen Genderperformances – von Burlesque über Spoken Words bis hin zu sexy Tanzeinlagen. Außerdem können mediale Kunstwerke bestaunt, wunderbare Cupcakes verschlungen und zur Musik großartiger DJs getanzt werden. Wer sich traut, kann nebenbei vielleicht den ein oder anderen Kuss in der Kissing Booth abstauben. Taucht ein in die Welt queerer Feminitäten! Wann: 06.März 2010 Wo: L.U.X. / Schlesische Straße 41 / 10997 Berlin Doors: 22:00 / Show: 23:00 / DJs & Dancing: 24:30 Eintritt 4 Euro vor 1:00, danach 3 Euro Mit Performances von Goldie Dartmouth, Juli Saragosa & Halley Murry, Mimi Monstroe, Poe, Alexander, Katinka Kraft|CayaTe|Margret Steenblock, Fifi Bonlady, Mademoiselle Kla, Sir La Muse, and Paula Varjack! An den Plattentellern: DJ Draufgänger und DJ Sarah Adorable Die FEMME SHOW BERLIN wird präsentiert von der Berlin Femme Mafia, einer Gruppe von Wesen, die sich als Femme oder feminine Queers präsentieren oder identifizieren. Die Gruppe gründete sich als Reaktion auf die Unsichtbarkeit und geringe Wertschätzung, die feminine Gender-Inszenierungen in der Berliner Szene erfahren. Die Berlin Femme Mafia ist auf den Plan getreten, um alle Vorurteile durchzuschütteln und zu zeigen, wie radikal, subversive, smart, genderqueer, diy und vor allem wie verdammt sexy das Gender Femme wirklich ist. Mehr Infos gibt unter berlinfemmemafia.blogspot.comÄhnliche Beiträge
Auf der Seite des großartigen Audioarchivs könnt Ihr ab heute zum einen das outside-Radio-Interview bei Radio Island runterladen und zudem die Vertonung des Textes von Marianne Pabst und Virginia Spuhr aus der aktuellen outside-Ausgabe. (Vielen Dank an die „Quergelesen“ Redaktion)
Am 20./21. März 2010 findet in der Werkstatt der Kulturen in Berlin die Verantsaltung “Arbeit? Geld? Krise! Ein Mitmachkongress zum Verstehen, Träumen, Handeln” statt.
Die Finanz- und Wirtschaftskrise geht uns alle an! Als persönliche Krisenerfahrung, wenn es um Jobsicherheiten und Jobchancen geht. Oder wenn es um Kürzungen im Sozialen, im Gesundheits-, Bildungs- und Kulturbereich geht. Je nach gesellschaftlicher Position sind Menschen auf unterschiedliche Weise und unterschiedlich stark von der Krise betroffen. Und genau darüber wollen wir reden!
Denn an den Debatten über die Krise – über ihre Ursachen, ihre Folgen und über politische Lösungen – ist nur ein kleiner Zirkel beteiligt: In Tageszeitungen und im Fernsehen, in wirtschaftswissenschaftlichen Vorlesungen, in politischen Expertenkommissionen – die Wirtschafts- und Finanzkrise ist ein Thema, an dem nur ein kleiner Kreis männlicher, “weißer”, nicht-migrantischer und finanziell privilegierter Personen beteiligt ist. Das wollen wir ändern!
Hier setzen wir an mit unserem Mitmachkongress zum VERSTEHEN, TRÄUMEN, HANDELN:
· Wir möchten VERSTEHEN, wie Finanzmärkte funktionieren und welche Ursachen und Folgen die Wirtschaftskrise hat. Insbesondere wollen wir fragen, was ARBEIT? GELD? KRISE! mit den Geschlechterverhältnissen zu tun haben.
· Wir möchten TRÄUMEN, wie eine Wirtschaft aussehen müsste, die uns gut tut und die geschlechtergerecht organisiert ist.
· Derart ausgerüstet haben wir die Möglichkeit, uns zu überlegen wie wir HANDELN wollen, um unsere Träume in die Tat umzusetzen.
…. Euch erwarten Inputs, Workshops, Projektvorstellungen, viel Raum für Diskussionen und eigene Ideen, VoKÜ und Performances. Mit dabei sind unter anderem Gülay Çağlar, Friederike Habermann und Alexandra Scheele.
Ähnliche Beiträge
Die SPÖ-Frauen und zahlreiche unterstützende Organisationen veranstalten heute um 16 Uhr eine Kundgebung zu Ehren Johanna Dohnals. Es werden Wegbegleiterinnen und Künstlerinnen zu Wort kommen.
Johanna Dohnal (Ge-)denken
Wann: Freitag, 5. März, ab 16 Uhr
Wo: Ballhausplatz, 1010 Wien
Die Trauerfeier für Johanna Dohnal findet morgen ab 14 Uhr in der Feuerhalle Simmering (Simmeringer Hauptstraße 337, 1110 Wien) statt. Die Verstorbene ist ab 11 Uhr aufgebahrt. Es besteht die Möglichkeit, sich in ein Kondolenzbuch einzutragen. Das Kondolenzbuch liegt auch heute schon im Wiener Rathaus auf (9 bis 17 Uhr, Eingang Felderstraße). Die Beisetzung der Urne mit den sterblichen Überresten in einem Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof wird zu einem späteren Zeitpunkt im engsten Familienkreis stattfinden. Die Angehörigen bitten, von Blumen- und Kranzspenden abzusehen und an deren Stelle den Kinderfreunden Grabern zu spenden: Konto 00004014726, Weinviertler Sparkasse, BLZ 20220. Johanna Dohnal lebte seit einigen Jahren mit ihrer Eingetragenen Partnerin Annemarie Aufreiter in einem Haus in Grabern.
Queen Ifrica singt gegen den Trend, sich die Haut zu bleichen, an.
…stellt man bei Bitch einige Rockgrrrls vor, die wegen ihrer Hautfarbe gern mal vergessen werden.
Über Kathleen’s Blog.
Zum Sachverhalt: Der Kläger, der 49jährige Stettiner Piotr Kozak, und sein Partner T.B. hatten seit 1989 gemeinsam eine städtische Wohnung bewohnt. Der Mietvertrag lautete auf T.B. Nach dem Tod seines Partners 1998 wollte Kozak in den Mietvertrag eintreten, was die Vermieterin verweigerte. Kozak klagte, da das polnische Mietrecht Angehörigen den Verbleib in der Wohnung zugesteht, scheiterte aber im innerstaatlichen Instanzenzug in zwei Instanzen. Eine Überprüfung durch das Höchstgericht wurde abgelehnt. In der Begründung gaben die Gerichte an, dass das Recht auf Eintritt in den Mietvertrag nur verschiedengeschlechtlichen Partner_innen zustehe, da Artikel 18 der Verfassung Polens die Ehe als "Verbindung von Mann und Frau" definiert.
Der EGMR war anderer Meinung und erkannte einstimmig, dass Polen durch die Nichtanerkennung gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften Artikel 14 (Diskriminierungsverbot) und Artikel 8 (Schutz des Privat- und Familienlebens) der EMRK verletzt hat. Er anerkannte den Schutz der Ehe durch die Verfassung, der auch ein legitimer Grund für die Ungleichbehandlung sein könne. Beim Abwägen zwischen dem Schutz der Familie und dem Schutz der Minderheitenrechte wie sie in der EMRK festgelegt sind, müssten die Staaten aber gesellschaftliche Entwicklungen berücksichtigen inclusive der Tatsache, dass es mehr als eine Façon gibt, sein Familienleben zu gestalten. Der Gerichtshof bestätigte damit zugleich das Urteil Karner gegen Österreich von 2003, in dem er ebenfalls einen Mietrechtsfall eines überlebenden gleichgeschlechtlichen Partners zu prüfen hatte. Im Senat war auch ein polnischer Richter vertreten.
Evelyne Paradis, die Vorsitzende von ILGA-Europe (Europäische Sektion der International Lesbian, Gay, Bisexual, Trans, and Intersex Association) zeigte sich erfreut von der Entscheidung. Dies ist die zweite Entscheidung, in der der EGMR feststellt, dass Staaten Rechte, die sie unverheirateten verschiedengeschlechtlichen Paaren zugestehen, gleichgeschlechtlichen Paaren nicht vorenthalten dürfen. In den letzten Jahren hätten einige Staaten Verfassungsbestimmungen erlassen, welche die Ehe als Verbindung von Mann und Frau definieren, um der Forderung nach gleichen Rechten für gleichgeschlechtliche Paare einen Riegel vorzuschieben. In dieser Entscheidung hält der EGMR fest, dass eine solche Verfassungsbestimmung nicht dazu verwendet werden darf, gleichgeschlechtlichen Lebensgefährt_innen bestimmte Familienrechte zu verweigern. Quelle: ILGA-Europe vom 3. März 2010
Kozak v. Poland, AZ 13102/02, Urteil vom 2. März 2010
Links: [cmiskp.echr.coe.int] (Pressemitteilung)
[cmiskp.echr.coe.int] (Urteil)
[www.ilga-europe.org]
Medienberichte darüber: [www.queer.de]
http://www.blu.fm/subsites/detail.php?kat=Gesellschaft&id=3609
[www.pinknews.co.uk]
[www.boxturtlebulletin.com]
[www.advocate.com]
[www.ft.com]
http://en.rian.ru/society/20100302/158071907.html
http://www.lifesitenews.com/ldn/2010/mar/10030305.html
[news.pinkpaper.com]
Das Neue Deutschland „Feminismus an den linken Hof“ schreibt über die outside. Lest selbst!
„Ich und Ich – Körper und Selbstwahrnehmung“ lautet der Schwerpunktitel der aktuellen AUF. Die Redaktion stellt in einer Aussendung fest, dass hauptsächlich „Texte eingegangen (sind), die sich mit Übergewicht, Essstörungen und dem Fetisch superdünner Models beschäftigen.“ Eine Reihe von Aspekten blieb hingegen unbehandelt und so kommt mit dem neuen Heft gleich eine Bitte um Eindendungen:
Wir wünschen uns Beiträge zu:
Queerness, Körperselbstwahrnehmung von Migrantinnen, nichtweißen Frauen, Frauen mit besonderen Bedürfnissen. Wie wird mit Schönheit heute Politik betrieben? Schönheitsoperationen für Politiker – wie die richtige äußere Erscheinung die unrichtige Politik verdeckt. Frauenschönheit in der männerdominierten Welt. Die Wirkung von denaturierten Nahrungsmitteln auf Stoffwechselstörungen und Übergewicht. Deren Folgen werden im Mainstream privatisiert und als eigenes Versagen dargestellt – statt ungesundes Essen zu verbieten …
Bitte teilt uns mit, ob und worüber Ihr schreiben wollt. Redaktionsschluss für AUF-Heft 150 (also die überübernächste Ausgabe: 1. Nov. 2010.Kontakt: Kleeblattgasse 7, A-1010 Wien; T. 01/5339164, F. 0720/554161
auf@auf-einefrauenzeitschrift.at, www.auf-einefrauenzeitschrift.at
Ein ergonomisch geformter, vibrierender Faustkeil in lila. Das hatte James Brown wohl kaum im Sinn, als er 1970 “Sex Machine” schrieb. Nun gibt es ihn trotzdem, der Elektronikhersteller Philips steigt mit dem “Relationship Care Intimmassagegerät” in den Handel mit Sexspielzeugen ein. Kein Wunder, laut CNN ist allein das europäische Kuchenstück dieses Markt 280 Millionen Euro schwer, Tendenz steigend.
FreundInnen großer fleischfarbener Noppendildos werden angesichts des Teils nicht vom Bett aufspringen. Ziegruppe sind wohl eher KonsumentInnen, die “so etwas” oder künstliche Sexverbesserer an sich nie anfassen würden. Entsprechend haben die EntwicklerInnen großen Wert darauf gelegt, das Gerät nicht im Entferntesten wie ein Sexspielzeug anmuten zu lassen. Optisch erinnern die Helferlein eher an ein Epiliergerät.
Interessant ist auch, wie sehr Philips betont, dass die Geräte zur gemeinsamen Anwendung gedacht sind. “Beide Massagegeräte sind so konzipiert, dass Sie intime Momente gemeinsam genießen können.” Da wird nichts nirgendwo eingeführt oder gar ein Partner/eine Partnerin “ersetzt”, da wird die Beziehung gepflegt (die heterosexuelle). Dass jemand auch außerhalb von festen, heterosexuellen Beziehungen Sex haben könnte oder womöglich auch noch solo, will man sich im Hause Philips offenbar lieber nicht vorstellen. Oder wenn schon, dann zumindest nicht unterstützen.
Das hält euch aber natürlich nicht davon ab, die vibrierenden Faustkeile dort und so anzulegen, wie es auch gefällt. Zum Beispiel beidhändig an euch selbst (Achtung: vom Hersteller nicht autorisierter Vorschlag der Redaktion).
Hier noch ein paar Infos aus dem Handbuch:
Start Slide Show with PicLens LiteFür Sie und Ihn
• Intim-Massagegerät für Sie zur Stimulierung von Ihm
• Intim-Massagegerät für Ihn zur Stimulierung von IhrVerschiedene Vibrationsarten und -intensitäten
• Vier Vibrationsarten zum Entdecken und Spielen von einem weichen Schnurren bis zu einem verführerischen SummenFür die Verwendung mit Gleitmittel und leicht zu reinigen
• Sie können für ein intensiveres Erlebnis Ihr persönliches Gleitmittel verwenden Ladeschale
• Diskrete Ladeschale für kabellose Aufladung und Aufbewahrung Weiches, sinnliches Material
• Fühlt sich auf Ihrer Haut angenehm und sexy anEntdecken Sie neue stimulierende Verführungsmethoden mit diesen Intimmassageräten für Sie und Ihn. Beide Massagegeräte sind so konzipiert, dass Sie intime Momente gemeinsam genießen können. Entspannung und Freude pur.